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	<title>Anarchist Black Cross Berlin &#187; AntiKnastWochenende</title>
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		<title>Anti-Knast-Tage vom 28. bis 30.10. in Köln</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Oct 2011 21:05:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abc berlin</dc:creator>
				<category><![CDATA[AntiKnastWochenende]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Anti-Knast-Wochenende]]></category>
		<category><![CDATA[Autonomes Knastprojekt Köln]]></category>
		<category><![CDATA[Knastgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Köln]]></category>

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		<description><![CDATA[Vom 28. bis zum 30.Oktober werden in Köln, im Autonomen Zentrum Köln, Wiersbergstr., Köln-Kalk (U-Bahnhaltestelle Kalk-Kapelle, (Linie 1 oder 9), Anti-Knast-Tage stattfinden. Hier der Aufruf und das vorläufige Programm. Knast geht uns alle an … !!! „Komm schon.Jeder hat seine Mauern, seine Bunker, seine Bastille, seinen Himalaya und seine Abgründe. Du denkst doch nicht etwa, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/10/antiknasttage-köln.jpg" rel="lightbox[5399]"><img class="size-medium wp-image-5401 alignright" title="Anti-Knast-Tage vom 28. bis 30.10.2011 in Köln" src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/10/antiknasttage-köln-200x250.jpg" alt="Anti-Knast-Tage vom 28. bis 30.10.2011 in Köln" width="126" height="158" /></a><em>Vom 28. bis zum 30.Oktober werden in Köln, im Autonomen Zentrum Köln, Wiersbergstr., Köln-Kalk (U-Bahnhaltestelle Kalk-Kapelle, (Linie 1 oder 9), Anti-Knast-Tage stattfinden. Hier der Aufruf und das vorläufige Programm.</em></p>
<h3>Knast geht uns alle an … !!!</h3>
<p style="text-align: right;">„<em>Komm schon.Jeder hat seine Mauern, seine Bunker, seine Bastille, seinen Himalaya und seine Abgründe. Du denkst doch nicht etwa, daß du anders bist als die anderen, daß für dich alles schwieriger und schmerzhafter ist! Du weißt, daß das nicht stimmt. Du hast sogar Glück, weil du in deinem Inneren dieses Bewusstsein hast. Dir stehen noch so viele Kämpfe bevor! Du stehst erst am Anfang deines Wissens! Wenn du darunter leidest, heißt das, daß du auf dem richtigen Weg bist. Ein Weg, der keine Märtyer, aber den Willen zu Wissen und Kampf braucht. Wie leicht es doch wäre, so leicht, sich der Lethargie der Unterwerfung, des Verzichts, des Akzeptierenes einer bequemen Norm zu ergeben! Komm schon, steh auf, mach was! Der Sirenengesang ist hier das Heulen des Alarms, der von den Schließern ausgelöst wird, um eine Flucht zu melden, der Versuch eines Gefangenen, sich sein Recht zurückzuerobern</em>“ (Charlie Bauer)</p>
<p><span id="more-5399"></span></p>
<h2 style="text-align: center;">Knasttage 2011 – Einladungstext der Kölner Gruppe „Autonomes Knastprojekt“</h2>
<p>Knast ist ein zentrales Mittel von Herrschaftssicherung. Dabei denken wir jetzt gar nicht mal in erster Linie an die Spezialverfahren gegen uns als radikale Linke.</p>
<p>Die wichtigste Funktion des Knasts ist die Erzeugung von Angst. Nicht nur die Gefangenen sind Opfer des Knasts. Unsere Angst vor dem Knast ist viel wichtiger für das System.</p>
<p>Obwohl wir für die kostenlose Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel sind, kaufen wir manchmal doch Fahrkarten. Wenn wir denn schwarzfahren, zahlen wir die 40 Euro. bevor es zum Verfahren kommt.<br />
Oder wir lassen uns auf Sozialstunden ein. Alles in dem Bewusstsein, dass Mensch als Schwarzfahrer*in in den Knast kommen kann. Als Hartz 4-Empfängerin nehmen wir es hin, dass wir mit Almosen abgespeist und schikaniert werden. Manche gehen betteln, sind froh, wenn über Suppenküchen und Tafeln einige Krümel vom kapitalistischen Kuchen abfallen.</p>
<p>Wenn wir uns natürlich verhalten und uns am reichlich gedeckten Tisch bedienen, landen wir ja schließlich im Knast. Wenn wir gegen das System demonstrieren, holen wir uns häufig vorher eine Genehmigung des Systems. Absurdistan lässt grüßen.</p>
<p>Die Angst vor dem Knast bestimmt unser Leben mehr, als wir uns manchmal selbst eingestehen. Oberstes Ziel linker Politik ist deshalb zu verhindern, dass Mensch selbst oder seine Genoss*innen den Knast kommen.</p>
<p>Das Ziel einer Gesellschaft ohne Knäste wird zwar manchmal plakativ propagiert, aber ernsthaft glauben nur die Wenigsten innerhalb der Linken dran. Dies liegt einerseits daran, dass die Wenigsten von uns daran glauben, dass wir das herrschende kapitalistische System überwinden könnten. Andrerseits haben viele Linke selbst eine Liste von Leuten im Kopf, die sie gerne einsperren würden. Das sind schon einige Gründe, warum es für viele Genossinnen so schwierig ist, sich zur Antiknastarbeit zu verhalten.</p>
<p>Hinzu kommen Probleme, die wir auch aus anderen Bereichen kennen. Beispiel Erwerbslosenbewegung: Die Aufbruchstimmung aus den Anfängen der Zahltag-Bewegung ist längst Ernüchterung gewichen. Die große Mehrheit der Erwerbslosen ist alles andere als linksradikal. Sie versuchen individuell zwischen den Mühlsteinen der Bürokratie zu überleben. Unsere Strategie gemeinsamer Gegenwehr findet nur bei wenigen von ihnen Resonanz. Obdachlose und Junkies haben leider auch wenig mit uns zu tun. Auch die Millionen prekär Beschäftigter neigen selten zu revolutionären Aktionen. Das sind aber die Menschen, die überwiegend in die Fänge der Klassenjustiz geraten.</p>
<p>Da ist es logisch, dass die Mehrheit der Gefangenen sich ähnlich verhält, wie sie sich draußen als Erwerbslose, Obdachlose oder Junkies verhalten haben.</p>
<p>Trotzdem – unter der extremen Drucksituation des Knasts entdeckt der Eine oder die Andere ihr rebellisches Potential. Das sind unsere Bündnispartner*innen. Außerdem – es gibt einfach Dinge, die wir als radikale Linke grundsätzlich ablehnen.</p>
<p>Wir sind grundsätzlich gegen Krieg, auch wenn die Kriegsgegner die letzten Arschlöcher sind. Es gibt keinen gerechten Krieg. Das sehen wir anders als die Mehrheit der Grünen.</p>
<p>Wir sind gegen Hart 4 und Billiglöhne, auch wenn uns viele Erwerbslose und Hungerlöhner nicht grade sympathisch sind. Wir sind auch gegen Kapitalismus, selbst wenn uns die Mehrheit der Ausgebeuteten den Vogel zeigt.</p>
<p>Wie schwer sich große Teile der Linken damit tun, sich in gesellschaftlichen Diskussionen zum Thema Knast überhaupt zu verhalten, zeigt folgendes Beispiel:<br />
Seit einiger Zeit versuchen die Nazis gesellschaftliche Ängste vor Sexualstraftätern, vor allem so genannten Kinderschändern für sich zu nutzen. in einem Klima von “Wegsperren für immer“ scheint ihre Forderung nach Todesstrafe gar nicht mehr so weit entfernt von dem, was ein reaktionärer Teil der Bevölkerung sich wünscht.</p>
<p>Auf Dauer wird es nicht reichen, dem nur ein “Nazis raus“ entgegenzusetzen und dem allenfalls hinzufügen, dass Mensch natürlich gegen die Todesstrafe sei. Diese Strategie wird allenfalls gegen ein kleines Häufchen organisierter Faschos erfolgreich sein.</p>
<p>Es wird uns aber nicht gegen den reaktionären Stimmungssumpf helfen, in dem die Nazis fischen wollen. Da müssten wir uns schon die Mühe machen, uns selbst inhaltlich mit dem Problem des sexuellen Missbrauchs zu beschäftigen und zu versuchen, über “Lösungen“ nachzudenken, die sich vom “Wegsperren für immer“ unterscheiden.</p>
<p>Neben Workshops zu solch grundsätzlichen Fragen wird es bei den Antiknasttagen aber auch um ganz praktische Dinge gehen, z.B. darum, welche rebellischen Gefangenen uns besonders nahe stehen und wie wir die unterstützen können, oder wie wir die Öffentlichkeitsarbeit gegen das Knastsystem verbessern können.</p>
<p>Wir freuen uns schon auf Euch.</p>
<hr />
<h2 style="text-align: center;">Das Programm</h2>
<h3>Freitag, 28.10.:</h3>
<p><strong>ab 18 Uhr</strong><br />
Treffpunkt für die Menschen die aus anderen Städten anreisen im AZ. Dort wollen wir auch gleich die Pennplätze verteilen und werden uns bemühen, dass es auch einen Happen zu essen gibt&#8230;</p>
<p><strong> 20 Uhr</strong><br />
Auftaktveranstaltung im Naturfreundehaus, Kapellenstraße 9<br />
„arbeitsscheu -abnormal -asozial“</p>
<p><em>Gezeigt wird ein 30-minütiger Dokumentarfilm zur Geschichte der Berliner Arbeitshäuser, schwerpunktmäßig zum Arbeitshaus Rummelsburg. Zu Wort kommen Akteure, die etwas mit diesem Ort zu tun haben. Die Filmemacherin Andrea Behrendt wird vor Ort sein und mit uns diskutieren.<br />
Anschließend gibt es einen Beitrag vom vom Arbeitskreis „Marginalisierte &#8211; gestern und heute“ zur Kontinuität der Ausgrenzung und Verfolgung der nicht Verwertbaren, der nicht Normgerechten, der „Asozialen“. Wir werden feststellen, dass die Logik der Arbeitshäuser bis hinein in die Jobcenter von heute reicht.<br />
Anschließend werden wir vom Autonomen Knastprojekt Köln noch kurz darauf eingehen, wie sehr die Zwangsarbeit im Knast noch vom „Ethos“ der Arbeitshäuser geprägt ist. Wir werden feststellen, dass vieles vergleichbar ist mit dem, was Erwerbslose draußen in der Behandlung durch die Jobcenter, in Ein-Euro-Jobs und sonstigen Maßnahmen erleben. Wir werden aber auch feststellen, dass die Gefangenen noch zusätzlichem Druck unterliegen. Egal, ob sie Zwangsarbeit leisten oder diese verweigern.<br />
Wir freuen uns schon auf spannende Diskussionen.</em></p>
<hr />
<h3>Samstag 29.10.:</h3>
<p><strong>ab 10 Uhr im AZ:</strong><br />
eine Vielzahl von Workshops zum Thema Knast und Repression</p>
<p><em>Bisher sind folgende Themen vorgesehen:</em><br />
<em> &#8211; Hungerstreik von Werner Braeuner</em><br />
<em> &#8211; Sicherungsverwahrung</em><br />
<em> &#8211; Forensik</em><br />
<em> &#8211; Kommunikation mit Gefangenen</em><br />
<em> &#8211; Knast als Druckmittel</em><br />
<em> Die angereisten GenossInnen aus Hamburg, Dresden und Wien werden über die Repression in ihren Städten berichten. In Dresden laufen ja § 129 -Verfahren. Dazu soll es im November ein Treffen in Dresden geben. Genaueres werden Euch die GenossInnen in ihrem Workshop erzählen.</em></p>
<p><em>Ein Thema liegt uns besonders am Herzen:</em><br />
<em> Wenn ehemalige Sexualstraftäter entlassen werden und irgendwo hinziehen, formieren sich häufig Bürgerwehren. Die Nazis versuchen immer wieder, da kräftig mitzumischen. So ruft die NPD am 15.10 zu einer Demonstration in dem Dorf Insel (Sachsen-Anhalt) auf. Dort leben seit einiger Zeit zwei ehemalige Vergewaltiger, die aus der Sicherungsverwahrung entlassen wurden. Die Antifa und die Linke insgesamt tut sich schwer damit, sich damit auseinanderzusetzen. Warum das so ist, damit wollen wir mit Euch gemeinsam im Plenum diskutieren.</em><br />
<em> Angesichts der Vielzahl von Workshops wollen wir hier und jetzt noch nicht die genaue Reihenfolge festlegen. Manchmal werden wohl auch Workshops parallel stattfinden müssen. Um allen Bedürfnissen möglichst gerecht zu werden schlagen wir vor, dass wir uns am Samstag morgen alle noch kurz im Plenum treffen und feststellen, wie groß das Interesse an den einzelnen Workshops ist und dann den Ablauf gemeinsam festlegen</em></p>
<p><strong>um 20 Uhr:</strong><br />
„Politisch &#8211; sozial?“</p>
<p><em>Wer sind eigentlich „unsere“ Gefangenen und wie verhalten wir uns zu ihnen?</em><br />
<em> Auch wenn wir grundsätzlich gegen Knäste sind, so stehen uns doch nicht alle Gefangenen gleich nahe. Aber &#8211; woran machen wir dies fest? Am Delikt, weswegen sie einsitzen? Oder, ob sie aus „unserer“ Bewegung kommen? Oder daran, wie sie grundsätzlich drauf sind? Warum hat die Antiknastarbeit einen so geringen Stellenwert innerhalb der Linken?</em><br />
<em> All diese Fragen wollen wir mit Euch im Plenum diskutieren.</em></p>
<hr />
<h3>Sonntag 30.10.:</h3>
<p><strong>ab 11 Uhr</strong><br />
bei Bedarf Fortsetzung der gestern zu kurz gekommenen Workshops. Ansonsten gemeinsames Kaffeetrinken und spontane, informelle Gespräche. Die Gespräche am Rande der „Großveranstaltungen“ sind ja bekanntlich oftmals am interessantesten</p>
<p><strong>ab 13 Uhr</strong><br />
Abschlußplenum<br />
<em>Dabei wollen wir auch diskutieren, wie wir die Antiknastarbeit stärker zum Bestandteil linker Politik machen können. Auch eine stärkere Vernetzung unserer schwachen Kräfte (vor allem auch auf NRW-Ebene) würden wir da gerne ansprechen.</em></p>
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		<title>Eindrücke des Vorbereitungskreises der „Mit der Knastgesellschaft brechen&#8221;-Tage vom 26. bis 28. November 2010 in Berlin</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Feb 2011 13:05:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abc berlin</dc:creator>
				<category><![CDATA[AntiKnastWochenende]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Anti-Knast-Wochenende]]></category>
		<category><![CDATA[Knastgesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Zu aller erst wollen wir unsere Motivation diesen Text zu verfassen beschreiben. Wir haben uns einige Tage nach dem Wochenende zusammengesetzt, um unsere individuellen Eindrücke auszutauschen, über den Verlauf des Wochenendes zu diskutieren genauso und um noch ausstehenden Orga-Kram abzuschließen. Uns fiel auf, dass wir allesamt positiv überrascht waren, auf wie viel Interesse das Thema [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.mitderknastgesellschaftbrechen.wordpress.com" target="blank"><img src="http://mitderknastgesellschaftbrechen.files.wordpress.com/2010/10/header.jpg" alt="Mit der Knastgesellschaft brechen – Tage gegen Knäste und eine Welt, die sie schafft" title="Mit der Knastgesellschaft brechen – Tage gegen Knäste und eine Welt, die sie schafft" width="600" height="117" class="aligncenter size-large wp-image-2561" /></a>Zu aller erst wollen wir unsere Motivation diesen Text zu verfassen beschreiben. Wir haben uns einige Tage nach dem Wochenende zusammengesetzt, um unsere individuellen Eindrücke auszutauschen, über den Verlauf des Wochenendes zu diskutieren genauso und um  noch ausstehenden Orga-Kram abzuschließen.   Uns fiel auf, dass wir allesamt positiv überrascht waren, auf wie viel Interesse das Thema Knast und Knastgesellschaft gestoßen ist, was alleine schon an der Beteiligung so vieler Menschen zu sehen war. In der Vorbereitung waren wir voller Zweifel schon drauf und dran gewesen das ganze Wochenende abzusagen — nicht zuletzt auf Grund des nur schleppend und auch chaotisch voranschreitenden Vorbereitungsprozesses. Im Nachhinein freuen wir uns das nicht getan zu haben. Mit der Veröffentlichung dieses Texts wollen wir nun zu weiterführenden Diskussionen einladen. <span id="more-3079"></span>Zum einen natürlich im kleinen bekannten Kreis, zum anderen aber auch z.B. auf dem Wochenend-Blog mit Texten und Beiträgen zum Thema. So werden im Laufe der nächsten Zeit dort auch verschriftlichte Versionen der Vorträge und Diskussionsveranstaltungen des Wochenendes erscheinen. Diese können dann später auch gedruckt direkt in Knäste geschickt werden, was mit eine ausschlaggebende Idee hierfür war. Solltet ihr also Beiträge haben, die eurer Meinung nach auch auf den Blog sollen schickt sie an mitderknastgesellschaftbrechen@riseup.net &#8211; den pgp-key dazu gibt&#8217;s <a href="http://mitderknastgesellschaftbrechen.wordpress.com/kontakt/">hier</a>.</p>
<p>Als nächstes erst wollen wir uns bei allen Leuten bedanken, die sich an dem Wochenende in welcher Weise auch immer eingebracht haben. Wir hatten den Eindruck, dass die Atmosphäre gut war und für alle eine Umgebung bot in der sich z.B. Diskussionen in den Workshops, wie auch das abends Rumsitzen, angenehm gestalten konnte. Bezüglich der Orga wie Aufbauen, Aufräumen usw. waren viele Leute am Start, wodurch das ganze nicht nur an einigen Wenigen hängen blieb. Besonderer Dank geht hiermit an die verschiedenen Vokü-Gruppen, die auf alle Tage verteilt unserer Meinung nach mega leckeres Essen bereiteten. Negativ in diesem Zusammenhang müssen wir jedoch sagen, dass die Spendenbereitschaft sich zum einen schlecht verteilt hat und/oder nicht allzu groß war, wir zum anderen aber auch nicht darauf hingewiesen hatten, dass unterschiedliche Gruppen am Kochen waren und die Spendeneinnahmen zum Teil auch als Soli-Beitrag für die einzelnen Gruppen selbst gedacht waren. So erging es einer Gruppe so, dass sie gerade so ihre Ausgaben gegenfinanzieren konnte.</p>
<p>Im Vorfeld des Wochenendes hatten wir versucht verschiedene Leute zum Übersetzen der Workshops und Diskussionen zu gewinnen &#8211; leider hat das dann nicht all zu gut funktioniert. Jedoch erklärten sich Leute bei Bedarf spontan zur Übersetzung bereit. Das war natürlich super, doch wissen wir auch von Menschen, die auf Grund der mangelnden Sensibilität &#8211; die eine Übersetzung gerade in Diskussionen braucht &#8211; Workshops dann verlassen haben, da die Übersetzer_innen dem Tempo nicht nachkommen konnten. Für zukünftige Veranstaltungen denken wir,  dass es wichtig ist gerade auch hierauf mehr Rücksicht zu nehmen.</p>
<p>Zur Organisation des Wochenendes hinsichtlich der Workshop-Verteilung denken wir, ist es wichtig auf den Samstag Mittag mit seiner doch sehr lang angelegten Pause einzugehen. Die Idee und (vielleicht zu ambitionierte) Ankündigung „Raum für Aktionismus&#8221; war zum einen daraus entstanden, dass wir ein ausschließlich „theoretisch&#8221; angelegtes Wochenende keine gute Idee fanden genauso, wenig wie das von einem Workshop zum nächsten hetzen. Ursprünglich war für diesen Zeitpunkt von unserer Seite ein Kamera-Spaziergang durch Neukölln geplant. Dieser ist dann jedoch aus verschiedenen organisatorischen Gründen von der vorbereitenden Gruppe abgesagt worden. Weiterhin gingen wir davon aus, dass Einzelpersonen und/oder Gruppen sich im Vorfeld selbst Gedanken über mögliche Aktionen wie z.B. Flyerverteilen oder Anderes machen würden. Was ja sogar passiert ist, in Form einer Spontandemo vor dem Knast in Moabit (von der wir selbst allerdings erst im Anschluss gehört haben).<br />
Des weiteren fand in diesem Zeitraum eine Demonstration statt von der wir dachten, dass einige Leute gerne dort hin wollten. Mehrfach wurde an uns die Kritik herangetragen, dass der Vorbereitungskreis diesen Raum hätte füllen sollen. Nachdem der Kamera-Spaziergang jedoch abgesagt wurde, hätte das unsere Kapazitäten gesprengt und wir hofften dann auch auf Selbstorganisation &#8211; was wir aber hätten besser kommunizieren sollen. Bei der Auswertung dachten wir hierbei zum Beispiel daran, dass Pläne mit den unterschiedlichen Knästen in Berlin vielleicht hilfreich gewesen wären. Gleichzeitig wurden in der Tempest-Library zu diesem Zeitpunkt Filme gezeigt nach denen ein Workshop zu „Wie schreibe ich Gefangenen?&#8221; stattfand. Sorry an alle, die sich auf dem Weg dort hin verlaufen haben, eine Wegbeschreibung hätte das sicherlich verhindert. Abschließend können wir hierzu sagen, dass dieser Teil des Tages nur unzureichend durchdacht, kommuniziert und auf die anderen Dinge abgestimmt war.</p>
<p>Den Sonntag wollten wir weitestgehend offen gestalten. Die inhaltliche Ausgestaltung, so dachten wir, könnte sich nach den Interessen der Leute entwickeln, z.B. in Diskussionen über aufgeworfene Fragen oder weiterführenden Diskussionen im Anschluss an die vorigen Tage. Sonntags morgens hatten viele von uns das Gefühl, dass die Leute, die sich in der NewYorck einfanden bereits wussten was sie weiter dort tun wollten und so empfanden wir das angesetzte Plenum als überflüssig. In der Nachbetrachtung wäre es jedoch vielleicht zumindest nicht schlecht gewesen sich kurz zusammenzusetzen, so hätte dann auch eher die Möglichkeit bestanden gemeinsam in Diskussion treten zu können. Auch dachten wir, wäre eine Veranstaltung am Sonntag nicht schlecht gewesen da sich so ein wenig das Gefühl einstellte das Wochenende verlaufe sich nun einfach. Andererseits hat sich die Vernetzungsidee unseres Wissens nach auch noch Sonntags realisieren lassen und die Gruppen, die für Sonntag etwas angekündigt hatten, konnten ihre Ideen umsetzen.</p>
<p>Manch eine_n hat sicher verwundert. dass sich die inhaltliche Ausgestaltung des Wochenendes nicht so sehr an der Ausrichtung des Aufrufs orientierte wie mensch hätte vermuten können. Ursprünglich dachten wir, dass eine praxisorientierte Auseinandersetzung anhand eines konkreten sozialen Gefüges &#8211; wie im Aufruf anhand von Neukölln beschrieben &#8211; sich dazu eignen würde „Knast&#8221; thematisch aus der Isolation zu befreien, in der er allzu oft verhandelt wird. Der Charakter einer Knastgesellschaft, wie wir sie verstehen, sollte so in all ihren Verstrickungen von strukturellen Gewaltverhältnissen und repressiven Maßnahmen, wenn nicht unbedingt in ihrer ganzen Fülle ausdiskutiert, aber wenigstens so gut wie möglich mitbedacht werden können. Das klingt hier jetzt wahrscheinlich hochtrabend, jedoch möchten wir zum einen darauf verweisen, dass wir uns selbst nicht für Profis auf diesem Gebiet halten zum anderen wohl einiges mehr als ein Wochenende von Nöten wäre um sich intensiv darüber auszutauschen und auch Perspektiven bezüglich Handlungsmöglichkeiten entwickeln zu können. Jedenfalls versuchten wir im Vorfeld auch Stadtteilgruppen und besser informierte Menschen (was zum Beispiel den Themenkomplex Neukölln angeht) für diese Idee zu gewinnen. Der Aufruf war schon raus, die Gruppen sagten leider aus unterschiedlichen Gründen dann nach und nach ab. Gleichzeitig haben wir uns mit der Schwerpunktsetzung auch übernommen und hätten wohl auch Probleme bekommen noch weitere Workshops in dem Konzept des Wochenendes wie es dann stattfand unterzubringen. Alles in allem fanden wir es rückblickend inhaltlich ein sehr spannendes Wochenende.</p>
<p>Generell hatten wir den Eindruck, dass viel Bedarf und Motivation bestand zu unterschiedlichsten Themen Informationen zu bekommen, wie auch über Verschiedenes zu diskutieren. Genauso wurden unterschiedliche Zugänge verschiedener Leute zum Thema Knast und Knastgesellschaft deutlich. Hierbei fanden wir angenehm, dass wir nicht den Eindruck hatten Leute hätten sich über bestimmtes Wissen oder Erfahrungen profilieren wollen. Bei dem Workshop zum Thema „Sicherungsverwahrung&#8221; denken wir jedoch, dass zu Beginn zu viel an Wissen vorausgesetzt wurde und hier noch weitergehendes Interesse besteht sich zu informieren und zu diskutieren. Nicht zuletzt da es sich hierbei um ein wenig verankertes Thema handelt, sich jedoch viele Veränderungen abzeichnen, die gerade hinsichtlich einer Kritik der Ein- und Wegsperrung auf Grund „nicht konformen&#8221; Verhaltens wichtig sind. So soll Anfang kommenden Jahres eine Neuregelung der Sicherungsverwahrung in Kraft treten wonach dann auch Staatsschutzdelikte unter die so zu handhabenden „Vergehen&#8221; fallen. Was das für Menschen mit staatskritischer Haltung bedeuten wird und wie diese Neuregelung umgesetzt werden kann ist unklar, doch schon jetzt werden Menschen, wie z.B. Thomas Meyer-Falk und andere, die auch im Knast weiter kämpfen und sich nicht einschüchtern lassen mit Sicherungsverwahrung bedroht. Hierbei stellt sich für uns die Frage wie bei diesem Thema linksradikale Ansätze entwickelt werden können gerade auch wenn selbst in knastkritischen Zusammenhängen immer wieder Ratlosigkeit bis hin zur Legitimation von Gefängnissen aufkommt, wenn es um die Frage nach dem Umgang mit Nazis und Vergewaltigern geht. Sobald sich Diskussionen in diese Richtung entwickelt haben, so war unser Eindruck, fanden sie ziemlich schnell ein abruptes Ende oder es stand eine unauflösbare Widersprüchlichkeit bei dieser Frage im Raum. Aber gerade auch diese Fragen könnten und sollten wir in einem solchen Zusammenhang diskutieren. Mitunter scheint es sonst so zu sein, dass wir an diesem Punkt schnell in einen bürgerlichen Diskurs zurück fallen, welcher leider zum einen weit entfernt davon ist, eine Gesellschaft ohne Knäste zu ermöglichen, sowie zum anderen ausblendet, dass es bereits eigene Erfahrungen und Praktiken zu diesen Themen gibt. Beispielsweise gibt es diese bezüglich antifaschistischen Handlungsmöglichkeiten, was einen Umgang mit Nazis anbelangt, genauso wie Praktiken und Diskussionen darüber, wie mit Menschen die sexualisierte Gewalt ausüben umgegangen werden soll. Hier soll nun nicht der Eindruck entstehen, dass wir alles in einen Topf schmeißen wollen, sondern der Gedanke artikuliert werden, dass wir die verschiedenen Teilbereichskämpfe, Diskussionen und Praktiken, seien es z.B. Diskussionen um Definitionsrecht, Ausschlüssen, Schutzräumen, Täter_innenarbeit usw. in den Fokus nehmen können. Da wir keine Antworten auf bestimmte Fragen haben müssen wir wohl oder übel den Weg und unsere Praxis hin zu einer Gesellschaft ohne Knäste diskutieren. Zu diesem Punkt wurde auch mehrfach deutlich, dass es nicht ausreicht Knast und Knastgesellschaft lediglich in einem Machtverhältnis von Staat und Kapital, bzw. Arbeit und Kapitalismus zu verorten und so zu diskutieren, sondern viele strukturelle Gewaltverhältnisse im Spiel sind.</p>
<p>Bezüglich des Ablaufs, gerade der beiden Workshops zu „Diskussion zum Thema &#8216;unsere&#8217; Gefangenen&#8221; bzw. „Brauchen wir &#8216;politische Gefangene&#8217;?&#8221; und dem zur Sicherungsverwahrung, kam mehrfach die Idee auf erst einmal Punkte zu sammeln, die diskutiert werden wollen. Die Umsetzung dabei hat nur mittelmäßig geklappt, sodass die Diskussionen zum Teil chaotisch erschienen oder „ins Nichts&#8221; führten. Bei einem nächsten Mal wäre es vielleicht sinnvoll noch mehr Augenmerk auf den Diskussionsverlauf und eine eventuelle Struktur zu legen.</p>
<p>Abschließend wollen wir noch anmerken, dass auch Leute, die auf keinem einzigen Workshop waren ein spannendes Wochenende mit kontroversen Gesprächen erlebt haben wie uns berichtet wurde. Das freut uns und lädt dazu ein den Themenkomplex nicht nur auf einem solchen Wochenende sondern wie zu Beginn schon angemerkt auch an anderen Orten zu diskutieren.</p>
<p>Der Vorbereitungskreis</p>
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		<title>Mit der Knastgesellschaft brechen – Tage gegen Knäste und eine Welt, die sie schafft</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Sep 2010 12:47:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abc berlin</dc:creator>
				<category><![CDATA[AntiKnastWochenende]]></category>
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		<description><![CDATA[Vom 26. bis 28. November 2010 werden in Berlin Anti-Knast-Tage unter dem Motto „Mit der Knastgesellschaft brechen – Tage gegen Knäste und eine Welt, die sie schafft“ stattfinden, in diesem Rahmen wird es eine Vielzahl von Diskussionen, Workshops, Veranstaltungen und Filmen geben. Wir laden ein zu einer Suche nach Antworten auf Kontrolltechniken, -politiken und -strategien. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.mitderknastgesellschaftbrechen.wordpress.com" target="blank"><img src="http://mitderknastgesellschaftbrechen.files.wordpress.com/2010/10/header.jpg" alt="Mit der Knastgesellschaft brechen – Tage gegen Knäste und eine Welt, die sie schafft" title="Mit der Knastgesellschaft brechen – Tage gegen Knäste und eine Welt, die sie schafft" width="600" height="117" class="aligncenter size-large wp-image-2561" /></a>Vom 26. bis 28. November 2010 werden in Berlin Anti-Knast-Tage unter dem Motto „Mit der Knastgesellschaft brechen – Tage gegen Knäste und eine Welt, die sie schafft“ stattfinden, in diesem Rahmen wird es eine Vielzahl von Diskussionen, Workshops, Veranstaltungen und Filmen geben. Wir laden ein zu einer Suche nach Antworten auf Kontrolltechniken, -politiken und -strategien. Was bedeutet es auf herrschende Kontrollpolitiken zu antworten, sie zurückzuweisen und vor allem: Wie kann Widerstand gegen Kontrolle aussehen? Was können wir gegen die sich ausweitende Repression tun? Dem staatlichen Interesse uns zu kontrollieren, sanktionieren und einzuschüchtern wollen wir unseren Willen für eine herrschaftsfreie Gesellschaft ohne Zwangsanstalten und Repression zu kämpfen entgegensetzen.<br />
<span id="more-2557"></span><br />
<strong>Der Aufruf</strong></p>
<p>Die sozialen Angriffe auf unser aller Leben nehmen weiter zu. Während immer größere Teile der Bevölkerung ihrer Lebensgrundlagen durch Kürzungen im Sozialbereich und Gesundheitswesen mit gleichzeitigen befristeten Niedrigstlohnbeschäftigungen beraubt und an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden, nehmen staatlich organisierte Eingriffe in unser Leben ständig zu.<br />
Wir leben in einer Zeit, in der das Arbeitsamt mehr über uns weiß als unsere direkten Nachbar_innen und Kontrolle über uns ausübt, die vor ein paar Jahren noch undenkbar erschien. Aufenthaltsbestimmungen, Kontrolle bis hin zur Größe und Lage unserer Wohnung, Ein-Eurojobs und die Möglichkeit uns am langen Arm verhungern zu lassen, wenn wir uns dagegen wehren oder uns dieser Verwertungslogik verweigern, sind Beispiele dieser Eingriffe. Prekäre Lohnbeschäftigung mit mangelnder sozialer Absicherung sind Realität für viele. Noch schlimmer trifft es die, die sich hier ohne Papiere und sicheren Aufenthaltsstatus ein Leben aufbauen wollen. Menschen mit migrantischem Hintergrund schlägt die Härte institutionalisierten Rassismus direkt ins Gesicht und gipfelt darin, dass Leute, ohne sich auch nur irgendeines „Verbrechens“ schuldig gemacht zu haben, eingesperrt und abgeschoben werden. Die, die nicht abgeschoben werden können, dürfen ihre Wohnorte nur mit Genehmigung verlassen und sollen mit Gutscheinen statt Bargeld einkaufen gehen. Das sind nur die offensichtlichsten Beispiele der Angriffe, denen Menschen, die an den Rande der Gesellschaft gedrängt werden, tagtäglich ausgesetzt sind.</p>
<p><strong>Als Beispiel: Neukölln/Berlin</strong></p>
<p>Kurzerhand werden im größeren Kontext ganze Stadtteile zu Problemzonen deklariert und erhalten ihre ganz besondere eigene Fürsorge. Als Beispiel wollen wir kurz auf Neukölln in Berlin eingehen. Dieser Stadtteil eignet sich bestens für einen solch konstruierten Problemfall und weiterer Möglichkeiten die Mauern der Knastgesellschaft höher und dicker zu bauen und die soziale Kontrolle zu verschärfen. Da es hier viele Menschen mit migrantischem Hintergrund, sowie eine hohe Arbeitslosigkeit gibt muss es vor Problemen nur so wimmeln. Kameraüberwachung an sämtlichen öffentlichen Orten und die Säuberung des Straßenbildes von unliebsamen Elementen werden zum Haupttätigkeitsfeld staatlichen und privatwirtschaftlichen Handelns. Die Jugend- und Bandenkriminalität sei sehr hoch, deshalb braucht es vermehrte Polizeipräsenz im Kiez, genauso wie private Wachdienste an Schulen und öffentlichen Orten. Der Stadtteil gilt als Experimentierfeld für repressive Maßnahmen und gleichzeitig als Aushängeschild für positives Engagement gegen die Missstände innerhalb unserer Gesellschaft und souveränes Handeln gegen unangepasstes Verhalten.<br />
Die Rütli-Schule konnte dank des massiven Eingreifens von Sozialarbeiter_innen befriedet und die Ordnung wieder hergestellt werden. Unter der Oberfläche brodelt es jedoch weiter. Die kosmetischen Verbesserungen und Befriedungsstrategien können nur deckeln was irgendwann überkochen muss. Integration und Assimilation werden zu Voraussetzungen um überhaupt existieren zu dürfen. Unterdrückungsmechanismen auf allen Ebenen werden vorbereitet und in Stellung gebracht. Soziale Ungerechtigkeiten werden weggewischt und Gründe für existierende Probleme weder benannt noch angegangen. Doch die Verantwortlichen für alle Probleme sind schnell gefunden.<br />
Verdächtige Jugendgruppen verschwinden aufgrund des Drucks durch Polizei und anderer Sicherheitskräfte von der Bildfläche; Bänke werden aus Parks entfernt, sodass auch niemand diese zum Schlafen nutzen kann. Neue Techniken der Bestrafung finden hier ihre erste Anwendung. So zum Beispiel ein Konzept für härtere Strafen für jugendliche Straffällige. Diese sollen in einem beschleunigten Verfahren zu Kurzhaftstrafen verurteilt und abgeschreckt werden. Mit ihnen gleich alle anderen auch. Das Konzept fand Anklang und wird nun auf die ganze Stadt ausgeweitet werden. Vorurteile gegen Migrant_innen werden geschürt, sie sollen sich entweder integrieren oder verschwinden. Wie schon gesagt, es handelt sich hierbei um ein Beispiel aber nicht um einen Einzelfall.<br />
Ehemals ein Arbeiter_innenquartier wird dieser Stadtteil mit der durch Aufwertung bedingten Veränderung der Stadt nun auch für die kapitalistische Ausbeutung interessanter. Durch die Stadt geförderte Initiativen wie die Task-Force Okerstraße haben sich die Problemlösung auf die Fahnen geschrieben. Alles was nicht dem gewünschten Stadtbild entspricht soll verschwinden. Wie schon zuvor genannt sind die Feinde klar ausgemacht: Herumlungernde, Migrant_innen und trinkende Menschen an Kiosken. Einkommensstärkeren soll der Zuzug schmackhaft gemacht werden. Die folgen sind klar. Modernisierungen und Mietsteigerungen, und die Menschen mit kleinem Geldbeutel müssen über kurz oder lang gehen.</p>
<p><strong>Knäste bedeuten für viele den Endpunkt sozialer und wirtschaftlicher Ungerechtigkeiten</strong></p>
<p>Die Verflechtung von staatlichen und kapitalistischen Interessen führt auch auf anderen Ebenen zur Verschärfung der Lebensbedingungen. Knäste bedeuten für viele den Endpunkt sozialer und wirtschaftlicher Ungerechtigkeiten. Eindrucksvoll hierfür stehen die vielen Berliner Gefangenen, die auf Grund nicht beglichener Geldforderungen in Folge nicht bezahlter BVG-Tickets in Gefängnissen einsitzen. Dazu kommen steigende Belegungszahlen bei gleichzeitigem Rückgang von Kriminalität. Gefängnisse werden privatisiert und Insass_innen dort zu Arbeiten für die Wirtschaft gezwungen. Eine Entwicklung, die in Deutschland zwar neu ist jedoch auf ihr erfolgreiches Vorbild in den USA zurückblicken kann.<br />
Um sich der Probleme endgültig zu entledigen wird nun hitzig über die Langzeitverwahrung von Intensivstraftäter_innen diskutiert, die sog. Sicherungsverwahrung. Hierbei handelt es sich entgegen der öffentlichen Diskussionen jedoch nicht überwiegend um Sexualstraftäter_innen und Mörder_innen. Viele Wiederholungstäter_innen unterschiedlichster Delikte sind mit dem Damoklesschwert des Für-immer-weggesperrtseins konfrontiert. Das Gesetz fand seine erste Anwendung in den Gerichtssälen Nazideutschlands. Ähnlich sieht es mit geschlossenen Kinderheimen für straffällig gewordene Jugendliche aus. Mindestens drei Jahrzehnte nach der durch massive Proteste erwirkten Reformen bezüglich Kinder- und Jugendeinrichtungen ist bis heute immer noch keine wirkliche Aufarbeitung der Vorkommnisse und deren Auswirkungen für die Insass_innen geschehen, Politiker_innen jeglicher Seiten fordern trotzdem wieder deren Einführung.<br />
Die einen sollen verdrängt oder abgeschoben, die anderen für immer weggesperrt werden. Alle anderen sind angehalten sich unter ständiger Kontrolle ihres Verhaltens auf Video oder ihrer Kommunikation über Telefon und Internet nichts zu Schulde kommen zu lassen. Die/der gläserne Bürger_in wird nicht nur zur staatlichen Idee des funktionierenden Untertans, oft genug wird auch das Selbstbild einiger „Ich habe ja nichts zu verbergen“ zur Gefahr für die, die das ganz anders sehen. Wer sich nicht anpasst fällt in ein Raster was von ablehnend, kritischer Beobachtung seiner Mitmenschen bis hin zu staatlicher Überwachung und Verfolgung führen kann.</p>
<p><strong>Gemeinsam nachdenken, gemeinsam handeln!</strong></p>
<p>Soziale Kontrolle ist nicht länger Institutionen abhängig, sondern breitet sich in einem ganzen Arsenal lokaler Programme und Projekte aus. So wird sie zum „selbstverständlichem“ und „unverzichtbarem“ Bestandteil des Alltagslebens.<br />
Auf Widerstand folgt Repression – der Sinn umfassender Infos über die verschiedenen repressiven Angriffe ist, die verschiedenen Wirkweisen der Repression einzuschätzen und zu erkennen, dass sie an unterschiedlichen Orten zu verschiedenen Zeitpunkten abgestuft agiert um dieselben Ziele zu erreichen.<br />
Dem staatlichen Interesse uns zu kontrollieren, sanktionieren und einzuschüchtern wollen wir unseren Willen für eine herrschaftsfreie Gesellschaft ohne Zwangsanstalten und Repression zu kämpfen entgegensetzen.<br />
Wir laden ein zu einer Suche nach Antworten auf Kontrolltechniken, -politiken und -strategien. Was bedeutet es auf herrschende Kontrollpolitiken zu antworten, sie zurückzuweisen und vor allem: Wie kann Widerstand gegen Kontrolle aussehen? Was können wir gegen die sich ausweitende Repression tun? Das wird uns nicht individuell gelingen, sondern nur kollektiv.</p>
<p>Die Anti-Knast-Tage sollen ein Ort des Kennenlernens, des Austausches und des Vernetzens sein. Wir wollen produktiv streiten, und gemeinsam Perspektiven und Widerstand gegen Repression entwickeln. Wir laden euch alle ein zu einem Wochenende mit Diskussionen, Workshops, Veranstaltungen und Filmen ein.</p>
<p>Wann: <strong>16. bis 28. November 2010</strong><br />
Wo: <strong>im New Yorck / Bethanien</strong> (Mariannenplatz 2, Berlin-Kreuzberg)</p>
<p>Weitere Infos könnt ihr auf <a href="http://www.mitderknastgesellschaftbrechen.wordpress.com" target="blank">www.mitderknastgesellschaftbrechen.wordpress.com</a> nachlesen.<br />
Informiert Euch und andere, macht den Termin bekannt, bereitet eigene Aktionen vor und was euch sonst noch einfällt!</p>
<p>Die Vorbereitungsgruppe</p>
<p><center><strong>Freiheit für alle!<br />
Für eine Gesellschaft ohne Knäste!<br />
Weg mit allen Zwangsanstalten!</strong></center></p>
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		<title>Antiknasttage in Wien vom 02. bis 04. Oktober 2009</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Sep 2009 13:25:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abc berlin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktionstag]]></category>
		<category><![CDATA[AntiKnastWochenende]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Anti-Knast-Wochenende]]></category>
		<category><![CDATA[Knastgesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Am ersten Oktober-Wochenende, vom Freitag den 02.10 bis Sonntag 04.10 2009, finden Veranstaltungen und Diskussionen rund um das Thema Gefängnisse und deren Abschaffung im Amerlinghaus, Wien, statt. (Stiftgasse 8, 1070 Wien). Die Problematik und Drohung der Gefängnisse für alle Menschen ist eng mit den Realitäten dieser Gesellschaft verbunden. Unser Ziel ist es nicht, dass nur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Am ersten Oktober-Wochenende, vom Freitag den 02.10 bis Sonntag 04.10 2009, finden Veranstaltungen und Diskussionen rund um das Thema Gefängnisse und deren Abschaffung im Amerlinghaus, Wien, statt. (Stiftgasse 8, 1070 Wien).</em></p>
<p>Die Problematik und Drohung der Gefängnisse für alle Menschen ist eng mit den Realitäten dieser Gesellschaft verbunden.</p>
<p>Unser Ziel ist es nicht, dass nur die Gefängnisse abgeschafft werden. Eine herrschende Gesellschaft, kann auch so umgestaltet werden, dass sie ohne die Strafanstalten funktionieren könnte. Die herrschende Gesellschaft, soll als ganze abgeschafft werden. Bis zum letzten Stein.</p>
<p>Gesetze, PolitikerInnen, RichterInnen, Polizei, AnwältInnen, Ärzte SozialarbeiterInnen, LehrerInnen, KapitalistInnen, Psychologen&#8230; sie alle deuten und realisieren die Moral dieser Gesellschaft. Alle Menschen kennen die Regeln der Gesellschaft. Schule, Lohnarbeit und Tod. Es sind keine abstrakten Werte, alle Menschen reproduzieren sie tagtäglich mit jedem Atemzug.<br />
<span id="more-1213"></span><br />
Es gibt keine andere Möglichkeit zu dieser Welt, als sich der herrschenden Ordnung zu unterwerfen und zu dienen. Um dies auch sicherzustellen braucht die Gesellsch die Gefängnisse das Damoklesschwert welches über all unsere Köpfe schwenkt.<br />
Gefängnisse stehen nicht nur als Symbol dafür, dass wir uns vor uns selber schützen, sondern auch für das Bild einer vermeintlich sicheren Gesellschaft Die Sicherheit der Demokratie, des Kapitalismus ist die Unterdrückung der Menschen.<br />
Die Gefängnisse stehen als die größte Strafe, die Isolation und der Abstoß aus der Gesellschaft, für jene die sich wehren oder einfach nicht das vorbestimmte Leben der Lohnarbeit Leben wollen.<br />
Solche Menschen gelten in der allgemeingültigen gesellschaftlich akzeptierten Sprache als Vagabunden, Junkies, Kriminelle, Ausländer&#8230;<br />
Aber nicht nur sie werden bestraft, sondern auch all jene die die Bahnen der Gesetze nicht folgen.<br />
So gesehen, sind wir alle gleich vor dem Gesetz. Die Realität zeigt immer wieder das Gegenteil. Es sind die proletarischen, wenig begünstigten Klassen und jene RebellInnen das Kanonenfutter für die Gefängnisbevölkerung.<br />
Es ist die eigene Gesellschaft die jene Menschen reproduziert und herstellt die große „Chancen“ haben, um auch in den Gefängnis zu landen.</p>
<p>Gruppen und Individuen die sich mit diesem Thema beschäftigen, werden über ihre Erfahrungen darüber reden. Über den Kampf gegen die Gefängnisse, welche eine tragende Säule dieser Gesellschaft sind.<br />
Die Unterstützung an Menschen findet auf vielen Ebenen statt. Sei es eine finanzielle Hilfe, Besuche abstatten, Briefkontakt, Solidarität auf allen Ebenen&#8230; und die weitergehende Agitation gegen die Gefängnisgesellschaft in der alle Menschen Gefangene sind.<br />
Wichtig ist uns die Aufhebung der Trennung zwischen sozialen und politischen Gefangenen. Es gibt nicht bessere oder schlechtere Gefangene. Alle Gefangenen sind zu gleichem Maße aus sozialen und politischen Gründen inhaftiert. Sei es wie oben genannt, um aus der alltäglichen kapitalistischen Barbarei zu fliehen, diese anzugreifen, oder sie ausnützen.</p>
<p>Immer wieder kommt aber die Frage: „Was machen wir mit den Faschisten, Vergewaltiger, Kinderschändern, Verrückten&#8230;?“<br />
Alle Menschen sind beeinflusst durch diese Gesellschaft und sind nicht ohne Gründe zu dem geworden was sie sind.<br />
Egal ob aus den Augen der Gesellschaft diese Individuen gescheitert oder erfolgreich sind, bewegen wir uns alle auf den gelegten Schienen dieser Gesellschaft. Daher kann eine gefängnislose Gesellschaft auch nicht ohne dem Hintergrund einer befreiten Gesellschaft gesehen werden, bzw. funktionieren.</p>
<p><em>Folgende Gruppen aus Deutschland und Österreich haben sich angekündigt:</em></p>
<p>-Die Solidaritätsgruppe Dresden zu der Lage der Repression gegen Menschen während den Anti-Nato Protesten in Straßburg (Frankreich).<br />
-Die syndikalistische Zeitschrift „die soziale Hängematte“ zur Repression gegen AnarchosyndikalistInnen und AnarchistInnen in Serbien.<br />
-Das Autonome Knast Projekt aus Köln zu der Lage in den deutschen Gefängnissen.<br />
-Die Anarchist Black Cross Gruppe aus Wien zu der Lage in den österreichischen Gefängnissen.</p>
<p>Anfangen wird alles jedoch am Freitag um 18:00 Uhr im Amerlinghaus mit einer Diskussion/Einführung zu einem kollektivem Verständnis gegen diese Gefängnisgesellschaft. Denn für viele Menschen ist dies weiterhin ein großes Enigma.<br />
Samstag ab 11:00 – 19:00<br />
Sonntag ab 12:00</p>
<p>Die Auseinandersetzung zu Antiknast ist ein Privileg innerhalb der<br />
Anarchistisch/Kommunistischen Bewegung und dies ist eine große Hürde für uns. Denn betroffen zu Repression und Gefängnis sind in der Realität meistens<br />
Menschen außerhalb dieser Bewegungen. Dies ist ein wichtiger Punkt wo<br />
Selbstkritik angesetzt werden kann.</p>
<p>Es wird Infotische, Essen und Getränke geben.</p>
<p>Für alle möglichen Fragen und Anfragen wegen Schlafplätzen für Menschen außerhalb aus Wien, bitte melden an: anti.knast@gmx.at</p>
<p>Gegen Staat, Kapitalismus und Patriarchat.</p>
<p><img class="aligncenter size-large wp-image-1214" title="antiknasttage-wien" src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2009/09/antiknasttage-wien-494x700.jpg" alt="antiknasttage-wien" width="494" height="700" /></p>
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		<title>Einige Gedanken über die Antiknast-Tage in Kiel, Ende September 2008</title>
		<link>http://www.abc-berlin.net/einige-gedanken-uber-die-antiknast-tage-in-kiel-ende-september-2008</link>
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		<pubDate>Thu, 20 Nov 2008 16:29:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abc berlin</dc:creator>
				<category><![CDATA[AntiKnastWochenende]]></category>
		<category><![CDATA[Anti-Knast-Wochenende]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Antiknast-Tage sind nun seit über einem Monat vorbei und wir sind alle mit guten Gefühlen nach Hause zurückgekehrt. Weil wir in unterschiedlichen Städten wohnen, hat es etwas länger gedauert bevor wir es geschafft haben uns als „Orga-Crew” zu treffen, um einen Austausch und eine Diskussion über unsere Eindrücke während dieser Tage haben zu können. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Antiknast-Tage sind nun seit über einem Monat vorbei und wir sind alle mit guten Gefühlen nach Hause zurückgekehrt. Weil wir in unterschiedlichen Städten wohnen, hat es etwas länger gedauert bevor wir es geschafft haben uns als „Orga-Crew” zu treffen, um einen Austausch und eine Diskussion über unsere Eindrücke während dieser Tage haben zu können. Wie bei jeder Sache, welche wir als Anarchist_innen organisieren, sind wir der Meinung, das es keine einfache „Schwarz-Weiß” Analyse oder Auswertung gegen kann: wenn wir kritisch gegenüber von anderen organisierte Initiativen sind, dann sind wir dies sogar noch mehr, wenn es um unsere geht, damit wir von unseren Grenzen lernen und sie beim nächsten Mal auch besser überqueren können. Dennoch sind wir nicht diejenigen, die es mögen sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Aber lasst uns der Reihe nach vorgehen.<br />
<span id="more-261"></span><br />
<center><strong>Unsere Ziele für dieses Wochenende&#8230;</strong></center></p>
<p>Wie schon gesagt wurde, diese Tage wurden von einer sehr kleinen Gruppe an Personen organisiert. Die Idee gab es schon vor einigen Monaten, damals war das Wochenende für Mai 2008 geplant, allerdings nahm alles eine andere Richtung und die Idee blieb, ohne aber ein konkretes Datum. Letztendlich nach dem Hungerstreik in deutschen Gefängnissen im August saßen wir wieder zusammen und fühlten die Notwenigkeit diese Idee neu vorzuschlagen aufgrund verschiedenster Gründe. Zum einen, um einen Moment zu haben an dem sich verschiedene in Deutschland lebende Gruppen sowie Individuen, welche aktiv gegen Knäste (und ihre Gesellschaft) arbeiten, sich treffen, miteinander diskutieren, Erfahrungen austauschen, Affinitäten aufbauen, weitere Momente des Kampfes planen, kurz gesagt sich vernetzen können: dies war wahrscheinlich einer der größten Gründe. Außerdem sollten auch „Nichtexpert_innen” innerhalb von diesen drei Tagen die Möglichkeiten angeboten werden an Diskussionen, formelle sowie informelle, teilhaben zu können und sie hoffentlich auch in den Kampf einzubinden oder mindestens sie mit einigen weiteren kritischen Gedanken im Kopf nach Hause gehen zu lassen. Dazu gab es die Idee einige auswärtige Genoss_innen zu Gast zu haben, um eine Darstellung über die Situation in ihren Ländern anzubieten, welche Kämpfe gerade stattfinden, wie die Menschen darauf reagieren, wie wir von einander etwas lernen und uns gegenseitig unterstützen können, welche unsere gemeinsamen Perspektiven sind, wenn es denn solche gibt.</p>
<p><center><strong>&#8230;und was in Wirklichkeit herauskam&#8230;</strong></center></p>
<p>Wie gesagt, wir sind an einige Grenzen gestoßen als wir diese Tagen organisierten. Erstens, waren wir eine kleine Gruppe von Personen, welche an der Organisierung beteiligt war. Zweitens, die Meisten von uns waren bis dato noch nicht an der Organisierung eines solchen Treffens beteiligt: eigentlich war dies das erste Mal, dass mensch es versucht hat ein solches Event in Deutschland zu veranstalten. Wir wurden von unseren ursprünglichen Plänen überwältigt: kurz gesagt viel zu vieles auf einmal. Wir haben die Unmöglichkeit erkannt, in Anbetracht der aktuellen Lage der Antiknast-/anarchistischen Bewegung in Deutschland, ein Treffen zu organisieren bei welchem all die drei besagten Ziele, welche wir hatten, irgendwelche positiven Ergebnisse produzieren hätten können unter der Beachtung von allen dreien im gleichen Maas.</p>
<p>Sicherlich war eines der positivsten Ergebnisse die Möglichkeit für viele Menschen, welche zu diesen Themen arbeiten und Affinität miteinander fühlen, sich zum erste Mal physisch treffen zu können. Dies bedeutet, die Möglichkeit zu haben, über den gegenwärtigen Stand kritisch diskutieren zu können, Wege zu finden, um mit anderen in Verbindung zu treten und die Frage zu stellen, wie es möglich ist den Kampf auszuweiten. In der Betrachtung dieses letzten Punktes, sind wir definit mit einem guten Gefühl für die Zukunft nach Hause zurückgekommen: unterschiedliche Individuen und Gruppen aus Deutschland und Österreich haben eine gemeinsame, fruchtbare Diskussion begonnen, welche mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr interessante Momente des Kampfes produzieren wird. Dazu wurden einige Termine gefunden, an denen mensch zusammenarbeiten wird, um solche Affinitäten zu verstärken, wo wir gleichzeitig auch neue entlang unseres Weges entdecken können (um einige Momenten zu benennen: das Antirepressions-Wochenende in Wien im November, der Hungerstreik der italienischen Lebenslänglichen im kommenden Dezember, die Silvester-Demo zum Knast in Berlin&#8230;).<br />
Das Ganze, in Anbetracht der aktuellen Lage im deutschsprachigen Raum, lässt sich als ein wichtiger Schritt feststellen: wir mussten fast vom Punkt Null anfangen, weil Antiknastthemen seit längerer Zeit nicht wirklich populär in der „Szene” sind, wenn wir den Vergleich mit Ländern wie Spanien, Italien oder Griechenland anstellen. Es ist extrem schwierig ein solches Ziel erreichen zu wollen, wenn wir gleichzeitig neue Mittäter_innen entlang unseres Weges involvieren möchten. Sicherlich ist es anregend aber gleichzeitig kompliziert, gemeinsame Diskussionen zwischen Menschen, welche unterschiedliche Erfahrungen, Erwartungen und Wünsche besitzen, zu haben. Dort wo die Trennung zwischen „Expert_innen” und „Nichtexpert_innen”, Personen, die sich auf „verschiedenen Niveaus” befinden, am stärksten auftritt ist der Punkt, wenn mensch ein Thema wie Knast aufgreift. Dieses ist für viele hier unbekannt und auch seltsam, nicht ohne einmal die Tatsache zu benennen, das dies genau oftmals das schwierigste innerhalb des individuellen Weges jeder/s einzelnen von uns ist, genau genommen im Bezug auf die Frage „Was, wenn kein Knast?”</p>
<p>Wir meinen hier nicht, das wir froh darüber sind dem „spezialisierten” Zirkel anzugehören. Was wir meinen ist, dass wir von der Disparität der Erwartungen und vielleicht auch von der Naivität unserer fehlenden Auseinandersetzung damit überwältigt worden sind. Als Beispiel die Eröffnungsdiskussion, der generelle Austausch über die Gründe, wieso wir dieses Wochenende auf die Beine gestellt haben, wieso gegen Knästen, war sehr chaotisch, da die von uns, welche geredet haben, den Fehler begangen haben nicht genügend Achtung den Tatsachen zu schenken, dass vielen der Involvierten Knast und ähnliche Themen eher neu sind und dementsprechend wir nicht eine Diskussion auf einem bestimmten, hohen und komplizierten Niveau veranstalten können, auch wenn solche Themen für uns zum täglichen Brot gehören. Eines der Ergebnis davon war, dass einige am Tag danach nicht erschienen sind, weil sie genau von solch einem Niveau überwältigt wurden, wie wir danach von anderen Personen erfahren haben.<br />
Durch die Verteilung einer Broschüre an alle, in welcher einige Texte zur Einführung zu „Antiknast” (zwei von Gefangenen) zu finden waren und einiger weiterer, welche im Vorfeld auf unserer Website zu finden waren, haben wir versucht etwas Bewusstsein im Vorfeld zu schaffen, damit das Kommen nicht ohne Vorbereitung geschieht. Sicherlich war das nur ein kleiner Tropfen. Wir sind immer noch unsicher, wie wir es ermöglichen können verschiedene Niveaus miteinander zu kombinieren. Vielleicht durch eine verstärkte Verteilung von Texten im Vorfeld oder aber durch das Anstoßen einer solchen Diskussion am Ende des Wochenende, wo es die Möglichkeit gab über dies zu sprechen. Wahrscheinlich ist dies auch möglich durch eine Diskussion über konkrete Initiativen und Momente des Kampfes als die Zeit mit Darstellungen oder theoretischen Debatten zu verschenken.<br />
Eine auf dem Abschlussplenum geäußerte gute Kritik kritisierten die Abwesenheit – außer während der informellen Unterhaltungen – der Diskussion über praktische Solidarität, was wir damit meinen, wie wir uns diese vorstellen, wie wir Erfahrungen aus verschiedenen Ländern, welche unter anderen Bedingungen gemacht werden, austauschen können, wie wir effektiv das Knastsystem angreifen können und wo es solche Beispiele in der Vergangenheit sowie in der Gegenwart gibt &#8230;</p>
<p>Als wir dieses Treffen organisiert haben dachten wir, dass sich nicht viele Menschen, welche nicht mit der „Szene” verbunden sind, beteiligen würden, aufgrund der Art und Weise wie es organisiert wurde. Demzufolge waren wir nicht von einer solchen fehlenden Beteiligung überrascht, genauso wenig wie von der Abwesenheit anderer Kollektive, die zu Antirepression und politischen Gefangenen arbeiten, aber keine anarchistischen Zusammenhänge sind: wahrscheinlich war für viele von ihnen der Ton des Treffen zu informell und anarchistisch (eine Sache worüber wir selbstverständlich froh sind!). Sicherlich war dies trotzdem eine verpasste Chance um vielleicht eine heiße, aber auch interessante und wertvolle Debatte zu haben.</p>
<p>Noch ein Punkt zur Selbstkritik zu dem internationalen Charakter, welchen wir dem Wochenende geben wollten. Einige Genoss_innen aus verschiedenen Ländern sind gekommen und haben Darstellungen zu unterschiedlichen Themen gegeben (wir möchten uns hier nochmal bei denjenigen entschuldigen, für welche wir keinen Platz mehr im Zeitrahmen gefunden haben, obwohl es geplant war&#8230;), wir können aber weder von einer großen Beteiligung aus anderen Ländern reden, noch von sogenannten „konkreten” Ergebnissen. Im Bezug zu letzteren müssen wir sagen, dass auch wenn es an dem Wochenende einen Mangel an Debatten über konkrete Momente und Wege des zukünftigen Kampfes gab (außer die aktive Vernetzung zwischen schon aktiven Gruppen und Individuen aus Deutschland und Österreich) und dementsprechend nichts „konkretes” verblieben ist, es auch wichtig ist die positiven Inputs zu benennen.<br />
Diese wurden durch die Darstellungen der Beteiligten gegeben (wir könnten hier z.B. die Knastgesellschaft in England benennen, die Aufmerksamkeit über ein mögliches, furchtbares Szenario in Bezug auf eine mögliche Entwicklungen der soziale Kontrolle, erzeugt hat), sowie der Tatsache, dass es eine weitere Chance war sich persönlich außerhalb von unmenschlichen Internetkommunikationswegen zu treffen. Für den ersten Punkt sehen die kurze Vorbereitungszeit und folgende verspätete Einladung als den entscheidenden Grund dafür an. Wir können nicht wollen, dass Leute, selbst wenn sie interessiert sind, sich kurzfristig dazu entscheiden müssen in Norddeutschland aufzuschlagen in dem Fall, dass sie von einem solchen Treffen erst wenige Wochen zuvor erfahren (der Aufruf wurde Mitte August veröffentlicht). Wir sind uns dessen bewusst, dass viel mehr Menschen bei dem Wochenende anwesend sein wollen/können, wenn sie rechtzeitig davon erfahren hätten.<br />
Und wenn wir schon dabei sind über auswärtige Beteiligung zu sprechen, wir haben gesehen wie wir persönlich von den Übersetzungen überwältigt worden sind: beim nächsten Mal müssen wir besser daran arbeiten, selbst wenn wir dazu sagen müssen, dass deutsch eine der schwierigsten europäischen Sprachen zur Übersetzung ist, wenn dies simultan gemacht werden muss.<br />
Dazu haben noch einige andere Elemente gegen uns gespielt, wie z.B. dass Kiel nicht eine der am besten zu erreichende Städte ist, weil sie weit im Norden liegt und dass in der Nähe am Samstag eine Antifademonstration stattfand, zu welche viele hinfuhren&#8230;</p>
<p><center><strong>Und was kann über die Zukunft gesagt werden?</strong></center></p>
<p>Wir wollten es kurz halten und können nun wirklich nicht sagen, dass wir es geschafft haben! Wir besitzen keine Antworten und sind uns bewusst, dass die Probleme, welche an dem Wochenende aufgetaucht sind, keine unbekannten für vielen sind, die diesen Text lesen. Wir werfen ein paar Fragen auf, aber die Antworten können sich nur aus einer gemeinsamen Debatte heraus entwickeln. Das ist der Grund wieso wir hoffen, dass einige Reaktionen von Personen, die beim Wochenende mit dabei waren, genauso wie von denjenigen, die einfach diesen Text lesen oder beim Organisieren ähnlicher Treffen mitgewirkt haben, kommen werden, damit wir beim nächsten Mal die Gestaltung solcher Tage verbessern können. Das nächste Mal wird von euren Kritiken inspiriert sein.<br />
Wie schon zuvor erwähnt, es gab einige gute Sachen, welche bei uns positive Gefühle hinterlassen haben, vor allem deshalb, weil wir das Gefühl haben gerade in dem Prozess zu sein, etwas aufzubauen, mit verschiedenen Menschen, welche diese Knastgesellschaft hassen und gegen sie kämpfen wollen, lokal genauso wie international. Trotz seiner Grenzen war dieses Wochenende eine gute Erfahrung, besonders um lernen zu können, wie wir es beim nächsten Mal besser machen können. Wenn wir so etwas sagen, dann meinen wir, dass wir ziemlich entschlossen sind, ein zweites Treffen dieser Art im nächsten Jahr zu organisieren, wieder in Deutschland. Sobald alles etwas konkreter wird, werden wir euch Bescheid geben, dieses Mal etwas frühzeitiger. Ganz sicher werden wir aber nicht in Lage sein euch Sonne und Strand zu garantieren.</p>
<p>Bis dahin, wir hoffen eure Wege irgendwo innerhalb des nächsten Jahres zu kreuzen, während wir gegen diese Knastgesellschaft und den Kapitalismus kämpfen, für die totale Befreiung.</p>
<p>ABC Berlin und ABC Orkan</p>
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