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	<title>Anarchist Black Cross Berlin &#187; Anarchismus &#8211; Aufstand &#8211; Revolte</title>
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		<title>Vom kapitalistischen Frieden&#8230; Chronik eines Wochenendes</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 16:44:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abc berlin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anarchismus - Aufstand - Revolte]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Polizeigewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Demonstration]]></category>
		<category><![CDATA[Flugblatt von der Strasse]]></category>
		<category><![CDATA[Internationaler Polizeikongress]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Ereignisse vom vergangenen Wochenende schlagen große Wellen in der hiesigen Medienlandschaft: &#8220;Randale-Nacht&#8221;, &#8220;Feuerspur des Terrors&#8221; oder &#8220;Kein Ende des Krawalls&#8221; schreit es uns in den Schlagzeilen entgegen. Was war da los? Wirklich nur ein paar Chaoten, die wieder mal ihren Frust los werden wollten? Nein, vielmehr sind in diesen Stunden all die Konflikte, welche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2012/02/vom-kapitalischen-frieden.jpg" rel="lightbox[6048]"><img class="alignright  wp-image-6049" title="Vom kapitalistischen Frieden... Chronik eines Wochenendes - Flyer von der Strasse" src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2012/02/vom-kapitalischen-frieden-176x250.jpg" alt="Vom kapitalistischen Frieden... Chronik eines Wochenendes - Flyer von der Strasse" width="123" height="175" /></a>Die Ereignisse vom vergangenen Wochenende schlagen große Wellen in der hiesigen Medienlandschaft: &#8220;Randale-Nacht&#8221;, &#8220;Feuerspur des Terrors&#8221; oder &#8220;Kein Ende des Krawalls&#8221; schreit es uns in den Schlagzeilen entgegen. Was war da los? Wirklich nur ein paar Chaoten, die wieder mal ihren Frust los werden wollten? Nein, vielmehr sind in diesen Stunden all die Konflikte, welche in dieser Stadt unter der Oberfläche allgegenwärtig sind, in zugespitzter Form in Erscheinung getreten: der seit Jahren andauernde Vorstoss von Stadtpolitik und Immobilienmafia in die Kieze und die daraus folgende Entmietung, Raussanierung und Verdrängung von allem was nicht im Sinne des Kapitals verwertbar ist; die soziale Kontrolle durch Quartiersmanagment und Ordnungsämter; die Kameras, die Zäune und Sicherheitsdienste um ordentlich zu trennen &#8211; in Teilhabende und Ausgeschlossene. Und zu guter Letzt immer wieder die Polizei als willige Helfer zur Duchsetzung all dieser Schweinereien im Namen der Aufwertung.<br />
<span id="more-6048"></span><br />
Was für ein Aufwand dabei betrieben wird, alles Widerständige gegen diese Entwicklung unter Kontrolle zu halten, haben die Nachrichten der letzten Wochen verdeutlicht. So werden Telefonanschlüsse von einem halben Stadtteil überwacht, Kameras installiert und Ermittlungsverfahren eingeleitet von denen die Betroffenen wahrscheinlich nie erfahren werden. Anstatt das eine Welle der Empörung losbricht, stellt sich Innensenator Henkel hin und findet alles gut und richtig was da gelaufen ist. Wenigstens an einem Punkt sind wir uns einig, denn auch wir halten nicht viel vom deutschen Grundgesetz. Gleichzeitig finden in diesen Tagen in Berlin zwei Kongresse statt, auf denen sich Behörden aus dem Bereich Polizei und Militär mit VertreterInnen aus Politik und Privatwirtschaft aus ganz Europa treffen, um genau diese Techniken der Herrschaft auszubauen und zu verfestigen. Ein Schwerpunkt ist auch dieses Jahr die Aufstandsbekämpfung im urbanen Raum, denn auch sie wissen, dass hinter dem oft gepriesenen sozialen Frieden in Europa, schon lange ein Krieg tobt.</p>
<p>In Neukölln fand am vergangenen Sonnabend eine Demonstration gegen diese Kongresse statt, welche dazu aufrief sich eben nicht den Massnahmen der Autoritäten zu unterwerfen und stattdessen die Kontrolle über das Geschehen in die eigenen Hände zu nehmen. Denn wir wissen sehr gut, dass uns das Versammlungsrecht nur so lange zugestanden wird, wie wir uns im Rahmen der bestehenden Ordnung bewegen und unser Handeln unwirksam bleibt. So entschieden sich einige Leute die Bullen am Rande der Wegstrecke durch direkte Angriffe zu vertreiben und ihren Weg nach eigenem Interesse fortzusetzten, wobei auch einige Banken und Symbole der Konsumgesellschaft ihrem Glanz beraubt wurden. Als dann im Laufe des Abends das im letzten Winter durch zweieinhalbtausend Bullen geräumte Haus in der Liebigstraße angegriffen wurde, sah sich die Polizei wohl genötigt ihre Macht zu demonstrieren und stürmte unter massivem Einsatz von Pfefferspray und mit Hilfe von Rammböcken das benachbarte Wohnprojekt in der Rigaer Straße 94. Das Resultat sind etliche zertrümmerte Fenster, aufgebrochene Türen und die Festnahme aller Personen, die sich im Haus aufhielten.</p>
<div>
<p>Wir sehen in diesem polizeilichen Angriff auf selbstorganisierte Strukturen die Fortsetzung und Verschärfung der Konflikte um den städtischen Raum. Es war eine politische Aktion, um einzuschüchtern und zu zeigen was denen droht, die sich nicht an die Spielregeln der Herrschenden halten. Doch dies ist nicht unser Spiel, deshalb lasst uns diesen Versuch ins Leere laufen, gerade mit Blick auf die kommenden Tage, wenn sich die Räumung der Liebig 14 jährt. Nutzen wir diese Provokation, um die Dynamik der Kämpfe von letztem Februar wieder aufleben zu lassen, denn um es mit den Worten am Eingang der Rigaer94 zu sagen:</p>
</div>
<p><strong>Unsere Leidenschaft für die Freiheit ist stärker als jede Autorität!</strong></p>
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		<title>Bevor das Jahr zu Ende ist: Ein Gruß an die untergetauchten und die von der Macht eingesperrten GenossInnen</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Dec 2011 20:01:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abc berlin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anarchismus - Aufstand - Revolte]]></category>
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		<category><![CDATA[Angriff auf Staat und Kapital]]></category>
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		<description><![CDATA[übersetzt von waronsociety.noblogs.org Den Kampf gegen alle Formen der Autorität verkörpern die GenossInnen, mit denen wir unsere Ideen und die Praxis schärfen, und Erfahrungen in der Hitze jedes Gefechts austauschen. Anti-autoritäre Kombattanten sind keine SoldatInnen, die trainiert sind um Gefühle zu zerstören. Im Gegenteil, wir sind KriegerInnen, menschliche Lebewesen, die hassen, lieben, lachen und genießen, und sich entschlossen haben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/12/molotovcocktail.jpg" rel="lightbox[5888]"><img class="alignright  wp-image-5903" title="Molotovcocktail in der Hand" src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/12/molotovcocktail-250x167.jpg" alt="Molotovcocktail in der Hand" width="175" height="117" /></a><em>übersetzt von <a href="http://waronsociety.noblogs.org/?p=2747" target="_blank">waronsociety.noblogs.org</a></em></p>
<p>Den Kampf gegen alle Formen der Autorität verkörpern die GenossInnen, mit denen wir unsere Ideen und die Praxis schärfen, und Erfahrungen in der Hitze jedes Gefechts austauschen. Anti-autoritäre Kombattanten sind keine SoldatInnen, die trainiert sind um Gefühle zu zerstören. Im Gegenteil, wir sind KriegerInnen, menschliche Lebewesen, die hassen, lieben, lachen und genießen, und sich entschlossen haben unser Leben für die Freiheit zu geben.<br />
<span id="more-5888"></span><br />
Folglich können wir unsere GenossInnen nicht vergessen, jene die gehen und verschwinden und ihre Wege verschleiern mussten, als eine Konsequenz von permanenter Repression; weder können wir so handeln, als ob es keine hunderte von GenossInnen &#8211; politische, ungehorsame, subversive (oder wie auch immer sie sich bezeichnen wollen) Gefangene &#8211; weltweit in den Knästen, dabei den Kampf fortsetzend, geben würde. Aber es ist auf den Straßen, auf denen wir sie haben wollen.</p>
<p>Wir können sie nicht vergessen, weil unsere GenossInnen zu vergessen heißen würde, sie und uns zu verraten und die Ideen, die unsere Leben bewegen.</p>
<p>Ohne in die Routine der kapitalistischen Zeit und des Spektakels des neuen Jahres zu verfallen, wollen wir unsere GenossInnen grüßen. Wir wollen ihnen unsere Kraft senden, weil jedes Jahr ein Kreislauf ist und wir los gelegt haben und viele dieser Jahre als Brüder und Schwestern, sich im Kampf umarmend, gelebt haben.</p>
<p>Im Besonderem wollen wir  unsere brüderlichen Grüße an Gabriela Curilem, Diego Ríos und all die GenossInnen senden, welche sich entschieden haben den Fängen der Macht zu entfliehen. Es ist selbstverständlich, dass es egal  ist, ob wir sie kennen oder nicht. Wir wollen nur mitteilen, dass wir weiterhin die aufständischen Ideen, die uns vereinen, verfolgen.</p>
<p>Weil Verbundenheit mit einer/m GenossIn/en nicht nur entsteht, wenn an sie  gedacht oder wenn nicht gewollt wird, dass sie/er von den Feinden geschnappt wird; auch ist es nicht genug zu fordern, dass die Gefangenen frei gelassen werden. Diese Wünsche sollten in offensive verbindende Aktionen &#8211; offen oder  geheim &#8211; gegen die Autoritäten umgewandelt werden, um ihre Symbole und  Strukturen und Verknüpfungen der Macht zu zerstören, beginnend mit denen, die in unseren eigenen Leben existieren.</p>
<p>Liebe GenossInnen, wir können euch nicht umarmen, aber auf diesem Weg wollen  wir euch mitteilen, dass wir nicht aufhören GenossInnen zu sein. Wir sind stets durch die Aktion und in der tagtäglichen Praxis mit stolzen KämpferInnen verbunden, durch Solidarität und sind uns unserer individuellen Verantwortung der Kontinuität des Kampfes bewusst. Wir wollen euch mitteilen, dass zwischen und unter all denjenigen, welche euch in Vergessenheit, zur Aufgabe, in Isolation und zum Schweigen gebracht haben, eine Handvoll anti-autoritärer WeggefährtInnen weiterhin bei euch sind, mit unseren Herzen, unserer Propaganda und unseren bis zum Rand mit Aufstand gefüllten Taten.</p>
<p>Wir vergessen nicht, wir werden eure Namen nicht in Schweigen hüllen und wir werden es nicht zulassen, dass die Offensive gegen die Macht  der Repression erliegt.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Mit dem Genossen Mauricio Morales immer in unseren Erinnerungen und Aktionen,</strong><br />
<strong> Gabriela Curilem, Diego Ríos und all den <em>clandestinxs</em> und Gefangenen des sozialen Krieges.</strong><br />
<strong><em> ¡¡¡PRESENTES!!!</em></strong></p>
<p style="text-align: right;"><strong><em>Anonyme in Solidarität</em></strong><br />
$hile Dezember 2011</p>
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		<title>Gabriel Pombo da Silva &#8211; Für ein schwarzes Weihnachten!</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Dec 2011 08:30:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abc berlin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anarchismus - Aufstand - Revolte]]></category>
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		<category><![CDATA[Gabriel Pombo Da Silva]]></category>
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		<description><![CDATA[Auf dem italienischen Blog culmine.noblogs.org wurde eine solidarische Grußbotschaft des in Aachen inhaftierten Anarchisten Gabriel Pombo da Silva veröffentlicht, hier die deutschsprachige Übersetzung, ergänzt mit Links zu weiteren Infos zu den angesprochenen Personen. Gabriel Pombo da Silva &#8211; Für ein schwarzes Weihnachten! Ich drücke meine totale brüderliche Solidarität mit dem anarchistischen Genossen Gustavo Rodríguez aus, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/05/Gabriel-Pombo-da-Silva.jpg" rel="lightbox[5842]"><img class="size-thumbnail wp-image-4067 alignright" title="Gabriel Pombo da Silva, spanischer Anarchist, inhaftiert in der JVA Aachen" src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/05/Gabriel-Pombo-da-Silva-106x150.jpg" alt="Gabriel Pombo da Silva, spanischer Anarchist, inhaftiert in der JVA Aachen" width="106" height="150" /></a><em>Auf dem italienischen Blog <a href="http://culmine.noblogs.org/2011/12/17/es-it-gabriel-pombo-da-silva-%C2%A1por-una-navidad-negra/" target="_blank">culmine.noblogs.org</a> wurde eine solidarische Grußbotschaft des in Aachen inhaftierten Anarchisten <a href="http://www.abc-berlin.net/tag/gabriel-pombo-da-silva" target="_blank">Gabriel Pombo da Silva</a> veröffentlicht, hier die deutschsprachige Übersetzung, ergänzt mit Links zu weiteren Infos zu den angesprochenen Personen.</em></p>
<h3 style="text-align: center;">Gabriel Pombo da Silva &#8211; Für ein schwarzes Weihnachten!</h3>
<p>Ich drücke meine totale brüderliche Solidarität mit dem anarchistischen Genossen <a href="http://culmine.noblogs.org/2011/12/21/es-it-un-abrazo-solidario-para-el-companero-gustavo-rodriguez-y-lxs-compas-en-mexico/" target="_blank">Gustavo Rodríguez</a> aus, aufgrund der fortgesetzten Angriffe, welche er erleidet von dem autoritären und reformistischen Abfall.<br />
<span id="more-5842"></span><br />
Ich drücke außerdem meine Solidarität aus mit allen aktionistischen Gruppen und Individuen (von den Autonomous Cells for Immediate Revolution zu den Individualists Tending toward the Wild, und all den anderen Gruppen) und Aufständischen in Mexiko und der ganzen Welt, unabhängig davon, ob sie sich im Projekt der FAI/IRF involvieren oder nicht.</p>
<p>Ich salutiere mit Stolz jeder Aktion unserer Schwestern und unseren Brüdern im Kampf&#8230; jede von ihnen!</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Für ein schwarzes Weihnachten gegen Konsum, Kapitalismus und Repression!</strong></p>
<p>Ein schwarzes Weihnachten, welches an unsere eingekerkerten Schwestern und Brüder der <a href="http://www.abc-berlin.net/tag/conspiracy-of-the-cells-of-fire" target="_blank">CCF</a> und der <a href="http://waronsociety.noblogs.org/?p=1893" target="_blank">FAI (Indonesien)</a>, jeden des sogenannten &#8220;<a href="http://www.abc-berlin.net/tag/bombs-case" target="_blank">Bombs-Case</a>&#8220;, <a href="http://www.abc-berlin.net/tag/luciano-pitronello-schuffeneger" target="_blank">Tortuga</a>, und alle Gefangenen des Kampfes auf der Strasse in Chile, jene die im Knast <a title="Santiago, Chile – 81 tote Gefangene, viele mehr mit schweren Verletzungen" href="http://www.abc-berlin.net/santiago-chile-81-tote-gefangene" target="_blank">San Miguel</a> ermordet wurden letzten Dezember, <a href="http://www.abc-berlin.net/tag/marco-camenisch" target="_blank">Marco Camenisch</a>, <a href="http://thisisourjob.wordpress.com/tag/juan-carlos-rico-rodriguez/" target="_blank">Juan Carlos Rico</a>, <a href="http://thisisourjob.noblogs.org/post/2011/09/14/tamara-hernandez-sentenced-to-eight-years-in-prison/" target="_blank">Tamara</a>, den <a href="http://www.abc-berlin.net/tag/jock-palfreeman" target="_blank">Antifaschisten Jock</a> und alle anarchistischen Gefangenen in der ganzen Welt erinnert.</p>
<p style="text-align: right;">Gabriel, Dezember 2011</p>
<hr />
<p><em><strong>Schreibt Gabriel: </strong>Gabriel Pombo da Silva, Krefelderstr. 251, 52070 Aachen</em></p>
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		<title>Brief an die anarchistische Galaxie</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Dec 2011 16:57:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abc berlin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anarchismus - Aufstand - Revolte]]></category>
		<category><![CDATA[Weltweit]]></category>
		<category><![CDATA[Analyse]]></category>
		<category><![CDATA[Anarchie]]></category>
		<category><![CDATA[Aufstand]]></category>
		<category><![CDATA[kritische Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Revolte]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 20. November 2011 erschienen, zirkuliert dieser Brief auch auf Italienisch, Französisch und Englisch. Er dringt in eine Debatte ein, die im deutschsprachigen Raum etwas weniger als in gewissen anderen Ländern, aber dennoch spürbar anwesend ist. Ausserdem vertieft er durch die Kritik einige Ideen bezüglich Informalität und aufständischen Perspektiven… Der Brief befindet sich als ausdruckbare [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/12/Brief-an-die-anarchistische-Galaxie-cover.jpg" rel="lightbox[5808]"><img class="alignright size-medium wp-image-5811" title="Brief an die anarchistische Galaxie - cover" src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/12/Brief-an-die-anarchistische-Galaxie-cover-177x250.jpg" alt="Brief an die anarchistische Galaxie - cover" width="124" height="175" /></a><em>Am 20. November 2011 erschienen, zirkuliert dieser Brief auch auf Italienisch, Französisch und Englisch. Er dringt in eine Debatte ein, die im deutschsprachigen Raum etwas weniger als in gewissen anderen Ländern, aber dennoch spürbar anwesend ist. Ausserdem vertieft er durch die Kritik einige Ideen bezüglich Informalität und aufständischen Perspektiven…<br />
Der Brief befindet sich als <a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/12/Brief-an-die-anarchistische-Galaxie.pdf" target="_blank">ausdruckbare Brochüre</a> im Anhang.</em></p>
<h3 style="text-align: center;">Brief an die anarchistische Galaxie</h3>
<p>Ohne Einladung, dringen wir mit diesem Brief in eine Debatte ein, die nicht die unsere ist. Eine Debatte, die nie die unsere sein wird, da sie sich auf einem Terrain abspielt, das uns für die Suche nach aufständischen Perspektiven und damit einhergehenden anarchistischen Ideen und Aktivitäten unfruchtbar scheint. Aber wieso dann, könnte man sich fragen, einen solchen Brief verfassen? <span id="more-5808"></span>Weil es nichts gibt, das unsere Herzen mehr erwärmt, als die befreiende und zerstörende Revolte, als der Kampf für die Subversion des Bestehenden; weil wir uns weiterhin immer in allen Gefährten wiedererkennen werden, die, angetrieben von einem Verlangen nach Freiheit, zum Angriff auf die Strukturen und Menschen der Herrschaft übergehen; weil wir der Kraft des individuellen Willens, der Suche nach Kohärenz und dem Mut, der trotz allem das Feuer an die Lunte zu legen versucht, einen unendlich grossen Wert beimessen. Betrachtet diese Bemerkungen also nicht als einen vergeblichen Versuch, gefällig zu sein; sie sind ehrlich, ebenso wie unsere Besorgnis angesichts der willentlichen Verstümmelung des anarchistischen Kampffeldes.<br />
Lasst uns kein Blatt vor den Mund nehmen: die zerstörerische Intervention der Anarchisten braucht es mehr denn je, und mehr denn je ist heute der Moment, unsere Kämpfe zu intensivieren, uns auf die Suche nach Möglichkeiten und Hypothesen zu machen, die die Revolte ausweiten, den Aufstand möglich machen und somit die Möglichkeit vorantreiben könnten, diese Welt umzuwälzen. Doch dieser Bedarf und dieser Antrieb entheben uns nicht der Notwendigkeit, über das Was, Wo, Wann, Wie und Wieso nachzudenken.</p>
<p>Kommen wir gleich auf den Punkt: welche Beweggründe treiben Anarchisten dazu an (wohl bemerkt, dass sie bei den Autoritären unschwer zu erkennen sind), ihre Aktionen systematisch zu bekennen und sie mit mittlerweile global gewordenen Sigeln zu unterzeichnen? Was macht sie glauben, die schwierige Frage der Perspektiven durch ein ins Internet gestelltes oder den Medien zugeschicktes Bekennerschreiben lösen zu können? Was treibt sie dazu an, zu glauben, dass sich heute auf einen solchen Weg zu begeben mit einer tiefen Form von Kohärenz zwischen Denken und Handeln, zwischen Ideen und Praktiken verbunden sei, während es sich dabei vielmehr um eine illusorische Auflösung der permanenten Spannung zwischen Theorie und Praxis handelt, jener Spannung, die da sein müsste und die die antreibende Kraft hinter dem anarchistischen Kampf ist?</p>
<p>Diese Manie, die lawinenartig anzuwachsen scheint, läuft schnell Gefahr, die anderen Akte der Revolte in den Schatten zu stellen. Nicht nur die Akte der Anarchisten, die mit Freude ohne die bittere Pille auskommen und über die Bekennerschreiben stets enttäuscht sind, sondern auch und vielleicht vor allem allgemeiner das ganze Panorama von Rebellionen und sozialer Konfliktualität. Dies ist einer der „Gründe“, die uns antrieben, diesen Text zu verfassen. Wir haben es satt, die Tatsache hinzunehmen und immer öfters feststellen zu müssen, dass das anarchistische Kampffeld, jenes des Angriffs, der Sabotage und der Enteignung mit einem Kennzeichen und, als solches, mit einer politischen Repräsentation gleichgesetzt wird; wir haben genug davon, zu sehen, wie sich die Horizonte fälschlicherweise auf zwei Entscheidungen beschränken, die einander scheinbar gegenüberstehen: entweder man entscheidet sich für den „lieben“ Anarchismus und rennt den Vollversammlungen, den sozialen Bewegungen und den Basisgewerkschaften hinterher, oder man wählt den „bösen“ Anarchismus und ist somit freundlich gebeten, seine Beiträge zum sozialen Krieg mit einem Siegel zu versehen – und falls nicht, werden es andere an unserer Stelle tun.</p>
<p>Denn auch wir gehen zum Angriff über. Auch wir ziehen los, um die Maschinerie des Kapitals und der Autorität zu sabotieren. Auch wir entscheiden uns täglich, keine Bettlerposition zu akzeptieren und die notwendige Enteignung nicht zu vertagen. Nur denken wir, dass unsere Aktivitäten schlicht Teil einer breiteren sozialen Konfliktualität ausmachen, einer Konfliktualität, die weder Bekennerschreiben noch Sigel braucht. Nur denken wir, dass ein Akt nur einem jeden gehören kann, wenn er anonym ist. Nur denken wir, dass den Angriffsaktionen einen Stempel aufzudrücken, sie vom sozialen Feld ins politische Feld katapultiert, ins Feld der Repräsentation, der Delegation, der Trennung zwischen Akteuren und Zuschauern. Und, wie es in solchen Debatten schon oft wiederholt wurde, genügt es nicht, die Zurückweisung der Politik zu proklamieren, damit es auch wirklich so ist. Die Zurückweisung der Politik findet sich unter anderem in der Kohärenz zwischen Mitteln und Zwecken, und es gibt kein politischeres Instrument als das Bekennerschreiben, so wie es auch die Mitgliederkarte, das Programm und die Grundsatzerklärung sind.</p>
<p>Wir sehen ausserdem auch, wie eine Verwirrung um sich greift, die wir einmal mehr unterstreichen und bekämpfen wollen. Denn es dreht uns den Magen um, weiterhin die Bedeutungen zu akzeptieren, die gegenwärtig gewissen Konzepten wie beispielsweise der Informalität gegeben werden. Die Entscheidung für eine informelle und autonome anarchistische Bewegung bedeutet die Zurückweisung von starren Strukturen, von formellen Organisationen, von zentralisierenden und vereinheitlichenden Föderationen; also auch von sich wiederholenden Markenzeichen, wenn nicht von jeglichen Markenzeichen. Es ist die Weigerung, Programme aufzustellen, es ist die Verbannung aller politischen Mittel; und somit auch der programmatischen Bekennerschreiben, egal ob sie sich nun selbst digital als formell oder eher als „informell“ definieren. Im positiven Sinne ist die Informalität für uns ein grenzenloses und unbeschränktes Archipel aus autonomen Gruppen und autonomen Individuen, die die auf Affinität und gegenseitiger Kenntnis basierenden Verbindungen unter sich verfestigen und auf diesen Grundlagen entscheiden, gemeinsame Projekte zu realisieren. Es ist die Entscheidung für kleine Affinitätskreise, die aus ihrer Autonomie, ihrer Perspektive und ihren Aktionsmethoden die Grundlage machen, um Verbindungen mit anderen aufzubauen. Die informelle Organisation hat also nichts mit Föderationen, Akronymen und Siegeln zu tun. Aber was treibt dann einige Gefährten dazu an, nicht nur von Informalität, sonder auch von „Insurrektionalismus“ zu sprechen? Auf die Gefahr hin, das breite Panorama von Ideen, Analysen, Hypothesen und Vorschlägen zu schmälern, könnte man den „Insurrektionalismus“ als die Gesamtheit der Methoden und Perspektiven definieren, die ausgehend von einem kompromisslosen Anarchismus versuchen, zu „aufständischen Situationen“ beizutragen. Das Arsenal an Methoden, über die die Anarchisten verfügen ist enorm. Es ist wichtig, zu verstehen, dass der Gebrauch von gewissen Methoden (Agitation, Angriff, organisatiorische Vorschläge, etc.) an und für sich sehr wenig bedeutet: erst in einer überlegten und sich in Entwicklung befindlichen Projektualität erhalten sie ihre Bedeutung im Kampf. Ein Gebäude des Staates niederzubrennen ist immer etwas gutes, doch an sich bedeutet es nicht, dass das in einer aufständischen Perspektive steht. Und dies gilt noch weniger, wenn die Angriffe mit einer einhergehenden Glaubensbekenntnis gegen zentrale und medienwirksame Ziele gerichtet sind. Es ist kein Zufall, wenn in den verschiedenen Momenten von aufständischen Projektualitäten der Nachdruck vor allem auf anspruchslose, reproduzierbare und anonyme Angriffe gegen die eher peripheren Strukturen und Menschen der Herrschaft oder auf die Notwendigkeit der gezielten Sabotage von Infrastrukturen gelegt wurde, Sabotage, die überhaupt kein mediales Echo braucht, um ihr Ziel zu erreichen, wie beispielsweise die Lahmlegung der Transport-, Daten oder Energieflüsse der Macht.</p>
<p>Es scheint uns, dass sich hinter der gegenwärtigen Bekennerschreibenmanie nicht allzu viele Perspektiven verbergen – oder zumindest fällt es uns schwer, sie zu erkennen. Im Grunde scheint es, und damit beabsichtigen wir in keinster Weise der ehrlichen und mutigen Rebellion dieser Gefährten irgendetwas abzusprechen, dass es vor allem die Anerkennung ist, die gesucht wird. Eine Anerkennung von Seiten des Feindes, der seine Liste der terroristischen Organisationen schnell ergänzen wird, ist oft der Anfang vom Ende: der Feind macht sich also daran, einen Teil der breiteren Konfliktualität zu isolieren. Eine Isolierung, die nicht nur ein Vorzeichen der Repression ist (das wäre noch das geringste, schliesslich ist die Repression immer präsent – es liegt uns fern, darüber zu jammern, dass die Macht die Aktivitäten der Anarchisten verfolgt), sondern vor allem, und dies ist der wichtigste Aspekt, die beste Art ist, um eine potenzielle Ansteckung zu verhindern. Im aktuellen Stadium des Gesellschaftskörpers, der krank und faulend ist, kann sich die Macht nichts besseres Wünschen als ein gut erkennbares und konturiertes Messer, das hier und da etwas einzuschneiden versucht, doch es gibt nichts, dass sie mehr fürchtet, als ein Virus, der Gefahr läuft, den ganzen Körper auf unbegreifliche und folglich unkontrollierbare Weise anzustecken. Oder vielleicht irren wir uns ja und es geht um eine Anerkennung von Seiten der Ausgebeuteten und Ausgeschlossenen? Aber sind nicht eben wir, die Anarchisten, Feinde jeglicher Form von Delegation, von erleuchteten Beispielen, die oft nichts anderes tun, als die eigene Resignation zu legitimieren? Gewiss können unsere Praktiken ansteckend sein, unsere Ideen übrigens noch viel mehr, aber nur, wenn wir die Verantwortung zu handeln auf jedes einzelne Individuum separat legen; wenn wir die Resignation als eine individuelle Entscheidung entlarven. Wir können die Herzen entflammen, gewiss, aber wenn sie nicht über den Sauerstoff einer eigenen Überzeugung verfügen, werden sie schnell ersticken und, im „besten“ Falle, folgt daraus etwas Applaus für die werdenden Märtyrer. Gerade jetzt, da sich die politische Vermittlung (Parteien, Gewerkschaften, Reformismus) Stück für Stück erschöpft hat und im Grunde zurückgelassen wurde; jetzt, da die Wut die Hände frei nach all dem ausstrecken kann, was das Leben zerstört, wäre es wirklich der Gipfel, wenn die Ununterworfenen der Politik par excellance, die Anarchisten, die Fackel der Repräsentation wieder aufnehmen und, dem Beispiel der vorangegangenen Autoritären folgend, die soziale Konfliktualität von der unmittelbaren Subversion aller sozialen Rollen trennen würden. Und es ist dabei relativ unwichtig, ob sie dies tun wollen, indem sie sich an den Kopf von sozialen Bewegungen stellen, sie mit der der Rhetorik der Volksvollversammlungen mitreissend, oder als spezifische bewaffnete Gruppe.</p>
<p>Oder geht es um ein Streben nach „Kohärenz“? Unglücklicherweise gibt es seit jeher Anarchisten, die die Suche nach Kohärenz gegen taktische Abkommen, widerliche Allianzen und strategische Trennungen zwischen den Mitteln und den Zwecken eintauschen. Eine anarchistische Kohärenz findet sich, unter anderem, gewiss in der Negation von all dem. Doch damit ist nicht gesagt, dass zum Beispiel ein „Klandestinitäts“-Verhältnis kohärenter sei. Wenn die Klandestinität nicht mehr als eine Notwendigkeit, aufgrund der repressiven Jagd oder weil es ansonsten unmöglich wäre, gewisse Aktionen zu realisieren, sondern vielmehr als eine Art Spitze der revolutionären Aktivität betrachtet wird, bleibt nicht mehr viel übrig vom berühmten A-Legalismus. Anstatt die Kohärenz jenseits der Gesetze und Befehle zu suchen und folglich die Konfrontation zu akzeptieren, wird der Legalismus schlicht zu einem „Illegalismus“ umgedreht, bei welchem, ebenso wie im Legalismus, der subversive Charakter der Aktivitäten durch die entsprechende potenzielle Gefängnisstrafe quantifiziert und bemessen wird. Die Zurückweisung des Legalismus ist nicht dasselbe wie die absolute Entscheidung für den Illegalismus. Es würde bereits genügen, einen einfachen Vergleich mit der sozialen Situation in Europa zu ziehen, um sich ein Bild davon zu machen: nur weil sich tausende Menschen de facto in einer Situation von „Klandestinität“ befinden (die Sans-Papiers), ist es dennoch nicht so, dass sie automatisch und objektiv zu einer Bedrohung für den Legalismus werden und somit als „revolutionäre Subjekte“ betrachtet werden können. Wieso sollte das für die Anarchisten anders sein, die sich in einer Situation der Klandestinität befinden?</p>
<p>Oder vielleicht geht es darum, dem Feind Angst zu machen? Wie man in den Bekennerschreiben oft genug sehen kann, gibt es scheinbar Anarchisten, die glauben, der Macht Angst machen zu können, indem sie Drohungen aussprechen, Fotos von Waffen publizieren oder einige Bomben explodieren lassen (und wir sprechen noch nicht einmal von der niederträchtigen Praxis, aufs geratewohl Paketbomben zu verschicken). Gegenüber den von der Macht organisierten, alltäglichen Massakern, zeugt dies von einer besonderen Naivität, vor allem für die Feinde der Macht, die sich keine Illusionen über verständnisvollere Machthaber, einen Kapitalismus mit menschlichem Gesicht oder korrektere Verhältnisse im Innern des Systems machen. Wenn die Macht, trotz all ihrer Arroganz, etwas fürchtet, dann zweifellos die Verbreitung der Revolte, die Streuung der Ununterworfenheit, die Herzen, die sich ausserhalb jeglicher Kontrolle entflammen. Und es ist klar, dass die Blitze der Repression die Anarchisten, die dazu beitragen wollen, durchaus nicht verschonen, doch dies zeugt in keinster Weise davon, wie „gefährlich“ wir sind. Das einzige, was dies vielleicht sagen will, ist, wie gefährlich es wäre, wenn sich unsere Ideen und Praktiken unter den Ausgeschlossenen und Ausgebeuteten verbreiten würden.</p>
<p>Es verwundert uns also noch immer, wie sehr die Idee einer Art Schatten, die Anarchisten von heute nicht mehr zu verlocken scheint, zumindest nicht jene, die weder resignieren, noch in einer Wartehaltung verbleiben oder bis in alle Ewigkeiten Massenorganisationen aufbauen wollen. Einst waren wir stolz darauf: all unser mögliches zu tun, um den Sumpf der sozialen Konfliktualität auszuweiten und ihn somit für die Kräfte der Repression und der Rekuperation unzugänglich zu machen. Wir waren weder auf der Suche nach den Scheinwerfern der Öffentlichkeit, noch nach dem Ruhm der Krieger; im Schatten, im verborgenen Teil der Gesellschaft leisteten wir unseren eigenen Beitrag zur Störung der Normalität, zur anonymen Zerstörung der Strukturen der Kontrolle und der Repression, zur „Befreiung“ durch die Sabotierung des Raumes und der Zeit, um dafür zu sorgen, dass die sozialen Revolten ihrem Lauf folgen können. Und mit Stolz verbreiteten wir diese Ideen, auf autonome Weise, ohne uns auf Medienechos zu beziehen, fern vom politischen Spektakel, und sei es jenes der „Opposition“. Eine Agitation, die nicht danach verlangte, gefilmt zu werden, anerkannt zu werden, sondern vor allem zur Rebellion ermutigen und, in dieser geteilten Revolte, Verbindungen mit anderen Rebellen knüpfen wollte.</p>
<p>Heute scheinen viele Gefährten die einfache Lösung einer Identität der Verbreitung der Ideen und der Revolte vorzuziehen und reduzieren somit beispielsweise die Affinitätsbeziehungen auf den Beitritt zu irgendeiner Sache. Offensichtlich ist es einfacher, vorgefertigte Meinungen aus den Regalen des militanten Supermarktes zu nehmen und zu konsumieren, als einen eigenen Weg des Kampfes zu entwickeln, der mit all dem bricht. Offensichtlich ist es einfacher, sich durch ein geteiltes Sigel eine Illusion von Stärke zu geben, als zu verstehen, dass sich die „Stärke“ der Subversion im Ausmass und in den Art und Weisen verbirgt, auf die es ihr gelingt, den sozialen Körper mit befreienden Ideen und Praktiken anzustecken. Die Identität und die „Bildung einer Front“ bieten vielleicht die süsse Illusion, etwas zu bedeuten, vor allem im Spektakel der Kommunikationstechnologien, zerstören aber nicht das geringste Hindernis. Schlimmer noch, es weist alle Symptome einer wenig anarchistischen Sicht auf den Kampf und die Revolution auf, einer Sicht, die glaubt, gegenüber dem Koloss der Macht, auf symetrische Weise, einen illusorischen anarchistischen Koloss ins Feld führen zu können. Die unweigerliche Konsequenz davon sind ein sich schliesslich auf eine ziemlich uninteressante Nabelschau verengender Horizont, hier und da einige Schläge über den Rücken und die Konstruktion eines ausschliessenden, autoreferenziellen Milieus.</p>
<p>Es würde uns nicht erstaunen, wenn diese Manie die autonome anarchistische Bewegung noch mehr lähmen würde, in dem Moment, in dem es darum geht, den immer häufigeren, spontanen und zerstörerischen Revolten unseren Beitrag zu geben. Eingeschlossen in der Selbstpromotion und der Selbstreferenz, mit einer auf die Publizierung von Bekennerschreiben im Internet reduzierten Kommunikation, scheint es nicht, dass die Anarchisten zu grossen Dingern fähig sein werden, wenn die Unruhen gleich neben uns ausbrechen (abgesehen von den üblichen paar Explosionen und Brandstiftungen, oft gegen Ziele, die die Revoltierenden bereits selbst fleissig am zerstören waren). Je mehr wir uns der Möglichkeit eines Aufstands zu nähern scheinen, je greifbarer diese Möglichkeiten werden, desto mehr scheinen sich die Anarchisten anscheinend nicht mehr für den Aufstand interessieren zu wollen. Und dies gilt ebenso sehr für jene, die sich darin verlieren, die der Rolle einer sterbenden Linken wiederaufzugreifen, wie für jene, die dabei sind, sich in irgendeiner Ideologie des bewaffneten Kampfes einzuschliessen. Aber lasst uns kurz klarstellen, was wir darunter verstehen, wenn wir von aufständischen Perspektiven und von Aufstand sprechen. Es geht dabei gewiss nicht um eine blosse Multiplizierung der Anzahl Angriffe, und noch weniger, wenn sie das exklusive Terrain der Anarchisten mit ihren Fronten zu werden (wollen) scheinen. Viel mehr als ein einmaliges Duell mit dem Staat, ist der Aufstand der vielfache Bruch mit der Zeit, mit dem Raum und mit den Rollen der Herrschaft, ein gezwungenermaßen gewaltsamer Bruch, der zum Beginn einer Subversion der sozialen Verhältnisse werden könnte. In diesem Sinne ist der Aufstand vielmehr eine soziale Entfesselung, die die schlichte Tatsache der Generalisierung der Revolte und der Unruhen übersteigt und in seiner Negation bereits den Beginn einer neuen Welt trägt, oder diesen zumindest in sich tragen müsste. Er ist vor allem die Präsenz jener utopischen Spannung, die fähig ist, nach dem grossen Zerstörungsfest einige Abstützpunkte gegen die Rückkehr zur Normalität und die Wiedereinrichtung der sozialen Rollen zu bieten. Es sei also klargestellt, dass der Aufstand nicht nur eine Sache der Anarchisten ist, auch wenn unser Beitrag, unsere Vorbereitung, unsere aufständischen Perspektiven ohne den geringsten Zweifel wichtig sind und in Zukunft vielleicht sogar entscheidend werden könnten, um die Entfesselung der Negation in eine befreiende Richtung zu stossen. In einer Welt, die täglich instabiler wird, müssten diese schwierigen Fragen wieder in Vordergrund treten, a priori auf sie zu verzichten, um sich in irgendeinem identitären Ghetto einzuschliessen, während man die Illusion kultiviert, „Stärke“ durch kollektive Siegel und die „Vereinigung“ der zum Angriff bereiten Anarchisten zu entwickeln, wird hoffnungslos zur Negation jeglicher aufständischen Perspektive.</p>
<p>Auf die Welt der Fronten und der Sigel zurückkommend, könnte man zum Beispiel die obligatorischen Referenzen auf die gefangengenommenen Gefährten als ein Vorzeichen für die bevorstehende Einschliessung in einem autoreferenziellen Rahmen verstehen. Es scheint, dass Gefährten, die einmal vom Staat verhaftet wurden, nicht mehr Gefährten wie wir alle sind, sondern vor allem „verhaftete“ Gefährten. Die Positionen in dieser bereits schwierigen und schmerzhaften Debatte sind dermassen festgefahren, dass nur noch zwei Optionen übrigbleiben: entweder die absolute Verherrlichung unserer gefangengenommenen Gefährten, oder der absolute Widerwille, der schnell in der Verweigerung endet, der Solidarität noch Körper und Geist zu geben. Hat es noch einen Sinn, zu wiederholen, dass unsere im Knast sitzenden Gefährten nicht über oder unter anderen Gefährten stehen, sondern schlicht und einfach zwischen ihnen? Ist es nicht beängstigend, zu sehen, wie trotz der zahlreichen Kämpfe gegen das Gefängnis, die aktuelle Wendung wieder den Diskurs über die „politischen Gefangenen“ aufgreift, während eine breitere Kampfperspektive gegen das Gefängnis, die Justiz, etc. verlassen wird? Schlussendlich laufen wir Gefahr, das zu vollenden, was der Staat zu erreichen versuchte, als er unsere Gefährten einsperrte: indem wir aus ihnen zentrale, abstrakte und zu verherrlichende Referenzpunkte machen, werden sie von der Gesamtheit des sozialen Krieges isoliert. Anstatt nach Wegen zu suchen, um jenseits der Mauern Verbindungen von Solidarität, Affinität und Komplizenschaft zu fördern, indem alles radikal ins Innere des sozialen Krieges gestellt wird, beschränkt sich die Solidarität darauf, am Ende eines Bekennerschreibens Namen zu zitieren. Dies generiert ausserdem einen ziemlichen Teufelskreis ohne allzu viele Perspektiven, eine Überbietung von an andere „gewidmeten“ Angriffen, anstatt die Stärke in sich selbst und in der Wahl des Wann, Wie und Wieso des Intervenierens in die gegebenen Bedingungen zu finden.</p>
<p>Doch die Logik des bewaffneten Kämpfertums ist unversöhnlich. Einmal in Gang gesetzt, scheint es nur noch wenig daran zu rütteln zu geben. Alle, die ihm nicht beitreten oder ihn nicht verteidigen werden mit Gefährten gleichgestellt, die weder handeln noch angreifen wollen, die die Revolte den Berechnungen und den Massen unterordnen, die nur warten wollen und den Impuls ablehnen, hier und jetzt das Pulverfass zu entzünden. In dem verzerrenden Spiegel wird die Zurückweisung der Ideologie des bewaffneten Kampfes zur Zurückweisung des bewaffneten Kampfes an sich. Selbstverständlich gibt es nichts so falsches wie das, doch es gibt keine Ohren mehr, die das hören wollen, der Raum zur Diskussion ist verschlossen. Alles reduziert sich darauf, in pro und kontra Blöcken zu denken, und der Weg, der unserer Meinung nach am interessantesten ist, jener der Entwicklung von aufständischen Projektualitäten, wird endgültig beiseite geschoben. Zur grossen Freude der formellen Libertären und der Pseudo-Radikalen sowie der repressiven Kräfte, die nichts anderes als die Trockenlegung dieses Sumpfes wollen.</p>
<p>Denn wer will schon heute noch über Projektualitäten diskutieren, wenn der einzige Rythmus, der dem Kampf gegeben wird, die Summe der Angriffe wurde, zu denen sich auf dem Internet bekannnt wurde? Wer ist noch auf der Suche nach einer Perspektive, die mehr will als das blosse Erwidern einiger Schläge? Und, um Missverständnisse zu vermeiden, sei hier widerholt, dass es notwendig ist, hier und jetzt zuzuschlagen, und dies mit allen Mitteln, die wir für angebracht und gelegen halten. Doch die Herausforderung, eine Projektualität zu entwickeln, die versuchen will, aufständische Situationen zu entfesseln, auszuweiten oder zu vertiefen, fordert viel mehr als die blosse Fähigkeit, Schläge auszuteilen. Es fordert die Entwicklung eigener Ideen und nicht die Wiederholung von dem, was andere sagten; die Kraft, eine wirkliche Autonomie in Sachen Kampferfahrungen und Fähigkeiten zu entwickeln; die langwierige und schwierige Suche nach Affinitäten und nach der Vertiefung der gegenseitigen Kenntnis; eine gewisse Analyse der sozialen Verhältnisse, in denen wir uns bewegen; den Mut, Hypothesen für den sozialen Krieg zu formulieren, um nicht mehr hinter den Fakten herzurennen, oder hinter uns selbst. Es fordert schliesslich nicht nur die Fähigkeit, gewisse Methoden anwenden zu können, sondern vor allem Ideen über das Wie, Wo, Wann und Wieso sie zu benutzen, und auch dies noch in einer notwendigen Verflechtung mit einer ganzen Palette von anderen Methoden. Ansonsten werden nicht mehr Anarchisten, sondern bloss eine Reihe von ziemlich tristen und beschränkten Rollen übrig bleiben: Propagandisten, Besetzer, bewaffnete Kämpfer, Enteigner, Schreiber, Randalierer, Unruhestifter, und so weiter. Nichts wäre schmerzlicher, als uns so sehr entwaffnet vor der Möglichkeit des bevorstehenden sozialen Gewitters wiederzufinden, dass jeder nur über eine einzige Spezialität verfügt. Nichts wäre unangenehmer als in explosiven sozialen Umständen feststellen zu müssen, dass sich die Anarchisten zu sehr mit ihrem kleinen Garten beschäftigen, um fähig zu sein, wirklich zur Explosion beizutragen. Nichts hätte mehr den bitteren Geschmack von versäumten Gelegenheiten, als wenn wir durch den exklusiven Fokus auf das identitäre Ghetto davon absehen würden, unsere Komplizen im sozialen Sturm zu entdecken, durch geteilte Ideen und Praktiken mit anderen Rebellen Verbindungen zu schmieden, mit allen Formen der mediatisierten Kommunikation und der Repräsentation zu brechen, um den Raum für eine wirkliche Gegenseitigkeit zu öffnen, die sich allergisch gegenüber jeglicher Macht und Herrschaft verhält.</p>
<p>Doch wie immer weigern wir uns, zu verzweifeln. Wir wissen, dass noch immer viele Gefährten in einem Raum und einer Zeit, in denen jegliches politische Spektakel konsequent verbannt wird, auf der Suche nach Möglichkeiten sind, um den Feind zu treffen und durch die Verbreitung von anarchistischen Ideen und Kampfvorschlägen Verbindungen mit anderen Rebellen aufzubauen. Es ist wahrscheinlich der schwierigste Weg, denn es wird nie eine Anerkennung für ihn geben. Weder von Seiten des Feindes, noch von Seiten der Massen und aller Wahrscheinlichkeit nach auch nicht von Seiten anderer Gefährten und Revolutionären. Doch wir tragen in uns eine Geschichte, eine Geschichte, die uns mit all den Anarchisten verbindet, die hartnäckig dabei bleiben, sich zu weigern, sich einbinden zu lassen, sei es in die „offizielle“ anarchistische Bewegung oder in ihren Reflex des bewaffneten Kämpfertums. Mit jenen, die dabei bleiben, sich zu weigern, die Verbreitung unserer Ideen von der Art und Weise loszulösen, auf die sie verbreitet werden, und auf diese Weise versuchen, jegliche politische Mediation zu verbannen, einschliesslich dem Bekennerschreiben. Mit jenen, die wenig Interesse daran haben, zu wissen, wer dies oder das getan hat, sondern es in die eigene Revolte, in die eigene Projektualität mitaufnehmen, die sich in der einzigen Verschwörung entfaltet, die wir wollen: jene der rebellischen Individualitäten für die Subversion des Bestehenden.</p>
<p style="text-align: right;"><em>20. November 2011</em></p>
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		<title>Schulen sind Gefängnisse… und Gefängnisse brennen</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Nov 2011 05:53:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abc berlin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anarchismus - Aufstand - Revolte]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
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		<category><![CDATA[kritische Texte]]></category>
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		<description><![CDATA[Folgend ein Text, der am 31. Oktober in der 22. Ausgabe der Belgischen anarchistischen Strassenzeitschrift Hors Service publiziert wurde. Anschließend eine kleine Übersicht über die Ausdrücke der Wut gegen die Schule in Belgien vom Monat Oktober. von an die Waisen des Existierenden Schulen sind Gefängnisse… und Gefängnisse brennen Schulbeginn. Erneut steht uns ein Jahr von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/11/schulebrennt.jpg" rel="lightbox[5648]"><img class="alignright size-medium wp-image-5647" title="Schulen sind Gefängnisse… und Gefängnisse brennen" src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/11/schulebrennt-250x132.jpg" alt="Schulen sind Gefängnisse… und Gefängnisse brennen" width="250" height="132" /></a><em>Folgend ein Text, der am 31. Oktober in der 22. Ausgabe der Belgischen anarchistischen Strassenzeitschrift <a href="http://journalhorsservice.blogspot.com/" target="_blank">Hors Service</a> publiziert wurde.</em><br />
<em> Anschließend eine kleine Übersicht über die Ausdrücke der Wut gegen die Schule in Belgien vom Monat Oktober.<br />
von <a href="http://andiewaisendesexistierenden.noblogs.org/post/2011/11/17/schulen-sind-gefangnisse-und-gefangnisse-brennen/" target="_blank">an die Waisen des Existierenden</a></em></p>
<h3 style="text-align: center;"><strong></strong><strong>Schulen sind Gefängnisse… und Gefängnisse brennen<br />
</strong></h3>
<p>Schulbeginn. Erneut steht uns ein Jahr von Unterwerfung und Erniedrigungen bevor. Nach diesen zwei Monaten „Freizeit“, in denen wir uns ausruhen konnten, beginnt bei den ersten bereits die Langeweile sich breit zu machen. Da drängt sich die Vermutung auf, dass die Schule uns nicht nur körperlich, sondern auch psychisch einengt. Dass die Schule uns also jeglicher Möglichkeit beraubt, selbst über unser Leben bestimmen zu können, ohne dem Einfluss des Lehrers oder einer anderen Autorität ausgesetzt zu sein.<br />
<span id="more-5648"></span><br />
Lasst uns also von Beginn an die richtigen Worte wählen; eine Schule ist ein Knast und nichts anderes. Den Begriff Knast definiere ich als einen Ort oder eine Institution, die uns einsperrt, um – auf welche Weise auch immer – die herrschende Ordnung aufrecht zu erhalten. Arbeit, Schulen, psychiatrische Anstalten, zusammengepferchte Wohnungen, Abschiebelager, Strafanstalten. Die Funktion der Knäste mag variieren, doch entstammen sie alle der gleichen Idee – das reibungslose Funktionieren einer Gesellschaft zu gewährleisten, die auf Unterdrückung und Ausbeutung beruht.</p>
<p>Sprechen wir hier also von der Schule, ein Themenfeld, das, meiner Meinung nach, viel zu oft vergessen wird im Kampf gegen jede Herrschaft. Dabei ist die Schule eindeutig autoritär. Der Lehrer übt eine unantastbare Macht aus; wenn er spricht, müssen alle anderen schweigen. Man braucht eine Erlaubnis für die banalsten Dinge; aufs Klo gehen, miteinander reden, aufstehen oder etwas trinken. Je nach seiner Laune kann der Lehrer dies alles ohne Begründung verbieten. Jeder noch so kleine Verstoß wird bestraft. Überwachungskameras werden zur Normalität. Eigentlich paradox, wenn wir uns vor Augen halten, dass der Staat uns so zu autonomen Individuen erziehen möchte.</p>
<p>Dieses strikte Reglement ist für jeden sichtbar und wird somit oft kritisiert, nicht zuletzt auch von der Linken. Aber nachdem man Jahre über Jahre in diesem Knast verbracht hat, wird es wohl schwierig, diesen engstirnigen Rahmen zu übersteigen. Das Ziel dieser Personen ist es also nicht, den Knast Schule zu zerstören, sondern ihn zu „demokratisieren“ oder etwas ertragbarer zu gestalten. Hierbei handelt es sich bloß um einen weiteren Schritt hin zur Perfektionierung der Schulen, was weit entfernt – wenn nicht gar entgegengesetzt – ist, von dem, was wir uns ersehnen. Diese Kritiken scheinen überdies alle einen wesentlichen Punkt einfach zu ignorieren; die Schule ist kein isoliertes Phänomen, sondern ist in einen sozialen Kontext eingebettet. Und es ist genau hier, wo wir – als Anarchisten – intervenieren können.</p>
<p>Die Schule ist Teil dieser kapitalistischen Welt und nimmt dabei eine entscheidende Rolle ein; sie soll die jüngsten dieser Gesellschaft auf den „Arbeitsmarkt“ vorbereiten. Die in der Schule vermittelten Werte sind, unter anderem, Gehorsam, Arbeitseifer und Konkurrenzkampf. Die Schule führt uns geradeaus in die Fabriken, die Büros oder die Arbeitslosigkeit, aber in keinstem Fall in unsere Freiheit. Wenn wir den Kapitalismus angreifen, müssen wir die Schulen mit der selben Wut zurückweisen, wie wir die Arbeit oder jede andere Herrschaft über unser Leben zurückweisen.</p>
<p>Die Erziehung hat sich im Laufe der Zeit verändert, aber ihr oberstes Ziel bleibt immer dasselbe; den „Kindern“ die Autorität der „Erwachsenen“ auf zu zwingen, wie es schon bei den Spartanern in der Antike oder bei den kirchlichen Schulen im Mittelalter der Fall war. Die Schulen wurden nicht „zu unserem eigenen Wohl“ gegründet, sondern um uns zu domestizieren und uns zu gut geölten Rädchen in einem komplexen und entfremdenden System zu machen. Folglich sind die Schulen nur ein Werkzeug in den Händen der Herrschenden und somit ohne Erbarmen zu zerstören.</p>
<p>Verschiedene Formen von Angriffen gegen den Knast Schule sind allgegenwärtig, werden aber meistens bloß als „grundlose Gewalt“ von jugendlichen Straftätern abgestempelt. Diese Diffamierung stellt nur einen krampfhaften Versuch dar, die Revoltierenden gegen die Schule zu isolieren. Indem wir lauthals unsere Komplizenschaft mit den Angreifern ausdrücken, können wir die Stille durchbrechen, die diesen „Vandalismus“ so oft begleitet. Scheiben einschlagen, Lehrer angreifen oder Mobiliar zerstören sind alles Akte von Individuen, die der Staat noch nicht in eine zahme Herde transformieren konnte. Widersetzen wir uns entschieden der trügerischen Trennung von dem „politischen“ und dem „sozialen“ um endlich unser Leben zurückzugewinnen. Es ist kein Zufall, dass Schulen bei jeder sozialen Revolte zu den ersten Angriffszielen zählen. Lassen wir alle Hürden zurück, die uns diese Gesellschaft aufdrängt. Was uns antreibt, die Schulen – und alle anderen Knäste – anzugreifen, ist unsere grenzenlose Leidenschaft für die Freiheit.</p>
<p><strong>Auf dass der nächste Feueralarm mehr ist als bloß eine Präventivmaßnahme…</strong></p>
<hr />
<h3 style="text-align: center;"><strong>Eine kleine Übersicht der Ausdrücke der Wut<br />
gegen die Schule in Belgien im Monat Oktober</strong></h3>
<p><strong>JAMBES –</strong> Ein scheinbar absichtlich gelegter Brand verwüstet über 20 Zimmer des Internats von Jabmbes. Auch andere Teile des Gebäudes werden von den Flammen und vom Rauch beschädigt. Das Feuer brach am frühen Montag Morgen in dem noch leeren Gebäude aus. <em>(11. Oktober 2011)</em></p>
<p><strong>MARCHES –</strong> Unbekannte dringen in den Hof des Gymnasiums ein und stecken dort Müllkontainer in Brand. Das Feuer breitet sich auf das Gebäude aus und verwüstet einen Großteil der Schule. Alle Lektionen wurden auf unbestimmte Dauer abgesagt. <em>(16. Oktober 2011)</em></p>
<p><strong>HUY –</strong> Wieder brennen Abfallcontainer im Hof einer Sekundarschule. Das Gebäude wird durch das Feuer beschädigt, dennoch scheint es die Wut der Brandleger überstanden zu haben. Die Schulleitung spricht von einem Akt, der davon inspiriert war, was in Marches geschah.<em> (17. Oktober 2011)</em></p>
<p><strong>LIEGE –</strong> Jugendliche stehlen das Auto ihres Lehrers und stoßen es in den Fluss. Sie wurden auf frischer Tat ertappt, während das Auto bereits versank. <em>(17. Oktober 2011)</em></p>
<p><strong>IZEGEM –</strong> Eine Schule wird von Vandalen völlig verwüstet. Sie verwüsten praktisch alle Räume, Direktions- und Lehrerbüros. Sogar die Beleuchtungen werden von den Decken der Gänge gerissen. Die Direktion, der Gemeinderat und der Elternrat sind über diesen „bestialischen und nie gesehenen Vandalismus“ zutiefst schockiert. Die Lektionen werden abgesagt und die Schüler werden vorübergehend in anderen Räumen ihre Lektionen abhalten müssen. <em>(23. Oktober 2011)</em></p>
<p><strong>HORNU –</strong> Am Dienstag bricht gegen 13:00 ein Brand an der Provinzialuni Richard Stiiévenart aus. Laut den Feuerwehrleuten brach das Feuer im Erdgeschoss, auf der Höhe eines Archivraumes aus. <em>(25. Oktober 2011)</em></p>
<p><strong>BRUGLETTE –</strong> Es ist bei weitem nicht das erste Mal, das die Gemeindeschule von Brugelette Vandalenakte verzeichnet. Infolge beträchtlicher Beschädigungen des Schulgebäudes wird sie ihre Reparaturarbeiten fortführen müssen. Dieses Mal amüsierten sich die Randalierer damit, Steine gegen mehrere Scheiben der Sporthalle und des Gebäudes zu schmeißen.  <em>(28. Oktober 2011)</em></p>
<p><strong>SAINT-REMY –</strong> In der Nacht von Freitag auf Samstag gegen 2:40 wird die Feuerwehr aufgrund eines hinter der Gemeindeschule stehenden brennenden Containers gerufen. Das Feuer wird rasch gelöscht. <em>(31. Oktober 2011)</em></p>
<p><strong>DENDERMONDE –</strong> Vandalen verwüsten einen guten Teil der technischen und Handelsschule. Sie zerbrachen die Außentüren, rammten die Türen im Innern ein und verwüsteten einige Räume, das Direktorbüro und das Sekretariat. In einigen Klassen haben sie die Computer und die neuen Beamer der Schule kaputt gemacht. Dies ist nicht das erste Mal dass diese Schule das Ziel von Vandalen  ist. Vor einigen Wochen wurde sogar ein Schuss aus einer Feuerwaffe auf ein Fenster der Schule abgegeben. <em>(31. Oktober 2011)</em></p>
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		<title>Broschüre: Sand im Getriebe der Macht</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Nov 2011 12:59:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abc berlin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[vom no prison! no state!-Blog Wir haben die Broschüre „Sand im Getriebe der Macht – Beiträge gegen Knast, gegen soziale Kontrolle, für Widerstand“ gefunden und digitalisiert. Sie wurde 1981 von „Autonome Knast- und Widerstands Gruppen aus verschiedenen Städten“ herausgegeben und befasst sich mit den verschiedenen Facetten von Knast aus autonomer/anarchistischer Perspektive. Sehr interessant sind außerdem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/11/Sand-im-Getriebe-der-Macht-Broschüre-cover.jpg" rel="lightbox[5557]"><img class="alignright size-medium wp-image-5554" title="Broschüre „Sand im Getriebe der Macht – Beiträge gegen Knast, gegen soziale Kontrolle, für Widerstand“" src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/11/Sand-im-Getriebe-der-Macht-Broschüre-cover-184x250.jpg" alt="Broschüre „Sand im Getriebe der Macht – Beiträge gegen Knast, gegen soziale Kontrolle, für Widerstand“" width="166" height="225" /></a><em>vom <a href="http://noprisonnostate.blogsport.de/" target="_blank">no prison! no state!-Blog</a></em></p>
<p>Wir haben die Broschüre „Sand im Getriebe der Macht – Beiträge gegen Knast, gegen soziale Kontrolle, für Widerstand“ gefunden und digitalisiert. Sie wurde 1981 von „Autonome Knast- und Widerstands Gruppen aus verschiedenen Städten“ herausgegeben und befasst sich mit den verschiedenen Facetten von Knast aus autonomer/anarchistischer Perspektive. Sehr interessant sind außerdem die Diskussionen zu Perspektiven der Kämpfe gegen die Knäste. Wir denken das das Heft sehr interessant und hilfreich für unsere heutigen Kämpfe gegen Staat und das System sein kann und wollen es hiermit allen zugänglich machen.<br />
Feuer den Knästen! Freiheit für alle!<br />
<span id="more-5557"></span><br />
Zum Ausdrucken: Die pdf ist nicht perfekt. Das Heft ist alt und hier und da ist ein Wort nicht zu lesen oder abgeschnitten aber das macht nichts. Wenn ihr das Heft ausdruckt solltet ihr die Druckeinstellungen vorher auf „an druckbereich anpassen“ oder ähnliches stellen,da einige Seiten nicht im selben Format digitalisiert worden. Funktioniert alles!</p>
<h3 style="text-align: center;"><strong><a href="http://zinelibrary.info/files/Sand%20im%20Getriebe%20der%20Macht-1981.pdf">download</a></strong></h3>
<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/11/Sand-im-Getriebe-der-Macht-Broschüre-cover.jpg" rel="lightbox[5557]"><img class="aligncenter size-full wp-image-5554" title="Broschüre „Sand im Getriebe der Macht – Beiträge gegen Knast, gegen soziale Kontrolle, für Widerstand“" src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/11/Sand-im-Getriebe-der-Macht-Broschüre-cover.jpg" alt="Broschüre „Sand im Getriebe der Macht – Beiträge gegen Knast, gegen soziale Kontrolle, für Widerstand“" width="600" height="813" /></a></p>
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		<title>Internationale anarchistische Buchmesse – 15./16. Oktober in Brüssel, Belgien</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Oct 2011 18:48:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abc berlin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anarchismus - Aufstand - Revolte]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Anarchie]]></category>
		<category><![CDATA[Anarchistische Buchmesse]]></category>
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		<description><![CDATA[Am 15. und 16. Oktober wird in Brüssel eine internationale anarchistische Buchmesse stattfinden, hier die Einladung in deutscher Sprache. Weitere Texte in verschiedenen Sprachen auf der Webseite subversive.noblogs.org. Einladung Von Unzufriedenheit… Das Trugbild des sozialen Friedens, das jahrzehntelang in den Ländern Europas geherrscht hat, liegt heute an einigen Orten schlichtweg in Scherben, während es an [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/10/Internationale-anarchistische-Buchmesse-in-Br%C3%BCssel.jpg" rel="lightbox[5274]"><img class="alignright size-medium wp-image-5276" title="Internationale anarchistische Buchmesse – 15./16. Oktober in Brüssel, Belgien" src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/10/Internationale-anarchistische-Buchmesse-in-Br%C3%BCssel-151x250.jpg" alt="Internationale anarchistische Buchmesse – 15./16. Oktober in Brüssel, Belgien" width="121" height="200" /></a><em>Am 15. und 16. Oktober wird in Brüssel eine internationale anarchistische Buchmesse stattfinden, hier die Einladung in deutscher Sprache. Weitere Texte in verschiedenen Sprachen auf der Webseite <a href="http://subversive.noblogs.org/" target="_blank">subversive.noblogs.org</a>.</em></p>
<h3 style="text-align: center;">Einladung</h3>
<p><em>Von Unzufriedenheit</em>…</p>
<p>Das Trugbild des sozialen Friedens, das jahrzehntelang in den Ländern Europas geherrscht hat, liegt heute an einigen Orten schlichtweg in Scherben, während es an anderen Orten allmählich seine ersten Risse aufzuweisen beginnt. In all diesen Jahren haben sich Revolutionäre und Anti-Autoritäre daran gewöhnt, ihre Kämpfe als einen berechtigten Versuch zu betrachten, den Grabstein der Befriedung aufzubrechen oder Spannungen, die hier und dort zu Tage kommen, zu vertiefen. <span id="more-5274"></span>Die momentanen Veränderungen scheinen jedoch Türen zu weitergehenden Möglichkeiten zu öffnen. Während einige Revolten wie jene im November 2005 in Frankreich oder jene im Dezember 2008 und April-Mai 2010 in Griechenland, (ohne dabei kleinere aber trotzdem wichtige Konflikte und diffuse Revolten zu vergessen) den Schatten wie durch Fackeln einer neuen Wut zurückschrecken lassen, werden wir durch die Aufstände an der anderen Seite des Mittelmeeres vor Herausforderungen gestellt, die lange Zeit nicht mehr wirklich Teil unseres Denkens und Agierens gewesen sind: die Frage des <em>Aufstandes</em> und jene der <em>revolutionären Perspektiven</em> oder um es mit andern Worten auszudrücken; der breiten und tiefgehenden Subversion der sozialen Verhältnisse. In einer stürmischen sozialen Situation liegt die Herausforderung nämlich gewiss nicht nur im Schüren der Flammen, sondern vielmehr im Wissen, wie dazu beigetragen werden kann, dem Feuer die Wärme der Freiheit zu verleihen. Angesichts dieser sich verändernden sozialen Situationen, die uns sowohl mit neuen als auch anderen als uns bisher bekannten Hindernissen konfrontieren, denken wir, dass es von besonderer Wichtigkeit ist, unsere Köpfe nach neuen Wegen zu durchforschen, die Modelle hinter uns zu lassen und über unsere Möglichkeiten nachzudenken, die der Entfachung des sozialen Sturmes als Ermutigung und Beitrag dienen können. Denn durch den Mangel an revolutionären Perspektiven, auf kleiner sowie großer Skala, laufen wir schnell Gefahr, auf einem Abstellgleis zu landen, wo uns vor allem Stillstand erwartet.</p>
<p><em>…hin zu einer Gelegenheit</em></p>
<p>Wir denken, dass sowohl praktische Erfahrung als auch Zeit und Raum nötig sind, um erneut zur Entwicklung revolutionärer Perspektiven zu gelangen. Obwohl keine einzige Situation exakt einer anderen entspricht, erscheint uns die Grundlage, die Anarchisten und Anti-Autoritäre über alle Grenzen hinweg teilen, mehr als genügend, um eine Diskussion zu ermöglichen und eine Anzahl neuer Wege zu erforschen. Darum wollen wir von dieser internationalen anarchistischen Buchmesse eine der hoffentlich vielen <em>Gelegenheiten</em> kreieren, um uns Themen zuzuwenden, die uns nicht nur nahe am Herzen liegen aber darüber hinaus auch schon allzu lange Zeit unter den Teppich gekehrt wurden. Unserer Meinung nach, kann die relative<em> Leere</em>, erzeugt durch die aussichtslose und langweilige Wiederholung von aktivistischen/militanten Schemen, die Ideologisierung gewisser Methoden oder Ansatzpunkte und das wachsende Unvermögen, in immer labiler erscheinenden sozialen Situationen, das Feuer an die Lunte zu legen, überwunden werden, wenn wir uns erneut auf das Gebiet der revolutionären Hypothesen begeben. Mit dieser internationalen Buchmesse wollen wir somit Platz für Diskussionen und informelle Begegnungen unter Anarchisten und Anti-Autoritären kreieren, die durch ihre Praxis und Ideen, ihre Aktivitäten und Kämpfe und ihre Interventionen und Hypothesen versuchen, diese Leere zu durchbrechen.</p>
<p><em>…und einer Einladung über die Grenzen hinweg</em></p>
<p>Wie aus diesem kurzen Abriss hoffentlich zu verstehen ist, ist der Ausgangspunkt dieser Zusammenkunft <em>internationalistisch</em>. Zum einen, weil eine gegenseitige Bereicherung über die Grenzen hinaus die Mühe immer Wert sein kann und zum anderen, was uns viel wichtiger scheint, weil uns die Frage der revolutionären Perspektiven, unweigerlich dazu führt, über die lokalen Besonderheiten hinauszugehen.</p>
<p>Wir wollen so viel wie möglich aus dieser Begegnung herausholen und denken, dass geschriebene Beiträge dabei als Unterstützung und Inspiration dienen können. Darum laden wir auch alle Gefährten von Herzen dazu ein, bereits im Vornherein Diskussionsbeiträge zu schreiben und uns zuzuschicken. Diese werden dann im Laufe der kommenden Monaten vor der Buchmesse übersetzt und verbreitet.</p>
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		<title>Die kommende Empörung</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Sep 2011 20:13:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abc berlin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anarchismus - Aufstand - Revolte]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Widerstand]]></category>
		<category><![CDATA[Aufstand]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[kritische Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Revolte]]></category>
		<category><![CDATA[Revolution]]></category>

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		<description><![CDATA[gefunden auf linksunten.indymedia.org, das Original in französischer Sprache auf www.lereveil.ch Die kommende Empörung Seit einigen Monaten schon kann man in mehreren Ländern Europas das Erscheinen einer Bewegung beobachten, die „die Empörten“ oder „reale Demokratie“ genannt wird. Hier wie dort löste sie mehrere konditionierte Reflexe aus, die allgemeinen Fallen und Felsen im Kontext „sozialer Bewegungen“: zuerst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/09/Steine-in-der-Hand.jpg" rel="lightbox[5196]"><img class="alignright size-medium wp-image-5197" title="Steine in der Hand" src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/09/Steine-in-der-Hand-250x186.jpg" alt="Steine in der Hand" width="175" height="130" /></a><em>gefunden auf <a href="http://linksunten.indymedia.org/de/node/47140" target="_blank">linksunten.indymedia.org</a>, das Original in französischer Sprache auf <a href="https://www.lereveil.ch/contrib/l-indignation-qui-vient" target="_blank">www.lereveil.ch</a></em></p>
<h3 style="text-align: center;">Die kommende Empörung</h3>
<p>Seit einigen Monaten schon kann man in mehreren Ländern Europas das Erscheinen einer Bewegung beobachten, die „die Empörten“ oder „reale Demokratie“ genannt wird.</p>
<p>Hier wie dort löste sie mehrere konditionierte Reflexe aus, die allgemeinen Fallen und Felsen im Kontext „sozialer Bewegungen“: zuerst der Fetischismus der Praktiken (wie die Platzbesetzung, das Sit-In, das Happening oder die Latschdemo und nun der Marsch&#8230;) und die strikte Beschränkung der Bewegung auf seine Praktiken, danach der Demokratismus (der religiöse Respekt und das Privileg, das kollektiven, in Versammlungen getroffenen Entscheidungen, die „repräsentativ sind für die Bewegung“, eingeräumt wird), der „Bürgernihilismus“ <span id="more-5196"></span>(bornierter Respekt des Gesetzes, der Wahl, der vom Staat gegebenen „Rechte“ und von ihm verlangten Pflichten) und die dogmatische Gewaltlosigkeit (die soweit geht, dass sogar Polizeigewalt gegen diejenigen, welche sich dem Dogma widersetzen, verteidigt wird) und somit der Hegemonismus (ein Teil der Bewegung übernimmt die Kontrolle über die Gesamtheit), und vor allem: die Abwesenheit einer revolutionären Perspektive und die Einkapselung in abstrakten und reformistischen Forderungen. Weit davon entfernt, eine revolutionäre Aufwallung oder eine authentische spontane Revolte zu repräsentieren, ist die Bewegung der Empörten schon eher Teil der Befriedung jeglichen realen Aufbegehrens (daher die Ablehnung der direkten Aktion), der Militarisierung des Staates (die im Ausland geführten Kriege und die Verstärkung der Repression im Innern, worüber das Schweigen der „Empörten“ mehr als suspekt ist) und der Aufstieg des Faschismus in der Gesellschaft, namentlich durch ebendiese Bewegung.</p>
<p><em>Die Krise als Befriedung</em></p>
<p>Seit mehreren Jahren schon benutzen alle europäischen Regierung, alle Tendenzen bunt durchmischt, von der sozialdemokratischen Linken bis zur reaktionärsten Rechten, das Argument der Krise, um jegliche Regung des Aufbegehrens zu betäuben. Einerseits gibt es die Erklärung der Regierungen, die auch diejenige des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank ist: die Krise sei eine Art metaphysisches Phänomen, das nicht mal die Ökonomen erklären können, eine Art Naturkatastrophe, die mit Hilfe von Reformpolitik und Sparplänen eingedämmt und bekämpft werden müsse. Als ob diese Krise nichts mit ebendieser Politik zu tun hätte, als ob sie das Resultat göttlicher Vorsehung wäre. Dieses Argumentarium hat tatsächlich zum Ziel, von der vom kapitalistischen System und seinen Staaten ausgelösten Krise zu profitieren, um die Sparpolitik zu rehabilitieren, die ebendiese Krise impliziert, mit der einzigen Absicht, den Kapitalismus einmal mehr gesund zu pflegen. Die „Empörten“ hingegen, in ihrer großen Mehrheit bar jeglicher Klassenanalyse und jeglicher Kapitalismuskritik, sehen im allgemeinen die Krise und die Sparpolitik als Resultat einer Kaste „Parasiten-Bankiers“ und eines „tentakelartigen Finanzimperiums“, oder „Neue Weltordnung“, die die Kassen geleert habe, als niemand hinschaute. Kurz: unnötig, sich über allzu komplizierte „politische Konzepte“ den Kopf zu zerbrechen: „Nieder mit dem NWO“ ist soviel cooler, soviel smarter und es fasst alles zusammen, ohne dass man überlegen müsste&#8230;</p>
<p>In beiden Fällen, und sowohl die Bewegung der Empörten wie auch die neue extreme Rechte oder Sarkozy, sie alle denunzieren schliesslich das „Scheitern der Banken“ wovon das kleine Volk gerettet werden müsse, ein „Finanzkapitalismus“, der verrückt geworden sei und der reguliert oder „gereinigt“ werden müsse und die Mittelklasse als „Opfer der Krise“. Der Grund dieser Bankanalyse ist simpel: diese Bewegung ist eben genau aus der sakrosankten Mittelklasse zusammengesetzt (die sowohl von Sarkozy, den Sozialdemokraten als auch von den neuen Faschisten à la Soral umschmeichelt wird). Eine Klasse, die die Effekte „der Krise“ noch kaum wahrnimmt, während die Mehrheit der Ausgebeuteten die Logik und die Lebensbedingungen im Kapitalismus seit jeher erdulden, die durch die Krise nur noch schlimmer wurden. Daher auch der Widerspruch zwischen dem Diskurs „für die Revolution“ der Empörten in bezug auf die arabische Welt – wo, wie in Tunesien, die tatsächlich dominanten Praktiken der Angriff auf die Symbole der Macht, die Zusammenstöße mit der Polizei, das Plündern der Supermärkte, Gefängnisaufstände und -brände und eine ganze Serie von Tatsachen waren, die eine wahrhafte Logik des Klassenkrieges und der revolutionären Guerilla bezeugen und eine Agitation, die, wenn sie als Erklärung auch nicht ausreicht, eine unbestreitbare Rolle spielte im Fall mehrerer Regime und im Sinneswandel der Armee oder der Polizei, die fühlten, dass der Boden unter ihren Füssen zu beben begonnen hatte – und dem Verhalten der selben „Empörten“ hier, die ein Tag oder ein kleines eingeschlagenes Schaufenster eines Ladens oder einer Bank als „Gewalt“ betrachten.</p>
<p><em>Hinter der Kritik des Finanzkapitalismus: linker Populismus und Antisemitismus</em></p>
<p>Eben diese Teilkritik der Banken, nicht als Rad des kapitalistischen Systems, sondern als „Nest von Parasiten“, das eine phantasmatische „Realwirtschaft“ zerstört habe, und die die Banken als zentrales Problem betrachtet, ermöglicht das antisemitische Hirngespinst einer Verschwörung welche vermeintlich versucht, die Welt zu kontrollieren. Denn durch den Versuch, das System der Banken und der Macht der großen multinationalen Unternehmen zu kritisieren, wenn auch nur teilweise, tappt die Bewegung der Empörten in die Falle eines typisch reaktionären und populistischen Diskurses und ist somit weit entfernt von jeglicher Kapitalismuskritik, sie bestätigt ihn sogar, indem sie die Rolle spielt, die von ihr verlangt wird: diejenige eines strikt gewaltlosen Aufbegehrens, bar jeglicher kritischer Substanz, die durch ihre Form jegliche wahre Bewegung (in der Art eines Generalstreiks oder eines Aufstands) verhindert und die Debatte nach rechts verlegt, in die grosse Falle der „Bürgerdebatte“ tappt. Total harmlos geworden durch ihren selbst proklamierten „apolitischen“ Charakter nimmt die Bewegung der Empörten in Tat und Wahrheit teil an der Aufrechterhaltung der Ordnung durch ein Spektakel des Aufbegehrens in einer vagen „Anti-System“-Front, welche das Feld frei lässt für eine liberale, populistische oder gar faschistische Vereinnahmung. Die obsessive Denunziation der „Neuen Weltordnung“ wiederholt letztendlich den neuen rechtsextremen Diskurs der Verschwörung der „Heimatlosen“ gegen „die Völker und die Nationen“. Und dieser Diskurs, abgesehen davon, dass er nach Niederlage stinkt, ist schlichtweg faschistisch da nationalistisch und antisemitisch. Lassen wir uns nicht über&#8217;s Ohr hauen: wo reales Aufbegehren verschwindet, machen die Reaktionäre Fortschritte.</p>
<p><em>EMPÖRUNG REICHT NICHT!</em></p>
<p>Es ist deshalb kein Zufall, dass man in Frankreich unter den Organisatoren der „Bewegung der Empörten“ etliche Verschwörungstheoretiker findet, die in Verbindung stehen mit rechtsextremen Bewegungen, welche den Antisemitismus durch ihre Pseudo-Kritik an der Finanz theorisieren. Das Konzept selbst des „Finanzkapitalismus“ war ein zentrales Thema in der Propaganda der Nazipartei in Deutschland und der Faschismen in Europa, um einen inneren Feind zu konstruieren und das Nationalgefühl zu umschmeicheln. Das von den Empörten hoch gehaltene Thema des „Bürgers“ erneuert ebenfalls diese konstante Abmahnung, die die Anordnung bedeutet, nicht zu revoltieren, sondern höflich seine Empörung zu zeigen. Sie basiert auf dieser edelmütigen Hypothese, dass die Unterdrücker schliesslich aufgeben würden in Angesicht der Vernunft, die „vom Volk“ öffentlich und friedlich ausgedrückt wird. Dieses saint-simonistische Märchen schliesst jedoch all diejenigen aus, die eben nicht als Bürger betrachtet werden: die Sans-Papiers, die „Kriminellen“ und all diejenigen, die ausserhalb der bürgerlichen Legalität und Legitimät agieren. All die Unerwünschten, ausgebeutet per Definition. Indem sie so tun als wollten sie eine „reale Demokratie“ kreieren, hat die Bewegung einzig die Entscheidungsmacht zentralisiert durch die Platzbesetzungsversammlungen und deren Auswüchse (wie die Kommissionen der „accampadas“ in Spanien), in der Hoffnung, die Revolutionen im Machrek und im Maghreb nachzuäffen (indem sie ohne jegliche reale Notwendigkeit, in fetischistischer Art und Weise, die sozialen Netzwerke des Typs Facebook benutzten), haben die Empörten einen Staat im Staat, einen Ersatz repräsentativer Demokratie und bürgerlichen Parlementarismus kreiert, wo jeglicher Wille, sich basisdemokratisch zu organisieren und lokal zu handeln, schlichtweg verunmöglicht wurde, insbesondere als in Barcelona der Wille zur Spaltung während der Besetzung, für den zwar mehrheitlich gestimmt wurde, von der Plattform der Besetzung zensiert oder als jegliche Debatte, die den gegebenen Rahmen verlässt, schlichtweg sabotiert wurde. Oder wie in Athen, wo die Empörten dazu aufriefen, die Täter „gewalttätiger Akte“ zu denunzieren und sie der Polizei vorzuwerfen: womit sie staatliche Repression im Namen der Gewaltlosigkeit unterstützten! Indem sie gefangen sind in einer hohlen apolitischen Rhetorik, in einem autoritären und bürokratischen Entscheidungsmodus, in einem abstrakten Pazifismus und einer dogmatischen Gewaltlosigkeit nehmen die Empörten an der Aufrechterhaltung des Status Quo teil, schikanieren sie jegliche Teilnahme Revoltierender oder Revolutionärer und öffnen im Gegenteil den reaktionären Kräften den Weg, die bis dahin auf den öffentlichen Plätzen nichts zu sagen hatten. Die revolutionäre Perspektive für „eine Empörung in Bewegung“ zu opfern bedeutet, den Strick zu flechten, an dem man uns aufhängen möchte.</p>
<p>Sich auf eine befriedete Empörung zu beschränken und auf „die Bankiers“ (obwohl diese, wie andere, mitverantwortlich sind für die Ausbeutung und die miserablen Lebensbedingungen der Mehrheit der Menschheit) zu fokussieren bedeutet, nicht zu sehen, dass sich überall auf der Welt seit dem Beginn der „Wirtschaftskrise“ Revolten, Aufstände und revolutionäre Situationen entluden, nicht nur gegen die Banken, sondern gegen den Kapitalismus, den Staat, die Regierungen, ihre herrschenden Klassen und ihre Bullen, ihre Gesetze, ihre Gerichte, ihre Gefängnisse und ihre Armeen. Es bedeutet, nicht zu sehen, dass die Sparpläne und die „Reformen des Steuersystems und des Banksystems“ die Politik der selben Regierungen und der selben Bourgeoisie ist, die behauptet, Opfer der „Krise“ zu sein und tatsächlich am meisten davon profitiert, um ihre Wirtschaft und ihre Privilegien zu retten.</p>
<p><strong>Die Wut muss handelnd ausgedrückt werden! Gegen den Kapitalismus, gegen den Staat: ES LEBE DIE SOZIALE REVOLUTION! Die Wirtschaft ist krank? SIE SOLL KREPIEREN!</strong></p>
<p style="text-align: right;"><em>Einige AnarchistInnen</em></p>
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		</item>
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		<title>Die Schönheit des Lebens liegt im Grad der eigenen Ununterworfenheit</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Sep 2011 08:05:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abc berlin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anarchismus - Aufstand - Revolte]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
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		<category><![CDATA[Flugblatt von der Strasse]]></category>
		<category><![CDATA[Revolte]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Zürich]]></category>

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		<description><![CDATA[von ch.indymedia.org “Dieser Text wurde Gestern Mittwoch als Flugblatt auf verschiedenen Strassen und Plätzen Zürichs verteilt. Es befindet sich eine ausdruckbare Datei als Flugblatt und als Plakat im Anhang. ” Die Schönheit des Lebens liegt im Grad der eigenen Ununterworfenheit Es gibt Ereignisse, die wie ein Funke den Trott unseres Alltags durchbrechen. Handlungen, die uns [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/09/Die-Sch%C3%B6nheit-des-Lebens-liegt-im-Grad-der-eigenen-Ununterworfenheit.jpg" rel="lightbox[5057]"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-5058" title="Die Schönheit des Lebens liegt im Grad der eigenen Ununterworfenheit - ein Flugblatt, welches auf verschiedenen Strassen und Plätzen Zürichs zirkulierte" src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/09/Die-Sch%C3%B6nheit-des-Lebens-liegt-im-Grad-der-eigenen-Ununterworfenheit-106x150.jpg" alt="Die Schönheit des Lebens liegt im Grad der eigenen Ununterworfenheit - ein Flugblatt, welches auf verschiedenen Strassen und Plätzen Zürichs zirkulierte" width="106" height="150" /></a><em>von <a href="http://switzerland.indymedia.org/de/2011/09/83139.shtml" target="_blank">ch.indymedia.org</a></em></p>
<p><em>“Dieser Text wurde Gestern Mittwoch als Flugblatt auf verschiedenen Strassen und Plätzen Zürichs verteilt. Es befindet sich eine ausdruckbare Datei als <a href="http://andiewaisendesexistierenden.noblogs.org/files/2011/09/ununterworfenheit_flugblatt.pdf">Flugblatt</a> und als <a href="http://andiewaisendesexistierenden.noblogs.org/files/2011/09/ununterworfenheit_plakat.pdf">Plakat</a> im Anhang. ”</em></p>
<h3 style="text-align: center;"><strong>Die Schönheit des Lebens liegt im Grad der eigenen Ununterworfenheit</strong></h3>
<p><strong>Es gibt Ereignisse, die wie ein Funke den Trott unseres Alltags durchbrechen. Handlungen, die uns vom Verlangen erzählen, sich zumindest ein Stück jener Würde zurückzuholen, die wir so oft unter der Resignation begraben. Unter der Resignation gegenüber den Autoritäten aller Art, die uns mit ihren eingebildeten Befehlen „zurechtrücken” wollen, der Resignation gegenüber den Zwängen und Anforderungen einer Gesellschaft, die uns in den unterwürfigen Rollen sehen will, die sie für uns bereithält.</strong><br />
<span id="more-5057"></span><strong>Doch wer hat nicht schon davon geträumt, zumindest ein Teil dieser alltäglichen Gewalt zurück in ihr Gesicht zu werfen?<br />
</strong><br />
Am frühen Morgen des 29. August 2011 haben einige Menschen offenbar nicht bloss geträumt. Sie haben die Polizeiwache Oerlikon mit Steinen und Farbe beworfen. Dabei gingen mehrere Scheiben und Dienstfahrzeuge zu Bruch. Etwas später wurden 2 Personen verhaftet, denen dieser Angriff angelastet wird. Eine davon befindet sich heute noch immer in Untersuchungshaft. Wenn wir dies hier zur Sprache bringen, dann nicht um uns über diese Verhaftungen zu empören, um über Schuld oder Unschuld zu sprechen. Es interessiert uns nicht, wer es war oder nicht, weil wir auch unser eigenes Verlangen in dieser Tat wiedererkennen. Weil alle es hätten gewesen sein können und alle es wieder tun könnten, die ebenfalls ihr eigenes Verlangen darin erkennen…</p>
<p>Wir möchten dieses Ereignis erwähnen, weil es eben ein solcher Funke in unserem Alltag war. Einer unter vielen, die wir, mit der nötigen Aufmerksamkeit, immer wieder, hier und dort aufflackern sehen – von der individuellen Verweigerung bis zur kollektiven Revolte. Diese Akte sind eine Art Kommunikation unter jenen, die genug davon haben, sich den bestehenden Zuständen einfach zu fügen. Eine Sprache, die das Gefasel der Bürokratie und der Politik verwirft, diese ständige Delegation dessen, was doch unser eigenes Leben <em>hier und jetzt</em> betrifft. Sie sind <em>unsere eigene</em> Sprache…</p>
<p>Solche Ereignisse, solche Handlungen zeigen uns, dass das Verlangen nach Freiheit und Selbstbestimmung in den Menschen noch lebt. Und haben wir nicht gerade jüngst gesehen, <em>wie sehr</em> es noch lebt? Von den Aufständen in Nordafrika und England bis zu den italienischen Ausschaffungsknästen, die seit Monaten einer nach dem anderen von massiven Revolten und Ausbrüchen erfasst werden? Und die zerbrochenen Scheiben, an denen wir manchmal auf der Strasse vorbeispazieren? Die Angriffe auf Institutionen und Personen, die eine klare Verantwortung bei der Einsperrung, Unterdrückung und Ausbeutung von Menschen tragen? Sprechen sie nicht auch davon? Die mit eigenen, einfachen Mitteln, wie Spraydosen und Plakaten, auf den Wänden der Städte verbreiteten Gedanken? Wie viele Akte, die von den Medien meist als „Chaotentum” und „Vandalismus” verschrien werden, wurzeln nicht in eben diesem innigen Verlangen nach Ausbruch, nach Entfaltung, nach Selbstbestimmung, nach Freiheit?</p>
<p style="text-align: right;"><em>«Sachschaden verändert doch nicht die Welt.»<br />
</em><em>«Gewiss nicht, aber der Mut zur Revolte, der Verbreitung findet!»</em></p>
<p>Jene, die einmal den Geschmack der Revolte gekostet haben, wissen, dass die Schönheit des Lebens nicht in der Anhäufung von Macht und Waren liegt, sondern im Grad der eigenen Ununterworfenheit. In den Momenten mit erhobenen Köpfen, in denen wir uns von niemandem sagen lassen, was wir zu tun haben und was nicht, in denen wir uns gegenseitig helfen, das zu bekämpfen, was uns unterdrückt und einschränkt. Ein solcher Lebensanspruch kann und will in keiner Nische dieser von Autoritäten, Gesetzen und Geld umstellten Welt Platz finden. Die Freiheit, jene, die nicht eine betrügerische Floskel ist, bedeutet die Beseitigung des Staates, der Polizei, der Gefängnisse und jeglicher Einrichtung des Zwangs; also das Ende der Moral, die diese als erforderlich betrachtet, der Moral, die Repression und Kontrolle vor Solidarität und Selbstorganisation stellt. Diese unsere Freiheit ist Kompromisslos. Sie lässt sich weder kaufen, noch aushandeln. Sie ist kein Zugeständnis, sondern etwas, das man sich nimmt. Und sie wächst mit jedem Moment, in dem sich eine Person entscheidet, die Resignation abzuwerfen, um sich die Würde als Individuum, das sein Leben in den eigenen Händen hält, zu erkämpfen. Mit all den Risiken, die das mit sich bringt…</p>
<h3 style="text-align: center;"><strong>Solidarität mit dem Angriff auf die Polizeiwache Oerlikon!<br />
</strong><strong>Alle Gefangenen raus!<br />
</strong><strong>Für die soziale Revolution, für die Anarchie!</strong></h3>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/09/Die-Sch%C3%B6nheit-des-Lebens-liegt-im-Grad-der-eigenen-Ununterworfenheit.jpg" rel="lightbox[5057]"><img class="aligncenter size-full wp-image-5058" title="Die Schönheit des Lebens liegt im Grad der eigenen Ununterworfenheit - ein Flugblatt, welches auf verschiedenen Strassen und Plätzen Zürichs zirkulierte" src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/09/Die-Sch%C3%B6nheit-des-Lebens-liegt-im-Grad-der-eigenen-Ununterworfenheit.jpg" alt="Die Schönheit des Lebens liegt im Grad der eigenen Ununterworfenheit - ein Flugblatt, welches auf verschiedenen Strassen und Plätzen Zürichs zirkulierte" width="600" height="849" /></a></p>
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		<title>Plakat: WÄHLT VAN DER LUBBE!</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Sep 2011 07:58:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abc berlin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anarchismus - Aufstand - Revolte]]></category>
		<category><![CDATA[Widerstand]]></category>
		<category><![CDATA[Anarchie]]></category>
		<category><![CDATA[Flugblatt von der Strasse]]></category>
		<category><![CDATA[Marinus van der Lubbe]]></category>
		<category><![CDATA[Poster von der Strasse]]></category>

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		<description><![CDATA[von an die Waisen des Existierenden Bürger! Die Wahlen rücken näher. Wisst ihr schon wen wählen? Wenn ihr von den üblichen Politikern enttäuscht seit, die alles versprechen und nichts halten, Wenn ihr diese alberne, alte und langweilige politische Klasse satt habt, Wenn ihr denkt, dass der Ort, an dem die Macht ausgeübt wird, etwas Wärme [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/09/W%C3%A4hlt-Van-der-Lubbe.jpg" rel="lightbox[5070]"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-5071" title="WÄHLT VAN DER LUBBE! SCHICKT EINEN BRANDSTIFTER INS PARLAMENT! ER IST DIE RICHTIGE PERSON AN DER RICHTIGEN STELLE!" src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/09/W%C3%A4hlt-Van-der-Lubbe-106x150.jpg" alt="WÄHLT VAN DER LUBBE! SCHICKT EINEN BRANDSTIFTER INS PARLAMENT! ER IST DIE RICHTIGE PERSON AN DER RICHTIGEN STELLE!" width="106" height="150" /></a><em>von <a href="http://andiewaisendesexistierenden.noblogs.org/post/2011/08/04/plakat-wahlt-van-der-lubbe/" target="_blank">an die Waisen des Existierenden</a></em></p>
<p style="text-align: center;">Bürger! Die Wahlen rücken näher. Wisst ihr schon wen wählen?<br />
Wenn ihr von den üblichen Politikern enttäuscht seit, die alles versprechen und nichts halten,<br />
Wenn ihr diese alberne, alte und langweilige politische Klasse satt habt,<br />
Wenn ihr denkt, dass der Ort, an dem die Macht ausgeübt wird, etwas Wärme nötig hat,<br />
Wenn ihr genug habt von den Hierarchien, Privilegien und Geschäftemachereien…<br />
WÄHLT MARINUS VAN DER LUBBE!</p>
<p style="text-align: center;">Van der Lubbe: er ist jung, mutig, voller Feuer und Leidenschaft.<br />
Van der Lubbe: der einzige Mensch der mit ehrlichen Absichten ein Parlament betrat.<br />
Van der Lubbe: er ist der Kandidat, der all die Wirrungen der Politik auflösen wird.</p>
<p style="text-align: center;"><strong> WÄHLT VAN DER LUBBE!</strong><br />
<strong>SCHICKT EINEN BRANDSTIFTER INS PARLAMENT!</strong><br />
<strong>ER IST DIE RICHTIGE PERSON AN DER RICHTIGEN STELLE!</strong></p>
<p><span id="more-5070"></span></p>
<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/09/brandstifter_ins_parlarment.jpg" rel="lightbox[5070]"><img class="aligncenter size-full wp-image-5092" title="WÄHLT VAN DER LUBBE! SCHICKT EINEN BRANDSTIFTER INS PARLAMENT! ER IST DIE RICHTIGE PERSON AN DER RICHTIGEN STELLE!" src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/09/brandstifter_ins_parlarment.jpg" alt="WÄHLT VAN DER LUBBE! SCHICKT EINEN BRANDSTIFTER INS PARLAMENT! ER IST DIE RICHTIGE PERSON AN DER RICHTIGEN STELLE!" width="600" height="398" /></a></p>
<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/09/W%C3%A4hlt-Van-der-Lubbe.jpg" rel="lightbox[5070]"><img class="aligncenter size-full wp-image-5071" title="WÄHLT VAN DER LUBBE! SCHICKT EINEN BRANDSTIFTER INS PARLAMENT! ER IST DIE RICHTIGE PERSON AN DER RICHTIGEN STELLE!" src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/09/W%C3%A4hlt-Van-der-Lubbe.jpg" alt="WÄHLT VAN DER LUBBE! SCHICKT EINEN BRANDSTIFTER INS PARLAMENT! ER IST DIE RICHTIGE PERSON AN DER RICHTIGEN STELLE!" width="600" height="849" /></a></p>
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		<title>Lavrion, Attica: Anarchistische Intervention zum Thema ökonomische Krise…in Griechenland</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Sep 2011 22:45:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abc berlin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anarchismus - Aufstand - Revolte]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Widerstand]]></category>
		<category><![CDATA[Flugblatt von der Strasse]]></category>
		<category><![CDATA[Griechenland]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Lohnsklaverei]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstorganisierung]]></category>

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		<description><![CDATA[Gefunden auf der Webseite des griechischen Übersetzungskollektivs Contra Info. Am Morgen des 1. September mischten sich AnarchistInnen auf dem Markt der Stadt in die Debatte um die ökonomische Krise ein und stießen auf zumeist freundliche Resonanz. Hier der Text, der verteilt wurde. Hier ein paar Gedanken zum Thema Krise Einer in der letzten Woche durchgeführten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/09/Das-nationale-Interesse-ist-nicht-dass-der-Armen-sondern-dass-der-Herrschenden.jpg" rel="lightbox[5014]"><img class="size-medium wp-image-5017 alignright" title="Das nationale Interesse ist nicht dass der Armen, sondern dass der Herrschenden. - ein Graffiti an den Wänden von Griechenland" src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/09/Das-nationale-Interesse-ist-nicht-dass-der-Armen-sondern-dass-der-Herrschenden-250x187.jpg" alt="Das nationale Interesse ist nicht dass der Armen, sondern dass der Herrschenden. - ein Graffiti an den Wänden von Griechenland" width="150" height="112" /></a><em>Gefunden auf der Webseite des <a href="http://de.contrainfo.espiv.net/2011/09/05/lavrion-attica-anarchistische-intervention-zum-thema-okonomische-krise/" target="_blank">griechischen Übersetzungskollektivs Contra Info</a>.</em><br />
<em> Am Morgen des 1. September mischten sich AnarchistInnen auf dem Markt der Stadt in die Debatte um die ökonomische Krise ein und stießen auf zumeist freundliche Resonanz. Hier der Text, der verteilt wurde.</em></p>
<h3 style="text-align: center;"><strong>Hier ein paar Gedanken zum Thema Krise</strong></h3>
<p>Einer in der letzten Woche durchgeführten Umfrage entsprechend, wurde offensichtlich und offiziell erfasst, was jede(r) bereits wusste: Die Arbeitslosenquote stieg in einem nie dagewesenen Tempo.<br />
<span id="more-5014"></span><br />
Obwohl wir über eine Touristensaison sprechen, die mit saisonaler Beschäftigung einhergeht, erreichte die offizielle Arbeitslosenquote demnach 16,6%, d.h. 812.000 ArbeiterInnen blieben ohne Arbeit. Wenn auch die Menschen berücksichtigt werden, die in Teilzeit arbeiten und überhaupt nicht in der Statistik erfasst werden, wird verständlich, dass wir nicht nur ein paar Jahre zurück versetzt werden, sondern gleich in die „wundervollen“ 60er Jahre.</p>
<p>Allerdings ist die Situation für Menschen, die arbeiten, auch nicht viel besser. Der zehnstündige Arbeitstag wurde zum Gesetz, die Löhne wurden drastisch gekürzt und das was geblieben ist vom Wohlfahrtsstaat (welchen wir als indirektes Gehalt und ein Gewinn erkennen sollten) verschwindet – alles im Namen der nationalen Sanierung.</p>
<p>Es ist wichtig die Gründe zu verstehen, warum dieses alles passiert. Wenn wir die griechische Regierung und die Fernsehsender ernst nehmen, müssen wir zu dem Schluss kommen, dass wir angeblich einer Schulden-Hölle begegnen, die zurückgezahlt werden muss, weil sonst IWF und unsere Kreditoren uns bestrafen werden. Stimmt das?</p>
<p>Stehen die Löhne im privaten Sektor z.B. tatsächlich in Relation zur Schuldenrückzahlung des Staates? Und in dem Fall, dass das Memorandum nicht unterzeichnet worden wäre, wäre dann alles in Ordnung? Warum existieren dann ähnliche Maßnahmen in einer Reihe von Ländern, die niemals einem Memorandum zugestimmt haben. (Vereinigtes Königreich, USA, Italien und Frankreich) oder sogar in Ländern mit Profitrate (Deutschland)? Könnte es sein, dass diese Maßnahmen eine Entschuldigung sind und auf unsere Unwissenheit angewiesen sind?</p>
<p>Gewissenhaft verstecken die Massenmedien vor uns die unbequeme Wahrheit. Die Krise des Kapitals wird zu einer Krise der Arbeit, durch die in der gesamten westlichen Welt getroffenen Maßnahmen. Sie wälzen die gesamte Last ihrer „Sünden“ auf unseren Rücken ab.</p>
<p>Sie geben hunderte von Milliarden aus, um Banken zu retten, während sie Kredite bei diesen zu noch schlechteren Konditionen aufnehmen. In anderen Worten, sie verwandeln private Schulden in Fiskal-Defizit. Ihr Ziel ist es, unsere Arbeit abzuwerten und wieder einmal die westlichen Ökonomien wettbewerbsfähig zu den östlichen zu halten. Dadurch werden wir entweder als ArbeiterInnen „chinaisiert“ oder, wie uns erzählt wird, wir sinken in den Abgrund. Aber jede(r) von uns weiß schon nur allzu gut, dass wir uns in kompletter Dunkelheit der Unsicherheit, Armut und des Elends befinden. Wir zählen jedes Mal das knappe Geld in der Brieftasche zusammen, wenn wir zum Supermarkt gehen und und quälen uns darüber, ob wir es bis zum Ende des Monats schaffen.</p>
<p>Der Lösungsweg ist bekannt: kollektive Kämpfe an Arbeitsplätzen und in unseren Vierteln. Verwandeln wir die klassenkämpferischen Gewerkschaften und die Nachbarschaftsversammlungen in unsere Waffen gegen die Diktaturen der Monopole. Lasst uns keinen einzigen Moment unsere Lebens verschwenden. Zusammen können wir nicht nur gemeinsam das Rad der Geschichte wieder zurückdrehen, sondern zurückschlagen und einfordern, was wir verdienen: Alles!</p>
<p>Beim nächsten Mal, wenn du verzweifelst, wie du deine Stromrechnung begleichen sollst, wie du die Stunden der Kinder oder das Essen im Supermarkt bezahlst, bedenke, dass es sich um keinen notwendigen Zustand handelt. Es hängt alles davon ab, ob du für eine Veränderung bereit bist zu kämpfen.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Wir schulden niemandem etwas, sie schulden es uns!<br />
Der Wohlstand gehört den ArbeiterInnen, nicht dem Kapital!</strong></p>
<h3 style="text-align: center;"><strong> <strong>TERRORISMUS IST DIE LOHNSKLAVEREI<br />
ARBEITERINNEN, IHR KÖNNT AUF CHEFS VERZICHTEN!</strong></strong><em></em></h3>
<p style="text-align: center;"><em>Anarchistische Initiative, Lavrion</em></p>
<p><a href="http://athens.indymedia.org/front.php3?lang=el&amp;article_id=1329369" target="_blank">Quelle</a></p>
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		<title>Sich von den Zwängen des Alltäglichen lösen&#8230;</title>
		<link>http://www.abc-berlin.net/sich-von-den-zwaengen-des-alltaeglichen-loesen</link>
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		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 16:36:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abc berlin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anarchismus - Aufstand - Revolte]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Demonstration]]></category>
		<category><![CDATA[Poster von der Strasse]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 3. September wird es eine große Demonstration auf den Straßen Berlins geben, mit welcher der Protest gegen steigende Mieten, Luxussanierungen und -modernisierungen und der daraus resultierenden Verdrängung und Vertreibung in die Öffentlichkeit getragen werden soll. Ein weiterer Aufruf zur Demo mit dem Titel &#8220;Sich von den Zwängen des Alltäglichen lösen&#8230;&#8221; ist in den letzten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/08/Sich-von-den-Zwängen-des-Alltäglichen-lösen....jpg" rel="lightbox[4967]"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-4986" title="Sich von den Zwängen des Alltäglichen lösen...für die völlige Wiederaneignung unseres Lebens" src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/08/Sich-von-den-Zwängen-des-Alltäglichen-lösen...-106x150.jpg" alt="Sich von den Zwängen des Alltäglichen lösen...für die völlige Wiederaneignung unseres Lebens" width="106" height="150" /></a><em>Am 3. September wird es <a href="http://mietenstopp.blogsport.de/demo/" target="_blank">eine große Demonstration auf den Straßen Berlins</a> geben, mit welcher der Protest gegen steigende Mieten, Luxussanierungen und -modernisierungen und der daraus resultierenden Verdrängung und Vertreibung in die Öffentlichkeit getragen werden soll.<br />
Ein weiterer Aufruf zur Demo mit dem Titel &#8220;<strong>Sich von den Zwängen des Alltäglichen lösen&#8230;</strong>&#8221; ist in den letzten Tagen auf den Mauern der Stadt aufgetaucht.</em></p>
<p>Es ist offenkundig: die herrschende Ordnung befindet sich in einer tiefen Krise. Eigentlich wissen alle Bescheid, dass es so nicht weitergehen kann. Die Antwort der Politik auf die Probleme ist der soziale Angriff von Oben, ganz im Sinne des Kapitals und des Profits: alles für die Wirtschaft, nichts für den Menschen. Zumindest nicht für diejenigen, welche nicht die Privilegien der besitzenden Klasse genießen. Sozialabbau, Lohnkürzungen, prekäre Arbeitsverhältnisse und Arbeitslosigkeit sind die Konsequenzen die wir zu spüren kriegen. Gleichzeitig wird die Stadt verscherbelt. Großbauprojekte, Wohnraumsanierung und die Umgestaltung des öffentlichen Raums gehen einher mit Mieterhöhung, Verdrängung und sozialer Kontrolle. Der Urbanismus der modernen Zeit lässt jegliches Leben ersticken.<br />
<span id="more-4967"></span><br />
<h3>Sich von den Zwängen des Alltäglichen lösen&#8230;</h3>
<p>Müssen wir das alles so hinnehmen? Nein, im Gegenteil.<br />
Es gibt viele Möglichkeiten durch unser Handeln in diesen Prozess einzugreifen und das Bestehende in Frage zu stellen. Damit meinen wir weder den Gang zur Wahlurne noch den Bürger_innentscheid, denn dass der Senat und seine Schergen auf unsere Meinung scheißt haben sie in der Vergangenheit zu Genüge bewiesen.</p>
<p>Wir wollen vielmehr nachhaltige, selbst-organisierte Strukturen, wie sie in vielen Kiezen bereits im entstehen sind als Bezugspunkte nehmen, damit die Menschen zusammen kommen, die von den selben Problemen betroffen sind.<br />
Wir wollen mit den Möglichkeiten, unseren Alltag anders zu organisieren, experimentieren. Jenseits jeglicher Autorität und Institution.<br />
Wir wollen die Ursachen der Probleme ergründen um sie anzugreifen und unser Leben in die eigenen zu Hände nehmen. Solidarisch und selbstbestimmt.<br />
Wir wollen die trostlosen Betonwände durch Plakate, Wandzeitungen und Parolen zum Sprechen bringen um die zu Wort kommen zu lassen die sonst nicht gehört werden. Wir wollen uns die öden Freiflächen aneignen und zu Gemeinschaftsgärten und Nachbarschaftstreffs umfunktionieren.<br />
Wir wollen die leerstehenden Häuser mit Leben füllen und den Verantwortlichen für Verdrängung einen Strich durch die Rechnung machen. Wir wollen den Glasfassaden der Konsumwelt ihren falschen Glanz rauben, die Überwachungskameras erblinden und die Bagger auf der Luxusbaustelle streiken lassen. Wir wollen die Verhältnisse zum Tanzen bringen.</p>
<h3>&#8230; für die völlige Wiederaneignung unseres Lebens</h3>
<p>&nbsp;</p>
<h3 style="text-align: center;">Mietenstopp-Demo // 3. September // 14 Uhr Hermannplatz</h3>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/08/Sich-von-den-Zwängen-des-Alltäglichen-lösen....jpg" rel="lightbox[4967]"><img class="aligncenter size-full wp-image-4986" title="Sich von den Zwängen des Alltäglichen lösen...für die völlige Wiederaneignung unseres Lebens" src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/08/Sich-von-den-Zwängen-des-Alltäglichen-lösen....jpg" alt="Sich von den Zwängen des Alltäglichen lösen...für die völlige Wiederaneignung unseres Lebens" width="600" height="849" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Charlie Bauer &#8211; Revolutionär und Gefährte im Kampf gegen Knast und Staat verstorben</title>
		<link>http://www.abc-berlin.net/charlie-bauer-revolutionaer-und-gefaehrte-im-kampf-gegen-knast-und-staat-verstorben</link>
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		<pubDate>Fri, 26 Aug 2011 07:05:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abc berlin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anarchismus - Aufstand - Revolte]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Charlie Bauer]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[gestorben im Kampf]]></category>
		<category><![CDATA[Jaques Mesrine]]></category>
		<category><![CDATA[Tod im Knast]]></category>

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		<description><![CDATA[Charles Bauer, geboren am 24. Februar 1943 in Marseille (FR), verstarb am 7. August 2011 in Montargis (FR) im Alter von 68 Jahren. Ein Herzinfarkt riss ihn unvorhersehbar aus seinem kämpferischen Leben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/08/Charlie-Bauer.jpg" rel="lightbox[4939]"><img class="alignright size-medium wp-image-4941" title="Charles Bauer, geboren am 24. Februar 1943 in Marseille (FR), verstarb am 7. August 2011 in Montargis (FR) im Alter von 68 Jahren. Ein Herzinfarkt riss ihn unvorhersehbar aus seinem kämpferischen Leben." src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/08/Charlie-Bauer-250x232.jpg" alt="Charles Bauer, geboren am 24. Februar 1943 in Marseille (FR), verstarb am 7. August 2011 in Montargis (FR) im Alter von 68 Jahren. Ein Herzinfarkt riss ihn unvorhersehbar aus seinem kämpferischen Leben." width="175" height="162" /></a>Charles Bauer, geboren am 24. Februar 1943 in Marseille (FR), verstarb am 7. August 2011 in Montargis (FR) im Alter von 68 Jahren. Ein Herzinfarkt riss ihn unvorhersehbar aus seinem kämpferischen Leben.</p>
<p><em>„Ich erteile keine Lektionen, ich bin weder Vater Courage noch Rambo. So soll man mich nicht sehen. Wenn ich jemand in seinem Elend sehe, sag ich ihm: „Steh auf und mach was!“&#8221;</em></p>
<p>Er wuchs auf in der Estaque, eines der Viertel Marseilles, in denen ein besonders rauer Wind wehte. Schon früh schloss er sich einer Jugendbande an, um auf der einen Seite ein wenig Geld zum Überleben zu organisieren und auf der anderen Seite, um dem tristen Alltag zu entfliehen. Die damit verbunden Unannehmlichkeiten mit den Bullen und Justiz waren vorprogrammiert, doch sein Leben der alltäglichen Revolte begrub schnell die Logik von staatlicher Justiz und Repression.<br />
<span id="more-4939"></span><br />
<em>„Unser Krieg fand auf der Straße und nicht in den Schützengräben statt. Der Krieg hat schon bald mit uns gespielt. Ein künstlicher Krieg mit richtigen Toten und Verletzten. Wir glaubten nicht an den großen Sieg, das letzte Gefecht. Unser Sieg war der Alltag, unser Kampf die Verweigerung, die Ablehnung der Zorn, die Revolte eines jeden einzelnen und der bestehenden Gruppen. Die Zeit für einen allgemeinen Aufstand war noch nicht gekommen.<br />
Ein Bruch mit der Autorität, Bruch mit den gesellschaftlichen Bindungen&#8230;.“</em></p>
<p>Die Bande brach in Modegeschäfte und Juweliere ein und überließ Teile der Beute den Leuten auf der Straße. So ging das bis 1964, in dem Jahr wo er und seine Komplizen von einer Armada von CRS-Bullen (franz. Spezialeinheit) gestellt und verhaftet wurde.<br />
Im Untersuchungsgefängnis wurde er bestialisch gefoltert, um ihm ein Geständnis heraus zu locken, was den Schergen des Staates jedoch nicht gelang. Die Anklage lautete „Diebstahl und Einbruch“, „das Tragen von Waffen“ und „Zugehörigkeit in einer kriminellen Vereinigung“. Die folgenden 14 Jahre verbrachte er in dutzenden Knästen Frankreichs. Isolationshaft, Arreststrafen, Hochsicherheitsträkte, Misshandlung und Demütigung prägten diese Jahre ebenso wie die Rebellion, Hass, Ablehnung und zahlreiche Ausbruchsversuche.</p>
<p>1978 kam er auf Bewährung frei. Er zog mit seiner Freundin nach Caen, wo er anfing in einem linken Buchladen zu arbeiten. Er organisierte Veranstaltungen, publizierte Texte und organisierte sich in Komitees und in antifaschistischen Zusammenhängen. Die Theorie des Anarcho-Kommunismus, seine militante Praxis und der Hang zu einfachster „Illegalität“ führten `78 zu einem erneuten Bruch in seinem Leben. Schon oft hielt er sich aus beruflichen Gründen in Paris auf. Dort sollte er Jaques Mesrine „den Staatsfeind Nr.1“ treffen, der erst kurz zuvor aus dem Hochsicherheitstrakt ausgebrochen war.<br />
Der Kampf gegen die Knäste, besonders gegen die Hochsicherheitsträkte verbanden beide innigst. Zusammen planten sie einen Sprengstoffanschlag auf einen dieser Spezialknäste, der jedoch nie verübt wurde, denn Mesrine wurde vorher durch auf ihn angesetzte Bullen erschossen. Ein paar Tage danach wurde auch Charlie und seine Frau verhaftet, die zusammen, während Charlie noch im Knast saß ein Kind bekamen.</p>
<p>Erneut stand er, unter der Anklage „die rechte Hand Mesrines“ gewesen zu sein, vor Gericht. Diese Freundschaft sollte auf das Urteil erheblichen Einfluss haben. 10 weitere Jahre, gegeiselt in der modernen Hölle des Justizapparats, durchwanderte er wieder Züchtigungen, Isolation und die Hochsicherheit. Ständiger Begleiter: sein phantastischer Widerstandsgeist, sein Zorn und seine menschliche Würde. Er nahm am Hungerstreik und an anderen Aktionen teil, um den Forderungen nach Menschlichkeit in einer unmenschlichen Umgebung Nachdruck zu verschaffen. 25 Jahre hinter Gittern, davon 9 Jahre in Isolationshaft.<br />
Niemals ein Märtyrer, niemals Idol. Ein einfacher Mensch aus armen Verhältnissen, mit einem sensiblen Sinn für Gerechtigkeit, an dessen Leben wir durch seine Bücher und Texte dankend teilnehmen dürfen&#8230;..</p>
<p><em>„Ich habe da geschrieben, wo das Wort verboten ist, an den Orten der absoluten Isolation, in den Hochsicherheitsgefängnissen von Fresnes, Fleury, Lisieux, Mende oder anderswo. Das war gestern&#8230;<br />
Und ich weiß, dass dieses Verbot heute andere erleben. Und morgen wird es, wenn wir nicht aufpassen, noch schlimmer werden, weil es offensichtlich immer etwas Schlimmeres als das Schlimmste gibt.<br />
Es gibt keine konventionelle universelle Maßeinheit, um diesen oder jene Grad des Schmerzes zu bestimmen; es muss als solches denunziert werden, ob durch Gefängnis, Folter, Ausschluss, Hochsicherheitstrakt, Isolationshaft, Unterdrückung, Repression, Herrschaft, Ausbeutung usw. usf.<br />
Es gibt ein neues Bewusstsein, dem die Kritik an der politischen Macht, wie sie außerhalb der Gefängnismauern repräsentiert und ertragen wird, eine starke soziale Bedeutung verleiht. Was die Regierung auch immer unternehmen wird und wie entschlossen sie auch immer sein mag, dieses Bewusstsein zu brechen und zu zerstören – der Kampf kann sich dadurch nur weiter radikalisieren, und sei es in den Kampfformen der Verzweiflung.<br />
Die Spirale ist unabwendbar. Jeder – wenn nicht alle – ist dafür verantwortlich.“</em></p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>London Calling</title>
		<link>http://www.abc-berlin.net/london-calling</link>
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		<pubDate>Thu, 25 Aug 2011 19:38:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abc berlin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anarchismus - Aufstand - Revolte]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Polizeigewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Aufstand]]></category>
		<category><![CDATA[England]]></category>
		<category><![CDATA[London]]></category>
		<category><![CDATA[Mark Duggan]]></category>
		<category><![CDATA[polizeiliche Todesschüsse]]></category>
		<category><![CDATA[Poster von der Strasse]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach den Ereignissen auf den Straßen von London und in anderen Städten in England vor wenigen Wochen, ist in den letzten Tagen ein Poster mit dem Titel &#8220;London Calling&#8221; auf den Straßen von Berlin aufgetaucht. Nachdem Mark Duggan am 4. August durch polizeiliche Todesschüsse sein Leben verlor, kam es zuerst in London, kurz danach auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/08/london-calling-de.jpg" rel="lightbox[4922]"><img class="size-thumbnail wp-image-4926 alignright" title="London Calling - auf den Straßen Berlins ist nach den Ereignissen in Englang ein Poster aufgetaucht" src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/08/london-calling-de-150x106.jpg" alt="London Calling - auf den Straßen Berlins ist nach den Ereignissen in Englang ein Poster aufgetaucht" width="150" height="106" /></a><em> Nach den Ereignissen auf den Straßen von London und in anderen Städten in England vor wenigen Wochen, <em>ist in den letzten Tagen ein Poster mit dem Titel <strong>&#8220;London Calling&#8221;</strong> auf den Straßen von Berlin aufgetaucht.<br />
Nachdem <a title="Krawalle nach polizeilichen Todesschüssen in London" href="http://www.abc-berlin.net/krawalle-nach-polizeilichen-todesschuessen-in-london">Mark Duggan am 4. August durch polizeiliche Todesschüsse sein Leben verlor</a>, kam es zuerst in London, kurz danach auch in anderen Städten, zu kollektiven Ausbrüchen von Anwohner_innen, die sich das aneigneten, was ihnen tagtäglich als Notwendigkeit des Lebens vorgehalten wird.<br />
</em></em></p>
<h3 style="text-align: center;">London Calling</h3>
<p><strong>Am Donnerstag, den 4. August 2011, hat die Londoner </strong><em><strong>Metropolitan</strong></em><strong> Polizei Mark Duggan, 29, in Tottenham, im nördlichen London erschossen. Die Unfähigkeit der Polizei, Licht in die Umstände der brutalen Ermordung zu bringen, schürte das Feuer noch mehr und löste Londonweit und darüber hinaus Aufstände aus.</strong><br />
<span id="more-4922"></span><br />
<strong>Wie nicht anders zu erwarten, haben die Medien mit Empörung und oft mit purem Unverständnis reagiert. Wir jedoch haben das schon lange Zeit kommen sehen und sind froh, dass es nun so gekommen ist. </strong></p>
<p>Ob es möglich ist, die tatsächlichen Ursprünge solch eines Aufstandes zu identifizieren oder nicht ist nicht unbedingt wichtig. Die Polizei gab an, dass die „Vorfälle“ um ungefähr 20.30 Uhr des Abends begonnen hatten, als im Anschluss an eine Demonstration vor der Tottenhamer Polizeistation zwei Streifenwagen attackiert wurden. Die Demonstration war von Marks Freund_innen und Familie organisiert worden, um Antworten bezüglich des Todes ihres Angehörigen zu fordern.</p>
<p>Seitdem folgte ein Brandanschlag (auf Mülleimer, Autos und Gebäude) auf den nächsten, genauso wie eine Plünderung auf die nächste, als Teil eines Straßenkampfes, der sich innerhalb von Stunden über die Grenzen von Tottenham hinaus ausbreitete. Sonntag hatte sich der Massenprotest bereits bis in andere Bezirke im Norden Londons sowie nach Brixton, Peckham und sogar Croydon, im Süden der Stadt, ausgebreitet. Bereits in der dritten Nacht waren die Ausschreitungen keinesfalls mehr nur auf London begrenzt. Birmingham, Bristol, Liverpool und Nottingham hatten die Feuer des Aufstandes bereits zu spüren bekommen und das in einem Ausmaß, das in England seit den „Poll Tax (Gemeindesteuer) Aufständen“ (Massenunruhen 1990), nicht mehr vorgekommen ist. In der vierten Nacht eskalierte die Situation in Manchester, Salford, Wolverhampton, Gloucester und West Bromwich.</p>
<p>Wir sind angewidert von der Medienhysterie als Reaktion auf die Beschädigung und Plünderungen von Großunternehmen. Es ist einfach, die Plünderungen als banale Kriminalität abzutun, doch sie können auch auf andere Art verstanden werden. Die geltenden Gesetze zum Schutz von Eigentum sind dazu da, die Eigentümer_innen zu schützen, um die Besitzenden vor den Besitzlosen zu schützen. In Anbetracht der finanziellen und materiellen Beschränkungen, die unsere Leben definieren, ist es nicht erstaunlich, dass die Beteiligten sich entscheiden zunächst diejenigen Dinge zurück zu holen, die sonst nicht erreichbar wären, wenn wir einen Moment erleben, in dem die Kontrolle der Autoritäten, die wir nicht wollen und nicht respektieren, aussetzt. Uns wird beigebracht gehorsam zu konsumieren, Mensch erntet was mensch säht.</p>
<p>Wir sehen mit Freude zu, wie große (Lebensmittel-)ketten zerstört und geplündert werden. Aber wir sehen gleichzeitig keinerlei Sinn darin, lokale Zeitungskioske auszurauben und anzugreifen. Während wir nicht Zögern würden, die Polizei mit Gewalt von unseren Straßen zu vertreiben, dulden wir keine Angriffe auf Zuschauer_innen und Passant_innen und wollen auch nicht erleben, dass Häuser, in denen Menschen wohnen, angezündet werden.</p>
<p>Wir haben viele Fragen dazu, was in England stattgefunden hat und aktuell weiterhin stattfindet. Wir wollen sicherlich nicht jede Tat oder jede_n Akteur_in glorifizieren, aber wir sind dennoch solidarisch mit denen, die sich für die Revolte entschieden haben. Es ist von höchster Bedeutung, die Geschehnisse in ihrem sozialen und ökonomischen Kontext zu betrachten. Die systematische Herabwürdigung und Atomisierung von Arbeiter_innenvierteln durch die verschiedenen aufeinanderfolgenden Regierungen haben eine unzufriedene, wütende Jugend hervorgebracht. Der Mord an Mark Duggan war der Funke, der eine soziale Explosion bei diesen jungen Menschen ausgelöst hat, die das Gefühl haben, dass sie wenig zu verlieren haben.</p>
<p>Wir hoffen dass, nachdem die ersten Verlockungen von opportunistischen Plünderungen ihren Glanz verloren haben, sich die Aufmerksamkeit auf strategischere Ziele richten wird, durch deren Angriff die Staatsmacht weiter destabilisiert werden kann. Polizeistationen, Gerichte, Verwaltungsbüros und Gefängnisse bilden die Basis der vom Staat ausgehenden Gewalt und Brutalität und es sind auch diese Institutionen, unter deren Kontrolle die Strafen ausgeteilt werden, die über die Einzelnen verhängt werden, die sich dazu entschieden haben, Widerstand zu leisten.</p>
<p>Aber weder wir noch sonst jemand kann diese soziale Revolte kapern, anleiten, oder dirigieren. Die Stärke dieses Widerstandes liegt jenseits von Ideologien und sein Ausdruck kann und sollte nicht von Jenen, die das Ganze lediglich beobachten, in Schubladen gezwängt werden!</p>
<h4 style="text-align: center;">Noch ein Mord durch Bullen.<br />
Von London bis Berlin: All Cops Are Bastards!<br />
Dennis J, Slieman Hamade, Oury Jalloh (Deutschland), Ian Tomlinson und jetzt Mark Duggan (UK)</h4>
<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/08/london-calling-de.jpg" rel="lightbox[4922]"><img class="aligncenter size-full wp-image-4926" title="London Calling - auf den Straßen Berlins ist nach den Ereignissen in Englang ein Poster aufgetaucht" src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/08/london-calling-de.jpg" alt="London Calling - auf den Straßen Berlins ist nach den Ereignissen in Englang ein Poster aufgetaucht" width="600" height="424" /></a></p>
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		<title>Vom Kampf im Val Susa, von Sabotage und Distanzierungen…</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Aug 2011 20:29:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abc berlin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anarchismus - Aufstand - Revolte]]></category>
		<category><![CDATA[Demonstration]]></category>
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		<category><![CDATA[TAV-Projekt]]></category>
		<category><![CDATA[Val di Susa]]></category>

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		<description><![CDATA[von an die Waisen des Existierenden Am 24. Juli entfachte beim Bahnhof von Tiburtina in Rom ein riesiger Brand, den die Feuerwehr erst innert fünfzehn Stunden auslöschen konnte und der das nationale Eisenbahnnetz blockierte. Dieser Brand brach in einem Neubau auf einer Baustelle von einem der Hauptknotenpunkte des TAV-Eisenbahnnetzes aus. Angesichts der Schäden und der Schwierigkeit, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/08/brand-im-Bahnhof-von-Tiburtina-in-Rom.jpg" rel="lightbox[4890]"><img class="alignright size-medium wp-image-4891" title="Brand im Bahnhof Tiburtina in Rom am 24. Juli 2011" src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/08/brand-im-Bahnhof-von-Tiburtina-in-Rom-250x189.jpg" alt="Brand im Bahnhof Tiburtina in Rom am 24. Juli 2011" width="150" height="113" /></a><em>von <a href="http://andiewaisendesexistierenden.noblogs.org/post/2011/08/17/vom-kampf-im-val-susa-von-sabotage-und-distanzierungen/" target="_blank">an die Waisen des Existierenden</a></em></p>
<p>Am 24. Juli entfachte beim Bahnhof von Tiburtina in Rom ein riesiger Brand, den die Feuerwehr erst innert fünfzehn Stunden auslöschen konnte und der das nationale Eisenbahnnetz blockierte. Dieser Brand brach in einem Neubau auf einer Baustelle von einem der Hauptknotenpunkte des TAV-Eisenbahnnetzes aus. Angesichts der Schäden und der Schwierigkeit, die Ruinen zu analysieren, ging gleichsam der Verdacht über eine Anti-TAV Sabotage [TAV=Hochgeschwindigkeitszug], wie jener eines Kurzschlusses um. Selbstverständlich haben sich die Vertreter der Anti-TAV Bewegung ab dieser Mutmassung entrüstet. Diese Bewegung, von der stets so gutmütig behauptet wird, dass alles und alle nebeneinander auskommen…<br />
<span id="more-4890"></span><br />
Im Val Susa findet seit nun etwa 10 Jahren Widerstand gegen den dortigen Bau einer Eisenbahnstrecke für Hochgeschwindigkeitszüge statt. Mit den wiederaufgenommenen Bauerbeiten diesen Sommer begannen die Kämpfe, nach 5 Jahren relativer Ruhe, im Tal wieder aufzuleben. Die Teilnehmer an diesem Kampf sind äusserst divers. So sind, neben den zahlreichen Anarchisten, natürlich vor allem grosse Massen an „bürgerprotestlerischen“ Bewegungen präsent (was man im Französischen gut unter dem Begriff <em>citoyenisme </em>versteht). Und, wie es nicht selten bei Massenbewegungen der Fall ist, begannen darin leider auch Gefährten, „Politik“ zu machen und auf opportunistische Spielereien einzusteigen. Man passt die Sprache an, man passt die Praktiken an…</p>
<p>Darum haben wir folgend einen kurzen Text von italienischen Gefährten (Original: <a href="http://finimondo.org/node/355" target="_blank">www.finimondo.org</a>) übersetzt, die anhand der oben genannten mutmasslichen Brandsabotage in Rom einige dieser Problematiken zumindest aufwerfen….<br />
Weiter unten folgt eine kurze Chronologie von Ereignissen von Anfangs Juli bis jetzt, darunter eine weitere Dissoziation nach einem Brand von mehreren Lastwagen einer TAV-Baufirma in Val Susa.<br />
Zuletzt jener Teil der Chronologie des Kampfes im Val Susa, der schon in der ersten Ausgabe der anarchistischen Zeitschrift <em><a href="https://andiewaisendesexistierenden.noblogs.org/post/2011/07/29/1-ausgabe-von-grenzenlos-anarchistische-zeitschrift-zurich-juli-2011/" target="_blank">Grenzenlos</a></em> veröffentlicht wurde.</p>
<p><strong><br />
Das Drahtseil</strong></p>
<p>Während im Val Susa das Gefecht tobt, zwischen den zur Verteidigung der Freien Republik von Maddalena herbeigeeilten Freiwilligen und den zur Aufzwingung der Sklavenrepublik von Italien entsendeten Leibwächtern, zerstörte in Rom ein nächtlicher Brand den neuen Steuerungssaal des Bahnhofs von Tiburtina (ein TAV-Knotenpunkt) und setzte den nationalen Eisenbahnverkehr außer Betrieb. Die Vermutung, dass es zwischen den Protesten im Tal und Brandstiftung in der Stadt eine Verbindung geben könnte, war sofort da, ebenso wie auch die Empörung und die Dementierungen des „NoTav-Volkes“ durch den Mund ihrer öffentlichen Vertreter. Verspätet und wenig überzeugend die institutionellen Beteuerungen über die wahrscheinlichen natürlichen Gründe des Ereignis: ein Kurzschluss, eher schwerlich eine Sabotage, vielleicht der Kollateraleffekt eines einfachen Kupferdiebstahls.</p>
<p>Doch dieser Verdacht, der sich – halb zwischen Hoffnung und Angst – während Stunden erweckte und noch immer nicht völlig zerstreut ist, sagt viel aus. Über die Angst der Autoritäten, sowie über die Möglichkeiten der Aktion. Das, was sie in Schrecken versetzt, ist das, was uns begeistert: die Möglichkeit, dass der Kampf gegen den TAV das abgelegene piemontesische Tal verlässt, um im ganzen Land auszubrechen. Dass er sich schliesslich von den unerträglichen bürgerprotestlerischen (.: <em>cittadiniste</em>) Litaneien losreisst, um die Waffe der Sabotage zu ergreifen. Ein schrecklicher und gleichzeitig wunderbarer Gedanke. Und das ist nicht nur möglich, es ist auch einfach. Kein Videoüberwachungssystem, keine Patrouillenerhöhung wird jemals die Funktionsfähigkeit eines Bahnnetzes garantieren können, das sich über zehntausende Kilometer erstreckt. Es ist nicht nötig, auf einen Zug aufzuspringen und in den Wagen der Politik zu steigen, um zu versuchen, die Hoch Geschwindigkeit zu stoppen. Es ist nicht nötig, den im Übrigen republikanischen Strategen eine großzügige, ergebene und schweigende Hilfsarbeitskraft zu sein.</p>
<p>Der Brand von Rom flammte fünfzehn Stunden lang, bis er ausgelöscht wurde. Doch die verbliebene Asche weist noch immer widerständische Glut auf. In anderen Teilen Italiens brennen TAV-Baustellen, aber es brennen auch Lastwagen einer Firma, die in die Arbeiten in Chiomonte (Val Susa) involviert ist. Und siehe da, wie die Feuerwehrleute von überall her mit ihren Wasserschläuchen herbeikommen, jene, die Schaum verspritzen und jene, die Pressecommuniqués schmieden. Und es sind vor allem diese letzteren – die Wortführer, die Vertreter, die Führer –, die sich am meisten darum kümmern, Wasser aufs Feuer zu werfen. Vorgestern haben sie das Feuer von Florenz missbilligt, Gestern haben sie sich ab jenem von Rom entsetzt, Heute verurteilen sie jenes von Susa. Aber was, ist es nicht so, dass unter dem edlen und grossmütigen „NoTAV Volk“ alle Gemüter, alle Methoden, alle Haltungen nebeneinander auskommen, in gegenseitigem Respekt der Differenzen? Waren nicht alle in ihrem Innern willkommen, sowohl jene, die Steine gen Himmel, wie jene, die Flüche gen Erde werfen?</p>
<p>Gewiss nicht. Alles Rhetorik, alles Propaganda. Die verurteilenden Bespuckungen der Flammen der Sabotageakte zeigen es auf. Sie sind allzu eigentümlich, um den Beifall der Massen zu verdienen. Auch die gegenwärtigen Ovationen gegenüber den Alpen-Jägern (ital.: <em>alpini</em>), die im Übrigen Soldaten sind, die ansonsten die Baustelle von Chiomonte überwachten, zeigen es auf. Willkommen scheint im Val Susa einzig das schmutzige nebeneinander Auskommen – Frucht des voneinander Profitierens – zwischen jenen, die bekräftigen, dass eine andere Politik möglich ist, dass eine andere Republik möglich ist, dass ein anderer Staat möglich ist, und jenen, die das Ende aller Politik, aller Republiken, aller Staaten herbeiwünschen müssten. Ein dialektisches Spiel, dass abwechselnd von taktischen Abkommen und duldsamen Seufzern, von geschlossenen Augen und verstopften Nasen, von linguistischen Akrobatiken und gelegentlichem Vergessen ausgetragen wird, in Hinsicht auf die finale Abrechnung. Lüge und Heuchelei, mit im frühzeitig verdorrten Herzen die Hoffnung, so gerissen geworden zu sein, dass man es sogar schaffen könnte, lukrative Geschäfte mit Bankiers zu machen.</p>
<p>Die Verdächte über den Brand von Rom, sowie die Gewissheiten über jene der Region von Modena, von Florenz und Susa, sind da, um anzukündigen, dass diese schmutzige politische Freundschaft, die die Eintracht da gewährt, wo es nur Konflikt geben kann, gut vom einen auf den anderen Moment zerbrechen könnte.</p>
<h6>[27.07.11, Italien]</h6>
<hr />
<p><strong>Einige weitere Nachrichten bezüglich Val Susa ab Juni 2011 bis jetzt:</strong></p>
<p><strong>7. Juli: </strong>In Florenz wird ein Behälter mit fünf Litern brennbarer Flüssigkeit unter die Raupen einer Baumaschine einer Baustelle gelegt,  die die Kernbohrungen im Innern einer TAV-Baustelle an der via Pacinotti, in der Gegend von Ponte al Pino ausführt. Gegen Mitternacht sah ein Passant die Flammen und die Feuerwehr löschte den noch kleinen Brand aus.</p>
<p><strong>11. Juli: </strong>In Trento wird der Eingangsbereich eines Lokals der Lega Nord mit einem Hammer eingeschlagen und die Sprayerei gegen den Bau des TAV in Val Susa wurde hinterlassen.</p>
<p><strong>27. Juli: </strong>Vergangene Nacht, gegen 4 Uhr, wurde Italcoge angegriffen, ein Unternehmen, das auf der TAV-Baustelle arbeitet. Fünf Lastwagen vor dem Sitz in Susa wurden in Brand gesteckt. Einer wurde komplett zerstört, ein weiterer schwer und drei weitere leicht beschädigt. Nach den Angriffen auf die Baustelle selbst, handelt es sich hierbei um den ersten Angriff gegen das Val Susanische Unternehmen. Vor einige Zeit wurde einer der Gründungsmitglieder von Italcoge, Ferdinando Lazzaro, auf der Strasse von Demonstranten überfallen, die ihn mit einem Ellebogenbruch ins Spital schickten.<br />
Die No-TAV-Bewegung streitet auf ihrer offiziellen Internetseite ihre Implikation in dem Angriff ab. <em>“Wir denken, dass diese Handlung der NoTav Bewegung nicht zu Gunsten kommt, sondern im Gegenteil, dass es ihr schadet, und dass es eine Art und Weise ist, in den Kampf zu intervenieren, die nicht die unsrige ist. (…) Diese Handlung geht in eine den NoTaV Initiativen entgegengesetzte Richtung, welche aus der Beteiligung und aus dem Widerstand der Massen den zentralen Punkt eines Gefechts machen, das keinem eine Bescherung macht…”</em></p>
<p>Anmerkung eines Kameraden (von <a href="http://cettesemaine.free.fr/spip/article.php3?id_article=4307">Breves du désordre, Cettesemaine.free.fr</a>): <em>“[…] Und nun genug von dieser “Masse”, diesem “Volk” des Tales, das angeblich mit allen gemeinsam Widerstand leistet… Zunächst einmal gibt es auch Pro-TAV’s in diesem Tal, und weiters gibt es einige, von jenen, die dagegen sind, die keinen Widerstand leisten. Schließlich stellt sich, für all jene, die Widerstand leisten, vor allem die Frage des Warum. Warum’s, die je nach Geschmack mehr oder weniger gut nebeneinander auskommen können, jedenfalls bis die einen sich von den anderen distanzieren, und sie den Bullen aufzeigen: Laut diesen Anschwärzungen. seien die unbekannten Urheber dieses geglückten und gut gezielten Angriffs jene, die nicht aus “der Masse” das Alpha und Omega ihrer Ideen und Praktiken machen, jene, die denken, dass die Angriffe mit wenigen mit den Versammlungen oder den Demonstrationen mit vielen nicht unvereinbar sind. Folgt ihrem Blick…</em><br />
<em>Diese Dissoziationspraktiken (oder Distanzierungen, je nach Fall) und ihre Konsequenzen (der Macht aufzeigen, über wem zuzuschlagen, um den eigenen Arsch zu retten), sind kein isolierter Fall, sie sind mehr als gewöhnlich im Innern aller Kämpfe des “Volkes”, zumindest seit den 70ern. Es liegt an jedem, die praktischen Konsequenzen gegen diese Müllsäcke (die Verwalter von www.notav.info, denn dieses Communiqué ist direkt von dieser Seite unterzeichnet) und ihre Freunde zu ziehen: einerseits jene, die es verteidigen, andererseits jene, die, indem sie nicht öffentlich und klar mit ihnen brechen, sozial zu ihrer schädlichen Macht beitragen…”</em></p>
<p><strong>28. Juli: </strong>Übersetzung eines lokalen Zeitungsartikels: “Eine Feuerspur von mehreren Dutzend Metern Höhe. Auf diese Weise zerstörte ein Brand, in der Nacht von Sonntag auf Montag, die Antenne der Firma Vodafone, an der via Fersina gelegen, gleich neben Dolimiti Energie. Die Flammen wurden von einer Bezinflasche genährt (…) und vor Ort blieb ein Erklärungspapier: “Die Unvorhersehbarkeit des Lebens wird euch mit Feuer ergreifen”, weiters “No TVA” und “No nocività” ["Keine Schädlichkeiten"] und “Gegen die Herrschaft, gegen die Kontrolle”, und “Freiheit für Billy, Costa und Silvia”.</p>
<p><strong>29. Juli:</strong> Übersetzung eines italienischen Zeitungsartikelausschnitts: “Während zwei Stunden langer Konfrontationen in der Nacht von Dienstag auf Freitag, mit zwei Hundert Gegnern der Baustelle der Hochgeschwindigkeitslinie im Val Susa, wurden, laut Medien, sechs Polizisten verletzt. Die Demonstranten, ausgerüstet mit Helmen, Vermummung und Gasmasken, werfen mit Steinen, Metallgegenständen und Petarden nach den Polizisten, welche mit Wasserwerfern und Tränengas erwiderten. Am Freitag führte die Polizei ein Dutzend Hausdurchsuchungen bei Angeblichen Teilnehmern der Protestbewegung durch.”</p>
<hr />
<p>Folgend der Artikel aus der Grenzenlos:</p>
<h2 style="text-align: center;"><strong>Der Kampf im Val Susa</strong></h2>
<p><strong>Gar nicht so weit von der Schweizer Grenze, im Val Susa, i</strong><strong>m Norden von Italien, regt sich seit etwa 10 Jahren ein selbstorganisierter und direkter Kampf gegen den Bau einer Hochgeschwindigkeitszuglinie (TAV), die Turin und Lyon in 3 Stunden verbinden soll. Nachdem die Arbeiten 2005 aufgrund der massiven Mobilisierung (und des mangelnden Geldes) praktisch eingestellt wurden, hat seit 2010 die Planung wieder begonn</strong><strong>en und sind nun die Arbeiten auf den ersten Baustellen wieder aufgenommen worden. Baustellen einer langen Serie, die (nach ihren Vorstellungen) 2023 abgeschlossen sein sollte, während das ganze Tal verwüstet wird.</strong></p>
<p><strong>24. Mai:</strong> Ein kurzer, zusammenfassender Bericht eines Anwesenden: <em>«Die gestrige Nacht in Maddalena war sehr lang. Dem Widerstand gegen den TAV gelang die Blockierung des ersten Versuchs, die Baustellen in Betrieb zu nehmen. Eine „Besetzung“ [Presidio] (eine Art Schuppen, zentraler Ort dieser Bewegung, wo man sich für den Kampf organisiert) hält sich schon seit mehr als einem Jahr an diesem Ort. Hunderte Gegner durchkämmen das von Taschenlampen und Mond beleuchtete Tal. Dutzende Bäume werden gefällt und auf die verschiedenen Strassen gelegt, die zur Baustelle führen; Gräben werden gegraben – alle Mittel sind gut, um die Panzer aufzuhalten: Bäume, Eisenbahnschienen, Steine, usw. Die Ordnungskräfte durchqueren ein Autobahntunnel und an dessen Ausgang… sehen sie sich gezwungen, wieder hineinzufahren, denn die auf der Hangseite stehenden Leute bewerfen sie mit hunderten von Steinen. Gegen 4 Uhr, nach einer Stunde voller Schreie, Lieder und Parolen, sind sie gezwungen, kehrt zu machen und in ihr Nest zurückzukehren. Diese Nacht gelang es ihnen nicht, zu passieren. Der Widerstand hat erst begonnen. Freiheit wird nicht gefordert, sie wird genommen. Kommt zahlreich, wir brauchen Leute. Dieser Sommer könnte sehr warm werden.»</em></p>
<p><strong>18. Juni:</strong> <em>«Seit den Ereignissen im Mai stieg der polizeiliche und mediale Druck im Tal und in seiner Umgebung stetig an. Gestern kam es sogar zu Hausdurchsuchungen und Ermittlungen in Turin und im Tal, mit der Anschuldigung der Teilnahme an der Blockierung von vorbereitenden Bohrungen im Jahr 2010 und des Steinwerfens gegen Panzer am 23. Mai 2011 (die Bullen sammelten an diesem Tag 170kg Steine ein, die auf der Autobahn verstreut liegenblieben). Trotz der sehr unterschiedlichen gewünschten Vorgehensweisen von den sehr unterschiedlichen Teilnehmenden halten sich die Barrikaden aufrecht. Alle Wege und Strassen, die zur zukünftigen Baustelle führen, wurden auf einfallsreichste Arten blockiert. Die Teilnehmenden am Kampf sind sehr verschieden, trotz allem, was die Zeitungen uns weiszumachen versuchen (oh diese grausamen “aufständischen Anarchisten“!). Es gibt hier ein Bisschen von allem und die Diskussionen finden kein Ende, und eben dies macht die Reichhaltigkeit aus. Niemand verrät niemand. Der Konflikt ist intern, aber gegenüber den Bullen ist man sehr wohl einer Meinung: sie sind unsere Feinde… wir müssen schauen, wie wir uns ihnen entgegensetzen.»</em></p>
<p><strong>22. Juni: </strong> in Campogalliano (Modena) wird in der Nacht ein Bagger und ein Lastwagen auf einer TAV-Baustelle in Solidarität mit dem kämpfenden Val Susa in Brand gesteckt.</p>
<p><strong>27. Juni: </strong>Im Laufe von Auseinandersetzungen in Val Susa wurden laut Medien 4 Demonstranten und 25 Polizisten verletzt, wovon 5 ins Spital mussten. <em>«Die Ordnungskräfte sind um 5 Uhr angekommen, um die Bedingungen für die Öffnung der Baustelle zu verschaffen. Gegen 7 Uhr begann ein Teil der Gegner die Polizei auf ziemlich gewalttätige Weise anzugreifen und die Polizei antwortete mit Schlägen.»</em> meint ein Polizeisprecher. Der Polizei gelingt es schlussendlich, die Besetzung der Baustelle zu räumen. Sie verwendet Tränengas zur Zerstreuung der Demonstranten und Bagger, um die Barrikaden niederzureissen.</p>
<p><strong>3. Juli:</strong> Zehntausende von Demonstranten bewegen sich am Sonntag in drei Umzügen auf die Baustelle zu, um zu versuchen, sie erneut zu besetzen. Hunderte von ihnen greifen die von etwa 900 Polizisten beschützte Umzäunung an. Nach den Konfrontationen, die 6 Stunden lang und an drei verschiedenen Orten andauerten, meldeten 188 Polizisten Verletzungen. Diese sahen massenweise Steine, aber auch Petarden und Molotovs auf sich fliegen. Ihrerseits verhaften sie mindestens 5 Personen und versuchen die hunderten neben der Baustelle versammelten Demonstranten mit Tränengas zu zerstreuen. Die Baustellenarbeiter müssen aus “Sicherheitsgründen“ ihre Arbeit vorübergehend unterbrechen. Die Verhafteten Personen werden Teils übel verprügelt, eine so sehr, dass die Bullen sie lieber los haben wollten und ins Spital abschoben. Die Anderen vier befinden sich zur Zeit noch immer im Gefängnis. Zwei von ihnen waren bereits in die Ermittlungen von Bologna verwickelt.</p>
<h6 style="text-align: center;"><strong>[Die vier Verhafteten wurden kurz vor der Fertigstellung der Zeitschrift (Juni 2011) unter Hausarest  und Kontaktverbot entlassen] </strong></h6>
]]></content:encoded>
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