Category “Ausbruch”

Filme über Knast und Widerstand

Tuesday, 23 February, 2010

Filmreihe von März bis Mai 2010
mit verschiedenen Filmen
an unterschiedlichen Orten in Berlin

Auf den Etappen dieser filmischen Reise durch verschiedene Berliner Kieze wollen wir uns mit dem Thema der Einsperrung und der Weigerung sich zu unterwerfen beschäftigen. Es werden uns Kämpfe gegen Knast und andere Formen des Einsperrens begegnen. Die Bekämpfung dieser Knastgesellschaft in all seinen Formen sehen wir als unabdingbar an für all diejenigen, die zu einem Bruch mit den bestehenden Verhältnissen kommen wollen.
Einige der Filme werden von Info- und Diskussionsveranstaltungen begleitet, ein Infotisch um das Thema Anarchismus/Antiknastkampf wird immer präsent sein.
Alle Filme, die wir gewählt haben, haben einen sehr engen Bezug zur Realität, indem sie biografische Bezüge und wahre Schicksale zeigen.


11. März

im Schnarup-Thumby – Scharnweberstrasse 38 – Friedrichshain – ab 21 Uhr

„Hunger“

UK, Ireland – 2008

Bobby Sands versucht mit einem Hungerstreik die britische Regierung zur Anerkennung der IRA-Häftlinge als politische Gefangene zu zwingen. Er bezahlt dies mit seinem Leben. Der Film zeigt seine letzten sechs Wochen, den erbarmungslosen Kampf und die Versuche diesen zu brechen.

- am 18. März findet ab 19 Uhr am selben Ort eine Diskussion über Grenzen und Möglichkeiten des Hungerstreiks statt, Beispiel soll der internationale Hungerstreik Ende 2009 sein – in Kooperation mit Tempest Library -


22. März

im New Yorck 59 – Mariannenplatz 2 – Kreuzberg – ab 20 Uhr

„Bambule“

(Deutschland – 1970)

Kritik an autoritären Methoden der Heimerziehung in dem Berliner Mädchenheim Ollenhauerstraße Ende der 60er Jahre und Dokumentation der Zeit des Aus- bzw. Aufbruchs. Im Verlauf der Handlung kommt es zu einer Revolte der Heiminsassinnen gegen die unterdrückenden Strukturen.

- danach Diskussion mit ehemals inhaftierten Genossinnen -


1. April

im Bandito Rosso – Lottumstrasse 10a – Prenzlauer Berg – ab 20 Uhr

„Das Experiment“

Deutschland – 2001

Für ein psychologisches Experiment sollen 20 Personen, aufgeteilt in Wärter und Inhaftierte, für zwei Wochen in einem künstlichen Knast leben. Schnelle Idenfikation mit der jeweiligen Rolle lassen das Ganze aus dem Ruder laufen.

- zu Gast beim Solitresen der Antifa Prenzlauer Berg -


14. April

in der Friedel54 – Friedelstrasse 54 – Neukölln – ab 21 Uhr

„Gesprengte Ketten“

USA – 1963

Kriegsgefangene werden während des zweiten Weltkriegs in einem deutschen Lager festgehalten und versuchen aus diesem zu fliehen. Dafür werden Pläne für einen Ausbruch von mehr als 250 Inhaftierten geschmiedet.


22. April

im Køpi – Videokino Peliculoso – Köpenicker Strasse 137 – Mitte – ab 21 Uhr

„Public Enemy No.1 Mordinstinkt“

und

„Public Enemy No.1 Todestrieb“

Frankreich, Kanada – 2008

Jacques Mesrine wird von einem Kleinkriminellen zum Profi seines Fachs und zum Staatsfeind Nummer eins. Ihm gelingt die Flucht aus mehreren Knästen und der Überfall unzähliger Banken.


13. Mai

im Kurdischen Verein Komel – Friedrichstrasse 246 – Mitte – ab 20 Uhr

„Duvar – Die Mauer“

Türkei, Frankreich – 1983 – OmdU

Die Geschichte von männlichen Inhaftierten zwischen 13 und 19 Jahren in einem Gefängnis in Ankara, die eine Knastrevolte durchführen. Sie wehren sich gegen die unmenschlichen Haftbedingungen, Folter und ständige Unterdrückung.

- danach Diskussion mit ehemals in der Türkei inhaftierten Genoss_innen – in Kooperation mit dem Kurdistan-Solidaritätskomitee -


31. Mai

in der Kadterschmiede – Rigaer Strasse 94 – Friedrichshain – ab 21 Uhr

„Black August“

USA – 2008 – OmeU

Der Afroamerikaner George Jackson tritt im Knast der Black Panther Party bei und gründet die Black Guerilla Family, eine Gefängnisgang mit marxistischer Ideologie. Bei einem Fluchtversuch kommt er ums Leben.


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Ausbruch aus dem Knast in Aachen

Tuesday, 1 December, 2009

7427e2f47ab7c899b5e90a83f2514a9aUpdate 01.12.09: In den Morgenstunden wurde der zweite Entflohene von den Bullen wieder inhaftiert. Auf einem Fahrrad fahrend wurde er von einem Fahrzeug des Sondereinsatzkommandos angefahren, Verletzungen wenn nicht gar sein Tod wurden billigend in Kauf genommen. Die Koalition der hetzerischen Medien und der Bullen, die pausenlos davon sprachen, dass die beiden Ausgebrochenen rücksichtslos von ihren Schusswaffen gebraucht machen und eine Gefahr für die BürgerInnen darstellen würden. Die BürgerInnen, die mal wieder diese hinterlistige Propaganda unhinterfragt schluckten, wurden zu DenunziantInnen und HelferInnen der Mächtigen und nur durch ihre Hilfe war es überhaupt nur möglich die Beiden wieder hinter die grauen Mauern zu bringen. Einer der beiden schilderte in einem Zeitungsinterview, dass sie explizit vorher abgemacht hatten niemanden zu verletzen oder zu töten. Sofort wurde am Donnerstag Abend schon in den ersten Meldungen von einer sehr hohen Gewaltbereitschaft und sehr niedrigen Hemmschwelle der Beiden gesprochen, was sich nun als unwahr herausgestellt hat, aber von den Bullen und den Medien auch nur dazu genutzt wurde, um die Sympathien in der Bevölkerung auf ein Minimum sinken zu lassen. Mal wieder ein gutes Beispiel für die Verlogenheit der Mächtigen und ihrer willigen Schergen.


Update 29.11.09: Nach drei Tagen auf der Flucht wurde heute einer der Entflohenen von der Polizei in Mühlheim festgenommen. Der andere ist immer noch flüchtig. Der Festnahme ging eine, und diese geht immer noch weiter, Medienhetzkampagne wie sie es schon lange nicht mehr gab voraus.

In den Abendstunden des 26. November gelang es zwei Inhaftierten aus der JVA Aachen zu fliehen. Sie überwältigten zwei Bedienstete und erbeuteten dabei ihre Waffen. Mittels eines in ihre Kontrolle gebrachte Taxi fuhren sie nach Kerpen, wo sie in ein anderes Taxi umstiegen, welches sie nach Köln fuhr. Eine Sofortfahndung, unter anderem mit Hilfe eines Hubschraubers, wurde von den Bullen eingeleitet, blieb aber vorerst erfolglos. Die Bullen behaupten in ihrer ersten Pressemitteilung, dass die beiden Entflohenen auch so gefährlich seien, ohne dabei aber die strukturelle Gewalt zu erwähnen, welche durch den Knast ausgelöst wird. Die Presseorgane übernehmen selbstverständlich unhinterfragt diese Worte und tragen sie weiter und schüren damit ein Klima der Angst, was den Bullen natürlich wieder eine Vielzahl von Handlungsmöglichkeiten eröffnet, die ansonsten schwerer zu rechtfertigen gewesen wären.
Dieser Ausbruch war der erste aus der vor 14 Jahren eröffneten Anstalt, in welcher ein hoher Sicherheitsstandart vorherrscht, da hauptsächlich Langstrafler und als gefährlich eingestufte Gefangene inhaftiert sind.

Wir begrüßen es, wenn Gefangene den Mut und die Entschlossenheit besitzen und sich ihrem zwangsweisen Aufenthalt hinter den grauen Mauern entziehen, indem sie die Möglichkeit zur Flucht ergreifen. Knäste, und alle anderen Zwangsanstalten, stellen keine Lösung für die Probleme dar, die aus der gegenwärtigen Organisierung der Gesellschaft entstehen und Menschen dazu zwingen eingesperrt zu sein, und gehören deshalb abgeschafft. Knast bedeuten immer Leid, Trauer, Freiheitsentzug, Entfernung von Angehörigen und FreundInnen und bekämpft nur die Symptome und nicht die Ursachen, die diese Gesellschaft produziert. Die Abschaffung der Knäste kann nur im Prozess des Umstürzens dieser Gesellschaft und auf dem Weg zu einer befreiten Gesellschaft geschehen.

Mit Hubschrauber Entflohener wieder inhaftiert

Sunday, 22 November, 2009

paleokostas knast ausbruch mit hubschrauber am 22.02.09Am 16. November wurde Alket Rizai in Griechenland wieder inhaftiert, er war am 22. Februar zusammen mit Vassilis Paleokostas mit Hilfe eines Hubschraubers aus einem Knast in Griechenland entflohen. Nach neun Monaten auf der Flucht muss er nun leider wieder hinter Gittern sitzen. Die Flucht aus dem Knast Korydallos in Athen gelang den beiden schon einmal vor drei Jahren, und im Februar wurden sie nur in diesen Knast verlegt, weil einen Tag nach ihrer Flucht sie sich vor dem Gericht für die erste gemeinsame Flucht hätten verantworten sollen.
Alket Rizai verneinte es bei der Hilfe nach Paleokostas behilflich zu sein und antworte in der Anhörung: „Ich würde lieber sterben, als ihnen zu sagen wo er sich befindet.“ Außerdem sagte er zu den Gründen der Flucht: „Mit wurde unrecht angetan, deswegen werde ich immer wieder fliehen.“

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Drei Entflohende aus Berliner Knast

Monday, 28 September, 2009

7427e2f47ab7c899b5e90a83f2514a9aUpdate vom 29. September: Der Gefangene, der am Freitag aus dem offenen Vollzug in Berlin entflohen ist, wurde am Montag von den Repressionsorganen leider wieder eingefangen und befindet sich wieder hinter den grauen Mauern der Unterdrückung.


Am letzten Wochenende im September schafften es drei Gefangene, welche in der Berliner Haftanstalt Hakenfelde in Heiligensee eingesperrt waren, zu fliehen. Am Freitag floh einer, der wegen des Nichtbezahlens einer Geldstrafe in Höhe von 390 Euro 26 Tage hinter Gittern verbringen sollte. Nur wenige Stunden später flohen zwei Inhaftierte, die ebenfalls wegen nicht bezahlten Geldstrafen einsassen, die sie wegen Fahren ohne Fahrerlaubnis sowie wegen Diebstahl bekommen hatten und diese nicht bezahlen wollten oder konnten. Sie hätten 40 beziehungsweise 58 Tage absitzen sollen.
Der Knast in Hakenfelde hat geringe Sicherheitsvorkehrungen, da es sich um eine Einrichtung des offenen Vollzugs handelt, die Gefangenen können sich auf dem Gelände bewegen und es gibt „nur“ einen Zaun. Damit soll die Selbstdisziplinierung und -kontrolle, sowie die soziale Kontrolle forciert werden.
Außerdem versuchte am Freitag ein Gefangener aus dem Amtsgericht Moabit zu fliehen, indem er aus einem Fenster kletterte. Dabei aber 10 Meter in die Tiefe stürzte und sich schwer verletzte.

Wir begrüßen es, wenn Gefangene den Mut und die Entschlossenheit besitzen und sich ihrem zwangsweisen Aufenthalt hinter den grauen Mauern entziehen, indem sie die Möglichkeit zur Flucht ergreifen. Knäste, und alle anderen Zwangsanstalten, stellen keine Lösung für die Probleme, die aus der gegenwärtigen Organisierung der Gesellschaft entstehen und Menschen dazu zwingen eingesperrt zu sein, dar und gehören deshalb abgeschafft. Knast bedeuten immer Leid, Trauer, Freiheitsentzug, Entfernung von Angehörigen und FreundInnen und bekämpft nur die Symptome und nicht die Ursachen, die die Gesellschaft produziert. Die Abschaffung der Knäste kann nur im Prozess des Umstürzens dieser Gesellschaft und auf dem Weg zu einer befreiten Gesellschaft geschehen.

Mit dem Hubschrauber aus dem Knast

Thursday, 6 August, 2009

hubschrauber-am-himmelSeit es Knäste und Anstalten gibt, in denen Leute weggesperrt werden, gibt es Ausbrüche aus diesen. Entweder durch die Hilfe von draußen oder durch eigene Kraftanstrengungen und meist mit ausgeknobelten Plänen und trickreichen Ideen. Mit dem Voranschreiten der technologischen Entwicklung werden auch gerne Hubschrauber zur Fluchthilfe benutzt. Erst vor wenigen Wochen geschah dies wieder einmal, diesmal in Belgien. Diesen und zwei weitere Fälle wollen wir vorstellen und deren Geschichte verbreiten.

Insgesamt gab es weltweit bis zum heutigen Tage mehr als 30 Versuche Gefangene mittels von Hubschraubern zu befreien. In einem Fall wurden Waffen aus der Luft in den Knast geworfen, mit welchen sich die Inhaftierten nach draußen kämpften, in den anderen Fällen nahmen die Hubschrauber die Gefangenen an Bord und flogen mit ihnen davon. Es gab ein paar missglückte Versuche, zum Teil deswegen, weil sich zu viele Gefangene in und am Helikopter befanden und dieser nicht mehr starten konnte und abstützte. Ein Großteil der Ausbrüche fand in Frankreich statt, hoch im Kurs liegen aber auch die USA, Belgien und Griechenland.
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Drei Ausbrüche aus belgischen Knästen in 12 Tagen

Tuesday, 4 August, 2009

birds-chainsInnerhalb der letzten zwei Wochen gab es in Belgien drei Gefängnisausbrüche. Dies geschah zum Teil nur durch die Hilfe von denjenigen, die es nicht ertragen können ihre Freunde und Weggefährten hinter Gittern zu sehen und viel lieber mit ihnen den Sommer oder was auch immer genießen wollen. Durch solidarisches Handeln lässt sich jede Knastmauer überwinden.

In den Vormittagsstunden des 4. August stürmten zwei maskierte, bewaffnete Personen in einen Gerichtsverhandlung im Justizgebäude in Brüssel, bedrohten die Wachen und befreiten die drei Angeklagten, die wegen Einbruch und Autodiebstahl angeklagt wurden.

Am 28. Juli entwendeten sechs Inhaftierte der Haftanstalt Merkplas, östlich von Antwerpen, eine Leiter auf einer Baustelle im Knast und kletterten über eine Mauer. Vier der Entflohenen wurden direkt wieder eingefangen, zwei befinden sich noch immer auf der Flucht.

Am 23. Juli befreite ein entführter Hubschrauber drei Inhaftierte des Knastes in Brügge. Zwei befinden sich weiterhin auf der Flucht. Dazu noch einiges mehr in den nächsten Tagen.

Oops, he did it again! – Vassilis Paleokostas wieder ausgebrochen!

Monday, 2 March, 2009

Greece Prison EscapeUngewöhnlich, aber ab und an gibt es auch mal einen Jubelartikel. Denn wir haben leider nicht oft die Möglichkeit euch über Ausbrüche innerhalb des europäischen Raumes zu berichten. Diesmal ist es aber anders. Denn wie wir aus der bürgerlichen Presse erfahren durften, hat es Vassilis Paleokostas, einer der berühmtesten „Verbrecher” Griechenlands, schon wieder geschafft dem dummem griechischen Knastsystem einen Scherz zu spielen. Vassilis ist am 22.2.09 dank der Hilfe eines Hubschraubers aus dem Hochsicherheitsknast Korydallos in Athen, zusammen mit einen Mitgefangenen – Alket Rizai, entkommen. Und das nur einen Tag bevor sich beide vor einen Gericht für ihren letzten gemeinsamen Ausbruch per Hubschrauber vor drei Jahren hätte verantworten sollen. Vor drei Jahren wurde der Hubschrauber von Vassilis’s Bruder Nikos organisiert, diesmal laut Presse von einem unbekannten Paar, außerdem wurden von den Schließern auf den Hubschrauber geschossen, was mit einer Maschinengewehrsalve beantwortet wurde. Der Hubschrauber wurde später in der Umgebung von Athen aufgefunden. Von dort hatten sich die Entflohenen und die BefreierInnen mit dem Pkw aus dem Staub gemacht.
Über solch einen erfolgreichen Ausbruch kann mensch nicht viel sagen, als die Hände für die beiden zu klatschen und hoffen, dass sie weiter in Freiheit bleiben. Die lange Geschichte von Vassilis geben wir hier zum Teil wieder, sowie ein paar Sätze zur Gesamtsituation in Griechenland.
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