Wednesday, 18 April, 2012
Seit dem 4. April befinden sich mehrere anarchistische Gefangene in griechischen Knästen im Hungerstreik. Hier eine Übersicht der Geschehnisse der letzten Tage, übernommen von der Webseite des griechischen Übersetzungkollektivs ContraInfo, welche regelmäßig geupdatet werden wird.
4. April: Spyros Dravilas (Gefangener des Knastes Domokos; derzeit im Krankenhaus des Knastes Koridallos) geht in den Hungerstreik und veröffentlicht eine Stellungnahme unter dem Titel “Der Staat und seine Institutionen rächen sich an jene, die ihrem System nicht erliegen, indem sie das Recht auf regelmäßige Freigänge verweigern.” Hintergrund: Die Behörden verweigern Spyros Dravilas die Freigänge. Er wurde nun zu 2,5 Jahre Haft verurteilt.
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Tuesday, 17 April, 2012
Am Donnerstag, in der Nacht des 29. März, wurden diverse Häuser von vier AnarchistInnen in verschiedenen Städten (Pisa, Ravenna, Genua, etc.) durchsucht. Angeordnet wurde dies von der Leitung der Staatsanwaltschaft in Perugia und von der pubblico ministero (Staatsanwältin) Manuela Comodi. Verschiedene Einheiten der Carabinieri wurden dafür angefordert, inklusive der Abteilung für Verbrechensbekämpfung aus Bologna, der „Anti-eversione“ (Anm. d. Ü.: ähnlich einer Anti-Terror-Einheit der paramilitärischen Carabinieri gegen umstürzlerische Kräfte) und der Kriminaltechnischen Einheiten des Spezial-Einsatz-Kommandos (Raggruppamento Operativo Speciale, ROS) aus Rom.
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Wednesday, 11 April, 2012
übernommen von der Webseite des griechischen Übersetzungkollektivs ContraInfo
Der Knast trennt uns physisch von den Kämpfen. Er isoliert uns von den uns Nahestehenden und von der täglichen Teilhabe an den Wegen des Kampfes, er verweigert uns unsere Sehnsüchte. Er schafft es jedoch weder sie aus unserem Kopf zu verbannen noch dem Kampf unsere Tatkraft zu nehmen. Im Gegenteil: Die Wut und der Hass, den wir gegenüber den Mauern und unseren KnastwärterInnen empfinden, sind tief in unserer Seele, in unserem Fleisch verwurzelt.
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Wednesday, 11 April, 2012
Am 29. März gab es Verhaftungen und Verhöre, einige der Betroffenen wurden unter Auflagen raus gelassen und andere unter Hausarrest gestellt. Die Bullen durchsuchten Häuser in Pisa, Chieti, Brescia, Genua, Catania, Ravenna und anderen Orten. Karabiniers aus Perugia, die Anti-subversive -Einheit und die Kriminal-technische-Einheit aus Rom waren im Einsatz. Unter den Verhafteten befinden sich auch 4 GefährtInnen, die schon wegen „Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation subversiver Natur“ angeklagt wurden. Von all dem, aus den Häusern konfisziertem Material, schienen die Bullen dieses Mal ein besonderes Interesse am Email-Verkehr mit Gabriel Pombo da Silva, Marco Camenisch und den Mitgliedern der „Verschwörung der Feuerzellen“ zu haben. Infos in Englisch auf actforfree.nostate.net, auf Italienisch auf www.informa-azione.info.
Im Zuge dieser repressiven Massnahmen wurde auch bekannt, dass die italienischen Behörden die E-Mailkonten der Webseiten culmine.noblogs.org und parolearmate.noblogs.org ausgeforscht hatten.
Dazu die Übersetzung einer ersten Stellungnahme von Culmine, sowie eines solidarischen Schreibens der inhaftierten Zelle der Mitglieder der Conspiracy of the Cells of Fire.
Die Staatsmacht hat sich Zugang zu Culmines E-Mail Konto verschafft und es kopiert
Culmine teilt euch mit, dass im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen anarchistische GenossInnen aus Italien unsere E-Mail verletzt und kopiert wurde. Wir geben euch also bekannt, dass wir culmine(at)distruzione(dot)org nicht länger benutzen werden und wir uns in den nächsten Tagen entscheiden, wie wir zukünftig mit dem blog culmine.noblogs.org verfahren werden.
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Saturday, 7 April, 2012
gefunden auf linksunten.indymedia.org
Heute 07.04.2012 haben sich im Rahmen des Soli-Aufrufs für Stella Antoniou in Hamburg einige Leute zusammengefunden, um sich mit der in Griechenland inhaftierten Stella Antoniou und ihren Gefährt_innen zu solidarisieren.
Vor dem griechischen Konsulat, am Gänsemarkt und in der Susannenstraße wurden Flyer verteilt und Transparente gehalten, die auf die Situation von Stella im Knast aufmerksam machen sollen. Außerdem wurde darüber Informiert, dass in vielen verschiedenen Städten in Griechenland Demonstrationen und Soli- Aktionen liefen. Ihre 3 Gefährten traten gestern in Hungerstreik, für die sofortige Freilassung von Stella und um gegen das Konstrukt der Polizei gegen sie zu protestieren.
Stella wird sich ebenfalls in einer Woche dem Hungerstreik anschließen.
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Wednesday, 4 April, 2012
Am 5. Mai 2010 fing in der Athener Innenstadt während einer großen Demo zum Generalstreik eine Bank Feuer, nachdem diese mit Molotowcocktails beworfen wurde. In der Bank befanden sich Angestellte, die von ihrem Boss zur Arbeit trotz des Streiks gezwungen wurden. Durch die Folge des Feuers starben drei von ihnen.
Monate später wurden mehrere anarchistische Genoss_innen festgenommen, unter dem Vorwurf für die Brandstiftung und den Tod der Angestellten der Bank verantwortlich zu sein. Hier die Übersetzung von Briefen, in den sie ihre Situation beschreiben.
Text von N.L. in Bezug auf seine Kriminalisierung für die Ereignisse vom 5. Mai 2010
In diesen Tagen – keineswegs zufällig im Hinblick auf Verstreichen von genau zwei Jahren seit dem tragischen Tod von drei Angestellten der Marfin – wird von den Polizei- und Justizbehörden erneut die unbegründete und ungerechte Verfolgung gegen mich – und gegen zwei weitere anarchistische Genossen – im Zusammenhang mit den Ereignissen auf der Demo vom 5. Mai wieder aufgenommen.
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Friday, 30 March, 2012
Luca Abbà stürzte am 27. Februar diesen Jahres von einem Strommasten im Susa-Tal ab, als die Bullen versuchten ihn dort runter zu holen. Er war darauf geklettert, um damit gegen die Räumung einer Hütte, die von NO TAV-AktivistInnen errichtet wurde, zu protestieren. Er befindet sich weiterhin im Krankenhaus, da er sehr schwer verletzt wurde bei dem Sturz. Im Susa-Tal geht unterdessen der Widerstand ungebrochen weiter. Auf linksunten.indymedia.org gibt es in regelmäßigen Abständen in deutscher Sprache, u.a. hier, hier und hier. Den Brief von Luca übernehmen wir von der Webseite des griechischen Übersetzungkollektivs ContraInfo.
In Berlin wird es in den nächsten Wochen eine Infoveranstaltung über den Widerstand gegen das TAV-Projekt geben. Achtet auf Ankündigungen.
Italien: Nachricht vom NO TAV Aktivisten
Luca Abbà aus dem Krankenhaus in Turin
Ein paar Wochen nach den Ereignissen in Clarea, am Montag, den 27. Februar 2012, scheint es mir angebracht, allen FreundInnen und GenossInnen, die mir nahe stehen, ein paar präzisere Informationen zu meinem Gesundheitszustand mitzuteilen.
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Friday, 30 March, 2012
Kostas Katsenas wurde im Zusammenhang mit der repressiven Operation gegen „Revolutionärer Kampf“(Revolutionary Struggle – Epanastatikos Agonas) gesucht, er tauchte unter und entzog sich damit dem Zugriff der Behörden. Wenige Tage vor dem Beginn des Prozesses gegen die Beschuldigten Anfang Oktober 2011 stellte er sich und wurde in Untersuchungshaft gesteckt. Für den 27. März diesen Jahres bekam er eine richterliche Vorladung [Aufruf zur Solikundgebung], auf welcher über die Fortdauer der Haft entschieden werden sollte, er wurde entlassen und befindet sich wieder unter seinen FreundInnen und GenossInnen. Hier die Übersetzung eines Briefes, den Kostas am 23. März im Knast schrieb.
Brief von Kostas Katsenas auf dem Knast Koridallos in Athen
Am 1. April 2012 werde ich sechs Monate als Untersuchungsgefangener im Knast Koridallos sein. Momentan bin ich der einzige Gefangene des Revolutionary Struggle-Falls.
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Friday, 30 March, 2012
Vom 14. bis zum 22. Mai 2012 wird es in Paris zum ersten Anti-Terrorismus-Prozess gegen Personen kommen, die der “anarcho-autonomen Bewegung” zugerechnet werden. Wir haben schon öfters über die staatlichen Angriffe auf die Genoss_innen berichten (u.a. hier, hier und hier und sowei in älteren Ausgaben unseres Antiknastinfos Entfesselt. Diesen Text haben wir auf linksunten.indymedia.org gefunden.
Kurze Zusammenfassung: Was bisher geschah
Ivan, Bruno und Damien werden im Januar 2008 auf dem Weg zu einer Demonstration vor dem Abschiebegefängnis in Vincennes im Besitz von Rauchpulver und Krähenfüßen [verbogene Nägel, die, auf die Straße gestreut, Autos die Luft aus den Reifen lassen] verhaftet, die für Justiz und Medien zu einer “Nagelbombe” werden. Ivan und Bruno werden in Untersuchungshaft genommen, Damien wird unter richterliche Aufsicht gestellt.
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