
mit verschiedenen Filmen
an unterschiedlichen Orten in Berlin
Auf den Etappen dieser filmischen Reise durch verschiedene Berliner Kieze wollen wir uns mit dem Thema der Einsperrung und der Weigerung sich zu unterwerfen beschäftigen. Es werden uns Kämpfe gegen Knast und andere Formen des Einsperrens begegnen. Die Bekämpfung dieser Knastgesellschaft in all seinen Formen sehen wir als unabdingbar an für all diejenigen, die zu einem Bruch mit den bestehenden Verhältnissen kommen wollen.
Einige der Filme werden von Info- und Diskussionsveranstaltungen begleitet, ein Infotisch um das Thema Anarchismus/Antiknastkampf wird immer präsent sein.
Alle Filme, die wir gewählt haben, haben einen sehr engen Bezug zur Realität, indem sie biografische Bezüge und wahre Schicksale zeigen.
11. März
im Schnarup-Thumby – Scharnweberstrasse 38 – Friedrichshain – ab 21 Uhr
„Hunger“
UK, Ireland – 2008
Bobby Sands versucht mit einem Hungerstreik die britische Regierung zur Anerkennung der IRA-Häftlinge als politische Gefangene zu zwingen. Er bezahlt dies mit seinem Leben. Der Film zeigt seine letzten sechs Wochen, den erbarmungslosen Kampf und die Versuche diesen zu brechen.
- am 18. März findet ab 19 Uhr am selben Ort eine Diskussion über Grenzen und Möglichkeiten des Hungerstreiks statt, Beispiel soll der internationale Hungerstreik Ende 2009 sein – in Kooperation mit Tempest Library -
22. März
im New Yorck 59 – Mariannenplatz 2 – Kreuzberg – ab 20 Uhr
„Bambule“
(Deutschland – 1970)
Kritik an autoritären Methoden der Heimerziehung in dem Berliner Mädchenheim Ollenhauerstraße Ende der 60er Jahre und Dokumentation der Zeit des Aus- bzw. Aufbruchs. Im Verlauf der Handlung kommt es zu einer Revolte der Heiminsassinnen gegen die unterdrückenden Strukturen.
- danach Diskussion mit ehemals inhaftierten Genossinnen -
1. April
im Bandito Rosso – Lottumstrasse 10a – Prenzlauer Berg – ab 20 Uhr
„Das Experiment“
Deutschland – 2001
Für ein psychologisches Experiment sollen 20 Personen, aufgeteilt in Wärter und Inhaftierte, für zwei Wochen in einem künstlichen Knast leben. Schnelle Idenfikation mit der jeweiligen Rolle lassen das Ganze aus dem Ruder laufen.
- zu Gast beim Solitresen der Antifa Prenzlauer Berg -
14. April
in der Friedel54 – Friedelstrasse 54 – Neukölln – ab 21 Uhr
„Gesprengte Ketten“
USA – 1963
Kriegsgefangene werden während des zweiten Weltkriegs in einem deutschen Lager festgehalten und versuchen aus diesem zu fliehen. Dafür werden Pläne für einen Ausbruch von mehr als 250 Inhaftierten geschmiedet.
22. April
im Køpi – Videokino Peliculoso – Köpenicker Strasse 137 – Mitte – ab 21 Uhr
„Public Enemy No.1 Mordinstinkt“
und
„Public Enemy No.1 Todestrieb“
Frankreich, Kanada – 2008
Jacques Mesrine wird von einem Kleinkriminellen zum Profi seines Fachs und zum Staatsfeind Nummer eins. Ihm gelingt die Flucht aus mehreren Knästen und der Überfall unzähliger Banken.
13. Mai
im Kurdischen Verein Komel – Friedrichstrasse 246 – Mitte – ab 20 Uhr
„Duvar – Die Mauer“
Türkei, Frankreich – 1983 – OmdU
Die Geschichte von männlichen Inhaftierten zwischen 13 und 19 Jahren in einem Gefängnis in Ankara, die eine Knastrevolte durchführen. Sie wehren sich gegen die unmenschlichen Haftbedingungen, Folter und ständige Unterdrückung.
- danach Diskussion mit ehemals in der Türkei inhaftierten Genoss_innen – in Kooperation mit dem Kurdistan-Solidaritätskomitee -
31. Mai
in der Kadterschmiede – Rigaer Strasse 94 – Friedrichshain – ab 21 Uhr
„Black August“
USA – 2008 – OmeU
Der Afroamerikaner George Jackson tritt im Knast der Black Panther Party bei und gründet die Black Guerilla Family, eine Gefängnisgang mit marxistischer Ideologie. Bei einem Fluchtversuch kommt er ums Leben.
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Der in der JVA Burg inhaftierte Stefan Milde befand sich in den letzten Wochen in einem Hungerstreik, um damit für seine ihm zustehenden Rechte zu kämpfen und einen Mitgefangenen, der sich schon im Hungerstreik befand, zu unterstützen. Außerdem gab es die Hoffnung, dass sie weitere Gefangene anschließen würden. Als er in Isolationshaft verlegt wurde, hat er sich dazu entschlossen den Hungerstreik abzubrechen, da kein Kontakt mehr zu anderen Gefangenen und UnterstützerInnen möglich war.
Seit dem 18. Dezember 2008 sitzt Thodoris Iliopoulos im Knast in Athen, seit dem 10. Juli befindet er sich im Hungerstreik, um seine Entlassung zu erreichen. Momentan weigert sich der Knast ihn in ein Krankenhaus zu verlegen und es sieht so aus, als wäre er im Moment dem Tod näher als dem Leben.
Das folgende Interview wurde von Ntina Daskalopoulou geführt und heute morgen (15. August) in einer Athener Tageszeitung veröffentlicht. Es wurde übersetzt und gepostet hier ohne Kommentaren und Erklärungen – nicht davon ist notwendig. Nach 37 Tagen im Hungerstreik sind Thodoros’ Worte kristallklar. In ihm hat der Staat einem Gegner gefunden, um seine ganze revanchistische Rache loszulassen, Rache in Wirklichkeit gegen eine immer anwachsende Bewegung des Ungehorsams, Widerstands und Solidarität. So lange, wie Menschen wie Thodoros aufstehen gegen den Zorn des Staates, wird der nächste Dezember sehr nahe sein. Im Kampf gegen ihre Ordnung, Thodoros ist nicht alleine.
In den letzten Wochen gab es verstärkt Meldungen über Gefangene, die sich in den Knästen in Deutschland, gegen die Zustände, unter denen die inhaftiert sind, zur Wehr setzten. Diese Entwicklung begrüßen wir und erklären unsere Solidarität mit allen kämpfenden Gefangenen.
