Category “Prozess”

Prozessauftakt gegen die Mörder von Alexis

Wednesday, 20 January, 2010

Alexandros GrigoropoulosUpdate 22. Januar 2010: Beim heutigen Prozesstag gegen Epaminondas Korkoneas, der die Schüsse abgab, und Vassilis Saraliotis, sein Begleiter, sagten beide aus, dass sie für den Mord an Alexis nicht verantwortlich wären. Epaminondas Korkoneas sagte, dass er einen Warnschuss in die Luft abgab, welcher in der Luft abprallte, nachdem er von einer Gruppe Jugendlicher in seinem Polizeifahrzeug angegriffen und mit Flaschen beworfen wurde. “I don’t accept liability for anybody’s death,” erzählte er dem Gericht. “I would have stepped forward to shield anyone, including these kids.
Gina Tsalikian, die Mutter von Alexis, beschuldigte Korkoneas der vorsätzlichen Erschießung ihres Sohnes und dass er sich aufgeführt hätte, wie als hätte er gerade bloß eine Kakerlake zerdrückt – “as if he had just squashed a cockroach“. Die Anwaltschaft der Familie plant eine Reihe von ZeugInnen vorzuladen, die bezeugen können, dass der Schuss gezielt abgeschossen wurde.
Es wird sich im Fortgang des Prozesses zeigen, auf welcher Seite die Gerechtigkeit steht, auf der Seite derjenigen, die sich gegen Staat und Unterdrückung und deren Polizeischergen wehren oder derjenigen, die nur die willigen HelferInnen der herrschenden Verhältnisse sind und diese mit allen Mitteln aufrecht halten und dafür auch gerne von ihrer Schusswaffe Gebrauch machen.


Update 20. Januar 2010: Über 400 AnarchistInnen und weitere solidarische Menschen beteiligten sich an der Demonstration in Amfissa. Es kam zu kurzen Auseinandersetzungen zwischen den Demonstrierenden und den eingesetzten Polizeikräften, als die Demo vom Gericht in Richtung des Knastes lief. Die Staatsbüttel setzten für ihren Angriff auch Tränengas ein, es wurden vorher über 700 Bullen aus Athen und anderen Städten nach Amfissa verlegt, um einen ruhigen Ablauf der Gerichtsverhandlung zu gewährleisten.
Eine weitere Demo fand in Amfissa statt, diese wurde von SchülerInnen organisiert, die hinter einem Transparent mit der Aufschrift “The state murders: Insurrection and disobedience” und mit Parolen wie “Wir werden das letzte Wort haben – diese Tage sind die Tage von Alexis!” durch die Straßen zogen.

Police clash with protesters during a rally in the town of Amfissa, about 200 kilometers (125 miles) northwest of Athens on Wednesday, Jan. 20, 2010. A court in the small town of Amfissa postponed until Friday the trial of two policemen over a teenager's fatal shooting that sparked riots across Greece in December 2008. Minor clashes broke out when police fired tear gas at a group of some 200 mostly anarchist protesters who marched from the court house to a prison complex just outside Amfissa.Protesters clash with policemen during a rally near the courthouse where defendants Epaminondas Korkoneas and Vassilis Saraliotis are standing trial in Amfissa town, northwest of Athens January 20, 2010. Korkoneas and Saraliotis face a court trial for the fatal shooting of teenager Alexandros Grigoropoulos in December 2008, which sparked the country's worst riots in decades. Police clash with protesters during a rally in the town of Amfissa, about 200 kilometers (125 miles) northwest of Athens on Wednesday, Jan. 20, 2010. A court in the small town of Amfissa postponed until Friday the trial of two policemen over a teenager's fatal shooting that sparked riots across Greece in December 2008. Minor clashes broke out when police fired tear gas at a group of some 200 mostly anarchist protesters who marched from the court house to a prison complex just outside Amfissa.Protesters clash with policemen during a rally near near the courthouse where defendants Epaminondas Korkoneas and Vassilis Saraliotis are standing trial in Amfissa town, northwest of Athens January 20, 2010. Korkoneas and Saraliotis face a court trial for the fatal shooting of teenager Alexandros Grigoropoulos in December 2008, which sparked the country's worst riots in decades.Police walk behind of anarchists' banner during a rally in the town of Amfissa, about 200 kilometers (125 miles) northwest of Athens on Wednesday, Jan. 20, 2010. A court in the small town of Amfissa postponed until Friday the trial of two policemen over a teenager's fatal shooting that sparked riots across Greece in December 2008. Minor clashes broke out when police fired tear gas at a group of some 200 mostly anarchist protesters who marched from the court house to a prison complex just outside Amfissa.


Am heutigen Mittwoch den 20. Januar begann der Prozess gegen die beiden Polizisten, die am 6. Dezember 2008 im Athener Stadtteil Exarcheia an der Erschießung des 15jährigen Anarchisten Alexandros Grigoropoulos beteiligt waren. Der Prozess, der im Amfissa, einer Stadt 200 Kilometer nördlich der Hauptstadt stattfindet, wurde nach nur wenigen Minuten vertagt und findet am kommenden Freitag seine Fortsetzung. Das Gericht hatte einem Antrag der Verteidigung der Bullen stattgegeben, da diese vor einem anderen Gericht Verpflichtungen hatten.
Die Mutter von Alexis hatte mehrere Male versucht eine Verlegung des Prozesses nach Athen zu erreichen, da es einer Vielzahl der ZeugInnen und ihrer 86jährigen Mutter nicht möglich sei nach Amfissa zu kommen, was aber abgelehnt wurde. In den Wochen vor dem Prozess wurde versucht in der Presse der Stadt Amfissa eine Angst vor den AnarchistInnen zu schüren und behauptet, dass diese zum Prozess kommen werden und die Stadt in Schutt und Asche legen werden. Mit dieser Behauptung wurde auch die Verlegung des Prozesses nach Amfissa gerechtfertigt. In der Stadt reagierten einige der Geschäftstreibenden und verbarrikadierte ihre Schaufenster vor Angst vor den von den Medien herbeigeredeten Randalen.
Von Seiten der AnarchistInnen wurde eine große Demonstration vor dem Gericht organisiert, welche um 9 Uhr starten sollte. Auch in anderen Städten des Landes wurden Demos angekündigt. In den Tagen vorher kamen mehrere AnarchistInnen aus Athen und anderen Städten nach Amfissa, um mehr als 1.000 Flugblätter auf den Straßen, in Cafés zu verteilen und um damit ihre Position und Sicht der Dinge zu vermitteln. Als die AnwohnerInnen davon Wind bekamen, dass AnarchistInnen in der Stadt waren, empfingen sie diese freudig und es entstanden viele Diskussionen und ein Austausch. Wieder mal ein gutes Beispiel dafür, dass sich Menschen nicht von der vom System geleiteten Presse bevormunden lassen und sich selber ihre Meinung in der direkten Auseinandersetzung bilden wollen.

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Einige Updates zu inhaftierten Anarchisten in Griechenland

Thursday, 26 November, 2009

birds-chainsDie Gerichtsverhandlung gegen den Anarchist Giannis Dimitrakis wird am 9. Dezember stattfinden. Er wurde im Januar 2006 nach einem Banküberfall in der Innenstadt von Athen verhaftet.

Giannis wurde bereits in erster Instanz zu 35 Jahren Haft verurteilt, dies is jetzt die zweite Instanz, auch als Berufung benannt. Drei weitere Genossen werden wegen dem selben Banküberfall gesucht: Simos Seisidis, Marios Seisidis und Grigoris Tsironis. Vor einem Monat haben die griechischen Autoritäten in Zusammenarbeit mit den Medien eine Belohnung von 600.000 Euro angeboten für Hinweise, um die drei untergetauchten Genossen zu finden.

Am 3. Dezember wird es in Solidarität mit Giannis und den drei Genossen eine Demonstration in Athen geben.

Der Gerichtsprozess gegen Georgiadis Polikarpos und Vangelis Hrisohoidis wird voraussichtlich im Januar 2010 stattfinden. Beide wurden im August 2008 wegen der Entführung eines wohlhabenden Geschäftsmannes verhaftet. Der wohl bekannte Räuber Vasilis Paleokostas, der vor wenigen Monaten mit dem Hubschrauber aus dem Koridallos Knast geflohen war, wird in Abwesenheit verurteilt werden im gleichen Prozess.

Der Genosse Ilias Nikolau wird am 2. Dezember seinen Prozess haben. Eins solidarische Demonstration wird am 27. November in Thessaloniki stattfinden, und am 1. Dezember wird es eine Motorraddemo von Thessaloniki zum Diavata Knast geben.

Brief des Anarchisten Ilias Nikolau

Einige haben aufgegeben und andere haben sich zufrieden gegeben, als sie die folgenden Aussagen der Mächtigen über die Entwurzelung der illegalen Gewalt gehört haben. Andere haben sich erleichtert gefühlt indem sie gehört haben, dass die MigrantInnen weiter schikaniert und verhaftet werden: es scheint so zu sein als, dass das Elend und die Existenz, die mit pharmazeutischen Dosen aufgefüllt wurden, am ende die Erlösung finden werden.
Dennoch, das Schlimmste ist, dass sich diese Gesellschaft um ihren eigenen langsamen Tod zu verlängern mit dem Satz „ich lebe einfach mein eigenes Leben“ und der Apathie geimpft wurden. Betend zu ihren Chefs, Opfer der Führer jeglicher Art, werden sie erniedrigt, sie nehmen den Kopf runter für nichts und verlieren immer mehr den Sinn ihres eigenen Potenzials und ihrer Würde, vielleicht opfern sie sogar ihre letzten Momente der Freiheit dafür auf. In dieser Welt, in der Resignation und Gehorsam herrschen gibt es einige stolze Blicke und Zeichen von Würde, die keine Angst haben den hohen Preis zu bezahlen zu müssen und das Leben in ihre einigen Hände nehmen.
Alle diesen leidenschaftlichen VerehrerInnen der Negation kämpfen gerade auf den Wegen der Freiheit. PassantInnen auf einem Pfad der zur individuellen und kollektiven Befreiung führt, KriegerInnen gegen das Unrecht, immer ihre Anwesenheit überall zeigend.
Jetzt sind wir an der Reihe und wir schicken, aus den dunklen Zellen der Demokratie, ein Signal: uneingeschränkte Solidarität mit denjenigen, die mit Festigkeit direkt in die Augen des Lebens schauen und die Selbstverständlichkeit beanspruchen: die absolute Freiheit, ohne in den Fesseln der Gefangenschaft zu liegen, ohne einen Schritt zurück zu machen.

Ilias Nikolau

Freispruch für Alex

Tuesday, 3 November, 2009

sabotageDer heutige 4. Prozesstag im Prozess gegen Alex endete mit einem Freispruch aufgrund der mangelnden Beweislage und Zeugen, die ihre Aussage nicht ausreichend glaubhaft vermitteln konnten. Angeklagt war Alex wegen des Vorwurfes eine Luxuskarre versucht zu flamieren zu haben. Dafür sass sie fast fünf Monate in Untersuchungshaft, obwohl von Anfang an klar war, dass das Konstrukt auf dem die Anklage ruhte auf nicht sehr stabilen Beinen gebaut war. Besser gesagt, war es sogar von vorher rein ersichtlich, dass alles nur konstruiert wurde, um endlich eine schuldige Person zu haben, welche als abschreckendes Beispiel her zuhalten hat und dafür auch eine bestimmte Zeit im Knast zu verbringen hat.
Der Freispruch war eine logische Schlussfolgerung, welche den Herrschenden und ihrer Logik des Einsperrens und Abschreckens nicht schmecken wird, wie sich auch schon an den ersten Reaktion von deren Seite zeigen lässt. Für sie ist damit eine weitere der von ihnen erhofften Möglichkeiten, um die unkontrollierbaren Angriffe auf Staat und Kapital zu beenden, zerbrochen. Proteste und Angriffe lassen sich bekannterweise nicht kontrollieren und verhindern, solange wie wir gezwungen werden uns ihrem Diktat der Unterdrückung und Ausbeutung zu unterwerfen.

Wir freuen uns Alex wieder unter uns begrüßen zu dürfen.

Alex und Christoph sind raus – Die Anklagen zerbröckeln – Kundgebung am 3.11.

Tuesday, 27 October, 2009

sabotageAm 20. Oktober, am 1. Prozesstag, wurde der Haftbefehl gegen Christoph aufgehoben. Nur einen Tag später wurde auch Alexandra nach 156 Tagen in Untersuchungshaft entlassen.
Der jeweilige Verlauf der Verhandlungen zeigt auf wie unhaltbar und konstruiert die Anklagen sind. Jede Person, die sich dunkel gekleidet im Berliner Bezirk Friedrichshain in den Abend- und Nachtstunden bewegt ist scheinbar tatverdächtigt. Die Koalition aus Justiz, Presse und den Schergen des Staatsschutzes hat es offensichtlich versäumt stichhaltige Beweise gegen die Beiden vorzulegen. Es sollten Exempel statuiert werden, daraus wird jetzt aber nichts mehr. Trotz dessen saßen sie für mehrere Monate in Untersuchungshaft und brauchen unsere Solidarität und Unterstützung.

Wir begrüssen beide wieder in der “Freiheit”! Unsere Solidarität ist stärker als jede Mauer!

Der Prozess gegen Christoph ist erst einmal ausgesetzt, gegen Alex geht es weiter am 3. November.

Kommt zum 4. Prozesstag, lasst die Betroffene nicht allein, zeigt euch solidarisch:

Amtsgericht Tiergarten – Lehrter Straße 60 – Moabit (Raum 101)
Dienstag, 3. November 2009 – 13 Uhr ausserdem wird es am 12.30 Uhr eine Kundgebung vor dem Gericht geben

Aktuelle Infos und die Prozessberichte unter: engarde.blogsport.de
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EA Berlin: Infos zu Verfahren wg. 1. Mai 09

Thursday, 1 October, 2009

ea-berlin1. Mai – und noch lange nicht vorbei…

Rund um den 1. Mai 2009 hat es in Berlin mehrere hundert Ingewahrsamnahmen und Festnahmen gegeben.

Wir versuchen hier, einen Überblick über den Stand einiger Verfahren und ein paar Einschätzungen zu geben.

zu unserer Arbeit:

Der Berliner Ermittlungsausschuss (EA) ist eine Rechtshilfgruppe, die seit knapp 30 Jahren existiert. Wir kümmern uns bei linken Demonstrationen und Aktionen um Festgenommene, wenn umstehende Menschen deren Namen an uns weitergeben, so dass wir ihnen Rechtsanwält_innen vermitteln können und sie nicht einfach in Untersuchungshaft “verschwinden”. Wenn es trotzdem so weit gekommen ist, betreuen wir Inhaftierte und beraten in der Sprechstunde zu allen Fragen rund um Repression.

1. Mai – und noch lange nicht vorbei…
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Prozesstermine für Alex und Christoph – Geburtstagskundgebung für Christoph am 9.10.

Wednesday, 30 September, 2009

sabotageSeit einigen Monaten befinden sich Alex und Christoph in Berliner Knästen, beschuldigt Luxusautos angesteckt zu haben. Ihre Einsperrung folgt einer Hetzkampagne der Presse und der PolitikerInnen, die die unaufhaltsamen Brandstiftungen an Autos, seien sie hochwertig oder von irgendwelchen Firmen, die die kapitalistischen Verhältnisse vorantreiben, die seit drei Jahren den Alltag Berlins begleiten. In den nächsten Tagen beginnen die Gerichtsverhandlungen.
In diesem Jahr gab es um die 210 Brandstiftungen bis jetzt, was den Zorn der Autoritäten verursacht, gerade weil sie nie fähig gewesen sind, Leute dafür einzusperren bzw. zu verurteilen. Darüber freuen wir uns sehr bzw. freuten wir uns bis es zu den Festnahmen kam. Nun zeigt sich deutlich wie ein Staat reagiert, wenn er gewisse Angriffe nicht mehr unter Kontrolle bekommt oder unterbinden kann: um Leute zu verhaften und im Knast festzuhalten werden alle sogenannten Regeln der „Demokratie“ temporär aufgehoben im Namen der Sicherheit. Alex und Christoph sitzen in Untersuchungshaft mit einer Beweislage gleich Null, sie werden als Sündenböcke behalten, aber vor allem als Mahnung für diejenigen, die solche Angriffe unternehmen (könnten). Wir glaubten nicht an Sachen wie „faire“ Verfahren, Justiz und ähnliches, die Begriffen der Schuld und Unschuld befinden sich auch nicht in unseren Wörterbuch. Und egal welche kapitalistische Demokratie regiert, sie wird nie “fair” zu ihren AngreiferInnen sein, dies sollte allen bewusst sein.

Kommt zu den Prozessen, lasst die Gefangenen nicht allein, zeigt euch solidarisch:

Alex:
Amtsgericht Tiergarten – Lehrter Straße 60 – Moabit (Raum 135)
Dienstag, 13. Oktober 2009 – 10 Uhr

Amtsgericht Tiergarten – Lehrter Straße 60 – Moabit (Raum 101)
Dienstag, 23. Oktober 2009 – 9:30 Uhr

Christoph:
Landgericht Berlin – Wilsnackerstr.4 – Moabit (Raum B129)
Dienstag, 20. Oktober 2009 – 09 Uhr

Landgericht Berlin – Wilsnackerstr.4 – Moabit (Raum B129)
Freitag, 23. Oktober 2009 – 09 Uhr

Aktuelle Infos unter: engarde.blogsport.de

geburtstag-zum-knast

Zum Prozess gegen Giorgos Voutsis-Vogiatzis

Friday, 3 April, 2009

Der Prozess gegen Giorgos Voutsis-Voutgiatzis, aufgrund eines Bankraubes im Jahr 2007, begann am Mittwoch, den 1. April in Athen. Die Anklagepunkte gegen ihn sind bewaffneter Raub und Besitz von Sprengstoffen, bei seiner Festnahme wurde eine Handgranate bei ihm gefunden.
Über 100 solidarische Personen versammelten sich vor dem Gebäude, nur 15 von ihnen wurden von den Bullen nach drinnen gelassen, was immer mal wieder für Unruhe auf den Treppenstufen des Eingangs führte.
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