Category “Repression in Griechenland”

Solidarität mit Alfredo Bonanno und Christos Stratigopolous – Besuch beim griechischen Konsulat in Berlin

Wednesday, 3 February, 2010

kundgebung-gr-konsulat-bonanno_1Am 3. Februar 2010 haben einige AnarchistInnen dem griechischen Konsulat am Wittenbergplatz in Berlin einen kurzen Besuch abgestattet. Mit einem Transparent, welches auf griechisch und deutsch aussagte: ”Die Leidenschaft für die Freiheit ist stärker als jeder Knast – Freiheit für Alfredo Bonanno und Christos Stratigopoulos”, wurde auf die Situation von zwei in Griechenland eingesperrten Genossen hingewiesen.
Flugblätter über den Fall wurden an PassantInnen verteilt. Ein Fax, welches ebenfalls von GenossInnen in Griechenland bei einer ähnlichen Aktion benutzt wurde, wurde dem Konsul überreicht und an den griechischen “Minister für Justiz und Menschenrechte” geschickt.

Alfredo und Christo, die seit langer Zeit in der anarchistischen Bewegung aktiv sind, wurden am 1. Oktober 2009 in Trikala, Griechenland, verhaftet und werden beschuldigt einen Banküberfall begangen zu haben.
Alfredo, 73-jähriger anarchistischer Genosse aus Italien, ist schwer erkrankt und leidet unten den harten Bedingungen im Knast, welchen er ausgesetzt ist. Obwohl es das griechische Gesetz vorsieht, dass schwer erkrankte Menschen aus der Untersuchungshaft entlassen werden können, weigern sich die Behörden bis jetzt ihn freizulassen.

Diese kleine Aktion war ein solidarischer Beitrag im Kampf um die Freilassung der Beiden. Unterschiedliche Ausdrücke der Solidarität haben bereits in verschiedenen Ländern innerhalb der letzten Monate stattgefunden.
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Prozessauftakt gegen die Mörder von Alexis

Wednesday, 20 January, 2010

Alexandros GrigoropoulosUpdate 22. Januar 2010: Beim heutigen Prozesstag gegen Epaminondas Korkoneas, der die Schüsse abgab, und Vassilis Saraliotis, sein Begleiter, sagten beide aus, dass sie für den Mord an Alexis nicht verantwortlich wären. Epaminondas Korkoneas sagte, dass er einen Warnschuss in die Luft abgab, welcher in der Luft abprallte, nachdem er von einer Gruppe Jugendlicher in seinem Polizeifahrzeug angegriffen und mit Flaschen beworfen wurde. “I don’t accept liability for anybody’s death,” erzählte er dem Gericht. “I would have stepped forward to shield anyone, including these kids.
Gina Tsalikian, die Mutter von Alexis, beschuldigte Korkoneas der vorsätzlichen Erschießung ihres Sohnes und dass er sich aufgeführt hätte, wie als hätte er gerade bloß eine Kakerlake zerdrückt – “as if he had just squashed a cockroach“. Die Anwaltschaft der Familie plant eine Reihe von ZeugInnen vorzuladen, die bezeugen können, dass der Schuss gezielt abgeschossen wurde.
Es wird sich im Fortgang des Prozesses zeigen, auf welcher Seite die Gerechtigkeit steht, auf der Seite derjenigen, die sich gegen Staat und Unterdrückung und deren Polizeischergen wehren oder derjenigen, die nur die willigen HelferInnen der herrschenden Verhältnisse sind und diese mit allen Mitteln aufrecht halten und dafür auch gerne von ihrer Schusswaffe Gebrauch machen.


Update 20. Januar 2010: Über 400 AnarchistInnen und weitere solidarische Menschen beteiligten sich an der Demonstration in Amfissa. Es kam zu kurzen Auseinandersetzungen zwischen den Demonstrierenden und den eingesetzten Polizeikräften, als die Demo vom Gericht in Richtung des Knastes lief. Die Staatsbüttel setzten für ihren Angriff auch Tränengas ein, es wurden vorher über 700 Bullen aus Athen und anderen Städten nach Amfissa verlegt, um einen ruhigen Ablauf der Gerichtsverhandlung zu gewährleisten.
Eine weitere Demo fand in Amfissa statt, diese wurde von SchülerInnen organisiert, die hinter einem Transparent mit der Aufschrift “The state murders: Insurrection and disobedience” und mit Parolen wie “Wir werden das letzte Wort haben – diese Tage sind die Tage von Alexis!” durch die Straßen zogen.

Police clash with protesters during a rally in the town of Amfissa, about 200 kilometers (125 miles) northwest of Athens on Wednesday, Jan. 20, 2010. A court in the small town of Amfissa postponed until Friday the trial of two policemen over a teenager's fatal shooting that sparked riots across Greece in December 2008. Minor clashes broke out when police fired tear gas at a group of some 200 mostly anarchist protesters who marched from the court house to a prison complex just outside Amfissa.Protesters clash with policemen during a rally near the courthouse where defendants Epaminondas Korkoneas and Vassilis Saraliotis are standing trial in Amfissa town, northwest of Athens January 20, 2010. Korkoneas and Saraliotis face a court trial for the fatal shooting of teenager Alexandros Grigoropoulos in December 2008, which sparked the country's worst riots in decades. Police clash with protesters during a rally in the town of Amfissa, about 200 kilometers (125 miles) northwest of Athens on Wednesday, Jan. 20, 2010. A court in the small town of Amfissa postponed until Friday the trial of two policemen over a teenager's fatal shooting that sparked riots across Greece in December 2008. Minor clashes broke out when police fired tear gas at a group of some 200 mostly anarchist protesters who marched from the court house to a prison complex just outside Amfissa.Protesters clash with policemen during a rally near near the courthouse where defendants Epaminondas Korkoneas and Vassilis Saraliotis are standing trial in Amfissa town, northwest of Athens January 20, 2010. Korkoneas and Saraliotis face a court trial for the fatal shooting of teenager Alexandros Grigoropoulos in December 2008, which sparked the country's worst riots in decades.Police walk behind of anarchists' banner during a rally in the town of Amfissa, about 200 kilometers (125 miles) northwest of Athens on Wednesday, Jan. 20, 2010. A court in the small town of Amfissa postponed until Friday the trial of two policemen over a teenager's fatal shooting that sparked riots across Greece in December 2008. Minor clashes broke out when police fired tear gas at a group of some 200 mostly anarchist protesters who marched from the court house to a prison complex just outside Amfissa.


Am heutigen Mittwoch den 20. Januar begann der Prozess gegen die beiden Polizisten, die am 6. Dezember 2008 im Athener Stadtteil Exarcheia an der Erschießung des 15jährigen Anarchisten Alexandros Grigoropoulos beteiligt waren. Der Prozess, der im Amfissa, einer Stadt 200 Kilometer nördlich der Hauptstadt stattfindet, wurde nach nur wenigen Minuten vertagt und findet am kommenden Freitag seine Fortsetzung. Das Gericht hatte einem Antrag der Verteidigung der Bullen stattgegeben, da diese vor einem anderen Gericht Verpflichtungen hatten.
Die Mutter von Alexis hatte mehrere Male versucht eine Verlegung des Prozesses nach Athen zu erreichen, da es einer Vielzahl der ZeugInnen und ihrer 86jährigen Mutter nicht möglich sei nach Amfissa zu kommen, was aber abgelehnt wurde. In den Wochen vor dem Prozess wurde versucht in der Presse der Stadt Amfissa eine Angst vor den AnarchistInnen zu schüren und behauptet, dass diese zum Prozess kommen werden und die Stadt in Schutt und Asche legen werden. Mit dieser Behauptung wurde auch die Verlegung des Prozesses nach Amfissa gerechtfertigt. In der Stadt reagierten einige der Geschäftstreibenden und verbarrikadierte ihre Schaufenster vor Angst vor den von den Medien herbeigeredeten Randalen.
Von Seiten der AnarchistInnen wurde eine große Demonstration vor dem Gericht organisiert, welche um 9 Uhr starten sollte. Auch in anderen Städten des Landes wurden Demos angekündigt. In den Tagen vorher kamen mehrere AnarchistInnen aus Athen und anderen Städten nach Amfissa, um mehr als 1.000 Flugblätter auf den Straßen, in Cafés zu verteilen und um damit ihre Position und Sicht der Dinge zu vermitteln. Als die AnwohnerInnen davon Wind bekamen, dass AnarchistInnen in der Stadt waren, empfingen sie diese freudig und es entstanden viele Diskussionen und ein Austausch. Wieder mal ein gutes Beispiel dafür, dass sich Menschen nicht von der vom System geleiteten Presse bevormunden lassen und sich selber ihre Meinung in der direkten Auseinandersetzung bilden wollen.

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Einige Updates zu inhaftierten Anarchisten in Griechenland

Thursday, 26 November, 2009

birds-chainsDie Gerichtsverhandlung gegen den Anarchist Giannis Dimitrakis wird am 9. Dezember stattfinden. Er wurde im Januar 2006 nach einem Banküberfall in der Innenstadt von Athen verhaftet.

Giannis wurde bereits in erster Instanz zu 35 Jahren Haft verurteilt, dies is jetzt die zweite Instanz, auch als Berufung benannt. Drei weitere Genossen werden wegen dem selben Banküberfall gesucht: Simos Seisidis, Marios Seisidis und Grigoris Tsironis. Vor einem Monat haben die griechischen Autoritäten in Zusammenarbeit mit den Medien eine Belohnung von 600.000 Euro angeboten für Hinweise, um die drei untergetauchten Genossen zu finden.

Am 3. Dezember wird es in Solidarität mit Giannis und den drei Genossen eine Demonstration in Athen geben.

Der Gerichtsprozess gegen Georgiadis Polikarpos und Vangelis Hrisohoidis wird voraussichtlich im Januar 2010 stattfinden. Beide wurden im August 2008 wegen der Entführung eines wohlhabenden Geschäftsmannes verhaftet. Der wohl bekannte Räuber Vasilis Paleokostas, der vor wenigen Monaten mit dem Hubschrauber aus dem Koridallos Knast geflohen war, wird in Abwesenheit verurteilt werden im gleichen Prozess.

Der Genosse Ilias Nikolau wird am 2. Dezember seinen Prozess haben. Eins solidarische Demonstration wird am 27. November in Thessaloniki stattfinden, und am 1. Dezember wird es eine Motorraddemo von Thessaloniki zum Diavata Knast geben.

Brief des Anarchisten Ilias Nikolau

Einige haben aufgegeben und andere haben sich zufrieden gegeben, als sie die folgenden Aussagen der Mächtigen über die Entwurzelung der illegalen Gewalt gehört haben. Andere haben sich erleichtert gefühlt indem sie gehört haben, dass die MigrantInnen weiter schikaniert und verhaftet werden: es scheint so zu sein als, dass das Elend und die Existenz, die mit pharmazeutischen Dosen aufgefüllt wurden, am ende die Erlösung finden werden.
Dennoch, das Schlimmste ist, dass sich diese Gesellschaft um ihren eigenen langsamen Tod zu verlängern mit dem Satz „ich lebe einfach mein eigenes Leben“ und der Apathie geimpft wurden. Betend zu ihren Chefs, Opfer der Führer jeglicher Art, werden sie erniedrigt, sie nehmen den Kopf runter für nichts und verlieren immer mehr den Sinn ihres eigenen Potenzials und ihrer Würde, vielleicht opfern sie sogar ihre letzten Momente der Freiheit dafür auf. In dieser Welt, in der Resignation und Gehorsam herrschen gibt es einige stolze Blicke und Zeichen von Würde, die keine Angst haben den hohen Preis zu bezahlen zu müssen und das Leben in ihre einigen Hände nehmen.
Alle diesen leidenschaftlichen VerehrerInnen der Negation kämpfen gerade auf den Wegen der Freiheit. PassantInnen auf einem Pfad der zur individuellen und kollektiven Befreiung führt, KriegerInnen gegen das Unrecht, immer ihre Anwesenheit überall zeigend.
Jetzt sind wir an der Reihe und wir schicken, aus den dunklen Zellen der Demokratie, ein Signal: uneingeschränkte Solidarität mit denjenigen, die mit Festigkeit direkt in die Augen des Lebens schauen und die Selbstverständlichkeit beanspruchen: die absolute Freiheit, ohne in den Fesseln der Gefangenschaft zu liegen, ohne einen Schritt zurück zu machen.

Ilias Nikolau

Ein Brief des in Griechenland inhaftierten Anarchisten Panagiotis Masouras

Thursday, 26 November, 2009

arrestedDieser Brief wurde vor ein paar Wochen von Panagiotis Masouras geschrieben. Ein Anarchist der Ende September verhaftet worden ist und unter anderem angeklagt wurde Mitglied der terroristischen Organisation “Verschwörung der Feuerzellen” zu sein. Mit der selben Anklage befinden sich auch Manolis Giospas und Haris Hatzimihelakis in Haft.
Am 14. November um 5.30 Uhr in der Frühe wurde auch ein 22-jähriges Mädchen von der Polizei mitten in Athen entführt. Sie wurde allerdings am 18. November Mittags wieder freigelassen. Es gibt weitere Personen (die Infos der Polizei variiert zwischen sechs und acht), die mit diesem Fall in Verbindung gebracht werden, diese sind gerade untergetaucht. Währenddessen hat sich die “Verschwörung der Feuerzellen” für den Angriff mit einer Bombe auf das Haus des Abgeordneten der PASOK Mimis Androulaki, vorher war er in der Kommunistischen Partei, am 13. November in Athen verantwortlich erklärt.

Wir erinnern noch daran, dass am 2. Dezember in Saloniki das Verfahren gegen den Gefährten Ilias Nikolau, der seit letztem Januar inhaftiert ist, auf Verdacht, dass er eine Polizeiwache angezündet hätte, stattfindet. Am 27. November wird es eine Demo in Saloniki geben, sowie eine Kundgebung am 2. Dezember vor dem Gerichtsgebäude.

Brief von Panagiotis Masouras

Am Mittwoch, den 23. September um 08.15 Uhr als ich aus meiner Wohnung in Galatsi kam, mit einem Rucksack auf dem Weg zum Fitnesscenter war, fand meine Verhaftung durch 25 Mitglieder der Antiterroreinheit der Polizei statt.

Innerhalb weniger Sekunden befand ich mich auf dem Bürgersteig, die Hände mit Handschellen auf den Rücken gebunden, während sie (die Polizisten) ihre Offiziere informierten “dass, alles gut liefe” und dass sie mich “abführten”. Sie führten mich zur zwölften Etage der Polizeizentrale. Später wurde ich informiert, dass weitere zwei Personen, welche meine Freunde sind, verhaftet wurden.
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Mit Hubschrauber Entflohener wieder inhaftiert

Sunday, 22 November, 2009

paleokostas knast ausbruch mit hubschrauber am 22.02.09Am 16. November wurde Alket Rizai in Griechenland wieder inhaftiert, er war am 22. Februar zusammen mit Vassilis Paleokostas mit Hilfe eines Hubschraubers aus einem Knast in Griechenland entflohen. Nach neun Monaten auf der Flucht muss er nun leider wieder hinter Gittern sitzen. Die Flucht aus dem Knast Korydallos in Athen gelang den beiden schon einmal vor drei Jahren, und im Februar wurden sie nur in diesen Knast verlegt, weil einen Tag nach ihrer Flucht sie sich vor dem Gericht für die erste gemeinsame Flucht hätten verantworten sollen.
Alket Rizai verneinte es bei der Hilfe nach Paleokostas behilflich zu sein und antworte in der Anhörung: „Ich würde lieber sterben, als ihnen zu sagen wo er sich befindet.“ Außerdem sagte er zu den Gründen der Flucht: „Mit wurde unrecht angetan, deswegen werde ich immer wieder fliehen.“

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Solidarität mit Alfredo und Christos

Saturday, 7 November, 2009

imprisonedUpdate 10. Februar 2010: Die Entscheidung über die Haftentlassung von Alfredo fiel negativ aus. Damit sitzt er weiterhin mit besorgniserregenden gesundheitlichen Problemen in Haft.


Update 3. Februar 2010: Ein paar solidarische Menschen besuchten heute das griechische Konsulat in Berlin –> ein Bericht und Fotos.


Update 19. Januar 2010: Die neue Adresse der Beiden lautet:

DIKASTIKES FILAKES KORIDALLOS
T.K. 18110
ATHENS
GREECE

Ab dem 20. Januar wird eine Entscheidung des Gerichtes auf die Anfrage zur Entlassung auf Kaution bis zum Prozessbeginn erwartet.
Weiter unten auf dieser Seite gibt eine Zusammenstellung von ins Deutsche übersetzten Texten, die zum Großteil der Webseite www.aftertrikala.blogspot.com entnommen wurden. Sowie eine Chronologie der solidarischen Aktionen für die beiden Inhaftierten. Einige der Texte gibt es auch als Zusammenstellung als Flugblatt: download der pdf.


Update 17. Januar 2010: Vor zwei Tagen, am letzten Freitag, den 15. Januar, wurden Alfredo und Christos nach Athen in den Knast Korydallos gebracht. Ob dies eine dauerhafte Verlegung ist oder dies nur aufgrund des in den nächsten Tagen in Amfissa stattfindenden Prozesses gegen die Bullen, welche Alexis am 6. Dezember 2008 in Athen erschossen haben, stattfand, ist momentan unklar.


07. November 2009: Die Anarchisten Alfredo Bonanno und Christos Stratigopoulos befinden sich im Gefängnis von Amfissa, Griechenland, in Haft. Nachdem sie am 1. Oktober nach einem Banküberfall festgenommen wurden. Christos ist des bewaffneten Überfalls angeklagt und Alfredo der Komplizenschaft. Die Anwälte haben für Alfredo aufgrund seines Gesundheitszustandes eine Anfrage auf Hausarrest verfasst.

Schreibt den beiden Inhaftierten an folgende Adresse:
Tzamala 27
33100 Amfissa
Greece

Es wurde ein Spendenkonto eingerichtet, schreibt uns, wenn ihr spenden wollt.

Revolutionäre Solidarität mit Alfredo und Christos und all denjenigen im Kampf gegen die Welt der Gefängnisse und der Banken.

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Alfredo Bonanno und Christos Stratigopoulos in Griechenland verhaftet

Saturday, 3 October, 2009

alfredo-bonanno-armed-joyInnerhalb weniger Tagen müssen wir wieder den Verlust zweier Genossen durch die repressive Ḱeule des Staates melden. Der Anarchist Alfredo Bonanno aus Italien wurde am 1. Oktober in Griechenland aufgrund seiner angebliches Partizipation an einem Banküberfall verhaftet. Alfredo, der mittlerweile 72 Jahre alt ist, soll zusammen mit dem 46-jährigen Christos Stratigopoulos aus Griechenland in Trikala, einer Stadt in Zentralgriechenland, einen bewaffneten Banküberfall begangen und dabei 46.900 Euro erbeutet haben – Christos sollte mit Bart, falschen Haaren und mit einer Brille verkleidet gewesen sein, bewaffnet mit einer Pistole und das ganze geschah um 10.35 Uhr am Morgen. Nach dem Verlassen der Bank soll er das Geld an Bonanno übergeben haben, dieser wurde kurze Zeit später festgenommen, und mit einem gemieteten Fahrzeug davon gefahren sein, 20 Minuten später wurde er an einer Strassensperre der Bullen festgenommen. Die beiden Verhafteten werden dem Haftrichter vorgeführt werden.

Alfredo M. Bonanno ist ein langjährige aktiver Genosse. Er hat eine Vielzahl von Schriften über die Theorie und Praxis des aufständischen Anarchismus verfasst, sich an unzähligen Momenten des anarchistischen Kampfes beteiligt und war einer der Hunderten von Verhafteten am 19. Juni 1997 in Italien, als die Bullen eine große Repressionswelle über die AnarchistInnen abzogen. Im Jahr 2003 wurde er im Rahmen des “Marini Trial” zu sechs Jahren Haft und 2.000 Euro Strafe verurteilt, als ideologischer Kopf einer bewaffneten Gruppe, die seitens des Staates erfunden wurde, um viele GenossInnen einzusperren und den anarchistischen Kampf temporär zu erschweren und einzuschüchtern.
Alfredo saß einen Teil seiner letzten Strafe im Knast ab und wurde dann unter Hausarrest gestellt. Unermüdlich veröffentlicht er immer noch viele anarchistische Texte im Verlag „Edizioni Anarchismo“. Aufgrund seines Texte „die bewaffnete Freude“ saß er bereits Ende der 70er Jahre für 18 Monate im Knast.
Christos, griechischer Anarchist, saß schon mehrere Jahre im Knast in Italien aufgrund eines Banküberfalls in Norditalien. Er wurde auch damals in dem Marini-Konstrukt verwickelt.
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