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	<title>Anarchist Black Cross Berlin &#187; Silvester zum Knast</title>
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		<title>500 Personen auf &#8220;Silvester zum Knast&#8221;-Demo in Berlin</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Jan 2010 17:05:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abc berlin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Silvester zum Knast]]></category>
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		<description><![CDATA[Trotz Schneefalls und eisiger Kälte kamen gestern rund 500 Personen zu der schon legendären &#8220;Silvester zum Knast&#8221;-Demo am letzten Tag des Jahres nach Berlin-Moabit. Diesmal unter dem Motto: &#8220;Silvester zum Knast – für die Zerstörung aller Formen der Einsperrung&#8221;. Diese Demo gibt es bereits seit knapp 20 Jahren und richtet sich an die dort Inhaftierten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2009/10/faust.jpg" rel="lightbox[1675]"><img src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2009/10/faust-154x250.jpg" alt="faust" title="faust" width="87" height="140" class="alignleft size-medium wp-image-1324" /></a>Trotz Schneefalls und eisiger Kälte kamen gestern rund 500 Personen zu der schon legendären <a href="http://www.abc-berlin.net/silvester-zum-knast-demonstration-in-berlin" target="_blank">&#8220;Silvester zum Knast&#8221;-Demo</a> am letzten Tag des Jahres nach Berlin-Moabit. Diesmal unter dem Motto: &#8220;Silvester zum Knast – für die Zerstörung aller Formen der Einsperrung&#8221;. Diese Demo gibt es bereits seit knapp 20 Jahren und richtet sich an die dort Inhaftierten – stellvertretend für alle Gefangenen, um ihnen zu zeigen, dass sie nicht allein und vergessen hinter den grauen Mauern vor sich hin vegetieren, mit der Forderung der Abschaffung aller Knäste und Zwangsanstalten, da Knäste nicht die Lösung der Probleme der momentanen Organisierung der Verhältnisse darstellen.<br />
Nach einer Auftaktkundgebung am Startpunkt U-Bahnhof Turmstrasse ging es um viertel nach elf in zügiger Geschwindigkeit los mit Parolengerufe und passender Musik aus dem Lautsprecherwagen. Nach einer Zwischenkundgebung kam die Demo um kurz vor Mitternacht vor dem Knast an und wurde mit der positiven Reaktion der Gefangenen begrüsst. Das französische HipHop-Kollektiv &#8220;<a href="http://collectifmaryread.free.fr/" target="_blank">Collectif Mary Read</a>&#8221; aus St. Etienne spielten zum Abschluss einige Songs und verdeutlichten damit auch ihre Ablehnung der herrschenden Verhältnisse und ihrer Knäste. </p>
<p>Die eingesetzten Polizeikräfte traten für die Verhältnisse repressiv auf und beschwerten sich permanent über Würfe von Knallern und Pyrotechnik aus der Demo. Dabei sollte doch diesen klar sein, dass am letzten Tag des Jahres eine Vielzahl von Menschen Knallkörper bei sich führt. Auch fanden sie es nicht toll, dass die Demo &#8220;ACAB&#8221; rief und fordeten, dass dies doch zu unterlassen sein solle. Während der Abschlusskundgebung wurde das Verhalten der Bullen mit weiteren Knallern und Schneebällen quittiert. Die vorweg angekündigte Prügellust der Robocops führte am Ende zu zwei verzeichneten Festnahmen und einer angebrochenen Nase. </p>
<p>Einige <a href="http://www.flickr.com/photos/pm_cheung/sets/72157622988328937" target="_blank">Fotos</a> der Demo. Auch in <a href="http://de.indymedia.org/2010/01/270239.shtml" target="_blank">Stuttgart</a>; Köln: <a href="http://de.indymedia.org/2010/01/270274.shtml" target="_blank">1</a>, <a href="http://www.ag-freiburg.org/index.php/content/view/118/32/" target="_blank">2</a>, <a href="http://www.flickr.com/photos/44766622@N08/sets/72157623116426776/" target="_blank">Fotos</a>; Hamburg: <a href="http://noprisonnostate.blogsport.de/2010/01/03/silvester-vorm-knast-in-hamburg/" target="_blank">Bericht</a>, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=1hadQJzQBqU" target="_blank">Video</a>; <a href="http://www.indymedia.org.uk/en/2010/01/444275.html" target="_blank">Brighton</a>, <a href="http://www.occupiedlondon.org/blog/2010/01/02/merry-crisis-and-a-happy-new-fear-2/" target="_blank">Athen, Volos und Alikarnassos auf Kreta</a> + <a href="http://actforfreedomnow.blogspot.com/2010/01/anarchists-comardes-new-year-outside-of.html" target="_blank">weiterer Bericht</a>; <a href="http://www.indymedia.org.uk/en/2010/01/444255.html" target="_blank">Bristol</a>; <a href="http://325.nostate.net/?p=649" target="_blank">Brüssel, Hamilton</a> gab es Demo und Kundgebungen zu und vor den örtlichen Knästen. </p>
<p><span id="more-1675"></span></p>
<p><strong>Einer der vorgetragenen Redebeiträge, welcher die Ablehnung aller Knäste beschreibt:<br />
</strong><br />
Wir sagen einfache Sachen, weil wir einfache Menschen sind.<br />
Die Gedanken, Wünsche und Träume, die wir versuchen auszudrücken, trägt die Menschheit seit ihrer Entstehung in sich.<br />
Eine endlose Reihe von GesetzgeberInnen, PolitikerInnen, ExpertInnen, Intellektuellen und anderen BefürworterInnen von autoritären Ideen hat mit List und Tücke viele Fragen erschwert, sodass sich viele Männer und Frauen als dumm und niedrig fühlen, Menschen, welche sich immer nur auf das einzigste Buch indem irgendwelche Antworten zu finden sind bezogen haben: dies der gelebten Erfahrung.</p>
<p>Sie erzählen uns, der Knast wäre der absolut notwendige Ort um Leute, welche die Gesetze der Gesellschaft übertreten zu bestrafen, zu maßregeln.<br />
Nun, der Begriff „Regel” setzt hier voraus, dass an der Basis dieser Gesellschaft freie Vereinbarungen getroffen werden. Eine Gesamtheit von Normen, die von all denen, welche die Gesellschaft bilden, freiwillig geteilt werden.<br />
Ist dies allerdings wirklich der Fall?<br />
Vertreten Regierungen wirklich den Willen der Regierten?<br />
Stimmt der Arme mit Freude zu, wenn der Reiche durch seine Arbeit profitiert?<br />
Würde der Dieb weiter stehlen, auch wenn er eine Fabrik von seinem Vater geerbt hätte oder von Zinsen leben könnte?<br />
Wenn wir uns anschauen wie diese Gesellschaft funktioniert, können wir uns nur dazu entscheiden wie wir uns Gesetzen gegenüber verhalten wollen. Gesetze, welche andere für uns beschlossen haben und die eine Regierung der Mehrheit der Menschen aufgezwungen hat.<br />
Bevor wir uns fragen ob es richtig ist oder nicht diejenigen, welche die „Regeln“ übertreten haben mit Knast zu bestrafen, müssen wir uns erst einmal fragen: wer entscheidet – und wie – über die Regeln dieser Gesellschaft?</p>
<p>Sie sagen uns, Knast würde uns vor Gewalt beschützen.<br />
Ist dies aber wirklich der Fall?<br />
Wieso sind denn die schlimmsten Gewalttätigkeiten – wir denken an Krieg oder an Menschen die an initiiertem Hunger sterben – perfekt legal?<br />
Wieso landet jemand im Knast, der/die wegen Eifersucht tötet, aber wenn jemand eine gesamte Bevölkerung bombardiert, erlangt die Person Ansehen oder wird sogar als “HeldIn” gefeiert?<br />
Der Knast bestraft nur die Gewalt, die entweder die Reichen und den Staat belästigt, oder ihnen in irgendeiner Form Nutzen bringen – diese werden dann als besonders abscheulich präsentiert (etwa wie Vergewaltigungen oder andere Delikte die besonders grausam sind).<br />
Allerdings wird die strukturelle Gewalt der Machthabenden täglich vor dem Knast beschützt.<br />
Wie viele Unternehmen brechen täglich die Gesetze? Wie viele der Inhaftierten sind ArbeitgeberInnen?<br />
Um auch auf die so genannten abscheulichen Verbrechen einzugehen: seht ihr es als gerecht an, dass diejenigen, welche Geld fälschen, viel härter bestraft werden als die, welche jemanden vergewaltigen?<br />
Das darf aber nicht seltsam erscheinen: das Gesetz muss das private Eigentum beschützen, nicht das Wohl der Menschen.</p>
<p>Sie sagen uns, dass das Gesetz für alle gleich ist.<br />
Im Knast jedoch sitzen fast nur Menschen, die eine niedrige Schulbildung besitzen. Illegalisierte, MigrantInnen oder Kinder von ArbeiterInnen, welche zu meist wegen „Verbrechen“ an Eigentumsverhältnissen sitzen, wegen Aktionen, welche hier in dieser Gesellschaft in der wir leben tief verwurzelt sind. Es ist die Notwendigkeit, die sie von morgens bis abends bewegt: Geld finden zu müssen.<br />
Ohne zu erwähnen, dass viele Gefangene schon draußen wären (oder Zugang zu sogenannten alternativen Strafen hätten), wenn sie einfach das benötigte Geld hätten, um eine/n anständige/n AnwältIn zu bezahlen.</p>
<p>Sie sagen uns, Knast hilft dabei sich zu rehabilitieren oder in die Gesellschaft zu reintegrieren. Aber die Mehrheit der Gefangenen sind WiederholungstäterInnen, weil wenn sie wieder draußen sind, sie die gleichen Bedingungen – wenn nicht gar schlimmere – vorfinden, wie bevor sie eingeknastet wurden.<br />
Wenn es einen Weg gibt, wie mensch ein Individuum dabei behindern will über die eigenen Taten zu reflektieren, dann ist es genau dieser letzte: durch Buchführung ihm/sie den Wert eines wilden Tieres zu unterwerfen: x Verbrechen, x Jahre.<br />
Unabhängig von den unternommenen „Verbrechen“ – wieso sollte er/sie sich am Ende der Strafe („der bezahlten Schuld”) in Ordnung fühlen? Wenn er/sie von den Taten überzeugt ist (falls die Person z.B.: ein/e RebellIn oder selbstbewusste/r DiebIn ist), wird nur Hass gegenüber einer Gesellschaft empfunden, die ihn/sie eingekerkert hat, obwohl sie selbst weitaus krimineller ist.<br />
Wieso gilt es als erbaulich, jahrelang von seinen/ihren eigenen ähnlichen getrennt zu sein, bis dazu nichts spannendes zu machen, verurteilt zu werden, Zeit verstreichen zu lassen, ausgebildet zu sein, dem/der SozialarbeiterIn oder dem/der Psychologen/In etwas vorzutäuschen und gewohnt sich immer den Oberen zu unterwerfen?<br />
Am Ende fragen wir uns dann: ist diese Gesellschaft wirklich so tugendhaft, als Verteilerin von so gehoben Werten und so gleichgültigen Beziehungen, dass sie jemanden empfehlen kann, ihn/sie in sich zu integrieren?</p>
<p>Sie sagen uns: selbst wenn sie Leute nicht rehabilitieren können, zumindest erschrecken sie sie.<br />
Und wieso werden die Gefangenen dann mehr und mehr? Wieso erweitert sich die Tendenz, mehr und mehr Verhalten zu kriminalisieren?<br />
Es handelt sich deutlich um ein großes soziales Programm: die Armen von der Straße zu schaffen, um gleichzeitig ins Big Business des Einsperrens zu investieren (wie viele Firmen gibt es, die aus Bauaufträgen, Instandhaltungen, Lieferungen usw. Profite schlagen?).<br />
In den USA, dem Fanal der Strafgesellschaft, gibt es mehr Gefangene als Bauern, obwohl die Verbrechen weniger werden. Ist das der Weg, den wir gehen möchten?</p>
<p>Wir sind gegen den Knast, weil er geschaffen und entwickelt wurde, um die Privilegien der Reichen und die Macht des Staates zu beschützen.<br />
Wir sind gegen den Knast, weil eine Gesellschaft ihn nicht mehr braucht, wenn sie nicht auf Geld und Profiten sondern auf Freiheit und Solidarität basiert.<br />
Wir sind gegen den Knast, weil wir nach einer Welt streben, wo die Regeln wirklich gemeinsam entschieden werden.<br />
Wir sind gegen den Knast, weil selbst das grausamste Verbrechen irgendetwas über uns selbst erzählt, über unsere Ängste, unsere Schwächen. Es bringt nichts, diese hinter Mauern verborgen zu halten.<br />
Wir sind gegen den Knast, weil die größten VerbrecherInnen diejenigen sind, welche die Schlüssel besitzen.<br />
Wir sind gegen den Knast, weil nichts gutes auf Unterwerfung und Zwang wachsen kann.<br />
Wir sind gegen den Knast, weil wir diese Gesellschaft radikal verändern wollen (und deswegen ihre Gesetze übertreten), weil wir uns nicht friedlich in ihre Städte, ihre Fabriken, ihre Kasernen, ihre Einkaufszentren integrieren wollen.<br />
Wir sind gegen den Knast, weil der Lärm der Schlüssel im Zellenschloss eine tägliche Folter ist, Isolation eine Abscheu, das Ende der Sprechstunde eine Qual, die eingesperrte Zeit eine Sanduhr, welche langsam tötet.<br />
Wir sind gegen den Knast, weil das geschlossene Gremium der Schließer immer bereit ist zu jeglicher Gewalttat oder jeglichem Missbrauch, entmenschlicht aufgrund deren Gewohnheit zu Gehorsam und Denunziation.<br />
Wir sind gegen den Knast, weil er uns entweder viel zu viele Tage, Monate oder Jahre, oder viel zu viele FreundInnen, Unbekannte oder GenossInnen weggenommen hat.<br />
Wir sind gegen den Knast, weil die Menschen, diese wir darin getroffen haben, weder besser noch schlechter sind als diejenigen, die unsere Existenz hier draußen kreuzen. (Oft, wenn wir nachdenken, sogar besser).<br />
Wir sind gegen den Knast, weil die Notiz eines Ausbruchs unsere Herzen aufwärmt, mehr als der erste Tag des Frühlings.<br />
Wir sind gegen den Knast, weil die Welt, durch das Loch eines Türschlosses gesehen, wie von verdächtigen oder hinterhältigen Menschen bevölkert wirkt.<br />
Wir sind gegen den Knast, weil mensch den Sinn der Gerechtigkeit niemals innerhalb irgendwelcher Gesetzbücher finden wird.<br />
Wir sind gegen den Knast, weil eine Gesellschaft die es braucht, Menschen einzusperren und zu entmündigen, selbst ein Knast ist.</p>
<p>AnarchistInnen</p>
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		<title>Silvester zum Knast &#8211; Demonstration in Berlin</title>
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		<pubDate>Thu, 31 Dec 2009 14:30:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abc berlin</dc:creator>
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<p><strong>Silvester zum Knast – für die Zerstörung aller Formen der Einsperrung</strong></p>
<p>Seit vielen Jahren gibt es an Silvester in Berlin eine Demonstration zum Knast in Moabit, um den Inhaftierten dort &#8211; stellvertretend für alle Gefangenen &#8211; zu zeigen, dass sie nicht allein und vergessen hinter den grauen Mauern vor sich hin vegetieren. Denn auch in deutschen Knästen läuft nicht immer alles so glatt wie mensch sich das vorstellt: eines der letzten Beispiele war die Revolte im Jugendknast Kiefergrund im letzten Sommer, wo Gefangene ihre Zellen zerstört haben, um auf die Prügel der Schließer zu antworten. Oder der internationale Hungerstreik, der von dem anarchistischen Genossen Gabriel Pombo da Silva für den Zeitraum vom 20. Dezember bis zum 1. Januar 2010 initiiert wurde.<br />
Dies sind Versuche gegen die herrschende Ordnung auch hinter den grauen Mauern vorzugehen und zeigen den Unwillen sich mit diesem System abzufinden. Denn auch Knast ist ein Kampffeld und das Leben hört dort nicht auf.<br />
Uns ist es wichtig immer wieder auch hier draußen Zeichen zu setzen, die verdeutlichen, dass wir alle Institutionen der Einsperrung verachten und nicht als Lösung sozialer Konflikte, die durch die gegenwärtige Organisierung der Gesellschaft verursacht werden, ansehen. Damit auch denjenigen, die nicht aufgehört haben auch drinnen weiter zu kämpfen, klar ist, dass hier draußen ihre Kämpfe wahrgenommen werden und nicht in Vergessenheit geraten. Ohne dabei unsere Seite in diesen Kämpfen idealisieren zu müssen, weil sie aus den Gefängnissen entstehen, sondern sich mit denjenigen, die dort aktiv werden, eine Komplizenschaft entwickelt.<br />
<span id="more-1487"></span><br />
Deshalb zeigen am letzten Tag im Jahr mehrere hunderte Menschen was sie von den Knästen halten. Denn Knäste und alle weiteren Einrichtungen zur Ein- und Wegsperrung sind ein fester Teil der kapitalistischen Gesellschaft. Dadurch soll uns tagtäglich vor Augen geführt werden was mit denjenigen passiert, die sich nicht an die vorgeschriebenen Regeln und Normen halten und sich diesen widersetzen. Denn die zunehmenden Prozesse der Verarmung garantieren für viele einen sicheren Platz in den Kerkern des Staates.<br />
Die Schlangen vor den Armenküchen schwellen an. Die Anzahl der Ladendiebstähle in den Supermärkten nimmt ebenso zu. Die Pfändungsprozesse stapeln sich. Und während die unten versuchen nicht vor Hunger zu sterben, bereiten sich die oben auf das Schlimmste vor, auf die gefürchtete soziale Explosion. Einer/m jeden die/der das Gesetz bricht wird “Null Toleranz” garantiert; für Einheimische und Migrant_innen werden neue Haftstrukturen vorbereitet; Sicherheitstrupps und “Freiwillige” patrouillieren durch die videoüberwachten Nachbarschaften.</p>
<p>Gefängnisse sind keineswegs bloße Nebenprodukte des Staates, die darauf abzielen „Abweichler_innen“, nicht konforme, überflüssige oder unerwünschte Menschen zu unterdrücken und zu isolieren, sie sind im Gegenteil ein elementarer Bestandteil der Gesellschaft.<br />
Das Gefängnisse ist nicht die logische Erweiterung der Gesellschaft, sondern die Gesellschaft eine Erweiterung des Gefängnisses, in welchem die Strafanstalten nur den offensichtlichsten und brutalsten Aspekt eines Systems darstellen, welches uns alle zu Kompliz_innen und Opfern, uns alle zu Eingeschlossenen macht.<br />
Das soziale Gefängnis ist dort präsent, wo die sozialen Beziehungen entfremdet werden, wo die Menschen der sozialen Kontrolle und der Überwachung unterworfen werden, wo sie nicht mehr fähig sind miteinander solidarisch zu handeln und systemkonformes Gedankengut unüberlegt reproduzieren.<br />
Dieser Logik wollen wir durch Solidarität und der Subversion aller sozialen Beziehungen entgegentreten und uns für die Zerstörung aller Formen der Einsperrung einsetzen. Aber diese Zerstörung kann nur zusammen mit der Zerstörung der gegenwärtigen ausbeuterischen Beziehungen einhergehen, aller Beziehungen, die unser Leben erniedrigen und gegen diejenigen, die uns als ruhige Sklaven dieser kapitalistischen Ordnung haben wollen.<br />
Ein Tag, um unseren Hass auf die permanente Bedrohung durch die Gefängnisse und das soziale Gefängnis an sich zu zeigen kann Silvester sein. Sicherlich auch ein Tag, an dem wir unsere Solidarität mit Menschen zeigen, die aufgrund ihrer expliziten Verachtung dieses Systems sich in Moabit eingesperrt sehen, wie gerade Tobias oder die Gefangenen des 1. Mai zeigen.<br />
Aber vor allem ein Silvester, wo wir entschlossen die Einschüchterungsversuche des Geistes der Repression, seiner Kerker und seiner Diener_innen zurückweisen, wo wir uns nicht scheuen auszusprechen, was wir von allen Zwangsanstalten und ihrer Logik halten: dass sie zerstört werden müssen innerhalb eines Prozesses, der die ganzen Zustände umwirft, um zu einer herrschaftsfreien Welt zu gelangen.<br />
Und natürlich auch in Erinnerung an Dennis und Oscar Grant, die am letzten Silvesterabend bzw. in den ersten Stunden des neuen Jahres von den schießwütigen Schergen des Staates erschossen wurden.</p>
<p>Wie jedes Jahr: Silvester zum Knast!<br />
Für die Zerstörung aller Formen der Einsperrung und des sozialen Gefängnisses!</p>
<p><center><strong>Am 31. Dezember 2009 um 22:45 Uhr vom U-Bhf Turmstrasse zur JVA Moabit.<br />
Auf der Abschlusskundgebung werden <a href="http://collectifmaryread.free.fr/" target="_blank">Collectif Mary Read</a><br />
(Radical HipHop aus St. Etienne) ein paar Songs spielen.<br />
Bereits zwei Tage zuvor am 29.12. werden Collectif Mary Read<br />
in der Kadterschmiede in der Rigaer94 ein Benefitkonzert spielen.</strong></p>
<p>Den <a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2009/12/Silvester09-berlin_aufruf.pdf">Aufruf als Flugblatt</a> zum ausdrucken und verteilen. </center></p>
<hr SIZE=2>
<p><strong>Ein Interview zur Demo, erschienen am 30. Dezember in der Tageszeitung <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/161987.gefangene-nicht-vergessen.html" target="_blank">Neues Deutschland</a>:</strong></p>
<p><strong>Gefangene nicht vergessen</strong><br />
Seit über 20 Jahren gibt es die Silvester-Demos zum Untersuchungsgefängnis Berlin-Moabit<br />
Vor der JVA Berlin-Moabit finden vor allem für politische Gefangene immer wieder Knastkundgebungen statt. Robert Schulz von der Gruppe »Anarchist Black Cross« bereitet mit anderen Berlinern die Demo »Silvester zum Knast« vor, die alle Inhaftierten adressiert. Mit ihm sprach Niels Seibert. </p>
<p><strong>ND: Am Silvesterabend, während andere zu Hause mit Sekt anstoßen, stehen Sie auf der Straße in Berlin-Moabit, warum?</strong><br />
Schulz: Seit über 20 Jahren gibt es die Silvesterdemo zum Knast in Moabit, um den dort inhaftierten Gefangenen, stellvertretend für alle Gefangenen, Grüße über die Mauer zu schicken. Gerade in der Zeit zum Jahresende, in der es viel um Familie, Zusammensein und Miteinander geht, ist es wichtig, den Inhaftierten zu zeigen, dass sie nicht alleine und vergessen sind. Die Gefangenen sind auch ein Teil der Gesellschaft, der allzu oft ausgegrenzt wird. Ausgrenzung und Isolation ist eine Funktion von Knästen. Und die wollen wir durchbrechen – mit unseren bescheidenen Mitteln.</p>
<p><strong>Was kritisieren Sie außerdem an Gefängnissen?</strong><br />
Knast soll eine resozialisierende Wirkung haben. In den vergangenen Jahrhunderten hat sich jedoch gezeigt, dass diese Aufgabe nicht erfüllt werden kann. Im heutigen Gefängnissystem heißt Resozialisierung, Gefangene durch Arbeit und Zwang zu strebsamen, arbeitsamen Menschen zu erziehen, die sich in der Gesellschaft unterordnen statt aufmüpfig und widerständig zu sein.</p>
<p><strong>Sie fordern eine »Gesellschaft ohne Knäste«. Ist das nicht eine etwas utopische Forderung?</strong><br />
Klar, das ist erst mal ein total utopischer Anspruch. Da Knäste ein ganz wichtiger Teil dieser Gesellschaft sind, kann ihre Abschaffung nur mit der Veränderung der momentanen Verhältnisse einhergehen – hin zu einer solidarischen Gesellschaft. Nichts weniger als das ist unsere Vorstellung.</p>
<p><strong>Knast-Demos und Gefangenenarbeit sind keine hippen Themen in der Linken. Woran liegt das?</strong><br />
Viele Leute wollen sich nicht so gerne mit Sachen beschäftigen, die unangenehm sind oder auch weh tun. Deshalb kommen Knast- und Repressionsarbeit fast immer zu kurz. Es ist kein Thema, mit dem man große Erfolge erzielen kann wie bei der Antifaarbeit, wo man beispielsweise aussichtsreich gegen einen Naziladen kämpfen kann. Antirepressionsarbeit dagegen erfordert sehr viel Aufwand und Zeit, vor allem wenn Leute neu inhaftiert werden: Unterstützung, Geldsammeln, Öffentlichkeitsarbeit und die ganzen Kontakte herstellen, gerade zu Anwälten. Und das Wichtigste: Solidarität auf allen Ebenen organisieren und mit allen Mitteln.</p>
<p>Aber gerade in diesem Jahr, in dem es viele Repressionsfälle und Gefangene aus der sogenannten Szene gab, haben sich wieder mehr Leute mit Repression und Knast beschäftigt. Schade, dass es über so einen Weg laufen muss.</p>
<p><strong>Was erwartet den Teilnehmer auf der Demo in der Silvesternacht?</strong><br />
Wir treffen uns um 22.45 Uhr am U-Bahnhof Turmstraße. Nach der Auftaktkundgebung gehen wir am Moabiter Gericht vorbei bis zum Knast. Dort werden wir etwa eine Stunde lang die Abschluss-Kundgebung abhalten, Grußworte von Gefangenen verlesen und die Hip-Hop-Gruppe Collectiv Mary Read wird ein paar Songs live für die Gefangenen spielen.</p>
<hr SIZE=2>
<p>Ein Artikel der <a href="http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=tp&#038;dig=2009%2F12%2F29%2Fa0167&#038;cHash=9e5dec5f71" target="_blank">Tageszeitung Taz</a> vom 29. Dezember über die Demo am Silvesterabend und die <a href="http://www.abc-berlin.net/entfesselt" target="_blank">Entfesselt</a></p>
<p><strong>Wegsperren und weitermachen?</strong></p>
<p>JUSTIZ Jedes Jahr wird an Silvester vor dem Knast in Moabit demonstriert. Dort wird Solidarität mit den Insassen bekundet und die Gerechtigkeit des Strafvollzuges grundsätzlich in Frage gestellt</p>
<p>Hinter Gittern &#8211; eine Redewendung, ein Symbol, eine TV-Serie, ein Lebenszustand und die gängigste und banalstmögliche Antwort, welche die Menschheit auf die große Frage der Gerechtigkeit zu geben hat. Verbrechen definieren, Täter bestimmen, sie jagen, sie fangen, sie bestrafen, das heißt: wegsperren.</p>
<p>Eine Position, die dieses Konzept als Ganzes hinterfragt, sucht man im breiten öffentlichen Diskurs, z. B. bei Parteien oder Medien, vergeblich. Aber es gibt sie, Gruppen von AktivistInnen, die sich ambitioniert und ausdauernd dieses Themas annehmen. So auch der &#8220;Anarchist Black Cross Berlin&#8221; (abc), der u. a. die Zeitschrift Entfesselt herausgibt. Dort wird zwar einseitig Stellung gegen die angewandte Gerechtigkeitspraxis bezogen und für die &#8220;Zuspitzung der sozialen Konflikte&#8221; plädiert, dennoch ist ihre Lektüre sehr zu empfehlen. Auch wenn man danach nicht unbedingt von der kompromisslosen Haltung der HerausgeberInnen überzeugt sein mag, so werden die LeserInnen doch mit ganz grundsätzlichen Fragen konfrontiert, die zumindest zum Nachdenken anregen werden.</p>
<p>Fragen, die vielleicht nicht neu sind, denen es aber an Aktualität nicht mangelt. Ist das Konzept des Wegsperrens oder der Bestrafung insgesamt tatsächlich der Gesellschaft dienlich? Werden die Gefangenen nach ihrer Entlassung bessere Menschen sein? Inwieweit trägt ein Individuum überhaupt Verantwortung für seine Handlungen, wenn doch der &#8220;freie Wille&#8221; weder von der Hirnforschung noch von der Philosophie oder Anthropologie ohne Vorbehalte bestätigt wird? Trägt die Umwelt jedes Individuums nicht gar den größten Anteil an seiner Entwicklung und wäre damit direkte Ursache seiner Handlungen &#8211; mit allen Konsequenzen? Also auch seiner &#8220;Verbrechen&#8221;? Produziert die Gesellschaft ihre Dämonen letztlich selbst? Müsste die Konsequenz demnach nicht eher auf die Gesellschaft, als auf das Individuum (den &#8220;Verbrecher&#8221;) allein zielen? Geht es überhaupt um eine bessere Gesellschaft oder eigentlich nur um den Erhalt oder die Steuerung von Macht- und Wohlstandsverhältnissen?</p>
<p>Die Kritik des abc am Strafregime geht ins Detail. So wird in Entfesselt z. B. das umstrittene Konzept der sog. &#8220;Sicherungsverwahrung&#8221; beleuchtet, das es der deutschen Justiz ermöglicht, Gefangene auch nach Verbüßung ihrer Strafe weiterhin in Haft zu behalten &#8211; auch lebenslang. Besonderen Wert legen die AktivistInnen aber darauf, mit ihrer Kritik nicht nur die deutschen Verhältnisse anzuprangern. In der aktuellen Ausgabe von Entfesselt wird auch ausführlich über die Bedingungen in Italien, Frankreich, Griechenland, Belgien, dem Balkan und Lateinamerika diskutiert. Oder auch über Dänemark, wo es wohl bald auch möglich sein wird, selbst Kindern ab 12 Jahren elektronische Fußfesseln aufzuerlegen und sie unter Hausarrest zu stellen.</p>
<p>Das abc bemüht sich, die Inhaftierten in den gesellschaftlichen Diskurs einzubinden. Sie veröffentlichen nicht nur die Adressen der Insassen, um zu einem Briefverkehr mit anderen Menschen anzuregen, sondern sie ruft auch auf, selbst für ihre Zeitschrift Artikel zu verfassen. So auch Werner Bräuner, der 2001 wegen Totschlags am Arbeitsamtsdirektor Klaus Herzberg zu 12 Jahren Haft verurteilt wurde (taz berichtete). Von ihm ist ein Artikel abgedruckt, in dem er die Nietzsche-Interpretation der Jungen Welt kritisiert. Zusätzlich gibt es ein Interview mit ihm über seine Tat und die Situation, in der er sich seinerzeit befand, sowie über seine späteren Haftbedingungen, die er als Folter bezeichnet. Er habe seine 18 Monate U-Haft in einer 7(1)/2-qm-Zelle mit einem persönlichkeitsgestörten Mithäftling verbringen müssen. Außerdem soll er unter Druck gesetzt worden sein, seine Tat nicht als politisch darzustellen, weil ihm dann Isolation und Zwangsmedikation in der Psychiatrie drohe.</p>
<p>Das abc und Entfesselt erwecken den Eindruck einer vorbehaltlosen Sympathie mit Gefangenen. Daher sind ihre Informationen mit Vorsicht zu genießen, dennoch sind sie ein wichtiger Gegenpol, der zur Kenntnis genommen werden sollte. Schließlich werden es wohl kaum die Offiziellen sein, die ihr Fehlverhalten in die Öffentlichkeit tragen &#8211; dazu braucht es ein Forum für die Betroffenen.</p>
<p>Wie bereits seit Jahren wird das abc auch in diesem Jahr zu Silvester eine Demonstration zum Gefängnis Moabit veranstalten, um gegen das Einsperren als Lösung sozialer Konflikte zu protestieren und um den Gefangenen zu zeigen, dass sie nicht vergessen sind. Los geht es am 31. Dezember um 22.45 Uhr am U-Bahnhof Turmstraße. Als Warm-up dazu wird es heute Abend in der Rigaer 94 ein Konzert des &#8220;Collectif Mary Read&#8221; und des &#8220;Bühnenwunders&#8221; Jenz Steiner &#8211; des King von Prenzlauer Berg &#8211; geben.</p>
<p>SAM T. FARD</p>
<p>Weitere Informatonen:<br />
<a href="http://www.abc-berlin.net" target="_blank">www.abc-berlin.net</a><br />
oder<br />
<a href="http://www.bewegung.taz.de" target="_blank">www.bewegung.taz.de</a></p>
<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2009/12/silvester09-berlin_poster.jpg" rel="lightbox[1487]"><img class="aligncenter size-large wp-image-1510" title="silvester09-berlin_poster" src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2009/12/silvester09-berlin_poster-495x700.jpg" alt="silvester09-berlin_poster" width="495" height="700" /></a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Collectif Mary Read auf Tour für und mit ABC &#8211; am 29.12. in Berlin</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Dec 2009 12:27:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abc berlin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Silvester zum Knast]]></category>
		<category><![CDATA[Solidarität]]></category>

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		<description><![CDATA[Das französische HipHop-Kollektiv Collectif Mary Read aus St. Etienne werden zum Ende des Jahres für ein paar Konzerte vorbeikommen und wir werden sie dabei begleiten. Am 29.12. werden sie in der Kadterschmiede in der Rigaer94 in Berlin-Friedrichshain auftreten, zusammen mit dem Bühnenwunder Jenz Steiner &#8211; dem King von Prenzlauer Berg, abgerundet wird das Ganze von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2009/12/konzert-collectif-mary-read-29122009-berlin.jpg" rel="lightbox[1575]"><img src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2009/12/konzert-collectif-mary-read-29122009-berlin.jpg" alt="konzert-collectif-mary-read-29122009-berlin" title="konzert-collectif-mary-read-29122009-berlin" width="276" height="575" class="alignright size-full wp-image-1645" /></a><strong>Das französische HipHop-Kollektiv <a href="http://collectifmaryread.free.fr/" target="_blank">Collectif Mary Read</a> aus St. Etienne werden zum Ende des Jahres für ein paar Konzerte vorbeikommen und wir werden sie dabei begleiten. </strong></p>
<p>Am 29.12. werden sie in der Kadterschmiede in der <a href="http://rigaer94.squat.net/" target="_blank">Rigaer94</a> in Berlin-Friedrichshain auftreten, zusammen mit dem <a href="http://www.steinerwieersingtundlacht.de/" target="_blank">Bühnenwunder Jenz Steiner</a> &#8211; dem King von Prenzlauer Berg, abgerundet wird das Ganze von DJs, es wird außerdem Longdrinks und einen Infotisch zur <a href="http://www.abc-berlin.net/silvester-zum-knast-demonstration-in-berlin" target="_blank">&#8220;Silvester zum Knast&#8221;-Demo</a> geben.</p>
<p><strong>Auf der fünftägigen Tour werden wir an den folgenden Orten sein:</strong></p>
<p>27.12. in Bremen in der <a href="http://www.jugend-bremen.de/drupal/node/504" target="_blank" class="broken_link">Friese</a> mit <a href="http://scraiste.net/" target="_blank">Scraiste</a> (diy crust hc &#8211; Wien)</p>
<p>28.12. in Hannover in der <a href="http://www.sturmglocke.de/index.html" target="_blank">Sturmglocke</a></p>
<p>29.12. in Berlin in der Kadterschmiede in der <a href="http://rigaer94.squat.net/" target="_blank">Rigaer94</a> mit dem <a href="http://www.steinerwieersingtundlacht.de/" target="_blank">Bühnenwunder Jenz Steiner</a> &#8211; dem King von Prenzlauer Berg und <a href="http://scraiste.net/" target="_blank">Scraiste</a> (diy crust hc &#8211; Wien)</p>
<p>30.12. in Hamburg in der <a href="http://noprisonnostate.blogsport.de/2009/12/15/abc-soli-konzert/" target="_blank">Roten Flora</a> mit <a href="http://www.myspace.com/radicalhype" target="_blank">Radical Hype</a> (Punk / Rap &#8211; Bremen) </p>
<p>31.12. in Berlin auf der <a href="http://www.abc-berlin.net/silvester-zum-knast-demonstration-in-berlin" target="_blank">&#8220;Silvester zum Knast&#8221;-Demo</a></p>
<p><strong>Am ersten und zweiten Abend der Tour wird es vor dem Konzert eine Infoveranstaltung geben: </strong><br />
<em>In den letzten Monaten ziehen die Bullen und die Staatsanwaltschaft in Berlin die Schraube der Repression wieder verstärkt an, was dazu führte, dass viele Leute mit Verfahren überzogen wurden und auch mehrere in den Knästen sitzen. Dies ist die Antwort der Herrschenden auf die seit zwei, drei Jahren ansteigenden Aktivitäten der Bewegung und kontinuierlichen Angriffe auf den Staat. Darüber wollen wir berichten, sowie auf den Hungerstreik in den Knästen vom 20. Dezember bis zum 1. Januar 2010 hinweisen.</em></p>
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		<title>Silvester zum Knast-Demos</title>
		<link>http://www.abc-berlin.net/silvester-zum-knast-demos</link>
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		<pubDate>Thu, 15 Jan 2009 17:56:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abc berlin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demonstration]]></category>
		<category><![CDATA[Silvester zum Knast]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit vielen Jahren finden an Silvester in verschiedenen Städten der BRD Demonstrationen gegen Knäste und Zwangsanstalten sowie in Solidarität mit allen Gefangenen statt. Während ursprünglich solche Demonstrationen nur auf Städte wie Berlin, Köln und Stuttgart begrenzt waren, ist dieses Jahr ihre Zahl angewachsen und der Antiknastvirus hat sich in andere Städte verbreitet. Wir stellen hier [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2009/01/solidaritat-ist-eine-waffe.jpg" rel="lightbox[55]"><img src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2009/01/solidaritat-ist-eine-waffe-300x225.jpg" alt="solidaritat-ist-eine-waffe" title="solidaritat-ist-eine-waffe" width="300" height="225" class="alignleft size-medium wp-image-763" /></a><em>Seit vielen Jahren finden an Silvester in verschiedenen Städten der BRD Demonstrationen gegen Knäste und Zwangsanstalten sowie in Solidarität mit allen Gefangenen statt. Während ursprünglich solche Demonstrationen nur auf Städte wie Berlin, Köln und Stuttgart begrenzt waren, ist dieses Jahr ihre Zahl angewachsen und der Antiknastvirus hat sich in andere Städte verbreitet.<br />
Wir stellen hier eine kurze Zusammenfassung dar, was an Silvester vor deutschen Knäste stattfand und wünschen uns dabei fürs nächste Jahr, dass sich der Anarchismus und die Antiknasthaltung weiterverbreiten werden, um das gegenwärtige herrschaftliche System und seine Kerker umzukippen.</p>
<p>Bis zu dem Moment, an dem alle frei sein werden!</em></p>
<p>ABC Berlin<br />
<span id="more-55"></span></p>
<hr SIZE=1>
<strong>Berlin:</strong> eine Demonstration von 400 bis 500 GenossInnen traf sich am eiskalten Silvesterabend, um ihren Zorn gegen das Knastsystem sowie ihre Solidarität mit den kämpfenden Gefangenen auf die Straße zutragen, indem sie zum Untersuchungshaftknast Moabit lief. Das Motto der Demonstration lautete “…reissen wir die Mauern ein, die uns trennen – Freiheit für alle Gefangenen, in Solidarität mit allen kämpfenden Gefangenen und dem Hungerstreik in Italien!”. Kurz nach 23:00 Uhr ging es los und es wurden Sprechchöre gegen das Knastsystem, die Repression und die Bullen gerufen. Während der gesamten Demonstration wurden unzählige Böller und Knaller in Richtung der Cops geworfen. Einige Redebeiträge wurden aus dem Lautsprecherwagen verlesen, gegen Knäste im allgemeinen und eine besondere Achtung wurde dem Kampf in italienischen Knäste geschenkt. Außerdem wurden Grußworte von Thomas Meyer-Falk verlesen. Es gab eine Kundgebung an einer Seite des Knastes, von wo aus die Gefangenen durch die Explosion vom Raketen und den Rufen der Sprechchöre begrüßt wurden.<br />
Die Demo endete vor dem Haupteingang des Knastes, dort angekommen haben wir unsere übliche Feuerwerksshow pünktlich um Mitternacht veranstaltet, um die Gefangenen zu begrüßen, wobei ein Teil von ihnen an ihren Fenstern bereits auf die Demonstration gewartet haben. Ein paar von ihnen haben kleine Feuer entfacht und gegen die Vergitterung der Fenstern geschlagen, um uns ihre Aufregung zu zeigen und zu vermitteln. Die Bullen haben sich etwas unrühmlich verhalten, wahrscheinlich aufgrund der deutlichen und kontinuierlich aggressiven Stimmung, die aus der gesamten Demo die ganze Zeit über ihnen gegenüber ausgedrückt wurde und wegen den Böllern, welche in ihre Richtung flogen. Ein Bulle versuchte die Situation eskalieren zu lassen, indem er sich in der Demo hinein wagte, um schnell wieder rausgekickt zu werden. Gegen 1:00 wurde die Demo beendet mit der klaren Absicht bald wieder zu kommen.<br />
Am Tag danach konnte mensch in den Medien lesen, dass zwischen 500 und 1000 zornige Jugendliche eine Polizeiwache in Prenzlauer Berg angegriffen hätten, dabei wurden einige Autos und eine paar Fenster beschädigt. Es sieht so aus, als ob der Zorn gegen die Autoritäten sich verbreitet, wie solche Ereignissen zeigen….</p>
<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2009/01/silvester-zum-knast-08-berlin_1.jpg" rel="lightbox[55]"><img src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2009/01/silvester-zum-knast-08-berlin_1-150x150.jpg" alt="silvester-zum-knast-08-berlin_1" title="silvester-zum-knast-08-berlin_1" width="150" height="150" class="alignnone size-thumbnail wp-image-748" /></a><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2009/01/silvester-zum-knast-08-berlin_2.jpg" rel="lightbox[55]"><img src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2009/01/silvester-zum-knast-08-berlin_2-150x150.jpg" alt="silvester-zum-knast-08-berlin_2" title="silvester-zum-knast-08-berlin_2" width="150" height="150" class="alignnone size-thumbnail wp-image-750" /></a><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2009/01/silvester-zum-knast-08-berlin_3.jpg" rel="lightbox[55]"><img src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2009/01/silvester-zum-knast-08-berlin_3-150x150.jpg" alt="silvester-zum-knast-08-berlin_3" title="silvester-zum-knast-08-berlin_3" width="150" height="150" class="alignnone size-thumbnail wp-image-752" /></a><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2009/01/silvester-zum-knast-08-berlin_4.jpg" rel="lightbox[55]"><img src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2009/01/silvester-zum-knast-08-berlin_4-150x150.jpg" alt="silvester-zum-knast-08-berlin_4" title="silvester-zum-knast-08-berlin_4" width="150" height="150" class="alignnone size-thumbnail wp-image-753" /></a><br />
weitere Fotos: <a href="http://www.flickr.com/photos/pm_cheung/sets/72157612006614840">www.flickr.com/photos/pm_cheung/sets/72157612006614840</a></p>
<hr SIZE=2>
<p><strong>Hamburg:</strong> in Hamburg fand eine Demo zum U-Haft Knast Holstenglacis statt. Um die 250 GenossInnen trafen sich dazu, es wurden Redebeiträge gegen Knäste und in Solidarität mit den inhaftierten französischen GenossInnen verlesen. Die Bullen stressten ziemlich herum, indem sie die Demo oft aufhielten und drei oder vier Personen festnahmen, weil diese angeblich Flaschen und Böller in ihre Richtung geworfen hätten. Die Demonstration schaffte es bis zum geplanten Endpunkt am Knast zukommen, wo ein Redebeitrag über die Gründe, welche die Leute dazu bewegt haben an diesem Tag zum Knast zu gehen, vorgetragen wurde. Auch nutzten einige Angehörige und FreundInnen den Moment, um mit ihren Leuten im Knast zu kommunizieren. Raketen wurden abgeschossen und Böller in Richtung der Cops geworfen, bis die Demo gegen 1:00 Uhr für beendet erklärt wurde. Ein weiterer Bericht ist weiter unten zu finden.</p>
<hr SIZE=2>
<p><strong>Köln:</strong> um die 150 GenossInnen trafen sich um 18:00 Uhr um eine Kundgebung vor dem Knast Ossendorf abzuhalten. Redebeiträge wurden verlesen, danach liefen die GenossInnen um den Knast herum und verlasen dabei Beiträge gegen Knast und über die Kämpfe in griechischen und italienischen Knästen, während gleichzeitig viele Raketen in Richtung des Knast flogen.</p>
<hr SIZE=2>
<p><strong>Frankfurt/Main:</strong> um die 150 Menschen trafen sich vor dem Knast, um ihre Ablehnung von dieser Institution zu zeigen und um einen Kontakt mit den Inhaftierten herzustellen. Einige Schilder des Knastes sowie einige Laternen gingen zu Bruch, es wurde ein Transparent mit der Aufschrift „Freiheit für alle Gefangenen” aufgehängt. Es gab keine Verhaftungen.</p>
<hr SIZE=2>
<p><strong>Stuttgart: </strong>um die 50 GenossInnen trafen sich zum traditionellen Knastspaziergang vor Stammheim und umrundeten den Knast einmal, dabei riefen sie Sprechchöre. Die Gefangenen antworteten ihnen mit Parolen gegen die Bullen. Dazu muss gesagt werden, dass die Demonstration eher unter dem Motto „Unterstützt die politischen Gefangenen” lief, anstatt den Unnütz einer solchen Differenzierung zu unterstreichen. Die Demonstration wurde größtenteils von KommunistInnen getragen, die ihre Solidarität mit dem in Stammheim inhaftierten Mustafa Atalay zeigen wollten, er sitzt unter dem §129b, weil er beschuldigt wird der DHKP-C anzugehören. Es kam zu einer Auseinandersetzung mit den Cops, weil diese Leute festnehmen wollten, die Feuerwerk in Richtung des Knastes abgeschossen hatten. Die Leute hatten aber keinen Bock auf den Stress und verteidigten sich mit Fahnenstangen und Böllern, was zu ein paar Verletzen auf beiden Seiten führte. Zwölf Personen wurden später festgenommen, da die Cops gezielt nach Leuten suchten, nach zwei Stunden waren alle wieder raus.</p>
<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2009/01/silvester-zum-knast-stuttgart_1.jpg" rel="lightbox[55]"><img src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2009/01/silvester-zum-knast-stuttgart_1-150x150.jpg" alt="silvester-zum-knast-stuttgart_1" title="silvester-zum-knast-stuttgart_1" width="150" height="150" class="alignnone size-thumbnail wp-image-756" /></a><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2009/01/silvester-zum-knast-stuttgart_2.jpg" rel="lightbox[55]"><img src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2009/01/silvester-zum-knast-stuttgart_2-150x150.jpg" alt="silvester-zum-knast-stuttgart_2" title="silvester-zum-knast-stuttgart_2" width="150" height="150" class="alignnone size-thumbnail wp-image-757" /></a><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2009/01/silvester-zum-knast-stuttgart_3.jpg" rel="lightbox[55]"><img src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2009/01/silvester-zum-knast-stuttgart_3-150x150.jpg" alt="silvester-zum-knast-stuttgart_3" title="silvester-zum-knast-stuttgart_3" width="150" height="150" class="alignnone size-thumbnail wp-image-758" /></a><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2009/01/silvester-zum-knast-stuttgart_4.jpg" rel="lightbox[55]"><img src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2009/01/silvester-zum-knast-stuttgart_4-150x150.jpg" alt="silvester-zum-knast-stuttgart_4" title="silvester-zum-knast-stuttgart_4" width="150" height="150" class="alignnone size-thumbnail wp-image-759" /></a><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2009/01/silvester-zum-knast-stuttgart_5.jpg" rel="lightbox[55]"><img src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2009/01/silvester-zum-knast-stuttgart_5-150x150.jpg" alt="silvester-zum-knast-stuttgart_5" title="silvester-zum-knast-stuttgart_5" width="150" height="150" class="alignnone size-thumbnail wp-image-760" /></a></p>
<hr SIZE=3>
<p><strong>Bericht zur Antiknast-Demo in Hamburg</strong></p>
<p>Am 31.12.2008 fand in Hamburg nach langer Zeit wieder eine Antiknast-Sylvesterdemo statt.<br />
Zu dieser mobilisierte ein offener Vorbereitungskreis, der die Demo unter dem Motto „Freiheit für alle Gefangenen! Für revolutionäre Solidarität und ein kämpferisches 2009!“ für 22:00 am S-Bahnhof Sternschanze anmeldete. Pünktlich sammelten sich dort ca. 200 Leute. Die bis dahin einzig bekannte Auflage der Cops verbot lediglich Böllerwürfe direkt auf die Cops.<br />
Gegen 22.15 wurden die ersten beiden Redebeiträge verlesen, der erste stellte einen Rückblick auf das vergangene und einen Ausblick das anbrechende Jahr dar. Der zweite drückte Solidarität mit den in Frankreich inhaftierten Aktivist_innen aus, denen Sabotageakte an einer Schnellbahnstrecke zur Zeit des Castors vorgeworfen werden.<br />
Um 22:25 Uhr ging es dann los Richtung Knast. Nach vereinzelten Böllerwürfen auf die Cops wurde die Demo dann am Schulterblatt das erste Mal aufgehalten, welche nach kurzen Verhandlungen aber bald den Weg wieder freimachte, und trotz der überwiegend sehr jungen und nervösen Cops und lockerem Spalier ging es zügig weiter. Es wurden Parolen gerufen und ein Jingle abgespielt, in dem nocheinmal auf den Grund der Demo hingewiesen wurde.<br />
Am Sievekingsplatz wurde die Demo dann ein zweites Mal aufgehalten, wiederum lautete die Begründung „Böllerwürfe“. Nachdem die Demo einige Meter weitergehen durfte, wurde sie ein weiteres Mal aufgehalten. Im Zuge dieses Stillstandes wurden im hinteren Teil der Demo zwei Personen wegen angeblichen Flaschenwürfen auf Cops festgenommen, woraufhin viele Menschen in Richtung der Festnahme strömten. Kurz darauf kesselten die Cops den vorderen Teil der Demo ein und drückten dabei eine Person brutal gegen den Lauti und sprühten wahllos Pfefferspray in die Eingekesselten, jedoch wurde niemand verletzt. Im Laufe des andauernden Stresses im hinteren Teil wurden noch zwei weitere Personen in Gewahrsam genommen und laut den Cops in die Wache nach Alsterdorf verbracht, wo diese nach kurzer Zeit wieder entlassen wurden.<br />
Nun schon um 23:45 Uhr entschied die Demoleitung nun die Route zu verkürzen um rechtzeitig um 00:00 am Knast zu sein, was auch gelang. Mit lauten „Freiheit für alle Gefangenen!“-Rufen und Musik wurden die Gefangenen begrüßt, die bald auch begriffen, das sich die Menschen auf der Straße an sie wandten!<br />
Es wurde ein weiterer Redebeitrag verlesen, der auf den Grund der Demo hinwies. Es wurden zahlreiche Raketen verschossen, Parolen und Grüße gerufen, die von den ca. 20 an ihren Fenstern stehenden Gefangenen mit tanzen, winken und rufen beantwortet wurden. Kurz nach 00:00 Uhr wurde anwesenden Angehörigen der Gefangenen die Möglichkeit geboten sie über den Lauti zu grüßen, was von einigen Menschen auch in Anspruch genommen wurde. Gegen 1 Uhr dann, nach vielem tanzen und rufen, wurde die Kundgebung aufgelöst und das Ganze löste sich auf.<br />
Neben der Demo in Hamburg gab es noch in Berlin, Frankfurt/M, Köln und Stuttgart-Stammheim Demos zu Knästen. Dies lässt hoffen: Antiknastkultur scheint im Aufschwung !</p>
<p><strong>Für revolutionäre Solidarität und ein kämpferisches 2009!</strong></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Bericht zur Silvester zum Knast-Demo in Berlin, Redebeitrag und Grußworte</title>
		<link>http://www.abc-berlin.net/bericht-zur-silvester-zum-knast-demo-in-berlin-und-redebeitrag-und-grussworte</link>
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		<pubDate>Thu, 01 Jan 2009 14:50:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abc berlin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demonstration]]></category>
		<category><![CDATA[Redebeitrag]]></category>
		<category><![CDATA[Silvester zum Knast]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Meyer-Falk]]></category>

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		<description><![CDATA[Unter dem Motto &#8220;Reissen wir die Mauern ein, die uns trennen – in Solidarität mit allen kämpfenden Gefangenen und dem Hungerstreik in Italien&#8221; gab es zu Silvester eine Demonstration zur JVA Moabit in Berlin. Aus dem Aufruf: &#8220;Seit über 20 Jahren gibt es Menschen, die pünktlich um Mitternacht durch eine kraftvolle Demo ihrer Wut gegen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2009/07/silvester-zum-knast-berlin-08_banner.jpg" alt="silvester zum knast berlin 08_banner" title="silvester zum knast berlin 08_banner" width="430" height="111" class="alignleft size-full wp-image-774" />Unter dem Motto &#8220;Reissen wir die Mauern ein, die uns trennen – in Solidarität mit allen kämpfenden Gefangenen und dem Hungerstreik in Italien&#8221; gab es zu Silvester eine Demonstration zur JVA Moabit in Berlin. Aus dem Aufruf: <em>&#8220;Seit über 20 Jahren gibt es Menschen, die pünktlich um Mitternacht durch eine kraftvolle Demo ihrer Wut gegen Knäste und alle Zwangsanstalten, sowie ihrer Solidarität mit allen Gefangenen Ausdruck verleihen. Es gilt, die zu unterstützen, die aufgrund der sozialen Zustände in den Kerkern dieser unmenschlichen Gesellschaft festgehalten werden.&#8221;</em><span id="more-768"></span><br />
Zwischen 400 und 500 Personen kamen, trotz eisiger Temperaturen, und setzten ein eindeutiges Zeichen gegen die herrschenden Zustände. Die Demo wurde von den Gefangenen schon erwarteten und mit den zur Verfügung stehenden Mitteln begrüßt &#8211; Rufe, Pfiffe und nicht zu vergessen Schläge gegen die Vergitterung der Fenster. Neben lautstarken Parolen, Redebeiträgen und Grußworten, Musikwünschen von Gefangenen, wurde auch an den Tod von Alexandros Grigoropoulos erinnert, welcher von einen Bullen in Athen am 6. Dezember erschossen wurde. In Athen selber demonstrierten zur gleichen Zeit über 800 Personen vor dem Knast, direkte Grüße wurden übermittelt.</p>
<hr SIZE=2>
<p><strong>Der vorgetragene Redebeitrag von ABC Berlin und Grußworte von Thomas Meyer-Falk:</strong></p>
<p>Wir sind dieses Jahr wieder vor den Knast in Moabit gekommen, um unsere Solidarität mit allen kämpfenden Gefangenen einmal mehr deutlich auszudrücken sowie unsere Ablehnung gegenüber allen Zwangsanstalten kundzutun.<br />
Dieses Jahr möchten wir außerdem eine klare und kämpferische Umarmung den Gefangenen in Italien übermitteln – sowie natürlich auch den Weggesperrten in allen anderen Ländern – die gerade ihre Protesten gegen das Knastsystem durch einen Hungerstreik in die Öffentlichkeit tragen.<br />
In Italien hat alles im Dezember des letzten Jahres angefangen als über 700 zu Lebenslänglich verurteilte Gefangene einen unbefristeten Hungerstreik gegen die Strafe des Lebenslänglichen begonnen haben.<br />
Dieses Jahr haben am 1. Dezember mehrere hundert Gefangene wieder angefangen zu kämpfen. Bis zum 16. März wird es einen gestaffelten Hungerstreik in allen italienischen Knästen geben. Dies bedeutet, dass sich jede Woche in einer Region die jeweiligen Knäste im Hungerstreik befinden, bis alle einmal an der Reihe waren. Am 16. März wird es einen Tag des kollektiven Hungerstreiks geben. Unterstützung gibt es auch von vielen anderen Inhaftierten, vor allem in Spanien, aber auch in Deutschland und der Schweiz.<br />
Die Gefangenen kämpfen für die Abschaffung der Strafe des Lebenslänglich. In Italien ist für eine frühzeitige Entlassung die Strafe nämlich erst ab dem 26. Jahr revidierbar, was allerdings für die meisten Lebenslänglichen aufgrund ihrer Verurteilungen nicht angewendet wird . Darunter fallen unter anderem Vereinigungsdelikte wie bewaffneter Kampf und andere sogenannte “Schwerverbrechen”, außerdem der Umstand, dass die Gefangenen mit den staatlichen Organen nicht kooperieren wollen.<br />
Die Selbstorganisierung der Gefangenen wird vor allem von Anarchist_innen begrüßt und dementsprechend unterstützt: es fanden schon eine Vielzahl von solidarischen Aktionen vor vielen Knästen in Italien statt und weitere werden noch folgen.</p>
<p>Diese Demonstration heute in Berlin – genauso wie die in Hamburg und Köln – sind ein kleiner Beitrag zum Kampf der Gefangenen, um ihren Forderungen Öffentlichkeit zu verschaffen und um ihre Rufe nach draußen zu verstärken.<br />
Denn Medien und Politiker_innen verhalten sich wie erwartet – mit großem Desinteresse, was uns natürlich nicht überrascht, denn von solchen Menschen erwarten wir keines und möchten auch keine Solidarität von ihnen.<br />
Deshalb ist es an uns allen den selbstorganisierten Kampf der Gefangenen auf unsere Art und Weise auf der Straße zu unterstützen, um unsere und ihre Unzufriedenheit den Herrschenden gegenüber klar auszudrücken.</p>
<p>Solidarität mit allen Hungerstreikenden in Italien und überall!<br />
Freiheit für alle Gefangenen!<br />
Gegen alle Zwangsanstalten!</p>
<p>Anarchist Black Cross Berlin</p>
<hr SIZE=1>
<p><em>Grußworte für die Silvesterdemo 2008 von Thomas Meyer-Falk, zur Zeit Knast in Bruchsal</em></p>
<p>Herzliche und kämpferische Grüße zu euch allen nach Berlin!</p>
<p>Der alte Knastbau Tegel steht leider immer noch genauso fest, wie der hier in Bruchsal. Und nicht vergessen all die anderen Gefängnisse in Deutschland und weltweit.</p>
<p>Aber ganz langsam entsteht unter den Gefangenen eine Bewegung nicht nur für ein paar mehr Bequemlichkeiten zu kämpfen, sondern für ihre Würde und für ihre Freiheit.<br />
Und von draußen, von Menschen wie Euch die ihr heute in dieser frostigen Nacht gekommen seid, gibt es die so dringend notwendige Unterstützung. Ohne euch in Freiheit gibt es auch hinter Gittern keine Bewegung.</p>
<p>Erich Mühsam, er schrieb in einem Gedicht vom „Mensch sein“. Er schrieb: „Mensch sein erlaubt, befiehlt den Feind zu hassen. Mensch sein heißt Unrecht bei der Gurgel fassen und es mit jedem Keim zu Staub zerreiben&#8230;.“</p>
<p>Fassen wir das Unrecht bei der Gurgel!</p>
<p>Auf ein kraftvoll-kämpferisches Jahr 2009.</p>
<p>Solidarische Grüße an Andrea, Christian S., Gabriel Pombo de Silva, José Delgado. Ebenso an Marco Camenisch der in der Schweiz gefangen gehalten wird. An die italienischen Genossinnen und Genossen, die in einer Hungerstreikstaffel für Ihr Mensch sein kämpfen und Solidarität brauchen!</p>
<p>Für eine Welt ohne Knäste! </p>
<hr SIZE=2>
<p><img src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2009/01/silvester-zum-knast-08-berlin_1-150x150.jpg" alt="silvester-zum-knast-08-berlin_1" title="silvester-zum-knast-08-berlin_1" width="150" height="150" class="alignnone size-thumbnail wp-image-748" /><img src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2009/01/silvester-zum-knast-08-berlin_2-150x150.jpg" alt="silvester-zum-knast-08-berlin_2" title="silvester-zum-knast-08-berlin_2" width="150" height="150" class="alignnone size-thumbnail wp-image-750" /><img src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2009/01/silvester-zum-knast-08-berlin_3-150x150.jpg" alt="silvester-zum-knast-08-berlin_3" title="silvester-zum-knast-08-berlin_3" width="150" height="150" class="alignnone size-thumbnail wp-image-752" /><img src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2009/01/silvester-zum-knast-08-berlin_4-150x150.jpg" alt="silvester-zum-knast-08-berlin_4" title="silvester-zum-knast-08-berlin_4" width="150" height="150" class="alignnone size-thumbnail wp-image-753" /></p>
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		<title>Überblick zu den Antiknast-Demos an Silvester</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Dec 2008 17:18:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abc berlin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demonstration]]></category>
		<category><![CDATA[Silvester zum Knast]]></category>
		<category><![CDATA[Solidarität]]></category>

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		<description><![CDATA[Am letzten Tag in diesem Jahr finden bundesweit drei Demonstrationen statt, welche sich explizit auf das Thema Knast und Wegsperren beziehen, zur Freiheit mit allen Gefangenen aufrufen und damit zeigen wollen, dass die, welche nicht mit uns auf der Strasse sein können, nicht vergessen sind. Knäste sind nur die Spitze des Eisberges dieses repressiven Systems, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2009/01/solidaritat-ist-eine-waffe.jpg" rel="lightbox[70]"><img src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2009/01/solidaritat-ist-eine-waffe-300x225.jpg" alt="solidaritat-ist-eine-waffe" title="solidaritat-ist-eine-waffe" width="300" height="225" class="alignleft size-medium wp-image-763" /></a>Am letzten Tag in diesem Jahr finden bundesweit drei Demonstrationen statt, welche sich explizit auf das Thema Knast und Wegsperren beziehen, zur Freiheit mit allen Gefangenen aufrufen und damit zeigen wollen, dass die, welche nicht mit uns auf der Strasse sein können, nicht vergessen sind.<br />
Knäste sind nur die Spitze des Eisberges dieses repressiven Systems, welches von der Unterdrückung und Ausbeutung der Menschen lebt und diese zu gleichförmigen, emotionslosen Wesen formieren will. Viele die sich dieser Logik nicht unterwerfen wollen, werden zu Opfern der Repression und Unterdrückung und landen als letztes Zwangsmittel im Knast. In unserem Kampf gegen dieses System dürfen wir die Knäste und diejenigen, die welche darin vor sich dahinvegetieren nicht vergessen und sie nicht ihrem Schicksal überlassen.<br />
Es soll noch ergänzt werden, das es noch viele andere Möglichkeiten gibt im Kampf für eine Gesellschaft ohne Knäste, um Gefangenen gegenüber solidarisch zu sein und der Ablehnung von Knastanstalten Ausdruck zu verleihen.</p>
<p><em>Die Demonstrationen werden vor Knäste in den jeweiligen Städten gehen:</em></p>
<p><strong>Hamburg * 22:00 Uhr (pünktlich!) – S-Bahnstation Sternschanze * 23:30 Uhr Kundgebung vor dem Untersuchungsgefängnis Holstenglacis</p>
<p>Köln * 18:00 Uhr – Haltestelle Margaretastraße der Linie 5 (KVB) zum Knast in Ossendorf</p>
<p>Berlin * 22:45 Uhr – U-Bhf. Turmstrasse (U9) zur JVA Moabit</strong><br />
<span id="more-70"></span><br />
<em>Eine Dokumentation der jeweiligen Aufrufe:</em></p>
<p><strong>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212; Hamburg &#8212;&#8212;&#8212;&#8212;</strong></p>
<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2008/12/silvester-zum-knast-08-hamburg.jpg" rel="lightbox[70]"><img src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2008/12/silvester-zum-knast-08-hamburg-105x300.jpg" alt="silvester-zum-knast-08-hamburg" title="silvester-zum-knast-08-hamburg" width="105" height="300" class="alignleft size-medium wp-image-746" /></a>Freiheit für alle Gefangenen!<br />
Für revolutionäre Solidarität und ein kämpferisches 2009!</p>
<p>Knast ist Unterdrückung und Zerstörung. Knast ist Gewalt und Isolation. Knast ist totale Fremdbestimmung.<br />
Knast ist die letzte Stufe der staatlichen Repression, welche die herrschende Gesellschaft und Ordnung basierend auf Unterdrücken und Unterdrückt werden, aufrecht erhält.<br />
Wir sind gegen Knast, weil eine Gesellschaft die es braucht, Menschen einzusperren und zu entmündigen, selbst ein Knast ist.</p>
<p>Als Menschen mit emanzipatorischen Ausrichtungen muss es unser Anspruch sein, Konflikte nicht wegzusperren oder wegzuschieben sondern Ansätze jenseits von Zwang und Unterdrückung zu finden.</p>
<p>An Tagen wie Sylvester, wo viele Menschen die draußen sind, zusammenkommen, feiern und den Alltag unterbrechen, kann Knast für Menschen, die drinnen sind, noch mehr Einsamkeit und Isolation bedeuten.Freundinnen, Freunde, Bekannte und Familie sind an diesen Tagen oft noch weiter entfernt, als ohnehin schon im tristen Knast-Alltag.</p>
<p>Gerade an so einem Tag, aber auch an jedem anderen, werden wir den Gefangenen zur Seite stehen und sie in ihrem Kampf gegen die Gefangenschaft, die Gewalt der SchließerInnen und Bullen, die Willkür der Justiz, der Einsamkeit und Isolation unterstützen.</p>
<p>Dies ändert zunächst nichts an der bürgerlichen Identifikation vieler Gefangener in den herrschenden Verhältnissen. Im Knast zu sitzen heißt nicht zwingend, gegen das Knastsystem zu sein und auch nicht, einen emanzipatorischen Anspruch zu haben.</p>
<p>Diesem Ist-Zustand zum Trotz sehen wir es Drinnen wie Draußen als fatalen Fehler an, unsere Aufmerksamkeit und Solidarität auf vermeintliche revolutionäre Subjekte zu beschränken.</p>
<p>-</p>
<p>Ein Großteil der Inhaftierten, die sogenannten „sozialen Gefangenen“, befinden sich hinter den Mauern auf Grund von Verstößen bedingt durch Ursachen, welche das System in dem wir leben, hervor bringt.</p>
<p>Sei es, weil Menschen sich ein schöneres Leben erhofften, als es an den Orten, von denen sie kamen, ist.Es gibt viele Gründe nationale Grenzen überwinden zu wollen, sei es Krieg, politische Verfolgung, FreundInnen und Familie, die bereits an einem anderen Ort angekommen sind, die Aussicht darauf, an (europäischem) Wohlstand teilzuhaben, oder einfach und ausreichend: an einem anderen Ort leben zu wollen.</p>
<p>Andere sitzen im Knast, weil sie gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen haben, ihre Miete nicht bezahlen konnten oder wollten, einmal zu viel Schwarzgefahren sind, beim Ladendiebstahl erwischt wurden… . Auch dies sind sogenannte Verbrechen, die zwangsläufige Resultate eines Systems kapitalistischer Verwertungslogik sind.<br />
Die Gründe in dieser Gesellschaft im Knast zu landen, sind zahlreich, ebenso wie die Gründe gegen diesesGesellschaftssystem Position zu beziehen und Kritik an der herrschenden Ordnung zu üben.</p>
<p>Im August 2008 fand in Deutschland der erste Massenhungerstreik und somit der erste, aus dem Knast organisierte Widerstand sozialer Gefangener seit Jahren statt. Vom 1. bis zum 7. August nahmen über 500 Gefangene an 49 Orten in Deutschland und solidarisch weitere Gefangene aus anderen europäischen Knästen am Hungerstreik teil, um einen Forderungskatalog für bessere Haftbedingungen durchzusetzen.</p>
<p>In Griechenland verweigerten vom 3ten bis zum 21 November in 21 (von 24) Knästen bis zu 8000 Gefangene das Knastessen bzw. traten in den Hungerstreik. Auch sie wollten so einen Forderungen-Katalog für bessere Bedingungen durchsetzen.</p>
<p>Seit dem 1. Dezember befinden sich zu „lebenslänglich“ verurteilte Gefangene in Italien in einem zum Teil unbefristeten Hungerstreik. Dieses sind nur einige Beispiele von Widerstand in den Knästen.</p>
<p>Diese Entwicklungen lassen auf ein Aufleben der Knastkämpfe hoffen. Unsere Aufgabe muss es sein, diese Kämpfe von außen zu unterstützen, kritisch – solidarisch zu begleiten und eine Anti-Knast-Bewegung aufzubauen.</p>
<p>Es sollte unser gemeinsames Anliegen sein, dass Repression und Knast zu einem festen Bestandteil im Bewusstsein der sozialen Bewegungen werden. Denn in Zeiten von Überwachung und Terror-Hysterie ist Knast nie weit entfernt!</p>
<p>Innerhalb der radikalen Linken waren staatliche Repressionswerkzeuge, wie z.B. die §§129, in den letzten Monaten immer wieder präsent und Thema politischer Auseinandersetzung.<br />
In diesem Kontext sind auch konkret Angeklagte mit unmittelbar drohender Gefängnisstrafe konfrontiert,wie z. B. die Ende letzten Jahres aktuellen Beugehaftsanträge gegenüber ehemaligen, teilweise seit mehreren Jahrzehnten im Knast sitzenden Mitgliedern der RAF oder der von Untersuchungshaft betroffenen Angeklagten im laufenden mg-Prozess.<br />
Neben dem Angriff durch Rumschnüffeln in Strukturen und im Leben von Individuen, ist eben nicht zu vergessen, dass die staatlich angedrohte Konsequenz-Strafe in Form von Knast auch konkret Menschen betrifft, betreffen wird und soll.</p>
<p>Die bemerkenswert absurden Konstrukte, die den meisten dieser Verfahren zu Grunde liegen, und die Leichtigkeit, sich in einem dieser Konstrukte als Angeklagte oder Angeklagter wiederzufinden, machen es einmal mehr notwendig, sich die Funktionalität und das Interesse von Strafsystem und Staat bewusst zu machen.</p>
<p>Ebenfalls nicht zu vergessen, ist der international ebenso inflationär wie undifferenziert, genutzte Begriff und angewandte Vorwurf von „Terror“ oder „Terrorismus“.Darauf basierend wurden und werden diverse Gesetze der legalisierten uneingeschränkten Kontroll- und Überwachungsmöglichkeiten beschlossen und verabschiedet.<br />
In diversen Nationalstaaten findet die Anwendung solcher „Anti-Terror-Gesetze“ real statt und diese sind somit auch in einem gesamtgesellschaftlichen Kontext von Relativierung und Manifestierung des Begriffes „Sicherheit“ zu sehen.<br />
In der brd führte das unter anderem zur quasi Abschaffung der nach 1945 vollzogenen Trennung von Polizei und Geheimdienst.</p>
<p>Wir demonstrieren in Solidarität mit allen Menschen in den Knästen und draußen, die sich mit uns im Kampf gegen Kapitalismus, Staat und jede Unterdrückung befinden. Freiheit für alle Gefangenen. Revolutionäre Solidarität mit ihren Kämpfen und Aktionen. Kampf den Knästen und jedem Staat.<br />
Für eine herrschaftsfreie Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung!</p>
<p>Offener Vorbereitungskreis Antiknast-Sylvester-Demo-08</p>
<p><strong>Hamburg * 22:00 Uhr (pünktlich!) – S-Bahnstation Sternschanze * 23:30 Uhr Kundgebung vor dem Untersuchungsgefängnis Holstenglacis</strong></p>
<p><strong>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212; Köln &#8212;&#8212;&#8212;&#8212;</strong></p>
<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2008/12/silvester-zum-knast-08-koln.jpg" rel="lightbox[70]"><img src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2008/12/silvester-zum-knast-08-koln-211x300.jpg" alt="silvester-zum-knast-08-koln" title="silvester-zum-knast-08-koln" width="211" height="300" class="alignleft size-medium wp-image-745" /></a>Sylvester: Demo und Kundgebung am Knast in Köln-Ossendorf<br />
Wir wollen wieder ran an den Knast. Zumindest am Sylvesterabend. Und wir hoffen darauf, dass mehr solidarische Menschen kommen als in den Jahren zuvor. Denn in Köln hat sich den letzten Monaten im Bereich der Anti-Knast-Arbeit einiges positiv entwickelt. An der Vorbereitung der Sylvester-Knastkundgebung beteiligten sich außer Aktiven der Anti-Repressions-Gruppen auch solche aus verschiedenen Bereichen wie Antifa und Anti-Atom-Bewegung. Außerdem gab es Aktionen, die uns Hoffnung machen, dass Knast wieder mehr Thema in der radikalen Linken wird.<br />
- Das wäre zunächst die Zahltag-Aktion in „Kalkatraz“ zu nennen, an der sich die Erwerbslosenbewegung im Bündnis mit anderen Aktiven sehr nachdrücklich für Ex-Knackis, Flüchtlingen und Obdachlose einsetzte.<br />
- Außerdem gab es am 27. November eine Demo zum griechischen Konsulat, auf der sich trotz schlechten Wetters relativ viele mit den Gefangenen solidarisierten, die in Griechenland massenhaft und mit unterschiedlichen Kampfformen gegen das Knast- und Strafsystem ankämpften.<br />
- Es gibt auch noch wöchentliche Montagskundgebungen auf dem Bahnhofsvorplatz, die auf den Kampf italienischer Gefangener gegen faktisch lebenslängliche Strafen hinweisen, also Inhaftierungen , aus denen es tatsächlich keinen anderen Ausweg als den Tod gibt. Dabei stehen zwar jeweils nur wenige mit Transparent und Flugblättern. Aber das sind nicht nur Aktive mit dem Schwerpunkt Anti-Repression.<br />
Trotz dieser ermutigenden Zeichen ist Knast und der Umgang damit immer noch ein relatives Tabuthema in großen Teilen der Linken. Dazu ein Auszug aus einem Brief des in Berlin gefangenen antifaschistischen Genossen Christian:<br />
„Obwohl ich mit dem Zustand der Anti-Knast-Bewegung in Deutschland nicht besonders glücklich bin, soll das folgende nicht als Kritik an denen verstanden werden, die sich an diesem Thema seit Jahren abarbeiten. Vielmehr stört mich die relative Gleichgültigkeit der linksradikalen Szene insgesamt gegenüber Knast als letzten Baustein staatlicher Repression, mit dem nur ein kleiner Teil der AktivistInnen jemals in direkten Kontakt kommt.<br />
Bei jeder Inhaftierung gibt es zwar eine kurzfristige Mobilisierung, vor allem materielle Unterstützung, aber das Widerstandsniveau … bleibt inhaltlich und aktionistisch zurück. Wer verhaftet wird gilt irgendwo als Pflegefall. Etwas moralische Unterstützung und eine gute Anwältin sollen es richten.<br />
- Von den Gruppen, die zur 1. Mai Randale oder dem militanten Verhindern von Nazidemos aufrufen, wird keine kontinuierliche Anti-Knast-Arbeit geleistet.<br />
- Die wenigen Leute in der BRD, die sich selbst als politische Gefangene definieren, sind weitgehend von der Auseinandersetzungen draußen abgetrennt.<br />
- Es gibt noch nicht mal ein funktionierendes Infosystem, das uns regelmäßig relevante Zeitschriften oder Internetveröffentlichungen zukommen lässt.<br />
- Eine Diskussion zwischen Drinnen und Draußen findet kaum statt.<br />
- Viele Möglichkeiten, den Justizbehörden in den Arm zu fallen, werden vergeben, so dass jede Soligruppe bei Null anfängt, z.B. bei der Frage: Nützt Öffentlichkeitsarbeit dem Gefangenen oder schadet es.<br />
- Die Widerstandsebene Knast hat in antifaschistischen und antikapitalistischen Strukturen kaum Bedeutung, der Knast ist weit weg und erscheint unangreifbar. Dabei kulminieren bei diesem Thema viele Konflikte: durch und durch faschistische Beamte, viele rechtsradikale Gefangene, soziale Minderheiten wie Obdachlose und Junkies, Leute voller Wut auf die Gesellschaft und ohne deutschen Pass sind auf engsten Raum zusammengepfercht.<br />
In dieser Atmosphäre testet der Staat unablässig technologische und psychologische Mittel und Maßnahmen, um sie auch draußen zur Kontrolle und Aufstandsbekämpfung anzuwenden. Private Unternehmen sind dabei für maximale Ausbeutung zuständig.<br />
Die Hungerstreikaktion, die Anfang August von überwiegend sozialen Gefangenen in NRW ausging, stieß in linksradikalen Kreisen und bürgerlicher Öffentlichkeit auf wenig Beachtung. Das war aber ein viel versprechender Organisierungsansatz, und ich halte es für wichtig daran weiter zu arbeiten.<br />
Dass diese Zusammenhänge und Chancen so wenig beachtet werden, enttäuscht mich. Ich glaube die meisten Menschen wollen, wenn sie durch Verhaftung und Prozess aus der Anonymität gerissen werden, weniger eine personalisierte Soliarbeit, sondern vielmehr das Strafsystem an sich ins Visier genommen sehen.“</p>
<p>So weit Christian. Wir teilen diese Kritik weitgehend, haben aber die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass sich doch etwas ändert. Knast sollte nicht nur auf einmalige Aktions- und Gedenktage reduziert werden.</p>
<p>Kommt zur Sylvester-Demo an den Knast in Ossendorf Treffpunkt: 18 Uhr, Haltestelle Margaretastraße der Linie 5 (KVB) Wir umkreisen den Teil des Knastes, der von öffentlichen Straßen umgeben ist und machen Halt an Stellen, an denen eine kleine Chance besteht, die Gefangenen in diesem miesen Isolationsbau, der keinerlei Sichtkontakt ermöglicht, mit Musik, Grußworten, Redebeiträgen, unseren Böllern und Neujahrsraketen wenigstens bruchstückhaft zu erreichen<br />
Aber lasst uns dafür sorgen, dass auch in den anderen Tagen des Jahres das Thema Knast nicht beiseite geschoben wird. Es gibt Selbstorganisationsansätze drinnen und manche Anlässe, bei denen kämpfende Gefangene Multiplikator/inn/en und Unterstützende draußen brauchen. Und es müsste auch unser eigenes Interesse an herrschaftsfreier und repressionsfreier Gesellschaft sein, kontinuierlich gegen den Repressionsapparat anzugehen</p>
<p>Autonomes Knastprojekt<br />
akp-koeln@riseup.net</p>
<p><strong>Köln * 18:00 Uhr – Haltestelle Margaretastraße der Linie 5 (KVB) zum Knast in Ossendorf</strong></p>
<p><strong>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212; Berlin &#8212;&#8212;&#8212;&#8212;</strong></p>
<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2008/12/silvester-zum-knast-08-berlin.jpg" rel="lightbox[70]"><img src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2008/12/silvester-zum-knast-08-berlin-300x212.jpg" alt="sil_08_3.indd" title="sil_08_3.indd" width="300" height="212" class="alignleft size-medium wp-image-744" /></a>Reissen wir die Mauern ein, die uns trennen – in Solidarität mit allen kämpfenden Gefangenen und dem Hungerstreik in Italien.</p>
<p>Wir, als AnarchistInnen, Autonome oder in anderen Worten: Menschen, welche diese Gesellschaft und ihre Ordnung umwerfen wollen, lehnen normalerweise Traditionen ab, um immer etwas neues zu experimentieren, zu entdecken, animiert durch die Lust nach einer radikalen Veränderung und der Liebe nach Unberechenbarkeit. In Berlin gibt es aber eine Tradition, welche wir nicht abschaffen wollen: den Jahreswechsel vor dem U-Haft Knast Moabit. Seit über 20 Jahren gibt es Menschen, die pünktlich um Mitternacht durch eine kraftvolle Demo ihrer Wut gegen Knäste und alle Zwangsanstalten, sowie ihrer Solidarität mit allen Gefangenen Ausdruck verleihen. Es gilt, die zu unterstützen, die aufgrund der sozialen Zustände in den Kerkern dieser unmenschlichen Gesellschaft festgehalten werden. Dieses Jahr wird es auch in Köln und Hamburg gleichartige Demos geben.</p>
<p>Die permanente Bedrohung für diejenigen, welche in dieser Gesellschaft nicht durch „legale” Mittel überleben können (oder wollen) und für diejenigen, welche nach radikaler Veränderungen streben, nimmt stetig zu. Nicht nur aufgrund des Imports von amerikanischen Knästen, was die Teilprivatisierung einiger deutsche Knäste zur Folge hat und die dadurch ermöglichte Schaffung neuer billiger Arbeitskräfte, sondern auch durch die wiederholte Verbreitung der Lüge von einem Anstieg der „Kriminalitätsraten”oder des „Terrorismus”, welche nur zur Rechtfertigung einer Politik der Überwachung und Kontrolle dient, und durch das Einsperren derjenigen, die als einziges Vergehen die Überschreitung fiktiver Grenzen begangenen haben sollen, versucht der Staat und das Kapital ihre unlösbaren Widersprüche durch das Wegsperren aufrecht zu erhalten: deshalb sehen wir es als notwendig an das gesamte Knastsystem (genauso wie seine „Schwestern“ – psychiatrische Einrichtungen, Abschiebeknäste und Schulen) in Frage zu stellen und Momente zu ermöglichen, wodurch wir diese Ablehnung in die Öffentlichkeit tragen können. Zu Silvester zum Knast zu gehen ist eine dieser Möglichkeiten – denn Knast ist keine Antwort auf soziale Konflikte. Die Abschaffung von Knästen kann nur innerhalb eines Parcours gesehen werden, welcher die gesamte Gesellschaft in Frage stellt und versucht wird diese und ihre unterdrückenden Strukturen zu beenden – auf welche Art und Weise auch immer. Wenn wir über Kapitalismus und Herrschaft reden dürfen wir nicht vergessen, dass Zwangsanstalten und Knäste eine ihrer Säulen sind.</p>
<p>Es bleibt noch zu erwähnen, dass diese sozialen Konflikte zu meist nicht Personen aus der „Szene“ betreffen, sondern viel mehr ganz „normale“ Menschen, die mit den Zuständen nicht klar kommen: wir hoffen auch diese mit der Demo anzusprechen.</p>
<p>Dass es möglich ist sich gegen die Institution Knast zur Wehr zu setzen, zeigen uns täglich unzählige Menschen auf der Welt: während griechische Gefangene im letzten November für bessere Bedingungen durch einen Hungerstreik kämpften, trugen AnarchistInnen und andere solidarische Individuen ihre Wut und flammende Unterstützung auf die Straße. Durch die Anwendung verschiedenster Aktionsformen sollte den Forderungen der Gefangenen gegenüber dem Staat Unterstützung zu Teil werden.</p>
<p>Auch in Italien findet seit dem 1. Dezember ein gestaffelter Hungerstreik der Gefangenen statt. Dieser richtet sich gegen Lebenslänglich als Strafe und erhält auch europaweite Unterstützung von Gefangenen und solidarischen Menschen. Und auch einige Gefangene innerhalb deutscher Knäste werden diesen Kampf unterstützen.</p>
<p>Aber eine Ausbreitung des Kampfes gegen Zwangsanstalten bleibt nur möglich, wenn hier draußen eine vielfältige Unterstützung stattfindet: die Gefangenen müssen spüren nicht alleine gelassen zu sein und wissen, dass es welche gibt, die ihre Kämpfe zu den ihrigen machen.</p>
<p>Deshalb laden wir euch alle ein mit uns an Silvester mindestens zeitweise die Mauern einzureißen, die uns trennen…</p>
<p>Gegen alle Zwangsanstalten und die Gesellschaft des Einsperrens!</p>
<p>In Solidarität mit allen kämpfenden Gefangenen – egal ob in Italien, Griechenland oder Deutschland!</p>
<p><a href="http://www.abc-berlin.net/silvesterzumknast" class="broken_link">www.abc-berlin.net/silvesterzumknast</a></p>
<p><strong>Berlin * 22:45 Uhr – U-Bhf. Turmstrasse (U9) zur JVA Moabit </strong></p>
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