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	<title>Anarchist Black Cross Berlin &#187; Widerstand</title>
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		<title>Remember, Rememeber the 6th of December!</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Dec 2011 23:01:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abc berlin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[von der Anarchistischen Gruppe München Die Normalität regierte keine_r erwartete etwas Außergewöhnliches. Die Horoskope kündigten die Fortsetzung dieses Zustandes an. Am 6. Dezember 2008 geraten zwei Bullen mit einer Gruppe junger Anarchist_innen in Konflikt. Der Bulle Epaminodas Korkoneas erschießt den 15-jährigen Alexandros Grigoropoulos. Innerhalb einer Stunde versammeln sich Menschen und beginnen Auseinandersetzungen mit der Polizei. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2010/01/Alexandros-Grigoropoulos.jpg" rel="lightbox[5785]"><img class="alignright size-medium wp-image-1760" title="Alexandros Grigoropoulos, am 6. Dezember 2008 in Athen von Bullen erschossen" src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2010/01/Alexandros-Grigoropoulos-250x150.jpg" alt="Alexandros Grigoropoulos, am 6. Dezember 2008 in Athen von Bullen erschossen" width="175" height="105" /></a><em>von der <a href="http://agmuenchen.blogsport.de/" target="_blank">Anarchistischen Gruppe München</a></em></p>
<p>Die Normalität regierte keine_r erwartete etwas Außergewöhnliches. Die Horoskope kündigten die Fortsetzung dieses Zustandes an.<br />
Am 6. Dezember 2008 geraten zwei Bullen mit einer Gruppe junger Anarchist_innen in Konflikt. Der Bulle Epaminodas Korkoneas erschießt den 15-jährigen Alexandros Grigoropoulos.<br />
Innerhalb einer Stunde versammeln sich Menschen und beginnen Auseinandersetzungen mit der Polizei.<br />
<span id="more-5785"></span><br />
Im Zuge dessen entlädt sich die Wut der Menschen in einem zerstörerischen Akt der Revolte, mehrere Universitäten und öffentliche Plätze werden besetzt, Einkaufszentren, Luxusgeschäfte, Banken und Polizeistationen werden angegriffen und den Flammen übergeben. Bis zum Ende dieser Nacht hängt Tränengas in den Straßen Athens und die Polizei ist aus vielen Vierteln vertrieben worden.<br />
Innerhalb weniger Stunden verbreitet sich die Revolte über ganz Griechenland.</p>
<p>An den Aufständen beteiligen sich weite Teile der Bevölkerung wodurch mit den verschiedensten Aktionsformen experimentiert wird.</p>
<p>Seit diesen Tagen versucht der Staat händeringend die herrschende Ordnung aufrecht zu erhalten. Immer wieder gab und gibt es Repressionsschläge des Staates gegen Individuen und Kollektive. So werden Immer wieder Menschen mit fadenscheinigsten Begründungen eingeknastet, sei es für das publizieren von Texten, betreiben von Blogs, oder die angebliche Teilnahme an Angriffen. Denn jede_r ist ein_e potentielle_r Angreifer_In!<br />
Dabei werden Gruppierungen und Einzelpersonen zu Führungskadern erklärt, da es unmöglich erscheint, dass solch spontane, aufständische Handlungen aus einem kollektiven Willen heraus, die Unterdrückung zu beenden, entstehen.</p>
<p>Der Angriff auf Einzelne stellt jedoch immer einen Angriff auf uns alle dar, da das Verlangen nach einer freien Welt unser gemeinsamer Wunsch ist.<br />
Die Gefahr geht dabei nicht von Individuen sondern von unseren gemeinsamen Ideen aus und somit bedarf es keiner gesetzlichen Legitimierung von Repression mehr, da die bloße Existenz unserer Ideen, der bloße Gedanke, schon Gefahr genug ist. Somit gerät mensch heutzutage nicht mehr nur dann ins Visier der staatlichen Repression, wenn Gesetze überschritten werden, sondern heute bekommt sie jede_r zu spüren, der_die nicht bereit ist, oder dem_der es nicht möglich ist, seine_ihre vorgegebenen Rollen zu erfüllen.</p>
<p>In dem Moment, wo sich die Repression in allen Bereichen der Gesellschaft ausbreitet, ist es offensichtlich naiv zu denken, dass sie nur diejenigen trifft, die die Staatssicherheit bedrohen. Die um sich greifende Repression zeigt jedoch nicht die Stärke der Bewegung, sondern die Schwäche des Staates in einer auseinanderbrechenden Welt.<br />
Dabei wollen wir uns bei unserem Handeln nicht an Repressionsschlägen oder sonstigen Terminen, die sich in die kapitalistische Normalität eingliedern, orientieren, rein reflexartig agieren und in einen einstudierten Abwehrkampf zurückziehen. Lasst uns stattdessen den Kampf den die Gefangenen und die Ermordeten begonnen haben fortführen und die Bedingungen für die Befreiung aller schaffen. Was nicht heißen soll, dass wir uns mit den inhaftierten Kompliz_Innen entsolidarisieren, denn die begonnenen Kämpfe fortzuführen, deren Aktionsformen aufzugreifen, weiterzuentwickeln und gleichzeitig zu hinterfragen heißt direkte Solidarität. Wir stellen keine Forderungen, beispielsweise für die Verbesserung von Haftbedingungen, an den Herrschafts- und Justizapparat, weil dies bedeuten würde unsere Stellung in der Hierarchie zu akzeptieren. Die Selbstbeschränkung in dem Stellen von Forderungen, raubt Kraft und ist immer mit dem Eingehen von Kompromissen verbunden.</p>
<p>Wir sehen die Forderung für die Freilassung von einigen politischen Gefangenen als eine Verkürzung der Kritik am ganzen Knastsystem und dessen gesellschaftlicher Funktion.<br />
Wir stellen keine Forderungen, da wir nicht nach Veränderung fragen, sondern die Realität gemeinsam grundlegend umgestalten wollen.<br />
Wenn jemand aufgehalten wird, gilt es nicht stehen zu bleiben und sich auf einen reflexartigen Abwehrkampf zu fixieren, sondern weiter zu laufen mit unserem Ziel vor Augen und der Leblosigkeit den Kampf ansagend, der mörderischen Gesellschaft den Gar aus zu machen.</p>
<p>Wir wollen aufzeigen, dass uns nur die Mauern trennen, denn diese mörderische Gesellschaft zeigt sich nicht nur im Knast wo sie uns unserer Träume und unseres Willens beraubt, sondern auch in der Arbeit und der Freizeitgestaltung, beim haltlosen hin und hereilen von Warenregal zu Warenregal, auf dem Heimweg wo uns etliche Werbeplakate zeigen, was das Beste für uns sei und eine nicht vorhandene Notwendigkeit konstruieren.</p>
<p>Zahllose Tote zeichnen den Weg dieser Gesellschaft den sie bis hier her gegangen ist, wo eine scheinbar, sich endlos in die Zukunft erstreckende Gegenwart uns erwartet.</p>
<p>Tag für Tag klären Titelseiten über Nichtigkeiten auf. So scheint es, dass die Scheidung zweier Prominenter das einzige ist, was es zu berichten gibt.<br />
Kein Wort wird verloren, über die Menschen die an dieser Gesellschaft zu Grunde gehen, nichts über die Menschen die bei Abschiebungen ihr Leben lassen, nichts über die Toten an den Grenzen, nichts über die Ermordeten im Knast und in Polizeigewahrsam oder über diejenigen die dem Druck nicht standhalten und keinen anderen Ausweg sehen als sich selbst ihr Leben zu nehmen. Dies sind keine Nachrichten die uns nichts angehen, sondern gesamtgesellschaftlich totgeschwiegen werden, da sie uns zwingen über diese Scheißwelt nach zudenken, über den Verlust der Selbstbestimmung unseres Lebens, ihre Grenzen, Mauern und Knäste, ihre Autoritäten und Gesetzen, sowie ihrer geheuchelten Moral. Jeder vor sich hin vegetierende Häftling sollte uns daran erinnern, dass alles was uns geboten wird leere Versprechen sind. So krepieren wir einsam mit nichts, als einer Lüge, die uns versichert, nicht die Nächsten zu sein, die es trifft.</p>
<p>Die Ohnmacht in der wir uns befinden, ähnelt immer mehr dem Schicksal derer, die bereits dahin gerafft wurden. Immer weiter entfernen wir uns vom Leben und nähern uns dem Bild einer funktionierenden Maschine.</p>
<p>Fangen wir an uns endlich als Ausgebeutete und Unterdrückte zu begreifen und zerstören diese mörderische Gesellschaft mit ihrer Akzeptanz der Unterdrückung, mit ihrer Atomkraft und Abgasen, Waffen und Kriegen, Grenzen und Knästen, Fernsehern und Antideppressivas, Bullen und Abschiebungen, Schulen und Zurichtungsanstalten.<br />
Machen wir endlich Schluss, fangen wir an von den Abenteuern der Freiheit zu träumen und unsere Möglichkeiten im Aufstand zu erproben.</p>
<p>Für die Freiheit und die Anarchie!</p>
<p>Einige Unerwünschte in Tagen der sozialen Befriedung!</p>
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		<title>Athen: Text aus dem 1. Flügel des Koridallos Gefängnisses</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Nov 2011 17:13:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abc berlin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Europa]]></category>
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		<description><![CDATA[von der Webseite des griechischen Übersetzungskollektivs Contra Info, der Text wurde am Mittwoch, den 23. November auf Indymedia Athen veröffentlicht, 60 Einzelpersonen aus dem 1. Flügel des Koridallos blieben außerhalb ihrer Zellen und händigten dem Searganten des Gefängnisses den Text aus. Einkerkerung ist eine dauerhafte Folter. Wir leben in elenden Zuständen, übereinander, in schmutzigen Räumen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/01/solidarity-greece-prison-rally-new-years-eve-2010.jpg" rel="lightbox[5761]"><img class="alignright size-medium wp-image-2929" title="Solidarity assemblies outside prisons in Greece" src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/01/solidarity-greece-prison-rally-new-years-eve-2010-250x175.jpg" alt="Solidarity assemblies outside prisons in Greece" width="140" height="98" /></a><em>von der Webseite des griechischen Übersetzungskollektivs <a href="http://de.contrainfo.espiv.net/2011/11/29/athen-text-aus-dem-1-flugel-des-koridallos-gefangnisses/" target="_blank">Contra Info</a>, der <em>Text wurde am Mittwoch, den 23. November auf Indymedia Athen veröffentlicht, <em>60 Einzelpersonen aus dem 1. Flügel des Koridallos blieben außerhalb ihrer Zellen und händigten dem Searganten des Gefängnisses den Text aus.</em></em><br />
</em></p>
<h3 style="text-align: center;"><strong>Einkerkerung ist eine dauerhafte Folter.</strong></h3>
<p>Wir leben in elenden Zuständen, übereinander, in schmutzigen Räumen. Wir waschen uns mit eiskaltem Wasser. Wir essen halbe Portionen gekochten, labbrigen Essens. Wir haben keine ausreichende medizinisch-pharmazeutische Versorgung. Wir sind einer sadistischen Justiz ausgesetzt, die uns erschöpfende Urteile aufbürdet.<br />
<span id="more-5761"></span><br />
Und hier endet es nicht.</p>
<p>Am 14.11.2011 wurden unsere Mithäftlinge <a href="http://de.contrainfo.espiv.net/2011/11/28/athen-zwei-kurdische-gefangene-wahrend-des-gefangentransports-von-bullen-gekidnapped-und-verprugelt/" target="_blank">[Giorgos] Leith Unan und Elias Rivon</a> ins Berufungsgericht von Loukareos überführt. Sie wurden nach einem Streit mit den Schweinen der EL.AS (griechische Polizei) brutal geschlagen und in die „Immigrationsabteilung“ gebracht, wo sie wieder (mit Handschellen gefesselt) verprügelt wurden. Sie kehrten mit gebrochenen Armen, Rippen und blauen Flecken am ganzen Körper ins Gefängnis zurück.</p>
<p>Am 17.11. befindet sich der Mithäftling und Anarchist Rami Syrianos im Diavata Gefängnis in Isolation, weil er die erniedrigende Leibesvisitation samt Ausziehen verweigerte. Aber weil es eine Solidaritätsversammlung außerhalb des Gefängnisses gab, fürchtete der Justizvollzugsdienst das Schlimmste und führte einen Überraschungstransfer von Rami nach Nigrita Serres durch.</p>
<p>Nachdem er dort am 19.11. abermals diese geschmacklose Prozedur des Justizvollzugsdienstes verweigerte, ist der Justizseargant mit 2 Wächtern in die Isolationszelle eingefallen. Nachdem sie ihn „fixiert“ haben, wurde er mit Gewalt ausgezogen.</p>
<p>Zur gleichen Zeit durchlief unser Mithäftling und Mitglied der „Verschwörung der Zellen des Feuers“ Giorgos Polydoros, der jetzt seit 8 Monaten inhaftiert ist, bereits fünf verschiedene Gefängnisse. Wegen seiner Verweigerung der Leibesvisitation hat eine lange Zeitspanne in Isolationszellen verbracht und in diesem Moment ist er wieder in Isolation in Gefängnis von Halkida.</p>
<p>Schließlich wurden am 6.11. sieben Immigranten im Alter zwischen 17 und 20 mit schweren Verbrennungen aus den Haftzellen von Amygdalezas 4 ins Attico und die anderen drei zum Thriasio Krankenhaus gebracht. In ihren Zellen war ein Feuer ausgebrochen. Das Ministerium ließ nur eine kurze Stellungnahme verlautbaren, dass sie das Feuer selbst gelegt hätten. Die Frage, ob das Gebäude über Feuerschutz und allgemeine Standards verfügt und die Polizeibeamten der Schicht etwas unternommen haben, ist Geplauder.</p>
<p>Wir können nicht mehr von einzelnen Vorfällen sprechen. Wir erfahren auf den Dienststellen der Polizei täglich körperliche und psychologische Folter, von der EL.AS, in den Knästen, in den Camps der „illegalen MigrantInnen”.</p>
<p>Wir führen diesen Protest durch, um zu erklären, dass wir vereint gegen ihre Grausamkeiten sind, um die „außerhalb der Mauern“ über alles zu informieren, was jeden Tag in den Zellen geschieht, in die sie uns geschlossen haben.</p>
<h3 style="text-align: center;"><strong>SOLDARITÄT, ORGANISIERUNG, WÜRDE</strong></h3>
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		<title>Flugblatt in Solidarität mit Sonja und Christian zum Anti-Atom-Widerstand</title>
		<link>http://www.abc-berlin.net/flugblatt-in-solidaritaet-mit-sonja-und-c</link>
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		<pubDate>Sat, 26 Nov 2011 13:05:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abc berlin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
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		<category><![CDATA[Solidarität]]></category>
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		<category><![CDATA[Angriff auf Staat und Kapital]]></category>
		<category><![CDATA[Anti-Atom-Widerstand]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Gauger]]></category>
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		<category><![CDATA[Revolutionäre Zellen]]></category>
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		<category><![CDATA[weggesperrt - im Knast]]></category>

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		<description><![CDATA[gefunden auf www.verdammtlangquer.org, ein Flugblatt mit diesem Text wurde zum Castor-2011-Transport verteilt. Die lange Tradition des Anti-AKW-Widerstands Ausgeliefert werden heißt nicht ausgeliefert sein! Solidarität mit Sonja und Christian! Am 14. September wurden Sonja Suder (78) und Christian Gauger (70) nach 33 Jahren im Exil von Frankreich an Deutschland ausgeliefert und in Frankfurt-Preungesheim und im Knastkrankenhaus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>gefunden auf <a href="http://www.verdammtlangquer.org/2011/11/flugblatt-zum-anti-atom-widerstand/" target="_blank">www.verdammtlangquer.org</a>, ein Flugblatt mit diesem Text wurde zum Castor-2011-Transport verteilt.</em></p>
<h3 style="text-align: center;"><strong>Die lange Tradition des Anti-AKW-Widerstands</strong></h3>
<p style="text-align: center;"><strong>Ausgeliefert werden heißt nicht ausgeliefert sein! Solidarität mit Sonja und Christian!</strong></p>
<p>Am 14. September wurden Sonja Suder (78) und Christian Gauger (70) nach 33 Jahren im Exil von Frankreich an Deutschland ausgeliefert und in Frankfurt-Preungesheim und im Knastkrankenhaus Kassel inhaftiert. Christian kam in Untersuchungshaft, obwohl er nach einem Herzstillstand im Oktober 1997 gesundheitlich extrem angeschlagen ist. Erst am 20. Oktober entkam er nach mehreren Interventionen seiner Anwälte dieser für ihn lebensgefährlichen Situation. Gegen Auflagen wurde er von der Haft verschont. Sonja sitzt weiter in Untersuchungshaft.<span id="more-5741"></span></p>
<p>Um was geht es?<br />
Als Geburtsstunde der Widerstandsbewegung gegen das Atomprogramm der BRD gilt die Auseinandersetzung  um das geplante AKW in Wyhl. Massenproteste konnten 1974/75 den Bau verhindern. Als Teil der Bewegung setzten sich auch Revolutionäre Zellen (RZ) mit der Perspektive der Anti-AKW-Arbeit auseinander und suchten neue Formen und militante Praxen für den Widerstand. RZ griffen z. B. im Mai 1978 den Wach- und Kon­trolldienst Nord und Niedersachsen an, der an den Atom-Standorten Gorleben, Brokdorf und Grohnde „aufgefallen war“. Im November 1982 verübten sie einen Anschlag gegen die Gesellschaft für Reaktorsicherheit in Köln und fällten einen Strommast in Kalkar, dessen Trasse direkt zum geplanten Schnellen Brüter führte.</p>
<p>Sonja und Christian werden konkret zwei Anti-Atom-Anschläge der RZ vorgeworfen: Der vom 22. August 1977 richtete sich gegen MAN wegen des Beitrags dieser Firma zur Herstellung südafrikanischer Atombomben. Schon damals kamen durch den Druck der Anti-AKW-Bewegung Atomgeschäfte in Deutschland nicht mehr so richtig voran und Firmen suchten sich deshalb neue Absatzmärkte. MAN exportierte Verdichter für eine Urananreicherungsanlage an das rassistische Apartheidregime. MAN ist bis heute im Rüstungsgeschäft aktiv. Der zweite Anschlag richtete sich gegen die Firma KSB. RZ schrieben dazu im August 1977: „Nach unserer Aktion gegen den international geachteten Konzern MAN möchten wir mit der Aktion bei KSB in Frankenthal einen Kandidaten vorstellen, der ganz im Stillen, aber dort im großen Rahmen wirkt.“ Die KSB AG war der weltweit größte Pumpenhersteller und wichtig für den Bau von Kernkraftwerken in aller Welt. Heute schreibt das Unternehmen: „40 Jahre Erfahrung in der Entwicklung von Pumpen und Armaturen für Kernkraftwerke haben KSB zu einem der Weltmarktführer gemacht.“</p>
<p>Des Weiteren sollen Sonja und Christian wegen dieser Aktion nach dem Willen der Frankfurter Staatsanwaltschaft der Prozess gemacht werden: Am 18. Mai 1978 wurde auf das Heidelberger Schloss ein Brandanschlag verübt. In einem angeblichen Schreiben des Oberbürgermeisters Zundel (!) unter dem Briefkopf der Stadt Heidelberg hieß es: „Als Oberbürgermeister der Stadt Heidelberg erkläre ich, dass irgendwelche Behauptungen, ich hätte gestern Nacht im Königssaal des Heidelberger Schlosses Feuer gelegt, jeglicher Grundlage entbehren. Richtig ist vielmehr: Ich zerstörte und zerstöre Gebäude, die mir bei der Sanierung Heidelbergs im Wege stehen.“ Diese Aktion soll tatsächlich von einer RZ gemacht worden sein. Heute ist Gentrifizierung erneut und immer noch Anlass für Protest und Widerstand.  Bei allen drei Vorwürfen stützt sich die Anklage auf angebliche Aussagen von Hermann F. Angeblich, weil sie unter folterähnlichen Bedingungen fabriziert wurden: In Hermanns Schoß explodiert im Sommer 1978 ein Sprengsatz – angeblich für eine RZ-Aktion gegen das Konsulat der damals in Argentinien herrschenden Folterdiktatur bestimmt. Hermann überlebt, verliert aber beide Augen und seine Beine werden amputiert. Er bekommt ständig starke Schmerz- und Beruhigungsmittel. Seine einzigen „Bezugspersonen“ im Krankenhaus und einer Polizeikaserne sind LKA’ler, Staatsanwälte und Richter – Hermann bleibt viereinhalb Monate in dieser Lage absoluter Hilflosigkeit, der Schmerzen und eingeschränkter Wahrnehmungsfähigkeit. Kontakte zu FreundInnen und einem Anwalt seiner Wahl werden verhindert.</p>
<p>Im August 1978, also kurz nach dem „Deutschen Herbst“ und inmitten der staatlichen Jagd auf Linksradikale, bemerken Sonja und Christian, dass sie observiert werden, und verreisen erst einmal mit unbekanntem Ziel. Erst später erfahren sie von den Tatvorwürfen gegen sie.</p>
<p>22 Jahre nach ihrem Verschwinden, im Jahr 2000, werden Sonja und Christian in Paris festgenommen. Inzwischen ist eine weitere Beschuldigung hinzugekommen: Sonja wird nach fast 25 Jahren auf einmal von einem ehemaligen Mitglied der Carlos-Gruppe, dem Kronzeugen Hans Joachim Klein, beschuldigt, 1975 Waffen für die Aktion gegen die Opec-Konferenz nach Wien gebracht zu haben. Sogar das Landgericht Frankfurt hat diese Beschuldigung in einem anderen Verfahren als unglaubwürdig abgewiesen, aber im Haftbefehl gegen Sonja wurde und wird sie nach wie vor aufgeführt. Dennoch lehnt ein französisches Gericht im Jahr 2000 den deutschen Auslieferungsantrag ab und entscheidet, dass die beiden gegen eine Kaution von 300 (!) Euro in Frankreich bleiben können. 2007 beantragt  die deutsche Justiz allerdings einen formal neuen, „europäischen“, Haftbefehl. Nun stimmt die französische Justiz zu, obwohl der Haftbefehl inhaltlich überhaupt nichts Neues enthält.</p>
<p>Während der deutsche Staat Atomgeschäfte bis heute durch Hermesbürgschaften absichert wie im Fall des brasilianischen Atomkraftwerks „Angra 3“ und Konzerne weiter Atomtechnologie exportieren und nie ein Konzern für die Unterstützung der Apartheid in Südafrika zur Verantwortung gezogen wurde, soll Sonja und Christian auf Grundlage von skandalösen, erfolterten „Aussagen“ und Kronzeugenangaben nach drei Jahrzehnten der Prozess gemacht werden. Die Anklageschrift kam Anfang November, weshalb für Februar oder März 2012 mit Prozessbeginn gerechnet werden muss.<br />
Beide haben sich geweigert, einen Deal mit der Staatsanwaltschaft zu machen, beide wollen jede Aussage verweigern. Mit dieser Haltung sollten sie beim kommenden Prozess internationale Unterstützung erfahren – sorgen wir dafür, dass sie sich nicht ausgeliefert fühlen!</p>
<p>Kein Prozess gegen Sonja und Christian! Sonja muss sofort raus!</p>
<p>Weitere und aktualisierte Infos: <a href="http://www.verdammtlangquer.org" target="_blank">www.verdammtlangquer.org</a></p>
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		<title>Broschüre: Sand im Getriebe der Macht</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Nov 2011 12:59:54 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Anarchismus - Aufstand - Revolte]]></category>
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		<description><![CDATA[vom no prison! no state!-Blog Wir haben die Broschüre „Sand im Getriebe der Macht – Beiträge gegen Knast, gegen soziale Kontrolle, für Widerstand“ gefunden und digitalisiert. Sie wurde 1981 von „Autonome Knast- und Widerstands Gruppen aus verschiedenen Städten“ herausgegeben und befasst sich mit den verschiedenen Facetten von Knast aus autonomer/anarchistischer Perspektive. Sehr interessant sind außerdem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/11/Sand-im-Getriebe-der-Macht-Broschüre-cover.jpg" rel="lightbox[5557]"><img class="alignright size-medium wp-image-5554" title="Broschüre „Sand im Getriebe der Macht – Beiträge gegen Knast, gegen soziale Kontrolle, für Widerstand“" src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/11/Sand-im-Getriebe-der-Macht-Broschüre-cover-184x250.jpg" alt="Broschüre „Sand im Getriebe der Macht – Beiträge gegen Knast, gegen soziale Kontrolle, für Widerstand“" width="166" height="225" /></a><em>vom <a href="http://noprisonnostate.blogsport.de/" target="_blank">no prison! no state!-Blog</a></em></p>
<p>Wir haben die Broschüre „Sand im Getriebe der Macht – Beiträge gegen Knast, gegen soziale Kontrolle, für Widerstand“ gefunden und digitalisiert. Sie wurde 1981 von „Autonome Knast- und Widerstands Gruppen aus verschiedenen Städten“ herausgegeben und befasst sich mit den verschiedenen Facetten von Knast aus autonomer/anarchistischer Perspektive. Sehr interessant sind außerdem die Diskussionen zu Perspektiven der Kämpfe gegen die Knäste. Wir denken das das Heft sehr interessant und hilfreich für unsere heutigen Kämpfe gegen Staat und das System sein kann und wollen es hiermit allen zugänglich machen.<br />
Feuer den Knästen! Freiheit für alle!<br />
<span id="more-5557"></span><br />
Zum Ausdrucken: Die pdf ist nicht perfekt. Das Heft ist alt und hier und da ist ein Wort nicht zu lesen oder abgeschnitten aber das macht nichts. Wenn ihr das Heft ausdruckt solltet ihr die Druckeinstellungen vorher auf „an druckbereich anpassen“ oder ähnliches stellen,da einige Seiten nicht im selben Format digitalisiert worden. Funktioniert alles!</p>
<h3 style="text-align: center;"><strong><a href="http://zinelibrary.info/files/Sand%20im%20Getriebe%20der%20Macht-1981.pdf">download</a></strong></h3>
<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/11/Sand-im-Getriebe-der-Macht-Broschüre-cover.jpg" rel="lightbox[5557]"><img class="aligncenter size-full wp-image-5554" title="Broschüre „Sand im Getriebe der Macht – Beiträge gegen Knast, gegen soziale Kontrolle, für Widerstand“" src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/11/Sand-im-Getriebe-der-Macht-Broschüre-cover.jpg" alt="Broschüre „Sand im Getriebe der Macht – Beiträge gegen Knast, gegen soziale Kontrolle, für Widerstand“" width="600" height="813" /></a></p>
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		<title>Rom: Wenn die Empörung zu Wut wird</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Oct 2011 16:45:54 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Rom]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Samstag, den 15. Oktober fanden weltweit unzählige Demonstrationen statt, welche nach dem Vorbild der in New York entstandenen Occupy-Bewegung, die Herrschaft des Kapital und der Banken kritisierten. Auch im deutschsprachigen Raum kam es zu vielen Demos und Platzbesetzungen, aber die Proteste blieben leider weitgehend auf einer legalistischen Ebene stehen. Ganz anders geschah es in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/10/Rom-15-okt-11.jpg" rel="lightbox[5377]"><img class="alignright size-medium wp-image-5379" title="Brennende Bullenkarre in Rom am 15. Oktober 2011, anlässlich der Proteste gegen das Finanzkapital, im Rahmen des weltweiten Aktionstages der “Occupy“ Bewegung" src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/10/Rom-15-okt-11-250x167.jpg" alt="Brennende Bullenkarre in Rom am 15. Oktober 2011, anlässlich der Proteste gegen das Finanzkapital, im Rahmen des weltweiten Aktionstages der “Occupy“ Bewegung" width="200" height="134" /></a><em>Am Samstag, den 15. Oktober fanden weltweit unzählige Demonstrationen statt, welche nach dem Vorbild der in New York entstandenen Occupy-Bewegung, die Herrschaft des Kapital und der Banken kritisierten. Auch im deutschsprachigen Raum kam es zu vielen Demos und Platzbesetzungen, aber die Proteste blieben leider weitgehend auf einer legalistischen Ebene stehen. Ganz anders geschah es in Rom, wo sich die Wut der Leute in der Form zeigte, dass Banken eingehauen und Luxusläden geplündert wurden, Luxusautos Feuer fingen und die Bullen, die BeschützerInnen der herrschenden Ordnung, massiv angegriffen und vertrieben wurden. Auf <a href="http://linksunten.indymedia.org/de/node/48775" target="_blank">linksunten.indymedia.org</a> erschien dazu die Übersetzung eines Textes, welcher auf <a href="http://www.lereveil.ch/contrib/rome-quand-l-indignation-devient" target="_blank">www.lereveil.ch</a> zu finden ist.</em><br />
<em> Wir wünschen uns, dass auch hier die Leute, die ihre Wut auf die Strasse tragen, diese nicht runterschlucken und die Herrschenden und ihre BeschützerInnen in ihrer Gesamtheit angreifen und attackieren, und sich nicht auf die &#8220;bösen&#8221; Bänker, die uns das Geld rauben, beschränken. Es geht um mehr, es geht um die Freiheit, um die Idee einer anderen Welt, einer Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung. Eine Welt, die auf Solidarität und Selbstorganisierung aufgebaut ist und die Menschen und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellt. [<strong>Update 18.10.:</strong> Am 17.10. gab es <a href="http://andiewaisendesexistierenden.noblogs.org/post/2011/10/18/uber-100-hausdurchsuchungen-in-ganz-italien/" target="_blank">über 100 Hausdurchsuchungen in ganz Italien</a>]</em><br />
<span id="more-5377"></span></p>
<h3 style="text-align: center;">Rom: Wenn die Empörung zu Wut wird</h3>
<p>Etwa 200&#8217;000 Leute versammeln sich in Rom für den Marsch der italienischen Empörten. Einen Marsch, auf den alle antagonistischen Bewegungen gewartet haben. Prekäre, soziale Zentren, Anti-Autoritäre, die Bewegung NO-TAV, Autonome, Basisgewerkschaften, Reformisten, Disobbedienti, Studenten sind alle auf der Strasse, oft mit sehr verschiedenen Zielen.</p>
<p>Von Beginn weg der Demo greifen etwa 1000 Leute – einige hinter dem Transparent „Wir fragen nicht nach einer Zukunft, wir holen uns die Gegenwart zurück“ – die direkten Verantwortlichen unserer Misere an. Ein Luxussupermarkt wird aufgebrochen und geplündert, die Produkte werden an die Demonstranten verteilt. Luxusautos fangen plötzlich zu brennen an, die Schaufenster der Banken fallen und eine italienische Flagge an einem Luxushotel wird abgerissen.</p>
<p>Der Demozug nähert sich dem Kolosseum, es gibt Spannungen zwischen den Pazifisten der Demo und den hunderten von vermummten und behelmten Jugendlichen. Einige Leute verschaffen sich Zugang zur Temporärarbeitsagentur Manpower, die vollständig niederbrennt. Eine Truppe des Fernsehens wird angegriffen und aus dem Demozug vertrieben. Ein Arbeiter von FIAT freut sich auf einem Lastwagen über ein brennendes SUV und schreit: „Das restliche Benzin werden wir jetzt für was Gescheites brauchen!“ Eine Tankstelle wird niedergebrannt.</p>
<p>Die Polizei wird nun mit Feuerwerk angegriffen. Die Demo läuft in Richtung Platz San Giovanni, der Platz, der als Ziel des Marsches vorgesehen war. Ein Polizeiposten wird angegriffen, Kameras und Scheiben werden zerstört und „Carta-Bomben“ werden herein geworfen. Noch mehr brennende Autos und getrashte Banken. Zu diesem Zeitpunkt ist ein Teil der Demo schon angekommen, aber die Mehrheit noch unterwegs.</p>
<p>Die Polizei entscheidet, anzugreifen und die Demo in zwei Teile zu spalten. Das Resultat davon sind Kämpfe mit den Ordnungskräften, die mehrere Stunden dauern. Etliche Demonstranten schliessen sich den Aufständischen an, Tausende greifen die Polizei an, die es eindeutig nicht schafft, die Situation zu kontrollieren. Mehrere Male sind die Polizisten gezwungen, sich zurückzuziehen (sogar mit den Wasserwerfern!) unter den Angriffen der jugendlichen Vermummten, die Steine und Feuerwerk auf sie schmeissen. Ein gepanzertes Polizeifahrzeug brennt, Applaus in der Menge. Barrikaden werden errichtet und die sehr mobilen Aufständischen greifen auch ein Sitz des Verteidigungsministeriums an, der komplett von den Flammen zerstört wird.</p>
<p>Erst gegen 20 Uhr zerstreuen sich die Demonstranten, bauen aber hinter sich immer noch Barrikaden. Umnutzung urbanen Mobiliars und brennende Abfalleimer. Etwa 70 Verletzte, Demonstranten (wovon einer schwer an der Hand wegen einer Feuerwerksrakete) sowie Polizisten. Die Anzahl Verhaftungen ist im Moment noch nicht bekannt.</p>
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		<title>Ausser Kontrolle &#8211; Veranstaltungsmonat zu Facetten europäischer Sicherheitspolitik &#8211; im November in Dresden</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Sep 2011 08:17:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abc berlin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Widerstand]]></category>
		<category><![CDATA[Dresden]]></category>
		<category><![CDATA[europäische Sicherheitsarchitektur]]></category>
		<category><![CDATA[Infoveranstaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheitspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>

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		<description><![CDATA[Vom 01. November bis 01. Dezember 2011 wird es im Az Conni in Dresden einen Veranstaltungsmonat zu Themen rund um die europäische Sicherheitsarchitektur geben. Seit dem Skandal um die massenhafte Datenabfrage durch Sächsische Polizeibehörden kam es mehrfach zu Diskussionen rund um das Thema des Datenschutzes und den damit einhergehenden Ermittlungen auf Bildung einer kriminellen Vereinigung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/09/Ausser-Kontrolle-flyer.jpg" rel="lightbox[5206]"><img class="alignright size-medium wp-image-5208" title="Ausser Kontrolle - Veranstaltungsmonat zu Themen rund um die europäische Sicherheitsarchitektur - vom 01. November bis 01. Dezember 2011 im Az Conni in Dresden" src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/09/Ausser-Kontrolle-flyer-176x250.jpg" alt="Ausser Kontrolle - Veranstaltungsmonat zu Themen rund um die europäische Sicherheitsarchitektur - vom 01. November bis 01. Dezember 2011 im Az Conni in Dresden" width="123" height="175" /></a><strong>Vom 01. November bis 01. Dezember 2011 wird es im Az Conni in Dresden einen Veranstaltungsmonat zu Themen rund um die europäische Sicherheitsarchitektur geben.</strong></p>
<p>Seit dem Skandal um die massenhafte Datenabfrage durch Sächsische Polizeibehörden kam es mehrfach zu Diskussionen rund um das Thema des Datenschutzes und den damit einhergehenden Ermittlungen auf Bildung einer kriminellen Vereinigung (§129).<br />
Doch nicht nur antifaschistische und antimilitaristische Aktivist_Innen sind von Überwachung und Repressionen betroffen. So fallen unter anderem Migrant_Innen und Fußballfans einer massiven Kriminalisierung zum Opfer. Oftmals wird an ihnen durchexerziert was später auch bei politischen Aktivist_Innen Anwendung findet. So waren die „Gewalttäter Sport Dateien“ die Blaupause für die „Gewalttäter Links Dateien“ und die Überwachung von Migrationsströmen mit Drohnen der Vorgeschmack auf die nächste Demonstration.<br />
<span id="more-5206"></span>Da all dies nicht nur in Sachsen geschieht wollen wir den Blickwinkel erweitern und den Monat November nutzen, um die sog. Sicherheitsarchitektur auf europäischer Ebene genauer zu beleuchten. Wie funktioniert eigentlich das Projekt EU? Was steckt hinter einer Losung wie „Europa als Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts“? Wer sind die Akteure der Sicherheitszusammenarbeit? Was haben Migration und Fußball damit zu tun? Welche Strategien, von der Telekommunikationsüberwachung bis zur Aufstandsbekämpfung, gibt es? Und wie verhält es sich mit der „Radikalisierung Europas“ und dem Begriff des Extremismus? In vielseitigen Vorträgen werden wir versuchen diese und weitere Fragen zu klären. Zwei themenbezogene Ausstellungen sollen die Veranstaltungsreihe abrunden.</p>
<p><strong>Infos zu den einzelnen Veranstaltungen <a href="http://ausserkontrolle.blogsport.de/" target="_blank">ausserkontrolle.blogsport.de</a></strong></p>
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		<title>Die kommende Empörung</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Sep 2011 20:13:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abc berlin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anarchismus - Aufstand - Revolte]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Widerstand]]></category>
		<category><![CDATA[Aufstand]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[kritische Texte]]></category>
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		<category><![CDATA[Revolution]]></category>

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		<description><![CDATA[gefunden auf linksunten.indymedia.org, das Original in französischer Sprache auf www.lereveil.ch Die kommende Empörung Seit einigen Monaten schon kann man in mehreren Ländern Europas das Erscheinen einer Bewegung beobachten, die „die Empörten“ oder „reale Demokratie“ genannt wird. Hier wie dort löste sie mehrere konditionierte Reflexe aus, die allgemeinen Fallen und Felsen im Kontext „sozialer Bewegungen“: zuerst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/09/Steine-in-der-Hand.jpg" rel="lightbox[5196]"><img class="alignright size-medium wp-image-5197" title="Steine in der Hand" src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/09/Steine-in-der-Hand-250x186.jpg" alt="Steine in der Hand" width="175" height="130" /></a><em>gefunden auf <a href="http://linksunten.indymedia.org/de/node/47140" target="_blank">linksunten.indymedia.org</a>, das Original in französischer Sprache auf <a href="https://www.lereveil.ch/contrib/l-indignation-qui-vient" target="_blank">www.lereveil.ch</a></em></p>
<h3 style="text-align: center;">Die kommende Empörung</h3>
<p>Seit einigen Monaten schon kann man in mehreren Ländern Europas das Erscheinen einer Bewegung beobachten, die „die Empörten“ oder „reale Demokratie“ genannt wird.</p>
<p>Hier wie dort löste sie mehrere konditionierte Reflexe aus, die allgemeinen Fallen und Felsen im Kontext „sozialer Bewegungen“: zuerst der Fetischismus der Praktiken (wie die Platzbesetzung, das Sit-In, das Happening oder die Latschdemo und nun der Marsch&#8230;) und die strikte Beschränkung der Bewegung auf seine Praktiken, danach der Demokratismus (der religiöse Respekt und das Privileg, das kollektiven, in Versammlungen getroffenen Entscheidungen, die „repräsentativ sind für die Bewegung“, eingeräumt wird), der „Bürgernihilismus“ <span id="more-5196"></span>(bornierter Respekt des Gesetzes, der Wahl, der vom Staat gegebenen „Rechte“ und von ihm verlangten Pflichten) und die dogmatische Gewaltlosigkeit (die soweit geht, dass sogar Polizeigewalt gegen diejenigen, welche sich dem Dogma widersetzen, verteidigt wird) und somit der Hegemonismus (ein Teil der Bewegung übernimmt die Kontrolle über die Gesamtheit), und vor allem: die Abwesenheit einer revolutionären Perspektive und die Einkapselung in abstrakten und reformistischen Forderungen. Weit davon entfernt, eine revolutionäre Aufwallung oder eine authentische spontane Revolte zu repräsentieren, ist die Bewegung der Empörten schon eher Teil der Befriedung jeglichen realen Aufbegehrens (daher die Ablehnung der direkten Aktion), der Militarisierung des Staates (die im Ausland geführten Kriege und die Verstärkung der Repression im Innern, worüber das Schweigen der „Empörten“ mehr als suspekt ist) und der Aufstieg des Faschismus in der Gesellschaft, namentlich durch ebendiese Bewegung.</p>
<p><em>Die Krise als Befriedung</em></p>
<p>Seit mehreren Jahren schon benutzen alle europäischen Regierung, alle Tendenzen bunt durchmischt, von der sozialdemokratischen Linken bis zur reaktionärsten Rechten, das Argument der Krise, um jegliche Regung des Aufbegehrens zu betäuben. Einerseits gibt es die Erklärung der Regierungen, die auch diejenige des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank ist: die Krise sei eine Art metaphysisches Phänomen, das nicht mal die Ökonomen erklären können, eine Art Naturkatastrophe, die mit Hilfe von Reformpolitik und Sparplänen eingedämmt und bekämpft werden müsse. Als ob diese Krise nichts mit ebendieser Politik zu tun hätte, als ob sie das Resultat göttlicher Vorsehung wäre. Dieses Argumentarium hat tatsächlich zum Ziel, von der vom kapitalistischen System und seinen Staaten ausgelösten Krise zu profitieren, um die Sparpolitik zu rehabilitieren, die ebendiese Krise impliziert, mit der einzigen Absicht, den Kapitalismus einmal mehr gesund zu pflegen. Die „Empörten“ hingegen, in ihrer großen Mehrheit bar jeglicher Klassenanalyse und jeglicher Kapitalismuskritik, sehen im allgemeinen die Krise und die Sparpolitik als Resultat einer Kaste „Parasiten-Bankiers“ und eines „tentakelartigen Finanzimperiums“, oder „Neue Weltordnung“, die die Kassen geleert habe, als niemand hinschaute. Kurz: unnötig, sich über allzu komplizierte „politische Konzepte“ den Kopf zu zerbrechen: „Nieder mit dem NWO“ ist soviel cooler, soviel smarter und es fasst alles zusammen, ohne dass man überlegen müsste&#8230;</p>
<p>In beiden Fällen, und sowohl die Bewegung der Empörten wie auch die neue extreme Rechte oder Sarkozy, sie alle denunzieren schliesslich das „Scheitern der Banken“ wovon das kleine Volk gerettet werden müsse, ein „Finanzkapitalismus“, der verrückt geworden sei und der reguliert oder „gereinigt“ werden müsse und die Mittelklasse als „Opfer der Krise“. Der Grund dieser Bankanalyse ist simpel: diese Bewegung ist eben genau aus der sakrosankten Mittelklasse zusammengesetzt (die sowohl von Sarkozy, den Sozialdemokraten als auch von den neuen Faschisten à la Soral umschmeichelt wird). Eine Klasse, die die Effekte „der Krise“ noch kaum wahrnimmt, während die Mehrheit der Ausgebeuteten die Logik und die Lebensbedingungen im Kapitalismus seit jeher erdulden, die durch die Krise nur noch schlimmer wurden. Daher auch der Widerspruch zwischen dem Diskurs „für die Revolution“ der Empörten in bezug auf die arabische Welt – wo, wie in Tunesien, die tatsächlich dominanten Praktiken der Angriff auf die Symbole der Macht, die Zusammenstöße mit der Polizei, das Plündern der Supermärkte, Gefängnisaufstände und -brände und eine ganze Serie von Tatsachen waren, die eine wahrhafte Logik des Klassenkrieges und der revolutionären Guerilla bezeugen und eine Agitation, die, wenn sie als Erklärung auch nicht ausreicht, eine unbestreitbare Rolle spielte im Fall mehrerer Regime und im Sinneswandel der Armee oder der Polizei, die fühlten, dass der Boden unter ihren Füssen zu beben begonnen hatte – und dem Verhalten der selben „Empörten“ hier, die ein Tag oder ein kleines eingeschlagenes Schaufenster eines Ladens oder einer Bank als „Gewalt“ betrachten.</p>
<p><em>Hinter der Kritik des Finanzkapitalismus: linker Populismus und Antisemitismus</em></p>
<p>Eben diese Teilkritik der Banken, nicht als Rad des kapitalistischen Systems, sondern als „Nest von Parasiten“, das eine phantasmatische „Realwirtschaft“ zerstört habe, und die die Banken als zentrales Problem betrachtet, ermöglicht das antisemitische Hirngespinst einer Verschwörung welche vermeintlich versucht, die Welt zu kontrollieren. Denn durch den Versuch, das System der Banken und der Macht der großen multinationalen Unternehmen zu kritisieren, wenn auch nur teilweise, tappt die Bewegung der Empörten in die Falle eines typisch reaktionären und populistischen Diskurses und ist somit weit entfernt von jeglicher Kapitalismuskritik, sie bestätigt ihn sogar, indem sie die Rolle spielt, die von ihr verlangt wird: diejenige eines strikt gewaltlosen Aufbegehrens, bar jeglicher kritischer Substanz, die durch ihre Form jegliche wahre Bewegung (in der Art eines Generalstreiks oder eines Aufstands) verhindert und die Debatte nach rechts verlegt, in die grosse Falle der „Bürgerdebatte“ tappt. Total harmlos geworden durch ihren selbst proklamierten „apolitischen“ Charakter nimmt die Bewegung der Empörten in Tat und Wahrheit teil an der Aufrechterhaltung der Ordnung durch ein Spektakel des Aufbegehrens in einer vagen „Anti-System“-Front, welche das Feld frei lässt für eine liberale, populistische oder gar faschistische Vereinnahmung. Die obsessive Denunziation der „Neuen Weltordnung“ wiederholt letztendlich den neuen rechtsextremen Diskurs der Verschwörung der „Heimatlosen“ gegen „die Völker und die Nationen“. Und dieser Diskurs, abgesehen davon, dass er nach Niederlage stinkt, ist schlichtweg faschistisch da nationalistisch und antisemitisch. Lassen wir uns nicht über&#8217;s Ohr hauen: wo reales Aufbegehren verschwindet, machen die Reaktionäre Fortschritte.</p>
<p><em>EMPÖRUNG REICHT NICHT!</em></p>
<p>Es ist deshalb kein Zufall, dass man in Frankreich unter den Organisatoren der „Bewegung der Empörten“ etliche Verschwörungstheoretiker findet, die in Verbindung stehen mit rechtsextremen Bewegungen, welche den Antisemitismus durch ihre Pseudo-Kritik an der Finanz theorisieren. Das Konzept selbst des „Finanzkapitalismus“ war ein zentrales Thema in der Propaganda der Nazipartei in Deutschland und der Faschismen in Europa, um einen inneren Feind zu konstruieren und das Nationalgefühl zu umschmeicheln. Das von den Empörten hoch gehaltene Thema des „Bürgers“ erneuert ebenfalls diese konstante Abmahnung, die die Anordnung bedeutet, nicht zu revoltieren, sondern höflich seine Empörung zu zeigen. Sie basiert auf dieser edelmütigen Hypothese, dass die Unterdrücker schliesslich aufgeben würden in Angesicht der Vernunft, die „vom Volk“ öffentlich und friedlich ausgedrückt wird. Dieses saint-simonistische Märchen schliesst jedoch all diejenigen aus, die eben nicht als Bürger betrachtet werden: die Sans-Papiers, die „Kriminellen“ und all diejenigen, die ausserhalb der bürgerlichen Legalität und Legitimät agieren. All die Unerwünschten, ausgebeutet per Definition. Indem sie so tun als wollten sie eine „reale Demokratie“ kreieren, hat die Bewegung einzig die Entscheidungsmacht zentralisiert durch die Platzbesetzungsversammlungen und deren Auswüchse (wie die Kommissionen der „accampadas“ in Spanien), in der Hoffnung, die Revolutionen im Machrek und im Maghreb nachzuäffen (indem sie ohne jegliche reale Notwendigkeit, in fetischistischer Art und Weise, die sozialen Netzwerke des Typs Facebook benutzten), haben die Empörten einen Staat im Staat, einen Ersatz repräsentativer Demokratie und bürgerlichen Parlementarismus kreiert, wo jeglicher Wille, sich basisdemokratisch zu organisieren und lokal zu handeln, schlichtweg verunmöglicht wurde, insbesondere als in Barcelona der Wille zur Spaltung während der Besetzung, für den zwar mehrheitlich gestimmt wurde, von der Plattform der Besetzung zensiert oder als jegliche Debatte, die den gegebenen Rahmen verlässt, schlichtweg sabotiert wurde. Oder wie in Athen, wo die Empörten dazu aufriefen, die Täter „gewalttätiger Akte“ zu denunzieren und sie der Polizei vorzuwerfen: womit sie staatliche Repression im Namen der Gewaltlosigkeit unterstützten! Indem sie gefangen sind in einer hohlen apolitischen Rhetorik, in einem autoritären und bürokratischen Entscheidungsmodus, in einem abstrakten Pazifismus und einer dogmatischen Gewaltlosigkeit nehmen die Empörten an der Aufrechterhaltung des Status Quo teil, schikanieren sie jegliche Teilnahme Revoltierender oder Revolutionärer und öffnen im Gegenteil den reaktionären Kräften den Weg, die bis dahin auf den öffentlichen Plätzen nichts zu sagen hatten. Die revolutionäre Perspektive für „eine Empörung in Bewegung“ zu opfern bedeutet, den Strick zu flechten, an dem man uns aufhängen möchte.</p>
<p>Sich auf eine befriedete Empörung zu beschränken und auf „die Bankiers“ (obwohl diese, wie andere, mitverantwortlich sind für die Ausbeutung und die miserablen Lebensbedingungen der Mehrheit der Menschheit) zu fokussieren bedeutet, nicht zu sehen, dass sich überall auf der Welt seit dem Beginn der „Wirtschaftskrise“ Revolten, Aufstände und revolutionäre Situationen entluden, nicht nur gegen die Banken, sondern gegen den Kapitalismus, den Staat, die Regierungen, ihre herrschenden Klassen und ihre Bullen, ihre Gesetze, ihre Gerichte, ihre Gefängnisse und ihre Armeen. Es bedeutet, nicht zu sehen, dass die Sparpläne und die „Reformen des Steuersystems und des Banksystems“ die Politik der selben Regierungen und der selben Bourgeoisie ist, die behauptet, Opfer der „Krise“ zu sein und tatsächlich am meisten davon profitiert, um ihre Wirtschaft und ihre Privilegien zu retten.</p>
<p><strong>Die Wut muss handelnd ausgedrückt werden! Gegen den Kapitalismus, gegen den Staat: ES LEBE DIE SOZIALE REVOLUTION! Die Wirtschaft ist krank? SIE SOLL KREPIEREN!</strong></p>
<p style="text-align: right;"><em>Einige AnarchistInnen</em></p>
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		<title>40. Jahrestag des Gefängnisaufstands in Attica am 9. September 1971</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Sep 2011 07:11:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abc berlin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[USA]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 9. September 1971 begann im Staatsgefängnis Attica im Bundesstaat New York eine Knastrevolte an der sich über 1.200 Gefangene beteiligten. Wenige Tage später, am 13. September, wurde der Aufstand blutig niedergeschlagen. Attica ist bis heute für viele Menschen innerhalb der Knäste ein wichtiger Bezugspunkt und ist ein Teil der Geschichte des revolutionären Widerstandes in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/09/Attica-Knastrevolte-1971.jpg" rel="lightbox[5078]"><img class="alignright size-medium wp-image-5109" title="Knastrevolte in Staatsgefängnis Attica im Jahr 1971" src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/09/Attica-Knastrevolte-1971-250x148.jpg" alt="Knastrevolte in Staatsgefängnis Attica im Jahr 1971" width="250" height="148" /></a><em>Am 9. September 1971 begann im Staatsgefängnis Attica im Bundesstaat New York eine Knastrevolte an der sich über 1.200 Gefangene beteiligten. Wenige Tage später, am 13. September, wurde der Aufstand blutig niedergeschlagen. Attica ist bis heute für viele Menschen innerhalb der Knäste ein wichtiger Bezugspunkt und ist ein Teil der Geschichte des revolutionären Widerstandes in den USA.<br />
Der <a href="http://arapberlin.wordpress.com/2011/09/08/eine-gesellschaft-ohne-knaste/" target="_blank">Berliner Antiknastzusammenhang a.r.a.p.</a> hat in einem Text die Ereignisse dargelegt.</em></p>
<h3 style="text-align: center;">40. Jahrestag des Gefängnisaufstands in Attica<br />
am 9. September 1971</h3>
<p style="text-align: right;"><em>&#8216;We are men! We are not beasts and do not intend to be beaten or driven as such.<br />
The entire prison population has set forth to change forever the ruthless brutalization<br />
and disregard for the lives of prisoners here and throughout the United States.&#8217;</em><br />
- Attica Gefangener Elliot Barkley-</p>
<p><span id="more-5078"></span></p>
<p style="text-align: right;"><em>&#8216;If we cannot live as people, we will at least try to die like men.&#8217;</em><br />
-Attica Gefangener Charles Horatio Crowley-</p>
<p>Mit diesen Worten klagten Gefangene die unhaltbaren Zustände im Staatsgefängnis Attica im Norden des Bundesstaates New York an. Am 9. September 1971 entschlossen über 1.200 Gefangene sich an einem Gefängnisaufstand zu beteiligen. Gefordert wurden Ausbildungsprogramme, medizinische Grundversorgung, das Ende von Zensur, genießbares Essen, religiöse Freiräume, Einstellung von afroamerikanischem und Spanisch sprechendem Gefängnispersonal und Straffreiheit für Zeit während der Rebellion. 38 Wärter des Gefängnisses wurden im Laufe der Rebellion als Geiseln genommen.</p>
<p>Vier Tage später &#8211; am 13. September 1971 &#8211; wurde der Gefängnisaufstand vom Staate New York brutal und blutig niedergeschlagen. Über 500 State Troopers stürmten bewaffnet mit Schrotflinten, Gewehren, Pistolen und Knüppeln den besetzten Block D des Attica Gefängnisses, der vorher mit Tränengasgranaten aus Helikoptern beschossen wurde. In den Berichten der Gefangenen wird geschildert, dass die stürmenden Einheiten auf alles schossen, was sich bewegte. Die von einer Untersuchungskommission als &#8216;staatliche Gewaltorgie&#8217; bezeichnete Erstürmung dauerte nahezu eine Stunde und das Ergebnis waren 32 erschossene Gefangene, 10 getötete Geiseln und 83 schwer verletzte Gefangene. Der Wärter William E. Quinn wurde zu Beginn der Rebellion schwer verletzt und verstarb zwei Tage später im Krankenhaus. Anschließend wurden die meisten der Gefangenen von Staatsbeamten schwer gefoltert.</p>
<p><em>Die Hintergründe</em></p>
<p>Die Geschehnisse in der Haftanstalt Attica gingen in die Geschichte des Widerstands in den USA als einem der am besten organisierten Gefängnisaufstände ein. Während von Seiten einzelner Staatsakteure dies auf der Überzeugung beruhte, es handele sich um eine angeblich lange im Voraus geplante und vorbereitete Rebellion, betonen ehemalige Gefangene die Spontaneität des Ausbruchs und den hohen Grad der Organisation während des Aufstands. Während die Gefangenen Attica unter ihrer Kontrolle hatten, wurde in den vier Tagen Gruppen gebildet, die für die Besorgung von Essen, für die Bewachung und den Schutz der Geiseln verantwortlich war und ein Verhandlungsteam wurde gewählt, das mit dem Mediatoren und dem Bevollmächtigten für Gefängnisse des Staates New York Russell G. Oswald Gespräche führten.</p>
<p>Attica war für die schlechte Behandlung von Gefangenen berüchtigt. Bereits Monate vor der Rebellion wurde von Gefangenenvertretern versucht, über bessere Bedingungen in der Strafanstalt mit der Gefängnisleitung zu verhandeln. Mit einer Kapazität für eigentlich 1.600 Gefangenen war Attica mit einer Anzahl von mehr als 2.000 Gefangenen überbelegt. Über ie Zusammensetzung der Häftlingspopulation existieren in den Medien unterschiedliche Angaben. So schwankt der Anteil der Afroamerikaner zwischen 54% bis 85%. Der Anteil der Puertoricaner wird mit 7% angegeben. Übereinstimmung besteht allerdings darin, dass 100% der Wärter Weiße waren.</p>
<p>Die Gefangenen mussten in den Zellen 14 bis 16 Stunden verbringen, der Lohn für Arbeit betrug 20 Cent bis 1 Dollar pro Arbeitstag, einmal in der Woche durfte geduscht werden und eine Seife und eine Rolle Toilettenpapier im Monat stand jedem Gefangenen zu. Darüber hinaus waren Zensur und Vorenthaltung von Briefen sowie die Behinderung weiterer Kontakte üblich. Die Möglichkeit von Besuchen war stark beschränkt, nur wenige Bücher konnten ausgeliehen werden und der Zugang zu Bildung gestaltete sich schwierig. Die medizinische Versorgung und Verpflegung war unter allen Standards. Die Attica Liberation Front, die gewählte Gefangenenvertretung, übergab noch im Mai 1971 eine Liste mit Forderungen dem für die Aufsicht von Gefängnissen zuständigen Oswald. Oswald ließ den Häftlingen per Tonband ausrichten, dass für Reformen noch nicht die richtige Zeit wäre.</p>
<p>In einer Zeit in der Proteste gegen den Krieg in Vietnam und die Bewegung für Rechte von Gefangenen stark war, war der Auslöser für die Rebellion die Ermordung des schwarzen Aktivisten George Jackson im California State Prison am 21. August 1971. Als Protest stellten sich die Gefangenen am nächsten Morgen beim Frühstück in zwei Reihen auf. Alle trugen schwarze Armbinden und machten einen Hungerstreik.</p>
<p>In dieser politisierten Stimmung brach am 9. September die eigentliche Rebellion dadurch aus, dass ein Wärter die aus dem Speisesaal kommenden Gefangenen den Zugang zum Hof verweigerte. Dem Wärter wurde der Knüppel abgenommen, weitere Wärter wurden ebenfalls entwaffnet und in Zellen gesperrt. Überall wurden Posten mit Gefangenen aufgestellt, die Werkstätten übernommen und Gefangene aus ihrer Einzelhaft befreit. Die Geiseln wurden von Wächter bewacht, es wurden Gruppen gebildet, die für die Organisation von Essen zuständig waren und die Attica Brothers bildeten ein Team, das die Verhandlungen mit Oswald und Vertretern des Beobachtungskomitees regelte und eine Erklärung nach draußen abgab.</p>
<p>Das Beobachtungskomitee bzw. Mediationsteam bestand aus Vertretern unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen, die bedeutend waren für die damaligen politischen Kämpfe und die sich für soziale Reformen und die Anerkennung religiöser Überzeugungen einsetzten Im Beobachtungsteam waren Afroamerikanische Senatsabgeordnete, die Reformen in Gefängnissen unterstützten, radikale Bürgerrechtsanwälte wie William Kunstler, die puertoricanische nationalistische Bewegung Young Lords, Black Panther, die Nation of Islam vertreten durch Louis Farakhan und Journalisten verschiedener Zeiten wie die New York Times. Das Mediationsteam war eine Forderung der Gefangenen, um der Öffentlichkeit ihre Meinungen und Sichtweisen der Geschehnisse übermittelten zu können.</p>
<p><em>Niederschlagung des Aufstands</em></p>
<p>Am 13. September gab der damalige Gouverneur Nelson Rockefeller den Befehl Attica gewaltsam einzunehmen. Behauptungen, die Geiseln seien von Gefangenen gefoltert und getötet worden, wurden durch die gerichtsmedizinischen Untersuchungen widerlegt. Bis auf den Wärter William E. Quinn wurden alle Geiseln durch Schüsse der Staatsgewalt getötet. Die Gefangenen besaßen keine Schusswaffen. So wird berichtet, dass die State Troopers von Zelle zu Zelle gingen und mit Maschinenpistolen einfach drauf los schossen. Berüchtigt ist Attica auch für die Exzesse nach der Erstürmung des besetzten Geländes. Tagelang wurden die Gefangenen von den Wärtern verprügelt und misshandelt.</p>
<p>Die staatliche Untersuchungskommission geleitet von Dean Robert McKay kam zum Ergebnis, dass die Niederschlagung des Aufstands unverhältnismäßig gewesen sei und die State Troopers wurden beschuldigt, bei der Erstürmung extreme Gewaltorgien verübt zu haben. Rockefeller wurde in dem Bericht kritisiert, nicht persönlich erschienen zu sein und dass er keine Alternative in Erwägung gezogen habe, den Konflikt zu lösen.</p>
<p>Gegen mehrere Gefangene wurden Prozesse geführt. Zwei Gefangene wurden für den Tod des Wärters Quinn verurteilt. Auch gegen die an der Erstürmung des Gefängnishofes beteiligten State Troopers wurden Ermittlungen geführt. Die meisten Verfahren wurden eingestellt. 1976 erließ der Govenor Carey eine Begnadigung für alle an der Revolte und der Erstürmung Beteiligter. Von 1974 bis 2000 führten die Gefangenen und ihre Angehörigen Entschädigungsprozesse. Im Jahr 2000 wurde den 1.281 Gefangenen bzw. ihren Angehörigen eine Schadensersatzsumme von 8 Mio. Dollar und im Jahre 2005 den 32 Geiseln bzw. ihren Angehörigen 12 Mio. Dollar an Entschädigung zugesprochen.</p>
<p>Es gab viele Solidaritätsaktionen und Demonstrationen für die Gefangenen in Attica. Eine davon war der Anschlag am 17. September 1971 der Weather Underground auf das Department of Corrections in New York. Attica ist bis heute ein wichtiger Bezugspunkt der Kämpfe für die Rechte von Gefangenen in den USA. Auch in den aktuellen Auseinandersetzungen und Hungerstreiks in Kalifornien, dem Arbeitsstreik Georgia und Lucasville in Ohio zitierten die Gefangenen die Forderungen und politischen Statements der rebellierenden Männer in Attica.</p>
<p>Im folgenden nennen wir die Namen der in Attica ermordeten Gefangenen und Geiseln. Für die Geiseln wurde ein Gedenkstein vor dem Knast Attica errichtet. Es gibt keinen Gedenkort für die ermordeten Gefangenen.</p>
<p><em>In Gedenken an die ermordeten Menschen in Attica:</em></p>
<p>William Allen<br />
Elliott (L.D.) Barkley<br />
John B. Barnes<br />
Edward Cunningham (Geisel)<br />
John J. D&#8217;Arcangelo (Geisel)<br />
Bernard Davis<br />
Allen Durham<br />
Willie Fuller<br />
Melvin D. Gray<br />
Elmer G. Hardie (Geisel)<br />
Robert J. Henigan<br />
Kenneth E. Hess<br />
Thomas B. Hicks<br />
Emanuel Johnson<br />
Herbert W. Jones Jr. (Geisel)<br />
Richard J. Lewis (Geisel)<br />
Charles Lundy<br />
Kenneth B. Malloy<br />
Gidell Martin<br />
William B. McKinney<br />
Lorenzo McNeil<br />
Samuel Melville<br />
Edward R. Menefee<br />
Jose Mentijo<br />
Milton Menyweather<br />
John G. Monteleone (Geisel)<br />
Richard Moore<br />
Carlos Prescott<br />
Michael Privitiera<br />
William E. Quinn (Geisel)<br />
Raymond Rivera<br />
James B. Robinson<br />
Santiago Santos<br />
Barry J. Schwartz<br />
Harold Thomas<br />
Carl Valone (Geisel)<br />
Rafael Vasquez<br />
Melvin Ware<br />
Elon F. Werner (Geisel)<br />
Ronald Werner (Geisel)<br />
Willie West<br />
Harrison Whalen (Geisel)<br />
Alfred Williams</p>
<hr />
<p><em>Ein von a.r.a.p ins Deutsche übersetzter Zeitzeugenbericht des Black Panther Elbert Howard über die Attica-Rebellion.</em></p>
<h3 style="text-align: center;">SLAVE REVOLT AT ATTICA<br />
&#8211; Big Man</h3>
<p>Im September 1971 kurz bevor ich New England verließ, um wieder in die Wärme Kaliforniens zu ziehen, begleitete ich Bobby Seale (1) nach Attica ins State Prison. Im Radio wurde gemeldet, dass ein Riot ausgebrochen sei, und dass Teile des Knastes unter der Kontrolle der Gefangenen wäre. Die Gefangenen hatten den Knastbehörden eine Liste mit Forderungen übergeben und sie forderten bürgerliche Beobachter. Die Beobachtergruppe sollte aus Vertretern der Regierung, mehrerer Zeitungen, den Young Lords (2), Black Muslims (3), der Black Panther Party und anderer gesellschaftlicher Gruppen bestehen.<br />
Bobby, sein Fahrer Van Taylor, ich und einige andere Panther fuhren nach Attica, 40 Meilen westlich von Buffalo, New York. Kurz vor dem Knast hielten wir an und fragten einen State Trooper ( Staatspolizei) nach der Richtung. Er erkannte Bobby Seale. Bobby erklärte, wir seien angefragt worden als Teil des Verhandlungsteams nach Attica zu kommen. Der Tropper eskortierte uns dann zum Knast.</p>
<p>Dort war alles voller staatlicher und örtlicher Polizei , National Guard , Mitarbeiter des Rettungsdienstes und Unmengen an Medienleute und deren Ausrüstung. Sobald wir als Panther erkannt wurden, stürzten sich die Presseleute mit Fragen und Anfragen nach Interviews auf uns. Bobby sagte, wir seien gerade angekommen und hätten zu diesem Zeitpunkt nichts zu sagen.<br />
Im Knast sprach es sich herum, dass wir angekommen waren. Der Anwalt Bill Kunstler kam zu uns und sagte, dass er Commissioner Russell Oswald Bescheid sagt, damit Vorkehrungen getroffen werden und wir in den Knast rein kommen. Oswald kam und befahl seinen bewaffneten Wärtern uns rein zu lassen.<br />
Im Knast waren Leute von der Presse: New York Times, Daily News, Washington Post, Muhammad Speaks (4) und wir – The Black Panther News Service. Ich erinnere mich an Dr. Benjamin Spock, David Dellinger, Bill Kunstler, an Leute der Young Lords und der Black Muslims.<br />
Wir wurden über die Forderungen der Gefangenen und die Situation der Geiseln informiert. Es waren mindestens 30 Wärter und Bedienstete als Geiseln genommen worden.<br />
Ich vergaß zu erwähnen, dass vor dem Knast auch die Angehörigen der Geiseln waren. Es waren deren weinende Frauen und Kinder, die uns baten alles zu tun, um die Situation zu beenden, damit ihre Männer und Väter unverletzt freigelassen werden. Diese Situation werde ich nie vergessen – ihre Bitten gingen auch an Governor Rockefeller, jedoch fielen sie bei ihm auf „taube Ohren“.<br />
Am 9. September 1971 übernahmen rund 1.000 der 2.254 Häftlinge (85% von ihnen waren schwarz) die Kontrolle über den südöstlichen Teil des Gefängnisses. Die Insassen übergaben eine Liste mit Forderungen: höhere Löhne, religiöse und politische Freiheit, bessere Ernährung , Verbesserung der medizinische Behandlung und der Freizeitangebote. Außerdem forderten die Gefangenen eine Amnestie für die Geiselnahme sowie die Zusage, dass es nach der Übergabe der Geiseln keine Repressionen gegen sie geben werde.<br />
Danach begannen Verhandlungen zwischen den Gefangenen und Kommissar Oswald. Während der 4tägigen angespannten Verhandlungen wurde das Beobachterteam einschließlich uns &#8211; der BPP &#8211; als Verbindung zwischen Oswald und den Insassen zugelassen. Oswald hatte eine Liste von<br />
28 Reformen, von denen er sagte, er sei bereit, diese zu gewähren. Er stimmte den meisten<br />
Forderungen der Gefangenen zu, außer der sofortigen Entlassung von Attica Superintendent Vincent<br />
R. Mancusi und der Forderung nach Amnestie. In den Büros des Knastleiters klingelten ständig die Telefone. Sie waren überfüllt mit Reportern, die mehr oder weniger laut ihre Berichte durch gaben und mit Regierungsbeamten, die mit Leuten im Büro des Governors redeten. Sogenannte Runners übermittelten die Nachrichten zwischen Oswald und dem Komitee der Häflinge. Governor Nelson Rockefeller lehnte die Amnestie ab, und trotz der Aufforderung des Beobachterteams weigerte er sich nach Attica zu kommen, um an den Verhandlungen teilzunehmen. Er zeigte keinerlei Verständnis für die Verhandlungen. Als es dunkel wurde, genehmigten die Gefangenen den Mitgliedern der BPP und einigen Reportern in den „Sperrbezirk“ des Zellenblocks „D“ zu kommen. Dieser führte auf den Hof, wo sich die „Gefangenen –Kommandozentrale“ befand und wo die Geiseln waren.<br />
Um auf dem Hof zu gelangen, mussten wir zu Fuß durch einen langen halbdunklen Korridor, der etwa 30 Meter lang und vielleicht 3 Meter breit war. Es gab ein Oberlicht im Flur. Es gab Zellenblöcke auf der linken Seite und eine Mauer zur rechten. An einigen Zellentüren standen Matratzen. An einigen Stellen auf dem Boden stand Wasser. Ganz am Ende des Korridors war eine Zellentür bewacht von 3 oder 4 Gefangenen, die ihre Gesichter vermummt hatten, um nicht erkannt zu werden. Durch Zurufe wurde bekannt gemacht, dass die Panthers kommen. Wenn es je einen Ort gab, der nach Tod roch, dann war es hier. Der Tod war nur wenige Stunden entfernt.<br />
Jedenfalls kamen wir an das Ende des Korridors und wurden in den Hof gelassen. Der Hof war überfüllt. Rund um den Hof herum, brannte an verschiedenen Stellen Feuer. Dort saßen um einige der Feuer Angestellte des Knastes, man kann sie Geiseln nennen, wenn man will. Die meisten hatten Knastkleidung an. Man konnte erkennen, dass sie die Geiseln waren, da die meisten von ihnen weiß waren. Sie waren verschmutzt und sahen sehr traurig aus, aber sie waren unverletzt. Du konntest ihnen ihre Hoffnung ansehen, dass alles bald vorbei sei und sie es überleben würden.<br />
Die Anführer der Revolte bzw. das Komitee hatte eine Art Kommandostand in den Hof gebaut, mit Tischen und Stühlen, Licht und einem PA System . Als bekannt wurde, dass Bobby Seale und eine Delegation der BPP da waren, brach der ganze Hof in Applaus und Schreie der Anerkennung aus. Auf dem Weg zu unseren Plätzen schüttelte ich die Hände von vielen, vielen Gefangenen, die &#8220;Hey Big Man, All Power to the People.&#8221; sagten. Ich hatte keine Ahnung, dass diese Männer mich kannten oder wussten, wer ich war. obwohl, es gab über mein Gerichtsverfahren in New Haven und New York Artikel in fast allen Zeitungen der Ostküste.<br />
In Anwesenheit von BPP und Presse wiederholten die Sprecher der Gefangenen ihre Forderungen.<br />
Bobby Seale sagte ihnen, dass er erst mit Huey P. Newton, dem Verteidigungsminister der BPP, reden muss, bevor er eine Zusage macht und ihre Forderungen unterstützt. Bobby ging zu einem Telefon, um mit Huey zu sprechen. Huey stimmte unserer Meinung zu, dass auch wenn zur Zeit nur wenig getan werden könne, die Black Panther Party solidarisch mit den Gefangenen sei und sie in jeder nur erdenkliche Weise unterstützen werde.<br />
Am 11. September 1971, einem Sonntagmorgen, eroberte die zusammengezogene Streitmacht aus 211 Staatsbullen ( State Troopers ) und Justizbeamten Attica mit Schrotflinten, Gewehren und Tränengas. Nachdem das Rumgeballere zu Ende war, lagen 10 Geiseln und 29 Gefangene tot oder sterbend im Hof. 400 Schuss Munition wurden abgefeuert. 4 Geiseln und 85 Gefangene erlitten Schussverletzungen. Es wurde zunächst berichtet, dass mehrere Geiseln durch Messer schwingende Häftlinge starben. Durch die Berichte der Gerichtsmedizin am nächsten Tag kam heraus, dass alle Geiseln und Gefangene durch Schussverletzungen gestorben waren. Bei den Gefangenen wurden keine Schusswaffen gefunden.<br />
Frank &#8220;Big Black&#8221; Smith, ein Attica Überlebender, berichtet:<br />
&#8220;Es war sehr, sehr barbarisch, weißt du , sehr, sehr grausam. Sie rissen uns unsere Kleidung vom Körper. Wir mussten nackt auf dem Boden kriechen als wären wir Tiere. Und sie schnappten mich. Sie legten mich auf einen Tisch und schlugen mir in die Hoden.<br />
Sie verbrannten mich mit Zigaretten und ließen heiße Sachen auf mich fallen. Sie legten einen Football unter mein Kinn und sagten mir, dass sie mich töten würden, sollte der Ball runter fallen.<br />
Und ich war davon überzeugt, nachdem ich gesehen hatte, dass so viele Menschen ohne jeden Grund erschossen wurden, dass sie dies wirklich tun würden. Sie stellten sich im Flur zum „ Spießrutenlauf“ auf, zerbrachen Glas und streuten dieses in den Flur und dann mussten die Leute „Spießruten laufen“.<br />
Da standen dann Polizisten auf jeder Seite mit ihren Schlagstöcken, die sie „ nigger sticks“ nannten und schlugen auf die Menschen ein. Es tut wirklich weh. Du siehst einen Menschen, der einen anderen Menschen auf so eine Weise behandelt und das tut mir weh. Ich hätte nie gedacht, dass so etwas passieren könnte. Ich hätte nie gedacht, dass sie so viele wie Tiere behandeln werden. Und die Art und Weise, wie sie mich behandelten, wie sie mich verprügelten, und nachdem sie mich vom Tisch nahmen, musste ich „Spießruten laufen“. Und die Art und Weise wie sie mir das Handgelenk brachen – über meinem Kopf.<br />
Sie brachten mich ins Krankenhaus, warfen mich dort auf den Boden, spielten mit ihren Schrotflinten an mir rum , hielten sie mir ins Gesicht und setzten den Lauf der Schrotflinte über die Augen und sagten mir – Nigger, wir werden dich töten.“<br />
Nach all den Jahren bleibt immer noch die Frage unbeantwortet, warum die Eile? Die Insassen und Geiseln waren hinter einer zehn Meter hohen Wand. Sie würden nirgendwo hingehen. Niemand weiß, warum die Eile nötig war. &#8220;Es ist immer Zeit zu sterben.&#8221;</p>
<p>Elbert &#8220;Big Man&#8221; Howard</p>
<p>1 Bobby Seale ist Mitbegründer der Black Panther und war Parteivorsitzender. Nach einer Reihe von internen Auseinandersetzungen über die Politik der Black Panthers wurde Seale 1974 aus der Partei ausgeschlossen.<br />
2 Young Lords war eine Gruppe, die für die Unabhängigkeit Puerto Ricos und für mehr Rechte aller Puerto Ricaner_innen und Latinos/ Latinas in den USA und gegen die Armut in den Barrios kämpfte<br />
3 u.a. Louis Farrakhan von der Nation of Islam<br />
4 damalige Zeitung der Nation of Islam</p>
<hr />
<h3 style="text-align: center;">Auszug eines Interviews aus dem Jahr 1991 von Akil Al-Jundi, einem der Attica Brothers. Akil Al-Jundi starb 1997</h3>
<p>„Würde ich es wieder tun? Ich würde es an jedem Tag wieder tun. Ich würde es wieder tun, denn ich habe nicht den Luxus, es nicht wieder zu tun. Ich lebe in der South Bronx.<br />
Ich kam aus der Karibik in die USA und ich habe in New York gelebt, seit ich hierher kam &#8230;<br />
Ich lebe in einer Community, in der es eine Zeit gab, da wollten die Menschen gar nicht über die South Bronx reden.<br />
Wenn ich mich nicht irre, war es etwa um 1967, dass die Leute anfingen die South Bronx zu beachten.<br />
Ich bin bei den Bemühungen und den Kämpfen, die die Menschen führen um ihr Leben täglich zu bewältigen, dabei.<br />
Und es ist die Art und Weise des Lebens an Orten wie der South Bronx, die mich dazu brachten mich an den revolutionären Kämpfen hier in der Stadt und landesweit zu beteiligen und zu versuchen internationale Verbindungen herzustellen.<br />
Bin ich stolz darauf, dass ich an der Attica Rebellion beteiligt war ?<br />
Ich bin stolz darauf, daran beteiligt gewesen sein, weil ich denke, dass es ein bedeutsames historische Ereignis war.<br />
Ich wage sogar zu behaupten, es war eines der wichtigsten Ereignisse im 20. Jahrhundert.<br />
Ich bin definitiv stolz darauf dabei gewesen zu sein.<br />
Und es glücklicherweise überlebt zu haben, um mit anderen Menschen die Erfahrungen zu teilen, die wir dort gemacht haben. Vieles was ich heute mache, mache ich auch wegen Attica.<br />
Denn eines weiß ich sicher, obwohl die Rebellion durch das Massaker 1971 formal gesehen endete, ist sie nicht vorbei.<br />
Es ist ein kontinuierlicher Prozess &#8230; und darum versuche ich auf diesem Weg zu bleiben.<br />
Denn wir müssen imstande sein, aus Attica zu lernen, und die Lehren, die wir daraus ziehen, auf einer täglichen Basis anzuwenden.</p>
<p>All Power to the People.&#8221;</p>
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		<title>Plakat: WÄHLT VAN DER LUBBE!</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Sep 2011 07:58:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abc berlin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Anarchie]]></category>
		<category><![CDATA[Flugblatt von der Strasse]]></category>
		<category><![CDATA[Marinus van der Lubbe]]></category>
		<category><![CDATA[Poster von der Strasse]]></category>

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		<description><![CDATA[von an die Waisen des Existierenden Bürger! Die Wahlen rücken näher. Wisst ihr schon wen wählen? Wenn ihr von den üblichen Politikern enttäuscht seit, die alles versprechen und nichts halten, Wenn ihr diese alberne, alte und langweilige politische Klasse satt habt, Wenn ihr denkt, dass der Ort, an dem die Macht ausgeübt wird, etwas Wärme [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/09/W%C3%A4hlt-Van-der-Lubbe.jpg" rel="lightbox[5070]"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-5071" title="WÄHLT VAN DER LUBBE! SCHICKT EINEN BRANDSTIFTER INS PARLAMENT! ER IST DIE RICHTIGE PERSON AN DER RICHTIGEN STELLE!" src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/09/W%C3%A4hlt-Van-der-Lubbe-106x150.jpg" alt="WÄHLT VAN DER LUBBE! SCHICKT EINEN BRANDSTIFTER INS PARLAMENT! ER IST DIE RICHTIGE PERSON AN DER RICHTIGEN STELLE!" width="106" height="150" /></a><em>von <a href="http://andiewaisendesexistierenden.noblogs.org/post/2011/08/04/plakat-wahlt-van-der-lubbe/" target="_blank">an die Waisen des Existierenden</a></em></p>
<p style="text-align: center;">Bürger! Die Wahlen rücken näher. Wisst ihr schon wen wählen?<br />
Wenn ihr von den üblichen Politikern enttäuscht seit, die alles versprechen und nichts halten,<br />
Wenn ihr diese alberne, alte und langweilige politische Klasse satt habt,<br />
Wenn ihr denkt, dass der Ort, an dem die Macht ausgeübt wird, etwas Wärme nötig hat,<br />
Wenn ihr genug habt von den Hierarchien, Privilegien und Geschäftemachereien…<br />
WÄHLT MARINUS VAN DER LUBBE!</p>
<p style="text-align: center;">Van der Lubbe: er ist jung, mutig, voller Feuer und Leidenschaft.<br />
Van der Lubbe: der einzige Mensch der mit ehrlichen Absichten ein Parlament betrat.<br />
Van der Lubbe: er ist der Kandidat, der all die Wirrungen der Politik auflösen wird.</p>
<p style="text-align: center;"><strong> WÄHLT VAN DER LUBBE!</strong><br />
<strong>SCHICKT EINEN BRANDSTIFTER INS PARLAMENT!</strong><br />
<strong>ER IST DIE RICHTIGE PERSON AN DER RICHTIGEN STELLE!</strong></p>
<p><span id="more-5070"></span></p>
<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/09/brandstifter_ins_parlarment.jpg" rel="lightbox[5070]"><img class="aligncenter size-full wp-image-5092" title="WÄHLT VAN DER LUBBE! SCHICKT EINEN BRANDSTIFTER INS PARLAMENT! ER IST DIE RICHTIGE PERSON AN DER RICHTIGEN STELLE!" src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/09/brandstifter_ins_parlarment.jpg" alt="WÄHLT VAN DER LUBBE! SCHICKT EINEN BRANDSTIFTER INS PARLAMENT! ER IST DIE RICHTIGE PERSON AN DER RICHTIGEN STELLE!" width="600" height="398" /></a></p>
<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/09/W%C3%A4hlt-Van-der-Lubbe.jpg" rel="lightbox[5070]"><img class="aligncenter size-full wp-image-5071" title="WÄHLT VAN DER LUBBE! SCHICKT EINEN BRANDSTIFTER INS PARLAMENT! ER IST DIE RICHTIGE PERSON AN DER RICHTIGEN STELLE!" src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/09/W%C3%A4hlt-Van-der-Lubbe.jpg" alt="WÄHLT VAN DER LUBBE! SCHICKT EINEN BRANDSTIFTER INS PARLAMENT! ER IST DIE RICHTIGE PERSON AN DER RICHTIGEN STELLE!" width="600" height="849" /></a></p>
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		<title>Lavrion, Attica: Anarchistische Intervention zum Thema ökonomische Krise…in Griechenland</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Sep 2011 22:45:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abc berlin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anarchismus - Aufstand - Revolte]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
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		<category><![CDATA[Flugblatt von der Strasse]]></category>
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		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Lohnsklaverei]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstorganisierung]]></category>

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		<description><![CDATA[Gefunden auf der Webseite des griechischen Übersetzungskollektivs Contra Info. Am Morgen des 1. September mischten sich AnarchistInnen auf dem Markt der Stadt in die Debatte um die ökonomische Krise ein und stießen auf zumeist freundliche Resonanz. Hier der Text, der verteilt wurde. Hier ein paar Gedanken zum Thema Krise Einer in der letzten Woche durchgeführten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/09/Das-nationale-Interesse-ist-nicht-dass-der-Armen-sondern-dass-der-Herrschenden.jpg" rel="lightbox[5014]"><img class="size-medium wp-image-5017 alignright" title="Das nationale Interesse ist nicht dass der Armen, sondern dass der Herrschenden. - ein Graffiti an den Wänden von Griechenland" src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/09/Das-nationale-Interesse-ist-nicht-dass-der-Armen-sondern-dass-der-Herrschenden-250x187.jpg" alt="Das nationale Interesse ist nicht dass der Armen, sondern dass der Herrschenden. - ein Graffiti an den Wänden von Griechenland" width="150" height="112" /></a><em>Gefunden auf der Webseite des <a href="http://de.contrainfo.espiv.net/2011/09/05/lavrion-attica-anarchistische-intervention-zum-thema-okonomische-krise/" target="_blank">griechischen Übersetzungskollektivs Contra Info</a>.</em><br />
<em> Am Morgen des 1. September mischten sich AnarchistInnen auf dem Markt der Stadt in die Debatte um die ökonomische Krise ein und stießen auf zumeist freundliche Resonanz. Hier der Text, der verteilt wurde.</em></p>
<h3 style="text-align: center;"><strong>Hier ein paar Gedanken zum Thema Krise</strong></h3>
<p>Einer in der letzten Woche durchgeführten Umfrage entsprechend, wurde offensichtlich und offiziell erfasst, was jede(r) bereits wusste: Die Arbeitslosenquote stieg in einem nie dagewesenen Tempo.<br />
<span id="more-5014"></span><br />
Obwohl wir über eine Touristensaison sprechen, die mit saisonaler Beschäftigung einhergeht, erreichte die offizielle Arbeitslosenquote demnach 16,6%, d.h. 812.000 ArbeiterInnen blieben ohne Arbeit. Wenn auch die Menschen berücksichtigt werden, die in Teilzeit arbeiten und überhaupt nicht in der Statistik erfasst werden, wird verständlich, dass wir nicht nur ein paar Jahre zurück versetzt werden, sondern gleich in die „wundervollen“ 60er Jahre.</p>
<p>Allerdings ist die Situation für Menschen, die arbeiten, auch nicht viel besser. Der zehnstündige Arbeitstag wurde zum Gesetz, die Löhne wurden drastisch gekürzt und das was geblieben ist vom Wohlfahrtsstaat (welchen wir als indirektes Gehalt und ein Gewinn erkennen sollten) verschwindet – alles im Namen der nationalen Sanierung.</p>
<p>Es ist wichtig die Gründe zu verstehen, warum dieses alles passiert. Wenn wir die griechische Regierung und die Fernsehsender ernst nehmen, müssen wir zu dem Schluss kommen, dass wir angeblich einer Schulden-Hölle begegnen, die zurückgezahlt werden muss, weil sonst IWF und unsere Kreditoren uns bestrafen werden. Stimmt das?</p>
<p>Stehen die Löhne im privaten Sektor z.B. tatsächlich in Relation zur Schuldenrückzahlung des Staates? Und in dem Fall, dass das Memorandum nicht unterzeichnet worden wäre, wäre dann alles in Ordnung? Warum existieren dann ähnliche Maßnahmen in einer Reihe von Ländern, die niemals einem Memorandum zugestimmt haben. (Vereinigtes Königreich, USA, Italien und Frankreich) oder sogar in Ländern mit Profitrate (Deutschland)? Könnte es sein, dass diese Maßnahmen eine Entschuldigung sind und auf unsere Unwissenheit angewiesen sind?</p>
<p>Gewissenhaft verstecken die Massenmedien vor uns die unbequeme Wahrheit. Die Krise des Kapitals wird zu einer Krise der Arbeit, durch die in der gesamten westlichen Welt getroffenen Maßnahmen. Sie wälzen die gesamte Last ihrer „Sünden“ auf unseren Rücken ab.</p>
<p>Sie geben hunderte von Milliarden aus, um Banken zu retten, während sie Kredite bei diesen zu noch schlechteren Konditionen aufnehmen. In anderen Worten, sie verwandeln private Schulden in Fiskal-Defizit. Ihr Ziel ist es, unsere Arbeit abzuwerten und wieder einmal die westlichen Ökonomien wettbewerbsfähig zu den östlichen zu halten. Dadurch werden wir entweder als ArbeiterInnen „chinaisiert“ oder, wie uns erzählt wird, wir sinken in den Abgrund. Aber jede(r) von uns weiß schon nur allzu gut, dass wir uns in kompletter Dunkelheit der Unsicherheit, Armut und des Elends befinden. Wir zählen jedes Mal das knappe Geld in der Brieftasche zusammen, wenn wir zum Supermarkt gehen und und quälen uns darüber, ob wir es bis zum Ende des Monats schaffen.</p>
<p>Der Lösungsweg ist bekannt: kollektive Kämpfe an Arbeitsplätzen und in unseren Vierteln. Verwandeln wir die klassenkämpferischen Gewerkschaften und die Nachbarschaftsversammlungen in unsere Waffen gegen die Diktaturen der Monopole. Lasst uns keinen einzigen Moment unsere Lebens verschwenden. Zusammen können wir nicht nur gemeinsam das Rad der Geschichte wieder zurückdrehen, sondern zurückschlagen und einfordern, was wir verdienen: Alles!</p>
<p>Beim nächsten Mal, wenn du verzweifelst, wie du deine Stromrechnung begleichen sollst, wie du die Stunden der Kinder oder das Essen im Supermarkt bezahlst, bedenke, dass es sich um keinen notwendigen Zustand handelt. Es hängt alles davon ab, ob du für eine Veränderung bereit bist zu kämpfen.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Wir schulden niemandem etwas, sie schulden es uns!<br />
Der Wohlstand gehört den ArbeiterInnen, nicht dem Kapital!</strong></p>
<h3 style="text-align: center;"><strong> <strong>TERRORISMUS IST DIE LOHNSKLAVEREI<br />
ARBEITERINNEN, IHR KÖNNT AUF CHEFS VERZICHTEN!</strong></strong><em></em></h3>
<p style="text-align: center;"><em>Anarchistische Initiative, Lavrion</em></p>
<p><a href="http://athens.indymedia.org/front.php3?lang=el&amp;article_id=1329369" target="_blank">Quelle</a></p>
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		<title>Fünf dänische Genossen mit terroristischen Anklagen im Knast</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Aug 2011 20:14:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abc berlin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seit April diesen Jahres sitzen vier Genossen aus Kopenhagen, ein weiterer wurde wenige Wochen später im Mai festgenommen, im Knast. Der Vorwurf gegen die fünf lautet, dass sie für mehrere Angriffe auf Staat und Kapital verantwortlich sein sollen. Am 19. August gab es eine Anhörung vor dem Gericht, bei welcher die Anklagen konkretisiert wurden. Dazu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/08/brennende-Bullenwagen-in-Kopenhagen-2.jpg" rel="lightbox[4905]"><img class="alignright size-medium wp-image-4947" title="brennende Bullenwagen in Kopenhagen" src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/08/brennende-Bullenwagen-in-Kopenhagen-2-250x166.jpg" alt="brennende Bullenwagen in Kopenhagen" width="180" height="120" /></a><em>Seit April diesen Jahres <a title="Zu Verhaftungen in Kopenhagen im April diesen Jahres" href="http://www.abc-berlin.net/zu-verhaftungen-in-kopenhagen-im-april-diesen-jahres">sitzen vier Genossen aus Kopenhagen</a>, ein weiterer wurde wenige Wochen später im Mai festgenommen, im Knast. Der Vorwurf gegen die fünf lautet, dass sie für mehrere Angriffe auf Staat und Kapital verantwortlich sein sollen. Am 19. August gab es eine Anhörung vor dem Gericht, bei welcher die Anklagen konkretisiert wurden. Dazu ein Text von Anarchist_innen aus Kopenhagen, übersetzt von der englischsprachigen Version auf dem <a href="http://thisisourjob.wordpress.com/2011/08/19/five-danish-comrades-facing-terror-charges/" target="_blank">Blog This Is Our Job</a>.</em></p>
<p>Heute, nach vier Monaten der Gefangenschaft, haben wir vor dem Amtsgericht von den Vorwürfen gegen unsere Freunde und Genossen gehört. Die Fünf, die am 26. April 2011 verhaftet wurden, werden offiziell beschuldigt eine Reihe von Brandanschlägen auf zwei Pelzfirmen, die Hauptzentrale der Nordea Bank (die größte Bankengruppe in Nordeuropa), die zentrale Polizeiwache, die griechische Botschaft in Kopenhagen, eine Polizeischule und mehrere andere Banken in Kopenhagen verübt zu haben. <span id="more-4905"></span>Während einige der Anklagepunkte auf älteren polizeilichen Statements basieren, ist die schlimmste Nachricht, dass die Gewichtung der Anklagepunkte gegen unsere Genossen erhöht wurde von einfacher Brandstiftung zu Terrorismus unter dem dänischen Terrorgesetzen, welche 2002 erlassen wurden. Die fünf werden dementsprechend beschuldigt versucht zu haben den dänischen Staat und die Polizeikräfte zu destabilisieren, durch die vorgeworfenen Brandstiftungen. Sie erwarten ebenfalls Anklagen aufgrund von Angriffen auf das Parlamentsgebäude, die Royal Guard der Queen, das Hauptgerichtsgebäude und eine fundamentalistische christliche Sekte, welche an der Räumung des Ungdomshuset im Jahr 2007 beteiligt war. Diese Angriffe fanden statt, als unsere Genossen bereits hinter Gittern saßen.</p>
<p>Die Absurdität dieses Bündels an Anklagen unterstreicht die Lächerlichkeit des gesamten Falles und zeigt, wie die Polizei diesen Fall als ein politischen Werkzeug benutzt. Neuere Untersuchungen von dänischen antifaschistischen Gruppen haben eine geheime rechtsextreme Gruppe aufgedeckt, welche Verbindungen zur Polizei, der Regierung, neonazistischen Parteien und faschistischen Fußballhooligans hat. Deshalb fabriziert die Polizei diese „linksextremen terroristischen“ Anklagen, um die Öffentlichkeit von den neueren Untersuchungsergebnissen abzulenken und sie zu verängstigen im Angesicht der anstehenden landesweiten Wahlen. Unsere fünf Genossen fahren damit fort die Anklagen zurückzuweisen, im speziellen die neuesten und absurdesten.</p>
<p>Als Anarchist_innen im Widerspruch mit beiden, den Knästen und dem Staat, unterstützen wir unsere Genossen und Freunde in ihrem Kampf. Trotzdem wir seit ihrer Inhaftierung nicht mit ihnen frei sprechen konnten, und sie davon abgehalten wurden öffentliche Statements abzugeben, stehen wir hinter ihnen in ihrer Ablehnung der Anklagepunkte, während wir gleichzeitig ihre Aktionen unterstützen als legitime Methoden des Widerstands. Unbekümmert von ihrer Schuld oder Unschuld in den Augen des Staates, wurden sie in diesen Konflikt mit dem Staat gezwungen und sie kämpfen für ihre Freiheit. Wir rufen zur direkten internationalen Solidarität mit den Gefangenen auf.</p>
<p>Nach den heutigen Gerichtsurteilen werden unsere Genossen weiter in Untersuchungshaft bleiben für mindestens den nächsten Monat, und möglicherweise bis zum Prozess. Ihre Namen wurden nicht veröffentlicht nach einer Bitte ihrer Anwält_innen, aber alle wissen, dass sie Genossen und Freunde von vielen in kämpfenden Menschen in Kopenhagen sind. Ihr könnt ihnen Briefe per Mail schreiben solidaritetshilsner [at] gmail [dot] com, diese werden ausgedruckt und jedem einzelnen übermittelt. Die Post wird überwacht, genauso wie die Besuche, so habt im Kopf, dass alles was geschrieben von der Polizei gelesen wird. Alle der Gefangenen sprechen gut Englisch und Dänisch.<br />
Außerdem sind alle Ausdrücke von Solidarität willkommen. Niemand sollte vergessen werden im Kampf gegen Kapitalismus und den Staat.</p>
<p style="text-align: right;"><em>Einige Anarchist_innen aus Kopenhagen</em></p>
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		<title>Vom Kampf im Val Susa, von Sabotage und Distanzierungen…</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Aug 2011 20:29:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abc berlin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anarchismus - Aufstand - Revolte]]></category>
		<category><![CDATA[Demonstration]]></category>
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		<category><![CDATA[TAV-Projekt]]></category>
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		<description><![CDATA[von an die Waisen des Existierenden Am 24. Juli entfachte beim Bahnhof von Tiburtina in Rom ein riesiger Brand, den die Feuerwehr erst innert fünfzehn Stunden auslöschen konnte und der das nationale Eisenbahnnetz blockierte. Dieser Brand brach in einem Neubau auf einer Baustelle von einem der Hauptknotenpunkte des TAV-Eisenbahnnetzes aus. Angesichts der Schäden und der Schwierigkeit, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/08/brand-im-Bahnhof-von-Tiburtina-in-Rom.jpg" rel="lightbox[4890]"><img class="alignright size-medium wp-image-4891" title="Brand im Bahnhof Tiburtina in Rom am 24. Juli 2011" src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/08/brand-im-Bahnhof-von-Tiburtina-in-Rom-250x189.jpg" alt="Brand im Bahnhof Tiburtina in Rom am 24. Juli 2011" width="150" height="113" /></a><em>von <a href="http://andiewaisendesexistierenden.noblogs.org/post/2011/08/17/vom-kampf-im-val-susa-von-sabotage-und-distanzierungen/" target="_blank">an die Waisen des Existierenden</a></em></p>
<p>Am 24. Juli entfachte beim Bahnhof von Tiburtina in Rom ein riesiger Brand, den die Feuerwehr erst innert fünfzehn Stunden auslöschen konnte und der das nationale Eisenbahnnetz blockierte. Dieser Brand brach in einem Neubau auf einer Baustelle von einem der Hauptknotenpunkte des TAV-Eisenbahnnetzes aus. Angesichts der Schäden und der Schwierigkeit, die Ruinen zu analysieren, ging gleichsam der Verdacht über eine Anti-TAV Sabotage [TAV=Hochgeschwindigkeitszug], wie jener eines Kurzschlusses um. Selbstverständlich haben sich die Vertreter der Anti-TAV Bewegung ab dieser Mutmassung entrüstet. Diese Bewegung, von der stets so gutmütig behauptet wird, dass alles und alle nebeneinander auskommen…<br />
<span id="more-4890"></span><br />
Im Val Susa findet seit nun etwa 10 Jahren Widerstand gegen den dortigen Bau einer Eisenbahnstrecke für Hochgeschwindigkeitszüge statt. Mit den wiederaufgenommenen Bauerbeiten diesen Sommer begannen die Kämpfe, nach 5 Jahren relativer Ruhe, im Tal wieder aufzuleben. Die Teilnehmer an diesem Kampf sind äusserst divers. So sind, neben den zahlreichen Anarchisten, natürlich vor allem grosse Massen an „bürgerprotestlerischen“ Bewegungen präsent (was man im Französischen gut unter dem Begriff <em>citoyenisme </em>versteht). Und, wie es nicht selten bei Massenbewegungen der Fall ist, begannen darin leider auch Gefährten, „Politik“ zu machen und auf opportunistische Spielereien einzusteigen. Man passt die Sprache an, man passt die Praktiken an…</p>
<p>Darum haben wir folgend einen kurzen Text von italienischen Gefährten (Original: <a href="http://finimondo.org/node/355" target="_blank">www.finimondo.org</a>) übersetzt, die anhand der oben genannten mutmasslichen Brandsabotage in Rom einige dieser Problematiken zumindest aufwerfen….<br />
Weiter unten folgt eine kurze Chronologie von Ereignissen von Anfangs Juli bis jetzt, darunter eine weitere Dissoziation nach einem Brand von mehreren Lastwagen einer TAV-Baufirma in Val Susa.<br />
Zuletzt jener Teil der Chronologie des Kampfes im Val Susa, der schon in der ersten Ausgabe der anarchistischen Zeitschrift <em><a href="https://andiewaisendesexistierenden.noblogs.org/post/2011/07/29/1-ausgabe-von-grenzenlos-anarchistische-zeitschrift-zurich-juli-2011/" target="_blank">Grenzenlos</a></em> veröffentlicht wurde.</p>
<p><strong><br />
Das Drahtseil</strong></p>
<p>Während im Val Susa das Gefecht tobt, zwischen den zur Verteidigung der Freien Republik von Maddalena herbeigeeilten Freiwilligen und den zur Aufzwingung der Sklavenrepublik von Italien entsendeten Leibwächtern, zerstörte in Rom ein nächtlicher Brand den neuen Steuerungssaal des Bahnhofs von Tiburtina (ein TAV-Knotenpunkt) und setzte den nationalen Eisenbahnverkehr außer Betrieb. Die Vermutung, dass es zwischen den Protesten im Tal und Brandstiftung in der Stadt eine Verbindung geben könnte, war sofort da, ebenso wie auch die Empörung und die Dementierungen des „NoTav-Volkes“ durch den Mund ihrer öffentlichen Vertreter. Verspätet und wenig überzeugend die institutionellen Beteuerungen über die wahrscheinlichen natürlichen Gründe des Ereignis: ein Kurzschluss, eher schwerlich eine Sabotage, vielleicht der Kollateraleffekt eines einfachen Kupferdiebstahls.</p>
<p>Doch dieser Verdacht, der sich – halb zwischen Hoffnung und Angst – während Stunden erweckte und noch immer nicht völlig zerstreut ist, sagt viel aus. Über die Angst der Autoritäten, sowie über die Möglichkeiten der Aktion. Das, was sie in Schrecken versetzt, ist das, was uns begeistert: die Möglichkeit, dass der Kampf gegen den TAV das abgelegene piemontesische Tal verlässt, um im ganzen Land auszubrechen. Dass er sich schliesslich von den unerträglichen bürgerprotestlerischen (.: <em>cittadiniste</em>) Litaneien losreisst, um die Waffe der Sabotage zu ergreifen. Ein schrecklicher und gleichzeitig wunderbarer Gedanke. Und das ist nicht nur möglich, es ist auch einfach. Kein Videoüberwachungssystem, keine Patrouillenerhöhung wird jemals die Funktionsfähigkeit eines Bahnnetzes garantieren können, das sich über zehntausende Kilometer erstreckt. Es ist nicht nötig, auf einen Zug aufzuspringen und in den Wagen der Politik zu steigen, um zu versuchen, die Hoch Geschwindigkeit zu stoppen. Es ist nicht nötig, den im Übrigen republikanischen Strategen eine großzügige, ergebene und schweigende Hilfsarbeitskraft zu sein.</p>
<p>Der Brand von Rom flammte fünfzehn Stunden lang, bis er ausgelöscht wurde. Doch die verbliebene Asche weist noch immer widerständische Glut auf. In anderen Teilen Italiens brennen TAV-Baustellen, aber es brennen auch Lastwagen einer Firma, die in die Arbeiten in Chiomonte (Val Susa) involviert ist. Und siehe da, wie die Feuerwehrleute von überall her mit ihren Wasserschläuchen herbeikommen, jene, die Schaum verspritzen und jene, die Pressecommuniqués schmieden. Und es sind vor allem diese letzteren – die Wortführer, die Vertreter, die Führer –, die sich am meisten darum kümmern, Wasser aufs Feuer zu werfen. Vorgestern haben sie das Feuer von Florenz missbilligt, Gestern haben sie sich ab jenem von Rom entsetzt, Heute verurteilen sie jenes von Susa. Aber was, ist es nicht so, dass unter dem edlen und grossmütigen „NoTAV Volk“ alle Gemüter, alle Methoden, alle Haltungen nebeneinander auskommen, in gegenseitigem Respekt der Differenzen? Waren nicht alle in ihrem Innern willkommen, sowohl jene, die Steine gen Himmel, wie jene, die Flüche gen Erde werfen?</p>
<p>Gewiss nicht. Alles Rhetorik, alles Propaganda. Die verurteilenden Bespuckungen der Flammen der Sabotageakte zeigen es auf. Sie sind allzu eigentümlich, um den Beifall der Massen zu verdienen. Auch die gegenwärtigen Ovationen gegenüber den Alpen-Jägern (ital.: <em>alpini</em>), die im Übrigen Soldaten sind, die ansonsten die Baustelle von Chiomonte überwachten, zeigen es auf. Willkommen scheint im Val Susa einzig das schmutzige nebeneinander Auskommen – Frucht des voneinander Profitierens – zwischen jenen, die bekräftigen, dass eine andere Politik möglich ist, dass eine andere Republik möglich ist, dass ein anderer Staat möglich ist, und jenen, die das Ende aller Politik, aller Republiken, aller Staaten herbeiwünschen müssten. Ein dialektisches Spiel, dass abwechselnd von taktischen Abkommen und duldsamen Seufzern, von geschlossenen Augen und verstopften Nasen, von linguistischen Akrobatiken und gelegentlichem Vergessen ausgetragen wird, in Hinsicht auf die finale Abrechnung. Lüge und Heuchelei, mit im frühzeitig verdorrten Herzen die Hoffnung, so gerissen geworden zu sein, dass man es sogar schaffen könnte, lukrative Geschäfte mit Bankiers zu machen.</p>
<p>Die Verdächte über den Brand von Rom, sowie die Gewissheiten über jene der Region von Modena, von Florenz und Susa, sind da, um anzukündigen, dass diese schmutzige politische Freundschaft, die die Eintracht da gewährt, wo es nur Konflikt geben kann, gut vom einen auf den anderen Moment zerbrechen könnte.</p>
<h6>[27.07.11, Italien]</h6>
<hr />
<p><strong>Einige weitere Nachrichten bezüglich Val Susa ab Juni 2011 bis jetzt:</strong></p>
<p><strong>7. Juli: </strong>In Florenz wird ein Behälter mit fünf Litern brennbarer Flüssigkeit unter die Raupen einer Baumaschine einer Baustelle gelegt,  die die Kernbohrungen im Innern einer TAV-Baustelle an der via Pacinotti, in der Gegend von Ponte al Pino ausführt. Gegen Mitternacht sah ein Passant die Flammen und die Feuerwehr löschte den noch kleinen Brand aus.</p>
<p><strong>11. Juli: </strong>In Trento wird der Eingangsbereich eines Lokals der Lega Nord mit einem Hammer eingeschlagen und die Sprayerei gegen den Bau des TAV in Val Susa wurde hinterlassen.</p>
<p><strong>27. Juli: </strong>Vergangene Nacht, gegen 4 Uhr, wurde Italcoge angegriffen, ein Unternehmen, das auf der TAV-Baustelle arbeitet. Fünf Lastwagen vor dem Sitz in Susa wurden in Brand gesteckt. Einer wurde komplett zerstört, ein weiterer schwer und drei weitere leicht beschädigt. Nach den Angriffen auf die Baustelle selbst, handelt es sich hierbei um den ersten Angriff gegen das Val Susanische Unternehmen. Vor einige Zeit wurde einer der Gründungsmitglieder von Italcoge, Ferdinando Lazzaro, auf der Strasse von Demonstranten überfallen, die ihn mit einem Ellebogenbruch ins Spital schickten.<br />
Die No-TAV-Bewegung streitet auf ihrer offiziellen Internetseite ihre Implikation in dem Angriff ab. <em>“Wir denken, dass diese Handlung der NoTav Bewegung nicht zu Gunsten kommt, sondern im Gegenteil, dass es ihr schadet, und dass es eine Art und Weise ist, in den Kampf zu intervenieren, die nicht die unsrige ist. (…) Diese Handlung geht in eine den NoTaV Initiativen entgegengesetzte Richtung, welche aus der Beteiligung und aus dem Widerstand der Massen den zentralen Punkt eines Gefechts machen, das keinem eine Bescherung macht…”</em></p>
<p>Anmerkung eines Kameraden (von <a href="http://cettesemaine.free.fr/spip/article.php3?id_article=4307">Breves du désordre, Cettesemaine.free.fr</a>): <em>“[…] Und nun genug von dieser “Masse”, diesem “Volk” des Tales, das angeblich mit allen gemeinsam Widerstand leistet… Zunächst einmal gibt es auch Pro-TAV’s in diesem Tal, und weiters gibt es einige, von jenen, die dagegen sind, die keinen Widerstand leisten. Schließlich stellt sich, für all jene, die Widerstand leisten, vor allem die Frage des Warum. Warum’s, die je nach Geschmack mehr oder weniger gut nebeneinander auskommen können, jedenfalls bis die einen sich von den anderen distanzieren, und sie den Bullen aufzeigen: Laut diesen Anschwärzungen. seien die unbekannten Urheber dieses geglückten und gut gezielten Angriffs jene, die nicht aus “der Masse” das Alpha und Omega ihrer Ideen und Praktiken machen, jene, die denken, dass die Angriffe mit wenigen mit den Versammlungen oder den Demonstrationen mit vielen nicht unvereinbar sind. Folgt ihrem Blick…</em><br />
<em>Diese Dissoziationspraktiken (oder Distanzierungen, je nach Fall) und ihre Konsequenzen (der Macht aufzeigen, über wem zuzuschlagen, um den eigenen Arsch zu retten), sind kein isolierter Fall, sie sind mehr als gewöhnlich im Innern aller Kämpfe des “Volkes”, zumindest seit den 70ern. Es liegt an jedem, die praktischen Konsequenzen gegen diese Müllsäcke (die Verwalter von www.notav.info, denn dieses Communiqué ist direkt von dieser Seite unterzeichnet) und ihre Freunde zu ziehen: einerseits jene, die es verteidigen, andererseits jene, die, indem sie nicht öffentlich und klar mit ihnen brechen, sozial zu ihrer schädlichen Macht beitragen…”</em></p>
<p><strong>28. Juli: </strong>Übersetzung eines lokalen Zeitungsartikels: “Eine Feuerspur von mehreren Dutzend Metern Höhe. Auf diese Weise zerstörte ein Brand, in der Nacht von Sonntag auf Montag, die Antenne der Firma Vodafone, an der via Fersina gelegen, gleich neben Dolimiti Energie. Die Flammen wurden von einer Bezinflasche genährt (…) und vor Ort blieb ein Erklärungspapier: “Die Unvorhersehbarkeit des Lebens wird euch mit Feuer ergreifen”, weiters “No TVA” und “No nocività” ["Keine Schädlichkeiten"] und “Gegen die Herrschaft, gegen die Kontrolle”, und “Freiheit für Billy, Costa und Silvia”.</p>
<p><strong>29. Juli:</strong> Übersetzung eines italienischen Zeitungsartikelausschnitts: “Während zwei Stunden langer Konfrontationen in der Nacht von Dienstag auf Freitag, mit zwei Hundert Gegnern der Baustelle der Hochgeschwindigkeitslinie im Val Susa, wurden, laut Medien, sechs Polizisten verletzt. Die Demonstranten, ausgerüstet mit Helmen, Vermummung und Gasmasken, werfen mit Steinen, Metallgegenständen und Petarden nach den Polizisten, welche mit Wasserwerfern und Tränengas erwiderten. Am Freitag führte die Polizei ein Dutzend Hausdurchsuchungen bei Angeblichen Teilnehmern der Protestbewegung durch.”</p>
<hr />
<p>Folgend der Artikel aus der Grenzenlos:</p>
<h2 style="text-align: center;"><strong>Der Kampf im Val Susa</strong></h2>
<p><strong>Gar nicht so weit von der Schweizer Grenze, im Val Susa, i</strong><strong>m Norden von Italien, regt sich seit etwa 10 Jahren ein selbstorganisierter und direkter Kampf gegen den Bau einer Hochgeschwindigkeitszuglinie (TAV), die Turin und Lyon in 3 Stunden verbinden soll. Nachdem die Arbeiten 2005 aufgrund der massiven Mobilisierung (und des mangelnden Geldes) praktisch eingestellt wurden, hat seit 2010 die Planung wieder begonn</strong><strong>en und sind nun die Arbeiten auf den ersten Baustellen wieder aufgenommen worden. Baustellen einer langen Serie, die (nach ihren Vorstellungen) 2023 abgeschlossen sein sollte, während das ganze Tal verwüstet wird.</strong></p>
<p><strong>24. Mai:</strong> Ein kurzer, zusammenfassender Bericht eines Anwesenden: <em>«Die gestrige Nacht in Maddalena war sehr lang. Dem Widerstand gegen den TAV gelang die Blockierung des ersten Versuchs, die Baustellen in Betrieb zu nehmen. Eine „Besetzung“ [Presidio] (eine Art Schuppen, zentraler Ort dieser Bewegung, wo man sich für den Kampf organisiert) hält sich schon seit mehr als einem Jahr an diesem Ort. Hunderte Gegner durchkämmen das von Taschenlampen und Mond beleuchtete Tal. Dutzende Bäume werden gefällt und auf die verschiedenen Strassen gelegt, die zur Baustelle führen; Gräben werden gegraben – alle Mittel sind gut, um die Panzer aufzuhalten: Bäume, Eisenbahnschienen, Steine, usw. Die Ordnungskräfte durchqueren ein Autobahntunnel und an dessen Ausgang… sehen sie sich gezwungen, wieder hineinzufahren, denn die auf der Hangseite stehenden Leute bewerfen sie mit hunderten von Steinen. Gegen 4 Uhr, nach einer Stunde voller Schreie, Lieder und Parolen, sind sie gezwungen, kehrt zu machen und in ihr Nest zurückzukehren. Diese Nacht gelang es ihnen nicht, zu passieren. Der Widerstand hat erst begonnen. Freiheit wird nicht gefordert, sie wird genommen. Kommt zahlreich, wir brauchen Leute. Dieser Sommer könnte sehr warm werden.»</em></p>
<p><strong>18. Juni:</strong> <em>«Seit den Ereignissen im Mai stieg der polizeiliche und mediale Druck im Tal und in seiner Umgebung stetig an. Gestern kam es sogar zu Hausdurchsuchungen und Ermittlungen in Turin und im Tal, mit der Anschuldigung der Teilnahme an der Blockierung von vorbereitenden Bohrungen im Jahr 2010 und des Steinwerfens gegen Panzer am 23. Mai 2011 (die Bullen sammelten an diesem Tag 170kg Steine ein, die auf der Autobahn verstreut liegenblieben). Trotz der sehr unterschiedlichen gewünschten Vorgehensweisen von den sehr unterschiedlichen Teilnehmenden halten sich die Barrikaden aufrecht. Alle Wege und Strassen, die zur zukünftigen Baustelle führen, wurden auf einfallsreichste Arten blockiert. Die Teilnehmenden am Kampf sind sehr verschieden, trotz allem, was die Zeitungen uns weiszumachen versuchen (oh diese grausamen “aufständischen Anarchisten“!). Es gibt hier ein Bisschen von allem und die Diskussionen finden kein Ende, und eben dies macht die Reichhaltigkeit aus. Niemand verrät niemand. Der Konflikt ist intern, aber gegenüber den Bullen ist man sehr wohl einer Meinung: sie sind unsere Feinde… wir müssen schauen, wie wir uns ihnen entgegensetzen.»</em></p>
<p><strong>22. Juni: </strong> in Campogalliano (Modena) wird in der Nacht ein Bagger und ein Lastwagen auf einer TAV-Baustelle in Solidarität mit dem kämpfenden Val Susa in Brand gesteckt.</p>
<p><strong>27. Juni: </strong>Im Laufe von Auseinandersetzungen in Val Susa wurden laut Medien 4 Demonstranten und 25 Polizisten verletzt, wovon 5 ins Spital mussten. <em>«Die Ordnungskräfte sind um 5 Uhr angekommen, um die Bedingungen für die Öffnung der Baustelle zu verschaffen. Gegen 7 Uhr begann ein Teil der Gegner die Polizei auf ziemlich gewalttätige Weise anzugreifen und die Polizei antwortete mit Schlägen.»</em> meint ein Polizeisprecher. Der Polizei gelingt es schlussendlich, die Besetzung der Baustelle zu räumen. Sie verwendet Tränengas zur Zerstreuung der Demonstranten und Bagger, um die Barrikaden niederzureissen.</p>
<p><strong>3. Juli:</strong> Zehntausende von Demonstranten bewegen sich am Sonntag in drei Umzügen auf die Baustelle zu, um zu versuchen, sie erneut zu besetzen. Hunderte von ihnen greifen die von etwa 900 Polizisten beschützte Umzäunung an. Nach den Konfrontationen, die 6 Stunden lang und an drei verschiedenen Orten andauerten, meldeten 188 Polizisten Verletzungen. Diese sahen massenweise Steine, aber auch Petarden und Molotovs auf sich fliegen. Ihrerseits verhaften sie mindestens 5 Personen und versuchen die hunderten neben der Baustelle versammelten Demonstranten mit Tränengas zu zerstreuen. Die Baustellenarbeiter müssen aus “Sicherheitsgründen“ ihre Arbeit vorübergehend unterbrechen. Die Verhafteten Personen werden Teils übel verprügelt, eine so sehr, dass die Bullen sie lieber los haben wollten und ins Spital abschoben. Die Anderen vier befinden sich zur Zeit noch immer im Gefängnis. Zwei von ihnen waren bereits in die Ermittlungen von Bologna verwickelt.</p>
<h6 style="text-align: center;"><strong>[Die vier Verhafteten wurden kurz vor der Fertigstellung der Zeitschrift (Juni 2011) unter Hausarest  und Kontaktverbot entlassen] </strong></h6>
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		<title>Italien: vier GefährtInnen wurden im Laufe der Auseinandersetzungen um das TAV-Projekt verhaftet</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Jul 2011 11:29:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abc berlin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anarchismus - Aufstand - Revolte]]></category>
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		<description><![CDATA[Die italienische Region Piemont war innerhalb der letzten Wochen wieder Schauplatz vermehrter Aktionen des Widerstands und Angriffs gegen das TAV-Projekt: dieses sieht den Bau einer Schnellzuglinie zwischen Turin und Lyon (Frankreich) vor, welche die Zerstörung der Landschaft und der Dörfer im Tal Val di Susa im Nordwesten Italiens vorantreiben wird. Schon seit den Neunzierjahren wehren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/07/Angriff-während-der-Auseinandersetzungen-um-das-TAV-Projekt.jpg" rel="lightbox[4550]"><img class="alignleft size-medium wp-image-4564" title="Angriff während der Auseinandersetzungen um das TAV-Projekt im Val di Susa in Italien" src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/07/Angriff-während-der-Auseinandersetzungen-um-das-TAV-Projekt-250x167.jpg" alt="Angriff während der Auseinandersetzungen um das TAV-Projekt im Val di Susa in Italien" width="158" height="105" /></a>Die italienische Region Piemont war innerhalb der letzten Wochen wieder Schauplatz vermehrter Aktionen des Widerstands und Angriffs gegen das TAV-Projekt: dieses sieht den Bau einer Schnellzuglinie zwischen Turin und Lyon (Frankreich) vor, welche die Zerstörung der Landschaft und der Dörfer im Tal Val di Susa im Nordwesten Italiens vorantreiben wird.</p>
<p>Schon seit den Neunzierjahren wehren sich widerständige AnwohnerInnen gegen das hundertste, unnötige Großbauprojekt: Selbstorganisierung, direkte Aktionen, Sabotagen, Ablehnung von PolitikerInnen kennzeichnen ihr Engagement. Anarchistische, libertäre und andere unzufriedene GefährtInnen sind vom Anfang an an diesem Kampf beteiligt: schon im Dezember 2005 wurde gemeinsam die Polizei – als Besatzertruppe bezeichnet – aus dem Val di Susa von GenossInnen und AnwohnerInnen erfolgreich vertrieben, als mit dem Bau begonnen werden sollte. Weitere Versuche seitens der Regierung die Arbeiten aufzunehmen, scheiterten an dem konsequenten Widerstand. Nun wurde klar, daß die Arbeiten bis zum 30. Juni diesen Jahres begonnen werden müssen, sonst wäre die EU-Finanzierung geplatzt: deshalb wurde zur Reise nach Susa aufgerufen, um das Tal zu verteidigen.<br />
<span id="more-4550"></span><br />
<a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/07/Bullen-sürmen-das-Camp-während-der-Auseinandersetzungen-um-das-TAV-Projekt.jpg" rel="lightbox[4550]"><img class="alignleft size-medium wp-image-4565" title="Bullen sürmen das Camp während der Auseinandersetzungen um das TAV-Projekt im Val di Susa" src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/07/Bullen-sürmen-das-Camp-während-der-Auseinandersetzungen-um-das-TAV-Projekt-250x181.jpg" alt="Bullen sürmen das Camp während der Auseinandersetzungen um das TAV-Projekt im Val di Susa" width="158" height="114" /></a>Nach dem Modell der „Freien Republik Wendland“ wurde einen Monat lang ein selbstorganisiertes Dorf – die „Freie Republik La Maddalena“ &#8211; aufgebaut, wo Austausch, Veranstaltungen, Vorbereitungen der Aktionen usw. stattfanden. Dieser autonome, permanente Standort, umzingelt von Barrikaden, wurde wie versprochen am Morgen des 27. Juni von 2.500 Staatsbütteln von Polizei, Carabinieri und Guardia di Finanza angegriffen: stundenlang dauerte die Räumung der Barrikaden, Blockaden der Autobahn fanden statt und die Widerständigen setzten sich mit der Brutalität der Besatzertruppen auseinander: Tränengas und Knüppel wurden reichlich verteilt, die Menschen wurden in die Wälder getrieben. In ganz Italien fanden am Tag der Räumung solidarische Aktionen statt.</p>
<p>Für den 3. Juli wurde dazu aufgerufen sich den Standort wieder zu erobern und die Bauarbeiten zu stoppen: 50.000 Menschen beantworteten mit ihrer Anwesenheit den Aufruf. Mehrere Hunderte blockierten die Straßen und griffen aus den Wäldern heraus die 1.000 PolizistInnen mit Steinen, Zwillen und allem was sie zur Verfügung hatten an. Die Staatsbüttel antworteten mit Tränengas, Knüppeln und sogar Gummischrott, was in Italien nicht gestattet ist und von den Bullen nach wie vor nicht zugegeben wird. Mehrere Menschen wurden schwer verletzt und erlitten Knochenbrüche und Schädeltraumas. Die hysterischen Medien reaktivierten prompt die Legende der ausländischen black blocs und einheimischen anarchistischen Hooligans. Sie erzählten, daß die GewalttäterInnen mit den Protesten im Val di Susa nichts zu tun hätten und sie hätten diese mal wieder infiltriert: die gleichen Märchen, die seit Genua 2001 gerne wiederholt werden, um eine Spaltung innerhalb des Widerstands zu provozieren und die Tatsache zu leugnen, daß diese vielfältige Bewegung auch auseinandersetzungsfreudig ist, mit AnarchistInnen oder nicht. Innerhalb der No-TAV-Bewegung kommt es zu keinerlei Distanzierungen bzgl. der notwendigen Auseinandersetzungen. Die Polizei behauptet anhand von reichlichem Videomaterial in der Lage zu sein über 300 GewalttäterInnen identifizieren zu können. Im Laufe der Aktionen wurden vier anarchistische GefährtInnen verhaftet: sie wurden verprügelt und erhielten gebrochene Knochen, Schädeltraumas, Bedrohungen und Erniedrigungen. Sie wurden dem Haftrichter vorgeführt und in den Knast in Turin verfrachtet: die Vier sollen für den Widerstand Tausender zahlen.</p>
<p>Von Seiten der No-TAV-Bewegung wird zur Solidarität mit ihnen aufgerufen, und wir können uns da nur anschließen: wir veröffentlichen hier ihre Adressen. Wir können noch nicht sagen, ob sie andere Sprachen als Italienisch sprechen, deshalb empfehlen wir erst einmal in einfachem Englisch zu schreiben und sich bei ihnen zu erkundigen, auf welchen Sprachen sie kommunizieren können. Sobald wir Updates haben, werden wir diese veröffentlichen. Sonst kennt die Sprache der aktiven Solidarität keine Beschränkungen.</p>
<p style="text-align: center;"><em><strong>Marta Bifani</strong></em><br />
<em> Casa circondariale “Lorusso e Cutugno”</em><br />
<em> via Pianezza 300</em><br />
<em> 10151 Torino</em><br />
<em> Italien</em></p>
<p style="text-align: center;"><em><strong>Roberto Nadalin</strong></em><br />
<em> Casa circondariale “Lorusso e Cutugno”</em><br />
<em> via Pianezza 300</em><br />
<em> 10151 Torino</em><br />
<em> Italien</em></p>
<p style="text-align: center;"><em><strong>Salvatore Soru</strong></em><br />
<em> Casa circondariale “Lorusso e Cutugno”</em><br />
<em> via Pianezza 300</em><br />
<em> 10151 Torino</em><br />
<em> Italien</em></p>
<p style="text-align: center;"><em><strong>Gianluca Ferrari</strong></em><br />
<em> Casa circondariale “Lorusso e Cutugno”</em><br />
<em> via Pianezza 300</em><br />
<em> 10151 Torino Italien</em></p>
<p>[<strong>Nachtrag</strong>: auf de.indymedia erschien am <a href="http://de.indymedia.org/2011/07/311554.shtml" target="_blank">11.07.2011 ein Artikel, welcher ebenfalls die Situation im Val di Susa beleuchtet</a>]</p>
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		<title>Die Kontinuität des faschistischen Gesetzes in der Demokratie bedeutet die Kontinuität von autonomen Widerstand und militantem Angriff</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Feb 2011 23:03:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abc berlin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gefangene]]></category>
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		<description><![CDATA[Diesen Text entnehmen wir unserem Antiknastinfo Entfesselt Ausgabe Winter 2010/2011. Er eröffnet einen Blick auf die Entwicklungen der repressiven Maßnahmen, die antistaatlichen und antikapitalistischen militanten Aktionen und die Verfolgung der Mapuche Bevölkerung in den letzten Jahren in Chile. Dazu gibt es eine ausführliche Chronologie und Briefe und Erklärungen zu den Gefangenen. Die Kontinuität des faschistischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/04/banner-demonstration-chile.jpg" rel="lightbox[3804]"><img class="alignleft size-medium wp-image-3811" title="Banner auf einer Solidemo für die 14. August-Bombs Case Gefangenen in Chile - &quot;Libertad a lxs presxs politicxs - Fin a la ley antiterrorista&quot;" src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/04/banner-demonstration-chile-250x166.jpg" alt="Banner auf einer Solidemo für die 14. August-Bombs Case Gefangenen in Chile - &quot;Libertad a lxs presxs politicxs - Fin a la ley antiterrorista&quot;" width="250" height="166" /></a>Diesen Text entnehmen wir unserem Antiknastinfo <a href="http://www.abc-berlin.net/neue-ausgabe-der-entfesselt-winter-10-11" target="_blank">Entfesselt Ausgabe Winter 2010/2011</a>. Er eröffnet einen Blick auf die Entwicklungen der repressiven Maßnahmen, die antistaatlichen und antikapitalistischen militanten Aktionen und die Verfolgung der Mapuche Bevölkerung in den letzten Jahren in Chile. Dazu gibt es eine ausführliche Chronologie und Briefe und Erklärungen zu den Gefangenen.</p>
<h3 style="text-align: center;"><strong>Die Kontinuität des faschistischen Gesetzes in der Demokratie<br />
bedeutet die Kontinuität von autonomen Widerstand und militantem Angriff</strong></h3>
<p><strong>Ein historischer Hintergrund</strong></p>
<p>In Chile wurde 1984, noch während der Militärdiktatur, das Ley de Seguridad Interior del Estado (Innerstaatliches Sicherheitsgesetz) erlassen, besser bekannt als Anti-Terror-Gesetz, mit der klaren Absicht jeden “terroristisch-marxistischen” Widerstand, den internen Feind jener Jahre, wegzusperren. Diese internen Feinde waren bewusste militante junge Leute, die verschiedenen bewaffneten Gruppen angehörten und für das Ende der Diktatur kämpften.<br />
1988, nach dem Volksentscheid über das Bestehenbleiben oder das Ende der Diktatur, entschlossen sich drei Gruppen (MJL, FPMR, MIR) den bewaffneten Kampf weiterzuführen, denn der Beginn der sogenannten Demokratie war nur ein Wechsel der Verwaltung des in Diktaturzeiten eingeführten neoliberalen Systems und dessen Weiterbestehen durch die Verfassung von 1980.<br />
<span id="more-3804"></span>Diese Gruppen und ihre revolutionären Aktionen (Wiederaneignungen von Geld und Lebensmitteln, Angriffe auf Polizeiquartiere, etc.) wurden für die gerade erst eingeführte Demokratie zu einem großen Problem. Die Machtführer entschieden sich diese durch Knast und das Anti-Terror-Gesetz zu bekämpfen, gleichzeitig wurden sie in der öffentlichen Meinung als Kriminelle abgestempelt, die noch nicht verstanden haben, dass es nun ein demokratisches System gab und man nicht mehr auf diese Art und Weise kämpfen könne.<br />
Mitte der 1990er wurde, als fundamentaler Schritt während der Transition, das erste Hochsicherheitsgefängnis erbaut, in welchem die politischen Gefangenen des Landes (zu dieser Zeit vom Staat noch nicht als solche anerkannt) zusammengesperrt wurden und so besser kontrolliert werden sollten. In diesem Gefängnis wurde der Kampf gegen den Kapitalismus und das Erbe der Diktatur jedoch weitergeführt und von der Straße aus verstärkt.<br />
2002 entschieden sich vier junge Männer (Marcelo Villarroel, Pablo Morales, Rodolfo Retamales und Alvaro Rodriguez), die der Gruppe Mapu-Lautaro angehörten, das Kollektiv Kamina Libre zu gründen. Sie trennten sich von den militanten Organisationen und mit libertärer und horizontaler Tendenz begannen sie mit Bildern, Fanzines, Kommuniqués und Hungerstreiks vom Inneren des Knastes aus den autonomen Kampf und die Zerstörung des Gefängnissystems in Chile weiterzuführen.<br />
Im September 2004 kam es, aufgrund der Mobilisierungen sowohl innerhalb, wie auch außerhalb des Knastes, zum Gnadenerlass, wodurch 24 Gefangene, die in den Jahren 1989-99 verurteilt wurden, unter etlichen Bedingungen freigelassen wurden. Für die Machtinhaber und Demokraten war dies das Ende der politischen Gefangenschaft in Chile und auch das Zeichen, dass der Prozess der demokratischen Transition überstanden war.</p>
<p><strong>Die Hexenjagd gegen die Mapuche Bevölkerung.</strong></p>
<p>Mit dem Beginn der „Demokratie“ entschieden sich nicht nur die anti-diktatorischen sozialen Bewegungen weiterzukämpfen, es war auch das Wiederaufleben des sogenannten Mapuche-Konfliktes, was sich 1990 im Zusammenschluss des Consejo de Todas las Tierras widerspiegelt. Diese Organisation realisiert symbolische Besetzungen von ehemaligen Mapuche-Ländereien, die sich heute in privaten Händen befinden. Die Antwort durch den ersten in Demokratie gewählten Präsidenten, Patricio Aylwin, war die Anwendung des Anti-Terror-Gesetzes und verurteilte damit 141 Mapuche zu längeren Haftstrafen.<br />
1993 wird das Gesetz zur indigenen Entwicklung (Ley de Desarollo Indigena) verabschiedet. Die Zusammenarbeit zwischen Politik und den wichtigsten Mapuche-Vertretern erleidet jedoch 1997 eine Krise wegen des geplanten Baus eines Staudamms am Fluss Bío-Bío durch die spanische Firma ENDESA. Dieses Projekt konnte nur mit der Erlaubnis von der Behörde für indigene Entwicklung (CONADI) durchgesetzt werden, welche sich aber diesem widersetzte, da das Vorhaben gegen die Rechte der dort ansässigen Mapuche-Pehuenches verstieß. Der damalige Präsident Eduardo Frei machte es sich einfach &#8211; er setzte den Direktor der CONADI und auch den der Umweltbehörde, der sich ebenfalls entgegensetzte, einfach ab. So wurden tausende Hektar für die Mapuche-Pehuence heiliges Land auf autoritäre Art und Weise enteignet und überschwemmt.<br />
In den folgenden Jahren kommt es immer wieder zu physisch und psychischen Übergriffen auf Mapuche seitens der Polizei und der Privatunternehmen. Auch Minderjährige werden durch Kugeln verletzt, psychisch gefoltert und ins Gefängnis gesteckt..<br />
2002 verschärfte sich der Konflikt erneut, als die Polizei während einer Landbesetzung den 17 Jahre alten Mapuche Alex Lemún mit einem Kopfschuss tötete. Es war der erste Todesfall im Zusammenhang mit der Bewegung zur Rückgewinnung der Mapuche-Ländereien, jedoch nicht der letzte.<br />
2006 gehen vier Politische Gefangene Mapuche in Temuco und Angol (Südchile) für insgesamt 63 Tage in den Hungerstreik, unter ihnen Patricia Troncoso. Sie wurden beschuldigt 2001 in Ercilla 100 Hektar Pinienwald angezündet zu haben und wurden durch anonyme Zeugen unter dem Anti-Terror-Gesetz („terroristische Brandstiftung“) zu je 10 Jahren Haft und zur Zahlung von je rund 750.000 US-Dollar Schadensersatz verurteilt. Sie forderten ihre sofortige Freilassung, die Wiederaufnahme der Verfahren und die Abschaffung des Anti-Terror-Gesetzes.<br />
2009 erklärte die zu dieser Zeit bereits verbotene „terroristische“ Vereinigung Coordinadora Arauco-Malleco (CAM) dem chilenischen Staatsapparat den Krieg und den Abbruch des Dialoges mit der Regierung Bachelets (ohne dabei alle Mapuche zu repräsentieren), nachdem es zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Mapuche und Ordnungskräften gekommen war, wobei letztere nicht zum ersten Mal zu unverhältnismäßigen Mitteln griffen.</p>
<p><strong>Die autonome Bewegung und ihre politische Verfolgung.</strong></p>
<p>Seit 2004, genauer gesagt seit dem APEC-Gipfel im November, wurden die Aktionen und Diskurse autonomer, anarchistischer und antiautoritärer Bewegungen weitergeführt und sogar verstärkt.<br />
Seit 2006 kam es vermehrt zu Brand- und Bombenanschlägen, v.a. gegen staatliche Institutionen, repressive Behörden und kapitalistische Unternehmen. Einer der bedeutendsten ist der im Januar 2006 gezündete Sprengsatz vor der A.N.I. (Agencia Nacional de Inteligencia) im Zentrum Santiagos. <em>„&#8230; mit dieser Attacke haben wir bewiesen, dass die „Intelligenz“ des Staates so fragil und zerstörbar ist, wie diese zerbrochenen Scheiben. Die Mauern, die sie bauen und die elektronischen Augen, die sie installieren, um uns zu überwachen und diejenigen einzusperren, die nicht den Verhaltensregeln eines Lohnarbeits-Sklaven folgen, schaffen es nicht und werden es nicht schaffen die Aggression gegen dieses verbrecherische bürgerliche System, welches in der Ausbeutung, dem Tod und der Plünderung der Natur gipfelt, aufzuhalten.“</em> Autonome Kräfte Leon Czolgolz</p>
<p>Seit 2007 ist die Staatsanwaltschaft damit beschäftigt, diese aufzuklären. Bis 2008 wurden zwei neue Staatsanwälte ernannt und neue Strategien gefahren, jedoch haben sie es bis heute nicht geschafft wirkliche Beweise zu finden. Ihr Fokus hat sich jedoch seit dem Tod von Mauricio Morales, im Mai 2009, verstärkt auf die besetzten Sozialzentren und die antiautoritäre, libertäre und autonome Bewegung gelegt. Es kam zu etlichen Hausdurchsuchungen, zur medialen Kriminalisierung der sozialen Bewegungen, zu Beweiskonstruktionen, etc.. Nachdem im Juni 2010 Alejandro Peña zum neuen Staatsanwalt im Fall „caso bomba“ ernannt wurde, kam es im August 2010, nach der dritten Hausdurchsuchungswelle, zu 14 Festnahmen und Anklagen unter dem Anti-Terror-Gesetz.</p>
<hr />
<p style="text-align: center;"><strong><em>Die folgende Chronologie schildert die politische Verfolgung,<br />
die Lage der politischen Gefangenen und einige Mobilisierungen<br />
sowohl innerhalb, wie auch außerhalb der Gefängnisse in den letzten Monaten.</em></strong></p>
<p><strong>22.05.08</strong> &#8211; Mauricio Morales stirbt, als die Bombe in seinem Rucksack explodiert, die wahrscheinlich für die Gefängniswärter-Schule gedacht.<br />
Stunden später kommt es zu mehreren brutalen Hausdurchsuchungen und zur Festnahme von etwa 20 Personen, die jedoch alle wieder freigelassen werden.<br />
Die Situation ist extrem chaotisch. Medien, Politik und Polizei sind auf der wilden Suche nach den anarchistischen BombenlegerInnen.</p>
<p><strong>24.06.09</strong> &#8211; Die Polizei will Diego Rios verhaften, der jedoch kurz zuvor in den Untergrund floh. Seine Mutter hatte bei der Polizei angerufen, da sie in ihrer leerstehenden Wohnung einen Beutel mit verdächtigem Inhalt gefunden hatte.</p>
<p><strong>11.12.09</strong> &#8211; Zwei Tage vor den Präsidentschaftswahlen kommt es zu sechs zeitlich parallelen Hausdurchsuchungen (4 besetzte Sozialzentren, zwei Wohnungen). Es werden viele sinnlose Beweise beschlagnahmt und ein großes Medienspektakel veranstaltet. Es kam zu insgesamt 12 Festnahmen, u.a. wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und Beamtenbeleidigung. Alle wurden jedoch am Abend wieder freigelassen (vier von ihnen mit Auflagen).</p>
<p><strong>12.07.10</strong> &#8211; 23 Politische Gefangene Mapuche im Süden Chiles beginnen einen Hungerstreik (es werden später 34, darunter auch zwei Minderjährige).<br />
Es sind etwa 50 Politische Gefangene Mapuche in verschiedenen Gefängnissen im Süden Chiles eingesperrt. 36 von ihnen sind unter dem Anti-Terror-Gesetz angeklagt und 7 von ihnen unterliegen einer doppelten Anklage (vor dem Militärgericht und der Staatsanwaltschaft) für ein und dieselbe Sache.</p>
<p><em>Sie wollen den Hungerstreik erst beenden, wenn folgende Forderungen erfüllt werden:</em></p>
<p>1. Verzicht auf Anklagen der Mapuche unter dem Anti-Terror-Gesetz und die Abschaffung des Anti-Terror-Gesetzes aus Diktaturzeiten.<br />
2. Verzicht auf Mapuche-Prozesse am Militärgericht und das Ende der Anwendung der Militärjustiz in Chile und den doppelten Anklagen.<br />
3. Freiheit für alle Politischen Gefangenen Mapuche in den verschiedenen Knästen des chilenischen Staates. Damit verbunden sind:<br />
- Forderung auf das Recht eines fairen Prozesses<br />
- das Ende der politisch-juristischen Inszenierungen, der manipulierten Gerichtsverfahren mit anonymen Zeugen und den Praktiken, die die grundlegenden Menschenrechte verletzen, wie Erpressungen, Drohungen, psychische und physische Folter und die erniedrigenden Zustände in den Knästen.<br />
4. Die Entmilitarisierung der Mapuche-Zonen, in denen die Gemeinschaften politische und territoriale Rechte fordern.</p>
<p>Zuletzt rufen sie ihre Leute auf, sich zu mobilisieren, zu protestieren und für das zu kämpfen, was ihnen eine gerechte Sache erscheint. Sie bitten alle anderen sozialen und politischen Organisationen darum, aufmerksam zu sein.</p>
<p><strong>06.08.10</strong> &#8211; 25. Tag des Hungerstreiks der Politischen Gefangenen Mapuche</p>
<p><strong>14.08.10</strong> &#8211; Unter dem Namen „Operation Salamandra“ werden gleichzeitig 17 Häuser (darunter drei besetzte Sozialzentren und mehrere Privatwohnungen) in der Hauptstadt Santiago und in Valparaiso durchsucht. Dabei kommt es zur Verwüstung der Räumlichkeiten und zur Beschlagnahmung subversiven Materials (Flyer, Plakate, Bücher, persönliche Briefe, Pendrives, Fanzines und alles, was dem rechtsgerichteten Staat und dem sozialen Frieden gefährlich werden könnte). Es werden 14 Personen festgenommen, unter ihnen anarchistische GenossInnen und ex-Lautaristen.<br />
Noch am selben Tag werden sie vor Gericht gebracht, wo ihnen vorgeworfen wird Mitglieder einer terroristischen Vereinigung zu sein und für 23 der über 100 Bomben- und Brandanschläge der letzten Jahre verantwortlich zu sein. Kläger sind das Innenministerium, die Staatsanwaltschaft und etwas später schloss sich auch die katholische Kirche an.<br />
Die männlichen Gefangenen werden in das Hochsicherheitsgefängnis (C.A.S. Centro de Alta Seguridad) und die Frauen in das Frauengefängnis (C.P.F.- Centro Penitenciario Feminino) gebracht, wo sie isoliert voneinander und der Außenwelt eingesperrt werden.<br />
Im ganzen Medienrummel werden die besetzten Sozialzentren auch als „Machtzentren“ der konstruierten terroristischen Vereinigung abgestempelt.</p>
<p><strong>17.08.10</strong> &#8211; Anklageverlesung der drei Tage zuvor Verhafteten<br />
Während der Anklageverlesung wurde nur ein Familienmitglied eines jeden Angeklagten und nur mit vorheriger Registrierung und Identitätskontrolle ins Gerichtsgebäude gelassen. Vor dem Gerichtsgebäude unterbanden zwei Sicherheitsringe aus Wasserwerfern, Tränengaswerfern und vielen Bullen der Spezialeinheit jegliche Solidarität. Es wurden insgesamt 40 Personen wegen angeblich kleinerer Vergehen festgenommen, die sich versuchten dem Gebäude zu nähern. Flyer, Plakate und Spraydosen wurden eingezogen und alle zum naheliegenden 3. Polizeikommissariat in Santiago gebracht. Dort wurden sie komplett durchsucht, fotografiert, ihre Daten aufgenommen, während sich ein Staatsanwalt eine eigene Namensliste der Entführten machte. Nach einigen Stunden wurden sie wieder freigelassen.<br />
Obwohl es keine schlagenden Beweise gegen die Angeklagten gibt, bleiben acht von ihnen in Untersuchungshaft und sechs werden vorerst unter Sicherheitsmaßnahmen „freigelassen“.</p>
<p><em>Hier ein Liste der 14 GenossInnen und das vorläufige Ergebnis der Anklageverlesung:</em></p>
<p>Rodolfo Retamales: Untersuchungshaft für 180 Tage im Hochsicherheitsgefängnis (C.A.S.) im Hochsicherheitstrakt (M.A.S), unter dem Vorwurf Anführer einer terroristischen Vereinigung zu sein.<br />
Pablo Morales: Untersuchungshaft für 180 Tage im C.A.S./M.A.S., unter dem Vorwurf Anführer einer terroristischen Vereinigung zu sein.<br />
Felipe Guerra: Untersuchungshaft für 180 Tage im C.A.S./M.A.S.,unter dem Vorwurf Mitglied einer terroristischen Vereinigung zu sein. Er wird beschuldigt, am Tag, als Mauricio Morales starb, die zweite Person auf dem Fahrrad gewesen zu sein.<br />
Vinicio Aguilera: Untersuchungshaft für 180 Tage im C.A.S./M.A.S., unter dem Vorwurf Mitglied einer terroristischen Vereinigung zu sein<br />
Mónica Caballeros: Untersuchungshaft für 180 Tage im Frauengefängnis (C.P.F.)im Hochsicherheitstrakt (S.E.A.S.), unter dem Vorwurf Mitglied einer terroristischen Vereinigung zu sein.<br />
Andrea Urzúa: Untersuchungshaft für 180 Tage im C.P.F./S.E.A.S., unter dem Vorwurf Mitglied einer terroristischen Vereinigung zu sein.<br />
Francisco Solar: Untersuchungshaft für 180 Tage im C.A.S./M.A.S., unter dem Vorwurf Mitglied einer terroristischen Vereinigung zu sein.<br />
Omar Hermosilla: Untersuchungshaft für 180 Tage im C.A.S./M.A.S., unter dem Vorwurf Mitglied einer terroristischen Vereinigung zu sein.<br />
Carlos Riveros: In “Freiheit” unter Sicherheitsmaßnahmen. Seit dem 27.08.10 wieder in Untersuchungshaft im C.A.S./M.A.S., unter dem Vorwurf Mitglied einer terroristischen Vereinigung zu sein.<br />
Camilo Perez: In “Freiheit” unter Sicherheitsmaßnahmen. Seit dem 27.08.10 wieder in Untersuchungshaft im C.A.S./M.A.S., unter dem Vorwurf Mitglied einer terroristischen Vereinigung zu sein.<br />
Cristián Cancino: In “Freiheit” unter Sicherheitsmaßnahmen.<br />
Diego Morales: In “Freiheit” unter Sicherheitsmaßnahmen.<br />
Candelaria Cortez: In “Freiheit” unter Sicherheitsmaßnahmen.<br />
Iván Goldenberg: In “Freiheit” unter Sicherheitsmaßnahmen.</p>
<p>Die Sicherheitsmaßnahmen umfassen das Verbot das Land zu verlassen und miteinander zu kommunizieren, wöchentliche Unterschriftenabgabe, das Verbot die Gefangenen zu besuchen, sowie die durchsuchten Häuser und Sozialzentren zu betreten.</p>
<p>Die Strafen, die sie bei einer Verurteilung erwarten können, reichen von 541 Tagen bis zu 20 Jahren Knast</p>
<p><strong>21.08.10</strong> &#8211; Das Gericht beschließt, die Politischen Gefangenen Mapuche in Temuco und Concepción nach 40 Tagen Hungerstreik Zwangsernähren zu lassen.</p>
<p><strong>25.08.10</strong> &#8211; Erneute Durchsuchung des bereits geräumten Sozialzentrums „CSO y Biblioteca Sacco y Venzetti“. Dabei wird angeblich in einer dunklen Ecke ein Rucksack mit Spuren von TNT gefunden. Ob Staatsanwalt Peña gemerkt hat, dass ihm die Beweise ausgehen?</p>
<p><strong>27.08.10</strong> &#8211; Zwei der GenossInnen, die unter Sicherheitsmaßnahmen wieder draußen waren, Carlos Riveros Luttge und Camilo Pérez Tamayo, werden auf Anordnung des Staatsanwaltes Peña wieder ins Hochsicherheitsgefängnis in Untersuchungshaft gesperrt.</p>
<p><strong>30.08.10</strong> &#8211; Die Brigada Investigadora de Robos Oriente (Diebstahlermittlungseinheit) verhaftet zwei ex-Lautaristen, Patricio Gallardo und Alejandro Rodriguez, wegen ihrer mutmaßlichen Beteiligung an einem Überfall auf einen Geldtransporter im Jahr 2009. Da versucht wird, noch mehr Personen in den Fall „caso bomba“ zu verwickeln, werden ihre Wohnungen durchsucht und es werden angeblich u.a. Spuren von Schwarz- und Weißpulver gefunden.</p>
<p><strong>02.09.10</strong> &#8211; Brief eines minderjährigen Mapuche im Hungerstreik</p>
<p><em>Ich, José Antonio Nirripil Pérez, jüngster Sträfling im Knast von Chol-Chol, kündige den Beginn meines Hungerstreik an, um meine Mapuche-Brüder in den verschiedenen Knästen des Landes zu unterstützen. Diese sind dort ungerechtfertigt, aufgrund von Diskriminierung und Rassismus gegenüber den Mapuches, eingesperrt.<br />
Ich werde, zusammen mit meinen Compañeros Cristian Cayupan und Luis Marileo (ebenfalls minderjährig) unter dem Anti-Terror-Gesetz angeklagt, was zeigt, dass der Rassismus des chilenischen Staates nicht nur Volljährige angreift, sondern alle Mapuche, einschließlich Kinder und Frauen.<br />
Aufgrund der Ungerechtigkeiten, die wir täglich in unseren Gemeinschaften erfahren, schließe ich mich dem Hungerstreik an. Ich fordere die Entmilitarisierung der Zonen, in denen wir leben, dass das Anti-Terror-Gesetz nicht auf uns angewendet wird, das Ende der physischen und psychischen Folter der Mapuche-Kinder und die Freiheit aller Politschen Gefangenen Mapuche.<br />
Ich rufe meine Leute auf, die Mobilisierungen zu unterstützen, denn was heute mich als Mapuche betrifft, wird uns eines Tages alle betreffen.<br />
Freiheit für die Mapuche!<br />
Marrichiwew!<br />
José Ñirripil Pérez Lof Muko.<br />
CIP CRC CHOL-CHOL</em></p>
<p><strong>10.09.10</strong> &#8211; Nach 60 Tagen Hungerstreik der Politischen Gefangenen Mapuche gibt die Regierung bekannt, dass sie das Anti-Terror-Gesetz überarbeiten will. Der Hungerstreik wird jedoch fortgesetzt, da dies keine Antwort auf ihre Forderungen ist.<br />
1.500 Menschen unterstützen die Hungerstreikenden durch eine Soli-Demonstration.</p>
<p><strong>21.09.10</strong> &#8211; Explosive Sabotage an einem Transformator in San Carlos de Apoquindo in Unterstützung der Politisch Gefangenen Mapuche im Hungerstreik.<br />
„Mit dieser Mail bekennen wir uns zur Anbringung einer explosiven Ladung, die einen Transformator und eine Hochspannungsleitung im exklusiven Viertel San Carlos de Apoquindo sabotierte. Wir erinnern in diesem Moment an alle unsere Gefallenen, die durch die Polizei ermordet und von der offiziellen Presse des Systems verschwiegen wurden.“</p>
<p><strong>23.09.10</strong> &#8211; Vinicio Aguilera, Felipe Guerra, Camilo Pérez, Carlos Riveros und Francisco Solar werden in den Knast Santiago Uno verlegt.</p>
<p><strong>24.09.10</strong> &#8211; Die nach Santiago Uno verlegten Compañeros beginnen einen unbefristeten flüssigen Hungerstreik mit der Forderung wieder ins C.A.S. zurückverlegt zu werden, da in Santiago Uno ihre körperliche Unversehrtheit nicht garantiert werden kann, sie als Veganer und Vegetarier dort diese Ernährungsweise nicht fortsetzen können und wegen der Tradition des C.A.S. als Politisches Gefängnis.</p>
<p><strong>25.09.10</strong> &#8211; Die Staatsanwaltschaft wird aufgrund des Versuchs mit dem „Nazi“ eine fiktive Aussage auszuhandeln, öffentlich angeklagt.<br />
„Der Nazi“ ist eine bekannte Person aus der Kommune Puente Alto, Santiago, der vor einigen Monaten, wegen angeblicher Verbindung zu Gruppen, die Feuerlöscher in Bankautomaten explodieren ließen, um sie danach auszurauben, verhaftet wurde. Einmal in der Woche besucht ihn die Staatsanwaltschaft im Hochsicherheitsgefängnis mit dem einzigen Ziel mit ihm eine Aussage auszuhandeln, die die Gefangenen vom 14. August mit dem Kauf des von ihm hergestellten Sprengstoffs in Verbindung bringen könnte. Mit der öffentlichen Anklage soll einer Falschaussage zuvorgekommen werden, da die Intentionen für eine solche zwar nicht bekannt sind, aber befürchtet wird, dass er für verbesserte Haftbedingungen jeden der Gefangenen in einen Kauf, der nie stattgefunden hat, verwickeln könnte.</p>
<p><strong>01.10.10</strong> &#8211; Das Gericht entscheidet die Compañeros im Hungerstreik von Santiago Uno wieder ins C.A.S. zurückzuverlegen.<br />
Camilo Pérez denunziert Schläge durch die Gefängniswärter.</p>
<p><strong>02.10.10</strong> &#8211; “Wenn die Regierung unseren Tod will, bekommt sie ihn!“<br />
Die Regierung zeigt auch nach 80 Tagen keinerlei Interesse an Verhandlungen mit den Hungerstreikenden Mapuche-Gefangenen.<br />
300 Mapuche blockieren daraufhin die Hauptverkehrsadern nach Temuco, wobei es zu Zusammenstößen mit der Polizei kommt. Die Studenten zweier Universitäten schließen sich der Mobilisierung an und es wird vereinbart als Demonstration bis zum Gefängnis laufen zu können. Es kommt zu 15 Verhaftungen und 40 Anzeigen wegen Störung der Öffentlichen Ordnung.<br />
In den nächsten Tagen kommt es zu Verhandlungen mit einem Mediator der katholischen Kirche. Ergebnis dessen ist der Verzicht auf Anklagen unter dem Anti-Terror-Gesetz in Mapuche-Fällen und eine Reform des Militärgerichts, um doppelte Gerichtsverfahren zu vermeiden. Weitere Gespräche sind geplant.<br />
13 Mapuche setzen ihren Hungerstreik jedoch fort, da der Regierungsvorschlag nicht die essentiellen Probleme, wie die Rückgabe der besetzten Ländereien, die Entmilitarisierung und das Recht auf Selbstbestimmung, angeht.</p>
<p><strong>07.10.10</strong> &#8211; Öffentlicher Aufruf zu einer Woche der Unruhe und Propaganda für die Freiheit der Gefangenen des Falles „caso bomba“ vom 12.-19.Oktober</p>
<p><strong>08.10.10</strong> &#8211; Mit Gewalt und auf illegale Weise werden den Gefangenen vom 14. August, die in Untersuchungshaft sitzen, DNA-Proben entnommen.</p>
<p><strong>10.10.10</strong> &#8211; Nach 90 Tagen beenden die Politischen Gefangenen Mapuche ihren Hungerstreik.<br />
Nur Luis Matrileo (17 Jahre) streikt noch ein paar Tage weiter und stellt auch Forderungen an SENAME (Servicio Nacional de Menores), eine Behörde, die für die physische und psychische Integrität von Kindern und Jugendlichen zuständig ist. Er spricht in seinem Kommuniqué von den brutalen Durchsuchungen der Mapuche-Gemeinden, den Misshandlungen, die auch die Kinder miterleben und dass in letzter Zeit vermehrt Minderjährige (meist durch inszenierte Aussagen und Indizien) verhaftet werden. SENAME soll die Realität, in der sie leben auch in einem politischen Kontext sehen und sie u.a. bei der Inbetriebnahme des neuen Jugendknastes (v.a. beim Personal) berücksichtigen.</p>
<p><strong>20.10.10</strong> &#8211; Die Gefangenen vom 14. August schließen sich einer Mobilisierung an, welche 37 Häftlinge des Hochsicherheitstraktes im C.A.S. am 12. Oktober begannen. So verweigern sie z.B. das durch die Wärter ausgeteilte Essen.<br />
Sie fordern verbesserte Haftbedingungen (u.a. 4 Stunden Hofgang, tagsüber offene Zellentüren, Zugang zu Studien- und Arbeitsmaterialien, Nutzung elektronischer Geräte, würdevolle Behandlung durch die Wärter, besseres Essen), verbesserte Besuchsbedingungen (u.a. mehr Besuchszeiten, keine Einschränkung der Besucher, körperliche Besuche ohne Trennscheibe, würdevolle Behandlung der Besucher v.a. bei den Durchsuchungen) und das jeder Gefangene nach den höchstens sechs Monaten Strafhaft im Hochsicherheitstrakts des C.A.S. entscheiden kann, in welches Gefängnis er (zurück)verlegt wird. Einige von ihnen befinden sich dort schon seit mehr als 10 Monaten, 22 Stunden in Einzelzellen, mit nur einem Fernseher, eingesperrt.</p>
<p><strong>21.10.10</strong> &#8211; Verhandlungstag im Fall „caso bombas“<br />
Die Verteidigung legt Einspruch gegen die DNA- Entnahme und dessen Art und Weise ein. Dieser wird vom Richter zurückgewiesen, da keine Gewalt nachgewiesen werden konnte und die Entnahme nur mit nötigen Festhaltemethoden erfolgte.</p>
<p><strong>22.10.10</strong> &#8211; Das besetzte Sozialzentrum C.S.O. y Biblioteca Sacco y Vanzetti soll in den nächsten Tagen abgerissen werden. Vorher konnten noch einige Dinge herausgeholt werden.<br />
„Die Tatsache, dass es abgerissen wird zeigt uns einmal mehr, dass die Mächtigen versuchen alles auszulöschen, was gegen sie gerichtet ist. Sie glauben, wenn man es nicht mehr sieht, es zu existieren aufhört. Sie versuchen es verschwinden zu lassen und mit ihm alle, die an die Freiheit glauben (diese Freiheit, die sie so fürchten).“</p>
<p><strong>24.10.10</strong> &#8211; Solidarische Aktivität in Santiago endet mit Polizeiangriff.<br />
Im Galpón Victor Jara wird ein Soli-Konzert für die Gefangenen des 14. Augusts veranstaltet. Alles verläuft ohne Zwischenfälle. Als die etwa 150 Besucher jedoch das Gelände verlassen wollen, schreitet die Polizei, die sich schon den ganzen Abend vor dem Haus befand, brutal ein. Sie hätten auf dem Gelände einen Schuss gehört, was jedoch von den Veranstaltern stark dementiert wird- es hat weder Alkohol noch Waffen auf der Veranstaltung gegeben. Die Schüsse wurden selbst von der Polizei auf dem Plaza Brasil abgegeben. Seltsamerweise befanden sich auch schon Reporter vor Ort, die das ganze Spektakel in die Nachrichten brachten.<br />
Der Abend endet mit 8 Verhaftungen und angeblich auch mit verletzten Polizisten. Die Verhafteten werden zum 3. Kommissariat gebracht, wo sie geschlagen und gefoltert und einige von ihnen an die Militärjustiz weitergeleitet werden.</p>
<p><strong>31.10.10</strong> &#8211; Der Hungerstreik der Gefangenen des Hochsicherheitstrakts (M.A.S.) im Hochsicherheitsgefängnis (C.A.S.) zeigt erste Erfolge.<br />
9 Gefangene wurden, nach mehr als sechs Monaten im M.A.S, in von ihnen gewählte Gefängnisse verlegt. Drei Gefangene haben am 27.Oktober einen Hungerstreik begonnen und fordern ebenfalls die Verlegung in andere Gefängnisse, da sie die sechs Monate Strafe im M.A.S. abgesessen haben.</p>
<p><strong>04.11.10</strong> &#8211; Das Berufungsgericht hat im Streit um die Zuständigkeit das 11. Gericht für unfähig und dafür das 8.Gericht für kompetent erklärt, die Verhandlung der plumpen Inzsenierung im Fall „caso bomba“ weiterzuführen. In den Augen der Verteidigung scheint dieser Wechsel günstig für die Angeklagten.</p>
<p><strong>12.10.10</strong> &#8211; Ende der einmonatigen Mobilisierung im Hochsicherheitstrackt des C.A.S.</p>
<p><strong>15.11.10</strong> &#8211; Solidemo für die Gefangenen vom 14. August</p>
<hr />
<p style="text-align: center;"><em><strong>Kommuniqué aus dem Hochsicherheitsgefängnis (Santiago) vom 22.10.10</strong></em></p>
<p>An die öffentliche Meinung, an unsere Familien und Freunde und an alle, die von einer gleichberechtigten Gesellschaft, frei von Repression, träumen:<br />
Am 12.Oktober 2010 begannen 31 Gefangene innerhalb der Sektion für Hochsicherheit eine unbefristete Mobilisierung und fordern Verbesserungen für die internen Bedingungen und für Besuchsbestimmungen, da diese die physische und psychische Integrität eines jeden von uns, der hier im Folterzentrum gefangengehalten ist, beeinflusst.<br />
Wir versuchen so die bekannte Logik der Gefängniswärter zu beenden, die sich auf schlechte Behandlung und Demütigung tausender Armer zentriert, die in den Knästen überleben und derer Familien und Freunde, die sie besuchen. In den letzten Tagen haben wir Dialoge geführt, die es schafften ein solidarisches Vertrauen hervorzubringen. Es wurde auch von einer Einheit zwischen sozialen und politischen Gefangenen geredet, was die Gefängniswärter zu belästigen begann.<br />
Die Verzweiflung seitens der repressiven Staatsbeamten führte zum Versuch die sozialen und die politischen Gefangenen gegeneinander aufzuspielen. Sie versuchten Streit unter den Gefangenen zu stiften, was ihnen erlaubte die Kontrolle zu erhalten. Aber „die Diebe sind clever“ und zusammen mit diesen Antiautoritären sind wir uns alle über die Spielchen des Gefängnissystems und ihrer mörderischen Routine bewusst. Wir sind stark im würdevollen Kampf die Mauern des Hochsicherheitstrakts einzureißen und die Ungerechtigkeiten des Knastsystems zu bekämpfen. Weder die Drohungen, noch die Strafen (wie die vom 19.10. gegen den Compañero Freddy Moraga Soto, Insasse des 4. Stocks, ausgeführt vom Wächter Flores) können die Kräfte der eingesperrten Bevölkerung schwächen.<br />
Wir begrüßen die mutige, desinteressierte und kämpferische Antwort eines jeden Mannes und einer jeden Frau, der/die uns ihre Hilfe anbietet. Wir wollen unsere Familien umarmen, unsere Partner, Kinder und Liebsten küssen und laden sie ein, diese Mobilisierung zu verbreiten, indem aus der Propaganda durch Plakate, Flugblätter und Wandbilder eine Waffe gemacht wird.<br />
Hören wir nicht auf Freiheit zu schreien!!!<br />
Kein Knast für die Armen in Mobilisierung, in Treffen, Unis, Schulen und Stadtvierteln.<br />
Für die Vereinigung aller Gefangenen, ihrer Familien und UnterstützerInnen. Schauen wir uns ohne Autorität in die Augen, denn wir alle zählen und zusammen lassen wir die Mächtigen zittern.<br />
Die Knäste wurden von den Reichen erbaut, um die Ungerechtigkeit des kapitalistischen Systems zu verstecken.<br />
Schluss mit den Gefängnissen für die Armen!!!</p>
<p>Soziale und Politische Gefangene im Kampf.<br />
Hochsicherheitsgefängnis, 22.10.2010</p>
<p><em>Adressen</em></p>
<p>Frauengefängnis- Hochsicherheitstrackt<br />
Centro Penitenciario Feminino<br />
Sección de Alta Seguridad<br />
Capitán Prat 20 – San Joaquín<br />
Región Metropolitana<br />
Chile</p>
<p>Hochsicherheitsgefängnis/ Hochsicherheitstrackt<br />
Cárcel de Alta Seguridad<br />
Unidad Especial de Alta Seguridad (UEAS)<br />
Modulo de Alta Seguridad<br />
Pedro Montt 1902 Santiago<br />
Región Metropolitana<br />
Chile</p>
<hr />
<p style="text-align: center;"><em><strong>Aufständisches Kommuniqué in Solidarität<br />
mit den Gefangenen vom 14. August (31.08.2010)</strong></em></p>
<p>Wir schreiben aus dem Untergrund ganz Südamerikas. Die Delegierten der unterschreibenden Kollektive haben sich zusammengesetzt, um eine ehrliche Nachricht an die sich bewußte Bevölkerung Chiles zu senden, die vom Staat unterdrückt wird.</p>
<p>1. Wir verurteilen die terroristischen Aktivitäten des chilenischen Staates, der seit 200 Jahren systematische Unterdrückung und soziale Ungleichheit mit Feuer und Blut durch die verwesten Institutionen durchsetzt.<br />
2. Mit aller unserer Kraft verurteilen wir das Hausdurchsuchungsspektakel und die Festnahmen, die einigen jungen Menschen am 14. August widerfuhren.<br />
3. Mit vollständiger und absoluter Verantwortung erklären wir, dass die Verhafteten zu keinem Kollektiv gehören oder gehörten, welche sich entschieden haben die historische staatliche Gewalt mit Bomben zu beantworten. Das wissen wir, aber auch die Clowns Piñera und der Staatsanwalt Peña.<br />
4. Wir beschuldigen als direkte Schuldige des Medienspektakels den Staat, die Unternehmen und die schleimende Presse. All sie decken die soziale Gewalt, die sie uns auferlegen.<br />
Der soziale Krieg wird uns vom Staat auferlegt. Wir empfinden ihn nicht als Opfer, im Gegenteil, wir hören auf, Opfer zu sein und erheben uns als freie Menschen.<br />
5. Wir waren nie in den besetzten Häusern anwesend. Jeder halbintelligente Mensch weiß, dass dies kulturelle Orte sind, wo sich junge Menschen treffen, um zu diskutieren und gemeinschaftlich horizontale Erfahrungen sammeln. Wenn der Staat diese Orte kriminalisiert, ist es aus Blindheit und taktischer Unterlegenheit, um die Orte verschwinden zu lassen, die sie nicht verstehen.<br />
6. Wir haben uns nie mit Parteien oder politisch rechten oder linken Bewegungen zusammengeschlossen. Wir üben keine Autorität aus und akzeptieren diese nicht, von niemandem, keinen Bürokraten, keinen ehemaligen marxistischen Kämpfern, keinen mental Kranken, die sich für Aktionen schuldig bekennen, die sie nie getan haben (wie dieser Unbekannte, der seine Freundin fast erstach und nun im Knast sitzt). Wir sind Libertäre. Wir haben keine militärischen Hierarchien oder parteiliche Vorsitzende. Wir sind Freiheitskämpfer. Wir sind alle.<br />
7. Wir, die unterschreibenden Kollektive, haben die Bomben gelegt. Unsere Angriffsziele sind Banken, transnationale Unternehmen, Botschaften, Kommissariate, Kirchen, Kasernen, politische Parteien, Sportstudios der reichen Leute, alles was den historischen Unterdrückern der Arbeiter gehört. Wir bedauern nichts. Im Gegenteil. Es ist unser Stolz. Wir sind ihre Niederlage.<br />
8. Wir erkennen an, dass das Erdbeben im Sommer einen großen Teil der Gebäude der einzelnen Kollektive beschädigt hat. Dies hat unsere Aktionen eingeschränkt und bis heute konnte das Verlorene nicht wieder aufgebaut werden.<br />
9. In diesen mehr als 20 Jahren haben wir auf verschiedene Waffen zurückgegriffen. Wenn wir Tote gewollt hätten, hätte es sie gegeben, aber das wollten wir nicht. Das berühmte TNT ist seit Jahren Teil des gemeinen Arsenals. Der Angriff auf Chilelectra ist nicht der erste Angriff mit diesem, das wissen wir alle. Wenn ihr wissen wollt, wo es herkommt &#8211; die Antwort ist einfach: Vom Markt. Dem gleichen, den der neue Staatsanwalt si verehrt und beschützt.<br />
10. Der Staatsanwalt Peña, was können wir über ihn sagen? Das was alle wissen: seit Studienzeiten Opfer des Kokains, machtliebend, Freund der großen Drogenschmuggler, während er die kleinen einsperrt, ein Lügner, Arschloch und potenter Mörder. Journalisten: Habt keine Angst die Wahrheit dieses ehrenwerten Bürokraten zu veröffentlichen.<br />
11.Wir erklären unsere kollektive Ablehnung gegen diese Inszenierung gegen die 14 Jugendlichen. Die Schuldigen für die Bomben sind Staat und Kapital.</p>
<p>Freiheit für alle politischen Gefangenen.<br />
Antistaatlicher Widerstand.</p>
<p>FUERZAS AUTONÓMICAS Y DESTRUCTIVAS LEÓN CZOLGOSZ<br />
BANDA ANTIPATRIOTA SEVERINO DI GIOVANNI<br />
FEDERACIÓN REVUELTA 14F &#8211; BRIGADA GAETANO BRESCI<br />
BANDA DINAMITERA EFRAÍN PLAZA OLMEDO<br />
MIGUEL ARCÁNGEL ROSCIGNA<br />
TAMAYO GAVILÁN<br />
ANTONIO ROMÁN ROMÁN<br />
COLUMNA DURRUTI<br />
CARAVANAS ICONOCLASTAS POR EL LIBRE ALBEDRÍO<br />
BANDAS ARMADAS Y DESALMADAS JEAN MARC ROUILLAN</p>
<hr />
<p style="text-align: center;"><strong><em>Kommuniqué der Politischen Gefangenen Mapuche<br />
am 41. Tag des Hungerstreiks (22.08.10) (gekürzte Fassung)</em></strong></p>
<p>„Wir sind gefangen, weil wir Recht haben, wir hatten es schon immer und genauso, wie wir ein Recht auf Leben haben, haben wir auch ein Recht auf den Tod. Das höchste Recht, bewusst darüber zu entscheiden, was wir mit unserem Körper machen in diesem nicht enden wollenden Konflikt.</p>
<p>Unser Vorschlag für euch Peñi, Lamguien, Freunde, Freundinnen; soziale und tatsächlich progressive Sektoren; libertäre Brüder, Arbeiter und Studenten; antisysteme und contestatario Bevölkerung, ehrliche Männer und bewusste Frauen: summiert euch unserem Kampf in einem breiten Aktionsbündnis; sucht im Kampf selbst die Stärkung eurer eigenen Ideen, die euch identifizieren; nutzt diese Zeit des Protestes um die Freunde zu finden, von denen euch der Konsumismus und der egoistische Individualismus zu trennen versuchen; schließt soziale Kompromisse, um diese Tyrannen zu demaskieren, die sich als Bescheidene verkleiden und die mit allen Mitteln versuchen uns davon zu überzeugen, dass ihre Tyrannei notwendig ist; reißt diesem System die Eingeweide heraus, um mit unseren eigenen Händen die Zukunft aufzubauen, die wir verdienen. Gebt nicht auf, es beginnt immer wieder von vorn, das einzige was sich nicht ändert, ist der Feind.</p>
<p>Auf der anderen Seite werden die Vertreter der Rechten nicht müde zu wiederholen, dass „wir vor dem Gesetz alle gleich sind“, dass „niemand über dem Rechtsstaat steht“, dass „die Einrichtungen funktionieren“ und viele andere faschistische Diskurse, die ausgearbeitet wurden, um die Ungerechtigkeit über die Mapuche zu rechtfertigen. Gut, ganz konkret sind gerade 33 Mapuche-Gefangene eingesperrt, ohne jegliche Ermittlung verurteilt und ohne ein Recht darauf ihre Unschuld zu beweisen. Andererseits sind Sie dort, die Mörder von Alex Lemún und Matias Katrileo, nie haben sie das Gefängnis gesehen und sie werden es auch nie tun. Im Gegenteil, sie sind immer noch mit den gleichen Waffen unterwegs und werden weiter arme Menschen umbringen.</p>
<p>Nach dem Anti-Terror-Gesetz ist eine Absicht des Terrorismus „der Autorität Entschlüsse aufzuzwingen und zu entreißen“. Gut, so ist es. Sie wenden die Strenge des Gesetzes an und sagen, dies sei ein terroristischer Streik,. Aber wie nennen sie den anonymen Zeugen, der zwei terroristische Attentate gesteht und damit viele unschuldige Mapuche gefangen hält, während er sich in Freiheit befindet? Mit dem Versuch, den politischen Charakter unseres Kampfes und unsere Kondition als Gefangene zu verbergen, machen sie genau das Gegenteil. Sie legen das politische Thema unserer Forderungen offen, weil das Anti-Terror-Gesetz ein politisches Gesetz ist, mit offen politischen Inspirationen und Motivationen.</p>
<p>Wir, die Politischen Gefangenen Mapuche aus dem Gefängnis in Temuco, rufen euch aus unserem Hungerstreik dazu auf, euch aus euren sozialen Sektoren unserem Kampf anzuschließen, unsere Bewegung zu unterstützen, indem die Grausamkeit des Kapitalismus und seinen Repräsentanten aufgezeigt wird. Wir laden euch mit einem breiten Aufruf dazu ein, euch mit euren Brüdern im Kampf zu vereinen. Die Zeit ist gekommen.</p>
<p>Ihr armen und solidarischen Winka-Brüder, vereint euch, stärkt euren Kampf; schlagt von allen Seiten die Macht, die euch unterdrückt; fordert, was euch zusteht,&#8230;</p>
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		<title>Aufstand in Knast in England</title>
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		<pubDate>Sun, 02 Jan 2011 13:53:16 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/01/prison-riot-1.jpg" rel="lightbox[2887]"><img src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/01/prison-riot-1-164x250.jpg" alt="Aufstand im Ford Open Prison in England - Knastrevolte" title="Aufstand im Ford Open Prison in England - Knastrevolte" width="100" height="152" class="alignright size-medium wp-image-2889" /></a>In der Silvesternacht kam es in einem Knast in England zu einem Aufstand, es wurde die Fensterscheiben in den Baracken zerstört und Feuer gelegt. Mehrere Gebäude brannten ab. Ein Teil der Inhaftierten des Ford Open Prison, südlich von London, sollen sich gegen Alkoholkontrollen gewährt haben. Der Knast ist ein Knast, in welchem nur Kurzstrafler eingesperrt werden, also Personen, die eine Strafe kürzer als zwei Jahre abzusitzen haben. Die Gefangenen dürfen tagsüber die Anstalt verlassen, um zur Arbeit zu gehen.</p>
<p>Es gab in der Nacht nur zwei Beamte und vier Bedienstete, die in der Zwangsanstalt tätig waren, diese mussten sich zurückziehen und auf das Eintreffen von Spezialkräften warten. Diese Spezialkräfte sind speziell für Aufstände in Knästen trainiert. Am Nachmittag des 1. Januar brannten immer noch zwei Gebäude, die Feuerwehr war im Einsatz.<br />
<span id="more-2887"></span><br />
Wir begrüßen es, wenn sich Gefangene mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen die zerstörenden Zustände in den Zwangsanstalten wehren und sich nicht den Autoritäten unterordnen. Es stellt sich vielleicht die Frage, warum dies Gefangene im halboffenen Vollzug machen, da sie scheinbar mehr &#8220;Freiheiten&#8221; und eine vergleichsweise &#8220;kurze&#8221; Strafe abzusitzen haben, als Gefangene in geschlossenen Zwangseinrichtungen. Aber dies zeigt nur, dass es weiterhin unser Weg sein sollte die Existenz aller Knäste und Zwangsanstalten zu zerstören und für eine befreite Gesellschaft zu kämpfen.</p>
<p>Fire to the prisons!<br />
Freiheit für alle!</p>
<p><center><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/01/prison-riot-2.jpg" rel="lightbox[2887]"><img src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/01/prison-riot-2-250x184.jpg" alt="Aufstand im Ford Open Prison in England - Knastrevolte" title="Aufstand im Ford Open Prison in England - Knastrevolte" width="250" height="184" class="alignnone size-medium wp-image-2890" /></a></a><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/01/prison-riot-4.jpg" rel="lightbox[2887]"><img src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/01/prison-riot-4-176x250.jpg" alt="Aufstand im Ford Open Prison in England - Knastrevolte" title="Aufstand im Ford Open Prison in England - Knastrevolte" width="176" height="250" class="alignnone size-medium wp-image-2892" /></a><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/01/prison-riot-3.jpg" rel="lightbox[2887]"><img src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/01/prison-riot-3-250x165.jpg" alt="Aufstand im Ford Open Prison in England - Knastrevolte" title="Aufstand im Ford Open Prison in England - Knastrevolte" width="234" height="155" class="alignnone size-medium wp-image-2891" /><a href="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/01/prison-riot-5.jpg" rel="lightbox[2887]"><img src="http://www.abc-berlin.net/wp-content/uploads/2011/01/prison-riot-5-250x155.jpg" alt="Aufstand im Ford Open Prison in England - Knastrevolte" title="Aufstand im Ford Open Prison in England - Knastrevolte" width="250" height="155" class="alignnone size-medium wp-image-2893" /></a><center></p>
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