Marco Camenisch: Zur jüngsten Antianarchistischen Konstruktion in Italien

This entry was posted Tuesday, 10 July, 2012 at 4:06 pm

Marco CamenischDer in der Schweiz inhaftierte Anarchist Marco Camenisch hat eine erste Korrespondenz verfasst bezüglich der “Operazione Ardire“. Er ist einer der Beschuldigten in diesem wahnwitzigen Konstrukt gegen Anarchist_innen in Italien, der Schweiz, Deutschland und Griechenland.

INFO N.1 ZUR JÜNGSTEN ANTIANARCHISTISCHEN (“kühn” getauften, was sie effektiv ist…) KONSTRUKTION ROS(ef)-BRUTTI

ROS-Reparti Operazioni Speciali, die ich, historisch wahrheitsgetreuer, R….Operazione Sporche (e falsari) – Abteil für schmutzige Operationen (und Fälschungen) nenne. Brutti ist die verantwortliche Vorermittlungs-Richterin der Staatsanwaltschaft Perugia.

Vorbemerkung: Bis heute war ich nicht Gegenstand amtlicher Mitteilungen oder Reaktionen von den Schweizer Behörden und bin von den Medien und aus meiner Korrespondenz nach und nach informiert. Das über 200 Seiten starke Anklagedossier der Konstruktion habe ich von Solidarischen zugestellt bekommen und habe es überflogen und dabei konnte ich meinen anfänglichen (TV-Presse) Eindruck bestätigt sehen, dass es sich um ein Theorem mit mehr oder weniger auffälligen aber ingesamt gänzlich gehaltlosen “Beweisen” handelt. Meine Absicht eines persönlichen öffentlichen Info- und Solitextes habe ich noch nicht umgesetzt. Aber meine revolutionäre Solidarität jenseits aller Unterschiede gegen die Repression und mehr als natürlich den in dieser x-ten Konstruktion der ROS (ef) unter der Leitung des Subjektes Ganzer (Karabinierigeneral, der 2010 in erster Instanz wegen INTERNATIONALEM DROGENHANDEL zu 14 JAHREN KNAST verurteilt wurde!) verhafteten und Ermittlungen unterzogenen GenossInnen ist selbstverständlich!

Heute erhalte ich von Stefano Fosco aus dem Knast Pisa zwei Briefe vom 18. und 21. Juni 2012 beide mit Poststempel Pisa 26.06.2012. Gemäss Verteidiger sei eine baldige Versetzung von ihm und von Elisa in den HS-Knast Alessandria oder einen anderen nahe Perugia vorgesehen. Wie auch ich so auch Stefano sicher, dass das Anklagegebäude zum Zusammenbruch bestimmt ist, dass es aber Zeit braucht um die vielen Jahre ihrer Existenz und jener von CULMINE zu rekonstruieren, und es stünden lange Monate Hochsicherheitsknast bevor.

Stefano und Elisa (sind Lebensgefährten) haben bei der Einführungsvernahme der Richterin von ihrem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch gemacht, unter anderem weil sie VOR DIESER EINVERNAHME EIN KONTAKTVERBOT MIT DER VERTEIDIGUNG hatten, was wahrscheinlich illegal ist und der Anwalt wird Beschwerde einlegen.

Er schlägt eine GEMEINSAME TECHNISCHE VERTEIDIGUNG vor um die verrückten Anklagepunkte PUNKT UM PUNKT auseinanderzunehmen. GEMEINSAM, weil es nichts zu verheimlichen gibt, da es sich z.B. um Erklärungen von anarchistischen Gefangenen und Verbreitungsinstrumente derselben und Zitierungen aus Büchern des 19 Jh. wie z.B. Henry handelt. Zurzeit bin ich geneigt, sobald und wie es sich ergibt und notwendig wird mich seinem Vorschlag aus Gründen der “Ökonomie” auf allen Ebenen, vor allem jenem der somit vermeidbaren “Friktionen”, anzuschliessen, indem ich denselben Anwalt von Stefano oder einer anderen Anwaltsperson, die mit diesem gut zusammenarbeitet, beauftragen werde.

Am 18. erhält er BEGEGNUNGS- UND KORRESPONDENZVERBOT mit Elisa, und ist seit 6 Tagel TOTALISOLIERT mit TOTALEM BEGEGNUNGSVERBOT, KEIN TV, KEINE ZEITUNGEN, KEIN RADIO, NACKTE ZELLE, NICHT EINMAL REINIGUNSARTIKEL.

Am 21. Juni immer noch in TOTALISOLATION, was AN DIESEM PUNKT MIT DEM TOTALEN KORRESPONDENZVERBOT EINER STRAFAKTION gleichkommt, und das einzige legal verfügte Verbot ist die auch TELEFONISCHE KOMMUNIKATIONSSPERRE MIT ELISA. DIE GUANTANOMO-BOYS VON PISA BEHAUPTEN KONTAKTSPERRE SEI AUCH BRIEFPOSTSPERRE (Wundert mich nicht, kenne nämlich diesen extrem faschistischen Knast von Pisa sehr gut, wo wie anderswo mit dem Vorwand sie hätten Hochsicherheitstrakt den HS-Gefangenen einfach TOTALISOLATION verhängt wird). Haben ihm immerhin TV gegeben und am selben 21. Juni Hofgang nun mit einem weiteren HS-Gefangenen.

Solidarität und Liebe

Marco Camenisch, Lager Lenzburg, 28. Juni 2012