Saturday, 9 July, 2011
Die italienische Region Piemont war innerhalb der letzten Wochen wieder Schauplatz vermehrter Aktionen des Widerstands und Angriffs gegen das TAV-Projekt: dieses sieht den Bau einer Schnellzuglinie zwischen Turin und Lyon (Frankreich) vor, welche die Zerstörung der Landschaft und der Dörfer im Tal Val di Susa im Nordwesten Italiens vorantreiben wird.
Schon seit den Neunzierjahren wehren sich widerständige AnwohnerInnen gegen das hundertste, unnötige Großbauprojekt: Selbstorganisierung, direkte Aktionen, Sabotagen, Ablehnung von PolitikerInnen kennzeichnen ihr Engagement. Anarchistische, libertäre und andere unzufriedene GefährtInnen sind vom Anfang an an diesem Kampf beteiligt: schon im Dezember 2005 wurde gemeinsam die Polizei – als Besatzertruppe bezeichnet – aus dem Val di Susa von GenossInnen und AnwohnerInnen erfolgreich vertrieben, als mit dem Bau begonnen werden sollte. Weitere Versuche seitens der Regierung die Arbeiten aufzunehmen, scheiterten an dem konsequenten Widerstand. Nun wurde klar, daß die Arbeiten bis zum 30. Juni diesen Jahres begonnen werden müssen, sonst wäre die EU-Finanzierung geplatzt: deshalb wurde zur Reise nach Susa aufgerufen, um das Tal zu verteidigen.
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Thursday, 2 June, 2011
Am 27. Mai urteilte der Richter Zhanna Khvoynitskaya über die weißrussischen Anarchisten Ihar Alinevich, Mikalaj Dziadok, Aliaksandar Frantskievich, Maxim Vetkin und Yeveni Slivonchik. Die jungen Männer waren zahlreicher politischer Aktionen beschuldigt unter denen sich auch ein Angriff auf die russische Botschaft in Minsk vom August 2010 befand.
Ihar Alinevich wurde beschuldigt die russische Botschaft und die Belarusbank („Mutwillige Zerstörung von Eigentum, Gesetz 218 Paragraph 3 des weißrussischen Strafgesetzbuchs), das Untersuchungsgefängnis in Minsk (Gesetz 218 Paragraph 2) und ein Casino in Minsk angegriffen zu haben, genauso wie an einer nichtgenehmigten Demonstration vor dem Militärhauptgebäude teilgenommen zu haben (letztere beiden Anschuldigungen fallen unter Gesetz 339 Paragraph 2 des weißrussischen Gesetzbuches „schwerer Hooliganismus“). Die Staatsanwaltschaft forderte neun Jahre unter verschärften Haftbedingungen. Read the rest of this entry »
Tuesday, 24 May, 2011
In der Zelle des spanischen Anarchisten Gabriel Pombo da Silva in der JVA Aachen gab es in den letzten Wochen zwei Durchsuchungen. Bei der ersten wurden ihm CDs, DVDs und Postkarten mit politischen Sprüchen weggenommen, am 10. Mai kamen die Schergen der Knastleitung in Form der Schließer erneut und suchten gezielt nach einem Handy. Um zu zeigen, dass Gabriel für uns nicht vergessen ist, wir mit ihm in jeglicher Form solidarisch sind und um seine Geschichte wieder bekannter zu machen, übernehmen wir drei Texte von ihm aus dem Jahr 2005.
Zunächst ein paar kurze Sätze zu ihm und seiner Geschichte. Gabriel Pombo da Silva ist seit Juni 2004 in Deutschland in Haft, zuvor hat er in Spanien über 20 Jahren im Knast verbracht, darunter 14 Jahre in der berüchtigten FIES-Isolationshaft. Im spanischen Knast lernte er José Fernandez Delgado kennen, durch die menschenfeindlichen Bedingungen in der Iso-Haft und die damit verbundenen Knastrebellionen wurden sie politisiert. Während eines Hafturlaubs 2003 konnte Gabriel fliehen und untertauchen, er traf wieder auf José, der ebenfalls geflohen war. Read the rest of this entry »
Thursday, 19 May, 2011
Am 10. Mai hatte der in Aachen inhaftierte Anarchist Gabriel Pombo da Silva Langzeitbesuch. Währenddessen wurde eine zweite Razzia in seiner Zelle gemacht. Gezielt wurde nach einem Handy gesucht, offenbar ein Hinweis eines Mitgefangenen an die Schließer. Die Schließer waren bei der Suche erfolgreich.
Gabriel sollte sich nach dem Besuch ausziehen zur Leibesvisitation, er verweigerte dies, woraufhin ihm die Klamotten heruntergerissen wurden. Die Anwälte versuchen deswegen gegen die Anstaltsleiterin vorzugehen, was ihnen bisher nicht gelang.
Ein weiteres Problem ist auch, daß Gabriel Vitamintabletten bei sich hatte, da er befürchtete, diese würden ihm bei einer Razzia weggenommen werden. Diese sind jetzt tatsächlich weg und es steht die Frage im Raum, ob die Knastleitung der Besucherin unterstellen wird, die Tabletten beim Besuch übergeben zu haben. Damit wären weitere Langzeitbesuche in Gefahr.
Bereits wenige Tage zuvor gab es eine Durchsuchung in der Zelle von Gabriel, bei der ihm sämtliche CDs, DVDs und Postkarten mit politischen Sprüchen, sowie seine Hanteln und die Schreibmaschine weggenommen wurden.
Schreibt ihm und zeigt euch solidarisch
mit den euch zur Verfügung stehenden Mitteln:
Gabriel Pombo da Silva
JVA Aachen
Krefelder Str. 251
52070 Aachen
Tuesday, 17 May, 2011
Seit dem 1. Mai 2011 befinden sich die vier in der Schweiz inhaftierten Anarchisten Marco Camenisch, Luca (Billy) Bernasconi, Costantino Ragusa und Silvia Guerini in einem kollektiven Hungerstreik. Jede/r der vier wird für eine Woche den Knastfrass verweigern.
Billy hat sich kurz vor Beginn des Hungerstreiks mit einem Brief aus dem Knast gemeldet, übersetzt wurde dieser von Marco Camenisch.
Beitrag zur gemeinsamen Initiative
1. Mai – 28. Mai 2011
Übersetzt von Marco Camensich, Knast Lenzburg
WissenschaftlerInnen und ForscherInnen, Industrien und Regierungen bewegen uns auf eine neue verheerungsvolle Ära zu: die digitale, der intelligenten Umwelten, der Effizienz des unendlichen Kleinen und der technowissenschaftlichen Konvergenz, die „Grosses“ verspricht. Read the rest of this entry »
Saturday, 14 May, 2011
Zur Zeit finden internationale Aktionstage mit den gefangenen Anarchist_innen und sozialen Aktivist_innen in Belarus statt: der Aufruf auf deutsch und englisch.
Im März war eine Gruppe zu Besuch in Hamburg, bei dem folgendes Interview entstand, übernommen von a3yo – Material + Neuigkeiten zu Anarchismus in Osteuropa.
I: Ok, beginnen wir unser Interview mit den Aktivist*innen von Anarchist Black Cross aus Belarus. Wann und warum wurde ABC Belarus denn gegründet?
A: ABC Belarus wurde im Sommer 2009 gegründet, damit wir mit der zu erwartenden Repression besser umgehen können, die in einem oder einem halben Jahr die gesamte anarchistische Bewegung etwas angehen wird und wir haben überlegt, dass es wichtig ist, Geld aufzustellen.
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Saturday, 7 May, 2011
Am 5. Mai bat der Staatsanwalt darum, dass der griechische Anarchist Simos Seisidis freigesprochen wird, da es keine Beweise für eine Beteiligung an den Banküberfällen gäbe. Simos wurde von allen Richtern des Athener Berufungsgerichts als unschuldig erklärt, da es keine Beweise gibt, die ohne Zweifel eine Schuld beweisen könnten.
Simos wurde im Mai 2010 im Athener Stadtteil Kerameikos nach einer Verfolgungsjagd mit der Polizei verhaftet, bei der er von der Polizei so schwer am Bein verletzt wurde, dass es später amputiert werden musste. Ihm wurde folgendes vorgeworfen: siebenfacher Bankraub, 3 Mordversuche, Geldwäsche und Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation.
Die Richter haben ihn nun freigesprochen, da keiner der Augenzeugen ihn als einen der Bankräuber wiedererkannt hatte.
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Friday, 6 May, 2011
In der Zelle des in Aachen inhaftierten Anarchisten Gabriel Pombo da Silva wurde eine Razzia durchgeführt. Ihm wurden sämtliche CDs, DVDs und Postkarten mit politischen Sprüchen weggenommen. Des Weiteren nahmen sie seine Hanteln (die genehmigt waren), wie auch die Schreibmaschine mit.
Darüber hinaus wurden persönliche Fotos von ihm zerrissen. Angaben von Gründen gab es nicht.
Sein Anwalt ist informiert.
Gabriel ist sehr wütend und möchte Unterstützung.
Schreibt ihm:
Gabriel Pombo da Silva
JVA Aachen
Krefelder Str. 251
52070 Aachen
Thursday, 5 May, 2011
Vom 21. Februar bis zum 26. April haben die inhaftierten beschuldigten AnarchistInnen des “Bombs Case” in Chile einen kollektiven Hungerstreik durchgeführt. Hier die Übersetzung ihrer Stellungsnahme zur Beendigung der Aktion. Mehrere der Inhaftierten wurden seit der Beendigung der Ermittlungen entlassen und unter Hausarrest gestellt, dazu in den nächsten Tagen eine Zusammenfassung.
Statement der 10 GenossInnen
bezüglich dem Ende des Hungerstreiks
Am 21. Februar haben wir einem unbegrenzten Hungerstreik begonnen, als Aktion gegen die repressiven Institutionen, welche uns einsperren in dem abgekarteten Spiel bekannt als “Bombs Case“. Nach 65 Tagen des Hungerns haben wir uns entschieden den Hungerstreik zu beenden.
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