Wednesday, 6 February, 2013
bei Edition Irreversibel ist der Text Die Suche nach dem richtigen Vernichtungsbau – Geschichte der Knastarchitektur als neu aufgelegte Broschüre erschienen. Zur Einführung geben wir hier das Vorwort wieder, die Broschüre als PDF-Download.
Vorwort
Wenn wir als Anarchist_innen darüber reden, den Knast zu zerstören, meinen wir damit nicht nur das mit Stachedldraht umzäunte Gebäude am Rande der Stadt, sondern das gesellschaftliche Prinzip der Einsperrung, des Strafens und der Logik der Autorität. Diese Instrumente der Herrschaft haben im Laufe der letzten Jahrhunderte eine enorme Wandelbarkeit bewiesen und verändern stetig ihre Funktionsweisen. Read the rest of this entry »
Wednesday, 16 January, 2013
Ab 8. März 2013 wird das Landgericht Stuttgart (Schwurgericht) in einem mehrtägigen Prozess darüber entscheiden, ob Uwe O. nachträglich in Sicherungsverwahrung soll.
Vorgeschichte
Uwe O. wurde 1996 wegen Mordes zu einer zeitlich befristeten Freiheitsstrafe von 15 Jahren verurteilt. Nur eine Woche vor seiner für Ende November 2012 geplanten Freilassung wurde ihm per Telefax der Antrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart, mit welchem diese beantragt hatte, die nachträgliche Sicherungsverwahrung anzuordnen, in die JVA Bruchsal zugestellt.
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Thursday, 3 January, 2013
Am letzten Tag des Jahres gab es in Berlin, wie auch schon in den Jahren zuvor, zwei Demos, die zu Knästen hingingen, um damit den Gefangenen unsere Solidarität auszudrücken und ihnen zu zeigen, dass wir sie auch im neuen Jahr nicht vergessen werden. Mobilisiert wurde dieses Jahr unter dem Motto: “Grenzen und Mauern einreißen – für eine solidarische Gesellschaft!“. Dazu gab es erstmalig eine eigene Webseite, die auch in den nächsten Jahren als Plattform dienen und somit die Kontinuität der Kämpfe aufzeigen soll. Wir wünschen uns, dass dies außerdem zur Verbreiterung der Idee am Silvestertag (und jedem anderen Tag im Jahr) die Knastgesellschaft zu thematisieren und vor die Knäste zu ziehen beiträgt. Unsere Verbundenheit mit den Demos und Aktionen vor den Knästen in anderen Städten haben wir versucht zu vermittelt, indem wir eine Grußbotschaft versandt haben.
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Tuesday, 25 December, 2012
In der Tageszeitung taz erschien am 23. Dezember 2012 ein Interview mit Klaus Witt. Er sass 30 Jahre lang im Knast, davon mehrere in Sicherungsverwahrung, er spricht über die Schwierigkeiten sich nach der Entlassung im Leben draußen zurecht zu finden.
Bereits im März 2010 kam Klaus Witt in einem Bericht der rbb-Sendung Kontraste zu Wort.
taz: Herr Witt, Sie wurden vor neun Monaten aus der Sicherungsverwahrung entlassen. Lange Jahre wussten Sie nicht, wann und ob dieser Tag kommen würde. Wie feiern Sie dieses Jahr Weihnachten?
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Thursday, 6 December, 2012
Ein Plakat, das in vielen Städten aufgetaucht ist:
Silvester zu den Knästen!
Überall vor Abschiebezentren und Strafanstalten!
Lautstarke Demos vor Knästen sind eine anhaltende Tradition in einigen Orten dieser Welt, um während des Jahreswechsels an diejenigen zu erinnern, die vom Staat gefangen gehalten werden. Ein Weg, um Solidarität auszudrücken mit Menschen, die inhaftiert sind.
Ob vor den Strafanstalten oder den Abschiebeknästen, wo Menschen in Abschiebehaft gehalten werden, da sie die falschen oder gar keine Papiere besitzen, wollen wir zusammenkommen, um die Einsamkeit und Isolation zu durchbrechen.
Dieses Knastsystem ist nicht reformierbar, denn es ist von Grund auf falsch, hier und überall. Es macht keinen besseren Menschen, es trägt nicht zur Lösung sozialer Konflikte bei. Read the rest of this entry »
Sunday, 9 September, 2012

vom 05. bis 07. Oktober im AZ Conni
Knast geht uns alle an!!!
Wer sich mit der bestehenden Gesellschaftsordnung kritisch auseinandersetzt und nach einer „besseren Welt“ strebt, gelangt zwangsläufig zum Thema Knast. Jede Gesellschaftsordnung, welche auf Macht und Unterdrückung basiert, braucht einen Knast um die wegzusperren, welche sich nicht an die Regeln halten, die der Staat aufgestellt hat. Der geringste Teil der Inhaftierten sind Mörder oder Sexualstraftäter (jeweils unter 1%). Über 60 % der Menschen sind inhaftiert, weil sie ihre Strafbefehle oder Bußgelder nicht zahlen können. Read the rest of this entry »
Wednesday, 5 September, 2012
Anlässlich einer in der anarchistischen Bibliothek FERMENTO in Zürich stattfindenden Vorführung eines Kurzfilmes und der Vorstellung eines Buches über den in Belgien geführten Kampf gegen das Gefängnis und seine Welt, wurde folgende Broschüre fertiggestellt. Sie kann hier heruntergeladen werden.
Text der Rückseite:
“Fünf Jahre Unruhen in den belgischen Gefängnissen. Fünf Jahre Revolten, Meutereien und Ausbrüche. Fünf Jahre Agitation, Aktionen und Angriffe gegen das Gefängnis und seine Welt. Fünf Jahre Schmerzen, Isolierung, Strafen, Prügel und auch Tote. Fünf Jahre Worte, die auf die Freiheit hindeuten und die notwendige Zerstörung von allem, was ihr im Weg steht, als Konsequenz aufstellen. Fünf Jahre ohne geradlinige Flugbahn, ohne andere Logik, ohne anderen Rhythmus als die Pulsierungen des Lebens selbst und des Kampfes für die Freiheit, zu dem es anregt. Dies wird also zwangsläufig nur ein Versuch sein, die lebendige Kraft zu teilen, diese aus Fleisch und Knochen gebildete Kraft. Sie, die so viele Gefangene von drinnen wie draußen, so viele Gefährten, so viele Unbekannte und Anonyme ermutigt hat, gegen die Gefängnisbestie anzukämpfen.”
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Tuesday, 31 July, 2012
In Freiburg findet vom 4. Juli bis zum 8. August die knastkritische Veranstaltungsreihe „breakthrough! Für eine Gesellschaft ohne Knäste“ der Anarchistischen Gruppe Freiburg statt. In diesem Rahmen ist ein unter dem Titel “Für eine Gesellschaft ohne Knäste!” ein Text erschienen. Dieser steht auch als pdf zum download bereit. Am Freitag, den 3. Augst werden wir selber in Freiburg zu Gast sein im Rahmen einer Infoveranstaltung.
Für eine Gesellschaft ohne Knäste!
Wenn in der (radikalen) Linken über Staat und Recht diskutiert wird, wird oft ausschließlich der repressive Charakter des bürgerlichen Staates betrachtet und kritisiert. Eine grundsätzliche Reflexion über Staat, Recht und Knast in der bürgerlichen Gesellschaft findet hingegen selten statt.
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Thursday, 26 July, 2012
geschrieben von Thomas Meyer-Falk, inhaftiert in der JVA Bruchsal
Lebenszeichen aus den Knästen der Erde
Im Frühsommer 2012 kam mit der Post die von einem fünfköpfigen Redaktionskollektiv zusammengestellte Sammlung von Wort- und Bildmeldungen aus Knästen in Deutschland, Belgien, Frankreich, … bis hin aus den USA. Auf knapp 70 Seiten entfaltet sich das ganze Elend, jedoch ebenso die ganze Sehnsucht von Frauen und Männern, die, aus ganz unterschiedlichen Gründen, hinter Gittern sitzen.
Den Auftakt macht Nicci, eine Tierrechtsaktivistin, die auch programmatisch für die knastkritische Haltung der Redaktion und der AutorInnen steht: „Knast schafft Probleme, keine Lösungen“, so der Titel ihres Beitrags. Es gibt auch Zeichnungen, an- und berührende Gedichte, wie auch politische Essays.
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