{"id":74,"date":"2009-03-18T16:39:04","date_gmt":"2009-03-18T15:39:04","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.abc-berlin.net\/?page_id=74"},"modified":"2014-12-27T12:44:50","modified_gmt":"2014-12-27T11:44:50","slug":"was-ist-abc","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/was-ist-abc","title":{"rendered":"Was ist ABC? Warum gegen Kn\u00e4ste?"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/?page_id=74#worte\"><strong>Ein paar Worte \u00fcber uns&#8230;<\/strong><\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/?page_id=74#interview\"><strong>Ein Interview mit ABC Berlin von Ende Februar 2009<\/strong><\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/?page_id=74#gegenalleknaeste\"><strong>Wieso sind wir gegen Kn\u00e4ste, gegen alle Kn\u00e4ste?<\/strong><\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/?page_id=74#againstallprisons\"><strong>Why are we against prisons, all prisons?<\/strong><\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/?page_id=74#rolleknaeste\"><strong>Welche Rolle spielen Kn\u00e4ste innerhalb der momentanen Verh\u00e4ltnisse?<\/strong><\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/?page_id=74#kampfgegenalleformen\"><strong>F\u00fcr einen Kampf gegen alle Formen der Einschliessung<\/strong><\/a><\/li>\n<\/ul>\n<hr size=\"3\" width=\"100%\" \/>\n<p><center><a title=\"worte\" name=\"worte\"><\/a><\/center><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>Ein paar Worte \u00fcber uns&#8230;<\/strong><\/h3>\n<p>Anarchist Black Cross Berlin ist ein anarchistischer Zusammenschluss von Individuen, welche sich seit einigen Jahren zusammengefunden haben und von einem gemeinsamen Hass gegen diese kapitalistische Gesellschaft und deren Formen des Wegsperrens gepr\u00e4gt sind. Unser Schwerpunkt liegt prim\u00e4r in der Unterst\u00fctzung anarchistischer und sozialer Gefangener, tendenziell von allen Gefangenen die sich gegen diese Gesellschaft der Ausbeutung und Vereinzelung wehren und ihren Kampf mit emanzipatorischen Inhalten f\u00fcllen.<br \/>\nAllerdings wollen wir weder eine reine \u201eGefangenenunterst\u00fctzungsgruppe&#8221; sein, noch eine die sich nur mit politischen Gefangenen besch\u00e4ftigt, weil wir generell alle Kn\u00e4ste, Abschiebekn\u00e4ste und jegliche Zwangsanstalten ablehnen: sie sind keine L\u00f6sung f\u00fcr soziale Konflikte, welche aus der aktuellen Organisierung der Gesellschaft entstehen. Auf Grund dessen ist es uns wichtig Antiknastarbeit zu machen, um zu verdeutlichen, wieso Zwangsanstalten besser Baul\u00fccken sein sollten.<br \/>\nDurch die Herausgabe eines halbj\u00e4hrlichen Heftes (das \u201eEntfesselt\u201c), in Form von Flyern und Brosch\u00fcren, das Organisieren von Aktionen wie Kundgebungen und Demos vor Kn\u00e4sten, von Infoveranstaltungen zum Thema Knastkritik und \u00fcber Gefangene usw., versuchen wir in der Szene und im Rest der Gesellschaft bestimmte Diskussionen zu provozieren oder weiter zu f\u00fchren. Wir versuchen auch Antirepressionsarbeit in einen Kontext zu setzen indem es darum geht, dass es nicht nur wenn ein \u00a7129(a) gegen uns angewendet wird es wichtig ist Antirepressionsarbeit zu machen, sondern das dies immer in Verbindung mit der Infragestellung des gesamten Knastsystems gesetzt werden muss.<br \/>\nDie Abschaffung aller Zwangsanstalten sehen wir nur m\u00f6glich innerhalb eines Prozesses, welcher die gesamten aktuellen Zust\u00e4nde umwirft.<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr eine Gesellschaft ohne Kn\u00e4ste!<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><center><a title=\"interview\" name=\"interview\"><\/a><\/center><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>Ein Interview mit ABC Berlin von Ende Februar 2009, erschienen in Libertad para todos &#8211; Medium Th\u00fcringer Anarchisten M\u00e4rz 09 <\/strong><\/h3>\n<p>Hallo!<\/p>\n<p>Erstmal zum Anfang, was ist die Anarchist Black Cross \u00fcberhaupt?<\/p>\n<p><em>Das Anarchist Black Cross wurde urspr\u00fcnglich im Jahr 1905 in Russland gegr\u00fcndet um anarchistische und andere Inhaftierte zu unterst\u00fctzen. Heutzutage gibt es weltweit unz\u00e4hlige Gruppen, welche unter dem Namen agieren. Und genauso vielf\u00e4ltig und breit sind deren Bet\u00e4tigungsfelder, es gibt welche die zum Beispiel nur anarchistische Gefangene unterst\u00fctzen und andere, die das gesamte Knastsystem in Frage stellen und f\u00fcr die Freiheit aller Gefangenen k\u00e4mpfen.<\/em><\/p>\n<p>Was unterscheidet euch von der Roten Hilfe?<\/p>\n<p><em>Zuallererst, Anarchist Black Cross bekennt sich in all seinen unterschiedlichen Formen und Gruppen in der ganzen Welt als ein anarchistischer Zusammenhang, w\u00e4hrend die Rote Hilfe sich als str\u00f6mungs\u00fcbergreifend definiert, in den jeweiligen Ortsgruppe arbeiten zum Teil auch AnarchistInnen mit. Unsere Gruppe \u2013 genauso wie unsere Schwesterngruppe aus Norddeutschland ABC Orkan \u2013 versteht sich als anarchistischer Antiknastzusammenschlu\u00df: dass hei\u00dft, dass eines unserer prim\u00e4ren Ziele ist eine anarchistische Knastkritik in die \u00d6ffentlichkeit zu tragen und nicht nur bestimmte Gefangene zu unterst\u00fctzen. Denn uns geht es um die Abschaffung aller Zwangsanstalten. Die Rote Hilfe vertritt meistens die These \u201eFreiheit f\u00fcr die politischen Gefangenen\u201d, was nicht unser Motto ist, weil wir die Freiheit von allen erk\u00e4mpfen wollen, denn Knast stellt keine L\u00f6sung f\u00fcr die sozialen Probleme, die aus der gegenw\u00e4rtigen Organisierung dieser Gesellschaft provoziert werden, dar. Wir sind kein \u201egro\u00dfer\u201d Zusammenhang \u2013 und wir haben auch nicht den Anspruch ein solcher zu werden \u2013 wir haben keinen Vorstand usw., wir arbeiten nach dem Prinzip der Affinit\u00e4t und versuchen die Karten aufzumischen, speziell bei den Themen Knast und Einsperrung. Wir sind nicht an das Prinzip der \u201eMitgliedschaft\u201d gebunden und haben auch nicht genug Kohle, um alle zu unterst\u00fctzen, die ein Verfahren an den Backen haben. Wir verstehen uns nicht als \u201eAntirepressionsstruktur\u201d, sondern als ein loser Zusammenschluss von AnarchistInnen, welcher ein zum Teil in Vergessenheit geratenes Thema wie Knast wieder \u201ebeliebt\u201d machen will. Wir sehen einige gute Sachen in der Arbeit der Rote Hilfe, w\u00fcrden uns aber mehr w\u00fcnschen, dass sie sich mehr mit den Thema Knast allgemein auseinandersetzen w\u00fcrden (ganz zu schweigen vom Anarchismus&#8230;)<\/em><\/p>\n<p>Was sind eure Schwerpunkte?<\/p>\n<p><em>Eines unserer Schwerpunkte ist die Ver\u00f6ffentlichung unseres Infoheftes Entfesselt, was in Zusammenarbeit mit anderen (vor allem ABC Orkan) alle zwei Monate erscheint. Dar\u00fcber hinaus veranstalten wir Infoveranstaltungen, Solidarit\u00e4tskundgebungen, Infotische, ab und an mal eine Party, um Geld zu sammeln, ver\u00f6ffentlichen verschiedene Brosch\u00fcren zum Thema Knast und mit Beitr\u00e4gen von Gefangenen. Wie schon erw\u00e4hnt, alles was m\u00f6glich ist zu machen (im Rahmen unserer begrenzten M\u00f6glichkeiten), um die Themen Solidarit\u00e4t und Knast aus einer anarchistischen Perspektive wieder in die Diskussion zu bringen. Was auch hei\u00dft ein anderes Konzept der Solidarit\u00e4t breiter zu machen: eine Solidarit\u00e4t, die f\u00fcr uns bedeutet die K\u00e4mpfe, wof\u00fcr die Leute einsitzen, weiterzuf\u00fchren, anstatt sich blo\u00df auf Briefe schreiben und Kohle sammeln zu begrenzen.<\/em><\/p>\n<p>Seid wann gibt es das ABC Berlin?<\/p>\n<p><em>ABC Berlin hat eine lange Geschichte hinter sich, es gab in den Jahren verschiedene Leute, die unter diesem Namen aktiv waren und verschiedene Gruppen. Die gegenw\u00e4rtige Gruppe entstanden 2004, selbstverst\u00e4ndlich w\u00e4hrend diesen f\u00fcnf Jahren sind auch alte Leute gegangenen und neue dazu gekommen.<\/em><\/p>\n<p>Welche Erfolge habt ihr mit eurer bisherigen Arbeit verbuchen k\u00f6nnen?<\/p>\n<p><em>Schwierige Frage! Nach diesen f\u00fcnf Jahren k\u00f6nnen wir schon sagen, dass eine gewisse Diskussion \u00fcber das Thema Knast entstanden ist und mehr Menschen sich damit auseinandersetzen. Zum Beispiel sieht mensch dies bei der j\u00e4hrlichen Silvester zum Knast-Demo in Berlin, zu welcher in den letzten Jahren kontinuierlich wieder mehr TeilnehmerInnen kamen oder beim &#8220;NoPrison &#8211; NoState&#8221; anarchistisches\/antiknast-Treffen, das im September 2008 im Kiel stattgefunden hat und eine aktive Beteiligung von vielen Menschen aus unterschiedlichen St\u00e4dten und L\u00e4ndern gesehen hat. Generell wird auch in anderen St\u00e4dten verst\u00e4rkt \u00fcber Knast und Solidarit\u00e4t diskutiert und Leute regen sich auch \u00fcber Kritiken, die wir formulieren, auf. Dadurch ist zu beobachten, dass bestimmte Positionen wieder wahrnehmbar geworden sind und die Leute sich dar\u00fcber Gedanken machen. Damit wollen wir jetzt nicht sagen, dass solche Teilerfolge nur an unserer Arbeit liegen, denn es gibt viele Menschen, die sich nicht als \u201eABC\u201c benennen, aber an solchen Entwicklungen Verantwortung tragen! Sowieso, gibt es noch jede Menge zu tun und wir k\u00f6nnen erstmal sagen, dass es zumindest angefangen wurde, wir geben uns aber gar nicht zufrieden. \ud83d\ude42 <\/em><\/p>\n<p>Wie viele Gefangene betreut ihr zur Zeit?<\/p>\n<p><em>Wir stehen mit verschiedenen Gefangenen im Kontakt. Dass hei\u00dft erstmal, dass wir an \u00fcber 80 Gefangene die Entfesselt schicken, sowie sonstige Brosch\u00fcren und Infomaterialien. Au\u00dferdem verbreiten wir Briefe der Inhaftierten weiter, wenn es gew\u00fcnscht wird. Ansonsten gibt es ein paar Gefangene mit denen wir in engerem Kontakt stehen, etwa Thomas Meyer-Falk, Marco Camenisch, Gabriel Pombo da Silva sowie ein paar andere. Wir sind zum Teil auch an der Betreuung involviert, aber nicht die einzigen: hier m\u00fcssen wir auf alle F\u00e4lle ein bisschen \u201eWerbung\u201d f\u00fcr die Rote Hilfe Dresden machen, die einen Gro\u00dfteil der Betreuung vieler Gefangener auf sich nimmt.<\/em><\/p>\n<p>Mit welchen anderen anarchistischen Gruppen arbeitet ihr zusammen (national\/international)?<\/p>\n<p><em>Es kommt drauf an. Wir haben eigentlich Kontakte in der ganzen Welt mit verschiedenen anarchistischen Zusammenh\u00e4ngen und Individuen. Wir versuchen soweit wie m\u00f6glich unsere Beitr\u00e4ge vor allem auf englisch zu \u00fcbersetzen, um sie anderen zug\u00e4nglich zu machen und in die internationale Diskussion mitzuwirken und Inputs zu geben. Im deutschsprachigen Raum arbeiten wir eng zusammen mit den anderen ABC-Gruppen, ABC Orkan und ABC hooded crow, mit anarchistischen und autonomen GenossInnen aus Hamburg, K\u00f6ln, Dresden, Hannover, Wien&#8230; Mit verschiedenen ABC-Gruppen, die in Europa aktiv sind, wie etwa ABC Amsterdam oder dem ehemaligen ABC Antwerpen (nun \u201ela cavale\u201d) und mit anarchistischen Puplikationen, wie der englischen 325 (www.325collective.com). Die Liste w\u00e4re aber zu lang und wahrscheinlich auch nicht unbedingt notwendig. Sonst arbeiten wir tendenziell mit allen Individuen und Gruppen, die wir auf unseren Kampf in Richtung des Umkippens dieser Gesellschaft der Ausbeutung treffen: mit denen, mit welchen wir zeitlich Seite an Seite k\u00e4mpfen, um uns dann vielleicht wieder aus den Augen zu verlieren und dann wieder anderswo zu treffen. Viele sind gar keine \u201eAnarchistInnen\u201d, sondern Menschen, die die Schnauze voll haben und dementsprechend handeln wollen: mit denen haben wir oft mehr gemeinsam, als mit den sogenannten AnarchistInnen, die den ganzen Tag \u00fcber Kropotkin und Bakunin labern (mit allem Respekt f\u00fcr die beiden!), aber nicht weiterkommen und lieber ihre Diskussionen auf dem Sofa veranstalten, anstatt den anarchistischen Kampf auf die Stra\u00dfe, da wo er hingeh\u00f6rt, zu bringen.<\/em><\/p>\n<p>Wie kann mensch euch unterst\u00fctzen?<\/p>\n<p><em>Unterst\u00fctzung jeglicher Art ist nat\u00fcrlich immer willkommen und notwendig, am meisten, wie \u00fcberall eigentlich, auf finanzielle Art. Aber wichtiger ist es die Gefangenen zu unterst\u00fctzen, ihnen Briefe zu schreiben, \u00fcber die Situation und die Rolle von Kn\u00e4sten in den herrschenden Zust\u00e4nden aufzukl\u00e4ren und den Antiknastgedanken zu verbreiten. Wichtig ist aber nicht \u201euns\u201d zu unterst\u00fctzen, sondern, wenn mensch bestimmte Begriffe wie z.B. aktive Solidarit\u00e4t anerkennt, seine\/ihre Unzufriedenheit mit den Umst\u00e4nden sichtbar zu machen. Die Gefangenen freuen sich, wenn sie sehen, dass hier drau\u00dfen nicht Stille herrscht, sondern, dass es noch Menschen gibt die Widerstand leisten und die Herrschaft angreifen. Um ihnen zu zeigen, dass sie nicht \u201eumsonst\u201d eingefahren sind, sondern als Teile einer Bewegung, die sie finanziell und moralisch unterst\u00fctzt und ihren Kampf drau\u00dfen weiterf\u00fchrt. Dass bleibt die beste Unterst\u00fctzung, die ihr anbieten k\u00f6nnt \u2013 f\u00fcr uns, f\u00fcr die Gefangenen von heute und die von morgen und bis zu dem Moment, an dem wir alle frei sein werden.<\/em><\/p>\n<p>Wir w\u00fcnschen euch viel Erfolg f\u00fcr die Zukunft!<\/p>\n<p><em>Dankesch\u00f6n<\/em>.<\/p>\n<hr \/>\n<p><center><a title=\"gegenalleknaeste\" name=\"gegenalleknaeste\"><\/a><\/center><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>Wieso sind wir gegen Kn\u00e4ste, gegen alle Kn\u00e4ste?<\/strong><\/h3>\n<p><em>Diesen Text haben wir f\u00fcr das <a href=\"http:\/\/noprisonnostate.blogsport.de\/2008\/08\/05\/no-prison-no-state\/\" target=\"_blank\">internationale Antiknastwochenende \u201cNoPrison! NoState!\u201d<\/a>, welches Ende September 2008 in Kiel stattfand, aus dem italienischen \u00fcbersetzt.<br \/>\nEr wurde im Herbst 2005 von AnarchistInnen aus Rovereto und Trento geschrieben, die versucht haben eine Kommunikation zwischen sich und Angeh\u00f6rigen, die ihre Gefangenen im Knast besuchten, zu er\u00f6ffnen, indem sie auch B\u00fccher f\u00fcr umsonst verteilt haben und Infos verbreitet haben.<br \/>\nWir haben diesen ausgew\u00e4hlt, weil er durch eine ziemlich klare und unkomplizierte Sprache versucht zu erkl\u00e4ren, wieso wir alle Kn\u00e4ste hassen.<br \/>\nWeil AnarchistInnen nicht geboren, sondern gemacht werden, denken wir, dass eine breitere Antiknasthaltung nur entstehen kann, wenn wir eine Kommunikation mit denjenigen er\u00f6ffnen, die nicht unserer \u201eSzene\u201c angeh\u00f6ren, die aber von der t\u00e4glichen Realit\u00e4t des Knastes konfrontiert werden. Und diese Kommunikation kann nur jenseits eines akademischen Diskurses und dessen abgehobenen Sprache stattfinden, wenn wir wirklich an diesem interessiert sind, anstatt an einer blo\u00dfen Darstellung unseres wissenschaftlichen Wissens.<\/em><\/p>\n<p><em>ABC Berlin<\/em><\/p>\n<p>Wir sagen einfache Sachen, weil wir einfache Menschen sind.<br \/>\nDie Gedanken, W\u00fcnsche und Tr\u00e4ume, die wir versuchen auszudr\u00fccken, tr\u00e4gt die Menschheit seit ihrer Entstehung in sich.<br \/>\nEine endlose Reihe von GesetzgeberInnen, PolitikerInnen, ExpertInnen, Intellektuellen und anderen Bef\u00fcrworterInnen von autorit\u00e4ren Ideen hat mit List und T\u00fccke viele Fragen erschwert, sodass sich viele M\u00e4nner und Frauen als dumm und niedrig f\u00fchlen, Menschen, welche sich immer nur auf das einzigste Buch indem irgendwelche Antworten zu finden sind bezogen haben: dies der gelebten Erfahrung.<\/p>\n<p>Sie erz\u00e4hlen uns, der Knast w\u00e4re der absolut notwendige Ort um Leute, welche die Gesetze der Gesellschaft \u00fcbertreten zu bestrafen, zu ma\u00dfregeln.<br \/>\nNun, der Begriff \u201eRegel\u201d setzt hier voraus, dass an der Basis dieser Gesellschaft freie Vereinbarungen getroffen werden. Eine Gesamtheit von Normen, die von all denen, welche die Gesellschaft bilden, freiwillig geteilt werden.<br \/>\nIst dies allerdings wirklich der Fall?<br \/>\nVertreten Regierungen wirklich den Willen der Regierten?<br \/>\nStimmt der Arme mit Freude zu, wenn der Reiche durch seine Arbeit profitiert?<br \/>\nW\u00fcrde der Dieb weiter stehlen, auch wenn er eine Fabrik von seinem Vater geerbt h\u00e4tte oder von Zinsen leben k\u00f6nnte?<br \/>\nWenn wir uns anschauen wie diese Gesellschaft funktioniert, k\u00f6nnen wir uns nur dazu entscheiden wie wir uns Gesetzen gegen\u00fcber verhalten wollen. Gesetze, welche andere f\u00fcr uns beschlossen haben und die eine Regierung der Mehrheit der Menschen aufgezwungen hat.<br \/>\nBevor wir uns fragen ob es richtig ist oder nicht diejenigen, welche die \u201eRegeln\u201c \u00fcbertreten haben mit Knast zu bestrafen, m\u00fcssen wir uns erst einmal fragen: wer entscheidet \u2013 und wie \u2013 \u00fcber die Regeln dieser Gesellschaft?<\/p>\n<p>Sie sagen uns, Knast w\u00fcrde uns vor Gewalt besch\u00fctzen.<br \/>\nIst dies aber wirklich der Fall?<br \/>\nWieso sind denn die schlimmsten Gewaltt\u00e4tigkeiten \u2013 wir denken an Krieg oder an Menschen die an initiiertem Hunger sterben \u2013 perfekt legal?<br \/>\nWieso landet jemand im Knast, der\/die wegen Eifersucht t\u00f6tet, aber wenn jemand eine gesamte Bev\u00f6lkerung bombardiert, erlangt die Person Ansehen oder wird sogar als \u201cHeldIn\u201d gefeiert?<br \/>\nDer Knast bestraft nur die Gewalt, die entweder die Reichen und den Staat bel\u00e4stigt, oder ihnen in irgendeiner Form Nutzen bringen \u2013 diese werden dann als besonders abscheulich pr\u00e4sentiert (etwa wie Vergewaltigungen oder andere Delikte die besonders grausam sind).<br \/>\nAllerdings wird die strukturelle Gewalt der Machthabenden t\u00e4glich vor dem Knast besch\u00fctzt.<br \/>\nWie viele Unternehmen brechen t\u00e4glich die Gesetze? Wie viele der Inhaftierten sind ArbeitgeberInnen?<br \/>\nUm auch auf die so genannten abscheulichen Verbrechen einzugehen: seht ihr es als gerecht an, dass diejenigen, welche Geld f\u00e4lschen, viel h\u00e4rter bestraft werden als die, welche jemanden vergewaltigen?<br \/>\nDas darf aber nicht seltsam erscheinen: das Gesetz muss das private Eigentum besch\u00fctzen, nicht das Wohl der Menschen.<\/p>\n<p>Sie sagen uns, dass das Gesetz f\u00fcr alle gleich ist.<br \/>\nIm Knast jedoch sitzen fast nur Menschen, die eine niedrige Schulbildung besitzen. Illegalisierte, MigrantInnen oder Kinder von ArbeiterInnen, welche zu meist wegen \u201eVerbrechen\u201c an Eigentumsverh\u00e4ltnissen sitzen, wegen Aktionen, welche hier in dieser Gesellschaft in der wir leben tief verwurzelt sind. Es ist die Notwendigkeit, die sie von morgens bis abends bewegt: Geld finden zu m\u00fcssen.<br \/>\nOhne zu erw\u00e4hnen, dass viele Gefangene schon drau\u00dfen w\u00e4ren (oder Zugang zu sogenannten alternativen Strafen h\u00e4tten), wenn sie einfach das ben\u00f6tigte Geld h\u00e4tten, um eine\/n anst\u00e4ndige\/n Anw\u00e4ltIn zu bezahlen.<\/p>\n<p>Sie sagen uns, Knast hilft dabei sich zu rehabilitieren oder in die Gesellschaft zu reintegrieren. Aber die Mehrheit der Gefangenen sind Wiederholungst\u00e4terInnen, weil wenn sie wieder drau\u00dfen sind, sie die gleichen Bedingungen \u2013 wenn nicht gar schlimmere \u2013 vorfinden, wie bevor sie eingeknastet wurden.<br \/>\nWenn es einen Weg gibt, wie mensch ein Individuum dabei behindern will \u00fcber die eigenen Taten zu reflektieren, dann ist es genau dieser letzte: durch Buchf\u00fchrung ihm\/sie den Wert eines wilden Tieres zu unterwerfen: x Verbrechen, x Jahre.<br \/>\nUnabh\u00e4ngig von den unternommenen \u201eVerbrechen\u201c \u2013 wieso sollte er\/sie sich am Ende der Strafe (\u201eder bezahlten Schuld\u201d) in Ordnung f\u00fchlen? Wenn er\/sie von den Taten \u00fcberzeugt ist (falls die Person z.B.: ein\/e RebellIn oder selbstbewusste\/r DiebIn ist), wird nur Hass gegen\u00fcber einer Gesellschaft empfunden, die ihn\/sie eingekerkert hat, obwohl sie selbst weitaus krimineller ist.<br \/>\nWieso gilt es als erbaulich, jahrelang von seinen\/ihren eigenen \u00e4hnlichen getrennt zu sein, bis dazu nichts spannendes zu machen, verurteilt zu werden, Zeit verstreichen zu lassen, ausgebildet zu sein, dem\/der SozialarbeiterIn oder dem\/der Psychologen\/In etwas vorzut\u00e4uschen und gewohnt sich immer den Oberen zu unterwerfen?<br \/>\nAm Ende fragen wir uns dann: ist diese Gesellschaft wirklich so tugendhaft, als Verteilerin von so gehoben Werten und so gleichg\u00fcltigen Beziehungen, dass sie jemanden empfehlen kann, ihn\/sie in sich zu integrieren?<\/p>\n<p>Sie sagen uns: selbst wenn sie Leute nicht rehabilitieren k\u00f6nnen, zumindest erschrecken sie sie.<br \/>\nUnd wieso werden die Gefangenen dann mehr und mehr? Wieso erweitert sich die Tendenz, mehr und mehr Verhalten zu kriminalisieren?<br \/>\nEs handelt sich deutlich um ein gro\u00dfes soziales Programm: die Armen von der Stra\u00dfe zu schaffen, um gleichzeitig ins Big Business des Einsperrens zu investieren (wie viele Firmen gibt es, die aus Bauauftr\u00e4gen, Instandhaltungen, Lieferungen usw. Profite schlagen?).<br \/>\nIn den USA, dem Fanal der Strafgesellschaft, gibt es mehr Gefangene als Bauern, obwohl die Verbrechen weniger werden. Ist das der Weg, den wir gehen m\u00f6chten?<\/p>\n<p>Wir sind gegen den Knast, weil er geschaffen und entwickelt wurde, um die Privilegien der Reichen und die Macht des Staates zu besch\u00fctzen.<br \/>\nWir sind gegen den Knast, weil eine Gesellschaft ihn nicht mehr braucht, wenn sie nicht auf Geld und Profiten sondern auf Freiheit und Solidarit\u00e4t basiert.<br \/>\nWir sind gegen den Knast, weil wir nach einer Welt streben, wo die Regeln wirklich gemeinsam entschieden werden.<br \/>\nWir sind gegen den Knast, weil selbst das grausamste Verbrechen irgendetwas \u00fcber uns selbst erz\u00e4hlt, \u00fcber unsere \u00c4ngste, unsere Schw\u00e4chen. Es bringt nichts, diese hinter Mauern verborgen zu halten.<br \/>\nWir sind gegen den Knast, weil die gr\u00f6\u00dften VerbrecherInnen diejenigen sind, welche die Schl\u00fcssel besitzen.<br \/>\nWir sind gegen den Knast, weil nichts gutes auf Unterwerfung und Zwang wachsen kann.<br \/>\nWir sind gegen den Knast, weil wir diese Gesellschaft radikal ver\u00e4ndern wollen (und deswegen ihre Gesetze \u00fcbertreten), weil wir uns nicht friedlich in ihre St\u00e4dte, ihre Fabriken, ihre Kasernen, ihre Einkaufszentren integrieren wollen.<br \/>\nWir sind gegen den Knast, weil der L\u00e4rm der Schl\u00fcssel im Zellenschloss eine t\u00e4gliche Folter ist, Isolation eine Abscheu, das Ende der Sprechstunde eine Qual, die eingesperrte Zeit eine Sanduhr, welche langsam t\u00f6tet.<br \/>\nWir sind gegen den Knast, weil das geschlossene Gremium der Schlie\u00dfer immer bereit ist zu jeglicher Gewalttat oder jeglichem Missbrauch, entmenschlicht aufgrund deren Gewohnheit zu Gehorsam und Denunziation.<br \/>\nWir sind gegen den Knast, weil er uns entweder viel zu viele Tage, Monate oder Jahre, oder viel zu viele FreundInnen, Unbekannte oder GenossInnen weggenommen hat.<br \/>\nWir sind gegen den Knast, weil die Menschen, diese wir darin getroffen haben, weder besser noch schlechter sind als diejenigen, die unsere Existenz hier drau\u00dfen kreuzen. (Oft, wenn wir nachdenken, sogar besser).<br \/>\nWir sind gegen den Knast, weil die Notiz eines Ausbruchs unsere Herzen aufw\u00e4rmt, mehr als der erste Tag des Fr\u00fchlings.<br \/>\nWir sind gegen den Knast, weil die Welt, durch das Loch eines T\u00fcrschlosses gesehen, wie von verd\u00e4chtigen oder hinterh\u00e4ltigen Menschen bev\u00f6lkert wirkt.<br \/>\nWir sind gegen den Knast, weil mensch den Sinn der Gerechtigkeit niemals innerhalb irgendwelcher Gesetzb\u00fccher finden wird.<br \/>\nWir sind gegen den Knast, weil eine Gesellschaft die es braucht, Menschen einzusperren und zu entm\u00fcndigen, selbst ein Knast ist.<\/p>\n<p>AnarchistInnen<\/p>\n<hr \/>\n<p><center><a title=\"againstallprisons\" name=\"againstallprisons\"><\/a><\/center><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>Why are we against prisons, all prisons?<\/strong><\/h3>\n<p><em>We freshly translated this text from Italian for the <a href=\"http:\/\/noprisonnostate.blogsport.de\/2008\/08\/05\/no-prison-no-state\/\" target=\"_blank\">international antiprison-weekend &#8220;NoPrison! &#8211; NoState!&#8221;<\/a>, which took place in September 2008 in Kiel, in northern Germany.<br \/>\nIt has been written in Autumn 2005 by anarchists between Trento and Rovereto, who tried to open a communication between themselves and the people visiting their loved ones in prison, by distributing books for free and also with other informative material.<br \/>\nWe chose it because it tries to explain why we hate all prisons, using quite a clear and uncomplicated language.<br \/>\nExactly because anarchists are not born thus, but they rather become such, we believe that one can widen a larger antiprison feeling only if we are able to open a communication with the ones who do not belong to our \u201cscene\u201d, but are confronted as well with the daily reality of prison.<br \/>\nThis communication can be opened only behind any academic discourse and its detached language, if we are really interested in it rather than in a mere boasting up of our academic knowledge.<\/em><\/p>\n<p><em>ABC Berlin<\/em><\/p>\n<p>We say simple things, because we are simple spirits.<br \/>\nThe thoughts, the desires, the dreams we try to express, belong to humanity since the dawn of its&#8217; very appearing.<br \/>\nAn endless row of legislators, politicians, experts, intellectuals and other supporters of authorised ideas managed to cunningly complicate the questions, in order to make men and women feel stupid and inferior, people who always referred to the only book where one can find some answers: the one of lived experience.<\/p>\n<p>They tell us, prison would be the necessary place needed in order to punish the ones, who infringe society&#8217;s laws.<br \/>\nNow, the very concept of \u201crule\u201d presupposes that there would be a free agreement upon society&#8217;s basis, an entirety of norms freely shared by all the ones who compose this society.<br \/>\nIs this really the case?<br \/>\nDo the goverments really represent the will of the governed ones? Is the poor taking in good faith the fact that the rich feathers his nest through the jobs of the poor? Would the thief keep on stealing, even though he would have inherited a factory from his father or might live of life annuity?<br \/>\nIn reality, when we take a look on how this society works, we can only decide how we behave towards laws decided for us by others and towards a government which imposed them upon the vast majority of men and women.<br \/>\nTherefore, before we ask ourselves if it is right to punish with prison the ones who infringed laws, we should better ask: who really take decisions \u2013 and how \u2013 about society&#8217;s rules?<\/p>\n<p>They tell us, prison would protect us from violence.<br \/>\nIs it really the case?<br \/>\nThen, why are the most horrible acts of violence \u2013 we think about wars or famine imposed upon millions of people \u2013 perfectly legal?<br \/>\nWhy is somebody going to prison if he\/she kills because of jealousy, but in the case that one bombs an entire population, either he\/she makes a career of it or is even going to be described as \u201chero\u201d?<br \/>\nPrison punishes only the violence which either bothers the rich and the State, or it is convenient to present as abominable (as example like rapes or some crimes which are particularly detestable).<br \/>\nHowever, society&#8217;s structural violence is daily defended by prison.<br \/>\nHow many are the companies which daily break the laws? How many the bosses who land in prison?<br \/>\nAnd, in regards to the so-called abominable crimes, don&#8217;t you see it as indicative that the ones who produce fake money will be punished harder than the ones who rape somebody?<br \/>\nBut this does not have to appear strange: law has to protect private property, not people&#8217;s wealth.<br \/>\nThey tell us, law is equal for all.<br \/>\nHowever, in prison are sitting almost only women and men with a low instruction degree, refugees, sons and daughters of workers, most of them because of crimes against the patrimony, i.e. in relation to acts deeply linked to the society where we are living in, to the necessity which moves it, from dawn until sunset: the one to have to find money.<br \/>\nNot even mentioning the fact that many prisoners would be already outside (or would gain access to the so-called alternative punishments) in the case they would have just the necessary money in order to pay a decent lawyer.<\/p>\n<p>They tell us, prison helps in reedeming oneself or reintegrate within society.<br \/>\nBut the majority of prisoners is composed by recidivists, since as soon as they will be on the outside again, they will find the same conditions \u2013 if not worse \u2013 left before being send down.<br \/>\nMoreover, if there is a way to prevent one in reflecting on his\/her own acts, that is exactly to submit the latters to an accountability worthy of a wild animal: x crimes, x years.<br \/>\nIndependently from the committed crimes, at the end of his\/her punishment (\u201cpaying his\/her debt\u201d) why he\/she should not be able to feel in order? In the case that he\/she is convinced by his\/her actions (as example if he\/she is a rebel or a conscious robber), he\/she will merely feel hate against a society which, even though is further more criminal than he\/she is, locked him\/her down.<br \/>\nWhy is it considered uplifting to remain separated for years from people alike or not having the possibility to do something exciting, sentenced to let time pass by, educated to repeat for the social assistant or psychologist, used to always subjugate themselves under the superiors?<br \/>\nAt the end, we ask ourselves: is this society so much more virtuous, a bestower of such higher values and egalitarian relationships that it can suggest one, to integrate within?<\/p>\n<p>They tell us that, even if prison is not able to reedem people, at least it is able to scare them.<br \/>\nIf so, why more and more people become prisoners? Why the tendency towards a criminalization of behavior that keeps on getting higher?<br \/>\nIt is clearly about a big social program: sweep away the poor from the streets, while investing in the big business of detention (how many are the companies which profit from construction contracts, maintenance, furnitures and so on?).<br \/>\nIn the United States, beacon of penal society, even though crimes diminish, there are still more prisoners than peasants.<br \/>\nIs that really the street we aim to walk along?<\/p>\n<p>We are against prison, because it is born and developed in order to defend the privileges of the rich and the power of the State.<br \/>\nWe are against prison, because a society based no longer upon money and profit, but on freedom and solidarity, would not need it.<br \/>\nWe are against prison, because we aim towards a world where rules will be really going to be decided in common.<br \/>\nWe are against prison, because even the most heinous crime tells us something about ourselves, our fears, our weaknesses, and it brings nothing to keep it hidden behind the walls.<br \/>\nWe are against prison, because the biggest criminals are the ones, who hold its keys.<br \/>\nWe are against prison, because nothing good can grow out of coercion and subjugation.<br \/>\nWe are against prison, because we aim to radically transform this society (therefore infringing its laws), not to peacefully integrate within its cities, its factories, its barracks, its supermarkets.<br \/>\nWe are against prison, because the noise of the key in the cell&#8217;s lock represent a daily torture, isolation is an abomination, the end of the visiting hour is suffering, locked-down Time a hourglass which kills slowly.<br \/>\nWe are against prison, because the screw&#8217;s corps remain always a closed one, ready to protect every abuse or violence, dehumanized by the habit to obey and delation.<br \/>\nWe are against prison, because it took us away too many days, months, years, or simply too many friends, unknown ones and comrades.<br \/>\nWe are against prison, because the ones we met there inside are neither better, nor worse of the ones who cross our existence on the outside. (Often, thinking longer about it, better).<br \/>\nWe are against prison, because the news of an escape warms up our heart more than the first day of the spring.<br \/>\nWe are against prison, because when we look at the world through the hole in the doorlock, it seems to us as it would be populated only by perfidious or dubious beings.<br \/>\nWe are against prison, because the sense of rightness is never to be found within a code.<br \/>\nWe are against prison, because a society which needs to lock down and humiliate is already a prison.<\/p>\n<p>Anarchists<\/p>\n<hr \/>\n<p><center><a title=\"rolleknaeste\" name=\"rolleknaeste\"><\/a><\/center><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>Welche Rolle spielen Kn\u00e4ste innerhalb der momentanen Verh\u00e4ltnisse?<\/strong><\/h3>\n<p>Gef\u00e4ngnisse stellen das h\u00f6chste Mittel des Staates zur Bestrafung von denjenigen dar, die gegen die Regeln und Gesetze, welche von den jeweiligen Herrschenden aufgestellt wurden, versto\u00dfen haben. Eine Person, welche durch Gesetzesbr\u00fcche die Norm verletzt, soll bestraft werden und gleichzeitig wird sie als abschreckendes Beispiel f\u00fcr den Rest der Bev\u00f6lkerung benutzt. Die dadurch geschaffene Trennung in \u201egut\u201c und \u201eb\u00f6se\u201c soll zus\u00e4tzlich dazu dienen, dass keine Identifizierung mit den \u201eKriminellen\u201c stattfindet. Nebenbei soll damit auch ein Gef\u00fchl von Sicherheit erzeugt werden, weil die Bedrohung der Gesellschaft weggesperrt wurde.<br \/>\nImmer neue Gesetze und ausgefeiltere Methoden der \u00dcberwachung tragen dazu bei ein Klima der Angst zu erzeugen, in welchen es m\u00f6glich ist die Disziplinierung, Unterdr\u00fcckung und Kontrolle der Gesellschaft voranzutreiben, was lediglich zur Festigung der Macht von denjenigen dient, die sie inne haben. Die Rechtfertigung daf\u00fcr wird durch die Hetze von Medien und PolitikerInnen aufgrund einer vermeintlichen Bedrohung der Gesellschaft durch TerroristInnen geschaffen. Indem aber Menschen in Kn\u00e4ste gesperrt werden, wird nur von den wahren Kriminellen und TerroristInnenen abgelenkt \u2013 die die an der Macht sind und uns tagt\u00e4glich unsere Freiheit und Leben nehmen. Diejenigen, die dieses System der Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung aufrecht erhalten und unterst\u00fctzen. Foucault beschrieb dies in \u00dcberwachen und Strafen treffend: \u201e\u2026die vom Gef\u00e4ngnissystem dingfest gemachte Delinquenz [ist] eine Ablenkungsanlage f\u00fcr die ungesetzlichen Gewinn- und Machtschleichwege der herrschenden Klassen\u2026\u201c<\/p>\n<p>Seit Jahren ist ein stetiger Anstieg der Gefangenenzahlen zu vermerken, welcher das Resultat von immer mehr Verurteilungen zu immer l\u00e4ngeren Haftstrafen ist. Im Gegensatz dazu ist ein R\u00fcckgang der Straftaten zu verzeichnen. Ein Blick darauf, wer in den Kn\u00e4sten gefangen gehalten wird offenbart, dass diese Menschen zu einem \u00fcberwiegenden Teil aus der Unterschicht kommen. Allgemein wird immer davon ausgegangen, dass nur M\u00f6rderInnen und Sexualstraft\u00e4terInnen eingesperrt seien, aber in der Realit\u00e4t sitzen viele Menschen in den Kn\u00e4sten, weil sie nicht in der Lage waren ausstehende Rechnungen zu bezahlen, schwarz gefahren sind, sich im Supermarkt etwas g\u00f6nnen wollten, usw. Ist dies nicht ein Zeichen daf\u00fcr, dass Knast \u00fcberhaupt keine L\u00f6sung f\u00fcr irgendein Problem ist? Probleme, die eigentlich viel breiter sind: und zwar sind sie eine soziale Frage. Sprich: wie diese kapitalistische Gesellschaft forciert, dass Menschen durch verschiedenste legale und auch \u201eillegale\u201c M\u00f6glichkeiten um ihr \u00dcberleben k\u00e4mpfen m\u00fcssen. Oder, dass sie nur weil sie \u00fcber sogenannte \u201eGrenzen\u201c springen m\u00fcssen Verbrecher sind? Der Knast ist eine soziale Frage und dementsprechend die Menschen, welche einsitzen, soziale Gefangene.<br \/>\nDas Gef\u00e4ngnis ist nur eine von einer Vielzahl von Einrichtungen, welches dieses System am Laufen halten und dazu dienen Menschen zu erziehen und kontrollieren: Schulen, psychiatrische Einrichtungen, Abschiebelager, usw.<\/p>\n<p>Daher ist es wichtig eine solidarische Bewegung zur Unterst\u00fctzung mit der Forderung nach Freiheit f\u00fcr alle Gefangenen voranzutreiben. Die Ablehnung aller Formen des Wegsperrens kann nur im Kontext des Kampfes gegen die bestehenden Verh\u00e4ltnisse geschehen, da die Ursache die sozialen Verh\u00e4ltnisse sind in denen wir zu Leben gezwungen werden.<\/p>\n<p>Weitere Informationen gibt es auf unserer Website, bei Nachfragen kontaktiert uns.<\/p>\n<hr \/>\n<p><center><a title=\"kampfgegenalleformen\" name=\"kampfgegenalleformen\"><\/a><\/center><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>F\u00fcr einen Kampf gegen alle Formen der Einschliessung <\/strong><\/h3>\n<p>In dieser Zeit, in der Selbstmorde bei der Arbeit die Zeitungen betiteln und die Todesf\u00e4lle in Haft ein regelm\u00e4ssiges und morbides Ausma\u00df annehmen, haben die Reaktionen auf diese Ereignisse alle gemeinsam, dass sie uns auf falsche F\u00e4hrten locken. Man stopft uns die Ohren mit &#8220;pers\u00f6nlichen Dramas&#8221; zu, mit &#8220;Managmentfehlern&#8221;, &#8220;pr\u00e4ventiver \u00dcberwachung&#8221;, einer &#8220;notwendigen individuellen L\u00f6sung&#8221;, &#8220;Schulung zur Stressbew\u00e4ltigung&#8221;, etc. Vom Herzen des Problems spricht man jedoch nie: Die Lohnausbeutung und die Einschliessung, Grundpfeiler des kapitalistischen Systems.<\/p>\n<p>Nun, wir k\u00f6nnen die Einschliessung nicht angreifen ohne die Gesellschaft anzugreifen, die sie produziert. Das Gef\u00e4ngnis ist keine abgetrennte Welt, es betrifft nicht bloss Gefangene und ihre Angeh\u00f6rigen. Es gew\u00e4hrleistet eine Funktion der Kontrolle und der Verwaltung des unvermeidlichen Elends, um den sozialen Frieden zu bewahren. Das Gef\u00e4ngnis ist wie ein Damoklesschwert, dass \u00fcber dem Kopf eines\/r jeden Ausgebeuteten schwebt, damit diese\/r weiterhin das Spiel der Lohnarbeit und des Lebens, das damit einhergeht spielt. Au\u00dferdem wei\u00df jeder nur allzu gut, dass der Inhaftierung die Rolle einer zus\u00e4tzlichen Brandmarkung zukommt: Man ist nicht blo\u00df ein Ausgebeuteter, sondern wird auch ein Ex-H\u00e4ftling. Das Gef\u00e4ngnis pr\u00e4gt die Menschen weit \u00fcber ihre Einschliessungsperiode hinaus (der Strafregisterauszug ist das beste Beispiel daf\u00fcr) und hat zur Aufgabe, die Ausgebeuteten untereinander zu trennen: zwischen jenen, die den rechten Weg einschlagen, und jenen, die man als &#8220;Abweichende&#8221; etikettiert. Alle Armen sind jedoch potentielle Gefangene, denn die Justiz, die sie verurteilt, ist eine Klassenjustiz. Das Recht ist nicht neutral, es ist nicht die nat\u00fcrliche Manifestation des allgemeinen Interesses, sondern der Ausdruck eines Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisses zu einem gegebenen Moment in der Geschichte. Das Recht macht nichts anderes, als das Eigentum und die Sicherheit der herrschenden Klasse zu sichern. Au\u00dferdem sind es oft nicht die Akte, die bestraft werden, sondern eher die Tatsache, der &#8220;gef\u00e4hrlichen Klasse&#8221; anzugeh\u00f6hren (Sans-papiers, Mitglied einer &#8220;Bande&#8221;, Minderj\u00e4hrige in einem Quartier mit Ausgangssperre&#8230;)<\/p>\n<p>Gegen das Gef\u00e4ngnis zu k\u00e4mpfen, bedeutet gegen den Staat und seine Justiz zu k\u00e4mpfen. Der humanit\u00e4re Diskurs, dessen einziger Horizont die Verbesserung der Haftbedingungen und mehr Respekt f\u00fcr die Rechte der Gefangenen ist, tr\u00e4gt daher de facto zur Perfektionierung der Einsperrung und zur Erhaltung der Knastinstitution bei. So sind beispielsweise die Duschen in den Zellen der neuen Gef\u00e4ngnisse f\u00fcr die Strafvollzugsverwaltung eine Methode, um die Bewegungen zu reduzieren, um die H\u00e4ftlinge noch mehr voneinander zu trennen und zu isolieren. Die Architektur dieser neuen Anstalten (kleine Einheiten, Video\u00fcberwachung, Limitierung der Verlegungen) erlaubt, die Kontrolle und \u00dcberwachung der Gefangenen zu optimieren, mit dem Ziel, den Revolten zuvorzukommen und sie im Zaum zu halten.<\/p>\n<p>Auf die selbe Weise ist das, was uns als Alternative zum Gef\u00e4ngnis pr\u00e4sentiert wird (elektronische Fussfesseln und andere Formen juristischer Kontrolle) in Wirklichkeit nichts anderes als ein weiteres Mittel des Staates, um seine Kontrolle \u00fcber gewisse Bev\u00f6lkerungsschichten auszuweiten. Diese Mittel gehen mit einer sozialen Betreuung einher, die meistens einer Auferlegung von Zwangsarbeit gleicht, vergleichbar mit der Logik bei der Arbeitslosenkontrolle, wo auf den geringsten Fehltritt eine Bestrafung folgen k\u00f6nnte. Diese sogenannten Alternativen beteiligen sich nach demselben Muster wie bei so vielen anderen Aspekten unserer Gesellschaft &#8211; mit jenem der Lohnarbeit an erster Stelle &#8211; an der Selbstdisziplin, die jeder hinnehmen muss, um an seinem Platz zu bleiben. Diese Massnahmen, die als eine Art &#8220;Entlastung&#8221; des Gef\u00e4ngnisses pr\u00e4sentiert werden, erlauben im Gegenteil, immer mehr einzusperren: Die Anzahl Gefangener bleibt steigend.<\/p>\n<p>Insofern das Gef\u00e4ngnis das Abbild der Gesellschaft darstellt, ist die gegenw\u00e4rtige Schw\u00e4che der K\u00e4mpfe in und um die Gef\u00e4ngnisse die Widerspiegelung der Abschw\u00e4chung der Klassenspannung, die die Gesamtheit unserer Gesellschaft durchdringt. Trotzdem finden heute in Europa K\u00e4mpfe gegen die Einschliessung statt (z.B. gegen die Internierungszentren in Italen und in Frankreich, oder gegen die Gef\u00e4ngnisse in Belgien), die es erm\u00f6glicht haben, Verbindungen zwischen Drinnen und Draussen zu machen und die versucht haben, diese Revolten in eine weitreichendere Kampfperspektive gegen das kapitalistische System zu stellen.<\/p>\n<p>Denn die Freiheit ist nicht ein individueller Zustand, sondern ein zu konstruierendes soziales Verh\u00e4ltnis.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Ein paar Worte \u00fcber uns&#8230; Ein Interview mit ABC Berlin von Ende Februar 2009 Wieso sind wir gegen Kn\u00e4ste, gegen alle Kn\u00e4ste? Why are we against prisons, all prisons? Welche Rolle spielen Kn\u00e4ste innerhalb der momentanen Verh\u00e4ltnisse? 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