{"id":10881,"date":"2015-02-10T17:11:05","date_gmt":"2015-02-10T16:11:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=10881"},"modified":"2015-02-10T17:11:05","modified_gmt":"2015-02-10T16:11:05","slug":"griechenland-solidaritat-ist-kampf-und-aktion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/griechenland-solidaritat-ist-kampf-und-aktion","title":{"rendered":"Griechenland: Solidarit\u00e4t ist Kampf und Aktion"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/solidarity-greece-prison-rally-new-years-eve-2010.jpg\" rel=\"lightbox[10881]\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright  wp-image-2929\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/solidarity-greece-prison-rally-new-years-eve-2010-250x175.jpg\" alt=\"Solidarity assemblies outside prisons in Greece\" width=\"216\" height=\"151\" srcset=\"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/solidarity-greece-prison-rally-new-years-eve-2010-250x175.jpg 250w, https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/solidarity-greece-prison-rally-new-years-eve-2010.jpg 480w\" sizes=\"(max-width: 216px) 100vw, 216px\" \/><\/a><span class=\"dropcap\">W<\/span>\u00e4hrend der letzten Jahre nach dem Ausbruch der Weltfinanzkrise, die seit 2009 neben anderen L\u00e4ndern Griechenland getroffen hat, verfolgt der Staat, unter der Autorit\u00e4t der internationalen Finanzorganisationen wie dem Internationalen W\u00e4hrungsfonds, der Europ\u00e4ischen Zentralbank und der Europ\u00e4ischen Union, eine Politik, die das kapitalistische System retten soll. Gleichzeitig gab es eine intensive Zunahme der Unterdr\u00fcckung und ein sich verh\u00e4rtendes Vorgehen des Staates gegen diejenigen, die f\u00fcr die Unterwanderung des Kapitalismus und des Staates k\u00e4mpfen, und die die bewaffnete revolution\u00e4re Aktion gew\u00e4hlt haben, und das staatliche Gewaltmonopol und die Staatsmacht in Frage stellen, gegen diejenigen, die mit allen Mitteln k\u00e4mpfen und sich gegen diese Politik der Rettung des Systems stellen.<\/p>\n<p>Obwohl die Unterdr\u00fcckung in Griechenland im Anfang des Jahrzehnts 2000 mit der Einf\u00fchrung der beiden Anti-Terror-Gesetze 2001 und 2004 intensiviert wurde, wurde es nach dem ersten Memorandum im Jahr 2010 noch schlimmer, als das Regime den sozialen Konsensus aufgrund eines einzigartigen Angriffes durch das Kapital und den Staat gegen die Mehrheit der Bev\u00f6lkerung verlor.<\/p>\n<p>Es ist daher kein Zufall, dass die Intensit\u00e4t der staatlichen Unterdr\u00fcckung in all diesen Jahren mit dem Angriff des Kapitals und der Finanzelite zusammenh\u00e4ngt, die die Krise daf\u00fcr nutzen, die Reichen reicher und die Armen \u00e4rmer zu machen. Die Verarmung, die Arbeitslosigkeit von Millionen Menschen, die K\u00fcrzungen der L\u00f6hne und Renten, die Enteignungen durch Banken, die gro\u00dfe Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums von der Basis an die Spitze der sozialen Hierarchie haben alle mit der Unterdr\u00fcckung zu tun.<\/p>\n<p>Ausgehend von diesem Punkt wird die Unterdr\u00fcckung durch den Staat jede Aktion, die eine Bedrohung darstellt, insbesondere bewaffnete revolution\u00e4re Aktionen, die als hochgradige Bedrohung angesehen werden, angreifen. Es ist daher kein Zufall, dass sich in diesen Tagen in griechischen Gef\u00e4ngnissen Dutzende politische Gefangene und inhaftierte K\u00e4mpferInnen befinden.<\/p>\n<p>Folglich ist die Solidarit\u00e4t mit den inhaftierten K\u00e4mpferInnen und GenossInnen die verfolgt werden, nicht nur Teil unseres Kampfes, sondern ist auch absolut im Zusammenhang mit dem Kampf f\u00fcr Subversion und soziale Revolution, in einer Weise, dass GenossInnen, M\u00e4nner wie Frauen, die durch den Staat inhaftiert sind, ein untrennbarer Teil unseres Kampfes sind, sie sind ein Teil von uns.<\/p>\n<p>GenossInnen, die wegen der Art der K\u00e4mpfe und Aktionen, die sie gew\u00e4hlt haben, gefangen gehalten werden, (wie den bewaffneten Kampf, Meuterei oder Demonstrationen (auch Auseinandersetzungen mit der Polizei oder Angriffe auf bestimmte Ziele des Systems wie Banken), Geb\u00e4ude\u00fcbernahmen oder Bombenangriffe gegen symbolische Ziele, Aktionen des politischen Ungehorsams und Propaganda}, alle diese Gefangenen und ihre Wahl des Kampfes sind untrennbar Mitglieder unseres gemeinsamen Kampfes f\u00fcr den Umsturz des Kapitalismus und des Staates, sie sind ein fester Bestandteil unserer revolution\u00e4ren Bewegung.<\/p>\n<p>In diesem Sinne zeigen wir unsere Solidarit\u00e4t mit den politischen Gefangenen, unabh\u00e4ngig von der Reichweite des Kampfes \/ der revolution\u00e4ren Bewegung aus der sie kommen. Solidarit\u00e4t mit politischen Gefangenen kann nicht selektiv oder teilweise sein, sie gilt allen politischen Gefangenen.<\/p>\n<p>Was einen politischen Gefangenen auszeichnet ist sein\/ihr Kampfaspekt vor Gericht und im Gef\u00e4ngnis, und seine\/ihre Haltung seine\/ihre Aktionen vor der Verhaftung und seine\/ihre Haltung danach. Wir akzeptieren, dass alle vom Staat als illegal bezeichneten Arten von Aktionen Teil der revolution\u00e4ren Bewegung sind, wie es die historischen Erfahrungen und Traditionen bewiesen. Wir lehnen daher jede Trennung von verschiedenen Kampfarten ab, wir lehnen Dipole ab wie \u201cLegitimit\u00e4t oder Illegalit\u00e4t\u201d, \u201cmassiven oder bewaffneten Kampf\u201d, weil solche Trennungen und Dilemma nicht ermutigen, sondern den Kampf f\u00fcr Subversion und Revolution sabotieren, sie untergraben die Einheit zwischen GenossInnen, innerhalb und ausserhalb des Gef\u00e4ngnisses, w\u00e4hrend, im Gegenteil, sie die \u201cTeile und Herrsche\u201d -Taktik des Systems f\u00f6rdern, so dass die inhaftierten GenossInnen ungesch\u00fctzt sind.<\/p>\n<p>Auf der Grundlage dieser politischen Kriterien und Prinzipien, umfasst die Solidarit\u00e4tsversammlung f\u00fcr politische Gefangene und verfolgte und inhaftierte K\u00e4mpferInnen die grosse Mehrheit der politischen Gefangenen und inhaftierten K\u00e4mpferInnen, die in den griechischen Gef\u00e4ngnisse sind, ob sie die politische Verantwortung f\u00fcr die Zugeh\u00f6rigkeit zu bewaffneten revolution\u00e4ren Organisationen \u00fcbernommen haben, oder sie die Anschuldigungen gegen sie zur\u00fcckweisen, ob sie GenossInnen sind, die f\u00fcr Bank Enteignungen verurteilt worden sind, oder es h\u00e4ngige Gerichtsverfahren gegen sie gibt und sie frei sind.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich zu diesen, basierend auf der Grundlage der gleichen politischen Kriterien und Prinzipien, geh\u00f6ren dazu auch die GenossInnen, M\u00e4nner und Frauen, die Gesetzlose sind, die verurteilt wurden oder denen illegale Aktionen vorgeworfen werden, zum Beispiel bewaffneter Kampf. Als InternationalistInnen, da wir wissen, dass Solidarit\u00e4t keine nationalen Besonderheiten hat, z\u00e4hlen wir auch die t\u00fcrkischen KommunistInnen, die politische Gefangene in griechischen Gef\u00e4ngnissen sind, unabh\u00e4ngig von der Organisation der sie angeh\u00f6ren, dazu.<\/p>\n<p>Basierend auf den gleichen politischen Kriterien und Prinzipien, schlie\u00dfen wir die, die nach pers\u00f6nlichen Entscheidungen, zu Informanten geworden sind und auf bestimmte Arten des Kampfes verzichten, aus. Die Solidarit\u00e4tsversammlung f\u00fcr politische Gefangene und verfolgte und inhaftierte K\u00e4mpferInnen glaubt, dass diejenigen, die so eine Art pers\u00f6nlichen Weg w\u00e4hlten, auf den Kampf selbst verzichtet und ihre GenossInnen aufgegeben haben und aufgeh\u00f6rt haben zu k\u00e4mpfen und politische Subjekte zu sein.<\/p>\n<p>Die Solidarit\u00e4tsversammlung f\u00fcr politische Gefangene und verfolgte und inhaftierte K\u00e4mpferInnen betrachtet diese Gefangenen nicht als Opfer, sondern als GenossInnen, die ihren Kampf aus einer anderen Position im Gef\u00e4ngnis f\u00fcr die Subversion und die Revolution fortsetzen.<\/p>\n<p>Es ist unvermeidlich, dass die Solidarit\u00e4t in hohem Masse von der politischen Position und durch die Stimme der Gefangenen selbst definiert wird. Es ist unvermeidlich, dass die Versammlung nichts anderes tun kann, als die Stimmen aller inhaftierten GenossInnen weiterzugeben. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Versammlung f\u00fcr politische Gefangene und verfolgte und inhaftierte K\u00e4mpferInnen sich mit den Meinungen und den \u00c4usserungen der inhaftierten GenossInnen identifiziert. Die Versammlung beh\u00e4lt ihre Autonomie und Unabh\u00e4ngigkeit in Bezug auf die politischen Ansichten \u00fcber den Kampf, die Bewegung und die Revolution. Ebenso beh\u00e4lt sie sich vor, die Gefangenen zu kritisieren, wenn es notwendig ist, Stellung zu beziehen und, im Rahmen des interaktiven Beziehungen die wir aufbauen wollen, auf jeden Fall bereit sind, Kritik von GenossInnen zu akzeptieren. Die Versammlung ist nicht verpflichtet, bei Auseinandersetzungen und Streit zwischen den Gefangenen Partei zu ergreifen. Solidarit\u00e4t ist keine Empathie. Solidarit\u00e4t, wie jede soziale oder politische Praxis hat eine bestimmte Ideologie. Solidarit\u00e4t mit den politischen Gefangenen setzt voraus, dass sowohl die Geber und Empf\u00e4nger sich von Anfang an einig sind, dass der Sturz des sozialen Systems zwingend notwendig ist, ohne gemeinsame Ansichten \u00fcber alle Fragen der sozialen Gegens\u00e4tze und des revolution\u00e4ren Umsturzes zu teilen.<\/p>\n<p>Die Solidarit\u00e4tsversammlung f\u00fcr politische Gefangene und verfolgte und inhaftierte K\u00e4mpferInnen ist eine offene Bewegung mit einem Vorgehen, das in Bezug auf die Frage der Solidarit\u00e4t auf einer konkreten und klaren politischen Vereinbarung zwischen den TeilnehmerInnen basiert. Solange wir uns klar sind, dass die Solidarit\u00e4t mit den inhaftierten GenossInnen ein Teil einer revolution\u00e4ren Bewegung ist und untrennbar im Zusammenhang mit dem Kampf um die Subversion und Revolution steht, dann unterst\u00fctzt unser Handeln nicht nur den Schutz der Gefangenen gegen die staatliche Repression, sondern f\u00f6rdert auch den Kampf f\u00fcr den Umsturz und die Revolution selbst. Auf dieser Grundlage befasst sich die Versammlung nicht mit der Rechtsverteidigung der Gefangenen oder dem Inhalt von Dokumenten-Daten der Gefangenen, um falsche Dilemmas \u00fcber \u201cden Unschuldigen\u201d oder \u201cden Schuldigen\u201d abzuweisen. Im Vergleich zur Vergangenheit will die Versammlung den engen, fragmentarischen Rahmen der Unterdr\u00fcckung umgehen, und das Thema der Einheit der Bewegung und des Kampfes um die Revolution ansprechen, durch Solidarit\u00e4tsaktionen f\u00fcr unsere gefangenen GenossInnen, vor allem unter den aktuellen Bedingungen der Systemkrise, die das Kapital und der Staat als Vorwand nutzt um eine neue Art Totalitarismus einzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Was die revolution\u00e4re Solidarit\u00e4t von anderen Arten der Solidarit\u00e4t unterscheidet ist, dass sie mit dem Kern der staatlichen Herrschaft und der b\u00fcrgerlichen Legitimit\u00e4t kollidiert, dass es jedes spezielle Thema mit den generellen Anforderungen der befreienden Handlungen verbindet. Solidarit\u00e4t mit den politischen Gefangenen l\u00e4sst die Kritik der DissidentInnen mit Aktionen verschmelzen und fordert zudem das staatliche Gewaltmonopol heraus, das zusammen mit pers\u00f6nlichem Eigentum die grundlegenden Pfeiler des Systems sind.<\/p>\n<p>Heute mehr denn je gibt es eine zwingende Notwendigkeit, die Solidarit\u00e4t nicht von der Seite unserer eigenen Verteidigung gegen den Angriff durch den Staat zu sehen, sondern als unseren eigenen Gegenangriff, mit dem Ziel, den Kampf f\u00fcr soziale Befreiung eskalieren zu lassen. Die Bewegung sollte erkennen, dass die Verteidigung jener in Gefangenschaft, den politischen Gefangenen, ein fundamentales Grundprinzip von zentraler Bedeutung f\u00fcr die Existenz und Entwicklung ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Die Solidarit\u00e4tsversammlung f\u00fcr politische Gefangene und verfolgte und inhaftierte K\u00e4mpferInnen<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend der letzten Jahre nach dem Ausbruch der Weltfinanzkrise, verfolgt der Staat, unter der Autorit\u00e4t der internationalen Finanzorganisationen wie dem Internationalen W\u00e4hrungsfonds, der Europ\u00e4ischen Zentralbank und der Europ\u00e4ischen Union, eine Politik, die das kapitalistische System retten soll.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":2929,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[297,9,10],"tags":[702,44,313,675],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10881"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10881"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10881\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10884,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10881\/revisions\/10884"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2929"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10881"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10881"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10881"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}