{"id":1119,"date":"2009-09-25T11:30:36","date_gmt":"2009-09-25T09:30:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=1119"},"modified":"2014-12-22T21:29:05","modified_gmt":"2014-12-22T20:29:05","slug":"solidaritaet-mit-den-gefangenen-kundgebung-vor-den-knaesten-in-aachen-und-rheinbach-und-diskussionsveranstaltung-in-koeln-am-26-september","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/solidaritaet-mit-den-gefangenen-kundgebung-vor-den-knaesten-in-aachen-und-rheinbach-und-diskussionsveranstaltung-in-koeln-am-26-september","title":{"rendered":"Solidarit\u00e4t mit den Gefangenen! Kundgebung vor den Kn\u00e4sten in Aachen und Rheinbach und Diskussionsveranstaltung in K\u00f6ln am 26. September"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1202\" title=\"knastkundgebungen_260909\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2009\/09\/knastkundgebungen_260909-106x150.jpg\" alt=\"knastkundgebungen_260909\" width=\"106\" height=\"150\" \/><img loading=\"lazy\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-1137\" title=\"knastkundgebungen-260909_2\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/knastkundgebungen-260909_2-150x106.jpg\" alt=\"knastkundgebungen-260909_2\" width=\"150\" height=\"106\" \/><em><span class=\"dropcap\">F<\/span>\u00fcr den 26. September werden vor den Kn\u00e4sten in Aachen und Rheinbach solidarische Kundgebungen organisiert. Am Abend wird in K\u00f6ln eine Diskussionsveranstaltung stattfinden. Alle weiteren Infos sind in den zwei Aufrufen zu finden, einer von ABC Berlin, ABC Orkan und ABC hooded crow und der von AKP K\u00f6ln.<br \/>\nBei Fragen meldet euch bei uns.<\/em><\/p>\n<hr size=\"2\" \/>\n<p><strong>Solidarit\u00e4t mit den Gefangenen! Kundgebung vor den Kn\u00e4sten in Aachen und Rheinbach und Diskussionsveranstaltung in K\u00f6ln am 26. September<\/strong><br \/>\nKn\u00e4ste und die damit zusammenh\u00e4ngenden Repressions- und Unterdr\u00fcckungsmechanismen stellen f\u00fcr viele immer noch ein Thema dar, mit welchem sich lieber nicht besch\u00e4ftigt wird und es werden keine Gedanken \u00fcber die Sinnhaftigkeit und Funktion von Kn\u00e4sten verschwendet. Au\u00dferdem besteht die Denkweise, dass diejenigen, die in den Kn\u00e4sten eingesperrt werden, dort schon zu Recht sitzen w\u00fcrden und es auch verdienen &#8211; sonst w\u00e4ren sie dort ja nicht gelandet. Aber sie sind Gefangene dieses Systems, des kapitalistischen Systems. Unz\u00e4hlige Gefangene sitzen in Deutschen Kn\u00e4sten, weil sie im Supermarkt geklaut haben, sei es durch eine gewisse Notwendigkeit (bsw. Armut) oder einfach nur aus dem Bed\u00fcrfnis heraus sich auch mal was g\u00f6nnen zu wollen, weil sie &#8220;Schwarz&#8221; gefahren sind oder wegen Verst\u00f6\u00dfen gegen das Bet\u00e4ubungsmittelgesetz (BtmG.).<br \/>\nDer Knast hat die Aufgabe die Gesellschaft in \u201egute&#8221; und \u201eschlechte&#8221; B\u00fcrgerInnen zu spalten, in diejenigen, die sich an die von den Herrschenden vorgegebenen Gesetze und Regeln halten und die andere, die der Gesellschaft und den aufoktuiertem Zusammenleben sch\u00e4dlich sind. Um zu strafen und abzuschrecken gibt es eine Vielzahl von Unterdr\u00fcckungsmechanismen, an welcher Spitze der Knast steht. Dazu werden immer neue Gesetze und ausgefeiltere Methoden der \u00dcberwachung erzeugt, welche zus\u00e4tzlich ein Klima der Angst erzeugen, welches es erm\u00f6glicht die Disziplinierung, Unterdr\u00fcckung und Kontrolle der Gesellschaft voranzutreiben, was lediglich zur Festigung der Macht von denjenigen dient, die sie inne haben. Die Rechtfertigung daf\u00fcr wird durch die Hetze von Medien und PolitikerInnen aufgrund einer vermeintlichen Bedrohung der Gesellschaft durch TerroristInnen geschaffen. Indem aber Menschen in Kn\u00e4ste gesperrt werden, wird nur von den wahren Kriminellen und TerroristInnenen abgelenkt \u2013 die die an der Macht sind und uns tagt\u00e4glich unsere Freiheit und Leben nehmen. Diejenigen, die dieses System der Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung aufrecht erhalten und unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Wir erkl\u00e4ren uns solidarisch mit den Inhaftierten, was aber nicht bedeutet, dass wir jedes Mal 100prozentig mit ihren Aktionen, Positionen, Analysen einverstanden sein m\u00fcssen. Solidarit\u00e4t heisst f\u00fcr uns, ihnen Unterst\u00fctzung zu geben, weil sie gegen dieses System und diese Gesellschaft k\u00e4mpfen und eine \u00e4hnliche gesellschaftliche Utopie wie wir haben\/einfordern. Allerdings scheinen uns die Gr\u00fcnde f\u00fcr dieses oftmals unsolidarisches Verhalten &#8211; hier in Deutschland &#8211; leider ziemlich klar zu sein: hier fehlt einfach eine Bewegung, welche die Abschaffung aller Kn\u00e4ste und Zwangsanstalten und dar\u00fcber hinaus die Freilassung aller Gefangenen, und nicht nur der &#8220;politischen&#8221;, fordert. Wenn wir uns die Arbeit in politischen Gruppen und im Speziellen die Antirepressionsarbeit anschauen, stellen wir immer wieder fest, dass eine allgemeine Kritik an dem ganzen Strafsystem, an der Justiz, an den Kn\u00e4sten fehlt. Dieses Verhalten wollen wir versuchen zu durchbrechen am 26. September, in dem wir vor den Kn\u00e4sten in Aachen und Rheinbach Kundgebungen abhalten und am Abend in K\u00f6ln eine Diskussionsveranstaltung veranstalten werden.<\/p>\n<p>Wir werden die Kundgebungen speziell vor den Kn\u00e4sten in Aachen und Rheinbach abhalten, dort werden unsere Freunde und Weggef\u00e4hrten, die beiden spanischen Anarchisten Jos\u00e9 Fernandez Delgado und Gabriel Pombo da Silva, von den barbarischen Klauen des unmenschlichen Knastsystems festgehalten. Beide haben es geschafft aus der isolierenden und folternden Gewalt der Kn\u00e4sten in Spanien zu fliehen, mit welcher sie \u00fcber 20 Jahren lang konfrontiert waren, ein Gro\u00dfteil der Zeit davon im FIES-Isolationssystem, weil sie die Freiheit lieben und sich die ganzen Jahre danach gesehnt haben.<br \/>\nSeit f\u00fcnf Jahren sind sie in Deutschland inhaftiert, weil sie sich am 28. Juni 2004, zusammen mit Bart de Geeter und Gabriels Schwester Begonia, einer Polizeikontrolle in Aachen widersetzt haben, in der Folge es zu einer kurzzeitigen Geiselnahme kam. F\u00fcr sie gab es in diesem Moment keine andere M\u00f6glichkeit als so zu handeln, angesichts der Tatsache von vielen weiteren Jahren hinter grauen Mauern. Am 28. September 2005 wurde Jos\u00e9 zu 14 Jahren, Gabriel zu 13 Jahren verurteilt. Die solidarischen Aktionen und Handlungen von Seiten der \u201edeutschen Linken\u201c liessen ,und lassen immer noch, sehr zu W\u00fcnschen \u00fcbrig, es wurde sich lieber von der ganzen Geschichte distanziert, da mensch nichts mit \u201eKriminellen\u201c und \u201eGeiselnehmern\u201c zu tun haben wollte. Das ganze nat\u00fcrlich ohne auch nur einen Blick auf die Hintergr\u00fcnde und das was vorher passiert zu werfen und dass sie sich ebenso im Kampf gegen Repression und Gef\u00e4ngnisse, gegen Armut und Ausbeutung, gegen Ausgrenzung und Verfremdung befinden.<br \/>\nUnsere Solidarit\u00e4t an diesem Tag, dem 26. September, gilt nicht nur ihnen, sondern allen k\u00e4mpfenden Gefangenen und denen, die unter der schweren Last des Weggesperrtseins zu leiden haben.<\/p>\n<p><em>Treffpunkt f\u00fcr die Kundgebungen ist in Aachen in der Krefelder Stra\u00dfe 251 um 11.00 Uhr, in Rheinbach in der Aachener Stra\u00dfe 47 um 14.30 Uhr.<br \/>\nAb K\u00f6ln 10.00 Uhr, vor LC 36, wer kann, bitte Auto mitbringen!<\/em><\/p>\n<p>Die Diskussionsveranstaltung wird in K\u00f6ln in der Ludolf-Camphausen-Str.36 (LC) ab 19.00 Uhr stattfinden.<\/p>\n<p>F\u00fcr eine Gesellschaft, in der es keine Kn\u00e4ste braucht!<br \/>\nFreiheit f\u00fcr alle!<\/p>\n<hr size=\"2\" \/>\n<p><strong>Gegen die Mauern!<\/strong><br \/>\nAm Samstag, 26.09. ist Anti-Knast-Aktionstag in NRW, genauer an den Kn\u00e4sten in Aachen und Rheinbach. &#8220;Autonomes Knastprojekt&#8221; aus K\u00f6ln ruft dazu auf. Die beiden Kn\u00e4ste sind Langzeitkn\u00e4ste in dieser Region. Fr\u00fcher waren die meisten Gefangenen, die Kontakt zum AKP suchten, in Rheinbach. Von daher gab es auch viel Zusammenarbeit zwischen drinnen und drau\u00dfen, einschlie\u00dflich Knastkundgebungen und \u00d6ffentlichkeitsaktionen derer, die sich drau\u00dfen bewegen konnten. Aber als fast alle Rheinbacher in den damaligen Neubau nach Aachen verlegt wurden, schwand diese Tradition. Die K\u00f6lner\/innen bedauern, schon lange keine Knastkundgebungen mehr zustande bekommen zu haben, weil die Begeisterung vor Kn\u00e4sten zu demonstrieren nicht sehr gro\u00df ist. Auch, weil nicht mehr so viele Nachrichten nach drau\u00dfen gelangen, die spezielle Anl\u00e4sse der Mobilisierung sein k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Diese lokale Schw\u00e4che kann aber ausgeglichen werden, weil sich auch Genoss\/inn\/en aus gr\u00f6\u00dferer Entfernung f\u00fcr diese beiden Kn\u00e4ste interessieren und die Kundgebungen mit angeregt haben. Es sind solche, die sich grunds\u00e4tzlich gegen Knast engagieren, die aber auch zwei Genossen gr\u00fc\u00dfen m\u00f6chten, zu denen sie Kontakt haben bzw. die sie mit einem Zeichen der Solidarit\u00e4t unterst\u00fctzen m\u00f6chten. Es handelt sich um Gabriel Pombo da Silva und Jos\u00e9 Fernandez Delgado, zwei spanische Anarchisten, die seit Mitte 2004 in den Klauen der deutschen Justiz sind. Zuvor waren sie jeweils lange in spanischen Kn\u00e4sten und, weil sie dort Widerstand leisteten, schon dort, wie jetzt auch in Deutschland, unter repressiver Sonderbehandlung. Das Knastsystem in Spanien hat beide politisch radikalisiert. Als Reaktion auf den enormen Druck, der auf sie ausge\u00fcbt wurde. Aber auch als Folge der Rebellionen, bei denen in einigen spanischen Kn\u00e4sten eine Mehrzahl von Gefangenen zusammen handelte. Hier in Deutschland oder \u00fcberhaupt in der jetzigen Zeit ist die Repression nicht geringer, doch sie schafft es, Gefangene noch besser zu vereinzeln. Aber Gabriel und Jos\u00e9 beteiligen sich auch hier an Aktionen der Verteidigung von Gefangeneninteressen und Menschenrechten, so weit es ihre Isolationsbedingungen zulassen und so weit sie von speziellen Anl\u00e4ssen und Zusammenschl\u00fcssen Kenntnis haben.<\/p>\n<p>Also: 26.9. Knastkundgebungen in Aachen, Krefelder Stra\u00dfe 251, 11 Uhr und Rheinbach, Aachener Stra\u00dfe 47, ca. 14 Uhr (sch\u00e4tzungsweise eher 14.30)<br \/>\n&#8211; in Solidarit\u00e4t mit allen Gefangenen, die nicht nach oben buckeln und nach unten treten,<br \/>\n&#8211; in Solidarit\u00e4t mit allen Gefangenen, die besonderem Druck ausgesetzt sind, weil sie sich dem Knastsystem nicht widerstandslos unterwerfen<br \/>\n&#8211; gegen alle Sonderisolation<br \/>\n&#8211; in der langfristigen Perspektive f\u00fcr Gesellschaft ohne Kn\u00e4ste, ohne Repression, ohne Privilegien und ohne Herrschaft.<\/p>\n<p>Am Abend des gleichen Tages ist noch eine Anti-Knast-Veranstaltung in K\u00f6ln vorgesehen.<br \/>\nOrt: Unicum, (Alte Mensa) Universit\u00e4tsstra\u00dfe 15 , K\u00f6ln, Zeit: 18 Uhr<br \/>\nWie die ablaufen soll, ist noch nicht ganz klar. Die Fragestellungen sind bisher:<br \/>\nK\u00f6nnen wir breite B\u00fcndnisse gegen das Repressionssystem entwickeln?<br \/>\nK\u00f6nnen die Forderungen:<br \/>\n&#8211; Kein Knast f\u00fcr Schwarzfahrer und Eierdiebe (inkl. der entsprechenden &#8220;innen&#8221;) und<br \/>\n&#8211; Aufhebung der Trakte und Sonderisolationseinrichtungen<br \/>\n&#8211; Keine Sicherungsverwahrung f\u00fcr Eigentumsdelikte Ausgangspunkte solcher B\u00fcndnisse sein?<br \/>\nImmer unter der Voraussetzung, dass wir Initiator\/inn\/en Knast und Sicherungsverwahrung grunds\u00e4tzlich ablehnen. Oder sind solche Teilforderungen Verrat an unseren langfristigen Zielen?<\/p>\n<p>Die Veranstaltung soll Teil der Auseinandersetzung sein zwischen Aktivist\/inn\/en aus verschiedenen St\u00e4dten, die einen Schwerpunkt auf Anti-Knast-Engagement legen, aber offen f\u00fcr Aktive aus anderen Bewegungen. Die Frage, wann Reformismus beginnt und welche konkreten Schritte vorw\u00e4rts f\u00fchren k\u00f6nnen zu radikaleren Ver\u00e4nderungen, betrifft alle Bewegungen. Und unser ganzes Gesellschaftssystem enth\u00e4lt viele Knaststrukturen, ist gepr\u00e4gt von Repressionen und Ausgrenzungen. Das geht alle an. Zudem sollte Knast als Spitze des Eisberges wieder st\u00e4rker in den Blickpunkt der Bewegungen gelangen. Damit es wieder mehr praktische Zusammenarbeit zwischen drinnen und drau\u00dfen gibt. Damit wir in gemeinsamer Zielsetzung gegen die Strukturen des herrschenden Systems angehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Konkrete Nachfragen: AKP K\u00f6ln, Kalk-M\u00fclheimer Str.210, 51103 K\u00f6ln<br \/>\nTel: 0221 3318716<\/p>\n<hr size=\"2\" \/>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-large wp-image-1202\" title=\"knastkundgebungen_260909\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2009\/09\/knastkundgebungen_260909-495x700.jpg\" alt=\"knastkundgebungen_260909\" width=\"495\" height=\"700\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-large wp-image-1137\" title=\"knastkundgebungen-260909_2\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/knastkundgebungen-260909_2-700x494.jpg\" alt=\"knastkundgebungen-260909_2\" width=\"700\" height=\"494\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr den 26. September werden vor den Kn\u00e4sten in Aachen und Rheinbach solidarische Kundgebungen organisiert. 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