{"id":2302,"date":"2010-06-23T10:00:23","date_gmt":"2010-06-23T08:00:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=2302"},"modified":"2011-11-13T00:37:39","modified_gmt":"2011-11-12T23:37:39","slug":"auswertung-und-berichte-zum-antiknastaktionstag-am-19-juni-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/auswertung-und-berichte-zum-antiknastaktionstag-am-19-juni-2010","title":{"rendered":"Auswertung und Berichte zum Antiknastaktionstag am 19. Juni 2010"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/antiknastaktionstag-am-19-juni-10.jpg\" rel=\"lightbox[2302]\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/antiknastaktionstag-am-19-juni-10-187x250.jpg\" alt=\"\" title=\"Aktionstag gegen eine geknastete Gesellschaft am 19. Juni 2010\" width=\"187\" height=\"250\" class=\"alignright size-medium wp-image-2185\" srcset=\"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/antiknastaktionstag-am-19-juni-10-187x250.jpg 187w, https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/antiknastaktionstag-am-19-juni-10-450x600.jpg 450w, https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/antiknastaktionstag-am-19-juni-10.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 187px) 100vw, 187px\" \/><\/a>Am 19. Juni 2010 fand im deutschsprachigen Raum ein Aktionstag statt, welcher alle Formen der Einsperrung, Inhaftierung und des Wegsperrens und die Folgen davon (Isolation, Vereinzelung, usw.) thematisieren sollte. In vielen St\u00e4dten gab es vielf\u00e4ltige Aktionen, von Kundgebungen und Flugblatt verteilen in der Innenstadt, Besuch der lokalen Kn\u00e4ste, bis hinzu direkten Aktionen.<br \/>\nDer Aufruf und der Rahmen f\u00fcr den Aktionstag wurde offen gestaltet, so dass es m\u00f6glich war f\u00fcr alle die sich irgendwie angesprochen f\u00fchlten, ihren Beitrag unter dem Motto zu leisten und dabei ihre eigenen Schwerpunkte setzen konnten. Angesprochen f\u00fchlen sollten sich auch nicht nur diejenigen, die eh schon gegen Kn\u00e4ste, Abschiebelager und die tagt\u00e4glich massiver auftretende soziale Kontrolle k\u00e4mpfen. Das Ziel sollte es sein das Thema und Einsperrung wieder in den Blickpunkt zu stellen, nat\u00fcrlich nicht ohne den Blick auf die Perspektive zu verlieren, die Perspektive nach einem anderen Leben, frei von Unterdr\u00fcckung, Ausbeutung und frei von allen Herrschaftsformen.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nDie Aufrufe und weitere Infos: <a href=\"www.abc-berlin.net\/aktionstag-gegen-eine-geknastete-gesellschaft-am-19-juni-2010\">http:\/\/www.abc-berlin.net\/aktionstag-gegen-eine-geknastete-gesellschaft-am-19-juni-2010<\/a><\/p>\n<hr size=\"2\" \/>\n<h3>Hamburg<\/h3>\n<p><strong>Aktionen zum Antiknast Aktionstag in Hamburg<\/strong><\/p>\n<p><em>Am 19.06.2010 fanden in Hamburg Aktionen im Rahmen des Antiknast-Aktionstages gegen alle Kn\u00e4ste und Zwangsanstalten statt.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/antiknastaktionstag-hamburg.jpg\" rel=\"lightbox[2302]\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/antiknastaktionstag-hamburg-150x112.jpg\" alt=\"\"  width=\"150\" height=\"112\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-2321\" \/><\/a>Konflikte lassen sich nicht wegsperren! &#8211; Aktionen zum Antiknast Aktionstag in Hamburg<\/p>\n<p>Am 19.06.2010 fanden in Hamburg Aktionen im Rahmen des Antiknast-Aktionstages gegen alle Kn\u00e4ste und Zwangsanstalten statt.<br \/>\nIm zentralen Bahnhofsviertel Hamburgs, St. George, wurde eine gro\u00dfe Plakatwand angebracht auf der sich mit allen k\u00e4mpfenden Gefangenen solidarisiert und die Freiheit aller gefordert wurde.<br \/>\nAm Nachmittag des Tages fanden sich einige Menschen vor dem U-Haft Knast Holstenglacis ein und brachten Transparente mit Kontakt Adressen in Sichtweite der Gefangenen an um Kontakt herzustellen und Isolation zu brechen. Au\u00dferdem wurden Parolen wie &#8220;Freiheit f\u00fcr alle Gefangenen!&#8221; gerufen.<br \/>\nEinige Menschen warfen Tennisb\u00e4lle \u00fcber die Au\u00dfenmauer des Knastes die mit Nachrichten und Forderungen f\u00fcr die Gefangenen und gegen alle Kn\u00e4ste versehen waren. Gefangene reagierten positiv auf die Aktion und erwiderten die gerufenen Parolen. Angeh\u00f6rige von Inhaftierten die anwesend waren \u00e4u\u00dferten ihre Begeisterung \u00fcber die Aktion.<\/p>\n<p>An verschiedenen Orten im Deutschsprachigen Raum haben an diesem Tag Menschen Aktionen gegen die Welt der Kn\u00e4ste ver\u00fcbt.<br \/>\nAn einem Tag wie diesem k\u00f6nnen Ber\u00fchrungs\u00e4ngste mit dem Fremdk\u00f6rper Knast abgebaut und die Miniaturwelt hinter Mauern und Gittern f\u00fcr einen kurzen Moment unterbrochen werden.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Freiheit aller Gefangenen! F\u00fcr das Ende aller Kn\u00e4ste!<br \/>\nF\u00fcr den sozialen Aufstand!<\/p>\n<p>einige Anarchistinnen und Anarchisten<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/noprisonnostate.blogsport.de\" target=\"_blank\">www.noprisonnostate.blogsport.de<\/a><\/p>\n<hr size=\"2\" \/>\n<h3>Berlin<\/h3>\n<p><strong>Feuerwerk am Knast zum Aktionstag<\/strong><\/p>\n<p><em>Feuerwerk am Knast und im Park aufgehangene Transparente in Berlin im Rahmen des Aktionstages gegen eine geknastete Gesellschaft am 19. Juni.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/antiknastaktionstag-berlin.jpg\" rel=\"lightbox[2302]\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/antiknastaktionstag-berlin-150x112.jpg\" alt=\"\" title=\"antiknastaktionstag-berlin\" width=\"150\" height=\"112\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-2325\" \/><\/a>In den Morgenstunden des 19. Juni wurde vor dem Knast in Moabit ein effektvolles Feuerwerk gez\u00fcndet, um den Gefangenen zu zeigen, dass sie trotz der Mauern, hinter denen sie gefangengehalten werden, nicht vergessen sind und auf der anderen Seite f\u00fcr ihre Freiheit k\u00e4mpfen.<br \/>\nIm G\u00f6rlitzer Park in Kreuzberg wurden zur selben Zeit mehrere Transparente aufgeh\u00e4ngt, welche zus\u00e4tzlich unserer mit dieser Gesellschaft unvers\u00f6hnlichen Haltung Ausdruck verleihen sollen und hoffentlich ein paar Diskussionen unter den Besucher_innen des Parks angeregt haben.<\/p>\n<p>Um den Aktionstag herum fanden eine Vielzahl von Aktionen statt, welche dem Kampf gegen diese Knastgesellschaft und deren Institutionen des Zwangs ihren Beitrag geleistet haben. Ein Kampf, welcher sich nicht nur speziell auf den Knast bezieht, sondern zum Beispiel auch die Unterdr\u00fcckungsstrukturen des Jobcenter, die pr\u00fcgelnden Bullen, die fortschreitende Militarisierung der Gesellschaft und die soziale Kontrolle nicht vergisst. Deswegen solidarische Gr\u00fc\u00dfe an alle Feind_innen der herrschenden Verh\u00e4ltnisse in aller Welt.<\/p>\n<p>Feuer und Flamme f\u00fcr jede Zwangsanstalt!<br \/>\nCeller Trialog in Kiel und IMK in Hamburg angreifen!<br \/>\nFreiheit f\u00fcr alle! <\/p>\n<hr size=\"1\" \/>\n<p><strong>Scheiben bei Knast-profiteure zerst\u00f6rt<\/strong><\/p>\n<p>&#8220;<em>Zum internationalen Aktionstag gegen Knastsystem haben wir am Morgen des 18.Juni bei zwei Firmen die Scheiben zerst\u00f6rt. Unsere Ziele waren:<\/p>\n<p>1. Die Wache von SICHERHEIT NORD, M\u00f6llendorfstr. in Lichtenberg. Private Sicherheitsdienste sind expandierendes Element in der Aufstandsbek\u00e4mpfungsarchitektur. Sie sollen den kommenden Aufstand der deklassierten Unterschicht dort bek\u00e4mpfen, wo die polizeiliche Pr\u00e4senz nicht mehr ausreicht.<\/p>\n<p>SICHERHEIT NORD beliefert die Justiz mit Vandalist_innen und Einbrechern<\/p>\n<p>2. ELEKTRODIENST KR\u00dcGER, oraninenstr. in Kreuzberg. Diese Firma f\u00fchrt die Kontrolle von Elektroger\u00e4ten von Gefanenen der Berliner Kn\u00e4ste durch. Damit verdient sie am Knastsystem, \u00fcberzogene Preise und besch\u00e4digte Ger\u00e4te sind ihr Markenzeichen.<\/p>\n<p>KR\u00dcGER knackt den PIN von bei Gefangenen beschlagnahmten Handys und liefert die s erlangten privaten Daten an die JVA. Gefangenen wird dieser \u201eService\u201c mit 150 Euros in Rechnung gestellt.<\/p>\n<p>Wir gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n<p>Seisidis, Seirinidis, Stratigopoulos, Bonnano, Masouras, Hajimihelakis, Karakatsani, Roupa, Gournas, Maziotis, Kortesis, Stathopoulos, Nikitopoulos, Georgiadis, Dimitrakis, Voutsis-Vogiatzis, Nikolaou<br \/>\nIn den griechischen Haftanstalten. Ihre Befreiung und die aller anderen Gefangenen ist unser Ziel.<\/p>\n<p>Eine von vielen Autonomen Gruppen.<\/em>&#8221;<\/p>\n<hr size=\"2\" \/>\n<h3>K\u00f6ln<\/h3>\n<p><strong>Anti-Knast-Aktionstag in K\u00f6ln<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/antiknastaktionstag-koeln-3.jpg\" rel=\"lightbox[2302]\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/antiknastaktionstag-koeln-3-150x83.jpg\" alt=\"\" title=\"antiknastaktionstag-koeln-3\" width=\"150\" height=\"83\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-2323\" \/><\/a>Auch in K\u00f6ln fanden anl\u00e4sslich des in deutschsprachigen L\u00e4ndern stattfindenden Aktionstags gegen Kn\u00e4ste am 18. Juni einige Aktionen statt. Am Freitagabend zeigte das Anarchistische Forum zwei Filme zur Privatisierung von Gef\u00e4ngnissen und \u00fcber Repression gegen Knastrevolten. <a href=\" http:\/\/anarchistischesforumkoeln.blogsport.de\/2010\/06\/14\/anti-knast-filmabend-am-18-juni-2010\/\">www.anarchistischesforumkoeln.blogsport.de<\/a><\/p>\n<p>Am Samstagvormittag fand dann eine Kundgebung mit etwa zwanzig Leuten in K\u00f6ln-Kalk statt, auf der Redebeitr\u00e4ge gehalten, Musik gespielt und etwa 300 Flugbl\u00e4tter in Deutsch und T\u00fcrkisch verteilt wurden.<\/p>\n<p>Anlass war unter anderem der im Bau befindliche privatisierte Knast in Ratingen, der von der Securityfirma K\u00d6TTER betrieben werden soll und der erste Privatknast in Nordrhein-Westfalen ist. Ausserdem gab es Infos zu politischen Prozessen in der BRD.<\/p>\n<p>Zu der Kundgebung an Kalk-Kapelle hatte das Autonome Knastprojekt aufgerufen, das sich leider gegen den Kundgebungsort Kalk-Post entschieden hatte. Dort findet direkt neben dem neuen Polizeipr\u00e4sidium n\u00e4mlich eine st\u00e4ndige Vertreibungspolitik und Kriminalisierung gegen Drogennutzer\/innen und &#8211; verk\u00e4ufer\/innen statt&#8230; <a href=\" http:\/\/autonomes-knastprojekt.blogspot.com\/2010\/06\/aktionstag.html\">www.autonomes-knastprojekt.blogspot.com<\/a><\/p>\n<p>Am Nachmittag gab es dann eine weitere Filmvorf\u00fchrung im Autonomen Zentrum, wo ein Spielfilm \u00fcber die H\u00e4rten des Knastalltags gezeigt wurde. <a href=\" http:\/\/autonomes-knastprojekt.blogspot.com\/2010\/06\/film-zum-anti-knast-aktionstag.html \">www.autonomes-knastprojekt.blogspot.com<\/a><\/p>\n<hr size=\"1\" \/>\n<p><strong>Anti-Knast-Aktionstag auch in K\u00f6ln: Bericht und Einsch\u00e4tzungen<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/antiknastaktionstag-koeln-1.jpg\" rel=\"lightbox[2302]\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/antiknastaktionstag-koeln-1-150x129.jpg\" alt=\"\" title=\"antiknastaktionstag-koeln-1\" width=\"150\" height=\"129\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-2324\" \/><\/a>Bei den Vorbereitungen zum Anti-Knast-Aktionstag vom 19.06. hatten wir uns eine etwas gr\u00f6\u00dfere, wenn m\u00f6glich regionale, \u00f6ffentliche Kundgebung gegen den im Bau befindlichen ersten privat-kapitalistisch organisierten Knast in NRW vorgestellt. Wir hatten einige &#8220;F\u00fchler ausgestreckt&#8221;. Aber es fehlt an entsprechenden Strukturen. So wurde es dann nur eine kleine Kundgebung in K\u00f6ln-Kalk, einem traditionellen Arbeiter\/innen- und Erwerbslosen-Stadtteil.<\/p>\n<p>Zuf\u00e4llig war direkt angrenzend ein kommerzielles Stra\u00dfenfest. Unser Kundgebungszeitraum von 10 &#8211; 12 Uhr war aber offensichtlich ung\u00fcnstig. Weder dort, geschweige denn bei uns Angrenzenden, &#8220;Ausgegrenzten&#8221; gab es viel Publikumsverkehr. Wir sind offensichtlich noch nicht an die langen \u00d6ffnungszeiten der L\u00e4den gew\u00f6hnt, also daran, dass der Samstag f\u00fcr die Menschen deshalb sp\u00e4ter beginnt. Auch f\u00fcr die erw\u00fcnschten Kundgebungs-Teilnehmer\/innen aus der &#8220;Szene&#8221; war der fr\u00fche Beginn wohl ein Hindernis.<\/p>\n<p>Wir waren mit einer kleinen Lautsprecher-Anlage ausger\u00fcstet. Diese war aber nicht so stark, dass sie bis zum Rand des kommerziellen Stra\u00dfenfestes gut h\u00f6rbar gewesen w\u00e4re. Und wir waren bei flukturierender Teilnahme auch nie genug Aktive, damit wir auf formeller Ebene den Einsatz der Anlage \u00fcberhaupt h\u00e4tten durchsetzen k\u00f6nnen. Erfreulicherweise lie\u00df sich aber bis ganz kurz vor Ende \u00fcberhaupt keine Polizei sehen. Kurz vor Schluss kam einer von denen zu Fu\u00df, fragte ob es was Besonderes g\u00e4be und ging wieder Zugegeben, das zeigt auch, wie irrelevant und ungef\u00e4hrlich uns die &#8220;Ordnungs&#8221;beh\u00f6rden fanden. Aber es gab uns halt doch die M\u00f6glichkeit, zwei Stunden lang mit Musik, einigen Redebeitr\u00e4gen, Flugblattverteilen und ein paar Gespr\u00e4chen Werbung f\u00fcr unser Anliegen zu machen.<br \/>\nWir hatten keine ausformulierten Reden parat, aber genug Aspekte daf\u00fcr im Kopf, wollten improvisieren. Wir gingen dann aber nur sehr wenig ans Mikro, weil es nie viele Leute gleichzeitig in unserer N\u00e4he gab. Sicher etwas langweilig f\u00fcr die Kundgebungsteilnehmer\/innen, die unterst\u00fctzend gekommen waren, ohne kontinuierlich Anti-Knast-Arbeit zu machen. Nat\u00fcrlich wurde die Gru\u00dfbotschaft von Thomas Meyer-Falk aus dem Knast Bruchsal f\u00fcr den Aktionstag verlesen, den zumindest unsere Aktionsteilnehmer\/innen beklatschten.<\/p>\n<p>Als Propagandamaterial hatten wir ein doppelseitiges Flugblatt in deutscher und t\u00fcrkischer Sprache. \u00dcberwiegend versuchten wir durch Verteilen mit einzelnen in Kontakt zu kommen. Dabei gab es etwas Stress mit Wachposten des Kommerzfestes, die das Verteilen hinter einer imagin\u00e4ren Linie und behaupteten, dass der Veranstalter auch auf eine einm\u00fcndende Stra\u00dfe noch Anspruch habe. Die drohten halt immer wieder mit Polizei.<\/p>\n<p>Es war auff\u00e4llig, dass niemand der Vorbeigehenden etwas wu\u00dfte von der Einrichtung eines Privatknastes in unserer N\u00e4he. Die, mit denen wir ins Gespr\u00e4ch kamen, empfanden das durchaus als problematisch und wert, weiter verfolgt zu werden. Weiter kamen wir nicht mit Auseinandersetzungen, obwohl wir selbst nat\u00fcrlich auch den staatlichen Knast ablehnen und als langfristiges Ziel Gesellschaft ohne Kn\u00e4ste propagieren.<\/p>\n<p>Aber es war ein Anfang. Wir von &#8220;Autonomes Knastprojekt&#8221; wollen daraus die Konsequenz ziehen, \u00f6fter mit Flugblattaktionen, welche auch Gespr\u00e4chsangebot sind, in dem Stadtteil zu erscheinen. Wir wissen, dass dort viele Erfahrungen mit Knast haben, von diesem bedroht sind, oder zumindest sozialen Kontrollen und Sanktionen unterliegen, die bei ihnen Bereitschaft der Solidarisierung erwecken k\u00f6nnten. Seit langem bedauern wir, dass die Anti-Knast-Aktiven drau\u00dfen \u00fcberwiegend aus Zusammenh\u00e4ngen kommen, die au\u00dfer kurzer Festnahme nach einer Demo keine Erfahrung mit Knast haben.<br \/>\nBitte kein Missverst\u00e4ndnis! Wir w\u00fcnschen uns nicht mehr Knasterfahrung bei Genoss\/inn\/en, mit denen wir schon zusammenarbeiten. Wir w\u00fcnschen uns nur, dass mehr Knasterfahrene aus unterprivilegierten sozialen Verh\u00e4ltnissen, auch mehr Migrant\/inn\/en, zu Genoss\/inn\/en werden bzw., sofern sie schon solche sind, sich mit uns besser vernetzen im Anti-Knast-Kampf. Damit meinen wir nicht, dass Anti-Knast-Kampf deren einziger Kampf sein solle. Aber halt EIN Bereich, in dem AUCH gek\u00e4mpft werden m\u00fc\u00dfte, wenn wir denn die repressiven Strukturen dieser Gesellschaft \u00fcberwinden wollen.<\/p>\n<p>Erst wenn breitere Teile der Gesellschaft das Sanktionssytem \u00f6ffentlich und offensiv in Frage stellen, gibt es (wieder) ein Klima, in dem statt dauernder Versch\u00e4rfung der Ausgrenzung auch die herrschenden Cliquen R\u00fcckz\u00fcge einleiten m\u00fcssen. Dabei w\u00e4ren zumindest wir nicht mit kleinen Ref\u00f6rmchen zufriedenstellbar. Doch wir wissen, dass wir von den weitreichenden zielen angesichts derzeitiger Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse weit entfernt sind. Dies ist uns Mahnung, mehr Mobilisierung zu versuchen in betroffenen Kreisen, die erlittene Repression oft verdr\u00e4ngen, sich auch von anarchistischen, sozialkritisch-&#8220;linken&#8221; Zirkeln meist nicht verstanden und diesen nicht zugeh\u00f6rig f\u00fchlen.<\/p>\n<p>Eine Aktivistin der Beobachtungsgruppe zu den D\u00fcsseldorfer 129-b-Prozessen beteiligte sich an unserer Aktion mit eigenen Flugbl\u00e4ttern. Da ihre Informationen Mitglieder des Vereins \u201eAnatolische F\u00f6deration\u201c betrafen, die &#8211; bei grunds\u00e4tzlicher Ablehung des Regimes in der T\u00fcrkei &#8211;  sich f\u00fcr Belange von Migrant\/inn\/en eingesetzt haben, wurde auch dies mit Interesse gerade bei den Menschen aus der T\u00fcrkei aufgenommen.<\/p>\n<p>Um im freiheitsk\u00e4mpferischen, emanzipatorischen, links-radikalen Umfeld die Marginalit\u00e4t des Themas Knast etwas zu mindern, hatten wir f\u00fcr den Nachmittag noch eine Film- und Diskussionsveranstaltung (Die Verrohung des Franz Blum) im seit dem 16. April besetzten Autonomen Zentrum angesetzt Diese war erwartungsgem\u00e4\u00df minimal besucht. Der Filmauff\u00fchrungs-Raum war im Selbstverwaltung-Dschungel auch doppelt belegt worden. Wir wichen auf einen kleineren Raum aus. Auch dieses nur ein Anfang. Wir werden ab jetzt monatlich, jeweils am letzten Sonntag, ein Anti-Knast-Caf\u00e9 im AZ veranstalten. Und falls dieses bedrohte Projekt nicht am gleichen Ort Bestand haben sollte, werden wir uns an Folgeprojekten beteiligen.<\/p>\n<p>Nach der Veranstaltung im AZ wollten noch einzelne mit Megaphon eine Spontanaktion am K\u00f6ln-Ossendorfer Knast machen, um an diesem Aktionstag auch den Gefangenen zu zeigen, dass sie nicht vergessen sind. Die Initiative dazu kam von einem Genossen, der am gleichen Tag in kleiner Gruppe an einer erfolgreichen Megaphon-Beschallung des Aachener Knastes teilgenommen hatte. Leider mu\u00dften wir diesen und einen anderen Teilnahmewilligen entmutigen, dass man so am Ossendorfer Knast keine Gefangenen erreichen k\u00f6nne. Sogar mit gro\u00dfer Anlage, von ausgesuchten Standorten aus und nach Vorank\u00fcndigung bei dann besonders aufmerksamen Gefangenen ist es unserer Erfahrung nach am Ossendorfer Knast kaum m\u00f6glich, Signale nach drinnen zu senden. Scheiss Iso-Architektur !!!<\/p>\n<p>Ob es lokal sonstige Aktionen unter dem Motto &#8220;alles, was euch Spass macht&#8221; gegeben hat, entzieht sich bisher unserer Kenntnis. Der Profiteursfirma K\u00f6tter &#8211; Betreiberin bisheriger Privatkn\u00e4ste in der BRD &#8211; das Repressionsgesch\u00e4ft wirklich zu versauen, k\u00f6nnte uns jedenfalls erst gelingen, wenn es schon eine Massenbasis des Widerstands g\u00e4be.<\/p>\n<p>Uns ist bewu\u00dft, dass so eine kleine Aktion wie die unsere unerheblich ist. Trotzdem, der mit Gruppen aus anderen St\u00e4dten vereinbarte Aktionstag war ein Ansto\u00df. Wir werden uns um Kontinuit\u00e4t bem\u00fchen.<\/p>\n<p>akp k\u00f6ln <\/p>\n<hr size=\"2\" \/>\n<h3>Dresden<\/h3>\n<p><strong>Antiknastaktionstag in Dresden<\/strong><\/p>\n<p><em>Im Rahmen des dezentralen Aktionstages gegen eine geknastete Gesellschaft gab es in Dresden einen Infostand und allerlei Klamauk.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/antiknastaktionstag-dresden-1.jpg\" rel=\"lightbox[2302]\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/antiknastaktionstag-dresden-1-100x150.jpg\" alt=\"\" title=\"antiknastaktionstag-dresden-1\" width=\"100\" height=\"150\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-2327\" \/><\/a>Am 19. Juni gab es im Alaunpark der Dresdner Neustadt, einen Informationsstand rund um das Thema Knast und Anarchie. Von 13:00 bis 20:00 Uhr gab es hier eine gro\u00dfe Auswahl an themenbezogenen B\u00fcchern, Brosch\u00fcren, Flyern und Aufklebern. Transparente rund um den Stand sorgten f\u00fcr die n\u00f6tige Aufmerksamkeit. \u201eGerade wegen der Durchkommerzialisierung des Stadtteilfestes BRN (Bunte Republik Neustadt), ist es wichtig hier Inhalte zu vermitteln\u201c, so eine Person die den Stand betreute. Besonders gro\u00df war die Freude der Veranstalter_Innen \u00fcber die gelungene Kooperation mit der s\u00e4chsischen JVA Pinkelsheim. Der Anstaltsleiter Klaus Brille, war mit einer eigens f\u00fcr den Anlass entworfenen Modellzelle seiner \u201eLieblings-JVA\u201c vor Ort. F\u00fcr das leibliche Wohl sorgte gleich neben an das \u201eCaf\u00e9 Negation\u201c mit einem reichlich gef\u00fcllten Kuchenstand.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/antiknastaktionstag-dresden-2.jpg\" rel=\"lightbox[2302]\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/antiknastaktionstag-dresden-2-132x150.jpg\" alt=\"\" title=\"antiknastaktionstag-dresden-2\" width=\"132\" height=\"150\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-2328\" \/><\/a>Der H\u00f6hepunkt sollte jedoch der \u201eAffenkrasse Run\u201c auf die BRN sein. Im Vorfeld wurde dazu aufgerufen die BRN, verkleidet als Str\u00e4flinge, Insassen einer Irrenanstalt oder Mutanten zu st\u00fcrmen. Die sagenhafte Anzahl von 9 (in Worten: neun) nicht verkleideten Personen kann im n\u00e4chsten Jahr wohl kaum getoppt werden. Zu gewinnen gab es den bereits jetzt legend\u00e4ren Ag H.a.n.S. Solisampler f\u00fcr die Inhaftierten der Anti-NATO- Proteste 2009 in Stra\u00dfbourg.<\/p>\n<p>Gegen Abend zeigten sich die Aktivist_innen recht zufrieden. Dar\u00fcber, dass die Aktion auf durchweg gute Resonanz stie\u00df waren sich alle einig. <\/p>\n<hr size=\"2\" \/>\n<h3>Aachen<\/h3>\n<p><strong>Anti-Knast-Aktionstag<\/strong><\/p>\n<p><em>+++ Aktionstag gegen eine geknastete Gesellschaft +++ Kundgebung und Infostand in der Innenstadt +++ Bambule am Knast +++ Reaktionen von Gefangenen +++<\/em><\/p>\n<p>Am 19. Juni fand im deutschsprachigen Raum ein Aktionstag unter dem Motto <a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/aktionstag-gegen-eine-geknastete-gesellschaft-am-19-juni-2010\" target=\"_blank\">\u201eGegen eine geknastete Gesellschaft\u201c<\/a> statt. Einige Gruppen folgten dem Aufruf und organisierten in mehreren St\u00e4dten Aktionen, so auch in Aachen.<\/p>\n<p>Um 12 Uhr wurde in der Aachener Innenstadt ein Infostand mit einem vielf\u00e4ltigen Angebot an Infomaterial aufgebaut. Es konnte sich u.a. \u00fcber das Anti-Knast-Netzwerk <a href=\"http:\/\/www.abcf.net\/\" target=\"_blank\">\u201eAnarchist Black Cross\u201c<\/a>, staatliche Repression und \u00dcberwachung, sowie Solidarit\u00e4tsstrukturen, wie die <a href=\"http:\/\/www.rote-hilfe.de\/static\/news.php\" target=\"_blank\">\u201eRote Hilfe\u201c<\/a> informiert werden. Leider stie\u00df der Infostand bei den Passant_innen auf verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig wenig Beachtung. Nichtsdestotrotz gab es vereinzelte Diskussionen zum angesprochenen Thema, in denen darauf hingewiesen wurde, dass weniger die sofortige Abschaffung von Kn\u00e4sten, als vielmehr eine perspektivische Ver\u00e4nderung der Gesellschaft angestrebt wird, sodass Kn\u00e4ste nicht mehr gebraucht werden. Um nicht nur visuell, sondern auch akustisch in Erscheinung zu treten, wurde eine Kundgebung abgehalten, an der sich ca. 15 Menschen beteiligten. In der Rede, der einige wenige Passant_innen zuh\u00f6rten, wurde neben dem Hauptthema Knast auch auf staatliche \u00dcberwachung, staatliche rassistische (Abschiebe-)Praxen, Psychatrien und kapitalistische Verwertungslogik eingegangen. Das Anliegen der Knastgegner_innen wurde durch ein Transparent mit der Aufschrift \u201eSolidarit\u00e4t mit allen k\u00e4mpfenden Gefangenen!\u201c unterstrichen.<\/p>\n<p>Nachdem die Kundgebung beendet worden war, machte sich eine Handvoll Knastgegner_innen noch auf den Weg zur JVA Aachen an der Krefelderstra\u00dfe. Dort wurde zun\u00e4chst am Besucher_innenparkplatz ein Gru\u00dfwort des in der JVA Bruchsal inhaftierten <a href=\"http:\/\/www.freedom-for-thomas.de\/thomas\/index.shtml\" target=\"_blank\">Thomas Meyer-Falk<\/a> verlesen. Anschlie\u00dfend zog mensch mit Parolen wie \u201eFreiheit f\u00fcr alle Gefangenen!\u201c und \u201eSolidarit\u00e4t mit k\u00e4mpfenden Gefangenen!\u201c zum Eingang der JVA. \u00dcber ein Megaphon wurden immer wieder Durchsagen an die Inhaftierten gemacht. Es wurde allen k\u00e4mpfenden Gefangenen Solidarit\u00e4t erkl\u00e4rt und ihnen Mut gemacht, dass sie in ihrem Kampf f\u00fcr bessere Haftbedingungen, bzw. im Kampf gegen das Knastsystem nicht aufgeben sollen. Zudem wurde erneut ein Transparent mit der Aufschrift \u201eSolidarit\u00e4t mit allen k\u00e4mpfenden Gefangenen!\u201c hochgehalten. Auf dem Weg zum Haupteingang kamen mehrere Gefangene an die Fenster ihrer Zellen und zeigten sich durch Winken und Rufe erfreut \u00fcber die Solidarit\u00e4tsaktion. Nachdem auch vor dem Eingang Parolen wie \u201eGegen Knast und Hierarchie! F\u00fcr die Freiheit! F\u00fcr die Anarchie!\u201c gerufen wurden, ging es \u00fcber die Krefelderstra\u00dfe auf den Eulersweg, wo an einem Nebeneingang der JVA bis zum Beginn des Regens lautstark auf sich aufmerksam gemacht wurde. Zudem wurde explizit der anarchistische Genosse <a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/tag\/gabriel-pombo-da-silva\" target=\"_blank\">Gabriel Pombo Da Silva<\/a>, der <a href=\"http:\/\/www3.de.indymedia.org\/2009\/09\/261388.shtml\" target=\"_blank\">seit vielen Jahren<\/a> in Aachen im Knast sitzt, gegr\u00fc\u00dft. Es bleibt zu hoffen, dass die Gr\u00fc\u00dfe ankamen.<\/p>\n<p>Alles in allem ist es traurig, dass lediglich 15 Menschen am Aktionstag in Aachen teilnahmen und dass so wenige Passant_innen den Infostand genauer in Augenschein nahmen. Wir ziehen die \u2013 leider nicht neue \u2013 Erkenntnis aus dem heutigen Tag, dass das Thema Knast innerhalb der Mehrheitsgesellschaft, aber auch in der radikalen Linken noch immer ein marginalisiertes ist. Hoffentlich wurde heute ein \u2013 wenn auch kleiner \u2013 Stein ins Rollen gebracht, der die radikale Linke mehr f\u00fcr die Problematik des Wegsperrens und der Strafe sensibilisiert.<\/p>\n<p>In diesem Sinne:<br \/><strong>Herrschaftskritk braucht Knastkritk!<br \/>Gegen Kn\u00e4ste!<br \/>Freiheit f\u00fcr Alle!<\/strong><\/p>\n<p>Weiterf\u00fchrende Informationen:<br \/>\u2605 <a title=\"Autonome Antifa Aachen\" href=\"http:\/\/www.a3ac.wordpress.com\" target=\"_blank\">Autonome Antifa Aachen<\/a><br \/>\u2605 <a title=\"ABC Berlin\" href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\" target=\"_blank\">ABC Berlin<\/a><br \/>\u2605 <a title=\"AKP K\u00f6ln\" href=\"http:\/\/www.autonomes-knastprojekt.blogspot.com\" target=\"_blank\">Autonomes Knastprojekt K\u00f6ln<\/a><br \/>\u2605 <a title=\"Gefangenen Info\" href=\"http:\/\/www.gefangenen.info\" target=\"_blank\">Gefangenen info<\/a><br \/>\u2605 <a href=\"http:\/\/www.ivi-info.de\" target=\"_blank\">Interessenvertretung Inhaftierter<\/a><br \/>\u2605 <a href=\"http:\/\/www.noprisonnostate.blogsport.de\" target=\"_blank\">No Prison No State<\/a><br \/>\u2605 <a href=\"http:\/\/www.strafvollzugsarchiv.de\" target=\"_blank\">Strafvollzugsarchiv<\/a><\/p>\n<hr size=\"1\" \/>\n<p><strong>Redebeitrag in der Innenstadt<\/strong><\/p>\n<p>Knast bedeutet Unterdr\u00fcckung, Kontrolle, Ausbeutung und Ausgeliefertsein. Strukturelle Gewalt ist Teil unserer Gesellschaft. Auf ihr beruht unser Rechtssystem. Kein Wunder also, dass sie auch vor den Toren der Kn\u00e4ste keinen Halt macht und sich in Form von individueller Gewalt, wie Misshandlungen und sexualisierter Gewalt, entl\u00e4dt. Schlie\u00dfer_innen nehmen innerhalb dieses Systems eine entscheidende Rolle ein. Sie sind Teil der internen Hierarchien und verhalten sich entsprechend. Sie wissen, dass sie in ihrer Position Macht \u00fcber Menschen haben und nutzen diese auch aus. Es gibt immer wieder \u00dcbergriffe durch Angestellte der Vollzugsanstalten. Sei es aus reinem Frust, rassistischer Motivation oder im Sinne der Aufstandsbek\u00e4mpfung. Schlie\u00dfer_innen sind, genau wie der Justizapparat und die Polizeibeh\u00f6rden Teil des Problems und nicht Teil der L\u00f6sung.<\/p>\n<p>Weltweit sitzen Millionen Menschen hinter Gittern. Ein gro\u00dfer Teil wird auf Grund von Eigentumsdelikten, wie z.B. Diebstahl oder Raub, weggesperrt, also wegen angeblicher Vergehen, die sich bewusst oder unbewusst gegen die Eigentums- und Verwertungslogik des Kapitalismus wenden. Andere k\u00f6nnen sich die Miete nicht mehr leisten oder landen wegen mehrmaligen Schwarzfahrens im Bau. Nach wie vor ist der Knast auch ein Mittel zur Zerst\u00f6rung von Bewusstsein f\u00fcr die eigene Lage. \u00c4u\u00dfere soziale Kontrolle, wie etwa durch \u00c4mter und Beh\u00f6rden, macht eine bessere \u00dcberwachung und Disziplinierung nach der \u201eEntlassung\u201c m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Migrant_innen leiden besonders unter dem Druck der globalen Sicherheitsgesellschaft. Viele von ihnen sterben schon bei dem Versuch Europa oder die USA zu erreichen. Jene, die es schaffen, die hochger\u00fcsteten Grenzen zu \u00fcberwinden, werden innerhalb dieser verfolgt, in Lagern inhaftiert und erkennungsdienstlich behandelt. Gedem\u00fctigt und zum Teil schwerst traumatisiert, warten sie nun auf ihre Abschiebung in bittere Armut oder den sicheren Tod. Auch Todesf\u00e4lle vor oder w\u00e4hrend der Abschiebung sind keine Seltenheit. Den Menschen, die die globalen Krisen am meisten zu sp\u00fcren bekommen, bringt dieses Vorgehen mit so genannter \u201eSicherheit\u201c ein Leben in Angst, Verfolgung und Gefangenschaft.<\/p>\n<p>Neben den Gef\u00e4ngnissen f\u00fcr \u201e\u00fcbliche\u201c so genannte Kriminelle gibt es auch noch jene Zwangsanstalten f\u00fcr so genannte \u201eirre\u201c Menschen, die Psychiatrien. All zu oft wird v\u00f6llig ohne zu hinterfragen in \u201enormal\u201c und \u201eabnormal\u201c eingeteilt. Pr\u00e4ventiv wird alles was an der H\u00fclle unserer heilen Welt kratzt durch Medikamentierung oder Therapie ruhig gestellt. Unbequemes wird auch hier eingesperrt und weggeschlossen. In einer Welt in der die Schlie\u00dfer_innen ihre Uniformen gegen die subtileren wei\u00dfen Kittel des Anstaltspersonals tauschen, ist Kritik schwierig und st\u00f6\u00dft oft auf taube Ohren. Doch gerade wir als Knastgegner_innen sollten diese Form des Wegsperrens in unserer Kritik nicht unber\u00fccksichtigt lassen.<\/p>\n<p>Der Knast, in Form von Zellenhaft, trifft also nicht nur solche, die sich ausdr\u00fccklich als politische Aktivist_innen verstehen. Oft gibt es gut funktionierende Solidarit\u00e4tsstrukturen, die betroffene Menschen, besonders aus linken Kreisen, vor einer Inhaftierung bewahren. Dies ist auch gut so, aber es kann dazu f\u00fchren, dass schnell vergessen wird, welche Logik hinter diesen Geb\u00e4uden aus Stahl und Beton, hinter der Symbiose aus Architektur und Autorit\u00e4t steht. Der Knast ist als Teil eines System des Disziplinierens mittels Strafe zu verstehen auf dem sich unsere Gesellschaft aufbaut. Er ist Ausdruck der Herrschaftsverh\u00e4ltnisse in denen wir leben. Disziplinierung und Selbstdisziplinierung, durch Angst vor Strafe, h\u00e4lt uns in den normierten Bahnen der Verwertung fest. Von den Fabriken, Schulen und Universit\u00e4ten bis zu den Krankenh\u00e4usern, alle produzieren. Die einen Waren, die anderen Wissen, die n\u00e4chsten Gesundheit, bzw. Krankheit. Hierbei sind, wie bereits erw\u00e4hnt, Architektur und \u00dcberwachung eng mit Autorit\u00e4t und Strafe verkn\u00fcpft.<\/p>\n<p>Ein Blick \u00fcber den eigenen Tellerrand, z.B. in die Organisationsstruktur von sog. Sweatshops, gen\u00fcgt. Die Zeit der pr\u00fcgelnden Arbeitsaufseher_innen, die durch die Raumaufteilung der Produktionshallen jeder Zeit den \u00dcberblick \u00fcber die Arbeiter_innen haben, ist hier nicht vorbei. Sweatshops sind ein fester Bestandteil globaler Kapitalanh\u00e4ufung. Bedingt durch menschengemachte Armut und Landflucht hat sich diese Form der Produktion vor allem im globalen S\u00fcden ausgebreitet. \u00c4hnlich \u201eunfrei\u201c und \u00fcberwacht wie in Haftanstalten, werden die Menschen hier unter unw\u00fcrdigen Bedingungen und f\u00fcr Hungerl\u00f6hne ausgebeutet, gedem\u00fctigt und misshandelt.<\/p>\n<p>Aber auch in westlichen L\u00e4ndern gibt es f\u00fcr Fehlverhalten innerhalb der Produktion eine breite, wenn auch struktureller gehaltene Palette an Sanktionen. Meist erstrecken sich diese \u00fcber z.B. Mahnungen, Verweise, Streichung von Sozialleistungen, K\u00fcndigungen und Rausschmissen. Innerhalb bestimmter sozialer Schichten k\u00f6nnen diese aber schnell einen weiteren sozialen Abstieg bedeuten. Sie bringen damit eine Spirale in Gang, die die Kluft zwischen arm und reich, privilegiert und unprivilegiert weiter vergr\u00f6\u00dfert. Ein R\u00fcckkopplungseffekt ist der Anstieg so genannten Kriminalit\u00e4t. Das System schafft sich sozusagen selbst Anl\u00e4sse f\u00fcr den weiteren Ausbau von Sicherheit und Kontrolle. Dies ist eine Art von Machtentfaltungsstrategie, welche weniger von bestimmten Personen, als vielmehr von systemischen Eigenheiten hervorgerufen wird.<\/p>\n<p>Die Freude an der freiwilligen Selbstauskunft, besonders der privilegierteren Schichten, via \u201eWeb 2.0\u201c ist eine erschreckende Tendenz der freiwilligen \u00dcberwachung. Die europ\u00e4ischen Sicherheitsbeh\u00f6rden haben dies erkannt und wollen die Social Networks, im Rahmen des Stockholmprogramms, f\u00fcr die vorausschauende Kriminalistik nutzen. Auch durch die Gemengelage Terrorismusbek\u00e4mpfung und Klimawandel wird bei vielen Menschen der Hang zur Selbstkontrolle und die Forderung nach mehr \u00dcberwachung, Normen und Gesetzen deutlich. Im Windschatten dieser Entwicklungen ist eine pr\u00e4ventive Strategie zur Aufstandsbek\u00e4mpfungen nicht nur geduldet sondern auch erw\u00fcnscht. Konzepte wie \u201eManaging Crowds\u201c sollen helfen, k\u00fcnftig zu erwartende Unruhen m\u00f6glichst im Keim zu ersticken.<\/p>\n<p>Die Zust\u00e4nde \u201edrinnen\u201c sind nur die Zuspitzung der Tendenzen \u201edrau\u00dfen\u201c. Die Realit\u00e4ten der \u201ezwei Welten\u201c innerhalb und au\u00dferhalb der Mauern \u00e4hneln sich zunehmend. Ein Anstieg der \u00dcberwachung, der Armut, des Leistungs- und Anpassungsdrucks ist deutlich sp\u00fcrbar und allgegenw\u00e4rtig. Die b\u00fcrgerliche Strafgesellschaft richtet sich, gerade in Zeiten der weltweiten \u201eMehrfachkrisen\u201c gegen Unterschichten, illegalisierte Menschen und soziale Bewegungen. Die Zahl der so genannten sozialen H\u00e4ftlinge steigt von Tag zu Tag. Die europ\u00e4ische Sicherheitsarchitektur wird immer weiter ausgebaut. Und fern ab von der \u00d6ffentlichkeit schmoren Menschen in Abschiebekn\u00e4sten. Die Gef\u00e4ngnisgesellschaft ist bittere Realit\u00e4t. Und genau deshalb stehen wir heute hier in Aachen, um unserem Protest gegen dieses menschenverachtende System Ausdruck zu verleihen.<\/p>\n<p>Solidarit\u00e4t mit allen k\u00e4mpfenden Gefangenen!<br \/>\nF\u00fcr eine Gesellschaft, in der es keine Kn\u00e4ste mehr braucht!<br \/>\nEs lebe die Freiheit! <\/p>\n<hr size=\"2\" \/>\n<h3>Wien<\/h3>\n<p>Zum Aktionstag gegen Kn\u00e4ste fanden in Wien zeitgleich die freeparade, eine allj\u00e4hrliche Free Tekkno-Parade statt, dessen OrganisatorInnen auch versuchen zumindest zum Teil politische Inhalte zu vermitteln. Neben Flyeraktionen auf der Demo und am Treffpunkt, gab es gegen 18:00 vor dem Landesgericht\/Justizanstalt Josefstadt, wo unser Freund und Genosse S. einsitzt, eine Zwischenkundgebung mit Infotisch, Transpis und Redebeitr\u00e4gen (Einer davon f\u00fcr S., der andere im Zusammenhang mit dem Aktionstag).<\/p>\n<p>Am Abend gabs dann noch ein Konzert im EKH (Ernst Kirchweger Haus), welches eine Solidarit\u00e4tsveranstaltung f\u00fcr Renata Zelazna, die in Holland im Knast sitzt, und S. war.<\/p>\n<p>In K\u00fcrze ausf\u00fchrlicher und mit Fotos auf <a href=\"http:\/\/www.abc-wien.net\">www.abc-wien.net<\/a><\/p>\n<hr size=\"2\" \/>\n<h3>Rostock<\/h3>\n<p><strong>Pluto TV und JVA Besuch<\/strong><\/p>\n<p><em>Im Rahmen des Aktionstages gegen eine geknastete Gesellschaft fanden auch in und bei Rostock Aktionen statt.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/antiknastaktionstag-rostock-1.jpg\" rel=\"lightbox[2302]\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/antiknastaktionstag-rostock-1-150x118.jpg\" alt=\"\" title=\"antiknastaktionstag-rostock-1\" width=\"150\" height=\"118\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-2330\" \/><\/a>Am Vormittag versammelten sich einige Aktivist_Innen direkt in der Stadt am Uniplatz und spielten etwas Stra\u00dfentheater: Hier wurde ein Aktivist symbolisch festgenommen und sa\u00df hinter Gittern und ein weiterer spielte die \u201eBullizei\u201c, den herrschenden Aufpasser.<br \/>\nAndere Aktivist_Innen hielten Schilder mit Spr\u00fcchen wie \u201eMensch weg \u2013 Probleme weg?\u201c, \u201eMiteinander reden und selbst intervenieren statt Polizei, Knast und Strafe\u201c und \u201eKnast sch\u00fctzt nicht vor Gewalt, sondern dort ist sie st\u00e4rker. Knast ist Zurichtung auf Gewalt\u201c und verteilten Flyer. Zeitgleich interviewte ein Team vom Pluto TV die Passant_Innen in der Stadt und stellte Fragen nach dem Sinn von Strafen, wer diese bestimmt und warum es \u00fcberhaupt Kn\u00e4ste gibt.<br \/>\nDie Reaktionen waren darauf nat\u00fcrlich sehr unterschiedlich. Viele Menschen fanden es total unverst\u00e4ndlich, etwas gegen Gef\u00e4ngnisse zu haben, andere gerieten durch die scheinbar naiven Fragen des Pluto TV Team ins nachdenken und gr\u00fcbeln und wieder andere kamen ins Gespr\u00e4ch mit den Aktivist_Innen.<br \/>\nInsgesamt sorgte die Aktion f\u00fcr Aufsehen, regte zum Nachdenken an und f\u00fchrte nat\u00fcrlich zu Diskussionen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/antiknastaktionstag-rostock-2.jpg\" rel=\"lightbox[2302]\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/antiknastaktionstag-rostock-2-150x97.jpg\" alt=\"\" title=\"antiknastaktionstag-rostock-2\" width=\"150\" height=\"97\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-2331\" \/><\/a>Nach dem Stra\u00dfentheater machte sich ein Teil der Gruppe dann auf nach Dummerstorf, zur JVA Waldeck. Dummerstorf ist ein kleines Dorf ca. 10 km s\u00fcdlich von Rostock, wo sich neben der JVA (zust\u00e4ndig f\u00fcr die Vollstreckung von Freiheitsstrafen von mehr als 6 Jahren f\u00fcr erwachsene M\u00e4nner, Untersuchungshaft und offener Vollzug) auch eine Einheit der Bereitschaftspolizei und die Bundesbeauftragte f\u00fcr die Stasiunterlagen befinden.<br \/>\nDie JVA liegt halb im Wald, durch einen Zaun und eine gro\u00dfe Mauer ist kein Kontakt zu den Insassen m\u00f6glich. Neben dem Hauptgeb\u00e4ude befindet sich der offene Vollzug.<br \/>\nDie Aktivist_Innen bemalten mit Kreide die Stra\u00dfe \u2013 sehr zum Unmut der Angestellten der JVA die im Eingangsbereich sa\u00dfen, schm\u00fcckten den Zaun mit Luftschlangen und Ballons und h\u00e4ngten auch ein Transparent auf. Nach kurzer Zeit machte sich die Gruppe dann weiter auf dem Weg Richtung Dummerstorf, um dort noch Flyer zu verteilen, weil mensch direkt bei der JVA nicht wirklich viel \u00d6ffentlichkeit hat. So befand sich die Gruppe praktisch direkt auf dem Weg zur Bereitschaftspolizei, ohne dies genau zu wissen da alle sehr viel Spa\u00df hatten.<br \/>\nAllerdings gesellten sich nach 5 Minuten die Cops zu den Aktivist_Innen und kamen mit 4 \u2013 5 Autos herangebraust. Darunter auch zwei Beamte der MAEX, der Mobilen Aufkl\u00e4rungseinheit Extremismus in MV, die bei den Aktivist_Innen gleicherma\u00dfen bekannt und beliebt sind. Die eigentlich einfache Personalien Kontrolle zog sich in die L\u00e4nge: Ausweise wurden nicht gefunden, stattdessen wurden Kassenbons und Hannah Montana Karten als eben solche ausgegeben, andere durchw\u00fchlten gef\u00fchlte 30 min ihre Portmonees, buchstabierten ihre Namen oder tanzten und malten mit Kreide auf der Stra\u00dfe. Auch das Pluto TV Team kam kurz zum Einsatz, aber weder der Beamte der Bereitschaftspolizei noch einer der MAEX Kollegen hatte Lust mit den Wesen vom Pluto zu diskutieren.<br \/>\nNach fast einer Stunde durften sich die Aktivist_Innen dann wieder auf den Weg machen und setzten sich ca. 100 m entfernt auf einen Parkplatz und machten ein Picknick bei noch sch\u00f6nem Sonnenschein. Kurz danach wurde sich dann auf dem Weg zu Fu\u00df nach Rostock gemacht, immer begleitet und \u201cbesch\u00fctzt\u201c von der MAEX, die fast im Schritttempo und unauff\u00e4llig auff\u00e4llig der Gruppe hinter herfuhr.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/antiknastaktionstag-rostock-3.jpg\" rel=\"lightbox[2302]\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/antiknastaktionstag-rostock-3-150x94.jpg\" alt=\"\" title=\"antiknastaktionstag-rostock-3\" width=\"150\" height=\"94\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-2332\" \/><\/a>Alles in allem ein sch\u00f6ner Tag, bei dem durch kurze und kleine Aktionen das Thema in den Blickpunkt geraten ist und zu Diskussionen anregte, die bei diesem \u201eReizthema\u201c nat\u00fcrlich gef\u00fchrt werden m\u00fcssen. Weil Reaktionen wie \u201eUnd was passiert mit Vergewaltigern und M\u00f6rdern?\u201c nat\u00fcrlich nicht mit dem Spruch \u201eKn\u00e4ste sind schei\u00dfe\u201c zu beantworten ist.<\/p>\n<p>Freiheit f\u00fcr alle politischen und sozialen Gefangenen! <\/p>\n<hr size=\"1\" \/>\n<p><strong>Blaue Wesen invasieren \u2013 und einige kontrollieren\u2026<\/strong><\/p>\n<p><em>Anl\u00e4sslich eines Anti-Knast-Aktionstages veranstalteten Menschen, Plutis und Polizist_innen am 19. Juni ein Repressions-Theater bei der JVA Waldeck.<\/em><\/p>\n<p>Die Plutis vom Planeten Pluto, der sich ja nicht mehr Planet im Sternensystem nennen darf, weswegen dessen Lebewesen stark von interplanetarer Repression akut bedroht sind (was ja eigentlich Quatsch ist, weil die interplanetare Repression ja nur Planeten repressionieren d\u00fcrfte\u2026), wollten wohl Fallstudien betreiben was denn Repression bedeutet, weil sie das von sich aus nicht kennen. Also stratzte kurzerhand ein Filmteam von Pluto-TV in die Rostocker Innenstadt vor einem kleinen Stra\u00dfentheater am Uniplatz, das von Kn\u00e4sten und Polizei handelte. Die Menschen dort hielten Schilder mit seltsamen Fragen wie: \u201eMensch weg, Probleme weg?\u201c hoch.<\/p>\n<p>Nun wollten die Plutis wissen was das zu bedeuten habe, werden hier auf der Erde etwa Menschen weg gesperrt und hoffen die Menschen dann auch noch das das Probleme l\u00f6se? Schnurstracks befragten sie die herumlaufenden Erdlinge was \u201eKn\u00e4ste\u201c seien und was \u201eStrafe\u201c ist und \u201ewer bestimme Strafen und Gesetzte?\u201c. Viele wussten darauf Antworten, die hoffentlich in den Geschichtsb\u00fcchern der Menschheitsgeschichte aufgenommen werden, wie: \u201eja da m\u00fcsste ich mal im Lexikon nach gucken\u201c oder \u201ena der Bundeskanzler bestimmt das!\u201c oder auch \u201ekeine Ahnung\u201c. Nach diesem Lexikon m\u00fcssen die Plutis mal nachforschen, das nimmt einem wohl das selber denken ab, so der Schluss den sie daraus zogen.<br \/>\nAber es kam noch besser, als sich Menschen bei der JVA Waldeck befanden, die Stra\u00dfen mit Kreide voll malten und Luftballons in die Gegend hingen. Als sie aufgefordert wurden sich zu entfernen, kamen die Plutis dazu und fragten, warum sie denn nicht hier bleiben k\u00f6nnten. Da kam die u.a. die Antwort zur\u00fcck: \u201ehab ich ein W auf dem R\u00fccken?\u201c. Komische Menschen hinter Glas und Sprechanlage, die nicht wissen ob sie ein W auf dem R\u00fccken tr\u00fcgen.<\/p>\n<p>Die Menschen zogen sodann ein bisschen weiter und wurden dann, gerechter Weise, schnell aufgehalten von so anderen Wesen die in Blau unterwegs waren. Nur sind diese anscheinend \u00fcberhaupt nicht Freiheitsliebend und hielten die Rotte Menschen und Plutis fest.<br \/>\nWarum sie das taten? Na, weil die Gruppe sich so gut vorbereitet hatte, z.B. trugen sie Klamotten hatte Kreide in den H\u00e4nden, wovon Spuren auf der Stra\u00dfe und an W\u00e4nden zu sehen war \u2013 ein eindeutiger Beweis f\u00fcr eindeutigste Sachbesch\u00e4digung. Und sowieso das w\u00e4re ja eine unangemeldete Versammlung und das auf einer Stra\u00dfe auf der die Polizei Hausrecht bes\u00e4\u00dfe und und und.<br \/>\nNach einiger Zeit (vertrieben mit guter Stimmung, Tanzparaden, Verlassen des einkreisten Bereichs, l\u00e4stige Fragen stellen, \u2026), einer sehr gr\u00fcndlichen Personalien-Kontrolle, zogen Menschen und Plutis bei bestem Wetter wieder in Richtung Rostock. Dabei wurden sie liebevoll, aufmerksam und vor allem klamm heimlich von einem Herrn Hirsch mit seinem Autowagen verfolgt\u2026 \u00e4\u00e4h begleitet wurden.<\/p>\n<p>Plutis gegen alle Kn\u00e4ste!<\/p>\n<p>Gegen das Bewusst-los-sein gegen\u00fcber staatlicher Realit\u00e4t, bildet euch bildet andere bildet Banden gegen die Herrschaft und falsche Freiheit. F\u00fcr ein Konflikt-f\u00e4higes Miteinander, statt weg sperren und ignorieren. <\/p>\n<hr size=\"2\" \/>\n<h3>T\u00fcbingen<\/h3>\n<p><strong>Aktionstag 19.06. in T\u00fcbingen<\/strong><\/p>\n<p>Hier ein Bericht von der T\u00fcbinger Demo zum Aktionstag gegen eine geknastete Gesellschaft. Die Lokalzeitung &#8220;Schw\u00e4bisches Tagblatt&#8221; hat sie zwar immerhin im Veranstaltungskalender aufgef\u00fchrt &#8211; was sie mit meinen drogenpolitischen Mahnwachen nicht tut &#8211; aber hinterher kam nicht der kleinste Artikel dar\u00fcber.<\/p>\n<p>Es nahmen ca. 40 vorwiegend junge Leute daran teil, auch von ausw\u00e4rts. Es gab eine Auftaktkundgebung auf einem zentralen Platz in der Innenstadt. Danach ging der Zug zum Untersuchungsgef\u00e4ngnis, wo \u00fcber Megaphon die H\u00e4ftlinge angesprochen wurden und &#8211; nach anf\u00e4nglichem Missverst\u00e4ndnis (wir wurden wohl zuerst f\u00fcr &#8220;Rechte&#8221; gehalten) &#8211; die PAROLEN MIT-RIEFEN, sich so f\u00fcr kurze Zeit an der Demo BETEILIGTEN.<br \/>\nAnschlie\u00dfend ging es durch die Altstadt wieder ins Zentrum. Dort gab es weitere Redebeitr\u00e4ge und am Schluss ein &#8220;offenes Mikro&#8221;.<\/p>\n<p>Das Motto war: &#8220;Konflikte lassen sich nicht wegsperren&#8221;. Entsprechend besch\u00e4ftigte sich die Auftaktrede sehr umfassend mit der Tatsache, dass Gef\u00e4ngnisse nur der extremste Ausdruck einer gesellschaftlichen Tendenz sind, Konflikte &#8211; statt sie gewaltfrei zu l\u00f6sen oder gar nicht erst entstehen zu lassen &#8211; durch Ab- und Ausgrenzung und ein immer ausgefeilteres System von \u00dcberwachen und Strafen wegzudr\u00e4ngen. Dabei gingen wir auch auf Einw\u00e4nde ein, die uns im Vorfeld begegnet waren. In Klammern: (Es hatte Kritik gegeben, weil in einem Flugblatt, das zu der Demo aufrief, die sofortige Entlassung aller wegen Drogen- und Eigentumsdelikten Verurteilter gefordert worden war. Dabei hatten die Verfasser\/innen an Ladendieb\/inn\/e\/n o.\u00e4. gedacht. Der Kritiker wandte ein, dass es in seinem Umfeld Opfer eines Heiratschwindlers gebe, was ja auch unter &#8220;Eigentumsdelikte&#8221; falle, aber sehr wohl Menschen sch\u00e4dige und dass hier sehr wohl die Gesellschaft gesch\u00fctzt werden m\u00fcsse. Au\u00dferdem sei es die Aufgabe von Anarchist\/inn\/en, Alternativen zu entwickeln. Durch blo\u00dfes plakatives Dagegen-Sein werde die anarchistische Idee diskreditiert.)<\/p>\n<p>Bei der Abschlusskundgebung gab es folgende Beitr\u00e4ge: Hartz IV als &#8220;Gef\u00e4ngnis ohne Mauern&#8221;, in dem die Betroffenen &#8220;ausgezogen&#8221; werden wie H\u00e4ftlinge bei der Einlieferung (gehalten von einem Mitglied der Montagsdemo), &#8220;Drogenpolitik und Strafvollzugssystem&#8221; (aus der Soligruppe f\u00fcr J\u00fcrgen Hahnel). Zus\u00e4tzlich wurde ein Brief dieses inhaftierten Cannabis-Legalisierungs-Aktivisten J\u00fcrgen Hahnel  verlesen. Er setzt sich auch intensiv mit dem Strafvollzussystem auseinander und schrieb u.a. \u00fcber gewisse private Firmen bzw. die Zwangsarbeit der Gefangenen. Au\u00dferdem h\u00f6rten wir einen Beitrag vom &#8220;B\u00fcndnis gegen Abschiebehaft&#8221; \u00fcber die Verlegung der Rottenburger Abschiebe-H\u00e4ftlinge nach Mannheim, was deren Betreuung durch das B\u00fcndnis erschwert. Des weiteren einen Beitrag der &#8220;Marxistischen Initiative T\u00fcbingen&#8221; \u00fcber &#8220;das Totschweigen linker politische Gefangener in Europa&#8221; und eine Rede der &#8220;Antispeziesistischen Aktion&#8221;, in der dargestellt wurde, wie Tierrechtler\/innen, die sich durch Flugblatt Verteilen, Demos etc. &#8211; also ganz legal &#8211; bet\u00e4tigt haben, der Mitgliedschaft in &#8220;terroristischer Vereinigung&#8221; verd\u00e4chtigt werden, wenn irgendwo eine Tierbefreiungsaktion stattgefunden hat. Sie wurden auch schon bei Wohnungsdurchsuchungen aus dem Bett gerissen, mit vorgehaltener Waffe, in Gegenwart ihrer Kinder.<\/p>\n<p>Nachdem die Kundgebung f\u00fcr beendet erkl\u00e4rt worden war, begaben sich ca. 10 Leute noch mal zum Untersuchungsgef\u00e4ngnis und veranstalteten dort einen Rave, wor\u00fcber die Gefangenen lebhaft ihre Freude \u00e4u\u00dferten. Die aber leider nicht lange dauern konnte, weil die Polizei kam, von einem Demonstranten die Personalien aufnahm und alle wegschickte: Die W\u00e4rter h\u00e4tten jetzt &#8220;echt Schwierigkeiten mit den Gefangenen &#8230;&#8221;  Was f\u00fcr welche genau, wurde nicht gesagt. Aber der &#8220;Druck&#8221;, der da m\u00fchsam &#8220;unter der Decke gehalten&#8221; wird, muss gro\u00df sein, wenn er durch ein paar rebellische Songs schon &#8220;ausbricht&#8221;.<\/p>\n<p>Anne Fr\u00f6hlich, T\u00fcbingen<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.sichtbarewelt.de\" target=\"_blank\">www.sichtbarewelt.de<\/a><\/p>\n<hr size=\"2\" \/>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 19. Juni 2010 fand im deutschsprachigen Raum ein Aktionstag statt, welcher alle Formen der Einsperrung, Inhaftierung und des Wegsperrens und die Folgen davon (Isolation, Vereinzelung, usw.) thematisieren sollte. 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