{"id":2458,"date":"2010-09-10T13:20:09","date_gmt":"2010-09-10T11:20:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=2458"},"modified":"2014-12-26T19:11:12","modified_gmt":"2014-12-26T18:11:12","slug":"anarchistische-gefangene-im-hungerstreik-silvia-billy-costa-und-marco","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/anarchistische-gefangene-im-hungerstreik-silvia-billy-costa-und-marco","title":{"rendered":"Anarchistische Gefangene im Hungerstreik: <br \/>Silvia, Billy, Costa und Marco"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/soli-marco-costa-silvia-billy-hamburg.jpg\" rel=\"lightbox[2458]\"><img loading=\"lazy\" class=\" size-thumbnail wp-image-2485 alignright\" title=\"Solidarische Plakatwand in Hamburg f\u00fcr die anarchistischen Gefangenen im Hungerstreik: Silvia, Billy, Costa und Marco\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/soli-marco-costa-silvia-billy-hamburg-150x112.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"112\" \/><\/a><em><span class=\"dropcap\">U<\/span>pdate 11. Oktober 2010: <\/em> Der kollektive Hungerstreik der vier inhaftierten AnarchistInnen ist vorbei, aber Silvia hat sich dazu entschlossen weiterzumachen. Vom 7. bis 16. Oktober wird sie f\u00fcr die Freiheit von Marco Carmenisch und in Solidarit\u00e4t mit allen revolution\u00e4ren Gefangenen hungerstreiken. Vom 18. bis 20. Oktober wird sie einen dreit\u00e4gigen Hungerstreik in Solidarit\u00e4t mit den in Chile verhafteten AnarchistInnen durchf\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>HUNGERSTREIK F\u00dcR DIE FREIHEIT VON MARCO CAMENISCH<br \/>\nIN SOLIDARIT\u00c4T MIT ALLEN REVOLUTION\u00c4RE GEFANGENEN<br \/>\n7. \u2013 16. OKTOBER 2010<\/strong><br \/>\nIch f\u00fchre den Hungerstreik als Teilnahme am \u201cinternationalen Solidarit\u00e4ts- und Aktionstag\u201d vom 18. und 19. September f\u00fcr weitere zehn Tage fort. Um meine N\u00e4he, Solidarit\u00e4t und Kampf allen politischen Gefangenen mit langen Strafen zu vermitteln und vor allem als Kampfmittel um aktiver Teil der internationalen Kampagne f\u00fcr die Freiheit von Marco Camenisch sein zu k\u00f6nnen.<br \/>\nUns mit Marco durch eine Kampagne solidarisieren heisst von einem k\u00e4mpferischen Weg zu reden, der von den Antiatomk\u00e4mpfen der `70 Jahre in der Schweiz bis jetzt nie unterbrochen wurde, heisst die Stimme eines gr\u00fcnanarchistischen Gefangenen, der sich nie ergeben hat, aus den Mauern des Knastes zu befreien. In allen diesen Jahren war Marco immer in der revolution\u00e4ren Bewegung pr\u00e4sent, mit den vielen Hungerstreiks in Solidarit\u00e4t mit anderen Gefangenen, Militanten und Urv\u00f6lkern, mit den unaufh\u00f6rlichen wichtigen \u00dcbersetzungen und schriftlichen Beitr\u00e4gen. Wir empfinden seinen Kampf als Teil des unseres! Auch wir als Gefangene m\u00fcssen aktiv an dieser Kampagne teilnehmen.<br \/>\nDie Entstehung und Entwicklung einer starken Mobilisierung ist notwendig, die jenen Kurs umkehren kann, den nicht nur das schweizerische System eingeschlagen hat, jenen globalen Kurs, der in einer immer h\u00e4rteren Repression gegen alle revolution\u00e4ren Gefangenen besteht, die sich nicht beugen und ihre politische Identit\u00e4t und Entwicklung nicht verleugnen. Die Lage der politischen Gefangenen ist Teil des Willens dieses Systems, das die Unterdr\u00fcckung jeglicher Form von Dissens, Widerstand und Kampf bezweckt.<br \/>\nAuf das diese internationale Kampagne stark und wirksam werde, auf das der Schrei \u201cMarco libero\u201d sich \u00fcberall erhebe!<\/p>\n<p>F\u00fcr die Freiheit von Marco Camenisch und von allen revolution\u00e4ren Gefangenen!<br \/>\nSilvia Guerini, Gef\u00e4ngnis von Biel-Schweiz, September 2010<\/p>\n<hr size=\"2\" \/>\n<p><em> 10. September 2010: <\/em>Seit dem 10. September befinden sich die vier anarchistischen Gefangenen Silvia, Billy, Costa und Marco in einem kollektiven Hungerstreik. Silvia, Billy und Costa sitzen seit dem 15. April 2010 in Haft in der Schweiz, weil ihnen vorgeworfen wird einen Anschlag geplant zu haben. Bei einer Verkehrskontrolle wurden Sprengstoff und Gegenst\u00e4nde zum Bau von Sprengs\u00e4tzen gefunden, sowie ein BekennerInnenschreiben, &#8220;das auf einen geplanten Anschlag auf das IBM-Forschungszentrum in R\u00fcschlikon ZH hinweist&#8221;. Weitere Infos gibt es in dem nach ihrer Festnahme ver\u00f6ffentlichten Artikel: <a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/inhaftierung-von-drei-anarchistinnen-in-der-schweiz\" target=\"blank\">www.abc-berlin.net\/inhaftierung-von-drei-anarchistinnen-in-der-schweiz<\/a><br \/>\nMarco Camenisch sitzt seit mehreren Jahren aufgrund seiner militanten Intervention in der Schweiz und Italien gegen die Atomindustrie.<br \/>\nDie vier Gefangenen haben eine gemeinsame Erkl\u00e4rung herausgegeben, in welcher sie ihre Motivation darlegen, au\u00dferdem gibt es weiter unten noch einzelne Statements von Marco und Silvia. Einige Anarchisten haben einen solidarischen <a href=\"http:\/\/ch.indymedia.org\/media\/2010\/09\/\/77510.pdf\">Flyer<\/a> herausgegeben, den Text gibt es auch weiter unten zu finden.<br \/>\nIn Hamburg wurde am 19. September eine Plakatwand in Solidarit\u00e4t mit den vieren umgestaltet: <a href=\"http:\/\/againstthewaiting.blogsport.de\/2010\/09\/19\/wallpaper-in-solidarity-hamburggermany\/\" target=\"blank\">againstthewaiting.blogsport.de<\/a>. In der Schweiz gab es eine Vielzahl von solidarischen Aktionen in den letzten Tagen, eine Zusammenstellung wird es in den n\u00e4chsten Tagen geben.<\/p>\n<p><center><em>Marco Camenisch<br \/>\n\u201ePF 3143\u201c<br \/>\nCH-8105<br \/>\nRegensdorf<\/em><\/center>Silvia Guerini<br \/>\nc\/o Regionalgef\u00e4ngnis Biel<br \/>\nSpitalstrasse 20<br \/>\n2502 Biel\/Bienne<br \/>\nSwitzerland<\/p>\n<p>Costantino Ragusa<br \/>\nc\/o Regionalgef\u00e4ngnis Bern<br \/>\nGenfergasse 22<br \/>\n3001 Bern<br \/>\nSwitzerland<\/p>\n<p>Luca (Billy) Bernasconi<br \/>\nc\/o Regionalgef\u00e4ngnis Thun<br \/>\nAllmendstr. 34<br \/>\n3600 Thun<br \/>\nSwitzerland<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<hr size=\"2\" \/>\n<p><strong>Wir, Billy, Costa, Silvia und Marco, revolution\u00e4re \u00d6koanarchistInnen in Geiselhaft des Schweizer Staates<\/strong>, haben entschlossen einen individuell unterschiedlich langen (15-20 Tage) kollektiven Hungerstreik vom 10. bis Ende September 2010 durchzuf\u00fchren.<br \/>\nWegen den umst\u00e4ndehalber bestehenden Begrenzungen und Verz\u00f6gerungen der Kommunikation, die unter uns drei in U-Haft sogar im totalen Kommunikationsverbot bestehen, ist die Abmachung und Organisierung dieser Initiative schwierig und vielleicht nur in der Folge werden ausf\u00fchrlichere auch individuelle Nachrichten, Best\u00e4tigungen und Erkl\u00e4rungen m\u00f6glich sein*.<br \/>\nAber als revolution\u00e4re AnarchistInnen wollen wir von hier drinnen hiermit entschlossen unsere internationalistische solidarische Teilnahme jenseits jeglicher spezifischen Tendenz an den revolution\u00e4ren Initiativen und K\u00e4mpfen drinnen und draussen gegen Repression, Knast, Isolation, Folter bekr\u00e4ftigen.<br \/>\nWir stehen f\u00fcr die Befreiung aller Geiseln im sozialen und revolution\u00e4ren Krieg gegen das System, f\u00fcr die Befreiung aller, f\u00fcr die Zerst\u00f6rung aller Kn\u00e4ste und Gehege und aller Gesellschaften, die sowas n\u00f6tig haben. In diesem Sinne erkl\u00e4ren wir auch unsere totale Unterst\u00fctzung und Solidarit\u00e4t f\u00fcr die neulich entstandenen Befreiungskampagnen f\u00fcr langzeitgefangene Revolution\u00e4rInnen.<br \/>\nUnsere Initiative ist Kontinuit\u00e4t im Kampf an der Seite aller, die diesen immer sch\u00e4rferen und brutaleren gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, politischen und \u00f6kologischen Krieg und Krisenzustand nie nur erdulden wollten.<br \/>\nUnsere Initiative ist auch Ausdruck der Kontinuit\u00e4t unserer langj\u00e4hrigen starken, soliden, affinen und k\u00e4mpferischen Beziehungen als \u201cgr\u00fcne\/antizivilisatorische\u201d AnarchistInnen. Als solche sind wir gemeinsam gegen jeden Staat, Pfaffen und Herrn, gegen jeden Knast und jede Repression, gegen jegliche Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, der Frauen durch die M\u00e4nner, der anderen Spezies und der Natur durch den Menschen.<br \/>\nWir sind auch untereinander und mit Leuten aus anderen Erfahrungen vereinigt im radikalen Kampf gegen die Sch\u00e4dlichkeiten und Zerst\u00f6rungen dieses System und nat\u00fcrlich gegen dieses System, das sie verursacht und n\u00f6tig macht. Das heisst gegen dieses bestehende techno-wissenschaftliche industrielle Produktions-, Konsumismus- und Warensystem des Kapitalismus, gegen dieses monopolistische und imperialistische System der Multis und ihrer Staaten.<br \/>\nOb es nun seine alten oder innovativen Sch\u00e4dlichkeiten und Zerst\u00f6rungen sind. Und auch wenn sie von der typisch betr\u00fcgerischen Arroganz der Herrschenden und ihrer Lakaien, das heisst von den Wissenschaftern, Medien, PolitikerInnen, Bullen, Pfaffen und Organisationen auf der Lohnliste der Herrschenden oder ihres pseudo-demokratischen Dialog-Theaters einen humanit\u00e4ren und \u201eumweltvertr\u00e4glichen\u201c Anstrich erhalten und als notwendig erkl\u00e4rt werden. Wie das z. b bei Nano- und Biotech, GVO, \u201ealternative Energien\u201c und sogar Atomkraft eben der Fall ist! Und auch wenn dieser imperialistische, kriegstreiberische und global terroristische Abschaum der Herrschenden und ihre KomplizInnen und Institutionen kann uns \u201cVandalen\u201d, \u201cTerroristInnen\u201d, \u201c\u00d6ko-TerroristInnen\u201d, etc. nennt, sobald unser Dissens und Widerstand und unser Kampf f\u00fcr eine Gesellschaft aus freien und autonomen Individuen ohne Sklaverei, Unterdr\u00fcckung, Ausbeutung und Zerst\u00f6rungen real wird!<br \/>\nWir sind also Menschen, die gegen die urspr\u00fcnglichen Wurzeln dieses aktuellen Systems grundlegend kritisch sind und k\u00e4mpfen, weil dieses System ist der am weitesten fortgeschrittene, vollst\u00e4ndigste und zerst\u00f6rerischste Ausdruck der jahrtausende alten anthropozentrischen Zivilisation. Denn diese Zivilisation ist technologische und industrielle (Produktion\/Konsum) Herrschaft, ist patriarchale Abrichtung, ist soziale Schichtung und Kontrolle, ist massenweise Einsperrung in St\u00e4dten, ist Ausbeutung, ist Unterdr\u00fcckung, ist organisierte Gewalt und Krieg des Menschen gegen den Mensch, des Mannes gegen die Frau, des Menschen gegen die anderen Spezies, des Menschen gegen die Natur und gegen den Rest des Universums.<br \/>\nAbschliessend, aber sicher nicht als Letztes: diese Initiative ist auch ein komplizenhafter, solidarischer und aktiver Beitrag und Gruss an alle euch Revolution\u00e4rInnen jeder Tendenz, die ihr uns allein oder vereint und hier und jetzt mit eurer solidarischen, freien und wahren revolution\u00e4ren Liebe unterst\u00fctzt und gegen jeden Ausdruck des Monsters Staat und Kapital k\u00e4mpft: und zwar mit euren Initiativen, mit der Kontinuit\u00e4t und Verst\u00e4rkung des revolution\u00e4ren Widerstandes, mit der revolution\u00e4ren Offensive, sei es am Lichte der Sonne oder der Sterne oder des Mondes, mit allen notwendigen Mitteln.<br \/>\nZusammen sind wir stark, Solidarit\u00e4t ist unsere beste Waffe!<\/p>\n<p>7. September 2010, aus dem Knast Schweiz, Billy, Costa, Silvia und Marco<\/p>\n<hr size=\"2\" \/>\n<p><strong>*Zur Initiative und weiter, aus dem Lager P\u00f6schwies, Z\u00fcrich<\/strong><br \/>\nIm Juni haben wir mit der Diskussion und Organisierung dieser Initiative begonnen. Kurz danach verf\u00fcgte die Bundesanwaltschaft die bekannten feigen Versch\u00e4rfungen der politischen und pers\u00f6nlichen Kommunikationsblockade mit Silvia, Costa e Billy, in der \u00fcblichen Vernichtungs- und Isolierungslogik eines grundlegend rassistischen und faschistischen, kapitalistischen und imperialistischen Schurkenstaates der Multis, und hier erinnere ich daran, dass nur schon die Genfer Privatbanken 10% des weltweiten Privatverm\u00f6gens verwalten\u2026. Nur schon der Vorwand gegen diese Aggression auf die Integrit\u00e4t und Identit\u00e4t der drei GenossInnen ist ein schwerwiegender Akt der Diskriminierung. Genau das ist es in einem Schurkenstaat, der sich doch seiner vier amtlichen Landessprachen, darunter auch Italienisch, so sehr r\u00fchmt, und als Begr\u00fcndung seines Angriffes die Menge an italienischer Korrespondenz heranzieht, die ins Deutsche \u00fcbersetzt werden m\u00fcsse. Keinesfalls \u00fcberraschend ist auch, dass irgendein Bulle der Bundes-Repression aus niedriger politischer Feindseligkeit und Repressalie willk\u00fcrlich die Korrespondenz zwischen den Dreien und einer Genossin der Roten Hilfe International aus der Schweiz total blockiert, weil sie sich auch zu ihrer Unterst\u00fctzung \u00f6ffentlich einsetzt, und zwar in vorderster Front, praktisch und sehr wirksam.<br \/>\nDie Kommunikationsblockade heisst praktisch, dass, falls denn die Briefe nicht total blockiert werden, ich erst nach einem bis eineinhalb Monaten eine Antwort erhalte. So wurde die gemeinsame Diskussion und Ausarbeitung einer Erkl\u00e4rung mit besser artikulierten und verfassten Inhalten verhindert. Als einziger konnte ich diese Erkl\u00e4rung entwerfen und allen zusenden. Aber, und das erst im allerletzten Moment, konnten wir uns so gegenseitig nur das sichere Einverst\u00e4ndnis \u00fcber die grundlegenden zu vermittelnden Inhalte mitteilen und die Zeiten festlegen.<br \/>\nAber eins ist sicher, und wir beweisen es jetzt erneut. Wir drinnen und ihr draussen, wir lassen uns von den kriminellen Logiken der Repressalie und der Aggression des Repressionsabschaums von Staat und Kapital weder terrorisieren noch paralysieren. Im Gegenteil, diese Logiken bewirken die Verst\u00e4rkung der Mobilisierung, der Auseinandersetzung, der aktiven Teilnahme und Vereinigung auf den verschiedenen Ebenen des Kampfes. In diesem Sinne begr\u00fcsse ich das Treffen f\u00fcr die Befreiung der Tiere und der Erde am 10-11-12 September und Silvias Botschaft dazu herzlichst; oder die Vereinigung von kommunistischen und anarchistischen Kr\u00e4ften in Rom f\u00fcr die Initiativen der internationalen Kampagne zur Befreiung der politischen Gefangenen\u2026; oder, wie in Mexiko, Chile, Argentinien, hier und \u00fcberall begr\u00fcsse ich freudig die militanten revolution\u00e4ren\/aufst\u00e4ndischen Aktionen der Solidarit\u00e4t und Repressalie gegen die \u00dcbergriffe der Repression, weil revolution\u00e4re Repressalie eines der bedeutenden und notwendigen Schlachtfelder des sozialen Krieges ist. Ihre Schandtaten d\u00fcrfen uns nie verwundern, aber (bis sie nicht hinweggefegt sind) desto unbestrafter sie davonkommen, desto z\u00fcgelloser werden sie.<\/p>\n<p>marco camenisch, P\u00f6schwies, 7. September 2010<\/p>\n<hr size=\"2\" \/>\n<p><strong>KOLLEKTIVER HUNGERSTREIK MIT BILLY, COSTA UND MARCO<br \/>\n10. &#8211; 29. SEPTEMBER 2010<\/strong><\/p>\n<p>Ich f\u00fchre diesen kollektiven Hungerstreik zusammen mit den Genossen Luca Bernasconi, Costantino Ragusa und Marco Camenisch. F\u00fcr die Dauer von zwanzig Tagen. Die Inhalte dieses Streiks werden vollst\u00e4ndig in unserer kollektiven Erkl\u00e4rung ausgef\u00fchrt und beschrieben.<br \/>\nDiese Initiative stellt eine wichtige und notwendige Kontinuit\u00e4t im Kampf dar, um auf dem von uns eingeschlagenen Weg trotz diesen uns einsperrenden Mauern und Gittern fortzuschreiten, und als Kontinuit\u00e4t der uns gemeinsamen gr\u00fcnanarchistischen Affinit\u00e4t.<br \/>\nUm in der revolution\u00e4ren Bewegung pr\u00e4sent zu sein, in der Bewegung zur Befreiung der Tiere und der Erde, als im Kampf aktive Subjekte, auch wenn im Knast. Dieser Hungerstreik \u00fcberwindet die starke Zensur, Verz\u00f6gerung und Beschr\u00e4nkungen der Post von uns drei in U-Haft, reisst die Mauern der Isolation nieder und vereinigt uns mit euch allen draussen, mit allen, die gegen dieses Bestehende k\u00e4mpfen.<br \/>\nZur Bekr\u00e4ftigung der grundlegenden Kritik des anthropozentrischen Paradigmas, das von den Wurzeln dieser techno-industriellen Gesellschaft und jeglicher Ausbeutung kommt. Wurzeln, die der Entstehung der Zivilisation innewohnen, mit der Entfremdung und der Abspaltung des Mannes und der Frau vom Rest der Natur und mit der Abrichtung der Pflanzen- und Tierwelt.<br \/>\nUm den Kampf gegen jegliche wissenschaftlich-technologische Sch\u00e4dlichkeit und Entwicklung kraftvoll zu relancieren, deren Spitze die Bio- und Nanotechnologien sind. Halten wir den Vormarsch der Gentechnologie und die Zulassung der GVO in Europa auf, bevor es zu sp\u00e4t ist!<br \/>\nGegen die Verheerung ganzer nat\u00fcrlicher \u00d6kosysteme und ihrer Biodiversit\u00e4t, gegen jede Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung jeglicher Lebewesen und der Erde.<br \/>\nGegen das gesamte Herrschaftssystem, in all seinen \u00c4usserungen.<br \/>\nKalte Metallst\u00e4be, aneinander gedr\u00e4ngte K\u00f6rper, Stahlhaken h\u00e4ngen von der Decke, Elektroschock, Pistole an der Schl\u00e4fe, Haken stecken im Fleisch, aufgerissener Hals, Blut quillt hervor, ein zerst\u00fcckelter K\u00f6rper \u2026<br \/>\nH\u00e4nde greifen zu und halten die Glieder fest, Nadeln unter die Haut, Elektroden ins Hirn, weissliche Fl\u00fcssigkeit in die Venen, unbeweglich gemachter K\u00f6rper, aufgerissene Augen, Brennen, Schmerz, langsames Sterben \u2026 Skalpelle, die immer noch warme K\u00f6rper zerschneiden, aufreissen und sezieren \u2026 K\u00f6rper, nur K\u00f6rper, in absoluter Verneinung jeglicher Individualit\u00e4t und Sensibilit\u00e4t. Intensivhaltung, Tierversuche \u2026 Gegen alle K\u00e4fige, f\u00fcr eine totale Befreiung.<br \/>\nJenen bis zum Hals schlagenden Herzen, immer st\u00e4rker \u2026 jenem keuchenden Atem w\u00e4hrend dem Lauf unter den Sternen \u2026 Weit weg zerreisst ein Blitz die Stille und Dunkelheit eines finsteren Himmels. Furchtlos dem Sturme entgegen, die F\u00e4uste an die Brust gepresst, in den Augen das Leuchten der Sterne und im Herzen die Leidenschaft des Feuers des Kampfes, das nie erl\u00f6schen wird \u2026<\/p>\n<p>Silvia Guerini, Gef\u00e4ngnis Biel-Schweiz, September 2010<\/p>\n<hr size=\"2\" \/>\n<p><strong>Kommuniqu\u00e9 von Billy zum Hungerstreik<\/strong><\/p>\n<p>Ein paar kurze, pers\u00f6nliche \u00dcberlegungen als Beitrag zur Initiative.<\/p>\n<p>Es wird wohl den Ton der W\u00e4rter auf Deutsch sein oder ich weiss nicht warum, aber in meinem Kopf habe ich immer den Satz &#8220;Arbeit macht frei&#8221;; und ich denke, dass diese &#8220;schon etwas veraltete&#8221; Aussage letztendlich das Leitmotiv dieser Gesellschaft geworden ist. Den Zwang zur Arbeit, der Produktion und Profits. Dies scheint alles der Ma\u00dfstab zu sein in den aktuellen Verh\u00e4ltnissen, den &#8220;Wert&#8221; des Einzelnen und seinem eventuellen Recht zu existieren. Was ist ein Baum im Vergleich zu einer Hochspannungsleitung? Was sind die Afrikaner im Vergleich zu Orangen, die es das ganze Jahr in den Superm\u00e4rkten gibt? Was sind eine Kuh, ein Huhn oder ein Pferd im Vergleich zur Milch beim Fr\u00fchst\u00fcck, zu den Chicken Nuggets am Mittag oder einem Steak (aus lokaler Produktion, versteht sich wohl!) zum Abendessen?<\/p>\n<p>Du hast die Berechtigung auf Rechte in dem Moment, wo du einen Job hast; n\u00fctzlich f\u00fcr die Wirtschaft bist. Vielleicht. Du bist frei, wenn du arbeitest! Ein Dach \u00fcber dem Kopf zu haben, etwas zum Essen und all die Ablenkungen, die du dir dadurch erlauben kannst indem du immer wieder konsumierst.<\/p>\n<p>Wenn du jedoch dieser Logik nicht anpasst oder gar verweigerst, wehe dem, und wir wissen schon, was dann passiert: Du wirst zu einem Problem, kriminalisiert oder mit Medikamenten vollgestopft. Eben wenn du dich der Akkumulation, der Kontrolle und der kapitalistischen Herrschaft in den Weg stellst.<\/p>\n<p>Noch immer pl\u00fcndern sie im Namen des Profits und ihrer Herrschaft die Kontinente, die Meere und Ozeane. Mit dem Ziel der Versklavung des Bestehenden, legen Sie sich ins Zeug zum auch das \u201cNicht-Existierende\u201d und kaum \u201cWahrnehmbare\u201d zu versklaven. Mittels Bio- und Nanotechnologie wollen sie bis ins Innerste alles Lebendigen vordringen. Dazu kommt die Manipulation von Materien und allem Lebendigem um sie \u201cproduktiver und funktioneller\u201d in ihren Funktionen f\u00fcr die Wirtschaft zu gestalten.<\/p>\n<p>Dort wo ihre Kriege, Kolonialismus, ihre Diktaturen oder die demokratischen PolitikerInnen (die Ordnung und Ruhe garantieren, im Namen der Wirtschaft) noch nicht angekommen sind, dort verbreiten sich die Multinationalen und ihre Forschungsexperten. Ihre fantastische, umweltfreundliche und alles \u201cerhaltbare\u201d, digitalisierte und \u201cbarmherzige\u201d Welt zugunsten der reichen L\u00e4nder. Gibt es doch in den \u201carmen\u201d L\u00e4ndern noch genug menschliche und nat\u00fcrliche Ressourcen zu pl\u00fcndern.<\/p>\n<p>Es ist dieses System, die Entwicklung, welche ihre t\u00f6dlichen Wege nimmt, ihre Angriffe gegen das Leben. Unser Wunsch nach Freiheit, nach Selbstbestimmung kann unm\u00f6glich mit dem koexistieren, noch mit der Autorit\u00e4t und den Institutionen, welche dieses System verteidigen und aufrecht erhalten. Es ist vielmehr den Wunsch nach Befreiung von dieser zerst\u00f6rerischen Entwicklung. Der Kapitalismus, die Regierungen und die Wirtschaft k\u00f6nnen zugunsten ihres Wachstums auf etwas zur\u00fcckgreifen: Auf die Unterdr\u00fcckung.<\/p>\n<p>Obwohl die Bundesbeh\u00f6rden uns in den letzten f\u00fcnf Monaten Kontrollen und Einschr\u00e4nkungen auf unsere Korrespondenzen auferlegten sowie in den immer zu kurzen gew\u00e4hrten Besuche, geht es mir nicht darum etwas von den Beh\u00f6rden zu fordern. Sowieso k\u00f6nnten sie mir nichts zu meinem Vorteil anbieten, ausser ihrer Idee von Freiheit der vielen \u201cWenn\u201d und \u201cAber\u201d, ihrer strengen \u00dcberwachung, ihrer Drohungen und Erpressungen.<\/p>\n<p>Die Freiheit, f\u00fcr welche wir k\u00e4mpfen, welche sie wohl kaum verstehen. Denn diese Freiheit toleriert keine ihrer Grenzen, ihre Kn\u00e4ste und ihre dreckigen Gesch\u00e4fte. Sie akzeptiert weder ihre Ausbeutung noch die Vernichtung der Frauen und M\u00e4nner, der Tiere und der Erde, f\u00fcr ihren Profit und Habgier.<\/p>\n<p>Wenn unser Hass und unsere Wut aufwacht, die Sinne, der Hunger, der K\u00f6rper, das Unb\u00e4ndige in uns bin ich beruhigt, dass WIR nicht nur von der Maschine beherrscht sind; und uns nicht per Knopfdruck ein- und ausschalten lassen gegen\u00fcber den Katastrophen, welche sie auf diesem Planeten anrichten. Wir verk\u00f6rpern unseren Hass gegen dieses Herrschaftssystem der Vernichtung. Dem gegen\u00fcber steht unser lebendiger und aktiver Zusammenhalt f\u00fcr diejenigen die Drinnen und Draussen, am Tag und in der Nacht k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Freiheit f\u00fcr uns alle, Freiheit f\u00fcr Mumia, Freiheit f\u00fcr Marco, Freiheit f\u00fcr Alfredo, Freiheit f\u00fcr alle Gefangenen und Unterst\u00fctzung der Kampagne f\u00fcr die Langzeitgefangenen!<\/p>\n<p>Danke f\u00fcr die Briefe, Postkarten, den Stimmen, den Initiativen unter der Sonne und den Sternen, welche die Herzlichkeit der Solidarit\u00e4t \u00fcbermitteln.<\/p>\n<p>Ciao Costa! Ciao Silvia!<\/p>\n<p>Mit einer starken Umarmung<\/p>\n<p>Thun, 21 September 2010,<\/p>\n<p>Billy<\/p>\n<hr size=\"2\" \/>\n<p><strong>Die Welt um uns herum befindet sich in rasendem Wandel. Und trotzdem nehmen wir es kaum war. Die gestern proklamierten Neuheiten sind heute schon Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Was gestern noch beunruhigte und Revolten provozierte, haben wir heute schon akzeptiert, verdr\u00e4ngt oder vergessen. Wir leben in einer ewigen Gegenwart, als w\u00e4re die Welt nie anders gewesen, als k\u00f6nnte sie nie anders sein. Der Plastik und Beton, die Waren und Technologien, die Industrien und B\u00fcrokomplexe sind wenige Generationen alt, doch bereits weltumspannend und kaum mehr wegzudenken. T\u00e4glich nehmen wir unsere Umwelt hin, so wie sie ist, leblos, aber \u2013 funktionierend.<\/strong><\/p>\n<p>Die Idee des Fortschritts, der Maschinen als Mittel zur Emanzipation, des <em>per se<\/em> Gutheissens jeder technologischen Neuerung entpuppt sich sp\u00e4testens dann als Trugschluss, wenn wir die allgemeine Verarmung der menschlichen Beziehungen betrachten. Der Bezug zwischen unserer Umgebung und den Menschen, mit denen wir diese bewohnen, der Geschichte, die sie formte und letztlich uns selbst wird immer schw\u00e4cher. Die technische Organisierung der Gesellschaft, die extreme Spezialisierung und Arbeitsteilung, l\u00e4sst den Graben zwischen der T\u00e4tigkeit, die wir aus\u00fcben, und unserer F\u00e4higkeit, ihre Konsequenzen zu begreifen immer gr\u00f6sser werden. Doch die Faktoren, die diese Entwicklungen vorantreiben, \u00fcbersteigen uns nicht nur, die meisten scheinen nicht einmal Interesse daran zu hegen, deren Urspr\u00fcnge und Folgen zu bedenken. Was tr\u00e4gt dieser \u201cFortschritt\u201c voran und welchen \u00dcberlegungen oder Anforderungen entspringt er?<br \/>\nDie heuchlerische \u201cwissenschaftliche Neutralit\u00e4t\u201c stellt die Machtinteressen dahinter kaum in Frage. Es ist schwer zu \u00fcbersehen, dass die Forschungen haupts\u00e4chlich dazu dienen, die Produktivit\u00e4t zu steigern, die Ausbeutungsverh\u00e4ltnisse zu rationalisieren und festigen, die dazu notwendige Kontrolle \u00fcber das Leben zu vertiefen und somit in jeder Hinsicht die bestehende Ordnung zu erhalten. Als Fundament und Motor dieser Epoche sind Technologie und Wissenschaft \u2013 wohl die m\u00e4chtigsten \u2013 Mittel im Dienste der Herrschaft und als solche nie neutral gewesen.<\/p>\n<p>Doch wir wollen hier von einer Entwicklung sprechen, die noch eine Stufe tiefer in unsere Leben eindringt. Eine, die sich auf so kleiner Ebene abspielt, dass wir sie mit unseren eigenen Sinnen kaum mehr erfassen <em>k\u00f6nnen<\/em>. Dies dr\u00e4ngt uns in eine Abh\u00e4ngigkeit von wissenschaftlichen Experten, die uns, zu einem gewissen Zeitpunkt, \u00fcber Experimente und konkrete Anwendungen informieren, die bereits \u00fcber unseren K\u00f6pfen entschieden wurde. In den Universit\u00e4ten und Forschungszentren werden seit l\u00e4ngerer Zeit Bio- und Nanotechnologien entwickelt, die es erm\u00f6glichen, Materie auf molekularer und atomarer Ebene zu manipulieren. Hier geht es nicht mehr um einfache, r\u00e4umlich begrenzte Experimente: Sie haben sich die Welt zum Laboratorium gemacht. Die gentechnisch manipulierten Organismen, die Nanopartikel schreiben sich fortan, ebenso wie die radioaktiven Strahlungen, unwiderruflich in die Welt ein, die wir alle bewohnen. Unz\u00e4hlige Lebensmittel enthalten bereits derart manipulierte Stoffe. Die Bef\u00fcrworter dieser Technologien verk\u00fcnden \u00f6ffentlich ihren humanit\u00e4ren Gebrauch \u2013 in der Medizin, der Nahrungsproduktion, der allgemeinen \u201cVerbesserung\u201c unserer Lebensweise.<\/p>\n<p>Doch die wirklichen Interessen der Machthaber liegen wo anders . Wie die meisten technologischen Systeme, wurden auch die Nano- und Biotechnologien zu einem Grossteil im Rahmen milit\u00e4rischer Studien entwickelt. Ihr Potenzial, in jeden Bereich des Alltags einzudringen und so die soziale Kontrolle erheblich auszuweiten, wird schnell offensichtlich. Es existieren bereits intelligente Mikrochips in unsichtbarer Gr\u00f6sse (RFID), die auf jedem beliebigen Produkt platziert werden k\u00f6nnen, um seiner Bewegung zu folgen. Derart manipuliertes Saatgut, dass es j\u00e4hrlich neu gekauft werden muss, ist heute schon handels\u00fcblich. Staubkorngrosse Nano-Maschinen, die zu \u00dcberwachungszwecken gebraucht werden k\u00f6nnen oder Chip-Implantate mit pers\u00f6nlichen Informationen (wie der \u201cVeri-Chip\u201c der Firma ADS), werden in Zukunft wahrscheinlich Verbreitung finden.<\/p>\n<p>Wir wollen hier nicht eine weitere Liste der von dieser Gesellschaft produzierten Schrecken erstellen. K\u00f6nnten diese noch aufr\u00fctteln, m\u00fcssten tausend Herde der Revolte entstehen. Nein, denn \u201e<em>von allen Leidenschaften ist Angst diejenige, die die Menschen am wenigsten dazu dr\u00e4ngt, das Gesetz zu \u00fcbertreten<\/em>\u201c [Hobbes]. Trotz der erdr\u00fcckenden Pr\u00e4senz der herrschenden Ordnung m\u00fcssen wir zun\u00e4chst lernen, wieder zu tr\u00e4umen \u2013 von einem Leben ohne Leistungsdruck und Kontrollwahn, von einer ganz anderen Welt, in der wir uns weder von Menschen noch von Maschinen unterordnen lassen. Wir m\u00fcssen lernen, unsere Tr\u00e4ume in die Wirklichkeit zu tragen, mit all den K\u00e4mpfen, die dies impliziert&#8230;<\/p>\n<p>Mit den Machthabern, die diese Technologien f\u00f6rdern und denen sie zu Nutzen kommen, in Dialog zu treten, ist Zeit- und Energieverschwendung. In einem solchen Dialog werden sie immer gewinnen. Schliesslich stehen hinter diesen Entwicklungen nicht bloss die Phantasmen einiger Wissenschaftler und Technokraten, es ist die diesem ganzen Systam zugrundeliegende Logik, die in diese Richtung dr\u00e4ngt. In seinem Expansionsdrang verschlingt der Kapitalismus jeden Bereich der Existenz, der noch vermarktet werden kann. Nachdem schon l\u00e4ngst der ganze Planet unter seiner Herrschaft steht, versucht er diese nun zu vertiefen \u2013 und zwar bis ins kleinste Detail. Je Komplexer das System ist, desto gef\u00e4hrlicher sind die St\u00f6rungen. Dies ruft nach einer m\u00f6glichst umfassenden Kontrolle des Lebenden \u2013 dem <em>eigentlichen<\/em> Faktor der Unberechenbarkeit.<br \/>\nDiese Logik ist allen unter der Herrschaft des Kapitalismus entwickelten Technologien innewohnend. Solange wir nicht die F\u00e4higkeit besitzen \u2013 in der Verweigerung jeglicher Form von Herrschaft und aus sozialen und ethischen \u00dcberlegungen \u2013 zu entscheiden, welche technischen Entwicklungen die Freiheit beg\u00fcnstigen und welche unterwerfen, und daher vernichtet geh\u00f6ren, ist es absurd, \u00fcber ihren \u201cguten\u201c oder \u201cschlechten\u201c Gebrauch zu debattieren. Die vermeintliche technische Effizienz kann nur noch dank einer Spezialisierung erreicht werden, die die Diskussion \u00fcber deren Konsequenzen von den Betroffenen trennt und auf eine rein wissenschaftliche Ebene verbannt. Daher denken wir, dass es notwendig ist, einige Schritte zur\u00fcck zu setzen und diese Entwicklungen als das zu erkennen, was sie sind: Ein Angriff auf jegliche F\u00e4higkeit zur Selbstbestimmung unserer Leben. Wer mit diesem Wandel der Welt nicht einverstanden ist, dem bleibt nunmehr kein R\u00fcckzugsort. Unsere Ablehnung kann nur in einen Kampf m\u00fcnden, der auf die Zerst\u00f6rung dieser Technologien abzielt, das heisst, auf die Umw\u00e4lzung der ganzen sozialen Ordnung, die solche Monstr\u00f6sit\u00e4ten produziert.<\/p>\n<p><strong><em>einige Anarchisten<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>Mit diesem Flyer wollen wir auch unsere Solidarit\u00e4t mit dem Hungerstreik von Billy, Silvia, Costa und Marco ausdr\u00fccken, den sie vom 10. September an 20 Tage lang f\u00fchren. Erstere drei wurden am 15. April 2010 in Langnau am Albis (Z\u00fcrich) verhaftet, da sie angeblich vorhatten, das z\u00fcricher Forschungszentrum der IBM anzugreifen. Seitdem sitzen sie verteilt in drei schweizer Gef\u00e4ngnissen. Marco Camenisch wird schon seit bald 20 Jahren aufgrund von Sabotageakten im Kampf gegen Atomkraftwerke gefangengehalten.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der kollektive Hungerstreik der vier inhaftierten AnarchistInnen ist vorbei, aber Silvia hat sich dazu entschlossen weiterzumachen.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":2485,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[9,4],"tags":[55,699,56,53,57,54],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2458"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2458"}],"version-history":[{"count":16,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2458\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10449,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2458\/revisions\/10449"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2485"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2458"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2458"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2458"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}