{"id":2742,"date":"2010-11-25T19:05:53","date_gmt":"2010-11-25T17:05:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=2742"},"modified":"2010-12-09T08:13:15","modified_gmt":"2010-12-09T07:13:15","slug":"von-gruenau-bis-moabit-silvester-zum-knast","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/von-gruenau-bis-moabit-silvester-zum-knast","title":{"rendered":"Von Gr\u00fcnau bis Moabit&#8230; Silvester zum Knast"},"content":{"rendered":"<p><strong><center>Dynamischer Silvestertag gegen alle Arten von Kn\u00e4sten<br \/>\nund eine Gesellschaft der Einsperrung und Ausgrenzung!<\/strong><\/center><br \/>\n<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/silvester-2010-poster.jpg\" rel=\"lightbox[2742]\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright size-medium wp-image-2781\" title=\"Von Gr\u00fcnau bis Moabit... Silvester zum Knast\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/silvester-2010-poster-250x176.jpg\" alt=\"Dynamischer Silvestertag gegen alle Arten von Kn\u00e4sten und eine Gesellschaft der Einsperrung und Ausgrenzung!\" width=\"250\" height=\"176\" srcset=\"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/silvester-2010-poster-250x176.jpg 250w, https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/silvester-2010-poster-600x424.jpg 600w, https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/silvester-2010-poster.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a><em><strong>29. Dezember 2010<\/strong><\/em><\/p>\n<p>19:00 Uhr <em>Mobilisierungsveranstaltung<\/em> f\u00fcr den diesj\u00e4hrigen &#8220;Silvester-zum-Knast-Tag&#8221; im New Yorck 59<\/p>\n<p><em><strong>31. Dezember 2010<\/strong><\/em><\/p>\n<p>15:00 <em>Kundgebung vorm Abschiebeknast Gr\u00fcnau<\/em> (Gr\u00fcnauer Str. 140, Berlin-K\u00f6penick, n\u00e4he S-Bhf Spindlersfeld)<\/p>\n<p>22:45 <em>Demonstration vom U-Bhf Turmstrasse zur JVA Moabit<\/em> (Berlin-Moabit, U-Bahnlinie 9)<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><strong>&#8230;rei\u00dfen wir die Mauern ein, die uns trennen<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><em>Aufruf<\/em><\/p>\n<p><strong>Von Gr\u00fcnau bis Moabit&#8230;<\/strong><\/p>\n<p>Dynamischer Silvestertag gegen alle Arten von Kn\u00e4sten und eine Gesellschaft der Einsperrung und Ausgrenzung!<\/p>\n<p>In einer Zeit, in der kontinuierlich immer weitere Kn\u00e4ste gebaut werden, Terror-Panik und Sicherheitshysterie gesch\u00fcrt wird, die soziale Kontrolle unsere gesamten Lebensbereiche umfasst und h\u00e4rtere und l\u00e4ngere Haftstrafen gefordert werden, kommen wohl nur wenige Menschen auf die Idee Gef\u00e4ngnisse und deren Institution radikal in Frage zu stellen und diese abschaffen zu wollen.<\/p>\n<p>Die Geschichte von Kn\u00e4sten und die der Einsperrung als Strafma\u00dfnahme in der Form wie wir sie heute kennen ist keine 250 Jahre alt. Sie ist Teil einer sich entwickelnden b\u00fcrgerlichen Gesellschaft und eines kapitalistischen Systems &#8211; keinesfalls aber der Weisheit letzter Schluss.<\/p>\n<p>Gef\u00e4ngnisse standen seit ihrer Einf\u00fchrung daf\u00fcr gesellschaftliche Konflikte wegzusperren und unliebsame Teile aus der Gemeinschaft zu isolieren und verschwinden zu lassen. So waren die ersten die in Zuchth\u00e4usern, den quasi Vorg\u00e4ngerinnen von Gef\u00e4ngnissen, verschwanden und zu Arbeit gezwungen wurden vermeintliche Bettler_innen, \u201eumherstreifendes Gesindel\u201c, Alkoholiker_innen,, \u201earbeitsscheue Menschen\u201c, so genannte \u201esittlich verwahrloste Frauen\u201c und Sex-Arbeiterinnen. Neben dem wirtschaftlichen Interesse, welches hinter diesen Einrichtungen stand und f\u00fcr deren Vollbelegung sorgte, waren es immer auch strukturelle Macht- und Gewaltverh\u00e4ltnisse wie beispielsweise Alter, Herkunft, Gender, soziale Schicht, die bestimmten wer potenziell eher im Knast landete als andere. Mit der Fokussierung auf das Eigentum und dem wachsenden Interesse einer bestimmten Schicht daran, dieses sichern zu wollen, landeten im Laufe der Zeit immer mehr Menschen auf Grund von Eigentumsdelikten in den Gef\u00e4ngnissen. So machen heute Delikte, die direkt oder indirekt mit Eigentumsverh\u00e4ltnissen zu tun haben 90 Prozent der Inhaftierungsgr\u00fcnde aus, dazu werden Gef\u00e4ngnisse privatisiert und Inhaftierte zu Arbeiten f\u00fcr Hungerl\u00f6hne f\u00fcr den freien Markt gezwungen.<\/p>\n<p>Kn\u00e4ste sind keine L\u00f6sung f\u00fcr gesellschaftliche Konflikte. Strukturelle Gewaltverh\u00e4ltnisse sind integraler Bestandteil der Gesellschaft, in der wir leben und Kn\u00e4ste sind eben ein Teil davon. All zu oft jedoch werden diese Gewaltverh\u00e4ltnisse ausgeklammert oder nur in beschr\u00e4nkter Weise benannt. Abschottung vor Fl\u00fcchtlingen, Gewalt in der Familie, Polizeigewalt, Knast, Arbeitszwang sind nur einige Formen von gesellschaftlich legitimierter Gewalt, teils in Gesetze gegossen, teils akzeptiert oder hingenommen.<\/p>\n<p>Seit vielen Jahren gibt es an Silvester in Berlin eine Demonstration zum Knast in Moabit, um den Inhaftierten dort \u2013 stellvertretend f\u00fcr alle Gefangenen \u2013 zu zeigen, dass sie nicht allein und vergessen hinter den grauen Mauern weggesperrt sind. Dieses Jahr wollen wir bereits am Nachmittag eine Kundgebung vor dem Abschiebeknast Gr\u00fcnau abhalten. Diese Einrichtung steht exemplarisch f\u00fcr die rassistische Praxis des deutschen Staates und seiner Abschiebemaschinerie. V\u00f6llig grundlos \u2013 lediglich besitzen sie keinen deutschen Pass &#8211; werden hier Menschen teils \u00fcber Monate hinweg unter schlimmsten Bedingungen isoliert und eingesperrt um schlie\u00dflich in andere L\u00e4nder abgeschoben zu werden.<\/p>\n<p>An diesem Tag wollen wir auch Dennis J. und Oscar Grant gedenken. Beide wurden vor zwei Jahren von schie\u00dfw\u00fctigen Bullen get\u00f6tet. Dennis starb in den Abendstunden des 31. Dezember 2008 in Sch\u00f6nflie\u00df bei Berlin, nur wenige Stunden sp\u00e4ter Oscar Grant in den fr\u00fchen Stunden des 1. Januar 2009 in Oakland, Kalifornien in den USA. Die beiden stehen an diesem Tag symbolisch f\u00fcr viele weitere, die durch Kugeln der Repressionsorgane ihr Leben verloren haben und tagt\u00e4glich mit Polizeigewalt auf den Strassen konfrontiert sind.<\/p>\n<p><strong>Rei\u00dfen wir die Mauern ein, die uns trennen!<br \/>\nFreiheit f\u00fcr alle! <\/strong><\/p>\n<p><em>Webbanner<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/silvester-2010-webbanner.jpg\" rel=\"lightbox[2742]\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2782\" title=\"Von Gr\u00fcnau bis Moabit... 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