{"id":2989,"date":"2010-03-15T14:59:15","date_gmt":"2010-03-15T13:59:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=2989"},"modified":"2011-01-04T15:07:46","modified_gmt":"2011-01-04T14:07:46","slug":"update-zu-den-ermittlungen-gegen-die-conspiracy-of-the-cells-of-fire","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/update-zu-den-ermittlungen-gegen-die-conspiracy-of-the-cells-of-fire","title":{"rendered":"Update zu den Ermittlungen gegen die &#8220;Conspiracy of the Cells of Fire&#8221;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Demokratie inhaftiert wegen eines Fingerabdrucks auf einer Platikt\u00fcte<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/griechisches-parlament-nach-anschlag-am-9.01.2010.jpg\" rel=\"lightbox[2989]\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/griechisches-parlament-nach-anschlag-am-9.01.2010-206x250.jpg\" alt=\"griechisches parlament nach anschlag am 9.01.2010\" title=\"griechisches parlament nach anschlag am 9.01.2010\" width=\"206\" height=\"250\" class=\"alignright size-medium wp-image-2995\" srcset=\"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/griechisches-parlament-nach-anschlag-am-9.01.2010-206x250.jpg 206w, https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/griechisches-parlament-nach-anschlag-am-9.01.2010-496x600.jpg 496w, https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/griechisches-parlament-nach-anschlag-am-9.01.2010.jpg 505w\" sizes=\"(max-width: 206px) 100vw, 206px\" \/><\/a>Am 23. September 2009, nur wenige Tage vor der Wahl des neuen Parlaments, vollzogen die Repressionsbeh\u00f6rden in Griechenland einen Schlag gegen vermeintliche MitgliederInnen der Stadtguerillagruppe \u201cConspiracy of the Cells of Fire&#8221;. Sie drangen in ein Haus im Athener Bezirk Halandri ein, welches sie als den R\u00fcckzugsort der Gruppe bezeichnen. Mehrere Personen wurden im Haus verhaftet, vier von ihnen sitzen immer noch in Haft. Mehrere Personen konnten sich der Verhaftung entziehen und tauchten unter, gegen sie wurden Kopfgelder geh\u00e4ngt. Die &#8220;Conspiracy of the Cells of Fire&#8221; hat erkl\u00e4rt, dass die Inhaftierten nicht mit ihnen zu tun h\u00e4tten, also nicht Teil ihres Gruppenzusammenhanges sind. Die Aktion gingen auch unentwegt weiter, zum Beispiel mit einem Anschlag auf das Parlamentsgeb\u00e4ude. In den folgenden Monaten gerieten diejenigen in die Zielscheibe der Ermittler, von denen Spuren im Haus gefunden wurden. Mehrere Leute wurden verhaftet, aber sie befinden sich wieder auf freiem Fu\u00df, unter Auflagen wie dem Verbot das Land zu verlassen und die regelm\u00e4\u00dfig auf der \u00f6rtlichen Polizeiwache zu melden.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nAm 14.11. wurde Antigoni Ch. vor dem Squat Skaramagkas verhaftet, weil ihr Fingerabdruck auf einem Kerzenst\u00e4nder gefunden wurde. In den Medien wurde sie als &#8220;gef\u00e4hrliche Terroristin&#8221; dargestellt.<br \/>\nAm 5.1. wurde Nikos M. verhaftet, weil auf Bauteilen eines im Haus beschlagnahmten Computers Fingerabdr\u00fccke von ihm gefunden wurden.<br \/>\nAm 1.2. wurde ein 21-j\u00e4hriger verhaftet, weil auf einer Plastikt\u00fcte seine Fingerabdr\u00fccke gefunden wurden, die T\u00fcte wurde auch im Haus in Chalandri beschlagnahmt. Anfang M\u00e4rz wurde er entlassen unter Auflagen.<\/p>\n<hr>\n<p><strong>DIE DEMOKRATIE SOLL NICHT GEWINNEN<\/strong><\/p>\n<p>Vollst\u00e4ndiger Text des Kommuniqu\u00e9s der \u00bbGuerilla Group of Terrorists \u2013 Conspiracy of Cells of Fire\u00ab zum Sprengstoffanschlag auf das griechische Parlament am 9. Januar 2010<\/p>\n<p><em>\u00bbdies ist das tote Land,<br \/>\ndies ist Kaktusland,<br \/>\nhier werden die Steinbilder<br \/>\naufgestellt, hier empfangen sie<br \/>\ndas Bittgesuch aus eines toten Mannes Hand<br \/>\nunter dem Funkeln eines verl\u00f6schenden Sterns&#8230;<br \/>\n&#8230;zwischen die Idee und die Wirklichkeit<br \/>\nzwischen den Antrag und das Gesetz<br \/>\nf\u00e4llt der Schatten<br \/>\nzwischen die Empf\u00e4ngnis und die Sch\u00f6pfung<br \/>\nzwischen den Antrag und die Antwort<br \/>\nf\u00e4llt der Schatten.<br \/>\nDas Leben ist sehr lang<br \/>\nzwischen das Verlangen und das Zucken<br \/>\nzwischen die Potenz und die Existenz<br \/>\nzwischen das Wesentliche und das Anst\u00e4ndige<br \/>\nf\u00e4llt der Schatten<br \/>\nDenn dein ist das K\u00f6nigreich<br \/>\nDenn dein ist das Leben<br \/>\nAuf diesem Weg endet die Welt<br \/>\nNicht mit einem Wimmern<br \/>\nsondern Krach.\u00ab<\/em><\/p>\n<p>(umgedrehtes Exzerpt aus dem Gedicht \u00bbThe Hollow Men\u00ab von T.S. Eliot \u00fcber Guy Farks, der das britische Parlament sprengen wollte)<\/p>\n<p>Wenn es in unseren Tagen undenkbar klingt, dass sich jemand gegen Demokratie ausspricht ohne als Konservativer oder Faschist etikettiert zu werden, so liegt das daran, dass sich die Propaganda in den H\u00e4usern und K\u00f6pfen der Subjekte eingenistet hat. Ansonsten hat der Totalitarismus der Demokratie fr\u00fchere totalit\u00e4re Regime um nichts zu beneiden. W\u00e4hrend die da \u00bbunten\u00ab weiter ungerecht behandelt werden, und doch stets bereit sind sich \u00bbverarschen\u00ab zu lassen, beherrschen Vetternwirtschaft, Adelsherrschaft, M\u00e4nner des Hofes, bevorzugte M\u00e4nner, Gesch\u00e4ftsm\u00e4nner, Mediatoren, Kontraktoren und Verleger weiterhin das \u00f6ffentliche Leben.<\/p>\n<p>Die Gesellschaft f\u00e4hrt fort sie passiv zu tolerieren und will doch zur gleichen Zeit ihren Platz einnehmen. Die Begierde nach leicht zu erreichendem Reichtum, dem spektakul\u00e4ren Aufstieg in eine h\u00f6here Klasse, nach einer Karriere, der Akkumulation von Eigentum, der Sicherung materieller Objekte und doppelt verschlossenen T\u00fcren ist es, was der demokratische Wohlstand verspricht. Und so ergeben sich die willigen Subjekte dem Totalitarismus der kapitalistischen Souver\u00e4nit\u00e4t, gestellt vor eine demokratische Kulisse. Die Ausbeutung unserer Arbeit und unseres Lebens wird intensiver, das soziale Ungleichgewicht w\u00e4chst, die globale Polizei wird militarisiert, das Spektakel regiert \u2013 materiell, und dann entscheiden sich viele f\u00fcr die emotionale und intellektuelle Dekadenz. Das meiste hiervon ist nicht neu. Dies war, mehr oder weniger, der Zustand des sozialen Lebens unter jeglicher Autorit\u00e4t. Aber heute vers\u00fc\u00dft die Demokratie die bittere Pille. Demokratie ist der Putsch, der keine Panzer auf den Strassen rollen l\u00e4sst, sondern Fernsehkameras und die Mikrophone von Reportern. Die Demokratie regiert durch die Macht ihrer Propaganda. Arbeit wird als Grundrecht von der Verfassung gesch\u00fctzt, soziale Ungleichheit ist die Errungenschaft des freien Marktes und der Konkurrenz, die Polizei sch\u00fctzt und dient der sozialen Forderung nach Sicherheit, das Spektakel sch\u00fctzt die Meinungsfreiheit und dein direkter Nachbar ger\u00e4t vielleicht in eine Zwangslage, aber das bist ja nicht du, was geht es dich an&#8230;<\/p>\n<p>Der neue Sozialvertrag der Demokratie wird innerhalb des westlichen Kapitals unterschrieben: zwischen beschlagnahmten Autos, den endlosen Schlangen, die sich vor den Sozialhilfeeinrichtungen bilden, der Folter auf den Polizeirevieren, neuen Handy Sonderangeboten, Plasmabildschirmen, Arbeitslosenhilfe, psychologischen Problemen und Einsamkeit, aufwallendem Nationalstolz und unbezahlten Raten. Und, am allerwichtigsten: Nichts von alledem wurde irgend jemand aufgezwungen, es wurde nicht von einem General der Junta angeordnet. Dies sind \u00bbdie gro\u00dfen Errungenschaften des Volkes\u00ab. Deshalb sagen wir, dass Demokratie die Technik und die F\u00e4higkeit der Macht ist, nicht als Unterdr\u00fcckung verstanden zu werden. Der Kapitalismus ist der Boss und die Demokratie ist seine Sprecherin. Wir sind nicht so naiv zu glauben, dass die wenigen \u00bbErw\u00e4hlten\u00ab, denen die Leute ihre Stimme gegeben haben tats\u00e4chlich in Leitungspositionen sind. Sie sind offenkundig \u00dcberbringer staatlicher Anweisungen, die \u00bbverehrten Damen und Herren\u00ab. Die meisten von ihnen sind ohnehin nicht ernst zu nehmen. Die wichtigste Rolle der Demokratie ist es, gleich einer Nebelgranate die monstr\u00f6se kapitalistische Maschine zu verschleiern. Sie ist die systemische Ladenfront, nach Vorbild der \u00d6konomie der Mafia. Sie \u00bbw\u00e4scht dreckiges Geld\u00ab, h\u00e4lt die \u00bbWeste wei\u00df\u00ab, sorgt daf\u00fcr, dass alle \u00bbbezahlt\u00ab werden (vom Parkplatzw\u00e4chter bis zur S\u00e4ngerin), verf\u00fcgt \u00fcber eine Armee von Rausschmei\u00dfern (von offiziellen Polizisten bis zur Para-staatlichen Einheit) und sorgt daf\u00fcr, dass die Klientel (z.B. die stolzen Leute) immer rechtzeitig zahlt.<\/p>\n<p>Es w\u00e4re ein Fehler, wenn wir nicht an dieser Stelle auf die aufgewertete Rolle der Journalisten in diesen Gesch\u00e4ften eingehen w\u00fcrden. Heutzutage, in der Demokratie unser Zeit, haben die Medien die Rolle der Vermittler eingenommen, die traditionell f\u00fcr die politischen Parteien reserviert war. Es ist kein Zufall, dass eine wachsende Welle politischer Offizieller [in Griechenland] bekannte Journalisten sind. Dies ist Teil der fortgeschrittenen Kommunikationsstrategie der Demokratie. Jetzt wird es klar, wie Politiker und Journalisten Seite an Seite arbeiten. Ihre Rhetorik in der Nachrichtensendung mag sich von der in der Talk-Show unterscheiden, je nachdem wer spricht und wessen Interessen bedient werden \u2013 wie dem auch sei, sie haben eine gemeinsame Richtung: die Demokratie zur rechtfertigen und zu verteidigen. Alle Gespr\u00e4che und Unstimmigkeiten finden dort ihr Ende. Um das zu erreichen wird ein fiktiver Dialog zwischen Gesellschaft und Politikern erfunden und durch Journalisten vermittelt. Das ist es wof\u00fcr es die Wahrheit einer demokratischen \u00bb\u00f6ffentlichen Meinung\u00ab braucht. Sie konstruieren eine \u00bbunbewegliche\u00ab Wahrheit der Mehrheit, die niemand zu hinterfragen wagt. Die Wahrheit in Meinungsumfragen und Zahlen. Auf diese Art wird die \u00f6ffentliche Meinung Klientel der politischen Parteien, und umgekehrt. Auf diese Art formen Politiker und Journalisten soziale Beziehungen und ver\u00e4ndern sie nach Belieben.<\/p>\n<p>Zur gleichen Zeit ver\u00e4ndern sich die Beziehungen, wenn die Meinungsumfragen, die angeblich aus der Gesellschaft stammen, tats\u00e4chlich zur\u00fcckkehren und die Gesellschaft durch das Spektakel gestalten. So kommt es, dass die Leute, ganz so wie die Konsumenten, immer recht haben.<\/p>\n<p>In dieser merkw\u00fcrdigen Klientel-Beziehung beginnt die Demokratie, im Bunde mit den Journalisten, das soziale Verhalten zu formen. Insbesondere heute, da sich die Epidemie der Angst ausbreitet. Da gibt es zum einen die von Amerika gef\u00fctterten Angestellten des Polizeiministeriums mit ihren phantastischen Statements und den \u00bbdurchgesickerten Informationen\u00ab \u00fcber skrupellose Terroristen, und zum anderen die rei\u00dferischen \u00dcberschriften und Artikel der Journalisten \u00fcber die \u00bbzunehmende Gewalt\u00ab und \u00bbGewalt und Unsicherheit\u00ab. Auf diese Art quetschen sie verschiedene F\u00e4lle und unterschiedliche Vorkommnisse aus und schmei\u00dfen sie zusammen: Bank\u00fcberf\u00e4lle mit Taschendiebstahl, Brandanschl\u00e4ge mit Gesch\u00e4ften der Mafia, Entf\u00fchrungen reicher Leute mit Menschenhandel, das Aussetzen eines Kopfgeldes auf drei Genossen mit der Pr\u00e4mie, die auf die gedungenen M\u00f6rder von Konstantina Kuneva ausgesetzt wurde&#8230;<\/p>\n<p>Auf diese Art wird die Forderung nach Sicherheit restauriert und die Ideologie des Terrors produziert. Wir bringen diese Beispiele, weil wir unter ihrer F\u00fchrung einen gewissen Teil der Operation Demokratie wahrnehmen k\u00f6nnen. All die genannten Statements und Bekundungen sind in Wirklichkeit nicht daf\u00fcr gemacht dem Problem der Kriminalit\u00e4t entgegenzutreten. Zum einen bedient \u00bbKriminalit\u00e4t\u00ab gewisse Interessen des Staates. Das Ziel ist daher genau genommen weder Sicherheit noch Ordnung, sondern deren spektakul\u00e4rer Widerschein. Mit der Demokratie geschieht genau das Gleiche. Wenn der Minister der Polizeianstalt erkl\u00e4rt, dass er Athen nicht in eine Polizeistadt verwandeln will, wenn er sich mit \u00f6rtlichen Sprechern der Selbstverwaltung trifft, um \u00fcber die Sache mit der Kriminalit\u00e4t zu diskutieren und die Freiheiten der Demokratie verteidigt, indem er behauptet, Polizeiwachen und Parlament blieben \u00bbunbewacht\u00ab, sagt er einfach nicht die Wahrheit. Denn in Wirklichkeit ist die Demokratie der spektakul\u00e4re Widerschein und der Ersatz der Freiheit. Die Freiheit kann nicht existieren solange die Demokratie existiert.<\/p>\n<p>Und sicher, jenseits dieser Tricks und Techniken, selbst wenn die Demokratie im Wortsinne existierte, w\u00fcrden wir doch nie einen Grundsatz verstehen, der sich auf ein \u00bbobjektives\u00ab Recht der Vielen \u00fcber die Wenigen beruft. Die Geschichte hat gezeigt, dass wir kein Vertrauen in die Meinung der Massen haben sollten. Die Leute, die bereitwillig f\u00fcr sich den Begriff \u00bbdas Volk\u00ab akzeptieren und als Teil dessen reden, \u00bbWir das Volk, das f\u00fcr alles zahlt\u00ab, geben jedes kreative Selbstvertrauen preis und lassen sich treiben in die Trugbilder ihrer F\u00fchrer. Das ist das Volk. Eine l\u00e4rmende Masse mit gesenkten K\u00f6pfen, unabl\u00e4ssigem Jammern, Elend und Hordenmentalit\u00e4t, die das Leben auf wiederholte Operationen und Abfolgen von Regeln herabw\u00fcrdigt. Es gibt f\u00fcr uns keinen Grund, seine Urteile und Entscheidungen zu respektieren. Wir w\u00fcnschen uns eine Welt, in der alle individuell die Verantwortung \u00fcbernehmen, ihre Gedanken kommunizieren, Argumente austauschen, den Mut haben zu ihrer Meinung zu stehen, selbst wenn sie von der Mehrheit in Frage gestellt wird, ohne sich hinter Repr\u00e4sentanten und Vermittlern zu verstecken.<\/p>\n<p>In der Demokratie sind die W\u00e4hlenden nie mit ihrem Leben und ihrer Umgebung zufrieden. Immer beschweren sie sich \u00fcber etwas, regen sich auf, sind w\u00fctend und protestieren \u2013 aber alle vier Jahre wickeln sie ihr Bewusstsein in einen Wahlzettel und unterst\u00fctzen, wieder mal, das System. Sie verschieben wichtige Entscheidungen \u00fcber ihr Leben bis nach der n\u00e4chsten Wahl im Glauben daran, dass jemand geeigneteres, korrekteres, und gerechteres an die Macht kommen wird als der fr\u00fchere jemand. Sie weigern sich stur anzuerkennen, dass niemand besser dazu in der Lage ist ihr Leben zu f\u00fchren als sie selbst, denn sonst w\u00e4ren sie mit der Leerstelle in ihrem Leben konfrontiert, den Jahren der Resignation, einem ganzen Leben der Gefangenschaft \u2013 sie m\u00fcssten zugeben, dass sie Sklaven waren. Dass sie Opfer einer T\u00e4uschung waren \u2013 und niemand will sich selbst je derart herabw\u00fcrdigen, so etwas zuzugeben. Sie ziehen es immer vor, anderen die Schuld zu geben, den inkompetenten Politikern, den Fremden, den Terroristen, allen au\u00dfer sich selbst. Niemand greift sein eigenes Ego an, selbst wenn sie das System f\u00fcr die restliche Zeit auf sich herumtrampeln lassen. Uns geht es hingegen um das Infragestellen und den Bruch mit jedem dominierenden System, wie liberal es auch immer dargestellt wird. Wir erkennen, dass die Kraft unser Leben zu f\u00fchren in uns liegt \u2013 die Entscheidung dar\u00fcber, wie wir leben sollten geh\u00f6rt uns. Das ist etwas, das die W\u00e4hler sich weigern zu verstehen: die Macht, die sie selbst haben gesetzte Grenzen, Verbote, moralische Werte, Ideale zu \u00fcberschreiten und ihr Ego selbst zu definieren. Im Ergebnis glauben wir, dass die W\u00e4hler weitgehend selbst f\u00fcr das verantwortlich sind, was mit ihnen geschieht, da es die Entscheidungen ihres eigenen Lebens sind, die ihre Verh\u00e4ltnisse fortschreiben.<\/p>\n<p>\u00bb&#8230; Alles, was uns \u00e4ngstigt ergibt sich folgerichtig aus dem System, und wer den Terror verursacht ist der W\u00e4hler in uns, derjenige, der das System aufrecht erh\u00e4lt&#8230;\u00ab<br \/>\n(aus einem Interview mit dem Gefangenen V. Stefanakos)<\/p>\n<p>Inmitten all dessen ist die neue Stadtguerilla-Bewegung \u00bbkein trockener politischer Vorschlag, sondern die revolution\u00e4re Dimension des existentiellen Problems des Menschen. Im \u00dcbergang zur illegalen Aktion kehren sich die Begrenzungen des miserablen \u00dcberlebens der Routine um und verwirklichen ein revolution\u00e4res Sein.\u00ab<br \/>\n(Gruppe der Revolution\u00e4ren Internationalistischen Solidarit\u00e4t \u00bbChristos Kassimis\u00ab)<\/p>\n<p>Anfangen zu k\u00e4mpfen bedeutet damit aufzuh\u00f6ren dich selbst durch die Augen des Systems zu sehen, es dir nicht mehr zu gestatten, dich von Zw\u00e4ngen bestimmen zu lassen, von der Angst befreit zu sein. Dieses drohende Bed\u00fcrfnis nach Befreiung findet sich in Guerilla Gruppen und Revolution\u00e4ren Allianzen. Es ist verst\u00e4ndlich, dass der Feind diesen Unternehmungen gegen\u00fcber die Sprache der L\u00fcge und Verleumdung anwendet. Es beeindruckt uns nicht, dass die Propaganda der Demokratie wieder mal zu billiger List greift, wie der \u00bbTheorie der kommunizierenden Container\u00ab [die Polizei behauptet, dass bestimmte Guerilla Gruppen aus den gleichen Mitgliedern bestehen]. Die unterstellte Existenz einer zentralen Leitung, der wichtigen K\u00f6pfe, einiger spezialisierter Bombenbauer und einer gemeinsamen Revolutionskasse wollen die neue Guerilla Bewegung isolieren und als Arbeit einer dunklen Clique von Leuten mit suspekten Beziehungen darstellen. In der Praxis sind die Dinge viel einfacher. Das Bewusstsein und die Entschlossenheit bestimmter Personen, die Gewohnheit des \u00dcberlebens zu beenden, reichen aus, um vom Widerstand zum Angriff \u00fcberzugehen, die Frage der Befreiung zu stellen \u2013 nicht in einer vagen Zukunft f\u00fcr die folgenden Generationen, sondern in der andauernden Gegenwart; hier und jetzt, f\u00fcr sie selbst \u2013 dies ist die Art auf die eine Guerilla Gruppe entsteht. Aber der Gegner will dass die Geschichte sich als Farce wiederholt. Die \u00bbTheorie der kommunizierenden Container\u00ab ist ein Duplikat einer \u00bbTr\u00f6pfchen Theorie\u00ab genannten Technik aus den Jahren nach der Diktatur. Damals bestand die L\u00fcge darin zu behaupten, dass Faschisten und Leute aus der Junta in den Guerilla Gruppen und sozialen Konflikten dieser Zeit mit dem Ziel mitmachen, die Demokratie zu destabilisieren und die Junta wieder einzusetzen. Auch damals wurde die Existenz \u00bbdunkler Entscheidungszentren und einer gemeinsamen Leitung\u00ab angenommen. Es ist eine durchgehende Taktik des Staates, etwas, das er nicht erkennen m\u00f6chte in eine Richtung zu \u00bberkl\u00e4ren\u00ab, die er sich w\u00fcnscht. Im Versuch, die Ausbreitung der Praxis des Guerillakrieges zu verhindern, korrigiert die Autorit\u00e4t die Geschichte. Denn von nun an ist es offensichtlich, dass \u00fcberall in Griechenland ein diffuses Guerilla Netzwerk existiert, mit alten und neuen anarchistischen Organisationen, die Br\u00e4nde stiften, mit Sturmangriffen in den Innenst\u00e4dten, wie sie sich im Dezember materialisierten, mit der Organisation Anarchisten der Aktion in Kavala, sie alle zeigen, dass das Hinterland des griechischen kapitalistischen Territoriums niemals mehr sicher sein wird.<\/p>\n<p>Auf der Linie dieser Strategie haben wir am Samstagabend des 9. Januar eine Sprengvorrichtung im Hof des Parlaments platziert, neben das Denkmal des unbekannten Soldaten. Zwei Genossen gingen in den Hof, w\u00e4hrend zwei andere sich als Unterst\u00fctzungsgruppe in der weiteren Umgebung hielten. Die zwei Bullen, die in einer Entfernung von etwa acht Metern zu dem Punkt standen, an dem die Vorrichtung hinterlassen wurde, und die dort f\u00fcr eine ganze Weile standen, machten uns keinen \u00c4rger und wir fuhren mit dem Anbringen fort. Was den unterstellten Status der \u00bbUneindringbarkeit\u00ab betrifft, antworten wir, dass Entschlossenheit, Planung und Vorstellungskraft die Revolution\u00e4re bewaffnen, um zu erreichen, was als \u00bbunerreichbar\u00ab dargestellt wird. Ein imposantes Geb\u00e4ude \u00bbk\u00f6niglicher Herkunft\u00ab, der Tempel der Demokratie, umgeben von den sch\u00e4rfsten \u00dcberwachungssystemen und einer gro\u00dfen Anzahl Polizisten, war kein Hindernis f\u00fcr unsere Wahl. Die Wahl, die lautet, dieses Symbol anzugreifen, das Prestige der Demokratie, ohne jedes moralische Z\u00f6gern. Jeder Platz hat seine verwundbare Stelle und die Befriedigung ihn zu finden wird niemals vergehen. Was nun das kommunikative Spiel des angenommenen Nicht-Abzugs der Pr\u00e4sidentengarde aus dem Bereich des Angriffs betrifft, als einen heroischen Akt, so ist es zumindest ungenau. Offensichtlich ist die Wahrheit, die wir genauso wie der Feind kennen, dass sie vor der Explosion zum oberen Hof des Parlamentes verlegt wurde, damit sie geeignete Deckung haben. Wir wissen genauso gut wie die Sprengstoffexperten der Polizei, dass jeder, der in einem Radius von zehn Metern geblieben w\u00e4re, zumindest Verletzungen davon getragen h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich wollen wir klar machen, dass wir grob vier Monate nach unserer angeblichen Zerschlagung offensichtlich weiter aktiv sind. Das spektakul\u00e4re Fest nach der Erst\u00fcrmung eines Studentenhauses, in dem absolut nichts gefunden wurde, das in irgendeinen Zusammenhang mit unserer Organisation gestellt werden k\u00f6nnte, offenbart die Neigung des Systems zur Rache: Personen werden ins Visier genommen, andere ohne Prozess eingesperrt und die Strafverfolgung nimmt kein Ende, alles aufgebaut auf die politische Identit\u00e4t dieser Leute, ohne den geringsten Anhaltspunkt f\u00fcr eine Verbindung zu uns. Unsere Organisation hat, wie dem auch sei, keinen Schlag hinnehmen m\u00fcssen, im Gegenteil werden wir als Teil der revolution\u00e4ren Entwicklung kontinuierlich gest\u00e4rkt. In jedem Fall spricht unsere Aktion f\u00fcr sich selbst. Der Demokratie sollten wir keinen Respekt zeigen, nur Wut und Angriff.<\/p>\n<p>WIR FORDERN DIE UNVERZ\u00dcGLICHE BEENDUNG DER U-HAFT DER 3, F\u00dcR DIE CONSPIRACY OF CELLS OF FIRE ANGEKLAGTEN<\/p>\n<p>WIR FORDERN DAS ENDE DER STRAFVERFOLGUNG VON INDIVIDUEN, DIE IN BEZUG AUF UNSERE ORGANISATION BESCHULDIGT WURDEN<\/p>\n<p>DIE VERL\u00c4NGERUNG IHRES STATUS ALS GEISELN STELLT EINE OFFENE EINLADUNG F\u00dcR DIE INTENSIVIERUNG UNSERER ANGRIFFE DAR<\/p>\n<p>Wir vergessen nicht die Stadtguerillas und unorganisierten K\u00e4mpfer, die ihr Leben im Kampf gegen das System verloren haben, f\u00fcr die W\u00fcrde und die Freiheit von Ch. Kassimis, Ch. Tsoutsouvis, M. Prekas, Ch. Marinos, Ch. Temperekidis.<\/p>\n<p>Wir senden unsere Solidarit\u00e4t an den Guerillak\u00e4mpfer Dimitris Koufondinas, der in den wei\u00dfen Zellen der Demokratie eingeknastet ist.<\/p>\n<p>GUERILLA GRUPPE DER TERRORISTEN \u2013 CONSPIRACY OF CELLS OF FIRE<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Demokratie inhaftiert wegen eines Fingerabdrucks auf einer Platikt\u00fcte Am 23. 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