{"id":3069,"date":"2011-02-06T01:04:45","date_gmt":"2011-02-06T00:04:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=3069"},"modified":"2011-02-09T19:00:08","modified_gmt":"2011-02-09T18:00:08","slug":"zur-verhaftung-von-marie-fee-meyer-in-griechenland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/zur-verhaftung-von-marie-fee-meyer-in-griechenland","title":{"rendered":"Zur Verhaftung von Marie Fee Meyer in Griechenland"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/copkiller.jpg\" rel=\"lightbox[3069]\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/copkiller-250x166.jpg\" alt=\"Copkiller in Griechenland\" title=\"Copkiller in Griechenland\" width=\"250\" height=\"166\" class=\"alignright size-medium wp-image-3167\" srcset=\"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/copkiller-250x166.jpg 250w, https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/copkiller-600x399.jpg 600w, https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/copkiller.jpg 850w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a><em>Update 09.02.2011:<\/em> <strong>Heute Abend wurde Marie Fee erneut von Bullen verhaftet. Weitere Infos folgen.<\/strong><\/p>\n<hr>\n<p>Fee Marie Meyer wurde am Freitag den 14. Januar, nachmittags von M\u00e4nnern der Anti-Terror Einheit vor ihrem Haus in Athen festgenommen. Die Polizei hat offiziell best\u00e4tigt, dass ihr einziger \u201eBeweis\u201c gegen sie ihre Freundschaft zu Christos Politis sei, ein weiterer Anarchist, der sich in diesem Moment im Gef\u00e4ngnis befindet f\u00fcr die vermeintliche Partizipation in einer Stadtguerilla-Gruppe, wobei die Polizei es nicht einmal Wert findet deren Namen bekanntzugeben. Bald nach Fee\u2019s Verhaftung lie\u00df die Polizei eine verwunderliche, ergreifende und so wie bald bewiesen \u2013 fabrizierte Geschichte durchsickern: Fee war die vermeintliche Tochter des RAF Mitgliedes Barbara Meyer und ihr Vater wurde vermeintlich in einer Schie\u00dferei mit der Polizei in Wien get\u00f6tet. \u2018Meyer\u2019 ist bekanntlicherweise ein extrem h\u00e4ufiger Nachname in Deutschland: Die Barbara Meyer, die ein Teil der RAF gewesen sein soll, hat mit Fee\u2019s Mutter aber absolut nichts zu tun. Ein unwichtiges Detail f\u00fcr die kommerziellen Medien in Griechenland, die es darauf anlegten, die Polizeipropaganda schnell zu reproduzieren.<br \/>\nHier ein Brief von Fee Marie Meyer nach ihrer Entlassung und ein Text von einem griechischen Blog.<br \/>\n<!--more--><br \/>\n<center><strong>Offener Brief von Fee Marie Meyer  zu ihrer k\u00fcrzlichen Verhaftung<br \/>\ndurch die Anti-Terror Einheit, Freitag, 21. Januar, 2011 <\/strong><br \/>\n<\/center><\/p>\n<p>Nun, dass die Lichter der Show abgeschaltet wurden und die B\u00fchnenvorh\u00e4nge sich geschlossen haben, ist f\u00fcr mich die Zeit gekommen zu sprechen. So wie ich es will. Dar\u00fcber was passierte, welche Spiele auf meinem R\u00fccken ausgetragen wurden aber auch jenseits meiner Person: um \u00fcber die Dinge zu sprechen, die jedes denkende Individuum im griechischen Territorium betreffen sollten.<\/p>\n<p>Bez\u00fcglich meines \u2018Falles\u2019: mittlerweile bin ich ziemlich sicher, dass von dem Moment als meine pers\u00f6nlichen Details an die allseits bekannten \u00dcbergeschnappten der Anti-Terroristischen Einheit (was nat\u00fcrlich v\u00f6llig gerechtfertigt war \u2013 Ich trank ein Gl\u00e4schen mit den falschen Leuten) weitergegeben wurden, das Spielchen feststand. Als sie meinen Nachnamen googelten (in Griechenland so h\u00e4ufig wie Papadopolous) und stellt euch ihre Freude vor, als sie den reichhaltigen Hintergrund meiner \u201eFamilie\u201c feststellten. Dass mein Vater einen anderen Nachnamen hat, war ein unwichtiges Detail (solche von \u201eihrer Sorte schlafen ja ohnehin mit allen\u201c) genauso wie das Geburtsdatum meiner Mutter, dass nicht \u00fcbereinstimmte mit ihrer Geschichte. Von dem Moment an, an dem die Wirklichkeit nicht mehr \u00fcbereinstimmte mit ihrer Geschichte, musste sie angepasst werden. Ich spielte die Rolle, die sie f\u00fcr mich vorbereitet hatten. Sie entf\u00fchrten mich am Freitag [14ter J\u00e4nner] um 15:00, in dem Moment als ich mein Haus verliess um in die Sprachschule zu gehen in der ich unterrichte. Mindestens 10 Leute mit Balaklavas, brachten mich, nachdem sie mir auch eine \u00fcbergezogen hatten, in den 12ten Stock des Polizeihauptquartiers in Athen, ohne ein einziges Wort zu sagen. Dort nachdem ich von 6 Leuten verh\u00f6rt worden war, wurde mir eine Foto gezeigt auf dem ich mit meinem Freund und Kameraden Christos Politis zu sehen waren. Sie fragten mich, ob ich ihn kannte und nachdem ich positiv geantwortet hatte, dass er eine weitere Person ist, die sie unrechtm\u00e4\u00dfig verhaftet hatten, befahl ihr Kommandeur unversch\u00e4mt \u201emit dem \u00fcblichen Prozedere fortzufahren\u201c. Sie zogen mir alle Kleider aus, nahmen alle Details auf, stahlen mein Hemd und meine Socken \u2013 offensichtlich ohne mir zu sagen, welcher Sache ich angeklagt sei und nat\u00fcrlich ohne sich eine Dreck um meine Forderung nach einem Anwalt zu scheren. Die Zeit ist ein wichtiger Faktor, denn von 17:00 an, war die Geschichte \u00fcber meine Eltern bereits vollkommen ausgebrochen. Das erkl\u00e4rt perfekt, warum sie mich, w\u00e4hrend ich mich weigerte von ihnen fotografiert zu werden, sie mich mit ihren Mobiltelefonen fotografierten, um sich ein Bild von mir zu sichern. Sonst w\u00fcrde sich ihre hei\u00dfe Geschichte nicht so gut verkaufen lassen\u2026<\/p>\n<p>Ich weiss nun seit Jahren, wie diese Mechanismen funktionieren, v\u00f6llig verrottet bis ins kleinste Detail; wir wissen dass die Journalisten-Informanten (mit einer Handvoll doch so wichtiger Ausnahmen) hin und her schalten zwischen dem Reproduzieren von Polizeil\u00fcgen und dem Befehl den diese an die Bullen erteilen. Dazu bereit jegliches Leben zu zerfetzen, dass ihnen vor das Maul geworfen wird, dazu bereit Wahrheit zu verinnerlichen und L\u00fcgen auszuspucken. Niedertr\u00e4chtige Wesen\u2026<\/p>\n<p>Was ich f\u00fcr unvorstellbar hielt, zumindest pers\u00f6nlich, ist die v\u00f6llige Schamlosigkeit in der das im hier und jetzt passierte.<br \/>\nAls das Fiasko begann klar zu werden, und w\u00e4hrend ich pers\u00f6nlich noch nicht bewusst dar\u00fcber war, welcher Schmutz da als \u2018Wahrheit\u2019 dargestellt wurde, wurde ich ins B\u00fcro des Beamten f\u00fcr \u2018internationalen Terrorismus\u2019 gebracht. Er begann mich in ein \u2018freundliches Gespr\u00e4ch\u2019 zu verwickeln, dar\u00fcber wann genau mein Vater in der Schiesserei get\u00f6tet wurde! Meine Kinnlade musste in diesem Moment wahrhaftig bis zum Fussboden aufgeknallt sein, speziell als er mir l\u00e4chelnd erz\u00e4hlte \u201enun, ich bin mehr am internationalen Haftbefehl ihrer Mutter interessiert\u2026\u201c Das einzige was er nicht tat, war mich davon zu beschuldigen einen Kriminellen zu sch\u00fctzen, da ich vom Beginn an ihm die Namen meiner Eltern nicht gab\u2026<br \/>\nAber dann wieder tat ich eine Menge Dinge. So wie die Generalstaatsanw\u00e4ltin sagte, dass sie eine Menge an Sachen in meinem Haus konfiszierten \u2026B\u00fcrsten, Kleidungsst\u00fccke, Zahnb\u00fcrsten, Polster\u00fcberz\u00fcge\u2026gedrucktes Material. Material, das mit Sicherheit beweist, dass ich ein Anarchist bin, etwas das ich niemals versteckten w\u00fcrde und so wie es diese gebildete Frau, die Generalstaatsanw\u00e4ltin ausdr\u00fcckte so sprachgewandt ausdr\u00fcckte \u2013 Ich sein eine Terroristin, was es ihr sogar erlaubte meine Freiheit zu verweigern bis ein Richterkommitee \u00fcber meinen Fall entschied!<br \/>\nWenn sie mich daf\u00fcr verhaften will, dass ich eine Anarchistin bin, ja dann bin ich schuldig und ich werde das somit immer sein. Ich werde immer auf der Seite der Ausgebeuteten stehen, nicht auf der, der Ausbeuter, f\u00fcr immer, bis es keine Autorit\u00e4t eines Menschen \u00fcber den anderen und \u00fcber die Tiere und die Natur mehr gibt. Aber ich fordere \u00f6ffentlich und ernsthaft, dass die Anschuldigungen gegen mich sich \u00e4ndern. Dass sie die wahren Anschuldigungen hinschreiben, so dass niemand um den heissen Brei herumredet: dass sie die Anschuldigung \u00e4ndern in \u201eSie ist eine Anarchistin und sie kann lesen. Sie hat eine Beziehung mit vielen Menschen die noch immer k\u00e4mpfen und sie ist stolz darauf\u201c.<br \/>\nLadet, zielt und erschiesst uns an der Mauer von Keariani [eine Referenz zur Mauer in Athen an der Nazi-Soldaten Partisanen exekutierten &#8211; \u00dcbers.]<br \/>\nIch las irgendwo, dass sich das Gesicht eines politischen Regimes auf dem Weg zeigt in welchem es seine politischen Gegner behandelt. Der Ruhm von Griechenland! [popul\u00e4rer Ausdruck, der dazu verwendet wird, die Willk\u00fcr der Staatsmacht in Griechenland zu verdeutlichen -un\u00fcbersetzbar &#8211; \u00dcbers.]<br \/>\nDie Zeiten in denen wir leben sind fl\u00fcssig, fremdartig und einer st\u00e4ndigen Ver\u00e4nderung unterzogen. In Zeiten der institutionellen und finanziellen Krisen wird die Autorit\u00e4t immer mit der Karrotte auf dem Stock, sowie mit Angst und Sicherheit spielen. Sie wollen, dass niemand auf irgendwas reagiert, nichts ausspricht, nicht um sich herumblickt, nicht anders denkt, oder wo m\u00f6glich \u00fcberhaupt nicht denkt. Amputiert unser Gehirn bei unserer Geburt, los, um dem ein Ende zu bereiten!<br \/>\nSie versuchen \u00fcberall ihre furchteregende und absolute Homogenit\u00e4t durchzusetzen; ihre absolute und durch und durch studierte Unmenschlichkeit.<br \/>\nIn den griechischen Territorien werden in diesem Moment ungef\u00e4hr 40 Menschen f\u00fcr politische Gr\u00fcnde festgehalten. Die meisten von ihnen waren noch nicht einmal vor Gericht und werden trotzdem in Hochsicherheitsgef\u00e4ngnissen festgehalten; andere werden nicht in \u00f6ffentlichen oder offenen Verhandlungen vor Gericht gestellt; andere wieder werden ohne das kleinste bisschen Beweis gegen sie festgehalten, ausschlie\u00dflich wegen ihrer Einstellung, wegen ihrer auf Solidarit\u00e4t basierenden Lebenseinstellung die sie in ihren pers\u00f6nlichen Beziehungen einnehmen, festgehalten.<br \/>\nUltrakonservativ und einer immer faschistischeren Weise, wollen sie Isolation erzwingen, Einsamkeit, die Logik des \u201ejeder f\u00fcr sich\u201c; sie wollen, dass wir trash-Fernsehen schauen, Substanzen konsumieren, sowie die L\u00fcgen und das Spektakel. Nicht mit Bekannten sprechen, keine Menschen in unsere H\u00e4user einladen, niemanden treffen oder sie zu fragen uns besser schon mal ihre Polizeiaufzeichnungen zu zeigen, lieber nicht, wir k\u00f6nnten Probleme bekommen.<br \/>\nSie wollen dass wir aufh\u00f6ren zu f\u00fchlen, und basierend auf die niedrigsten \u00dcberlebensinstinke und nach dem Selbsterhaltungstrieb zu agieren, basierend auf dem Sadimus des T\u00fcrspions, in anderer Menschen Leben herumzuschn\u00fcffeln um in diesem Prozess das eigene Leben zu verlieren.<br \/>\nSie wollen dass wir hassen, alles verdammen das anders ist, Menschen von anderen Orten, Mitarbeiter anderer Sektoren, jeder der anders denkt oder anders lebt.<br \/>\nDie sind alle gef\u00e4hrlich und wir m\u00fcssen sie hassen, da Hass Angst erzeugt und vice-versa.<br \/>\nDas ist die Angst auf der sie herumtrampeln um ihre Todessicherheit aufzuzwingen, die sterbenden Laute einer Gesellschaft, die die letzten Verkn\u00fcpfungen denunziert, die sie als solche definieren.<br \/>\nIch glaube um das menschliche Element im Menschen zu definieren sind nur drei Worte ausreichend: W\u00fcrde-Freiheit-Solidarit\u00e4t. Niemand kann ohne die anderen beiden existieren, keine von diesen fallen vom Himmel. Sie erfordern Tugend und die Herausforderung. Aber diese sind die schwierigen Bedeutungen, die dem Menschen Substanz geben und die \u00dcberleben in Leben verwandlen.<br \/>\nSie k\u00f6nnen uns nur kontrollieren, uns in Fetzen zerreissen und uns isolieren, solange wir auf unseren Knien stehen mit unserem R\u00fccken nach vorne gebeugt, einer jedweden Karrotte nachjagend, die sie uns hinhalten.<br \/>\nLasst uns Widerstand leisten! Wenn wir unseren Kopf erheben und uns wieder in die Augen blicken, werden ihre wackelnden Strukturen wie ein Kartenhaus in sich zusammenbrechen. Denn heute mag die Katastrophe auf deinen Nachbarn gefallen sein, aber schon morgen k\u00f6nntest Du an der Reihe sein.<br \/>\nLasst uns Widerstand leisten! Weil es \u00fcberall auf der Welt Menschen gibt, die es wagen ihre K\u00f6pfe zu erheben. \u00dcberall und zu allen Zeiten, zu jedem einzelnen winzigsten Moment, wo man seinen Blick gen Himmel schweifen l\u00e4\u00dft und gegen den unendlichen Horizont, den sie seit ihrer Jugend vergessen haben, wird das menschliche Element im Menschen wiedergeboren.<br \/>\nGenug! wir haben zuviel und zulange toleriert! K\u00e4mpft f\u00fcr die ganze Welt und f\u00fcr Freiheit, k\u00e4mpft f\u00fcr unsere Leben und f\u00fcr die W\u00fcrde.<br \/>\nDer Staat und die Medien sind die einzigen Terroristen.<br \/>\nSolidarit\u00e4t f\u00fcr jeden der k\u00e4mpft ist nicht nur unsere Waffe, sie ist Gewissheit.<\/p>\n<p>Ein gut bekanntes Gedicht, leicht ver\u00e4ndert [von Martin Niem\u00f6ller &#8211; \u00dcbers.]<\/p>\n<p>Zuerst kamen sie zu meinem Nachbarn<br \/>\nund ich sagte nichts, weil er ein Ausl\u00e4nder war.<br \/>\nWenn sie f\u00fcr den n\u00e4chsten kamen wars ein Roma,<br \/>\nund wieder sagte ich nichts.<br \/>\nDann nahmen sie den Armen, den Landstreicher, den Anarchisten, den Linken<br \/>\nAm Ende kamen sie zu mir.<br \/>\nund erst da verstand ich, dass niemand geblieben war der reagieren h\u00e4tte k\u00f6nnen\u2026<\/p>\n<p>Fee Marie Meyer <\/p>\n<p>&#8212;&#8212;<\/p>\n<p><center><strong>\u201aDie verlorene Ehre der Marie Fee Meyer\u2018<\/strong><\/center><\/p>\n<p>1974 ver\u00f6ffentlichte Heinrich B\u00f6ll eine Kurzgeschichte, die heutzutage als prototypisches Beispiel f\u00fcr die Kritik gegen gewisse Praktiken der Zeitungen angesehen werden kann. Das gutbekannte Buch mit dem Namen Die verlorene Ehre der Katharina Blum handelt von der Geschichte eines gew\u00f6hnlichen M\u00e4dchens, das \u2013 aufgrund von zuf\u00e4lliger Treffen mit einem gesuchten Mann \u2013 in das Ziel der Polizei ger\u00e4t. Daraufhin starteten die Boulevardzeitungen jener Zeit (B\u00f6ll hat klargemacht, dass er die Bildzeitung insbesondere in dieser Geschichte anspricht) eine Kampagne, die sich bis zur selbstzerst\u00f6rerischen Verleumdung Katharina Blums zuspitzt, welche, durch das Zusammenwirken von Polizei und Presse, beginnt in einem kafkaesken Alptraum ohne Ende zu leben.<\/p>\n<p>Leider geschehen solche Vorf\u00e4lle nicht nur in der Literatur. Im wahren Leben k\u00f6nnen wir t\u00e4glich Rufmord und Verspottung von Menschen im Fernsehen und in der Presse beobachten. Eine Presse, die schamlos als Medienb\u00fcro der Zivilpolizei und Anti-Terroreinheit auftritt. In Zeiten des Internets ist es einfach zu erkennen, dass die meisten von jenen Journalisten nicht ein einziges Wort in ihren vermeintlichen Reportagen von den offiziellen und inoffiziellen Pressemitteilungen \u00e4ndern, die ihnen von ihren einzigen Informationsgebern \u2013 der Polizei \u2013 gegeben werden.<\/p>\n<p>Wir haben dieses Schauspiel in den letzten Tagen wiederholt bei der Verhaftung der 27-j\u00e4hrigen Marie Fee Meyer sehen k\u00f6nnen. Eine Tasse Kaffee mit einem Mann, der von der Polizei als verd\u00e4chtig angesehen wird, war genug, um sich verhaftet von der Anti-Terror-Einheit und dem medialen Gewinde wiederzufinden. In diesem Fall beschuldigten sich Polizei und Journalisten sogar gegenseitig, wer die Verantwortung f\u00fcr das billige Hollywooddrehbuch tr\u00e4gt: ihre Mutter war ein Mitglied der RAF und f\u00fcr viele Jahre aktiv; ihr Vater \u2013 auch ein gnadenloser Terrorist \u2013 wurde in einem bewaffneten Konflikt mit der Polizei get\u00f6tet\u2026 Keine der beiden Geschichten war, nat\u00fcrlich, wahr (es war nur der Gleichklang des weitverbreiteten deutschen Nachnamens, der den Stein ins Rollen brachte). Ihr Vater lebt und niemand aus ihrer Familie geh\u00f6rte je der RAF an. Eine formelle Richtigstellung aus Deutschland folgt, aber \u2013 wie es in solchen F\u00e4llen \u00fcblich ist \u2013 die Aufdeckung der Gegendarstellung betr\u00e4gt nur 1\/20 im Vergleich zur Enth\u00fcllung der Verleumdung.<\/p>\n<p>Neben all dem Spott und Hohn (mit all den Folgen, die sie im Alltag haben k\u00f6nnen), den Journalisten, ohne daf\u00fcr belangt zu werden, provozierten, gibt es auch ernstere Kollateralf\u00e4lle, die auf exakt der gleichen Art und Weise eine gewisse Stimmung schaffen, um Menschen festzunehmen und sie f\u00fcr 1-1,5 Jahren wegzusperren, in denen sie versuchen zu beweisen, dass sie nicht l\u00fcgen (wenn sie in der Lage sind, dies zu beweisen).<\/p>\n<p>In der B\u00f6lls Romanhandlung erscheint die Kl\u00e4rung des Falls der Katharina Blum in Gestalt der Selbstjustiz. Im wirklichen Leben, erleben wir jeden Tag die faschistischen Debatten in der Gesellschaft, die beklemmende polizei-juristische Kooperation, die staatliche Willk\u00fcr (sie alle sind in der Lage, <strong>Menschen zu schlagen, weil sie anderen \u00e4hneln<\/strong> \u2013 so wie es der Fall bei der Verhaftung von Dimosthenis Papadatos-Anagnostopoulos, Mitglied der Parlamentspartei Syriza, vor Kurzem war) und die gewagte mediale Politik in der F\u00fchrungsriege, die ohne Strafe davon kommt.<\/p>\n<p>Costas Despiniadis<\/p>\n<p><em>Quelle: <a href=\"http:\/\/radicaldesire.blogspot.com\" target=\"blank\">radicaldesire.blogspot.com<\/a>, deutsche \u00dcbersetzung: <a href=\"http:\/\/de.contrainfo.espiv.net\/2011\/01\/24\/%E2%80%9Adie-verlorene-ehre-der-marie-fee-meyer%E2%80%98\/\" target=\"blank\">de.contrainfo.espiv.net<\/a><br \/>\n<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Update 09.02.2011: Heute Abend wurde Marie Fee erneut von Bullen verhaftet. Weitere Infos folgen. Fee Marie Meyer wurde am Freitag den 14. Januar, nachmittags von M\u00e4nnern der Anti-Terror Einheit vor ihrem Haus in Athen festgenommen. Die Polizei hat offiziell&#46;&#46;&#46;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[1],"tags":[44,97,708,93,40],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3069"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3069"}],"version-history":[{"count":21,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3069\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3178,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3069\/revisions\/3178"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3069"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3069"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3069"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}