{"id":3285,"date":"2011-03-05T21:51:49","date_gmt":"2011-03-05T20:51:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=3285"},"modified":"2011-05-28T10:58:10","modified_gmt":"2011-05-28T08:58:10","slug":"redebeitrag-zur-demo-wegen-dem-tod-von-sliman-hamade","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/redebeitrag-zur-demo-wegen-dem-tod-von-sliman-hamade","title":{"rendered":"Redebeitrag zur Demo wegen dem Tod von Sliman Hamade"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/still-not-loving-police.gif\" rel=\"lightbox[3285]\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/still-not-loving-police.gif\" alt=\"Still not loving police - Fuck the Cops\" title=\"Still not loving police - Fuck the Cops\" width=\"100\" height=\"103\" class=\"alignright size-full wp-image-3298\" \/><\/a><em>In den Nachmittagsstunden des 5. M\u00e4rz versammelten sich in Berlin \u00fcber 300 Personen, um <a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/demo-gegen-polizeigewalt-in-berlin-am-5-maerz\">gegen Polizeigewalt zu demonstrieren und wegen des Todes von Sliman Hamade<\/a>, der vor einem Jahr nach einem Polizeieinsatz starb, ihre Wut auf die Strasse zu tragen. <\/p>\n<p>Unser Redebeitrag:<\/em><\/p>\n<p><center><strong>Die Polizei &#8211; dein Freund und Helfer?<\/strong><\/center><\/p>\n<p>Obwohl st\u00e4ndig versucht wird uns solch ein Bild zu verkaufen, stellt die Wirklichkeit die Dinge anders dar. Denn f\u00fcr wie viele von uns entspricht es tats\u00e4chlich der Realit\u00e4t, dass die Herren und Damen in Uniform daf\u00fcr da sind um uns zu besch\u00fctzen?<br \/>\n<!--more--><br \/>\nOffensichtlich nicht f\u00fcr diejenigen, die aufgrund von Arbeitslosigkeit oder geringen Einkommen sich zum Beispiel gezwungen f\u00fchlen anders an die Notwendigkeiten des Lebens heranzukommen, durch Wege und Mittel, die nicht als \u201elegal\u201c gelten; aber auch nicht f\u00fcr diejenigen, die keine g\u00fcltigen Papiere besitzen und \u201eillegal\u201c nach Deutschland kommen, weil ihre L\u00e4nder durch Kriege und Pl\u00fcnderungen zerst\u00f6rt werden, immer mit der Beteiligung von westlichen Staaten. F\u00fcr sie k\u00fcmmert sich die Polizei um eine schnelle Abschiebung.<\/p>\n<p>Und die FreundInnen und Familien von Sliman und Dennis? Viele BewohnerInnen von Stadtteilen wie Neuk\u00f6lln, Sch\u00f6neberg, Kreuzberg \u2013 um nur einige zu nennen \u2013 haben allzu oft gewisse Erfahrungen mit der Polizei gemacht, wo von Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft nichts zu sp\u00fcren ist. Die kaltbl\u00fctige Ermordung von Dennis und Sliman stellt die traurige Kr\u00f6nung dessen dar und kein Zufall, der in den verschlossenen R\u00e4umen eines Gerichtsgeb\u00e4udes aufgekl\u00e4rt werden kann.<\/p>\n<p>Dies wird nochmals durch den Prozess gegen die M\u00f6rder von Dennis klargestellt: der Sch\u00fctze hat zwei Jahre auf Bew\u00e4hrung bekommen, w\u00e4hrend jeder andere Mensch, der keine Uniform tr\u00e4gt, eine Gef\u00e4ngnisstrafe abzusitzen h\u00e4tte. Gegen die M\u00f6rder von Sliman wird  mit hoher Wahrscheinlichkeit demn\u00e4chst der Prozess er\u00f6ffnet werden, nachdem verschiedene Menschen den Fall wieder in die \u00d6ffentlichkeit gebracht haben. Unserer Meinung nach verdeutlicht dies nur das unsere Antwort auf Polizeigewalt \u2013 und die Polizei im Allgemeinen \u2013 nicht dem Staat \u00fcberlassen werden kann. Denn dieser wird nie seinen verl\u00e4ngerten Arm bestrafen. Deshalb rufen wir auch nicht zu einer Bestrafung durch Knast auf, stattdessen begr\u00fc\u00dfen wir mit Solidarit\u00e4t und Freude alle unterschiedlichen Handlungen, die im Alltag die Rolle der Polizei in Frage stellen.   Wir d\u00fcrfen dabei aber nicht vergessen das sie am Ende nur die willigen Wachhunde von Staat und Kapital sind. Zum Schutze der besitzenden Klasse und als handlanger von Politik, Richter und Staatsanw\u00e4lte, kurz, all jenen die ein Interesse am fortdauern des Bestehenden haben und uns das Elend aufzwingen welches uns umgibt. F\u00fcr sie bedeuten Worte wie Solidarit\u00e4t und gegenseitige Hilfe eine bedrohung einer Welt die sie auf Unterdr\u00fcckung und Ungleichheit aufgebaut haben.<br \/>\nAlle Menschen, die sich gegen diese Zust\u00e4nde wehren und versuchen diese Situation zu ver\u00e4ndern, m\u00fcssen sich mit der legitimierten Staatsgewalt \u2013 in alle seinen Erscheinungen \u2013 auseinandersetzen. Das haben wir neulich bei der R\u00e4umung des Hausprojekts Liebig14 in Friedrichshain gesehen, bei den Blockaden gegen den Naziaufmarsch in Dresden oder bei den Demonstrationen f\u00fcr Dennis, die mehrmals angegriffen worden sind. All dies spricht dagegen auch nur einen positiven Glauben in die Polizei und alle anderen uniformierten Besch\u00fctzerInnen dieser Ordnung zu schenken. <\/p>\n<p>Uns bleibt nichts anderes als unser eigenes Leben in die H\u00e4nde zu nehmen, ausgehend von Selbstorganisation und Selbstverwaltung, unabh\u00e4ngig von staatlichen Institutionen und Staatsgewalt, f\u00fcr eine w\u00fcrdiges und freudevolles Leben. Dieser Kampf kann sich in unseren Augen nicht den Regeln unterwerfen, die in den Gesetzb\u00fcchern niedergeschrieben sind, sondern braucht dessen gesundes Ablehnung, um <em>jetzt<\/em> anzufangen die Welt zu verwirklichen, die wir in unseren Herzen tragen.   <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den Nachmittagsstunden des 5. 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