{"id":3954,"date":"2011-05-08T17:06:08","date_gmt":"2011-05-08T16:06:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=3954"},"modified":"2011-05-10T21:44:37","modified_gmt":"2011-05-10T20:44:37","slug":"krieg-katastrophe-demokratie-gefangnis-wir-wollen-die-revolution","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/krieg-katastrophe-demokratie-gefangnis-wir-wollen-die-revolution","title":{"rendered":"Krieg, Katastrophe, Demokratie, Gef\u00e4ngnis &#8211; Wir wollen die Revolution"},"content":{"rendered":"<p><em>Ein Flyer, der im April auf den Strassen von Br\u00fcssel verteilt wurde. Publiziert wurde er auch in der 17. Ausgabe von Hors Service\/Buiten Dienst, eine dreiw\u00f6chige franz\u00f6sisch\/niederl\u00e4ndische anarchistische Zeitschrift aus Belgien. Infos: <a href=\"http:\/\/journalhorsservice.blogspot.com\" target=\"_blank\">journalhorsservice.blogspot.com<\/a> + <a href=\"http:\/\/krantbuitendienst.blogspot.com\" target=\"_blank\">krantbuitendienst.blogspot.com<\/a><\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/the-storm.jpg\" rel=\"lightbox[3954]\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright size-medium wp-image-3960\" title=\"The storm\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/the-storm-178x250.jpg\" alt=\"The storm\" width=\"125\" height=\"175\" srcset=\"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/the-storm-178x250.jpg 178w, https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/the-storm.jpg 428w\" sizes=\"(max-width: 125px) 100vw, 125px\" \/><\/a>In einer Zeit in der die Worte anscheinend ihre Bedeutung verlieren, wo die Sprache der Macht versucht all unsere Debatten zu penetrieren, denken wir, ist es sogar noch unumg\u00e4nglicher, eine klare Sprache zu sprechen. Lasst uns aufh\u00f6ren, wie die Papageien nachzuplappern, das was die Zeitungen schreiben, das was das Fernsehen uns zeigt, das was die M\u00e4chtigen uns weis machen wollen. Die Frage ist nicht zu jedem Preis im Konsens zu sein, noch alle zu konvertieren, sondern es geht darum mit unseren M\u00fcndern zu sprechen, sowie mit unseren Worten und aus unseren Schmerzen und mit unseren Hoffnungen.<\/p>\n<p><strong>DER KRIEG ODER\u2026 DIE REVOLUTION<\/strong><\/p>\n<p><!--more-->Der Beginn des NATO-Bombardements gegen die Gadaffi &#8211; treuen Kr\u00e4fte in Libyen hat einen fatalen Schritt markiert. Das was am Anfang ohne jeden Zweifel ein bewaffneter Aufstand eines bedeutenden Teils der Bev\u00f6lkerung gegen das herrschende Regime war, verwandelt sich langsam aber sicher in einen milit\u00e4rischen Krieg. Neben den selbst &#8211; organisierten Kr\u00e4ften des Widerstandes, die alle m\u00f6glichen Autorit\u00e4ten als \u201airregul\u00e4r\u2019 bezeichnen, scheint der Aufstand in Libyen zu einem Konflikt von entgegen gesetzten Armeen degeneriert zu sein. Und es ist kein Zufall, dass die \u2019Irregul\u00e4ren\u2019 von dort; der \u2019offiziellen Opposition\u2019 gegen\u00fcber, die die Hierarchien, R\u00e4nge und Kommandostrukturen von Gadaffis Armee kopierten, immer sehr misstrauisch waren. Tats\u00e4chlich hat die Militarisierung des Konfliktes die M\u00f6glichkeit eines radikalen Umsturzes der libyschen Gesellschaft begraben. Neue Uniformen, neue F\u00fchrer und neue Autorit\u00e4ten stellen f\u00fcr jene eine H\u00fcrde dar, die mit anderen gesellschaftlichen Beziehungen experimentieren wollen, den Beziehungen der Solidarit\u00e4t und der Gegenseitigkeit, der Selbst-Organisierung des Soziallebens zwischen den Menschen selbst, anstelle eines neuen Regimes, neuen staatlichen Strukturen, neuen F\u00fchrern und neuen Privilegien.<\/p>\n<p>In der heutigen Situation in Libyen geht es darum, die Aufst\u00e4ndischen nach allen M\u00f6glichkeiten zu unterst\u00fctzen, die gek\u00e4mpft haben und die in der Zukunft f\u00fcr eine tiefgehende Ver\u00e4nderung der Gesellschaft k\u00e4mpfen. So wie ein libyscher anarchistischer Gef\u00e4hrte gesagt hat, es geht darum die Erpressung der Macht zu verweigern \u2013 sei es Gadaffi, die offizielle Opposition oder die NATO, die die M\u00f6glichkeit der sozialen Revolution ersticken wollen, indem sie alles in Richtung eines milit\u00e4rischen Krieges bewegen. Lasst uns diejenigen niemals vergessen, die gestorben sind, w\u00e4hrend sie f\u00fcr die Freiheit gek\u00e4mpft haben und die nur indem sie ihrer St\u00e4rke vertrauten, ein monstr\u00f6ses Regime herausgefordert haben und dabei ihre Leben aufs Spiel setzten.<\/p>\n<p><strong>KATASTROPHE\u2026 ODER REVOLUTION<\/strong><\/p>\n<p>Das was in Japan passierte, ist kein nat\u00fcrliches Desaster sondern eine soziale Katastrophe. Das was in den japanischen Kernkraftwerken passiert ist, ist kein ungl\u00fccklicher Unfall, sondern eine traurige Konsequenz einer Welt voller Industrien, die ihr Gift herauskotzen, von \u00fcberall verteilten Kernkraftwerken, die eine schwere und tragische Hypothek auf das Leben und die Freiheit auf der Erde aufgenommen haben, einer Wirtschaft, die den Planeten und den menschlichen Geist vergiftet, durch den Gehorsam auf der Suche nach mehr Profit f\u00fcr die Reichen und M\u00e4chtigen.<\/p>\n<p>In Japan sind gerade ganze Regionen eingekreist und militarisiert. Nach der Konstruktion von Kernkraftwerken, nachdem die Interessen der kapitalistischen Wirtschaft vor alles andere gestellt wurden, pr\u00e4sentiert sich der japanische Staat als der einzige Akteur, der die Situation retten kann, f\u00fcr die Verwaltung des Desasters und der \u201aHilfe f\u00fcr die Menschen\u2019. Indem sie in den zerst\u00f6rten Gebieten der Insel ein Milit\u00e4rregime installieren, indem sie ein wissenschaftliches Kontrollregime errichten, das die Bewohner rund um die von Strahlung kontaminierten Zonen zu einfachen Nummern macht, zu Radioaktivit\u00e4tsquoten oder noch schlimmer zu Versuchskaninchen, verst\u00e4rkt der Staat seinen Einfluss auf die Bev\u00f6lkerung. Und von der sehr realen nuklearen Bedrohung ver\u00e4ngstigt, eilt die Bev\u00f6lkerung in die H\u00e4nde ihres Retters&#8230;<br \/>\nAber die Ursache eines Problems kann nicht zur selben Zeit seine L\u00f6sung sein; wenn die Ursache weiter existiert, vervielf\u00e4ltigt sich das Problem. Und das Problem sind nicht die nat\u00fcrlichen Desaster, sondern die Welt der Industrien und der Kernkraftwerke, der unbewohnbaren Metropolen und der verw\u00fcsteten Landgegenden. Entweder wir lassen es zu, dass die permanente Katastrophe in dieser Welt weitergef\u00fchrt wird, oder wir ver\u00e4ndern den Weg auf radikale Weise indem wir die Wirtschaft entthronen und seinen K\u00f6nig, das Geld, indem wir aufh\u00f6ren den Wissenschaftlern und Experten zu glauben um L\u00f6sungen f\u00fcr Probleme zu finden, die sie selbst erschaffen haben und dabei neue Wege des Zusammenlebens erfinden. Es gibt entweder die Katastrophe dieser Welt voller Grauen, oder die soziale Revolution.<\/p>\n<p><strong>DIE DEMOKRATIE ODER\u2026 DIE REVOLUTION<\/strong><\/p>\n<p>Nach dem Siegesgeschrei das von \u00c4gypten und Tunesien kam, Geschrei das unsere Medien in eine Hommage an die westliche Demokratie verwandelte, steht eine neue Ordnung kurz davor sich aufzuzwingen. \u00c4gyptische Truppen schiessen erneut auf die Massen in Revolte, tunesische Gef\u00e4ngnisse f\u00fcllen sich mit Aufst\u00e4ndischen, die f\u00fcr viel mehr k\u00e4mpften, als einfach nur f\u00fcr einen Regimewechsel, verschiedenste politische und religi\u00f6se Erpresser machten alles, um zu versuchen die Wut zu rekuperieren und kanalisieren in Richtung von widerlichen Nationalismen und unterdr\u00fcckenden Religionen. Aber trotz der wachsenden Repression gehen die K\u00e4mpfe weiter. W\u00e4hrend in \u00c4gypten die wilden Streiks gegen die alten und neuen Bosse weitergehen, verbleiben auch noch heute ganze Regionen von Tunesien aus der Reichweite der Klauen des tunesischen Staates, die sich im Angesicht ihrer materiellen Bed\u00fcrfnisse selbst organisieren, mittels der Umsetzung der Praxis der Gegenseitigkeit und der Solidarit\u00e4t anstelle der kapitalistischen Konkurrenz, dem Zur\u00fcckk\u00e4mpfen der Dorfpolizisten, der politischen Chefs und Richter, die als Ma\u00dfnahmen zum Ausdruck der Erstickung der Freiheit identifizierbar sind.<\/p>\n<p>Alles wird versucht um die Menschen vergessen zu lassen, dass das Potential besteht jenseits der Alternative zwischen Diktatur und Demokratie, dass es m\u00f6glich ist mit neuen Formen des Zusammenlebens zu experimentieren, die nicht vom Staat geleitet werden, seien sie gew\u00e4hlt oder direkt aufgezwungen. Dass andere M\u00f6glichkeiten zur Wahl stehen, als sich einer grimmigen Unterdr\u00fcckung zu unterwerfen, wie in einem Grossteil der Welt Realit\u00e4t und einen sozialen Frieden zwischen Ausgebeuteten und Ausbeutern zu respektieren und sich mit Brotkrumen zufrieden zu stellen, wie das hier oft so passiert.<\/p>\n<p>Alles wird versucht, um zu vergessen zu machen, was die M\u00e4chtigen von \u00fcberall, demokratisch oder diktatorisch, b\u00f6sartig oder nett, grimmig oder menschlich, am meisten f\u00fcrchten: eine soziale Revolution, die den Ursachen der Ausbeutung und der Unterdr\u00fcckung ein Ende bereitet.<\/p>\n<p><strong>DAS GEF\u00c4NGNIS ODER\u2026 DIE REVOLUTION<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr jene die sich entschlossen haben, sich auf den Weg des Kampfes f\u00fcr die Freiheit zu machen, f\u00fcr die wirkliche Freiheit, haben ihre Feinde am Ende nur zwei Antworten: Kugeln oder Gef\u00e4ngnis. Vor kurzem wurden einige anarchistische Gef\u00e4hrten aus Italien von der Repression getroffen. F\u00fcnf Gef\u00e4hrten aus Bologna werden nun im Gef\u00e4ngnis festgehalten, 60 H\u00e4user wurden \u00fcber Italien verteilt durchsucht. Angeklagt mit \u2019organisiertem Verbrechen\u2019, wurden sie vom italienischen Staat eingesperrt, in der Hoffnung so die K\u00e4mpfe gegen die Abschiebelager durch Klandestine, die sich durch Angriffe auf die Verantwortlichen der Abschiebemaschinerie ausdr\u00fccken; ihre K\u00e4mpfe in Solidarit\u00e4t mit den Aufst\u00e4ndischen von der anderen Seite des Mittelmeeres, durch die Angriffe auf die italienischen Unternehmen, die durch das Regime von Gaddaffi \u00fcber den Import von Gas und Erd\u00f6l und dem Export von Waffen, die dazu dienen die Revolten zu unterdr\u00fccken (dieselben Unternehmen sind im \u00fcbrigen auch Kandidaten f\u00fcr die Konstruktionen von Kernkraftwerken in Italien und die auch von Widerstand begleitet werden); ihre unnachgiebige Wahl f\u00fcr die Revolte im Ziel auf all die Strukturen der Herrschaft.<\/p>\n<p>Wenn wir von ihnen sprechen, dann ist das weil wir uns in ihren K\u00e4mpfen wieder erkennen, weil wir sie mit ihnen teilen, auf der anderen Seite der Grenze das Verlangen der Freiheit das sie durch ihren Kampf in Worten und in Handlungen, entz\u00fcndeten. Kein Gef\u00e4ngnis kann unseren Kampf f\u00fcr die Freiheit und unsere Solidarit\u00e4t mit den italienischen Gef\u00e4hrten jemals stoppen, sowie mit den eingesperrten Gef\u00e4hrten in anderen L\u00e4ndern der Welt, es geht darum weiter zu machen, immer weiter zu machen mit der Hoffnung im Herzen und den geballten F\u00e4usten &#8211; um die Herrschaft zu unterh\u00f6hlen.<\/p>\n<p><strong>LASST UNS DAS PULVERFASS ENTZ\u00dcNDEN.<br \/>\nM\u00d6GE DER WIND DER FREIHEIT WEHEN, M\u00d6GE SICH DER STURM DES AUFSTANDES ENTFACHEN.<\/strong><\/p>\n<p>Anarchisten<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetung von Hors Service &#8211; Br\u00fcssel<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Flyer, der im April auf den Strassen von Br\u00fcssel verteilt wurde. Publiziert wurde er auch in der 17. Ausgabe von Hors Service\/Buiten Dienst, eine dreiw\u00f6chige franz\u00f6sisch\/niederl\u00e4ndische anarchistische Zeitschrift aus Belgien. 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