{"id":4267,"date":"2011-05-28T10:50:04","date_gmt":"2011-05-28T08:50:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=4267"},"modified":"2014-12-26T22:39:50","modified_gmt":"2014-12-26T21:39:50","slug":"schweigen-ist-gehorsam-es-ist-es-wert-fuer-einen-traum-zu-leben-gedanken-fuer-die-entwicklung-eines-programms-der-destabilisierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/schweigen-ist-gehorsam-es-ist-es-wert-fuer-einen-traum-zu-leben-gedanken-fuer-die-entwicklung-eines-programms-der-destabilisierung","title":{"rendered":"Schweigen ist Gehorsam. Es ist es wert, f\u00fcr einen Traum zu leben. Gedanken f\u00fcr die Entwicklung eines Programms der Destabilisierung."},"content":{"rendered":"<p><em><span class=\"dropcap\">D<\/span>ie griechische <\/em>Revolution\u00e4re Organisation 6. Dezember<em> hat die Verantwortung f\u00fcr eine Bombe \u00fcbernommen, die in einem Finanzamt im Athener Stadtteil Neos Kosmos am 23. M\u00e4rz 2011 hinterlassen wurde. Hier die \u00dcbersetzung des 12-seitigen Kommuniqu\u00e9s, welches an die linke Wochenzeitung &#8216;To Pontiki&#8217; geschickt wurde. Die Bombe wurde von den Bullen entsch\u00e4rft, nachdem es eine anonyme Warnung gab.<br \/>\nDie Gruppe entstand nachdem <a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/tag\/alexandros-grigoropoulos\" target=\"_blank\">Alexandros Grigoropoulos<\/a> am 6. Dezember 2008 in Athen von Bullen erschossen wurde. Am 21. Dezember wurden Patronen an den Journalisten Yiannis Pretenteris, einen der arrogantesten und schmutzigsten Journalisten der griechischen Medien, und an den Rechtsanwalt Alexis Kougias, welcher Epaminondas Korkoneas, den M\u00f6rder von Alexandros, verteidigte, versandt. Au\u00dferdem bekannte sich die Gruppe zu einer <a href=\"http:\/\/en.contrainfo.espiv.net\/2011\/05\/30\/r-o-december-6th-communique-for-the-bomb-attack-against-the-ministry-of-press-in-january-2010\/\" target=\"_blank\">Bombenexplosion auf ein Ministeriumsgeb\u00e4ude am 15. Januar 2010<\/a>.<\/em><\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><strong>Schweigen ist Gehorsam. Es ist es wert, f\u00fcr einen Traum zu leben.<br \/>\nGedanken f\u00fcr die Entwicklung eines Programms der Destabilisierung.<\/strong><\/h4>\n<p><em>Zeig mir das Ziel aber zeig mir auch den Weg\/<br \/>\nSo verbunden sind Ziel und Weg\/<br \/>\ndass sich das eine immer mit dem anderen \u00e4ndert\/<br \/>\nund neue Wege immer neue Ziele \u00f6ffnen<\/em><br \/>\nF. Lassas<\/p>\n<p>Stellung zu nehmen ist eine Tat politischer Verantwortung. Sie bedeutet, dass du die Tragweite des Kampfes und sein permanentes aufs Spiel setzen verstehst. Eine These ist nicht nur eine individuelle Angelegenheit. Sie beginnt bei jedem Einzelnen und endet bei allen. Sie ist ein Projekt. Sie ist der Weg auf dem wir wahrhaftig kommunizieren, den Problemen ins Auge schauend. So entwickeln wir uns, so schreitet der Kampf fort. Am 28. M\u00e4rz 2010 werden bei der Explosion einer Bombe, die von Unbekannten im Stadtteil Patissia gelegt worden war, ein 15j\u00e4hriger Afghane get\u00f6tet und seine Schwester schwer verletzt. Zuerst haben wir die Pflicht, zu erkl\u00e4ren, dass unserer Organisation keinerlei Verbindung mit diesem Geschehen hat. Wir wissen auch heute noch nicht, wer jene Bombe gelegt hat, was wir allerdings sicher wissen ist, dass die Verd\u00e4chtigungen und die Vermutungen st\u00e4rker sind, als das, was vielleicht tats\u00e4chlich an jenem Abend in Patissia geschah. Deswegen m\u00fcssen wir sprechen.<\/p>\n<p>Wir durchlaufen eine besonders entscheidende historische Situation. Die Diktatur des IWF, die Griechenland auferlegt wurde und alles was damit zusammenh\u00e4ngt, fordert unsererseits eine Mobilisierung von Kr\u00e4ften. Sie gebietet den Austausch von Meinungen \u00fcber unsere M\u00f6glichkeiten, die kommenden gesellschaftlichen Explosionen zu entz\u00fcnden. Doch die Bombe in Patissia hat uns von dieser Ausrichtung entfernt. Nicht weil wir Argumente unseres gerecht gef\u00fchrten Kampfes verloren haben sondern haupts\u00e4chlich, weil wir unfruchtbare Verm\u00e4chtnisse hinterlassen haben. Das Schweigen ist alles andere als neutral. Es hat Auslegungen, Argumente und Projekte. Es bedeutet, dass jeder tun kann, was er will, so wie er will und sich hinterher hinter dem Schleier der Anonymit\u00e4t verstecken kann.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen also klar stellen, dass der bewaffnete Kampf weder \u201eHeldentum\u201c noch \u201eHeldentaten\u201c hat, er hat allerdings Trag\u00f6dien. Dass er keine pers\u00f6nliche Angelegenheit ist und das der St\u00e4rke der Methode eine riesige politische Verantwortung folgt. Dass, wenn die Bomben und die Kugeln ihr Ziel nicht finden, sie verh\u00e4ngnisvoll f\u00fcr Unschuldige und f\u00fcr die Genossen selbst, f\u00fcr den Kampf werden k\u00f6nnen. F\u00fcr die Bewegung und ihre Geschichte. Wir sagen nicht, dass wir fehlerfrei sind, noch dass im Rahmen des Kampfes keine tragischen Unf\u00e4lle passieren k\u00f6nnen. Genau aus diesem Grund aber ist dieses Problem nicht nur ein operationelles, sondern ein zutiefst politisches. \u00dcber die Organisation eines vollst\u00e4ndigen Planes und \u00fcber die Vorsicht hinaus braucht es also vor allem Bewusstsein. Das Verst\u00e4ndnis des Revolution\u00e4rs f\u00fcr die Tragweite seiner Tat. F\u00fcr ihr Risiko und ihre m\u00f6glichen Folgen. Der Tot eines Unschuldigen kann nicht als Kollateralschaden eines Krieges behandelt werden, selbst wenn der Krieg gerecht ist. Deswegen ist Schweigen nicht nur verd\u00e4chtig sondern auch gef\u00e4hrlich. Die \u00dcbernahme von Verantwortung in solch einem Fall ist keine Bu\u00dfe. Sie ist f\u00fcr den Revolution\u00e4r die Verteidigung seiner selbst und seiner Geschichte, dient dazu, seinen Charakter und seine Selbstkritik den \u201eKollateralsch\u00e4den\u201c des Feindes entgegen zu stellen. Sie dient dazu, den Kampf nicht Verdrehungen und Verleumdungen auszusetzen.<\/p>\n<p>Das Schweigen nach dem Verlust eines Unschuldigen bedeutet automatisch auch den Verlust unseres grundlegenden strategischen Strebens. Der Krieg gegen den Staat und nur gegen ihn. Die W\u00fcrde. Wir haben auch in unserer letzten Erkl\u00e4rung geschrieben, dass wir nicht die Waffen vorschlagen, denn diese allein machen noch keinen Revolution\u00e4r. Einer der Gr\u00fcnde daf\u00fcr, dass wir diese Haltung mit aller Kraft verteidigen, ist unsere absolute ablehnende Haltung gegen\u00fcber jeder Art \u201epsychedelischer Ideologie\u201c von den Zwecken, die die Mittel heiligen.<\/p>\n<p>Wir sind nicht stark\u00f6pfig wir f\u00fchren keinen Religionskrieg, es gibt keinen heiligen Zweck, der unsere Mittel heiligt. Es gibt nur Entscheidungen und Verantwortung. Und auf dieser Basis werden wir alle beurteilt. Der Stadtguerillero ist weder eine \u201eheilige\u201c noch eine \u201etragische\u201c Figur. Er ist das Subjekt, das, seine pers\u00f6nlichen Widerspr\u00fcche bek\u00e4mpfend, begreift, dass es eine riesige Last historischer und politischer Verantwortung tr\u00e4gt. Das pers\u00f6nliche Risiko, dass er f\u00fcr seine Freiheit und sein Leben auf sich nimmt, macht ihn auf keinen Fall unkritisierbar. Im Gegenteil, die Dynamik der Mittel, mit der er zu agieren w\u00e4hlt, haben eine entsprechende Auswirkung (pers\u00f6nlich, gesellschaftlich, repressiv) die jede seiner Bewegungen entscheidend macht.<\/p>\n<p>Die Kritik, die bei vielen Furcht oder Wut ausl\u00f6st, bedeutet nicht nur Vorw\u00fcrfe, Fronten oder Polemik. Kritik bedeutet f\u00fcr uns die kollektive Bewertung von Erfahrungen, um Fehler in unseren nachfolgenden Aktionen zu vermeiden. Bedeutet, dass wir (wieder) wissen\/uns (wieder) kennenlernen. Eine Diskussion \u00fcber die aktuelle Frage nach dem bewaffneten Kampf anl\u00e4sslich der Ermordung des K\u00e4mpfers L. Fountas, des Todes des 15j\u00e4hrigen Afghanen, aber auch der Festnahmen der verfolgten Genossen wegen Mitgliedschaft im E.A., ist f\u00fcr uns eine Frage entscheidender politischer Bedeutung. Es ist unser Beitrag, unter Verst\u00e4ndnis f\u00fcr den Anteil politischer Verantwortung, den wir als handelnde Subjekte haben, um Br\u00fccken der Kommunikation zu erhalten aber auch wieder aufzubauen. Es ist unsere strategische Ausrichtung, den bewaffneten Kampf im Ma\u00dfe unserer F\u00e4higkeit mit den nunmehr ges\u00fcndesten Bedingungen dialektisch mit der Bewegung zu entwickeln.<\/p>\n<p>Unter den heutigen gesellschaftlichen Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnissen w\u00e4re es unpassend oder vielmehr gef\u00e4hrlich, den bewaffneten Kampf als zentrale politische Wahl zu setzen. Die Frage also milit\u00e4risch zu stellen. Der Ausbruch der zeitgen\u00f6ssischen gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse und Widerspr\u00fcche, der Prozess also, der weit vor der \u201eendg\u00fcltigen Auseinandersetzung\u201c liegt, und von dem wir meinen, dass er sich noch im embryonalen Stadium befindet. Wie also kann der bewaffnete Kampf als Praxis angemessen und zeitgem\u00e4\u00df sein?<\/p>\n<p>Wir verfolgen unsererseits keinerlei deterministische Logik in Bezug auf die Entwicklung der Kr\u00e4fte. Wir denken auch nicht, dass wir uns in einem Prozess des Wartens auf die vielger\u00fchmten reifen Bedingungen befinden. Im Gegenteil wir unterst\u00fctzen aktiv das grundlegende Prinzip der vielf\u00e4ltigen Aktion. Hier m\u00fcssen wir ein wenig ausholen. Mit dem Begriff vielf\u00e4ltige Aktion meinen wir nicht Verallgemeinerungen weder des Spontanen, noch des Subjektivistischen. Wir sprechen von unserer unmittelbaren \u201eBefreiung\u201c indem wir Strategien planen. Karten auffaltend und Koordinaten ziehend. Wir reden von einer einheitlichen gesellschaftlichen und einheitlichen geplanten Perspektive des Kampfes mit parallelen und sich gegenseitig bereichernden Erscheinungen. Stadtguerilla ist eine davon. Die Logik des Grats, die dem bewaffneten Kampf folgt, ist eine Falle. Sie ist die selbe Logik die hinterr\u00fccks die Fetischisierung der Gewalt in die revolution\u00e4re Kreisen bringt und Teilungen gebiert.<\/p>\n<p>Unsere Organisation wird sich in Zeiten gesellschaftlicher Explosionen und Spannungen mit radikalen Charakteristiken in der aufst\u00e4ndischen Menge verlieren. Unser Stempel ist weder eine Anleitung zur Eitelkeit, noch haben wir napoleonische Illusionen \u00fcber unsere Rolle als Avantgarde oder als Anf\u00fchrer der gesellschaftlichen K\u00e4mpfe. Wir leben f\u00fcr keinen Stempel und tr\u00e4umen nicht von mit Waffen gef\u00fcllten konspirativen Verstecken, sondern arbeiten an der Formung revolution\u00e4rer Bewusstseine, die Worte in Taten wandeln. Wir suchen nicht nach H\u00e4nden f\u00fcr die Erf\u00fcllung unserer geheimen Pl\u00e4ne, sondern nach ganzen Genossen, \u201esauber\u201c und nicht infiziert von \u201erevolution\u00e4rer\u201c Klientelpolitik und dem opportunistischen ideologischen Cham\u00e4leonismus. Genossen, die sich nicht von den Extremen des \u201erevolution\u00e4ren Hochmuts\u201c und den grandiosen selbstbez\u00fcglichen Komplimenten verf\u00fchren lassen, sondern Individuen mit einem wesenhaften Beitrag zum umst\u00fcrzlerischen Kampf. Genossen, die nicht vom lifestyle der Illegalit\u00e4t und dem \u201erevolution\u00e4ren Eigennutz\u201c des bewaffneten Selbstzwecks angezogen werden, sondern politisch bewusste Subjekte, die den bewaffneten Kampf als Teil der vielf\u00e4ltigen Bewegung ansehen.<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt ist f\u00fcr uns die antistaatliche\/antikapitalistische Bewegung das Mittel und ihre Verbreiterung bildet die einzige M\u00f6glichkeit der Realisierung der gesellschaftlichen Revolution. Je weiter wir uns davon entfernen, umso mehr verlassen wir unser Ziel als K\u00e4mpfer.<\/p>\n<p>Andererseits sind wir nicht bereit, unsere Waffen zu vergraben und mit auf der Brust verschr\u00e4nkten H\u00e4nden darauf zu warten, dass die widerspr\u00fcchliche Gesellschaft revoltiert. Denn f\u00fcr uns geht die Zuspitzung der gesellschaftlichen und klassenm\u00e4\u00dfigen Ausbeutung, je mehr Zeit vergeht und sie nicht von \u201eunten\u201c die entsprechenden Antworten erh\u00e4lt, in eine Sklavenbeziehung und Abh\u00e4ngigkeit \u00fcber, die T\u00e4ter und Opfer produziert.<\/p>\n<p>F\u00fcr uns m\u00fcssen die bewaffnet K\u00e4mpfenden, um erfolgreich zu sein, jedes Mal ihre Stellung begreifen. Heute kann der bewaffneten Kampf nicht als f\u00fchrend begriffen werden. Er ist der Bestandteil der Bewegung, der das Ma\u00df an Gewalt ausdr\u00fcckt, das der Brutalit\u00e4t des Gebildes der Herrschaft entspricht. Der die permanenten und absolut gerechten feindlichen Handlungen ausdr\u00fcckt.<\/p>\n<p>Er ist das Projekt unserer M\u00f6glichkeiten, wenn wir uns entscheiden, gegen die Einsamkeit und das Murren vorzugehen. Die Diskussion \u00fcber den bewaffneten Kampf kann nicht losgel\u00f6st von den Subjekten gef\u00fchrt werden, die in ihm agieren. Die Geschichte lehrt uns aus ihren verschiedenen Auspr\u00e4gungen (zur nationalen Befreiung, marxistisch, nihilistisch, anarchistisch), dass die Guerilla keine feste und kompakte strategische Richtung hat.<\/p>\n<p>Damit wollen wir betonen, dass im Zentrum einer solchen Diskussion nicht st\u00e4ndig die Waffen als gemeinsamer Nenner stehen k\u00f6nnen. Bevor wir von ihnen sprechen, haben wir die Verpflichtung, von den Subjekten zu sprechen, die sie gebrauchen. \u00dcber ihre Absichten, ihre Entscheidungen, ihre Kritik und Selbstkritik. Nur so k\u00f6nnen wir analysieren, in wie weit der bewaffneten Kampf vorantreibend werden kann (denn er kann) und in wie weit er sch\u00e4dlich sein kann (denn das kann er auch). Mit dieser Annahme, dass n\u00e4mlich der bewaffnete Kampf kein politisch und milit\u00e4risch steifer Prozess ist, sondern eine Praxis, deren Bedeutung von den jeweiligen Genossen und deren eigenen Beitr\u00e4gen abh\u00e4ngt, glauben wir, dass es unn\u00fctz ist, in eine faule Diskussion mit der Logik einer Abstimmung zu fallen. \u201eBist du f\u00fcr oder gegen die Waffen?\u201c<\/p>\n<p>Heute berufen sich also einige (Ihren \u00c4quivalenten anderer Zeiten gleich) nach Belieben auf historische Erfahrungen, um zu beweisen, dass der bewaffnete Kampf der Grund f\u00fcr die Niederlage der Bewegung der 60er und 70er war. Erstens kann f\u00fcr uns die Entwicklung des Kampfes nicht mit den Begriffen Sieg oder Niederlage bewertet werden. Genau weil wir uns entschieden haben, direkt in diesem mitzuwirken, haben wir gelernt, aus unseren \u201eNiederlagen\u201c zu gewinnen, haben wir gelernt, die Fehler in unseren \u201eSiegen\u201c zu entdecken. Die Geschichte ist keine mathematische Gleichung. Genau weil der Kampf keine Anfangspunkt und keinen Endpunkt hat. Er entwickelt sich auch dann noch, wenn er sich in einer Wende befindet. Auch dann noch, wenn er Tote und Gefangene z\u00e4hlt. Der bewaffnete Kampf ist nicht nur Blut und Repression. In der Geschichte unserer Genossen werden wir einen unsch\u00e4tzbaren Schatz der Generation entdecken, die Visionen hatte, Pl\u00e4ne machte, riskierte, fehlging, Ma\u00dfst\u00e4be setzte, blutete. Wir werden eine riesige politische Erfahrung entdecken, bei der wir die Verpflichtung haben, sie ins Heute zu bringen, von ihren Fehlern zu lernen, uns ihren Mut anzueignen und ihn zu \u00fcberfl\u00fcgeln.<\/p>\n<p>Das ist unser Verst\u00e4ndnis von Geschichte. Wir verstehen sie als Erbe. Als ein ununterbrochenes Verh\u00e4ltnis von Genossen. Als einen strukturellen Bausstein f\u00fcr die Entwicklung des Kampfes. Unser Charakter, unsere Selbstlosigkeit, unsere Werte sind die Kugeln, die unseren Waffen Inhalt verleihen. Die Liebe, die den Hass t\u00f6tet, die Menschlichkeit, die die Ausbeutung des Menschen t\u00f6tet. Nur so wird die revolution\u00e4re Gewalt unterscheidbar im breiten Spektrum der Gewalt. Dann sprechen die Aktionen f\u00fcr sich selbst. Wir k\u00e4mpfen f\u00fcr die Selbstbestimmung und die Freiheit des Individuums und wir wissen, dass wer die Welt \u00e4ndern will, leicht Tr\u00e4ume hat aber nicht den Willen, diese auch umzusetzen. Wir skizzieren also die Realit\u00e4t, so wie sie heute ist, um die revolution\u00e4ren Thesen unseres Kampfes neu auszurichten.<\/p>\n<p>Die weltweite kapitalistische Krise bezeichnet eine neue Runde von Verfahren der Integration, also der H\u00e4ufung des angeh\u00e4uften Kapitals in der H\u00e4nde weniger, insbesondere nach der gewaltt\u00e4tigen Abwertung der Arbeit der Vielen als Folge der dreihundertj\u00e4hrigen Ausformung einer globalen Wirtschaft unter den Diktaten des Neoliberalismus. Die Krise ist ein dem Kapitalismus inh\u00e4rentes Ph\u00e4nomen und keine Abweichung von seiner Funktionsweise. So ist es auch eine Tatsache, dass auch in fr\u00fcheren kapitalistischen Krisen in den 70ern und 80ern, die Reorganisierung des Kapitals mit der vollst\u00e4ndigen gesellschaftlichen Umordnung, die sie mit sich brachte, es nicht nur geschafft hat, die Wirtschaft zu stabilisieren, sondern auf nunmehr globaler Ebene, die Bedingungen f\u00fcr lukrativere Gewinne zu setzen.<\/p>\n<p>In den Krisen in den 70ern und 80ern, die von einer starken Arbeiterbewegung gezeichnet waren, die ihrer Weigerung, sich in das konservative b\u00fcrgerliche Umfeld zu integrieren aber auch ihrem Widerstand gegen die untragbare wiederholende Gleichf\u00f6rmigkeit der Arbeit in den Produktionsketten der Fabriken zum Ausdruck brachte, gingen die Bosse zu einer massenhaften Einf\u00fchrung der (damals) neuen Technologie \u00fcber. Die radikale Reorganisierung der Arbeit mit dem Gebrauch von Maschinen brachte den Bossen im Wesentlichen eine doppelte Garantie. Einerseits konnten sie die Produktion immens steigern, da die Maschinen im Vergleich mit den Arbeitern ein Vielfaches an Produktivit\u00e4t hatten, w\u00e4hrend andererseits die Ersetzung des menschlichen Faktors durch die Maschine es schaffte, das gest\u00e4rkte Klassensubjekt in der Basis f\u00fcr seine Zusammenschl\u00fcsse, die die Arbeitsorte, besonders die Fabriken waren, zu zersplittern.<\/p>\n<p>Es war aber die Steigerung der Produktivit\u00e4t, die einen Waren\u00fcberschuss produzierte, denn die \u201ebeschr\u00e4nkten\u201c Binnenm\u00e4rkte konnten nun nicht mehr die \u00dcberzahl der produzierten Produkte abnehmen. Deswegen sicherte die schrittweise Entmaschinisierung der kapitalistischen Zentren mit der Drittsektorisierung der Arbeit und der Einf\u00fchrung der sogenannten \u201eDienstleistungs\u00f6konomie\u201c, die im Wesentlichen die metropolitische Basis f\u00fcr die aus der Ferne gelenkten, in die L\u00e4nder der Peripherie verlegten Produktionseinheiten bildeten, die Befreiung des Kapitals aus seinen \u201enationalen\u201c Schranken.<\/p>\n<p>Der Neoliberalismus als der absolute politisch-\u00f6konomische Ausdruck, der die neuen Bed\u00fcrfnisses des Kapitals verdichtet, \u00f6ffnete dem Gewinn neue Horizonte, f\u00fcr immer die engen Felder der nationalen \u00d6konomie \u00fcberwindend. Die st\u00fcrmische Entwicklung der multinationalen Firmen, die in einer internationalisierten Wirtschaft gediehen, zeichnete die globale Karte neu mit dem Ziel der reibungslosen Ausdehnung des Kapitals. Das neue Dogma, das nunmehr herrscht, st\u00fctzt sich auf den Dipol der ausl\u00e4ndischen Ausweitung und der inl\u00e4ndischen Schrumpfung, so dass das Kapital einerseits unbehindert seine Tendenz zur Ausdehnung befriedigen kann, indem es konkurrierende Staaten-M\u00e4rkte besetzt und andererseits im Inneren der L\u00e4nder einen Prozess der permanenten Schrumpfung gesellschaftlicher und Arbeiterrechte auferlegen kann.<\/p>\n<p>Die Befreiung des Marktes, die eine strukturelle Voraussetzung f\u00fcr die Reorganisierung des Kapitals war, bildete den Ausgangspunkt f\u00fcr die \u00dcberwindung des Keynesianischen Modells, das bis dahin in der kapitalistischen Welt gediehen war. Im Gegensatz zu den neuen Bed\u00fcrfnissen der Wirtschaft, sah der Keynesianismus den permanenten staatlichen Eingriff vor, also auch die Kontrolle der Aktivit\u00e4ten des Kapitals, die Regulierung des Marktes nach dem Kriterium der Nachfrage und nicht der Produktion, aber auch die Bereitstellung gesellschaftlicher Aufwendungen mit dem heute vollst\u00e4ndig \u00fcberwundenen Modell des Sozialstaates. Der Neoliberalismus wird sich endg\u00fcltig durchsetzen, einen Orkan an Neuordnungen mit sich bringend, der jede Begrenzung der Funktion des Kapitals Vergangenheit werden l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Die Gesellschaft zweier Geschwindigkeiten wird deutlicher als je, da in der neuen globalen Umwelt das einheimische und das multinationale Kapital die gesellschaftlichen Gegebenheiten im wahrsten Sinn des Wortes auskehren. Die Arbeit wird flexibilisiert und den modernen Bed\u00fcrfnissen des befreiten Markts angepasst, da das Kapital das Modell der unbefristeten und festen Arbeit \u00fcberwunden hat und in die Sch\u00f6pfung einer billigen, flexiblen und prek\u00e4ren Besch\u00e4ftigung \u00fcbergegangen ist. Parallel werden L\u00f6hne und Renten permanent gesenkt, w\u00e4hrend ein riesiges Spektrum an gesellschaftlich von den grundlegenden Bed\u00fcrfnissen Ausgeschlossenen geschaffen wird, wobei die Bereiche Gesundheit und Bildung in die Sph\u00e4re der Privatisierung \u00fcbergehen.<\/p>\n<p>In diesem neuen globalen Szenarium wird der Begriff der Wettbewerbsf\u00e4higkeit zum Dreh- und Angelpunkt, so dass die \u00d6ffnung der M\u00e4rkte in die monopolistische Konzentration des Reichtums durch die wirtschaftlich Starken mittels der Pl\u00fcnderung der wirtschaftlich unterentwickelten L\u00e4nder f\u00fchrt und schlussendlich in ihre Verwandlung in Zonen f\u00fcr Investition und Konsum. Im Wesentlichen sind die kapitalistischen Allianzen wie die der USA (NAFTA) und Europas (EU), exakt auf der Notwendigkeit der Sicherung der Herrschaft der f\u00fchrenden wirtschaftlichen Staaten innerhalb ihrer Formationen erschaffen worden.<\/p>\n<p>Der Eintritt Griechenlands in eine derartige Formation (EU) hat selbstverst\u00e4ndlich eine Beziehung der Abh\u00e4ngigkeit von den entwickelten kapitalistischen L\u00e4ndern (Frankreich, Deutschland) gebracht, da die Natur der befreiten Wettbewerbsm\u00e4rkte \u2013 insbesondere wohl wenn es sich um wirtschaftlich ungleiche L\u00e4nder handelt \u2013 die Tendenz hat, die Schwachen zu unterdr\u00fccken. In vollkommenem Gegensatz also zur herrschenden Rhetorik, die bereits vom Eintritt in die EWG von einer Garantie f\u00fcr Aufschwung und Schutz vor dem globalen wirtschaftlichen Wettbewerb gesprochen hat, sah die Realit\u00e4t so aus, dass die einheimischen Bosse wussten, dass dies nicht m\u00f6glich sein w\u00fcrde. Mit der graduellen Entindustrialisierung des Landes, der Schaffung also einer Wirtschaft ohne die kleinste produktive Basis, gab es nicht nur keine M\u00f6glichkeit f\u00fcr \u201eSchutz\u201c, sondern nicht einmal auf lange Sicht die Chance f\u00fcr die griechische Wirtschaft, in einem allgemein konkurrierenden Mechanismus wie dem der Europ\u00e4ischen Gemeinschaft zu \u00fcberleben.<\/p>\n<p>Die ideologische Verbr\u00e4mung eines scheinbar europ\u00e4ischen modernen Griechenlands verdeckte \u00fcber drei\u00dfig Jahre hinweg die Aufschwungs-\u201eBlase\u201c einer immer weiter wachsenden Auslandsverschuldung. Das Unverm\u00f6gen, das Defizit der Au\u00dfenhandelsbilanz des Landes ins Gleichgewicht zu bringen mit der gestiegenen Einfuhr von Produkten der Gemeinschaft ohne die entsprechende M\u00f6glichkeit der Ausfuhr der einheimischen Produkte, verfestigte eine Situation der permanenten Darlehensaufnahme des griechischen Staates. Es ist also offensichtlich, dass die einheimischen Bosse sehr gut \u00fcber die Folgen des Eintritts in die europ\u00e4ische kapitalistische Umwelt Bescheid wussten, sich aber aus ebenso offensichtlichen Gr\u00fcnden daf\u00fcr entschieden, sich dem Dogma des Neoliberalismus anzuschlie\u00dfen. Die Mittel und Darlehen an den griechischen Staat, entweder f\u00fcr die Vorantreibung gesellschaftlicher Programme oder haupts\u00e4chlich f\u00fcr die St\u00e4rkung des inl\u00e4ndischen Marktes, damit der Markt der europ\u00e4ischen Produkte gesichert wird, bildeten eine riesige Einkommensquelle f\u00fcr die Taschen der Bosse. Parallel versetzte die getreue Umsetzung der neoliberalen Politiken mit der Deindustrialisierung und Drittsektorisierung des Arbeitsmarktes, der Zerschlagung des ersten Sektors mit der Abwertung der inl\u00e4ndischen landwirtschaftlichen Produkte und der Pl\u00fcnderung des Agrarpotentials durch die Gro\u00dfgenossenschaften aber auch die permanente Senkung von L\u00f6hnen und Renten, die niedrigen gesellschaftlichen Schichten in ein abgewertetes Arbeitsprodukt, in eine sklavenhafte Konsumgesellschaft.<\/p>\n<p>In den Anf\u00e4ngen der 90er schufen die neoliberalen Politiken der Einschr\u00e4nkung der Leistungen erneut ein Handels\u00fcberschussproblem, da die Produktion in schnellem Rhythmus fortlief, die L\u00f6hne aber und damit auch die Kaufkraft, zur\u00fcckgingen. Die Antwort auf ein drohendes Ausbrechen einer Krise gaben die Banken, die sich bereits als Speerspitze der imperialistischen neoliberalen Politik herausgestellt hatten, die Kontrolle \u00fcber die globale Zirkulation des Geldes bewahrend. Die inl\u00e4ndischen entwickelten Bankinstitute, die Reichtum aus den europ\u00e4ischen Kassen gesammelt hatten, gleichzeitig aber dem griechischen Staat Darlehen gew\u00e4hrt hatten und dies zu besonders hohen Zinsen, gingen zu einer beispiellosen massenhaften \u201eFinanzierung\u201c der \u201eunten\u201c \u00fcber, st\u00e4rkten also klassen\u00fcbergreifend die Kaufkraft, so dass das Gleichgewicht beim Handels\u00fcberschuss wieder hergestellt wurde. Auf globaler Ebene gab die massenhafte Vergabe von Darlehen, die sogenannte \u201eSchulden\u00f6konomie\u201c der entwickelten kapitalistischen Welt eine letzte Atempause, da die ungef\u00e4hr 20 Jahre der erh\u00f6hten Produktion und gleichzeitiger Minderung der L\u00f6hne unweigerlich in eine Krise der \u00dcberanh\u00e4ufung f\u00fchrten. Die gro\u00dfz\u00fcgige Kreditvergabe sogar an gesellschaftliche Gruppen ohne jede M\u00f6glichkeit zur R\u00fcckzahlung, sicherte au\u00dfer einer massiven Steigerung der Kaufkraft auch die Disziplinierung der unteren Schichten, da der vermeintliche Anstieg des Lebensstandards aber auch die permanente Erpressung f\u00fcr die R\u00fcckzahlung der Kredite einen m\u00e4chtigen Repressionsmechanismus gegen einen eventuellen Ausbruch einer gesellschaftlichen und klassenm\u00e4\u00dfigen Verweigerung bildete.<\/p>\n<p>Die \u201eSchulden\u00f6konomie\u201c importiert im Grunde ein neues Finanzsystem, das nicht mehr auf den traditionellen greifbaren Profit fu\u00dft, sondern auf den Kauf und Verkauf von Darlehensschulden zwischen Banken, mit anderen Worten auf das Gewinnpotential der aktuell nicht abbezahlten Kredite, die schlussendlich eine fiktive \u00d6konomie schufen. Die \u201eBlase\u201c des Finanzsystems, die 2008 platzte, war das Ergebnis einer langj\u00e4hrigen Anh\u00e4ufung nicht vorhandener Gewinne, die auch den Geldhahn f\u00fcr die Kreditvergabe an die Staaten schloss, also in Folge auch den Ausbruch der globalen kapitalistischen Krise mit sich brachte. Die grundlegende Priorit\u00e4t der Staaten in diesem Moment ist die Rettung ihrer Banken, genau weil diese die S\u00e4ule ihrer imperialistischen Herrschaft darstellen. Sogar das \u201earme kleine Griechenland\u201c, wie viele von den Rechtsextremen bis zur patriotischen Linken es nennen m\u00f6chten, predigt die Rettung seiner Banken, die sich seit 20 Jahren, den Balkan pl\u00fcndernd, ausgeweitet haben. Es ist bezeichnend, dass nicht nur ein den 110 Milliarden entsprechender Betrag schon vom griechischen Staat f\u00fcr die St\u00e4rkung der Banken abgerufen wurde, sondern dass die Verl\u00e4ngerung der Zeit bis zur Bankrotterkl\u00e4rung und die Neuverhandlung der Schulden geschieht, um so weit wir m\u00f6glich die Gewinnverluste der Kreditbanken in Griechenland zu verringern. Die Neuverhandlung der Schulden w\u00fcrde eine Verringerung der R\u00fcckzahlung an die Gl\u00e4ubiger bedeuten, die zu einem gro\u00dfen Teil keine anderen sind, als die griechischen Banken selbst, etwas, das von den Medien flei\u00dfig verschwiegen wird, die von fremden Spekulanten reden, die das Land pl\u00fcndern.<\/p>\n<p>Die Entscheidung des griechischen Staates, sich in den St\u00fctzungsmechanismus der Troika (IWF, EU, EZB) zu fl\u00fcchten und die Folgen, die in einer Reihe rei\u00dfender Umordnungen kristallisierte, war keine \u201enotwendige\u201c Entscheidung zur \u201eRettung\u201c der Wirtschaft, sondern ein Akt der vollst\u00e4ndigen Einordnung des Landes in die Rezepte des Neoliberalismus. Die jetzige Phase der Krise ist, wie die Geschichte best\u00e4tigt, nicht einfach ein Zwischenstadium der Anpassung des Kapitals zur Vermeidung der Zyklen, denen es unterliegt, sondern ein beschleunigter Prozess f\u00fcr eine h\u00f6here Profitabilit\u00e4t mit klar skrupelloseren Bedingungen. Die Vernichtung der Arbeiter- und breiteren gesellschaftlichen Rechte bei gleichzeitiger Beschr\u00e4nkung der Freiheiten, die bereits in dem vorgeblichen Versuch der Abwendung eines drohenden Bankrotts vorgenommen wurden, w\u00e4hrend die unteren gesellschaftlichen Schichten bereits bankrott sind, sind eine weitere Strategie der Neuformung zu Bedingungen einer vollst\u00e4ndigen Unterwerfung der gesamten Gesellschaft zu Nutzen des Kapitals.<\/p>\n<p>Die neoliberale Politik deckt sich absolut mit den Interessen der einheimischen Bosse, so sehr diese auch demagogisieren, von der \u201eNotwendigkeit der Auferlegung von Ma\u00dfnahmen\u201c und dem \u201eSchutz vor den fremden Kr\u00e4ften\u201c redend. Die auslaugenden Sparma\u00dfnahmen, die auferlegt werden, sind kein kurzfristiges Programm, dass die Bosse gezwungen sind, mit der Perspektive einer wirtschaftlichen Erholung und der Wiederherstellung des Gleichgewichts aufzuerlegen, da in diesem Moment vom Kapital ein neues Gleichgewicht geformt wird, dass als Voraussetzung eine radikale und dauerhafte Neuzusammensetzung der Gesamtheit der gesellschaftlichen Aktivit\u00e4ten hat. So, in der Form einer Dampfwalze, definieren die \u201enotwendigen Ma\u00dfnahmen zur Rettung des Landes\u201c, die auch den permanenten Refrain der Hochsprache der griechischen Rhetorik ausmachen, auf einen Schlag die Organisation der Arbeitssph\u00e4re neu. Lohnsenkungen, Entlassungen, die Schaffung von Werkstarifen, Praktikantenl\u00f6hne, w\u00e4hrend sie gleichzeitig ultimativ mit allem, was noch vom vermeintlichen Sozialstaat \u00fcbrig war aufr\u00e4umen, die grundlegenden Rechte und Errungenschaften, wie Sozialversicherung, Gesundheitsf\u00fcrsorge und Bildung zerschlagend. Die Krise und ihre Folgen, die sich in der Ausformung neuer politisch-\u00f6konomischen Verh\u00e4ltnissen manifestieren, im Grunde also in der Ver\u00e4nderung der gesamten gesellschaftlichen Landkarte, vervollkommnen das Modell der neoliberalen Organisation des gesellschaftlichen Lebens. So sind die weitere Flexibilisierung und schlussendlich die extreme Abwertung der Arbeit, die Umwandlung der einstmals gesellschaftlichen Gegebenheiten (Rente, Gesundheitsf\u00fcrsorge) in Privilegien der klassenm\u00e4\u00dfig oberen Schichten, die bewaffnete Bewachung des neuen Systems mit der Militarisierung der Metropolen und der umfassenden Pr\u00e4senz der Bullen, einige der Teile, die die neue Umwelt bilden, in die die Gesellschaft mit Gewalt eingepasst werden muss.<\/p>\n<p>Es ist offensichtlich, dass das neue System, das in diesem Moment eingerichtet wird, das System des neuen Totalitarismus, keine Wohlfahrt versprechen kann, kein Gegenleistungen bieten kann. Sogar die Stabilisierung der Wirtschaft, die im Grunde die vollkommene Einordnung des Landes in die modernen Bed\u00fcrfnisse des Kapitals bedeuten wird, kann nicht nur (nicht einmal) keine verzerrte Gl\u00fcckseligkeit bringen, derjenigen gleich, mit der die griechische Gesellschaft \u00fcber zwei Jahrzehnte ausgekommen ist, sondern setzt im Gegenteil auf die vollst\u00e4ndige Integration in die neuen harten Lebensbedingungen, die das Kapital auferlegt, damit es wieder profitabel wird.<\/p>\n<p>Die extremsten Formen der Neuordnung und \u00dcberwindung der kapitalistischen Krisen haben sich in zwei Weltkriegen in der Geschichte niedergeschlagen. In diesem Moment sieht es nicht so aus, als st\u00fcnden wir vor einem Zusammensto\u00df zweier L\u00e4nder der Ersten Welt, um die Karten neu zu verteilen und damit das Kapital sich aus dem Sumpf befreit. Sicher m\u00fcssen aber unter den Bedingungen gro\u00dfer Rezession wie in unseren Zeiten, damit die \u00d6konomien wieder in Gang kommen, einige zur Schlachtbank gef\u00fchrt werden. Und da dies heute nicht auf den Schlachtfeldern passieren kann, muss der neue Totalitarismus moderne Opferst\u00e4tten einweihen, Isolations- und Elendszonen innerhalb der Metropolen schaffend. Es ist also heute im brutalsten Ausdruck des Klassenkrieges, wo die Herrschenden dieser Welt nicht nur keine Gegenleistungen anbieten k\u00f6nnen, sondern uns mit Gewalt in den Lebens-, geistigen und gesellschaftlichen Abgrund sto\u00dfen. Heute also wird zur\u00fcckgebracht, was f\u00fcr viele Jahrzehnte beharrlich im Bewusstsein der Staatsangeh\u00f6rigen der Ersten Welt und ihrer spektakul\u00e4ren Demokratie verdreht wurde, dass der Faschismus nicht den politischen Extremismus einiger Irrer darstellt, sondern die extremste Form der St\u00e4rkung des Kapitals. Heute aber braucht dieser neue Faschismus keine Hakenkreuze und Milit\u00e4rparaden, um sich durchzusetzen. Er hat seit langem diese gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfig veraltete Organisierung der Gesellschaft \u00fcberwunden, beharrt aber auf dem selben Ziel: die vollkommene Disziplinierung und Unterwerfung der unteren gesellschaftlichen Schichten, des Proletariates, unter das Monopolkapital und die Gewalt des Staates.<\/p>\n<p>Die inl\u00e4ndische Ausgabe des neuen Faschismus hat bereits auf offenste Weise begonnen, nicht so sehr f\u00fcr die Einheimischen (bei denen \u201ebeschr\u00e4nkt\u201c sich der Staat bisher auf das Abernten von L\u00f6hnen und Renten) als vielmehr f\u00fcr die migrantischen Arbeiter. Die Zentralit\u00e4t der Migrationsfrage, die keineswegs zuf\u00e4llig mit dem Ausbruch der Krise gestellt wurde, aber auch die bereits umgesetzten faschistischen Formen ihrer Beantwortung, mit gesellschaftlichem zur Zielscheibe machen und Polizeiprogromen, dem Kauf schwimmender Gef\u00e4ngnisse, der Etablierung von Todesz\u00e4unen an der Grenze durch professionelle M\u00f6rder der FRONTEX, die permanente Renovierung von Milit\u00e4rlagern unter der euphemistischen Bezeichnung \u201eUnterbringungszentren\u201c, machen deutlich, dass das System angreift indem es \u00fcber Leichen geht.<\/p>\n<p>Und hier darf es keine Gleichg\u00fcltigkeit geben, den diese K\u00f6rper m\u00f6gen zwar momentan noch nicht unsere eigenen sein, sicher aber k\u00fcndigt das, was heute den \u201eUnerw\u00fcnschten\u201c geschieht, unsere eigene Zukunft an. Denn auch wenn wir alle keine \u201eFremden\u201c sind, so bereiten die Bosse doch bereits die Bedingungen vor, uns als solche zu behandeln. Die \u201eKriminalisierung der Migranten\u201c, die haupts\u00e4chlich aus der ideologischen Sph\u00e4re der Sicherheit und der Null Toleranz vorangetrieben wird, zielt nicht auf die Wiederherstellung der Ordnung im Zentrum Athens. Hier herrscht die Ordnung, da der Staat, indem er einen gro\u00dfen Teil der migrantischen Bev\u00f6lkerung in den Vierteln im Zentrum konzentriert hat, die totale Kontrolle behalten kann. Die Rolle der Polizei ist, soviel auch die Journalisten so tun, als w\u00fcrden sie nicht verstehen, indem sie von der Unf\u00e4higkeit das Stadtzentrum zu s\u00e4ubern schreien, einerseits die vollst\u00e4ndige Erfassung und Kontrolle des fremden Arbeitskraft und andererseits die totale Kontrolle der Schattenwirtschaft, also auch ein Teil aus dem Gewinn des Schmuggelhandels, des Drogenhandels und der Prostitution. Die \u201eKriminalisierung der Migranten\u201c bedeutet einen gro\u00dfen Teil der Ausgebeuteten, die nunmehr aufgrund des globalen Prozesses der Konzentration von Arbeitskraft \u00fcberfl\u00fcssig sind, zur Zielscheibe zu machen. Die Neuordnung des Kapitals hat schon immer nach menschlichem Fleisch gerochen. So wird auch in der derzeitigen Phase der Krise das Kapital zuerst die Schw\u00e4chsten erledigen, Kugeln der Abschiebung, Pr\u00fcgel und D\u00e4mme verteilend. Danach sind wir \u00dcbrigen an der Reihe.<\/p>\n<p>In dieser Umwelt der allgemeinen Umw\u00e4lzungen und der totalen Gewalt m\u00fcssen wir also unsere revolution\u00e4ren Kampfthesen neu definieren. Das Wort Neudefinition ist f\u00fcr uns aufdeckend doppeldeutig. Einerseits deutet es die Notwendigkeit des Kartografieren der derzeitigen Verh\u00e4ltnisse mit dem Ziel ihres endg\u00fcltigen Umsturzes. Andererseits erkennt es den kollektiven Verlust wertvoller Zeit an, mit anderen Worten unsere Unf\u00e4higkeit, eine revolution\u00e4re Bewegung (wieder)aufzubauen, weit vor dem so oder so absehbaren Ausbruch der Krise, so dass wir die verheerenden \u00f6konomisch-politischen Umgestaltungen aufhalten k\u00f6nnen. Allerdings kann dieser Verlust schlussendlich nicht in Zeit gemessen werden. Es ist einfach so, dass die Zeit, unsere verlorene Zeit, schonungslos unsere Schw\u00e4chen aufdeckt, uns daran erinnert, wie unertr\u00e4glich es ist, erstaunt zu beobachten, wie unsere Leben pulverisiert werden. Es ist also nicht die Zeit, die sich hinter unseren schreienden Schw\u00e4chen verbirgt. Es geht darum, dass heute in der Angelegenheit der gesellschaftlichen Revolution die Grenzen des \u201ewer, mit wem und wie\u201c schwer zu unterscheiden geworden sind. Und w\u00e4hrend wir uns all dies fragen, vielleicht nicht unberechtigt, wird das Schlachten beschleunigt. Heute gibt es also kein Selbstverst\u00e4ndliches, es ist nicht zwangsl\u00e4ufig, dass die immer schlechteren Lebensbedingungen, die auferlegt werden, in eine massenhafte gesellschaftliche Radikalisierung f\u00fchren werden und schlussendlich in eine allgemeine Konfrontation mit dem Staat. Potentiell und nur wenn eine Reihe gesellschaftlicher und die Bewegung betreffender Vorbedingungen erf\u00fcllt werden, k\u00f6nnten wir in einen radikal umst\u00fcrzlerischen und schlussendlich revolution\u00e4ren Prozess gef\u00fchrt werden. Einerseits erleben wir also einen historischen \u00dcbergang, eine schockierende Wendung der Gegebenheiten, die bereits gesellschaftliche Regungen und Unzufriedenheit hervor rufen, andererseits aber k\u00f6nnen diese nicht in eine vereinte revolution\u00e4re Bewegung addiert werden. Zun\u00e4chst muss dieses Unverm\u00f6gen in der gesellschaftlichen Vorgeschichte der Krise aufgesp\u00fcrt werden, in der Zeit also, wo das gesellschaftliche und klassenm\u00e4\u00dfige Subjekt vollkommen zersplittert wurde. Dies ist keine Frage einer einfachen Erz\u00e4hlung der Vergangenheit, sondern eine Frage der Suche nach entscheidenden Antworten in einer Zeit, wo der Staat in dem Moment, als er falsche Gl\u00fcckseligkeit verkaufte, gleichzeitig im Voraus den gesellschaftlichen Frieden sicherte, die gesellschaftlichen und klassenm\u00e4\u00dfigen Heranreifungen zerschlagend. Bereits ab 81, der Zeit des \u201eWandels\u201c der PASOK, wird der historische \u201eWiederaufbau\u201c der Linken beschleunigt, mit ihrer Aufnahme in entscheidende Stellen des Staatsapparates, wie die der Politik, der Kultur, des Unternehmertums und des Journalismus, das Fundament f\u00fcr den Aufbau eines gesellschaftlichen Konsenses legend, die Widerst\u00e4nde im breiten Sammelbecken der Linken deaktivierend. Die Sch\u00f6pfung eines vermeintlichen Wohlfahrtsstaates mit Geldern, die aus den immer mehr werdenden Darlehen aus Europa stammten, mit den Lohnerh\u00f6hungen, vor allem aber mit der Aufbl\u00e4hung des \u00f6ffentlichen Arbeiter Sektors \u2013 der auch den Ausgangspunkt f\u00fcr die partei-kundenm\u00e4\u00dfigen gegenseitigen Gef\u00e4lligkeiten bildete \u2013 brachte eine Illusion von Wohlstand. Die vollst\u00e4ndige Assimilation der Linken aber auch die breitere gesellschaftliche Anpassung, f\u00fchrte in den Verfall der bis dahin k\u00e4mpferischen Betriebsr\u00e4ten und Gewerkschaften aber auch zu einer allgemeinen Wendung hin zu Gleichg\u00fcltigkeit einer Gesellschaft, die bis vor Kurzem die Politik tief in ihrer Geschichte verankert hatte. Anfang der 90er brachte die drohende Akkumulationskrise, wo die L\u00f6hne erneut schrittweise sanken, die Banken dazu, ihre Kassen zu \u201e\u00f6ffnen\u201c und in Massen Kredite an die unteren Schichten und kleinen Mittelschichten zu vergeben. Der strategische Kern der massenhaften Streuung der Illusion von Gl\u00fcckseligkeit beschr\u00e4nkte sich nicht auf die Sicherung des Konsums der produzierten Produkte, war also keine neutrale Transaktion sondern eine komplette Neuordnung der gesellschaftlichen Beziehungen. Das Kapital dringt in jeden Bereich des Lebens ein und entfremdet es, neue gesellschaftliche Charaktere schaffend, die sich vollkommen an das importierte Modell einer vollst\u00e4ndigen Konsumgesellschaft anpassen. Die neuen Ideologien, die dieses Modell umgeben, zerst\u00f6ren jeden Begriff von Gemeinschaft und f\u00f6rdern die niedertr\u00e4chtigsten Instinkte des individuellen Vorteils und der Eitelkeit. Der gesellschaftliche K\u00f6rper wird in ein vielfarbiges Konsumpotential verformt, in eine Summe egoistischer Individualisten, die sich der Jagd des Erringens der neuen verlogenen M\u00f6glichkeiten widmen, die der Kapitalismus bietet. Die \u201eM\u00f6glichkeiten\u201c reich, sch\u00f6n und ber\u00fchmt zu werden, bilden nun die Essenz des Lebens in einer Umgebung zerst\u00f6rter Werte. Und in dieser Umgebung werden absolut alle Erinnerungen an gesellschaftliche und klassenm\u00e4\u00dfige Widerst\u00e4nde getilgt, eine pers\u00f6nlichkeitszentrierte Ideologie der Losl\u00f6sung aus selbst den geringsten Charakteristiken einer solidarischen kollektiven Gesellschaft erschaffend. Heute also, wo uns die Spritzen des Schlafmittels Konsum ausgehen, bleiben Einsamkeit und Nebenwirkungen \u00fcbrig. Uns blieb das Schwindelgef\u00fchl, das die vergangene Epoche zur\u00fcck gelassen hat, das Schwindelgef\u00fchl einer Gesellschaft, die f\u00fcr ein paar Dosen Macht ihr wertvollstes Erbe aufgegeben hat: die Kollektivbildung, den Widerstand, die Phantasie. Die zivilisatorische Krise ist also der wirtschaftlichen vorangegangen, die, die die organisatorischen M\u00f6glichkeiten der \u201eunten\u201c verdeckt. Durch sie hat es das Kapital geschafft, den Glauben an die M\u00f6glichkeiten des kollektiven Widerstandes aus dem gesellschaftlichen Bewusstsein zu rei\u00dfen. Deswegen bleibt heute jeder allein, deswegen kann auch der verstreute Protest \u2013 zumindest derzeit \u2013 nicht zum vereinten Widerstand werden.<\/p>\n<p>Gibt es letztlich keine Hoffnung? Bedeckt ein endloser Winter unsere Leben? Nein und nochmals nein. Die Bosse dieser Welt wissen, dass so viele Geister, so viele K\u00f6rper sie auch zerst\u00f6ren, die M\u00f6glichkeit doch am Leben bleibt. Die M\u00f6glichkeit, dass einige inmitten der allgemeinen Erstarrung den Kopf heben. Und mit ihnen zusammen, heben ihn auch andere. Die kapitalistische Krise und die unertr\u00e4glichen gesellschaftlichen Umw\u00e4lzungen unweigerlich eine Instabilisierung kreieren werden, ein Schwanken im Glauben der herrschenden Gegebenheiten. Das genau ist der Moment, der zeitlich privilegierte Boden f\u00fcr das gesellschaftliche Erwachen aus den institutionellen Ideologien und die Weitergabe der umst\u00fcrzlerischen Theorien. Aus diesen Zeilen heraus beanspruchen wir nicht, L\u00f6sungen zu geben. Es sind nicht unsere speziellen Kenntnisse und Techniken, die eine Kultur des kollektiven Widerstands wieder erschaffen. Es braucht etwas sehr tiefes, etwas sehr schwieriges: die Wiederaneignung des Glaubens in unsere kollektive Kraft. Von uns allen. Wir erkl\u00e4ren uns nur anwesend und aus der Bastion des bewaffneten Kampfes zum gebieterischsten Aufruf unserer Zeit. Der Aufruf, au\u00dferhalb der geistigen S\u00fcmpfe jedes Patriotismus, die Reihen unserer klassenm\u00e4\u00dfigen Selbstverteidigung zu bilden. In den B\u00fcrger-Klassen-Krieg \u00fcberzugehen, die Botschaft verbreitend, dass nicht nur einige die K\u00f6pfe heben, sondern dass sie nun auch in die Augen der anderen schauen m\u00fcssen. Dass wir nun alle wieder lernen m\u00fcssen, unsere einzigen wirklichen Waffen zu handhaben: die Kommunikation und die Organisation. Denn niemand anders wird dies f\u00fcr uns tun, denn die F\u00fchrer und Retter waren immer die Verantwortlichen f\u00fcr unsere Niederlagen. Und das Wort Niederlage hat nunmehr keinen Platz mehr.<\/p>\n<p>Aus diesen Gr\u00fcnden haben wir uns entschieden, einen staatlichen wirtschaftlichen Organismus anzugreifen. Die Steuer\u00e4mter bilden allesamt grundlegende S\u00e4ulen f\u00fcr das Vorantreiben der r\u00e4uberischen Politik des Kapitals. Das Auferlegen von Steuern f\u00fcr den gesellschaftlichen K\u00f6rper, noch dazu mit ihrer andauernden Erh\u00f6hung, ist der permanente Tribut den die Sklaven der Wirtschaft den Verwaltern der Herrschenden gezwungen werden zu zahlen. Der neue Generalsekret\u00e4r f\u00fcr Steuer- und Zollfragen, G. Kapeleris hat es als echter Schurke der PASOK Regierung, die das Land dem IWF \u00fcbergeben hat, von seiner vorherigen Stelle als Sondersekret\u00e4r der Steuerpolizei aus, \u00fcbernommen, Strafen und Steuern auf Grund des Schuldenmemorandums in H\u00f6he von 7 Milliarden Euro f\u00fcr das gesamte Jahr aufzuerlegen. Nat\u00fcrlich wird diese Betrag nicht durch die Besteuerung der Reichen in diesem Land gedeckt werden. Wir sollten uns nicht von den \u201ebeeindruckenden\u201c Auftritten der Finanzpolizeibeh\u00f6rde in Luxusvillen und bei ber\u00fchmten \u00c4rzten hinters Licht f\u00fchren lassen. Die kommunikative Propaganda der Demokratie kann den wahren Grund nicht verstecken: den r\u00e4uberischen Angriff zu Lasten der Werkt\u00e4tigen.<\/p>\n<p>\u201eIch umgehen einen Felsen, der meine Weg versperrt, bis ich genug Dynamit zusammen habe, um ihn in St\u00fccke zu sprengen; ich umgehe die Gesetze eines Volkes, bis ich genug Kraft gesammelt habe, um sie abzuschaffen.\u201c<\/p>\n<p>In den folgenden Zeilen werden einige interne Gedanken ausgedr\u00fcckt als eine mindeste Ehrenbezeugung f\u00fcr den Revolution\u00e4r Lambros Fountas, der stolz mit der Waffe in der Hand in den attackierten Reihen des bewaffneten Kampfes fiel, auf sch\u00e4rfste Weise seine pers\u00f6nliche Selbstverweigerung zeigend, den Tiefen Gang der antisystemischen Aktion, die \u00dcberwindung des Eigenbewusstseins und der Entscheidung; es sind jene gez\u00e4hlten Stunden, wo das menschliche Denken eine subjektive Wahrheit erringt, gef\u00fcllt mit revolution\u00e4rem Mut, in einer nicht theoretischen sondern praktischen Frage. Der Mensch in der Praxis muss alles verneinen, was ihn einschr\u00e4nkt auf diesem kriegerischen Feld, auf dem der Weg des Widerstands in die Verwirklichung f\u00fcr echtes Leben f\u00fchrt&#8230;<\/p>\n<p>Der Weg ohne Wiederkehr berauschte sich mit der zyklischen Zeit, wurde verf\u00fchrt, begann zu sprechen, vom freien Geist des Unanpassbaren zu tr\u00e4umen, von der wilden Sch\u00f6nheit des Aufst\u00e4ndischen, dem Marsch der endg\u00fcltigen Geraden, der letzten Schlacht&#8230;.<\/p>\n<p>Im grauschwarzen Horizont der Metropole des Schmerzes, offenbarte sich ein gelber Nebel aus dem Gestern auf vulg\u00e4re Weise um gef\u00fcllt mit G\u00fcte den \u201eGew\u00e4hlten\u201c den heimt\u00fcckischen Becher anzubieten, der den Morast der Unmenschlichkeit, das gesellschaftliche Unrecht enth\u00e4lt&#8230;<\/p>\n<p>Auf diesen dornigen Einbahnstra\u00dfen w\u00fctet der Alptraum der L\u00e4cherlichmachung, der Erniedrigung, die Tr\u00e4ume ertrinken im Dreck der vulg\u00e4ren Ideologien, die freundliche Gegenwart wird von der elenden Logik des Nihilismus tyrannisiert, der Geist des Eigenbewusstseins wird von den dunklen Zentren der mafi\u00f6sen Invasionen geschlachtet, die goldgeschm\u00fcckten \u201eGew\u00e4hlten\u201c spotten, schlagen ohne Erbarmen zu, Tag und Nacht an die gleiche Theaterauff\u00fchrung gefesselt&#8230;<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich legt sich der Wind, die Nacht tr\u00e4gt ihre sch\u00f6nsten Kleider f\u00fcr den bekannten abenteuerlichen Spaziergang, eine seltsame Stille entbl\u00f6\u00dft sich auf den Stra\u00dfen des blutgetr\u00e4nkten Kampfes, sanft die Ger\u00e4usche der Metropole bedeckend und in den freudlosen Vierteln beginnt diese geheimnisvolle Hochzeit der Nacht Gestalt anzunehmen, sowieso ist ihre jahrhundertealte Liebesbeziehung mit dem revolution\u00e4ren Menschen bekannt&#8230;<\/p>\n<p>In jenem urspr\u00fcnglichen Gef\u00fchl der Anziehung, in jenem metaphysischen Lied des Gef\u00fchls und des Pulsschlags f\u00fcr echtes Leben, wird die metamorforische Bekleidung der einsamen Schatten verwirklicht; dort trifft sich der freie Gedanke mit dem Wunsch, die s\u00fc\u00dfe Hingabe mit der Entscheidung, der innerste Instinkt mit der Praxis; so einfach ruhig wird es zweigeteilt wie der Wein und die Traube, unmittelbar, ohne \u00fcberfl\u00fcssige Worte, moralische Schranken, Interessen und Ausfl\u00fcchte &#8230;<\/p>\n<p>Die einsamen Schatten wenden sich gegen die herrschende Richtung, die von den \u201eGew\u00e4hlten\u201c bestimmt wird, die Spuren, die sie ziehen, sind vollkommen ruhig, und das, dass sie am meisten beneidenswert macht, ist, dass sie sich nicht f\u00fcr oberfl\u00e4chliche Beziehungen interessieren, f\u00fcr Freundschaften ohne Schmerz, f\u00fcr Liebesbeziehungen ohne Bedeutung, f\u00fcr unwesentliche Randevus, elende, heuchlerische, selbstbez\u00fcgliche, egoistische, isolierende, nebens\u00e4chliche, ihre Zusammenk\u00fcnfte sind getr\u00e4nkt mit Vertrauen, Konsequenz, Bindung, ihr Umgang ist streng ausgew\u00e4hlt und ihre Stimmung ist immer risikobereit, sie haben hermetisch gelernt, mit dem Wenigen auszukommen, sich selbst zu \u00fcberwinden in den wahrhaften Momenten, darum finden sie die Kraft, die \u201eGew\u00e4hlten\u201c, die alles haben, t\u00f6dlich zu hassen&#8230;<\/p>\n<p>Sie wissen zu schweigen, zu warten, mit schnellem Puls und K\u00fchnheit auf die Umsetzung ihrer zerst\u00f6rerischen Pl\u00e4ne, dieser unstillbare Durst nach wahrhaften Momenten verbindet sich unaufl\u00f6slich mit ihren schweigsamsten Gedanken. Die einsamen Schatten springen heraus mit unstillbarem Hunger nach Krieg, mit einem offensichtlichen Willen zur Sch\u00f6pfung, mit mehr Mut und mit Phantasie mit eindringlichem Geruch zerrei\u00dfen sie die harte Haut des disziplinierten Lebens, kotzen das dreckige Blut der \u201eHeiligen Legalit\u00e4t\u201c und werfen sich auf den Herrschaftsmast des auferlegten \u201egesellschaftlichen Friedens\u201c&#8230;<\/p>\n<p>Sie sprechen mit Entschlossenheit vom freien Geist, der sie durchdringt-umgibt, rufen durchdringend mit Leidenschaft die Sprache der feuernen Wahrheit, die H\u00f6lle der Allt\u00e4glichkeit durchbrechend, so als w\u00fcrden sie nichts f\u00fcrchten, so als w\u00e4re ihr Denken nur auf eines gerichtet; erhebt euch, greift an, schlagt erbarmungslos zu, denn es wird der Moment kommen, an dem die verhasste Selbstsucht vollkommen von der revolution\u00e4ren Bescheidenheit zerst\u00f6rt wird; dort wo das dunkle Leben unerbittlich zerschlagen wird und die Tugend des Kampfes ihre Funken des Aufstands auf die faden Vorbeigehenden wirft&#8230;<\/p>\n<p>Sie haben andere Gedanken abzuw\u00e4gen, flammende Gedanken, chaotische ungehorsame, die sie so weit treiben, in eine Gegend, in eine FREIE Welt, andere Leben zu entdecken; ohne Unterdr\u00fccker-Unterdr\u00fcckte, Ausbeuter-Ausgebeutete, wo nicht dieser l\u00e4cherliche \u00f6konomistische Geist der \u201eGew\u00e4hlten\u201c herrscht sondern das Volk selbst, die Gesellschaft selbst harmonisch auf dem leuchtenden Pfad der Freiheit fortschreitet, auf der mechanischen Basis der Selbstorganisierung-Selbstbestimmung f\u00fcr ein Leben ohne Klassen, ohne Gesetze, ohne Institutionen&#8230;<\/p>\n<p><strong>LEIDENSCHAFT F\u00dcR DIE FREIHEIT<\/strong><\/p>\n<p><strong>MEHR LEIDENSCHAFT<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>IMMER LEIDENSCHAFT<\/strong><\/p>\n<p>P.S.1<br \/>\nDer Minister f\u00fcr den \u201eSchutz des B\u00fcrgers\u201c, Papoutsis forderte in seinen Erkl\u00e4rungen \u201edie bewaffnet K\u00e4mpfenden, die die Revolution vorbereiten\u201c auf, die Waffen abzugeben. Ein Aufruf, sich vom bewaffneten Kampf abzuwenden. Wir m\u00f6chten ihn einfach daran erinnern, dass die einzige Bedingung f\u00fcr die \u00dcbergabe unserer Waffen in der \u00dcbergabe der Macht an die Gesellschaft besteht, etwas, von dem wir selbstverst\u00e4ndlich wissen, dass dies nicht unblutig und als Geste guten Willens vom System geschehen wird. Abgabe der Waffen bedeutet gleichzeitig das Aufgeben unserer Visionen und Ideale. Denn unsere Kugeln sind die Besch\u00fctzer unserer Tr\u00e4ume.<\/p>\n<p><em>\u201eWir m\u00fcssen unser Lachen wieder finden, unsere vergessene Praxis finden, die Worte finden, die an sie erinnert, unsere Stimme finden, den die Wahrheit braucht unsere Aktion, um zu existieren, braucht unsere Worte, damit sie nicht erlischt, braucht unsere Stimme, damit sie bis dorthin geh\u00f6rt wird\u201c<\/em><br \/>\nTitos Patrikios<\/p>\n<p>FREIHEIT F\u00dcR IMMER<\/p>\n<p>R.O. 6. Dezember<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die griechische Revolution\u00e4re Organisation 6. Dezember hat die Verantwortung f\u00fcr eine Bombe \u00fcbernommen, die in einem Finanzamt im Athener Stadtteil Neos Kosmos am 23. 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