{"id":4269,"date":"2011-05-26T21:28:29","date_gmt":"2011-05-26T19:28:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=4269"},"modified":"2011-11-13T00:36:44","modified_gmt":"2011-11-12T23:36:44","slug":"aus-zwei-briefen-von-werner-braeuner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/aus-zwei-briefen-von-werner-braeuner","title":{"rendered":"Aus zwei Briefen von Werner Braeuner"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Werner-Braeuner-Hungerstreik-Webbanner.jpg\" rel=\"lightbox[4269]\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright size-full wp-image-4096\" title=\"Der anarchistische Gefangene Werner Braeuner befindet sich seit dem 8. Mai 2011 im Hungerstreik in der JVA Sehnde\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Werner-Braeuner-Hungerstreik-Webbanner.jpg\" alt=\"Der anarchistische Gefangene Werner Braeuner befindet sich seit dem 8. Mai 2011 im Hungerstreik in der JVA Sehnde\" width=\"250\" height=\"68\" \/><\/a><em>Hier Ausz\u00fcge aus zwei Briefen des sich seit dem 8. Mai im Hungerstreik befindenden <a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/tag\/werner-braeuner\" target=\"_blank\">Werner Braeuner<\/a>. <\/p>\n<p>Am 19. Mai gab es in Berlin eine <a href=\"http:\/\/political-prisoners.net\/items\/item\/330-kundgebung-in-solidaritaet-mit-w-braeuner.html\" target=\"_blank\">Kundgebung mit folgender Solidarit\u00e4tsdemo<\/a>, bei welcher ca. 50 Personen zur nieders\u00e4chsischen Landesvertretung zogen. Vor dem Knast in Sehnde haben am Abend des 24. Mai solidarische Menschen <a href=\"http:\/\/www3.de.indymedia.org\/2011\/05\/308528.shtml\" target=\"_blank\">mit Parolen und Feuerwerk Werner und die anderen Inhaftierten gegr\u00fc\u00dft<\/a>.<\/em><\/p>\n<p>Lieber&#8230;,<br \/>\nDas mit dem Kot ist passiert, aber nat\u00fcrlich nicht beweisbar, weil das Gesetz des Schweigens herrscht. <!--more-->Doch Kot-Eintr\u00e4ge sind Ausnahme, meist wird hineingespuckt oder drauf geniest, manchmal wird Aufschnitt geschnitten und die Finger zuvor am After vorbei gef\u00fchrt, so lauten die einschl\u00e4gigen und sich seit langen wiederholenden Berichte, doch Vorsicht!, das alles ist nicht beweisbar! Leider fragt Ekel nicht nach Beweisen, er stellt sich ein, wenn er genug und gesehen hat. Daher w\u00e4re es ganz und gar falsch, den Vorhalt des Eintrags von Exkrementen konkretisieren zu wollen; auch w\u00fcrde ich das, was ich mit eigenen Augen bei der Essensausgabe auf dieser Station(!) bereits gesehen habe, niemals vortragen. Das haben neben mir mehrere Gefangen gesehen, aber niemand w\u00e4re so dumm, etwas zu sagen, weil stumpf bestritten w\u00fcrde (nichts ist beweisbar) und anschlie\u00dfend heimt\u00fcckische Retourkutschen des Vollzugs k\u00e4men. Wer sich auf eine Debatte um Einzelheiten von Eintr\u00e4gen auch nur einl\u00e4sst, hat sofort verloren. Interessant wird allerdings werden, welche Reaktionen von Gefangenen aus Kn\u00e4sten allgemein zum Thema kommen werden.<br \/>\nAll \u00fcberall sind entsprechende Ger\u00fcchte im Umlauf, und sicherlich mit stillschweigendem, klammheimlichem Wohlwollen von Anstaltsleitungen und insbesondere von den Arbeitsverwaltungen \u2013 wer nicht bis zu v\u00f6lligen Verausgabung schuftet, soll auch nicht ohne Ekel essen!<br \/>\nNicht auf das Anstaltsessen angewiesen zu sein, weil sehr gut verdient wird, ist hier drinnen Statussymbol wie drau\u00dfen Daimler Benz, doch sehr gut verdienen nur sehr wenige Gefangene, wer bei h\u00f6chsten Akkordeinsatz 100 Euro  zum einkaufen hat,  ist bereits zufrieden&#8230;.<br \/>\nSadi und \u00dcnal habe ich am 9.5. geschrieben; Die Sache mit Nurhan und Cengiz ist offensichtlich b\u00f6sartig, 43 Tage Postlauf sind zuviel!<br \/>\nSigurd Debus bleibt unvergessen! Wenn wir k\u00e4mpfen, sind sie bei uns, die Gefallen der Revolutionsbewegungen.<\/p>\n<p>Sehnde, den 12.5.2011<\/p>\n<hr \/>\n<p>Meine Tat vom 6.2.2001 wird immer f\u00e4lschlich als \u201eVerzweiflungstat\u201c bezeichnet. Ich m\u00f6chte dazu hier noch einmal klar Stellung beziehen: Verzweiflung liegt vor, wenn es keine reale Handlungsalternative mehr  gibt, eine solche Alternative war jedoch vorhanden: Zwangsunterwerfung unter Zwangsarbeitsregime des Verdener Sozialregime, oder k\u00fcrzer: willf\u00e4hig Untertan sein&#8230;.<br \/>\nImmerhin musste ich das Ziel zwar auskundschaften, die \u00d6rtlichkeiten erkunden und eine Waffe zum Kampfart mitbringen.<br \/>\nAnders als dem Gericht wegen der angedrohten Psychiatriefolter f\u00e4lschlich vorgetragen, hat es am 6.2.2001 keinen Wortwechsel  oder Streit mit Klaus Herzberg vor dessen Haus gegeben, ich hab  zwischen mit dem Vorsatz aufgesucht, ihn in die H\u00f6lle zu schicken- ein Attentat also! Ich ging davon aus, vom Gericht ein Lebensl\u00e4nglich zu erhalten, so wurde ich gezwungen, die L\u00fcgengeschichte von einer \u201eVerzweiflungstat\u201c vorzutragen. Der Feind hat Angst vor revolution\u00e4rer Entschlossenheit und m\u00f6chte lieber eine r\u00fchrselige Geschichte von einem \u201earmen Verzweifelten\u201c in der \u00d6ffentlichkeit verbreitet sehen&#8230;.<br \/>\nDer Kontakt zu den Mitgefangenen ist weiterhin gut mit Ausnahme eines. Der HS wird als gut angesehen. Ein Gefangener der Station hat in Hannover bereits mehrere HS gemacht. Er wurde dann in die Arrestzelle gebracht, nach einigen Tagen wurde ihm in Arrest das Wasser abgedreht und er war daher zum Abbruch des HS gezwungen. Das alles ist illegal, aber nicht beweisbar. Da\u00df die JVA Sehnde hier mit mir \u201epfleglich\u201c umgeht, ist allein der Unterst\u00fctzung von drau\u00dfen zu verdanken, also ein gro\u00dfes Dankesch\u00f6n an &#8230;. alle Unterst\u00fctzerInnen!<\/p>\n<p>Sehnde, den 12.5.2011<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier Ausz\u00fcge aus zwei Briefen des sich seit dem 8. Mai im Hungerstreik befindenden Werner Braeuner. Am 19. Mai gab es in Berlin eine Kundgebung mit folgender Solidarit\u00e4tsdemo, bei welcher ca. 50 Personen zur nieders\u00e4chsischen Landesvertretung zogen. 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