{"id":4452,"date":"2011-06-17T12:32:35","date_gmt":"2011-06-17T10:32:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=4452"},"modified":"2011-06-17T12:32:35","modified_gmt":"2011-06-17T10:32:35","slug":"der-rammbock-des-aufstands","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/der-rammbock-des-aufstands","title":{"rendered":"Der Rammbock des Aufstands"},"content":{"rendered":"<h4 style=\"text-align: right;\">&#8230;hat einen guten Teil der Pforten Europas zertr\u00fcmmert.<\/h4>\n<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/steine-gegen-die-schweine-da-oben.jpg\" rel=\"lightbox[4452]\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-4459\" title=\"Steine gegen die Schweine da oben\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/steine-gegen-die-schweine-da-oben-250x163.jpg\" alt=\"Steine gegen die Schweine da oben\" width=\"180\" height=\"117\" srcset=\"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/steine-gegen-die-schweine-da-oben-250x163.jpg 250w, https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/steine-gegen-die-schweine-da-oben.jpg 450w\" sizes=\"(max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><\/a>Die Erhebungen in Nordafrika waren f\u00fcr uns niemals sehr weit entfernt. In erster Linie weil sie uns aus den Herzen sprechen. Die Menschen, die das Joch der Diktatur  mit Schreien und Handlungen f\u00fcr ein freieres Leben\u00a0st\u00fcrzen. Weil uns diese Erhebungen inspirieren, sie uns Mut machen, sowie sie vielen anderen Mut machen. Weil es durch sie wieder m\u00f6glich ist von Aufst\u00e4nden und Revolutionen zu tr\u00e4umen; nicht wie eine verstaubte Sache der Vergangenheit, sondern vielmehr als reale M\u00f6glichkeit.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nEs ist auch einfach ein Fakt, dass die Politik von Nordafrika mit der Politik des okzidentalen Europa verkn\u00fcpft ist, genauso wie\u00a0der Kampf gegen die M\u00e4chtigen dort, die Politik hier beeinflusst. Denken wir zum Beispiel an die tausenden Menschen, die versuchen Europa \u00fcber das Mittelmeer zu erreichen. Jetzt, wo die Situation in Tunesien, \u00c4gypten und Libyen so instabil geworden ist, weiss die Europ\u00e4ische  Union nicht mehr was sie tun soll. Die diktatorischen Partner, die der  EU halfen die Migration in Schach zu halten und die Sans-Papier  abzuschieben, sind verjagt worden, oder (wie im Fall Gadaffi) verweigern  ihre Kooperation mit der EU. Mit anderen Worten: die Erhebungen haben  einen guten Teil der Pforten zwischen Nordafrika und der EU zertr\u00fcmmert, und diejenigen, die ihr Gl\u00fcck  nun versuchen, sind zahlreich. Der italienische Staat sah sich  gezwungen einem Teil von ihnen provisorische Papiere zu geben, denn er  weiss nicht mehr was er mit all denen, die in Lampedusa ankommen, machen  soll. Zahlreiche Migranten haben also ihren Weg in Richtung anderer EU-L\u00e4nder fortsetzen k\u00f6nnen. Nur&#8230;dass die anderen EU L\u00e4nder diese italienischen Papiere nicht akzeptieren wollen. Das politische Spiel wird wie immer auf dem R\u00fccken der Armen ausgetragen. Ein politisches Spiel das erh\u00f6hte  Grenzkontrollen im Inneren der EU mit sich bringt, die Umsetzung von  Notfallszenarien und dem Staat im Ausnahmezustand,&#8230; die Erhebungen  rasen mit hoher Geschwindigkeit auf die durch die widerliche  Migrationspolitik der EU errichteten Mauern zu. Die Sicherheitsverst\u00e4rkungen innerhalb der EU kommen nicht aus heiterem Himmel. W\u00e4hrend die Menschen in anderen L\u00e4ndern dabei sind f\u00fcr mehr Freiheit zu k\u00e4mpfen, sind sie hier dabei die K\u00e4fige zu verst\u00e4rken. \u00dcberall werden neue Abschiebelager (&gt;&gt;geschlossene Zentren&lt;&lt;), Gef\u00e4ngnisse und Isolationszellen gebaut; \u00fcberall werden die \u00dcberwachungskameras und die Pr\u00e4senz von \u00dcberwachungsorganen aller Art ausgeweitet. \u00dcberall wird die repressive Gesetzgebung erweitert. \u00dcberall schr\u00e4nkt man uns die Freiheit ein. Wir m\u00fcssen uns darauf vorbereiten sie aufzuhalten und in die Offensive \u00fcber zu gehen, denn man weiss sehr gut, dass sich die Jagd auf die Migranten intensiviert, genauso wie die Jagd auf die, die um \u00fcberleben zu k\u00f6nnen gegen das Gesetz verstossen, oder jene die das tun, weil sie von einer neuen Welt tr\u00e4umen. Ebenso wie jene, die keinen Job haben, wie jene, die schon sp\u00fcren, dass die Unterdr\u00fcckung ansteigt. Sie erkl\u00e4ren uns den Krieg, uns allen.<\/p>\n<p>Aber vielleicht kann man die Dinge auch auf andere Weise sehen, fast wie eine Herausforderung. Auf diese Realit\u00e4t zu blicken, nicht wie etwas das uns aufgezwungen wird, sondern wie etwas an dem wir auch teilnehmen. Und dass diese Realit\u00e4t  auch von unserer Kollaboration und unserer Apathie bzw. einfach nur von  unserer Verweigerung des Gehorsams und von unserer Revolte abh\u00e4ngt. Lassen wir einen Moment die Politiker und ihre Hunde beiseite und kehren wir zu unseren Tr\u00e4umen vom Aufstand und der Revolution zur\u00fcck. Auch auf dem europ\u00e4ischen Kontinent\u00a0erschaffen die Keime dieser fieberhaften Periode einen Wirbel. Die Unzufriedenheit w\u00e4chst  und mitunter kommt sie zum Ausdruck, zum Beispiel durch die kleinen  anonymen Revolten oder noch durch kollektivere Momente der  Konfrontation.<\/p>\n<p>Gleichzeitig m\u00fcssen wir auch beachten, dass der Rassismus in Europa sehr verbreitet ist und dass wir daher die sehr reale M\u00f6glichkeit einer Intensivierung des Ausl\u00e4nderhasses in Betracht ziehen m\u00fcssen. Der Staat kann immer ein Schreckgespenst verwenden um einen Teil der Bev\u00f6lkerung f\u00fcr  alles verantwortlich zu machen, sodass wir vergessen, dass es der Staat  selbst ist der die Gesetze gemacht hat, die uns das Leben verderben.<\/p>\n<p>Aber wer weiss! Wer weiss. Es gibt  eine Chance der wachsenden Befruchtung der Revolten von hier und denen  von dort. Durch die Erfahrungen die gerade das Mittelmeer durchqueren,  aber auch weil die Erhebungen dort auch unter vielen von uns etwas  wachgerufen\u00a0haben: wir sind nicht gezwungen das ganze Leben auf den Knien zu leben, wir k\u00f6nnen f\u00fcr die Freiheit k\u00e4mpfen. Erh\u00f6hen wir also die M\u00f6glichkeiten einer Befruchtung durch die Erschaffung von Momenten wo sich Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen treffen k\u00f6nnen, sprechen lernen k\u00f6nnen, in einer Welt in der einer auf dem R\u00fccken des anderen reitet. H\u00f6ren wir auf damit uns\u00a0damit zufrieden zu geben zu \u00fcberleben  und fangen wir an uns von dieser unbarmherzigen Wettbewerbslogik zu  befreien um zu entdecken was Kamaraderie bedeutet, das was die Solidarit\u00e4t im Kampf ist, der Geschmack den das Leben hat, wenn wir es erobern, das was es bedeutet zu versuchen unsere Tr\u00e4ume eines freien Lebens zu verwirklichen.<\/p>\n<p>Wie gro\u00df der Druck den sie auf uns aus\u00fcben auch sein mag, eine Sache ist sicher: sie werden das Verlangen nach der Freiheit niemals ausradieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzung des Artikels <strong>&gt;&gt;Le b\u00e9lier de l\u2019insurrection<\/strong>&#8230; a fracass\u00e9 une bonne partie des portes de l\u2019Europe&lt;&lt; von Hors Service No 18 aus Br\u00fcssel, gefunden auf <a href=\"https:\/\/at.indymedia.org\/node\/20533\" target=\"_blank\">indymedia austria<\/a><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><em><a href=\"http:\/\/horsservice.wikidot.com\/local--files\/start\/horsservice18.pdf\">Download Hors Service Nr 18 auf franz\u00f6sisch<\/a><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230;hat einen guten Teil der Pforten Europas zertr\u00fcmmert. 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