{"id":4496,"date":"2011-06-25T14:48:07","date_gmt":"2011-06-25T12:48:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=4496"},"modified":"2011-08-22T11:23:05","modified_gmt":"2011-08-22T09:23:05","slug":"demo-fuer-inhaftierten-freund-und-genossen-vor-der-jva-moabit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/demo-fuer-inhaftierten-freund-und-genossen-vor-der-jva-moabit","title":{"rendered":"Demo f\u00fcr inhaftierten Freund und Genossen vor der JVA Moabit"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/jva-moabit-berlin.jpg\" rel=\"lightbox[4496]\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-858\" title=\"JVA Moabit Berlin\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/jva-moabit-berlin-225x250.jpg\" alt=\"JVA Moabit Berlin\" width=\"108\" height=\"120\" srcset=\"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/jva-moabit-berlin-225x250.jpg 225w, https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/jva-moabit-berlin-541x600.jpg 541w, https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/jva-moabit-berlin.jpg 700w\" sizes=\"(max-width: 108px) 100vw, 108px\" \/><\/a>Unser Freund und Genosse Det wurde am 15. Juni von Berliner Bullen festgenommen und befindet sich in Untersuchungshaft in der JVA Moabit. Am sp\u00e4ten Nachmittag des 24. Juni gab es eine erste solidarische Demo, an der sich etwas 120 Personen beteiligten. Los ging es am U-Bhf Turmstrasse, vorbei am Landgericht, und dann um den Knast herum. Auffallend war, dass es diesmal viel mehr Kontakt zu Gefangenen gab als auf den letzten Demos. Die Gefangenen, welche die Demo und die anschlie\u00dfende Kundgebung sehen und h\u00f6ren konnten, standen an den Fenstern und antworteten mit Winken und Rufen auf die Demo &#8211;&gt; <a title=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/boeseraltermannberlin\/sets\/72157627038996852\/\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/boeseraltermannberlin\/sets\/72157627038996852\/\" target=\"_blank\">Bilder<\/a>.<\/p>\n<p>Auf der Demo wurde der folgende Text verteilt:<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<blockquote>\n<h3><strong>Und auf einmal trennen uns Mauern&#8230;<\/strong><\/h3>\n<p>23 Stunden Einschluss auf einer 9 m\u00b2 gro\u00dfen Doppelzelle. 1 Stunde Hofgang, d\u00fcrftiges Fr\u00fchst\u00fcck, Mittag, Abendbrot. Zweimal im Monat d\u00fcrfen ihn seine Liebsten besuchen, 1-2 Telefonate pro Woche. Das ist die Realit\u00e4t von hunderten Gefangenen in der JVA Moabit in Berlin, wobei die Bedingungen und Einschr\u00e4nkungen von Person zu Person variieren.<\/p>\n<p>Einer dieser Gefangenen ist unser Freund, Genosse und Gef\u00e4hrte Det. Seit dem 15. Juni muss auch er sich mit dieser Realit\u00e4t auseinandersetzen.<br \/>\nEr wurde in der Nacht vom 9. zum 10. Juni 2011 in Moabit, zusammen mit einem Freund, von Zivilbullen kontrolliert, nachdem ein Helikopter mit W\u00e4rmebildkamera ihnen angeblich schon an den Fersen hing. Allein in dieser Nacht brannten 11 hochwertige Autos in verschiedenen Bezirken Berlins. Als bei beiden auch noch Grillanz\u00fcnder gefunden wurden, war die Freude seitens der zivilen Brandstreifen der Polizei nat\u00fcrlich gro\u00df. Det und sein Kumpel wurden nach Tempelhof in die Gefangenensammelstelle verfrachtet, wo sie dem \u00fcblichen Programm ausgesetzt wurden, sprich stundenlanges Warten in den kargen Zellen und LKA-Bullen, die von Zeit zu Zeit kommen, um zu schikanieren und versuchen Verh\u00f6re durchzuf\u00fchren. Beide verweigerten die Aussage.<\/p>\n<p>Gl\u00fccklicherweise wurde Dets Freund am n\u00e4chsten Tag freigelassen, da es keinen dringenden Tatverdacht gab, der f\u00fcr einen Haftbefehl ausgereicht h\u00e4tte.<br \/>\nUnserem anarchistischen Gef\u00e4hrten Det konnten wir leider nicht so schnell umarmen, wie wir es uns gew\u00fcnscht h\u00e4tten. Ihm wird eine andere Brandstiftung am 16. Mai 2011 vorgeworfen, wo er angeblich gegen 7 Uhr morgens in Friedrichshain einen \u00e4lteren BMW der unteren Mittelklasse angez\u00fcndet haben soll. Die Bullen beziehen sich dabei auf einige Fotos, die eine Anwohnerin von der Person gemacht hatte. Die Person auf den Fotos sieht laut der Staatsanwaltschaft unserem Det \u00e4hnlich, weshalb er in diesem Fall einen Haftbefehl erhielt. Seine Wohnung wurde ebenfalls am Freitag, den 10. Juni, durchsucht, die ermittelten Bullen behaupten dort Beweismaterial gefunden zu haben.<\/p>\n<p>Aufgrund seines \u201estabilen sozialen Umfeldes\u201c setzte die Haftrichterin am Samstag seinen Haftbefehl au\u00dfer Vollzug unter Auflagen, wodurch er aus dem Gewahrsam entlassen wurde. Die Staatsanwaltschaft legte daraufhin sofort Beschwerde ein. Wir hatten Det erst einmal wieder bei uns. Als ob dies alles noch nicht Spuk genug gewesen w\u00e4re, sich die Presse noch nicht genug das Maul zerfetzt h\u00e4tte, \u00fcber den 43-j\u00e4hrigen \u201eHassbrenner\u201c; der Beschwerde der Staatsanwaltschaft wurde am Dienstag stattgegeben, dadurch wurde der Vollzug des Haftbefehl angeordnet. Das von der ersten Haftrichterin best\u00e4tigte \u201estabile soziale Umfeld\u201c schien dem zu diesem Zeitpunkt zust\u00e4ndigen Haftrichter nicht auszureichen, um von keiner Fluchtgefahr auszugehen.<\/p>\n<p>Det stellte sich am Mittwoch den Justizbeh\u00f6rden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft in einer Zweierzelle in der JVA Moabit. Im Klartext f\u00fcr einen Schaden von unter 100 Euro, denn an dem Auto, dass er angeblich angesteckt haben soll wurde lediglich der K\u00fchlergrill besch\u00e4digt.<\/p>\n<p>Wir sind w\u00fctend, dass wir Det gerade nicht unter uns haben k\u00f6nnen. Uns trennen die hohen Backsteinmauern des Knastes, aber all die sch\u00f6nen Momente mit ihm in all den Jahren werden wir uns dadurch nicht nehmen lassen. Auch wissen wir, dass dieser Zustand nur tempor\u00e4r ist und dass unsere Solidarit\u00e4t dadurch nur st\u00e4rker werden kann.<\/p>\n<p>Unser Freund und Genosse ist einer von unendlich vielen Menschen auf der Welt, die aufgrund des bestehenden Verst\u00e4ndnisses von Recht, Ordnung und Bestrafung weggeschlossen wurden. In Berlin im Speziellen zu einem hohen Anteil wegen Schwarzfahrens und anderen \u201eLeistungserschleichungen\u201c oder wegen Eigentumsdelikten. Wir hinterfragen diese Logik der Bestrafung, denn soziale Konflikte lassen sich nicht durch Kn\u00e4ste und andere Zwangsanstalten l\u00f6sen.<\/p>\n<p>In diesem Sinne: Det freut sich \u00fcber Briefe, Postkarten und anderes, was pers\u00f6nliche Gedanken, Unterst\u00fctzung und Solidarit\u00e4t \u00fcbermittelt. Seine Adresse:<\/p>\n<p><del datetime=\"2011-08-22T09:23:35+00:00\">Detlef M.<br \/>\nAlt-Moabit 12a<br \/>\n10559 Berlin<br \/>\nBuchnummer: 1593\/11<\/del><\/p>\n<p>Und zuletzt noch den Hinweis auf das Spendenkonto des EA-Konto:<\/p>\n<p>Netzwerk Selbsthilfe e.V.<br \/>\nVerwendungszweck: \u201cDet\u201d<br \/>\nKto. 7403887018<br \/>\nBLZ: 100 900 00<br \/>\nBerliner Volksbank<\/p>\n<h3 style=\"text-align: right;\"><strong>&#8230;rei\u00dfen wir die Mauern ein, die uns trennen!<\/strong><\/h3>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unser Freund und Genosse Det wurde am 15. Juni von Berliner Bullen festgenommen und befindet sich in Untersuchungshaft in der JVA Moabit. Am sp\u00e4ten Nachmittag des 24. 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