{"id":4729,"date":"2011-08-02T19:30:54","date_gmt":"2011-08-02T17:30:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=4729"},"modified":"2011-11-07T20:14:17","modified_gmt":"2011-11-07T19:14:17","slug":"urteile-im-ersten-prozess-gegen-die-conspiracy-of-the-cells-of-fire","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/urteile-im-ersten-prozess-gegen-die-conspiracy-of-the-cells-of-fire","title":{"rendered":"Urteile im ersten Prozess gegen die Conspiracy of the Cells of Fire"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/Conspiracy-of-Cells-of-Fire-signature.jpg\" rel=\"lightbox[4729]\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright size-medium wp-image-3002\" title=\"Conspiracy of Cells of Fire - signature\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/Conspiracy-of-Cells-of-Fire-signature-250x247.jpg\" alt=\"Conspiracy of Cells of Fire - signature\" width=\"144\" height=\"142\" srcset=\"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/Conspiracy-of-Cells-of-Fire-signature-250x247.jpg 250w, https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/Conspiracy-of-Cells-of-Fire-signature.jpg 553w\" sizes=\"(max-width: 144px) 100vw, 144px\" \/><\/a>Am 19. Juli wurden die Urteile im ersten Prozess gegen die griechischen Stadtguerilla <a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/tag\/conspiracy-of-the-cells-of-fire\">Conspiracy of the Cells of Fire<\/a> gesprochen. Angeklagt waren Personen, die im Rahmen der <a title=\"Zu den Verhaftungen in Griechenland\" href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/zu-den-verhaftungen-in-griechenland\">Durchsuchungen am 23. September 2009<\/a> verhaftet wurden, bzw. durch die Razzia ins Augenmerk der Bullen gerieten und sp\u00e4ter verhaftet wurden. Die Urteile fielen sehr hoch aus, besonders f\u00fcr Haris Hatzimichelakis und Panayiotis Argyros, welche sich zur Mitgliedschaft in der Conspiracy bekannt hatten. Beweise f\u00fcr die Beteiligung der Beschuldigten an den vorgeworfenen Taten gab es sehr wenige, die Urteile fielen zum Teil h\u00f6her aus, als von der Staatsanwaltschaft gefordert wurde.<br \/>\nHier eine \u00dcbersicht \u00fcber die einzelnen Urteile und ein Text von Heike Schrader, welcher den Prozess und die Urteile weiter beleuchtet.<br \/>\n<!--more--><br \/>\n<strong>Haris Hatzimichelakis:<\/strong> Schuldig wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung, der Herstellung von Sprengstoffen, dem Besitz von Sprengstoffen und dem Angriff auf das Ministerium f\u00fcr Mazedonien und Thrakien, die Wohnung des ehemaligen Vizeinnenministers Panayiotis Hinofotis und die Wohnung der PASOK-Minister Louka Katseli und Gerasimos Arsenis. Die Einzelstrafen von 77 Jahren wurden zu einer Gesamthaftstrafe von 25 Jahren zusammengefasst.<\/p>\n<p><strong>Panayiotis Argyros<\/strong>: Schuldig wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung, der Herstellung von Sprengstoffen, dem Besitz von Sprengstoffen und dem Angriff auf das Ministerium f\u00fcr Mazedonien und Thrakien, die Wohnung des ehemaligen Vizeinnenministers Panayiotis Hinofotis und die Wohnung der PASOK-Minister Louka Katseli und Gerasimos Arsenis. Die Einzelstrafen von 77 Jahren wurden zu einer Gesamthaftstrafe von 25 Jahren zusammengefasst.<\/p>\n<p><strong>Giorgos Karagiannidis<\/strong>: Schuldig wegen der Herstellung von Sprengstoffen, dem Besitz von Sprengstoffen, und wegen seiner Beteiligung an dem Angriff auf die\u00a0 Wohnung der PASOK- Minister Louka Katseli und Gerasimos Arsenis. Die Einzelstrafen von 32 Jahren wurden zu einer Gesamthaftstrafe von 20 Jahren zusammengefasst.<\/p>\n<p><strong>Panayiotis Masouras<\/strong>: Schuldig wegen der Herstellung von Sprengstoffen, dem Besitz von Sprengstoffen, und wegen seiner Beteiligung an dem Angriff auf die Wohnung der PASOK-Minister Louka Katseli und Gerasimos Arsenis. Die Einzelstrafen von 19 Jahren wurden zu einer Gesamthaftstrafe von elf Jahren und sechs Monaten zusammengefasst. Er stellte einen Antrag auf Umwandlung der Strafe in Bew\u00e4hrung.<\/p>\n<p><strong>Alexandros Mitrousias<\/strong>: Schuldig wegen der Herstellung von Sprengstoffen, dem Besitz von Sprengstoffen, und wegen seiner Beteiligung an dem Angriff auf die Wohnung der PASOK-Minister Louka Katseli und Gerasimos Arsenis. Die Einzelstrafen von 19 Jahren wurden zu einer Gesamthaftstrafe von elf Jahren zusammengefasst. Er entschied sich kein Antrag auf Umwandlung der Strafe in Bew\u00e4hrung zu stellen.<\/p>\n<p><strong>Konstantina Karakatsani<\/strong>: Schuldig wegen der Herstellung von Sprengstoffen, dem Besitz von Sprengstoffen, und wegen Mitt\u00e4terschaft an dem Angriff auf die Wohnung der PASOK-Minister Louka Katseli und Gerasimos Arsenis. Die Einzelstrafen von 19 Jahren wurden zu einer Gesamthaftstrafe von elf Jahren zusammengefasst. Sie stellte einen Antrag auf Umwandlung der Strafe in Bew\u00e4hrung.<\/p>\n<p><strong>Manolis Yiospas<\/strong>: Schuldig wegen drei Vergehen einschlie\u00dflich Raub\u00fcberfall und Betrug. Verurteilt zu zwei Jahren und neun Monaten Haft. Der Staatsanwalt forderte anfangs, dass Yiospas freigesprochen wird, nachdem das Urteil gesprochen wurde, forderte er eine dreij\u00e4hrige Strafe, die vom Gericht akzeptiert wurde.<\/p>\n<p><strong>Nikos Vogiatzakis<\/strong>: Freigesprochen von allen Anklagepunkten aufgrund des Mangels an Beweisen.<\/p>\n<p><strong>Errikos Rallis<\/strong>: Freigesprochen von allen Anklagepunkten aufgrund des Mangels an Beweisen.<\/p>\n<hr \/>\n<h4 style=\"text-align: center;\">Staat zeigt Z\u00e4hne! Anw\u00e4lte kritisieren<br \/>\nvernichtendes Urteil im \u201eFeuerzellen-Prozess\u201c<\/h4>\n<div>\n<p>Unerbittlich werde man gegen Korruption und Amtsmissbrauch vorgehen wird die griechische Regierung nicht m\u00fcde zu betonen. Getan hat sich auf diesem Feld jedoch nichts, und in den wenigen F\u00e4llen, wo derartiges tats\u00e4chlich vor Gerichten verhandelt wurde, kamen die T\u00e4ter mit recht milden Strafen davon. Ganz anders im Prozess gegen neun mutma\u00dfliche Mitglieder der Organisation \u201eVerschw\u00f6rung der Feuerzellen\u201c. Hier schlug die Justiz mit voller H\u00e4rte zu und verh\u00e4ngte Gef\u00e4ngnisstrafen zwischen 11 und 25 Jahren.<\/p>\n<p>In einer Pressekonferenz am Mittwoch in Athen bezeichneten Verteidiger und Eltern das Urteil als \u201eungerecht, willk\u00fcrlich, widersinnig, vernichtend, unmenschlich und r\u00e4chend\u201c. Gest\u00fctzt allein auf Fingerabdr\u00fccke an beweglichen Gegenst\u00e4nden und im Internet ver\u00f6ffentlichte politische Einstellungen seien sechs junge Menschen zu hohen Gef\u00e4ngnisstrafen verurteilt worden, ohne dass man ihnen die konkrete Beteiligung an Anschl\u00e4gen der Organisation h\u00e4tte nachweisen k\u00f6nnen. So bekamen die beiden Angeklagten Haris Hatzimichelakis und Panagiotis Argyros 25 Jahre Gef\u00e4ngnis f\u00fcr die \u201eGr\u00fcndung und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung\u201c, die \u201eAnstiftung zu drei Brandanschl\u00e4gen\u201c und die Herstellung und den Besitz von Sprengstoff. Als Beweise reichte dem Gericht dazu, dass beide sich zur Verschw\u00f6rung der Feuerzellen bekannt und die \u201epolitische Verantwortung\u201c f\u00fcr die Organisation \u00fcbernommen hatten, sowie Fingerabdr\u00fccke auf T\u00fcten, in denen sich Zutaten zu den aus Schwarzpulver gebastelten Sprengs\u00e4tze befanden hatten. Eine konkrete Tatbeteiligung an den beiden Anschl\u00e4gen gegen das Wohnhaus der ehemaligen Minister Louka Katseli und Panagiotis Chinofotis sowie dem Geb\u00e4ude des Ministeriums f\u00fcr Mazedonien und Thrakien dagegen konnte das Gericht nicht feststellen. Bei den Anschl\u00e4gen war leichter Sachschaden verursacht worden.<\/p>\n<p>Obwohl sie jede Verbindung zur Organisation bestritten hatten und lediglich Fingerabdr\u00fccke auf diversen beweglichen Gegenst\u00e4nden in einer als \u201ekonspirativen Wohnung\u201c bezeichneten Studentenbude gefunden worden waren, erhielten vier weitere, Giogos Karagiannidis, Panagiotis Masouras, Alexandros Mitrousias und die einzige Frau unter den Angeklagten, Konstantina Karakatsani Gef\u00e4ngnisstrafen zwischen 11 und 20 Jahren f\u00fcr die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, die Beteiligung an Anschl\u00e4gen und die Herstellung und den Besitz von Sprengstoff. In welcher Form diese Beteiligung stattgefunden haben soll, konnte das Gericht nicht erkl\u00e4ren. Zwei der Angeklagten, Errikos Pallis und Nikos Vogiatzakis , wurden freigesprochen, w\u00e4hrend Emmanouil Giospas wegen Beteiligung an Diebstahl und Raub zu zwei Jahren und neun Monaten auf Bew\u00e4hrung verurteilt, w\u00e4hrend der Vorwurf der Mitgliedschaft in der Organisation fallen gelassen wurde.<\/p>\n<p>Die Anw\u00e4ltin Zoi Konstantopoulou charakterisierte das Verfahren als \u201eSchauprozess bei dem Gesetze und Rechte der Angeklagten mit F\u00fcssen getreten wurden\u201c und sprach von einer \u201eschwarzen Seite f\u00fcr die griechische Justiz\u201c. Das Urteil sei kein juristisches, sondern ein politisches, erkl\u00e4rte Anw\u00e4ltin Anny Paparousou. \u201eDie Justiz macht sich zum Werkzeug einer Politik die die rebellische Jugend einsch\u00fcchtern will.\u201c Dabei verspiele sich der Staat allerdings nicht nur das Vertrauen der Jugend, sondern auch der Eltern, warnte Verteidiger Spyros Fytrakis.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Heike Schrader, Athen<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 19. Juli wurden die Urteile im ersten Prozess gegen die griechischen Stadtguerilla Conspiracy of the Cells of Fire gesprochen. Angeklagt waren Personen, die im Rahmen der Durchsuchungen am 23. 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