{"id":4760,"date":"2011-07-24T15:20:41","date_gmt":"2011-07-24T13:20:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=4760"},"modified":"2012-02-08T10:33:24","modified_gmt":"2012-02-08T09:33:24","slug":"ueber-grenzen-der-beherrschung-und-die-freuden-der-subversion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/ueber-grenzen-der-beherrschung-und-die-freuden-der-subversion","title":{"rendered":"\u00dcber Grenzen der Beherrschung und die Freuden der Subversion"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/ueber-Grenzen-der-Beherrschung-und-die-Freuden-der-Subversion.jpg\" rel=\"lightbox[4760]\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-4769\" title=\"\u00dcber Grenzen der Beherrschung und die Freuden der Subversion - einige Gedanken \u00fcber ein w\u00fctendes Gedenken -\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/ueber-Grenzen-der-Beherrschung-und-die-Freuden-der-Subversion-106x150.jpg\" alt=\"\u00dcber Grenzen der Beherrschung und die Freuden der Subversion - einige Gedanken \u00fcber ein w\u00fctendes Gedenken -\" width=\"106\" height=\"150\" \/><\/a><em>In den letzten Tagen ist ein Poster auf den Stra\u00dfen von Berlin aufgetaucht. Unter der \u00dcberschrift \u201c<strong>\u00dcber Grenzen der Beherrschung und die Freuden der Subversion<\/strong>\u201d bezieht es sich auf die Demo, die in den Abendstunden des 16. Juli durch die Strassen von Kreuzberg zog. Die Demo fand <a href=\"http:\/\/rachefuercarlo.blogsport.de\/\" target=\"_blank\">in Erinnerung an die polizeilichen Todessch\u00fcsse auf Carlo Giuliani am 20. Juli 2001 in Genua<\/a> statt.<br \/>\nAuf der Demo wurde der Text &#8220;<a title=\"Der Bruch mit der Autorit\u00e4t\" href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/der-bruch-mit-der-autoritaet\" target=\"_blank\">Der Bruch mit der Autorit\u00e4t &#8211; und seine t\u00f6dlichen Folgen<\/a>&#8221; als Flyer an viele interessierte Umstehende verteilt.<\/em><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u00dcber Grenzen der Beherrschung<br \/>\nund die Freuden der Subversion<\/h3>\n<h4 style=\"text-align: center;\">&#8211; einige Gedanken \u00fcber ein w\u00fctendes Gedenken &#8211;<\/h4>\n<p>Vor zehn Jahren wurde Carlo Giuliani w\u00e4hrend den massiven Protesten gegen den G8-Gipfel in Genua von der paramilit\u00e4rischen Polizei Italiens, der Carabinieri, erschossen. Um an ihn und an die damals noch junge, k\u00e4mpferische, antikapitalistische Bewegung sowie an die brutale staatliche Gewalt, die ihr entgegenschlug, zu erinnern, wurde f\u00fcr den 16. Juli 2011 in Kreuzberg zu einer Demonstration aufgerufen. <!--more-->Bewusst wurde bei diesem Anlass auf eine Kooperation mit den Beh\u00f6rden verzichtet. Denn die Polizei, egal ob hier oder anders wo, handelt immer im Interesse von Staat und Kapital, zur Aufrechterhaltung der herrschenden Ordnung. So macht es f\u00fcr uns keinen Unterschied ob italienische oder deutsche Bullen den Abzug dr\u00fccken, wir wissen, dass es \u00fcberall passiert und wir w\u00fcrden es f\u00fcr h\u00f6chst entw\u00fcrdigend gegen\u00fcber den Opfern von t\u00f6dlicher Polizeigewalt halten, mit ebendieser Institution in Dialog zu treten und Absprachen zu machen. Aber auch sonst bringen angemeldete Versammlungen allerlei Schikanen mit sich. Das falsche Schuhwerk, zu lange Transparente und unerw\u00fcnschte Inhalte, dass alles sind in Berlin normalerweise Gr\u00fcnde f\u00fcr sie, Demos anzugreifen, Leute zu verpr\u00fcgeln und festzunehmen. Ein dichtes Spalier und das pr\u00e4ventive Abfilmen und Durchsuchen der TeilnehmerInnen sind schon lange Standard. Crowd-Control aus den Lehrb\u00fcchern der Aufstandsbek\u00e4mpfung im besten Sinne.<\/p>\n<p>Auch an diesem Samstagabend sind sich Versammlungsbeh\u00f6rde, Senat und die Berufsschl\u00e4gerInnen in Uniform einig gewesen, jegliches Erinnern an die Ereignisse von damals, welches nicht unter ihrer totalen Kontrolle stattfindet, zu verhindern. Doch es sollte anders kommen&#8230;<\/p>\n<p>Fest entschlossen ein zum Anlass w\u00fcrdiges Gedenken gegen den Willen der Polizei durchzusetzen, versammelten sich um die Tausend Menschen am Lausitzer Platz. Gut vorbereitet auf die zu erwarteten Angriffe seitens der Polizei, gelang es zumindest einen Teil der geplanten Strecke als geschlossener Demonstrationszug zur\u00fcckzulegen. Auch wenn es dann den Bullen gelang die Menge zu spalten, war damit noch lange Nichts zu Ende. Die Konfrontation mit der Staatsgewalt, die so oft ein Gef\u00fchl der Ohnmacht, der Vereinzelung und Resignation hinterl\u00e4sst, war an diesem Abend der Funke, der die Wut \u00fcber die herrschenden Verh\u00e4ltnisse entflammte. Der \u00f6ffentliche Raum, die Stra\u00dfen und Pl\u00e4tze, wurden f\u00fcr einige Stunden zum umk\u00e4mpften Terrain. Sie wurden der staatlichen Kontrolle entzogen, in dem sich \u00fcberall spontan Leute zusammenschlossen, kommunizierten, ihre Meinung in die Nacht herausschrien, Stra\u00dfen blockierten und immer wieder Steine aufhoben und diese voller Leidenschaft der Autorit\u00e4t entgegen schleuderten.<br \/>\nF\u00fcr eine kurze Zeit konnte durch die gelebte Solidarit\u00e4t ein Raum geschaffen werden, der uns den n\u00f6tigen Platz zum Atmen und Handeln bot, ein Raum der uns in der Hektik des Alltags, umgeben von einer entfremdeten Welt, schon lange verloren ging. Und genau diese Erfahrung ist es, die wir aus diesem Abend mitnehmen und welche so vielen von denen, die wir auf der Stra\u00dfe getroffen haben ein L\u00e4cheln ins Gesicht zauberte. Wir haben gesehen, dass wenn wir etwas f\u00fcr richtig halten, und gemeinsam und entschlossen daf\u00fcr einstehen, uns auch eine hochger\u00fcstete Polizei mit all ihren Techniken der Herrschaft nicht aufhalten kann. Denn die Ideen einer freiheitlichen Gesellschaft, jenseits jeglicher Autorit\u00e4t lassen sich nicht mit dem Polizeikn\u00fcppel zerschlagen.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: right;\">Gegen jegliche Autorit\u00e4t!<br \/>\nF\u00fcr ein selbstbestimmtes Leben!<\/h4>\n<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/ueber-Grenzen-der-Beherrschung-und-die-Freuden-der-Subversion.jpg\" rel=\"lightbox[4760]\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4769\" title=\"\u00dcber Grenzen der Beherrschung und die Freuden der Subversion - einige Gedanken \u00fcber ein w\u00fctendes Gedenken -\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/ueber-Grenzen-der-Beherrschung-und-die-Freuden-der-Subversion.jpg\" alt=\"\u00dcber Grenzen der Beherrschung und die Freuden der Subversion - einige Gedanken \u00fcber ein w\u00fctendes Gedenken -\" width=\"600\" height=\"849\" srcset=\"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/ueber-Grenzen-der-Beherrschung-und-die-Freuden-der-Subversion.jpg 600w, https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/ueber-Grenzen-der-Beherrschung-und-die-Freuden-der-Subversion-176x250.jpg 176w, https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/ueber-Grenzen-der-Beherrschung-und-die-Freuden-der-Subversion-424x600.jpg 424w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den letzten Tagen ist ein Poster auf den Stra\u00dfen von Berlin aufgetaucht. 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