{"id":5377,"date":"2011-10-16T18:45:54","date_gmt":"2011-10-16T16:45:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=5377"},"modified":"2013-02-23T09:21:04","modified_gmt":"2013-02-23T08:21:04","slug":"rom-wenn-die-empoerung-zu-wut-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/rom-wenn-die-empoerung-zu-wut-wird","title":{"rendered":"Rom: Wenn die Emp\u00f6rung zu Wut wird"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Rom-15-okt-11.jpg\" rel=\"lightbox[5377]\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright size-medium wp-image-5379\" title=\"Brennende Bullenkarre in Rom am 15. Oktober 2011, anl\u00e4sslich der Proteste gegen das Finanzkapital, im Rahmen des weltweiten Aktionstages der \u201cOccupy\u201c Bewegung\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Rom-15-okt-11-250x167.jpg\" alt=\"Brennende Bullenkarre in Rom am 15. 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Ganz anders geschah es in Rom, wo sich die Wut der Leute in der Form zeigte, dass Banken eingehauen und Luxusl\u00e4den gepl\u00fcndert wurden, Luxusautos Feuer fingen und die Bullen, die Besch\u00fctzerInnen der herrschenden Ordnung, massiv angegriffen und vertrieben wurden. Auf <a href=\"http:\/\/linksunten.indymedia.org\/de\/node\/48775\" target=\"_blank\">linksunten.indymedia.org<\/a> erschien dazu die \u00dcbersetzung eines Textes, welcher auf <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/fr\/node\/48781\" target=\"_blank\">www.lereveil.ch<\/a> zu finden ist.<\/em><br \/>\n<em> Wir w\u00fcnschen uns, dass auch hier die Leute, die ihre Wut auf die Strasse tragen, diese nicht runterschlucken und die Herrschenden und ihre Besch\u00fctzerInnen in ihrer Gesamtheit angreifen und attackieren, und sich nicht auf die &#8220;b\u00f6sen&#8221; B\u00e4nker, die uns das Geld rauben, beschr\u00e4nken. Es geht um mehr, es geht um die Freiheit, um die Idee einer anderen Welt, einer Welt ohne Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung. Eine Welt, die auf Solidarit\u00e4t und Selbstorganisierung aufgebaut ist und die Menschen und ihre Bed\u00fcrfnisse in den Mittelpunkt stellt. [<strong>Update 18.10.:<\/strong> Am 17.10. gab es <a href=\"http:\/\/andiewaisendesexistierenden.noblogs.org\/post\/2011\/10\/18\/uber-100-hausdurchsuchungen-in-ganz-italien\/\" target=\"_blank\">\u00fcber 100 Hausdurchsuchungen in ganz Italien<\/a>]<\/em><br \/>\n<!--more--><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Rom: Wenn die Emp\u00f6rung zu Wut wird<\/h3>\n<p>Etwa 200&#8217;000 Leute versammeln sich in Rom f\u00fcr den Marsch der italienischen Emp\u00f6rten. Einen Marsch, auf den alle antagonistischen Bewegungen gewartet haben. Prek\u00e4re, soziale Zentren, Anti-Autorit\u00e4re, die Bewegung NO-TAV, Autonome, Basisgewerkschaften, Reformisten, Disobbedienti, Studenten sind alle auf der Strasse, oft mit sehr verschiedenen Zielen.<\/p>\n<p>Von Beginn weg der Demo greifen etwa 1000 Leute \u2013 einige hinter dem Transparent \u201eWir fragen nicht nach einer Zukunft, wir holen uns die Gegenwart zur\u00fcck\u201c \u2013 die direkten Verantwortlichen unserer Misere an. Ein Luxussupermarkt wird aufgebrochen und gepl\u00fcndert, die Produkte werden an die Demonstranten verteilt. Luxusautos fangen pl\u00f6tzlich zu brennen an, die Schaufenster der Banken fallen und eine italienische Flagge an einem Luxushotel wird abgerissen.<\/p>\n<p>Der Demozug n\u00e4hert sich dem Kolosseum, es gibt Spannungen zwischen den Pazifisten der Demo und den hunderten von vermummten und behelmten Jugendlichen. Einige Leute verschaffen sich Zugang zur Tempor\u00e4rarbeitsagentur Manpower, die vollst\u00e4ndig niederbrennt. Eine Truppe des Fernsehens wird angegriffen und aus dem Demozug vertrieben. Ein Arbeiter von FIAT freut sich auf einem Lastwagen \u00fcber ein brennendes SUV und schreit: \u201eDas restliche Benzin werden wir jetzt f\u00fcr was Gescheites brauchen!\u201c Eine Tankstelle wird niedergebrannt.<\/p>\n<p>Die Polizei wird nun mit Feuerwerk angegriffen. Die Demo l\u00e4uft in Richtung Platz San Giovanni, der Platz, der als Ziel des Marsches vorgesehen war. Ein Polizeiposten wird angegriffen, Kameras und Scheiben werden zerst\u00f6rt und \u201eCarta-Bomben\u201c werden herein geworfen. Noch mehr brennende Autos und getrashte Banken. Zu diesem Zeitpunkt ist ein Teil der Demo schon angekommen, aber die Mehrheit noch unterwegs.<\/p>\n<p>Die Polizei entscheidet, anzugreifen und die Demo in zwei Teile zu spalten. Das Resultat davon sind K\u00e4mpfe mit den Ordnungskr\u00e4ften, die mehrere Stunden dauern. Etliche Demonstranten schliessen sich den Aufst\u00e4ndischen an, Tausende greifen die Polizei an, die es eindeutig nicht schafft, die Situation zu kontrollieren. Mehrere Male sind die Polizisten gezwungen, sich zur\u00fcckzuziehen (sogar mit den Wasserwerfern!) unter den Angriffen der jugendlichen Vermummten, die Steine und Feuerwerk auf sie schmeissen. Ein gepanzertes Polizeifahrzeug brennt, Applaus in der Menge. Barrikaden werden errichtet und die sehr mobilen Aufst\u00e4ndischen greifen auch ein Sitz des Verteidigungsministeriums an, der komplett von den Flammen zerst\u00f6rt wird.<\/p>\n<p>Erst gegen 20 Uhr zerstreuen sich die Demonstranten, bauen aber hinter sich immer noch Barrikaden. Umnutzung urbanen Mobiliars und brennende Abfalleimer. Etwa 70 Verletzte, Demonstranten (wovon einer schwer an der Hand wegen einer Feuerwerksrakete) sowie Polizisten. Die Anzahl Verhaftungen ist im Moment noch nicht bekannt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Samstag, den 15. 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