{"id":5497,"date":"2011-11-03T09:28:37","date_gmt":"2011-11-03T07:28:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=5497"},"modified":"2014-12-26T23:18:32","modified_gmt":"2014-12-26T22:18:32","slug":"freiheit-fuer-alle-gefangenen-fuer-eine-konsequente-kritik-und-praxis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/freiheit-fuer-alle-gefangenen-fuer-eine-konsequente-kritik-und-praxis","title":{"rendered":"Freiheit f\u00fcr ALLE Gefangenen! &#8211; F\u00fcr eine konsequente Kritik und Praxis"},"content":{"rendered":"<p><em><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/sitzend-und-resigniert.jpg\" rel=\"lightbox[5497]\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright size-medium wp-image-5506\" title=\"sitzend und resigniert\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/sitzend-und-resigniert-250x165.jpg\" alt=\"sitzend und resigniert\" width=\"150\" height=\"99\" srcset=\"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/sitzend-und-resigniert-250x165.jpg 250w, https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/sitzend-und-resigniert.jpg 380w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><span class=\"dropcap\">E<\/span>in Text, der in Hamburg als Kritik am Auftakt einer Solidarit\u00e4ts-Demonstration mit einem kurdischen Gefangenen verteilt wurde, an der sich auch autonome Gruppen beteiligten. Die Demo forderte die Freiheit f\u00fcr alle politischen Gefangenen und ging vor den Knast.<br \/>\ngefunden auf <a href=\"http:\/\/linksunten.indymedia.org\/de\/node\/49629\" target=\"_blank\">linksunten.indymedia.org<\/a><\/em><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Freiheit f\u00fcr ALLE Gefangenen! &#8211;<br \/>\nF\u00fcr eine konsequente Kritik und Praxis<\/h3>\n<p>Die letzte Zeit konnten wir hier in Hamburg aber auch anderenorts wieder von politischen Gefangenen und von Forderungen nach ihrer Freilassung h\u00f6ren. Wir mussten mit Erstaunen feststellen das anscheinend Debatten sowie Texte und Initiativen die es die letzten Jahre in Deutschland und anderenorts gab vollkommen an vielen vorbei gegangen sein m\u00fcssen. Aber fangen wir wieder am Anfang an:<\/p>\n<p>Es gibt absolut nichts gegen eine Verteidigung der eigenen Mitstreiter_innen oder Strukturen im Fall von Repression zu sagen. Jede_r soll sich verteidigen k\u00f6nnen, das ist ein Teil der Selbstbestimmtheit die wir erk\u00e4mpfen wollen. Auch Solidarit\u00e4t mit anderen die angegriffen wurden zu zeigen, zu denen ein wie auch immer starkes aber ehrliches Verh\u00e4ltnis besteht, ist Teil einer Praxis in der wir versuchen mit Ideen, mit Worten und mit Taten andere zu finden die sich auch mit den herrschenden Verh\u00e4ltnissen nicht zufrieden geben und mehr vom Leben wollen.<\/p>\n<p>Doch bei allen Schritten die wir tun, m\u00fcssen wir uns klar machen ob sie mit unseren Vorstellungen, mit dem wof\u00fcr wir k\u00e4mpfen \u00fcbereinstimmen und somit verhindern uns selbst im Weg zustehen, unsere Ideen zu untergraben und uns zur\u00fcck und nicht vorw\u00e4rts zu bewegen.<\/p>\n<p>Wenn wir also f\u00fcr ein selbstbestimmtes herrschaftsfreies Leben ohne Staat, ohne jegliche Autorit\u00e4t und Unterdr\u00fcckung k\u00e4mpfen, m\u00fcssen wir auch gegen alle Mechanismen und Strukturen k\u00e4mpfen die diese aufrecht erhalten. Dazu geh\u00f6ren alle Institutionen sowie auch gesellschaftlichen Strukturen wie Religion, Geschlechterverh\u00e4ltnisse und alles was uns einsperrt. Wenn wir f\u00fcr ein Leben in Freiheit k\u00e4mpfen, geht es nicht nur um uns selbst sondern um die Freiheit aller, denn ohne die w\u00e4ren wir nicht frei. Die Beziehungen zwischen Menschen m\u00fcssen emanzipatorische sein die auf Solidarit\u00e4t und Respekt und nicht auf Autorit\u00e4t, Wettbewerb, Neid und Ausbeutung basieren. Keine der vom Staat verwendeten Methoden kann \u00fcbernommen oder akzeptiert werden, denn sie sind nur aus einem Grund entstanden: zur Machterhaltung und Unterdr\u00fcckung. Konflikte werden nicht weggesperrt, sie werden immer Teil von jeder Gesellschaft sein aber nie gel\u00f6st sonder nur verschoben wenn es keine Auseinandersetzung gibt. Auch mit Menschen und mit denen wir im Konflikt stehen weil sie andere unterdr\u00fcckt haben, ihre Grenzen nicht akzeptieren oder sich sonst wie \u00fcber sie stellen m\u00fcssen wir die Auseinandersetzung suchen und nicht den Staat der uns alle kontrolliert und fremdbestimmt \u201cf\u00fcr uns\u201d handeln lassen.<\/p>\n<p>Kn\u00e4ste sind eine dieser Strukturen die mit am deutlichsten zeigen wie diese Gesellschaft, geteilt in Verlierer_innen und Gewinner_innen und alle die dazwischen h\u00e4ngen, funktioniert. Abgesehen von der vollkommen akzeptierten Gewalt des Einsperren, die eine gesellschaftliche ist, sind es die machterhaltenden Z\u00fcge des Staates die sich in den Kn\u00e4sten widerspiegeln. Mit den Kn\u00e4sten entledigt er sich derer, die nicht \u201cfunktionierender\u201d Teil dieser Gesellschaft sein k\u00f6nnen oder wollen, die nicht \u201cverwertbar\u201d sind oder die die Verh\u00e4ltnisse in Frage stellen.<\/p>\n<p>Zeigen wir also Solidarit\u00e4t mit einem Menschen der uns nahesteht, sei es mit ihren_seinen Ideen oder Taten, dann sollten wir nicht vergessen das wir nicht nur die Freiheit eines Menschen wollen sonder die aller!<\/p>\n<p>Vor einem Gef\u00e4ngnis, vor den Fenstern von zig Menschen die hinter Gittern sitzen, die Freiheit einiger weniger zu fordern und alle anderen au\u00dfen vor zu lassen ist nicht nur grausam, sondern entbehrt auch jeglichem Kontext in dem wir uns und unsere K\u00e4mpfe verstehen. Solidarit\u00e4t ist ein starkes und gegenseitiges Verh\u00e4ltnis das wir gewiss nicht zu allen haben aber die Freiheit brauchen alle, denn solange nicht alle frei sind ist niemand frei!<\/p>\n<p>F\u00fcr eine soziale Revolte, f\u00fcr die Freiheit aller! F\u00fcr die Zerst\u00f6rung der Gef\u00e4ngnisse und der Verh\u00e4ltnissen die sie brauchen!<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>einige Anarchisten_innen aus Hamburg<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Text, der in Hamburg als Kritik am Auftakt einer Solidarit\u00e4ts-Demonstration mit einem kurdischen Gefangenen verteilt wurde, an der sich auch autonome Gruppen beteiligten. <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":5506,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[36,9],"tags":[701,92,69,661,77,374,194],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5497"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5497"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5497\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10568,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5497\/revisions\/10568"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5506"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5497"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5497"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5497"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}