{"id":5785,"date":"2011-12-06T00:01:56","date_gmt":"2011-12-05T23:01:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=5785"},"modified":"2011-12-03T14:16:36","modified_gmt":"2011-12-03T13:16:36","slug":"remember-rememeber-the-6th-of-december","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/remember-rememeber-the-6th-of-december","title":{"rendered":"Remember, Rememeber the 6th of December!"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/Alexandros-Grigoropoulos.jpg\" rel=\"lightbox[5785]\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright size-medium wp-image-1760\" title=\"Alexandros Grigoropoulos, am 6. Dezember 2008 in Athen von Bullen erschossen\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/Alexandros-Grigoropoulos-250x150.jpg\" alt=\"Alexandros Grigoropoulos, am 6. Dezember 2008 in Athen von Bullen erschossen\" width=\"175\" height=\"105\" srcset=\"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/Alexandros-Grigoropoulos-250x150.jpg 250w, https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/Alexandros-Grigoropoulos.jpg 500w\" sizes=\"(max-width: 175px) 100vw, 175px\" \/><\/a><em>von der <a href=\"http:\/\/agmuenchen.blogsport.de\/\" target=\"_blank\">Anarchistischen Gruppe M\u00fcnchen<\/a><\/em><\/p>\n<p>Die Normalit\u00e4t regierte keine_r erwartete etwas Au\u00dfergew\u00f6hnliches. Die Horoskope k\u00fcndigten die Fortsetzung dieses Zustandes an.<br \/>\nAm 6. Dezember 2008 geraten zwei Bullen mit einer Gruppe junger Anarchist_innen in Konflikt. Der Bulle Epaminodas Korkoneas erschie\u00dft den 15-j\u00e4hrigen Alexandros Grigoropoulos.<br \/>\nInnerhalb einer Stunde versammeln sich Menschen und beginnen Auseinandersetzungen mit der Polizei.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nIm Zuge dessen entl\u00e4dt sich die Wut der Menschen in einem zerst\u00f6rerischen Akt der Revolte, mehrere Universit\u00e4ten und \u00f6ffentliche Pl\u00e4tze werden besetzt, Einkaufszentren, Luxusgesch\u00e4fte, Banken und Polizeistationen werden angegriffen und den Flammen \u00fcbergeben. Bis zum Ende dieser Nacht h\u00e4ngt Tr\u00e4nengas in den Stra\u00dfen Athens und die Polizei ist aus vielen Vierteln vertrieben worden.<br \/>\nInnerhalb weniger Stunden verbreitet sich die Revolte \u00fcber ganz Griechenland.<\/p>\n<p>An den Aufst\u00e4nden beteiligen sich weite Teile der Bev\u00f6lkerung wodurch mit den verschiedensten Aktionsformen experimentiert wird.<\/p>\n<p>Seit diesen Tagen versucht der Staat h\u00e4nderingend die herrschende Ordnung aufrecht zu erhalten. Immer wieder gab und gibt es Repressionsschl\u00e4ge des Staates gegen Individuen und Kollektive. So werden Immer wieder Menschen mit fadenscheinigsten Begr\u00fcndungen eingeknastet, sei es f\u00fcr das publizieren von Texten, betreiben von Blogs, oder die angebliche Teilnahme an Angriffen. Denn jede_r ist ein_e potentielle_r Angreifer_In!<br \/>\nDabei werden Gruppierungen und Einzelpersonen zu F\u00fchrungskadern erkl\u00e4rt, da es unm\u00f6glich erscheint, dass solch spontane, aufst\u00e4ndische Handlungen aus einem kollektiven Willen heraus, die Unterdr\u00fcckung zu beenden, entstehen.<\/p>\n<p>Der Angriff auf Einzelne stellt jedoch immer einen Angriff auf uns alle dar, da das Verlangen nach einer freien Welt unser gemeinsamer Wunsch ist.<br \/>\nDie Gefahr geht dabei nicht von Individuen sondern von unseren gemeinsamen Ideen aus und somit bedarf es keiner gesetzlichen Legitimierung von Repression mehr, da die blo\u00dfe Existenz unserer Ideen, der blo\u00dfe Gedanke, schon Gefahr genug ist. Somit ger\u00e4t mensch heutzutage nicht mehr nur dann ins Visier der staatlichen Repression, wenn Gesetze \u00fcberschritten werden, sondern heute bekommt sie jede_r zu sp\u00fcren, der_die nicht bereit ist, oder dem_der es nicht m\u00f6glich ist, seine_ihre vorgegebenen Rollen zu erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>In dem Moment, wo sich die Repression in allen Bereichen der Gesellschaft ausbreitet, ist es offensichtlich naiv zu denken, dass sie nur diejenigen trifft, die die Staatssicherheit bedrohen. Die um sich greifende Repression zeigt jedoch nicht die St\u00e4rke der Bewegung, sondern die Schw\u00e4che des Staates in einer auseinanderbrechenden Welt.<br \/>\nDabei wollen wir uns bei unserem Handeln nicht an Repressionsschl\u00e4gen oder sonstigen Terminen, die sich in die kapitalistische Normalit\u00e4t eingliedern, orientieren, rein reflexartig agieren und in einen einstudierten Abwehrkampf zur\u00fcckziehen. Lasst uns stattdessen den Kampf den die Gefangenen und die Ermordeten begonnen haben fortf\u00fchren und die Bedingungen f\u00fcr die Befreiung aller schaffen. Was nicht hei\u00dfen soll, dass wir uns mit den inhaftierten Kompliz_Innen entsolidarisieren, denn die begonnenen K\u00e4mpfe fortzuf\u00fchren, deren Aktionsformen aufzugreifen, weiterzuentwickeln und gleichzeitig zu hinterfragen hei\u00dft direkte Solidarit\u00e4t. Wir stellen keine Forderungen, beispielsweise f\u00fcr die Verbesserung von Haftbedingungen, an den Herrschafts- und Justizapparat, weil dies bedeuten w\u00fcrde unsere Stellung in der Hierarchie zu akzeptieren. Die Selbstbeschr\u00e4nkung in dem Stellen von Forderungen, raubt Kraft und ist immer mit dem Eingehen von Kompromissen verbunden.<\/p>\n<p>Wir sehen die Forderung f\u00fcr die Freilassung von einigen politischen Gefangenen als eine Verk\u00fcrzung der Kritik am ganzen Knastsystem und dessen gesellschaftlicher Funktion.<br \/>\nWir stellen keine Forderungen, da wir nicht nach Ver\u00e4nderung fragen, sondern die Realit\u00e4t gemeinsam grundlegend umgestalten wollen.<br \/>\nWenn jemand aufgehalten wird, gilt es nicht stehen zu bleiben und sich auf einen reflexartigen Abwehrkampf zu fixieren, sondern weiter zu laufen mit unserem Ziel vor Augen und der Leblosigkeit den Kampf ansagend, der m\u00f6rderischen Gesellschaft den Gar aus zu machen.<\/p>\n<p>Wir wollen aufzeigen, dass uns nur die Mauern trennen, denn diese m\u00f6rderische Gesellschaft zeigt sich nicht nur im Knast wo sie uns unserer Tr\u00e4ume und unseres Willens beraubt, sondern auch in der Arbeit und der Freizeitgestaltung, beim haltlosen hin und hereilen von Warenregal zu Warenregal, auf dem Heimweg wo uns etliche Werbeplakate zeigen, was das Beste f\u00fcr uns sei und eine nicht vorhandene Notwendigkeit konstruieren.<\/p>\n<p>Zahllose Tote zeichnen den Weg dieser Gesellschaft den sie bis hier her gegangen ist, wo eine scheinbar, sich endlos in die Zukunft erstreckende Gegenwart uns erwartet.<\/p>\n<p>Tag f\u00fcr Tag kl\u00e4ren Titelseiten \u00fcber Nichtigkeiten auf. So scheint es, dass die Scheidung zweier Prominenter das einzige ist, was es zu berichten gibt.<br \/>\nKein Wort wird verloren, \u00fcber die Menschen die an dieser Gesellschaft zu Grunde gehen, nichts \u00fcber die Menschen die bei Abschiebungen ihr Leben lassen, nichts \u00fcber die Toten an den Grenzen, nichts \u00fcber die Ermordeten im Knast und in Polizeigewahrsam oder \u00fcber diejenigen die dem Druck nicht standhalten und keinen anderen Ausweg sehen als sich selbst ihr Leben zu nehmen. Dies sind keine Nachrichten die uns nichts angehen, sondern gesamtgesellschaftlich totgeschwiegen werden, da sie uns zwingen \u00fcber diese Schei\u00dfwelt nach zudenken, \u00fcber den Verlust der Selbstbestimmung unseres Lebens, ihre Grenzen, Mauern und Kn\u00e4ste, ihre Autorit\u00e4ten und Gesetzen, sowie ihrer geheuchelten Moral. Jeder vor sich hin vegetierende H\u00e4ftling sollte uns daran erinnern, dass alles was uns geboten wird leere Versprechen sind. So krepieren wir einsam mit nichts, als einer L\u00fcge, die uns versichert, nicht die N\u00e4chsten zu sein, die es trifft.<\/p>\n<p>Die Ohnmacht in der wir uns befinden, \u00e4hnelt immer mehr dem Schicksal derer, die bereits dahin gerafft wurden. Immer weiter entfernen wir uns vom Leben und n\u00e4hern uns dem Bild einer funktionierenden Maschine.<\/p>\n<p>Fangen wir an uns endlich als Ausgebeutete und Unterdr\u00fcckte zu begreifen und zerst\u00f6ren diese m\u00f6rderische Gesellschaft mit ihrer Akzeptanz der Unterdr\u00fcckung, mit ihrer Atomkraft und Abgasen, Waffen und Kriegen, Grenzen und Kn\u00e4sten, Fernsehern und Antideppressivas, Bullen und Abschiebungen, Schulen und Zurichtungsanstalten.<br \/>\nMachen wir endlich Schluss, fangen wir an von den Abenteuern der Freiheit zu tr\u00e4umen und unsere M\u00f6glichkeiten im Aufstand zu erproben.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Freiheit und die Anarchie!<\/p>\n<p>Einige Unerw\u00fcnschte in Tagen der sozialen Befriedung!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von der Anarchistischen Gruppe M\u00fcnchen Die Normalit\u00e4t regierte keine_r erwartete etwas Au\u00dfergew\u00f6hnliches. Die Horoskope k\u00fcndigten die Fortsetzung dieses Zustandes an. Am 6. 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