{"id":6006,"date":"2012-01-23T19:40:51","date_gmt":"2012-01-23T18:40:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=6006"},"modified":"2014-12-26T19:03:11","modified_gmt":"2014-12-26T18:03:11","slug":"marco-camenisch-befindet-sich-im-hungerstreik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/marco-camenisch-befindet-sich-im-hungerstreik","title":{"rendered":"Marco Camenisch befindet sich im Hungerstreik"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/marco-camenisch-2.jpg\" rel=\"lightbox[6006]\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright  wp-image-2789\" title=\"Marco Camenisch\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/marco-camenisch-2-250x151.jpg\" alt=\"Marco Camenisch\" width=\"200\" height=\"121\" srcset=\"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/marco-camenisch-2-250x151.jpg 250w, https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/marco-camenisch-2.jpg 548w\" sizes=\"(max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><em><span class=\"dropcap\">V<\/span>om 20. bis zum 29. Januar befindet sich der in der Schweiz inhaftierte Anarchist <a title=\"Wer ist Marco Camenisch?\" href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wer-ist-marco-camenisch\" target=\"_blank\">Marco Camenisch<\/a> im Hungerstreik. In einer Erkl\u00e4rung hat er seine Beweggr\u00fcnde dargelegt.<br \/>\nAu\u00dferdem wird Marco momentan die &#8220;bedingte Entlassung&#8221; verweigert, in einem Text erkl\u00e4rt er, was damit gemeint ist und dies im speziellen f\u00fcr ihn bedeutet.<br \/>\n<\/em><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Hungerstreikerkl\u00e4rung von Marco Camenisch<\/h3>\n<p>Vom 20-29.01.2012 ergreife ich mit einem Hungerstreik die Initiative als solidarische Teilnahme an unserem Kampf gegen das WEF in Davos, wo sich die h\u00f6chsten der gr\u00f6ssenwahnsinningen und gierigen Heuchler, Ausbeuter, Unterdr\u00fccker und Zerst\u00f6rer aus Staat, Kapital und Lakaien wieder einmal in dreister und wohl besch\u00fctzter Prasserei zur &#8220;Rettung&#8221; ihres technoindustriellen Systems treffen, das in der unumkehrbaren globalen Krise steckt.<\/p>\n<p>Wenn ihr leeres Gerede im letzten Treffen noch ihrer Sorge um &#8220;Umweltrisiken&#8221; galt, das heisst ihrer Sorge um die Umwelt nat\u00fcrlich als ihr Ausbeutungs- und Profitfaktor!, so geht es ihnen dieses Jahr um die &#8220;sozio\u00f6konomischen&#8221; Gefahren des von ihnen global verursachten und vorangetriebenen Elends und Rennens in den Abgrund. Dagegen sei, so in ihrem diesj\u00e4hrigen Bericht (siehe NZZ 12.01.2012 D\u00fcstere Visionen, WEF-Bericht ortet gewaltige globale Risiken),<\/p>\n<p>&#8220;eine wichtige Erkenntnis (&#8230;), dass Organisationen grosse Schockereignisse wesentlich besser verkraften k\u00f6nnen, wenn sie \u00fcber klare Kommunikationslinien verf\u00fcgen und die Mitarbeitenden weitreichende Entscheidungskompetenzen haben&#8221;.<\/p>\n<p>Damit meinen sie die Vollendung der globalen Diktatur ihres technoindustriellen Produktions- und Konsumfaschismus als ultimative Zerst\u00f6rungs-, Ausbeutungs- und Herrschaftsform \u00fcber Mensch, Natur und Erde.<br \/>\nDie Bio- und Nanotechnologien geh\u00f6ren zum diesj\u00e4hrigen Fokus ihrer Themen. Nicht zuf\u00e4llig&#8230;, denn es handelt sich um die ebenso ultimativen und irreversibel schon verbreiteten technologisch-wissenschaftlichen Waffen und Instrumente zu dieser Vollendung. Es handelt sich um die ultimativen Waffen und Instrumente zur totalen Kolonialisierung, Kontrolle, Ausbeutung, Kontaminierung und Zerst\u00f6rung des Lebens, unseres Lebens, des Planeten, unseres Planeten, und zur weiteren Kolonialisierung und Verm\u00fcllung des Universums.<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich ist diese Initiative auch Ausdruck meiner tendenz\u00fcbergreifenden internationalistischen revolution\u00e4ren Solidarit\u00e4t, als unsere zentrale Waffe gegen die Repression der globalen neofaschistischen technowissenschaftlichen Diktatur von Staat und Kapital.<\/p>\n<p>Solidarit\u00e4t, Freiheit und Liebe dir, Genossin Andi<\/p>\n<p>Solidarit\u00e4t, Freiheit und Liebe allen politischen und auch &#8220;unpolitischen&#8221; k\u00e4mpfenden Geiseln dieser Diktatur und<\/p>\n<p>FREIHEIT SOWIESO F\u00dcR ALLE GEFANGENEN LEBEWESEN UND DIE ERDE INSGESAMT<\/p>\n<p>Solidarit\u00e4t und Liebe allen &#8220;Galaxien&#8221; und Individuen, die ehrlich in Wort und Tat f\u00fcr die totale Freiheit und daher f\u00fcr die totale Abschaffung von Staat\/Kapital\/technoindustriellem System k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Liebe und Gedenken allen GenossInnen, die in diesem Kampf gefallen sind,<br \/>\ndenen meiner &#8220;Galaxie&#8221;, Lambros, Mauri, Zoe&#8230;<\/p>\n<p>Solidarit\u00e4t und Liebe allen aufst\u00e4ndischen Gruppen und Individuen \u00fcberall meiner &#8220;Galaxie&#8221;, ob FAI\/IRF oder nicht, auch ich begr\u00fcsse stolz alle eure Aktionen!<\/p>\n<p>Solidarit\u00e4t und Liebe allen, die verleumdet werden und Schande \u00fcber alle, welche die revolution\u00e4re direkte Aktion und damit uns alle verleumden!<\/p>\n<p>Solidarit\u00e4t, Freiheit und Liebe euch Costa, Billy, Silvia<\/p>\n<p>dir Gabriel, euch gefangenen Br\u00fcdern und Schwestern der Verschw\u00f6rung der Zellen des Feuers in Griechenland, Billy und Eat in Indonesien, euch GenossInnen des &#8220;caso bombas&#8221; in Chile, dir Tortuga, Tamara, Juan Carlos, allen anarchistischen Gefangenen der Welt.<\/p>\n<p>Marco, Lager Lenzburg, Januar 2012<br \/>\n<a name=\"nichtentlassung\"><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Marco Camenisch zu 2\/3nichtentlassung<\/h3>\n<p>Chapeau \ud83d\ude42 Street-, Night- &amp; Dayfighters, FreundInnen und GenossInnen,<\/p>\n<p>Kleines Update zu meiner 2\/3nichtentlassung<\/p>\n<p>Allg. Voraussetzungen: In der Schweiz w\u00e4re nach 2\/3 einer Strafe bei &#8220;guter F\u00fchrung&#8221; eine &#8220;bedingte&#8221; Freilassung aus dem Knast m\u00f6glich (und muss in jedem Einzelfall von Amtes wegen behandelt werden). Das erfolgte bis vor gut 10 Jahren fast &#8220;automatisch&#8221;.<\/p>\n<p>Seit der aktuellen und Unumkehrbaren \u00dcberst\u00fcrzung der allgemeinen Krise von Staat\/Kapital\/technoindustriellem System gibt es aber praktisch keine bedingten Entlassungen mehr. Das wird im &#8220;Gesamtpaket&#8221; der reaktion\u00e4ren Hetze und Mobilisierungen zur Versch\u00e4rfung der globalen Diktatur des Systems von Oben gegen Unten, gegen die gesellschaftlich Schwachen und vor allem gegen den revolution\u00e4ren Widerstand nach nazifaschistischem Muster (imperialistischer Krieg, Rassismus, Xenophobie, Nationalismus, &#8220;Festung Europa&#8221;, Sicherheitshaft\/Verwahrungen, &#8220;Antiterror&#8221;-Gesetze usw.) gesellschaftlich, politisch und in der Praxis der versch\u00e4rften Klassenjustiz national und international umgesetzt.<\/p>\n<p>Spezifische Voraussetzungen: Als politischer Gefangener (revolution\u00e4r und internationalistisch) ist es nat\u00fcrlich noch etwas schwieriger und h\u00e4ngt stark vom (aktuell ung\u00fcnstigen&#8230;) gesellschaftlichen und &#8220;politisch-milit\u00e4rischen&#8221; Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnis zwischen Oben-Unten, Diktatur-Widerstand, Konterrevolution-Revolution etc. ab. Der reale Termin nach juristischer Arithmetik meiner m\u00f6glichen bedingten Freilassung bzw. dem Ende der 2\/3 meiner Strafe f\u00e4llt auf den Monat Mai dieses Jahres (Endstrafe: Mai 2018). Verantwortlich f\u00fcr den Vollzug &#8220;meiner&#8221; Strafe sind die \u00c4mter des Justizvollzugs (JV) Z\u00fcrich (Knastdirektionen, Feldstrasse ZH und letztlich das Justizdepartement des Kt. ZH und, als letzte Rekursinstanz, das Bundesgericht).<\/p>\n<p>Zur Sache: Bis jetzt wurden zwei Urlaubsgesuche (2008 u. 2009 oder 2010) vor allem politisch motiviert abgelehnt und obg. &#8220;\u00dcberpr\u00fcfung&#8221; hat in &#8220;meinem&#8221; Fall damit begonnen, dass a) der JV Z\u00fcrich vom hiesigen Lager Lenzburg im Kanton Aargau einen &#8220;F\u00fchrungsbericht&#8221; verlangt und erhalten hat, in dem aus Gr\u00fcnden der beim Kt. ZH liegenden &#8220;Kompetenz&#8221; auf (positive oder negative) Empfehlungen zu meiner Freilassung abgesehen wird; und b) mir \u00fcber meinen Anwalt auf den 8. Februar 2012 ein Termin f\u00fcr eine &#8220;Anh\u00f6rung&#8221; in seiner Anwesenheit &#8220;angeboten&#8221; wurde. Bislang habe ich nicht ausgeschlossen mich &#8220;anh\u00f6ren&#8221; zu lassen und \u00fcber meinen Anwalt von der &#8220;Fallverantwortlichen&#8221; JV ZH als meine Voraussetzung und zu meiner Vorbereitung eine Liste ihrer Fragen angefordert. Die Antwort an meinen Anwalt:<\/p>\n<p>Am 8. Februar wird es um (&#8230;) die von uns beabsichtigte Abweisung der bedingten Entlassung gehen. Es werden ihm somit keine Fragen gestellt werden. Vielmehr werden ihm die Argumente seitens unserer Beh\u00f6rde dargelegt werden, die gegen seine bedingte Entlassung sprechen. Zu diesen Argumenten wird Herr C. bzw. werden Sie am 8. Februar m\u00fcndlich Stellung nehmen k\u00f6nnen. Die Anh\u00f6rung wird schriftlich protokolliert und im Anschluss daran wird eine rekurable Verf\u00fcgung erstellt werden.<\/p>\n<p>Erhellende Antwort. Man k\u00f6nnte es als reine Alibi\u00fcbung abtun, w\u00e4re da nicht die offensichtlich unlautere (und sonst sowieso systematisch aber ohne Anw\u00e4lte umgesetzte) Absicht, sich die gegnersichen &#8220;Stellungsnahmen&#8221; bzw. Rekursargumente im Vorfeld einer rekurablen Verf\u00fcgung zu verschaffen um sie dort schon pr\u00e4ventiv einfliessen lassen bzw. entkr\u00e4ftigen zu k\u00f6nnen. Was die Entscheidung keine &#8220;Anh\u00f6rung&#8221; durchzuf\u00fchren nat\u00fcrlich leicht und definitiv macht. Weniger leicht d\u00fcrfte es der Beh\u00f6rde in diesem Falle und des Vorliegens einer schriftlichen Unterlage fallen, zuk\u00fcnftig ihre Vorw\u00fcrfe einer &#8220;Verweigerungshaltung&#8221; und &#8220;mangelnder Kooperation&#8221; damit zu unterf\u00fcttern&#8230;<\/p>\n<p>Als N\u00e4chstens werdet ihr also wohl die angesagte rekurable Verf\u00fcgung der Abweisung der bedingten Entlassung zur Ein- und Ansicht und Auflage etc. erhalten.<\/p>\n<p>Mit herzlichen und solidarischen Gr\u00fcssen<\/p>\n<p>marco, Lager Lenzburg, 19. Januar 2012<\/p>\n<hr \/>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Marco Camenisch: bedingte Entlassung verweigert<\/h3>\n<p>Das Z\u00fcrcher Amt f\u00fcr Justizvollzug verweigert die bedingte Entlassung von Marco Camenisch.<\/p>\n<p>Der B\u00fcndner \u00d6koanarchist sitzt seit 20 Jahren f\u00fcr sein politisches Engagement im Gef\u00e4ngnis; derzeit in Lenzburg.<\/p>\n<p>Er ist aus Protest gegen das World Economic Forum in Davos bis zum 29. Januar in einen befristeteten Hungerstreik getreten. Seinem Protest haben sich die Gefangenen Silvia Guerini (Hungerstreik, Hindelbank) und Luca &#8220;Billy&#8221; Bernasconi (Verweigerung von Arbeit und Mahlzeiten, Regensdorf) angeschlossen.<\/p>\n<p>Dieses Jahr hat Marco Camenisch 2\/3 seiner Strafe abgesessen. Eigentlich steht in der Schweiz jeder und jedem Gefangenen &#8211; bei guter F\u00fchrung &#8211; die bedingte Entlassung nach 2\/3 der Haftzeit zu. Nicht aber Marco.<\/p>\n<p>Am 8. Februar soll eine &#8220;Anh\u00f6rung&#8221; zu seiner bedingten Entlassung stattfinden. Das Z\u00fcrcher Amt f\u00fcr Justizvollzug liess Marcos Anwalt wissen, es werde dabei um &#8220;die von uns beabsichtigte Abweisung der bedingten Entlassung gehen.&#8221; Marco w\u00fcrden an der &#8220;Anh\u00f6rung&#8221; keinerlei Fragen gestellt.<\/p>\n<p>Die &#8220;Anh\u00f6rung&#8221; ist also gar keine, sondern eine Farce. Der Entscheid ist bereits gefallen. Marco soll weggesperrt bleiben, weil er sich nicht brechen l\u00e4sst, weil er an seiner politischen \u00dcberzeugung festh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Bereits vor f\u00fcnf Jahren versuchte der SP-Staatsanwalt Ueli Weder, Marco zu verwahren. Begr\u00fcndung: das sei ja ein Anarchist!<\/p>\n<p>Und das Z\u00fcrcher Amt f\u00fcr Justizvollzug verweigerte ihm mehrfach aus politischen Gr\u00fcnden einen bewachten Hafturlaub, der ihm als Vorbereitung auf eine bedingte Entlassung an sich zugestanden h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Wir fordern alle Solidarischen auf, gegen diese erneute Schweinerei des Z\u00fcrcher Amts f\u00fcr Justizvollzug angemessen zu reagieren.<\/p>\n<p>Den Schreibtischt\u00e4ter\/innen das Handwerk legen &#8211; Solidarit\u00e4t mit den k\u00e4mpfenden Gefangenen!<\/p>\n<p>Freund\/innen und Unterst\u00fctzer\/innen von Marco Camenisch, 21.1.12<br \/>\nKontakt: knast-soli (aet) riseup (punkt) net<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom 20. bis zum 29. 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