{"id":6048,"date":"2012-02-03T17:44:27","date_gmt":"2012-02-03T16:44:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=6048"},"modified":"2015-01-11T21:11:18","modified_gmt":"2015-01-11T20:11:18","slug":"vom-kapitalistischen-frieden-chronik-eines-wochenendes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/vom-kapitalistischen-frieden-chronik-eines-wochenendes","title":{"rendered":"Vom kapitalistischen Frieden&#8230; Chronik eines Wochenendes"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/vom-kapitalischen-frieden.jpg\" rel=\"lightbox[6048]\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright  wp-image-6049\" title=\"Vom kapitalistischen Frieden... Chronik eines Wochenendes - Flyer von der Strasse\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/vom-kapitalischen-frieden-176x250.jpg\" alt=\"Vom kapitalistischen Frieden... Chronik eines Wochenendes - Flyer von der Strasse\" width=\"123\" height=\"175\" srcset=\"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/vom-kapitalischen-frieden-176x250.jpg 176w, https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/vom-kapitalischen-frieden-424x600.jpg 424w, https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/vom-kapitalischen-frieden.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 123px) 100vw, 123px\" \/><\/a><span class=\"dropcap\">D<\/span>ie Ereignisse vom vergangenen Wochenende schlagen gro\u00dfe Wellen in der hiesigen Medienlandschaft: &#8220;Randale-Nacht&#8221;, &#8220;Feuerspur des Terrors&#8221; oder &#8220;Kein Ende des Krawalls&#8221; schreit es uns in den Schlagzeilen entgegen. Was war da los? Wirklich nur ein paar Chaoten, die wieder mal ihren Frust los werden wollten? Nein, vielmehr sind in diesen Stunden all die Konflikte, welche in dieser Stadt unter der Oberfl\u00e4che allgegenw\u00e4rtig sind, in zugespitzter Form in Erscheinung getreten: der seit Jahren andauernde Vorstoss von Stadtpolitik und Immobilienmafia in die Kieze und die daraus folgende Entmietung, Raussanierung und Verdr\u00e4ngung von allem was nicht im Sinne des Kapitals verwertbar ist; die soziale Kontrolle durch Quartiersmanagment und Ordnungs\u00e4mter; die Kameras, die Z\u00e4une und Sicherheitsdienste um ordentlich zu trennen &#8211; in Teilhabende und Ausgeschlossene. Und zu guter Letzt immer wieder die Polizei als willige Helfer zur Duchsetzung all dieser Schweinereien im Namen der Aufwertung.<\/p>\n<p>Was f\u00fcr ein Aufwand dabei betrieben wird, alles Widerst\u00e4ndige gegen diese Entwicklung unter Kontrolle zu halten, haben die Nachrichten der letzten Wochen verdeutlicht. So werden Telefonanschl\u00fcsse von einem halben Stadtteil \u00fcberwacht, Kameras installiert und Ermittlungsverfahren eingeleitet von denen die Betroffenen wahrscheinlich nie erfahren werden. Anstatt das eine Welle der Emp\u00f6rung losbricht, stellt sich Innensenator Henkel hin und findet alles gut und richtig was da gelaufen ist. Wenigstens an einem Punkt sind wir uns einig, denn auch wir halten nicht viel vom deutschen Grundgesetz. Gleichzeitig finden in diesen Tagen in Berlin zwei Kongresse statt, auf denen sich Beh\u00f6rden aus dem Bereich Polizei und Milit\u00e4r mit VertreterInnen aus Politik und Privatwirtschaft aus ganz Europa treffen, um genau diese Techniken der Herrschaft auszubauen und zu verfestigen. Ein Schwerpunkt ist auch dieses Jahr die Aufstandsbek\u00e4mpfung im urbanen Raum, denn auch sie wissen, dass hinter dem oft gepriesenen sozialen Frieden in Europa, schon lange ein Krieg tobt.<\/p>\n<p>In Neuk\u00f6lln fand am vergangenen Sonnabend eine Demonstration gegen diese Kongresse statt, welche dazu aufrief sich eben nicht den Massnahmen der Autorit\u00e4ten zu unterwerfen und stattdessen die Kontrolle \u00fcber das Geschehen in die eigenen H\u00e4nde zu nehmen. Denn wir wissen sehr gut, dass uns das Versammlungsrecht nur so lange zugestanden wird, wie wir uns im Rahmen der bestehenden Ordnung bewegen und unser Handeln unwirksam bleibt. So entschieden sich einige Leute die Bullen am Rande der Wegstrecke durch direkte Angriffe zu vertreiben und ihren Weg nach eigenem Interesse fortzusetzten, wobei auch einige Banken und Symbole der Konsumgesellschaft ihrem Glanz beraubt wurden. Als dann im Laufe des Abends das im letzten Winter durch zweieinhalbtausend Bullen ger\u00e4umte Haus in der Liebigstra\u00dfe angegriffen wurde, sah sich die Polizei wohl gen\u00f6tigt ihre Macht zu demonstrieren und st\u00fcrmte unter massivem Einsatz von Pfefferspray und mit Hilfe von Rammb\u00f6cken das benachbarte Wohnprojekt in der Rigaer Stra\u00dfe 94. Das Resultat sind etliche zertr\u00fcmmerte Fenster, aufgebrochene T\u00fcren und die Festnahme aller Personen, die sich im Haus aufhielten.<\/p>\n<div>\n<p>Wir sehen in diesem polizeilichen Angriff auf selbstorganisierte Strukturen die Fortsetzung und Versch\u00e4rfung der Konflikte um den st\u00e4dtischen Raum. Es war eine politische Aktion, um einzusch\u00fcchtern und zu zeigen was denen droht, die sich nicht an die Spielregeln der Herrschenden halten. Doch dies ist nicht unser Spiel, deshalb lasst uns diesen Versuch ins Leere laufen, gerade mit Blick auf die kommenden Tage, wenn sich die R\u00e4umung der Liebig 14 j\u00e4hrt. Nutzen wir diese Provokation, um die Dynamik der K\u00e4mpfe von letztem Februar wieder aufleben zu lassen, denn um es mit den Worten am Eingang der Rigaer94 zu sagen:<\/p>\n<\/div>\n<p><strong>Unsere Leidenschaft f\u00fcr die Freiheit ist st\u00e4rker als jede Autorit\u00e4t!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ereignisse vom vergangenen Wochenende schlagen gro\u00dfe Wellen in der hiesigen Medienlandschaft: &#8220;Randale-Nacht&#8221;, &#8220;Feuerspur des Terrors&#8221; oder &#8220;Kein Ende des Krawalls&#8221; schreit es uns in den Schlagzeilen entgegen. <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":5949,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[1,2,32],"tags":[698,701,384,317,708],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6048"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6048"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6048\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10731,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6048\/revisions\/10731"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5949"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6048"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6048"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6048"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}