{"id":6275,"date":"2012-03-11T02:04:41","date_gmt":"2012-03-11T01:04:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=6275"},"modified":"2012-03-11T11:44:35","modified_gmt":"2012-03-11T10:44:35","slug":"nizhniy-novgorod-russland-aufruf-zu-koordinierten-aktionen-weltweit-vom-16-18-maerz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/nizhniy-novgorod-russland-aufruf-zu-koordinierten-aktionen-weltweit-vom-16-18-maerz","title":{"rendered":"Nizhny Novgorod, Russland: Aufruf zu koordinierten Aktionen weltweit vom 16. bis 18.3."},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/antifa-acab.jpg\" rel=\"lightbox[6275]\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright size-medium wp-image-3712\" title=\"Antifaschistische Aktion - ACAB\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/antifa-acab-187x250.jpg\" alt=\"Antifaschistische Aktion - ACAB\" width=\"120\" height=\"160\" srcset=\"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/antifa-acab-187x250.jpg 187w, https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/antifa-acab.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 120px) 100vw, 120px\" \/><\/a><em>Am 1. M\u00e4rz gab es eine <a href=\"http:\/\/en.contrainfo.espiv.net\/2012\/03\/05\/moscow-direct-action-in-solidarity-with-prosecuted-antifascists\/\" target=\"_blank\">solidarische Strassenblockade in Moskau<\/a> u.a. f\u00fcr die verfolgten Antifaschisten. Weitere Infos \u00fcber die Situation und die Entwicklungen in dem Fall gibt es beispielsweise auf <a href=\"http:\/\/19januar.noblogs.org\/\" target=\"_blank\">19januar.noblogs.org<\/a>, <a href=\"http:\/\/avtonom.org\/en\" target=\"_blank\">avtonom.org<\/a>, <a href=\"http:\/\/streetmob.org\/en\/\" target=\"_blank\">streetmob.org<\/a> und <a href=\"http:\/\/freeantifann.livejournal.com\/\" target=\"_blank\">freeantifann.livejournal.com<\/a><\/em><\/p>\n<p>Wir, AntifaschistInnen und AnarchistInnen aus Nizhniy Novgorod (Russland), appellieren an alle besorgten Menschen weltweit. Die politische Polizei (das Zentrum zur Bek\u00e4mpfung von Extremismus\u2018 oder einfach \u201aZentrum E\u2018) hat gegen unsere GenossInnen ein Strafverfahren eingeleitet. Antifaschismus wurde in unserer Stadt illegalisiert. Wir brauchen eure Hilfe und Solidarit\u00e4t.<br \/>\n<!--more--><br \/>\n<strong>Weshalb werden unsere Freunde und Genossen angeklagt?<\/strong><\/p>\n<p>5 junge M\u00e4nner, unsere Freunde, wurden wegen der Gr\u00fcndung einer \u201eextremistischen Gemeinschaft\u201c unter dem exotischen Namen \u201eAntifa-RASH\u201c angeklagt. Diese merkw\u00fcrdige Abk\u00fcrzung soll nach Meinung der ungebildeten Polizisten (im Englischen) f\u00fcr \u201eRed anarhia skinheads\u201c stehen und folgenderma\u00dfen vom englischen Slang ins Russische \u00fcbersetzt werden: \u201edie roten Anarchie-Skinheads\u201c (eine Mischung aus allen \u00c4ngsten der normalen, gesetzestreuen B\u00fcgerInnen). Artyom Bistrow, Albert Gainutdinow, Pawel Kriwonosow, Dmitriy Kolesow und Oleg Gambaruk sollen diese \u201eOrganisation\u201c dazu gegr\u00fcndet haben, um Menschen mit ultrarechten Ansichten zu verpr\u00fcgeln und um zu Hass gegen diese und gegen reiche Menschen zu anzustiften.<\/p>\n<p><strong>Warum behaupten wir, dass die Sache tr\u00fcgt?<\/strong><\/p>\n<p>Sogenannte Ausweise, die angeblich die Teilnahme der Angeklagten an der extremistischen Organisation beweisen, wurden unseren Genossen w\u00e4hrend der Hausdurchsuchungen heimlich zugeschoben (w\u00e4hrend derer es eine Menge Verfahrensverst\u00f6\u00dfen gab, u.a. waren mehrere der Angeklagten w\u00e4hrend ihre Wohnungen durchsucht wurden). So sollten die hinzugezogene Zeugen w\u00e4hrend einer Durchsuchung der Wohnung von einem der Angeklagten, der zu der Zeit nicht zu Hause war, vor seiner geschlossenen Haust\u00fcr warten w\u00e4hrend die Polizisten, die die Wohnung durch das Fenster betreten hatten, so taten als ob sie erfreut in der leeren Wohnung w\u00e4ren. In diesen vermeintlichen Ausweisen gab es grobe orthographische Fehler (es w\u00e4re sonderbar, h\u00e4tten die Aktivisten selbst das Wort \u201eAnarchie\u201c falsch geschrieben). Die Satzung dieser \u201eOrganisation\u201c, welche auch w\u00e4hrend der Haussuchung zugeschoben wurde, legte eine hierarchische Struktur, bedingungslose Unterordnung unter dem Anf\u00fchrer und sogar Bestrafung f\u00fcr die ungehorsamen Mitglieder fest. Diese Regeln sind nat\u00fcrlich mit keinerlei linken Ansichten und Werten der Freiheit und Gleichheit, an welche unsere Genossen glauben, vereinbar.<\/p>\n<p>Der zweite Teil der der Strafverfolgung, der die Angeklagten der Gewalttaten gegen Neonazis bezichtigt, ist ebenfalls von F\u00e4lschungen und Widerspr\u00fcchen gepr\u00e4gt. Pawel Kriwonosow und Artyom Bistrow haben ein l\u00fcckenloses Alibi zu der Zeit als sie die Ultrarechten angeblich verpr\u00fcgeln h\u00e4tten und au\u00dferdem erkannten mehrere Opfer sie nicht als ihre Angreifer wieder. Was den verpr\u00fcgelten Neonazisten Dmitriy Redkin angeht, der von den Antifaschisten Gambaruk und Kolesow verpr\u00fcgelt wurde (beide haben den Sachverhalt eingestanden), so war es eine gew\u00f6hnliche Pr\u00fcgelei vor der Kneipe, die keine geplante politische Aktion darstellt.<\/p>\n<p><strong>Warum wurden diese f\u00fcnf M\u00e4nner zur Verfolgung ausgew\u00e4hlt?<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die politische Polizei ist es zweifellos g\u00fcnstig, genau diese Menschen zu verfolgen. Sie haben ihre antifaschistischen, linken, oppositionellen Ansichten nie verborgen.<\/p>\n<p>Artyom Bistrow ist der Hauptangeklagte. Seit Ende April steht Artyom unter Hausarrest. Er war f\u00fcr viele Jahre in der Initiative \u201eEssen nicht Bomben (Food not Bombs)\u201c (die kostenlose Nahrungsmittel, Kleidung und Arzneimittel an Bed\u00fcrftige verteilt) involviert. So wie auch sein Genosse Pawel Kriwonosow, ist Artyom Bistrow ein Antifaschist, linker Sozial- und Umweltaktivist. Artyom und Pawel waren beteiligt bei der Organisation und Bewachung von antifaschistischen Konzerten und haben an Protesten f\u00fcr Tierrechte und an \u00f6kologischen, antiatomaren und antifaschistischen Aktionen teilgenommen.<\/p>\n<p>Die politischen Polizei hat bekannt gegeben, dass Albert Gainutdinow nicht nur der Gr\u00fcnder und Anf\u00fchrer der erfundenen \u201eextremistischen Organisation\u201c sei, sondern auch der Urheber der Website <a href=\"http:\/\/streetmob.org\/en\/\" target=\"_blank\">Streetmob<\/a>. Die Polizisten aus Nizhniy Novgorod \u00fcben offensichtlich eine pers\u00f6nliche Feindschaft dieser Seite gegen\u00fcber aus, da diese ihre Verbrechen ebenfalls enth\u00fcllt \u2013 die Fakten, dass sie AntifaschistInnen, AnarchistInnen und Oppositionelle gefoltert haben. Momentan ist Albert gezwungen, sich zu verstecken. Er wei\u00df sehr gut, dass er, wenn er verhaftet werden w\u00fcrde, mit k\u00f6rperlicher Gewalt und Folter von den H\u00e4nden des \u201eZentrum E\u201c rechnen muss (und die politische Polizei z\u00f6gert nicht, offen dar\u00fcber auf derselben Website in Kommentaren zu schreiben).<\/p>\n<p>Dmitriy Kolesow ist ein Musiker in einer Hardcore-Band. Und er verbirgt seine antifaschistischen Ansichten auch nicht.<\/p>\n<p>Aufgrund seiner Unerfahrenheit hat Oleg Gambaruk unter dem Druck und der Bedrohungen der Polizei eingestanden, dass er nicht nur in der Pr\u00fcgelei involviert war sondern auch Mitglied der mythischen \u201eextremistischen Gemeinschaft\u201c gewesen sei. (Daher helfen wir ihm derzeit nicht.)<\/p>\n<p>Die Schuld der anderen Angeklagten liegt darin, dass sie sich weigerten, als Denunzianten zu diene als die Polizisten versuchten, sie w\u00e4hrend der Befragung dazu zu zwingen \u2013 selbst unter Folter. Ihre Schuld ist, darauf verzichtet zu haben, die Willk\u00fcr der Polizei und das W\u00fcten der nazistischen Gewalt auf unseren Stra\u00dfen zu dulden. Ihre Schuld liegt darin, gegen\u00fcber den aktuellsten sozialen, \u00f6kologischen und politischen Probleme nicht gleichg\u00fcltig waren.<\/p>\n<p><strong>Wie k\u00f6nnt ihr helfen?<\/strong><\/p>\n<p>Zuerst brauchen wir eure Solidarit\u00e4t. Die Beh\u00f6rden ignorieren alle Verbrechen der politischen Polizei gegen die Menschenrechte, sie verzichten darauf, solche klar auf der Hand liegende Fakten der F\u00e4lschungen in der Strafsache zu sehen. Wir k\u00f6nnen nur auf den Druck der \u00d6ffentlichkeit, internationale Ver\u00f6ffentlichung und Resonanz in den Medien hoffen. F\u00fcr die Zeit vom 16. bis 18. M\u00e4rz sind rufen wir zu koordinierten solidarischen Aktionen mit den Antifaschisten aus\u00a0Nizhny Novgorod auf.<\/p>\n<p>Zweitens brauchen wir Geld, um die Rechtsanw\u00e4lte zu zahlen. Leider m\u00fcssen wir um eure Hilfe bitten \u2013 wir ben\u00f6tigen $3000. Wir w\u00fcrden sehr dankbar sein, wenn ihr einen beliebigen Teil von dieser Geldsumme sammeln k\u00f6nntet, die unseren Genossen zu Gute kommen w\u00fcrden oder zu diesem Zweck Benefizveranstaltungen oder Konzerte organisieren k\u00f6nntet. Die ersten Verhandlungstage werden Anfang M\u00e4rz stattfinden. Wir werden regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber den Stand der Spenden informieren.<\/p>\n<p>Danke! Wir rechnen mit eurer Solidarit\u00e4t und Hilfe.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Antifaschisten aus Nizhniy Novgorod.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 1. M\u00e4rz gab es eine solidarische Strassenblockade in Moskau u.a. f\u00fcr die verfolgten Antifaschisten. 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