{"id":6492,"date":"2012-04-11T18:25:04","date_gmt":"2012-04-11T17:25:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=6492"},"modified":"2012-05-11T18:34:25","modified_gmt":"2012-05-11T17:34:25","slug":"schweiz-kommunique-des-oekoanarchistischen-gefangenen-luca-billy-bernasconi-ueber-seine-beteiligung-an-den-knastprotesten-gegen-das-weltwirtschaftsforum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/schweiz-kommunique-des-oekoanarchistischen-gefangenen-luca-billy-bernasconi-ueber-seine-beteiligung-an-den-knastprotesten-gegen-das-weltwirtschaftsforum","title":{"rendered":"Schweiz: Kommuniqu\u00e9 des \u00f6koanarchistischen Gefangenen Luca \u2018Billy\u2019 Bernasconi \u00fcber seine Beteiligung an den Knastprotesten gegen das Weltwirtschaftsforum"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/solidarity.gif\" rel=\"lightbox[6492]\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright  wp-image-6694\" title=\"Solidarity with all prisoners - Free them all!\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/solidarity-188x250.gif\" alt=\"Solidarity with all prisoners - Free them all!\" width=\"132\" height=\"175\" srcset=\"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/solidarity-188x250.gif 188w, https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/solidarity-452x600.gif 452w\" sizes=\"(max-width: 132px) 100vw, 132px\" \/><\/a><em> \u00fcbernommen von der <a href=\"http:\/\/de.contrainfo.espiv.net\/2012\/04\/09\/schweiz-kommunique-des-okoanarchistischen-gefangenen-luca-billy-bernasconi-uber-seine-beteiligung-an-den-knastprotesten-gegen-das-weltwirtschaftsforum\/\" target=\"_blank\">Webseite des griechischen \u00dcbersetzungkollektivs ContraInfo<\/a><\/em><\/p>\n<p>Der Knast trennt uns physisch von den K\u00e4mpfen. Er isoliert uns von den uns Nahestehenden und von der t\u00e4glichen Teilhabe an den Wegen des Kampfes, er verweigert uns unsere Sehns\u00fcchte. Er schafft es jedoch weder sie aus unserem Kopf zu verbannen noch dem Kampf unsere Tatkraft zu nehmen. Im Gegenteil: Die Wut und der Hass, den wir gegen\u00fcber den Mauern und unseren Knastw\u00e4rterInnen empfinden, sind tief in unserer Seele, in unserem Fleisch verwurzelt.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nEin Gedanke treibt eineN sogar noch mehr von hier an als von drau\u00dfen: \u2018Was kann ich tun?\u2019 Wenn sich daher M\u00f6glichkeiten ergeben, an den Mobilisierungen drau\u00dfen von der anderen Seite dieser Mauern teilzunehmen, bedeutet dies viel mehr als etwas symbolisches. Ich ergreife diesen Moment und verleibe ihn mir ein, tief in mir drin, wo weder die H\u00e4nde noch die Augen der\/des W\u00e4chterIn, Bullen oder sonst jemanden, dessen Absicht es ist, die eigene Macht zu missbrauchen, je Zugang erhalten sollten. Dort, in uns drin, wo nichts nur symbolisch sondern alles in Spannung ist.<\/p>\n<p>Anf\u00fchrerInnen von unterschiedlichen Herrschaftsbereichen (PolitikerInnen und UnternehmerInnen, Medien und geistiger\/intellektueller Werte) werden sich dieses Jahr auf dem Weltwirtschaftsforum treffen. Dort werden sie sich \u00fcber verschiedenen Themen austauschen, um neue Modelle zu erarbeiten, die ihre eigenen Privilegien nur noch tiefer verankern werden und die es ihnen erm\u00f6glichen, reicher zu werden. Unter diesen Themen sticht eines hervor: \u2018Die neuen technologischen Gesellschaftsmodelle\u2019 und, etwas genauer, \u2018die neue Welle von technologischen Innovationen, besonders in den Biowissenschaften, in der Nanotechnologie und der k\u00fcnstlichen Intelligenz.\u2019<\/p>\n<p>Es ist bekannt, dass Krisenzeiten sehr g\u00fcnstige Phasen f\u00fcr die machthabende Elite sind, um Ma\u00dfnahmen durchzusetzen, die vorher nicht anwendbar waren, und dadurch \u00c4nderungen eingeleitet werden, die dem System die Chance geben, die Macht \u00fcber das Leben eines\/einer jeden einzelnen noch auszuweiten. Krisen sind eigentlich das, was das System braucht, um sich selbst und die Welt um sich herum zu erneuern.<\/p>\n<p>Ein Problem, auf das sie uns in jenen Tagen mit ersch\u00f6pfender Kontinuit\u00e4t aufmerksam machen, ist nicht so sehr der Klimawandel (der f\u00fcr einige ein Schwindel ist, w\u00e4hrend gro\u00dfe Unternehmen trotz ihrer gr\u00fcneren Erscheinung sich nicht mehr um den Planeten sorgen, als dass sie ihn als ein Instrument, das es auszubeuten gilt, begreifen, mit der Absicht, ihre Gesch\u00e4fte sicher zu stellen) sondern mehr die Notwendigkeit Innovationen zu finden, um diese verdammte Gesellschaft aufrecht zu erhalten \u2013 durch das Ausl\u00f6schen oder Aufheben der sichtbarsten Aspekte wie der \u00f6kologischen Unausgeglichenheit mit ihren Konsequenzen f\u00fcr die \u00c4nderung des Klimas oder der Ausbreitung von Krankheiten, die sich auf unsere Gesundheit auswirken.<\/p>\n<p>Ein Wendepunkt wurde somit von ihnen erreicht, an dem sie mit einem Erneuerungsakt daherkommen, der die Aufrechtherhaltung des gegenw\u00e4rtigen Systems der Unterdr\u00fcckung neben den Unausgeglichenheiten und Ungerechtigkeiten, die w\u00e4hrend der ganzen Jahren aufgeh\u00e4uft wurden (vor allem aber seit der Nachkriegszeit) garantiert. Das Ziel ist nicht, jene zu l\u00f6sen, weil es n\u00f6tig w\u00e4re, das ganze System grundlegend zu hinterfragen, um die Ungleichheiten zu beseitigen. In einer viel einfacheren und listigeren Art \u00fcberspringen sie es mit beiden F\u00fc\u00dfen und \u00fcbertragen die Produktion der Sch\u00e4dlichkeit zu neuen, komplizierteren und unterschwelligen Ebenen, die nicht so leicht mit dem System, von dem wir abh\u00e4ngig sind, und dessen fundamentalen Produktionsdynamiken in direkte Verbindung gebracht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In diesem Sinne, haben Nanotechnologien und Biotechnologien einige viel versprechende Aspekte und das gleiche gilt f\u00fcr jeden Aspekt oder produzierenden Sektor des technisch-industriellen Systems, in dem wir leben. Sie werden \u00fcber sich selbst in Davos sprechen, weil bei dem WWF \u2018gro\u00dfe\u2019 Industrielle und weltweite Unternehmer \u2018gro\u00dfe\u2019 Wissenschaftlerinnen und Hightech-Pioniere treffen k\u00f6nnen, von denen sie angespornt werden und sp\u00e4ter dann einen Drink mit den \u2018gro\u00dfen\u2019 Sponsoren teilen, um sie zu \u00fcberzeugen, in sie zu investieren und sich daraufhin mit einigen Regierungsbeh\u00f6rden (oder Nicht-Regierungsbeh\u00f6rden \u2013 die Grenzen sind oft flie\u00dfend) zu unterhalten, um ihnen die Tugend der kommenden Entwicklungen und Forschungen aufzuzeigen.<\/p>\n<p>Der Moment in Davos ist ein privilegierter. Dort, wo die Eigent\u00fcmerInnen dieser Welt und ihre KomplizInnen (WissenschaftlerInnen und Medien) zu neuen (nur unter ihnen geteilten) Strategien inspiriert werden, die nur ihrer eigenen Bereicherung, der Verteidigung ihrer Privilegien and ihrer Vormachtstellung dienen. F\u00fcr gew\u00f6hnlich bekr\u00e4ftigen sie die Tendenz der letzten Jahre einen Sinn f\u00fcr die soziale und \u00f6kologische Verantwortung zu haben (eine Fassade).<\/p>\n<p>Was Nanotechnologien angeht, eines der zentralen Themen w\u00e4hrend der Sitzungen in Davos, wird genau beobachtet wie \u2018jede einzelne Gefahr vor unvorhersehbaren Konsequenzen verstanden wird und wie sie sich auf die \u00f6ffentliche Unterst\u00fctzung f\u00fcr nanowissenschaftliche Forschung auf negative Art und Weise auswirkt.\u2019<\/p>\n<p>Es ist klar oder? Ihre Sorge ist nicht der Schaden, den sie zuf\u00fcgen, sondern dass die Menschen auch zuk\u00fcnftig an ihre F\u00f6rderung als ein Wunder der Wissenschaft glauben; und dass es ihnen nicht einmal in den Kopf kommt, sie abzulehnen, wie das schon mit den Biotechnologien im Di\u00e4tbereich passierte (und weiterhin passiert). Denn ihre Entwicklung k\u00f6nnte entscheidend sein f\u00fcr die Renovierung des herrschenden Systems und ihm eine respektablere Fassade verpassen, die es folglich dominanter machen w\u00fcrde. Und das passiert dank der Krise.<\/p>\n<p>Um an den K\u00e4mpfen w\u00e4hrend der WEF Woche (20.1. \u2013 29.1.) von drinnen teilzunehmen werde ich das Essen und die Arbeit im Knast, das hier verpflichtend ist, verweigern. Diese Weigerung beabsichtigt auch eine Antwort zu sein auf <a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/tag\/silvia-guerini\" target=\"_blank\">Silvias<\/a> <a href=\"http:\/\/en.contrainfo.espiv.net\/2012\/02\/14\/switzerland-communique-by-ecoanarchist-prisoner-silvia-guerini-about-her-hunger-strike-from-20th-to-29th-of-january-2012\/\" target=\"_blank\">j\u00fcngste Isolation<\/a> in der psychiatrischen Sektion des Frauengef\u00e4ngnisses in Hindelbank und ebenso auf die Entscheidung der Knastbeh\u00f6rden, Besuche von FreundInnen und GenossInnen nicht ohne eine trennende Glaswand zu gew\u00e4hren. Auch ist sie eine Unterst\u00fctzung f\u00fcr <a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/tag\/marco-camenisch\" target=\"_blank\">Marco Camenisch<\/a>, dessen Anh\u00f6rung bzgl. der <a title=\"Marco Camenisch befindet sich im Hungerstreik\" href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/marco-camenisch-befindet-sich-im-hungerstreik\" target=\"_blank\">Entscheidung auf seine Freilassung auf Bew\u00e4hrung in den n\u00e4chsten Monaten (Mai 2012)<\/a> stattfinden wird.<\/p>\n<p>Ich nutze die Gelegenheit, um Umarmungen der Teilhabe und der Solidarit\u00e4t zur\u00fcckzugeben an die gefangenen GenossInnen in Griechenland, Chile (Forza Tortuga!), Mexiko, Russland, Wei\u00dfrussland, Deutschland, Spanien, den US und der UK und \u00fcberall sonst auf der Welt; an alle GenossInnen der Fuoriluogo, die in Bologna vor Gericht stehen, an die Menschen aus Florenz und an die AntifaschistInnen aus Cuneo, an die RebellInnen, die in Val di Susa (Susa-Tal) festgenommen und angeklagt wurden, und an alle, die innerhalb und au\u00dferhalb der ber\u00fcchtigten Mauern k\u00e4mpfen!<\/p>\n<p>Aus einem Lager f\u00fcr Resozialisierung<br \/>\nRegensdorf, 15. Januar 2012<\/p>\n<p>\u2018<a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/tag\/luca-billy-bernasconi\" target=\"_blank\">Billy<\/a>\u2019<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00fcbernommen von der Webseite des griechischen \u00dcbersetzungkollektivs ContraInfo Der Knast trennt uns physisch von den K\u00e4mpfen. Er isoliert uns von den uns Nahestehenden und von der t\u00e4glichen Teilhabe an den Wegen des Kampfes, er verweigert uns unsere Sehns\u00fcchte. 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