{"id":6606,"date":"2012-04-17T08:23:06","date_gmt":"2012-04-17T07:23:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=6606"},"modified":"2012-04-22T10:53:54","modified_gmt":"2012-04-22T09:53:54","slug":"broschure-zur-no-tav-veranstaltung-in-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/broschure-zur-no-tav-veranstaltung-in-berlin","title":{"rendered":"Brosch\u00fcre zu No Tav im Rahmen der Veranstaltung in Berlin erschienen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/No-TAV-Gegen-diesen-Zug-Brosch\u00fcre_cover.jpg\" rel=\"lightbox[6606]\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright  wp-image-6608\" title=\"No TAV - Gegen diesen Zug - Brosch\u00fcre - Cover\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/No-TAV-Gegen-diesen-Zug-Brosch\u00fcre_cover-250x176.jpg\" alt=\"No TAV - Gegen diesen Zug - Brosch\u00fcre - Cover\" width=\"200\" height=\"141\" srcset=\"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/No-TAV-Gegen-diesen-Zug-Brosch\u00fcre_cover-250x176.jpg 250w, https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/No-TAV-Gegen-diesen-Zug-Brosch\u00fcre_cover.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a>Anl\u00e4sslich der <a title=\"Veranstaltung zu den No TAV-Protesten im Susa-Tal in Italien am 21.4. in Berlin\" href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/veranstaltung-zu-den-no-tav-protesten-im-susa-tal-in-italien-am-21-4-in-berlin\" target=\"_blank\">am 21. April in Berlin stattfindenden Veranstaltung<\/a> \u00fcber die im Nordwesten Italiens stattfindenden Proteste und Aktionen gegen den Bau einer Bahnlinie f\u00fcr einen Hochgeschwindigkeitszug (TAV) ist eine Brosch\u00fcre erschienen, in welcher eine Vielzahl von Texte und Gedanken zu finden sind. Die Brosch\u00fcre ist als <strong><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/No-TAV-Gegen-diesen-Zug-Brosch\u00fcre.pdf\">pdf zum download<\/a><\/strong> verf\u00fcgbar und am Samstag in gedruckter Form.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>21. April &#8211; 18 Uhr &#8211; SFE im Mehringhof (Gneisenaustr. 2a, Berlin-X&#8217;berg)<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>Ausz\u00fcge aus der Brosch\u00fcre<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">Im Ged\u00e4chtnis der Menschen verflechten sich die Erinnerungen, die Geschichten, die Mythen, vor allem wenn diese wieder zum Leben erweckt und zur Sprache kommen und die Museen und Regale, in denen sie verbannt wurden, verlassen, weil sie nun durch das Feuer der K\u00e4mpfe neu entz\u00fcndet worden. Der Widerstand der PartisanInnen lebt erneut, heute im NO TAV&#8230;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Einleitung<\/h3>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>&#8220;Die Revolution findet nicht durch eine einzige Ersch\u00fctterung, ein Erdbeben statt, sondern durch eine Unendlichkeit von Zuckungen und Wellenbewegungen, die oft \u00fcber Jahren andauern.&#8221;<\/em><br \/>\nPaolo Schicchi, itl. Anarchist, 1865 &#8211; 1950<\/p>\n<p><strong>\u00dcber die Grenzen hinaus<\/strong><\/p>\n<p>Diese Brosch\u00fcre entstand aus dem Gedanken, K\u00e4mpfe, die in verschiedensten Teilen dieser Erde stattfinden, f\u00fcr viel mehr Menschen zug\u00e4nglich zu machen, als nur denen, die direkt in sie involviert sind.<br \/>\nEin wesentlicher Gedanke der anarchistischen Bewegung ist es, \u00fcber die Grenzen der L\u00e4nder, in denen wir leben und agieren, hinaus zuschauen.<br \/>\nDurch den Austausch mit anderen Verb\u00fcndeten, etwa \u00fcber Kampferfahrungen, k\u00f6nnen wir Inspirationen f\u00fcr unsere allt\u00e4gliche Konfrontation mit der kapitalistischen Gegenwart gewinnen und uns diese zu Nutze machen. Eine Auseinandersetzung mit unterschiedlichsten Realit\u00e4ten kann uns dabei helfen, strategische und taktischen \u00dcberlegungen weiter zu entwickeln, indem wir den Blick \u00fcber unseren Tellerrand wagen und uns mit Ideen und Praxen konfrontieren, die unsere k\u00e4mpferische Kreativit\u00e4t stimulieren.<br \/>\nWenn wir Texte, seien es theoretische Beitr\u00e4ge oder Berichte \u00fcber konkrete Aktionen aus anderen L\u00e4ndern ver\u00f6ffentlichen, dann deswegen, um Diskussionen in Relation zu unseren Angriffen gegen das Bestehende voranzutreiben und diese mit anderen potenziellen MitstreiterInnen teilen zu k\u00f6nnen. Es ist kein reines Verlangen nach Dokumentation, sondern die Ideen und das Lebensgef\u00fchl mit zunehmen, welches sich in den Texten artikuliert.<br \/>\nAu\u00dferdem stellen wir fest, dass einige Fragen, mit denen sich Menschen anderswo besch\u00e4ftigen, gar nicht so unterschiedlich sind zu denen, \u00fcber die wir uns den Kopf zerbrechen.<\/p>\n<p><strong>Eine Frage der Souver\u00e4nit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>Die Region Piedmont, in welcher der italienische Staat seit Jahren versucht die Hochgeschwindigkeitsverbindung TAV zu realisieren ist reich an widerst\u00e4ndischer Tradition. Diese reicht von den Aktionen der PartisanInnen im Zweiten Weltkrieg \u00fcber die K\u00e4mpfe der 60er und 70er Jahre. Auch die permanente Pr\u00e4senz von AnarchistInnen seit einem Jahrhundert ist ein wichtiger Teil dieser Historie.<\/p>\n<p>Nach Aussage der italienischen Regierung gab es in den letzten Jahren kaum ein Gro\u00dfprojekt, welches nicht mit den unterschiedlichsten Formen des Widerstands konfrontiert war. Der Kampf gegen die M\u00fclldeponien und die M\u00fcllentsorgung in der s\u00fcdlichen Region Campania (bei Neapel) sind Teil davon, ebenso der Widerstand gegen den katastrophalen Wiederaufbau in der Region L&#8217; Aquila (die 2009 durch ein heftigen Erdbeben ersch\u00fcttert und zerst\u00f6rt wurde). Dort taten sich BewohnerInnen mit anderen Menschen, darunter auch AnarchistInnen, Autonome und andere Unzufriedene zusammen, um die Pl\u00e4ne der Regierung radikal in Frage zu stellen und ihnen eine klare Absage zu erteilen.<br \/>\nW\u00e4hrend solcher Auseinandersetzungen besteht f\u00fcr den Staat immer die Gefahr, dass nicht nur ein Bauvorhaben in Frage gestellt wird, sondern dass sich darin grunds\u00e4tzlichere Vorstellungen gegen Autorit\u00e4ten entwickeln. Gedanken f\u00fcr Selbstorganisierung, Solidarit\u00e4t und Ver\u00e4nderung der Beziehungen zirkulieren unter denen, die sich in diesen Momenten des Aufbruchs finden.<br \/>\nWas sich am Anfang als ein regional beschr\u00e4nkter Kampf darstellt, kann sich pl\u00f6tzlich in diese Richtung entfalten und die Diskussionen befl\u00fcgeln. Ein Versuch unsererseits, eine vielf\u00e4ltige anarchistische Intervention zu gestalten ist dann unabdingbar.<\/p>\n<p><strong>Von kreativer Intelligenz und Unberechenbarkeit<\/strong><\/p>\n<p>Im Susa-Tal hat sich ein solches Szenario verwirklicht. Als ein Teil der dort Lebenden anf\u00e4nglich noch Formen selbstorganisierter Komitees ablehnten, waren einige anarchistische GenossInnen ein Teil derer, die das Potenzial der Situation erkannten und begannen sich auf verschiedensten Ebenen einzumischen. Durch die dauerhafte Auseinandersetzung der Beteiligten, die immer wieder die Notwendigkeit eines parteiunabh\u00e4ngigen, selbstorganisierten und konfrontativen Kampfes betonten und weil die BewohnerInnen des Susa-Tals f\u00fcr solche Ideen offen waren, wurde dieser Kampf zu dem, was er heute ist: Ein Symbol daf\u00fcr, dass Widerstand m\u00f6glich ist, dass die Ordnungskr\u00e4fte trotz ihrer Brutalit\u00e4t zur\u00fcck gedr\u00e4ngt werden k\u00f6nnen, dass ein kleines Tal den \u00f6ffentlichen Diskurs \u00fcber Jahre pr\u00e4gen kann und dass die Staatsmacht durch den entschlossenen Wille zumindest aufgehalten werden kann. Es hat uns auch gezeigt, dass Menschen, die aus unterschiedlichsten Lebensrealit\u00e4ten kommen, verschiedener Meinung und bis dato zum Teil \u201etreue Staatsb\u00fcrgerInnen\u201c gewesen sind, innerhalb solcher Auseinandersetzungen wachsen k\u00f6nnen und das eine gegenseitige Beeinflussung m\u00f6glich und fruchtbar ist.<br \/>\nDies wurde auch an der Gewaltfrage deutlich. Noch nie ist es in Italien m\u00f6glich gewesen &#8211; vor allem nach dem G8 Gipfel in Genua 2001 &#8211; einen Slogan zu h\u00f6ren, welcher nach den Krawallen des 3. Juli in Susa-Tal von einem ganzen Tal gerufen wurde, um die Freiheit der Gefangenen zu fordern und um die Angriffe auf Polizei und Carabinieri als Akte des Widerstand zu deklarieren: \u201cWir sind alle Black Bloc!\u201c<br \/>\nEine klare Ansage gegen die Medienhetze und die Spaltungsversuche seitens der Politik.<br \/>\nNach wie vor ist das eine der gr\u00f6\u00dften St\u00e4rken dieser Bewegung, die sich durch das Erleben der k\u00e4mpferischen Jahre entwickelt hat, denn die Erfahrungen, die man selbst erlebt sind immer \u00fcberzeugender als jeglicher Art der Propaganda.<br \/>\nBeeindruckend ist die kreative Intelligenz der Bewegung im Susa-Tal. Im Laufe der Jahre wurden verschiedenste Formen des Kampfes erprobt um die &#8220;ber\u00fchmt ber\u00fcchtigte&#8221; Unberechenbarkeit zu finden. Eine Unberechenbarkeit von der wir oft nur reden und es uns selten gelingt diese umzusetzen. Eine Voraussetzung um nicht in die bekannten Reflexe zur\u00fcckzufallen.<\/p>\n<p>&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anl\u00e4sslich der am 21. 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