{"id":6901,"date":"2012-05-24T14:03:47","date_gmt":"2012-05-24T13:03:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=6901"},"modified":"2012-05-24T21:27:05","modified_gmt":"2012-05-24T20:27:05","slug":"thomas-meyer-falk-gefangene-schuften-fuer-den-krieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/thomas-meyer-falk-gefangene-schuften-fuer-den-krieg","title":{"rendered":"Thomas Meyer-Falk: Gefangene schuften f\u00fcr den Krieg"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/faust-durchs-gitter.jpg\" rel=\"lightbox[6901]\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-full wp-image-662\" title=\"faust-durchs-gitter\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/faust-durchs-gitter.jpg\" alt=\"faust-durchs-gitter\" width=\"115\" height=\"120\" \/><\/a>In Deutschland sind Gefangene verpflichtet zu arbeiten, sofern die zugewiesene Arbeit von ihnen k\u00f6rperlich geleistet werden kann. Rechtlich handelt es sich hierbei um Zwangsarbeit, wie das Grundgesetz (Artikel 12 Absatz 3) in erfreulicher Klarheit feststellt; manche arbeiten auch f\u00fcr den Krieg.<\/p>\n<p><em>Schuften f\u00fcr die R\u00fcstung<\/em><\/p>\n<p>Die im 19. Jahrhundert erbaute Justizvollzugsanstalt Straubing (Bayern) verpflichtet schon seit langer Zeit Teile der Insassenschaft f\u00fcr die Firma <a href=\"http:\/\/www.mtu.de\" target=\"_blank\">MTU<\/a> zu arbeiten. MTU ist aktiv an der R\u00fcstungsproduktion beteiligt und liefert Triebwerke f\u00fcr \u2013 wie es w\u00f6rtlich hei\u00dft \u2013 \u201eLuftfahrtger\u00e4te der Bundeswehr\u201c, insbesondere auch den Eurofighter.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nHieran beteiligt sind, wie gesagt, auch Gefangene der <a href=\"http:\/\/www.justizvollzug-bayern.de\/JV\/Anstalten\/JVA_Straubing\/\" target=\"_blank\">JVA Straubing<\/a>, wo n\u00f6tig, m\u00fcssen die Gefangenen dann auch an Wochenenden \u201eSonderschichten\u201c (so Felix Wadewitz, \u201eRecht und billig\u201c in impulse, M\u00e4rz 2012, S. 82) fahren und erhalten pro Arbeitstag einen Lohn \u201ezwischen 8,51 Euro und 14,18 Euro\u201c (a.a.O., S. 83).<\/p>\n<p>Der Betrieb von MTU in der Haftanstalt ist ganz offiziell als \u201eLuftfahrtbetrieb f\u00fcr Luftger\u00e4te der Bundeswehr\u201c zugelassen. Durch ihre erzwungene Mitarbeit sind also auch Gefangene eingebunden in kriegerische Konflikte.<\/p>\n<p><em>Proteste hiergegen?<\/em><\/p>\n<p>Wie Betroffene aus der JVA Straubing berichten, sind die Arbeiter dort \u00fcberwiegend \u201estolz\u201c auf ihre \u201everantwortungsvolle\u201c T\u00e4tigkeit, d.h. es existiert nicht ansatzweise ein Problembewusstsein. Hierzu mag auch beitragen, dass die Anstaltsleitung hart gegen Gefangene vorgeht, die offensiv die Arbeit verweigern: die Palette der Restriktionen reicht hin bis zur zeitweisen Isolierung der Betreffenden (z.B. durch \u201eArrest\u201c, der bis zu vier Wochen dauern kann).<\/p>\n<p><em>Aktuelle Diskussion um IKEA<\/em><\/p>\n<p>Nach einem schwedischen Fernsehbericht wird nun auch in Deutschland (wieder) \u00fcber die Rolle des bekannten M\u00f6belhauses IKEA diskutiert; denn IKEA hatte zu DDR-Zeiten Auftr\u00e4ge in die DDR vergeben und dort mussten Gefangene unter unw\u00fcrdigen Bedingungen IKEA-Produkte herstellen.<\/p>\n<p>Auch wenn es sich verbietet, die materiellen Haftbedingungen, die in der DDR vorherrschten, mit jenen heute in Verbindung zu bringen, so kann dennoch hinterfragt werden, welche systemischen Gemeinsamkeiten bestehen und weshalb heute zwar Kritik an der Ausbeutung der DDR-Gefangenen ge\u00fcbt, jedoch die Praxis in BRD-Gef\u00e4ngnissen nicht ansatzweise kritisch reflektiert und erst recht nicht zur Diskussion gestellt wird.<\/p>\n<p><em>Wo kann gegen die Beteiligung der Gefangenen an der R\u00fcstungsproduktion Protest eingelegt werden?<\/em><\/p>\n<p>Richtige Ansprechpartner sind sicherlich der Vorstandsvorsitzende von MTU<br \/>\nHerr Egon W. Behle<br \/>\nAdressse von MTU: Dachauer Stra\u00dfe 665 D-80995 M\u00fcnchen, E-Mail: <a href=\"http:\/\/www.mtu.de\/de\/globals\/contact\/index.html\" target=\"_blank\">info@mtu.de<\/a>;<\/p>\n<p>auch der Leiter der JVA Straubing<br \/>\nHerr Matthias Konopka ( poststelle@jva-sr.bayern.de; matthias.konopka@jva-sr.bayern.de)<br \/>\nder, dies nur am Rande, wenn er sich mal vor Ort in den Produktionsst\u00e4tten von MTU ein Bild verschaffen m\u00f6chte, nach Aussagen von Augenzeugen von einem Kordon Sicherheitsbeamter umgeben ist und Anweisung erteilen l\u00e4sst, dass sich \u201ekein Inhaftierter n\u00e4her als auf 10 Meter\u201c n\u00e4hern d\u00fcrfe.<br \/>\nAber auch die politisch verantwortliche Justizministerin<br \/>\nFrau Beate Merk (e-mail: beate.merk@stmjv.bayern.de)<br \/>\nist richtige Adressatin von Protesten.<\/p>\n<p><em>Thomas Meyer-Falk<\/em><br \/>\n<em> c\/o JVA \u2013 Z. 3113<\/em><br \/>\n<em> Sch\u00f6nbornstr. 32<\/em><br \/>\n<em> D-76646 Bruchsal<\/em><\/p>\n<p><em><a href=\"http:\/\/www.freedom-for-thomas.de\" target=\"blank\">www.freedom-for-thomas.de<\/a><\/em><br \/>\n<em> <a href=\"http:\/\/www.freedomforthomas.wordpress.com\" target=\"blank\">www.freedomforthomas.wordpress.com <\/a> <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Deutschland sind Gefangene verpflichtet zu arbeiten, sofern die zugewiesene Arbeit von ihnen k\u00f6rperlich geleistet werden kann. 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