{"id":70,"date":"2008-12-29T19:18:20","date_gmt":"2008-12-29T17:18:20","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.abc-berlin.net\/?p=70"},"modified":"2011-09-14T22:12:41","modified_gmt":"2011-09-14T20:12:41","slug":"ueberblick-zu-den-antiknast-demos-an-silvester","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/ueberblick-zu-den-antiknast-demos-an-silvester","title":{"rendered":"\u00dcberblick zu den Antiknast-Demos an Silvester"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/solidaritat-ist-eine-waffe.jpg\" rel=\"lightbox[70]\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-763\" title=\"solidaritat-ist-eine-waffe\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/solidaritat-ist-eine-waffe-300x225.jpg\" alt=\"solidaritat-ist-eine-waffe\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a>Am letzten Tag in diesem Jahr finden bundesweit drei Demonstrationen statt, welche sich explizit auf das Thema Knast und Wegsperren beziehen, zur Freiheit mit allen Gefangenen aufrufen und damit zeigen wollen, dass die, welche nicht mit uns auf der Strasse sein k\u00f6nnen, nicht vergessen sind.<br \/>\nKn\u00e4ste sind nur die Spitze des Eisberges dieses repressiven Systems, welches von der Unterdr\u00fcckung und Ausbeutung der Menschen lebt und diese zu gleichf\u00f6rmigen, emotionslosen Wesen formieren will. Viele die sich dieser Logik nicht unterwerfen wollen, werden zu Opfern der Repression und Unterdr\u00fcckung und landen als letztes Zwangsmittel im Knast. In unserem Kampf gegen dieses System d\u00fcrfen wir die Kn\u00e4ste und diejenigen, die welche darin vor sich dahinvegetieren nicht vergessen und sie nicht ihrem Schicksal \u00fcberlassen.<br \/>\nEs soll noch erg\u00e4nzt werden, das es noch viele andere M\u00f6glichkeiten gibt im Kampf f\u00fcr eine Gesellschaft ohne Kn\u00e4ste, um Gefangenen gegen\u00fcber solidarisch zu sein und der Ablehnung von Knastanstalten Ausdruck zu verleihen.<\/p>\n<p><em>Die Demonstrationen werden vor Kn\u00e4ste in den jeweiligen St\u00e4dten gehen:<\/em><\/p>\n<p><strong>Hamburg * 22:00 Uhr (p\u00fcnktlich!) \u2013 S-Bahnstation Sternschanze * 23:30 Uhr Kundgebung vor dem Untersuchungsgef\u00e4ngnis Holstenglacis<\/strong><\/p>\n<p>K\u00f6ln * 18:00 Uhr \u2013 Haltestelle Margaretastra\u00dfe der Linie 5 (KVB) zum Knast in Ossendorf<\/p>\n<p>Berlin * 22:45 Uhr \u2013 U-Bhf. Turmstrasse (U9) zur JVA Moabit<br \/>\n<!--more--><br \/>\n<em>Eine Dokumentation der jeweiligen Aufrufe:<\/em><\/p>\n<p><strong>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212; Hamburg &#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2008\/12\/silvester-zum-knast-08-hamburg.jpg\" rel=\"lightbox[70]\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-746\" title=\"silvester-zum-knast-08-hamburg\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2008\/12\/silvester-zum-knast-08-hamburg-105x300.jpg\" alt=\"silvester-zum-knast-08-hamburg\" width=\"105\" height=\"300\" \/><\/a>Freiheit f\u00fcr alle Gefangenen!<br \/>\nF\u00fcr revolution\u00e4re Solidarit\u00e4t und ein k\u00e4mpferisches 2009!<\/p>\n<p>Knast ist Unterdr\u00fcckung und Zerst\u00f6rung. Knast ist Gewalt und Isolation. Knast ist totale Fremdbestimmung.<br \/>\nKnast ist die letzte Stufe der staatlichen Repression, welche die herrschende Gesellschaft und Ordnung basierend auf Unterdr\u00fccken und Unterdr\u00fcckt werden, aufrecht erh\u00e4lt.<br \/>\nWir sind gegen Knast, weil eine Gesellschaft die es braucht, Menschen einzusperren und zu entm\u00fcndigen, selbst ein Knast ist.<\/p>\n<p>Als Menschen mit emanzipatorischen Ausrichtungen muss es unser Anspruch sein, Konflikte nicht wegzusperren oder wegzuschieben sondern Ans\u00e4tze jenseits von Zwang und Unterdr\u00fcckung zu finden.<\/p>\n<p>An Tagen wie Sylvester, wo viele Menschen die drau\u00dfen sind, zusammenkommen, feiern und den Alltag unterbrechen, kann Knast f\u00fcr Menschen, die drinnen sind, noch mehr Einsamkeit und Isolation bedeuten.Freundinnen, Freunde, Bekannte und Familie sind an diesen Tagen oft noch weiter entfernt, als ohnehin schon im tristen Knast-Alltag.<\/p>\n<p>Gerade an so einem Tag, aber auch an jedem anderen, werden wir den Gefangenen zur Seite stehen und sie in ihrem Kampf gegen die Gefangenschaft, die Gewalt der Schlie\u00dferInnen und Bullen, die Willk\u00fcr der Justiz, der Einsamkeit und Isolation unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Dies \u00e4ndert zun\u00e4chst nichts an der b\u00fcrgerlichen Identifikation vieler Gefangener in den herrschenden Verh\u00e4ltnissen. Im Knast zu sitzen hei\u00dft nicht zwingend, gegen das Knastsystem zu sein und auch nicht, einen emanzipatorischen Anspruch zu haben.<\/p>\n<p>Diesem Ist-Zustand zum Trotz sehen wir es Drinnen wie Drau\u00dfen als fatalen Fehler an, unsere Aufmerksamkeit und Solidarit\u00e4t auf vermeintliche revolution\u00e4re Subjekte zu beschr\u00e4nken.<\/p>\n<p>&#8211;<\/p>\n<p>Ein Gro\u00dfteil der Inhaftierten, die sogenannten \u201esozialen Gefangenen\u201c, befinden sich hinter den Mauern auf Grund von Verst\u00f6\u00dfen bedingt durch Ursachen, welche das System in dem wir leben, hervor bringt.<\/p>\n<p>Sei es, weil Menschen sich ein sch\u00f6neres Leben erhofften, als es an den Orten, von denen sie kamen, ist.Es gibt viele Gr\u00fcnde nationale Grenzen \u00fcberwinden zu wollen, sei es Krieg, politische Verfolgung, FreundInnen und Familie, die bereits an einem anderen Ort angekommen sind, die Aussicht darauf, an (europ\u00e4ischem) Wohlstand teilzuhaben, oder einfach und ausreichend: an einem anderen Ort leben zu wollen.<\/p>\n<p>Andere sitzen im Knast, weil sie gegen das Bet\u00e4ubungsmittelgesetz versto\u00dfen haben, ihre Miete nicht bezahlen konnten oder wollten, einmal zu viel Schwarzgefahren sind, beim Ladendiebstahl erwischt wurden\u2026 . Auch dies sind sogenannte Verbrechen, die zwangsl\u00e4ufige Resultate eines Systems kapitalistischer Verwertungslogik sind.<br \/>\nDie Gr\u00fcnde in dieser Gesellschaft im Knast zu landen, sind zahlreich, ebenso wie die Gr\u00fcnde gegen diesesGesellschaftssystem Position zu beziehen und Kritik an der herrschenden Ordnung zu \u00fcben.<\/p>\n<p>Im August 2008 fand in Deutschland der erste Massenhungerstreik und somit der erste, aus dem Knast organisierte Widerstand sozialer Gefangener seit Jahren statt. Vom 1. bis zum 7. August nahmen \u00fcber 500 Gefangene an 49 Orten in Deutschland und solidarisch weitere Gefangene aus anderen europ\u00e4ischen Kn\u00e4sten am Hungerstreik teil, um einen Forderungskatalog f\u00fcr bessere Haftbedingungen durchzusetzen.<\/p>\n<p>In Griechenland verweigerten vom 3ten bis zum 21 November in 21 (von 24) Kn\u00e4sten bis zu 8000 Gefangene das Knastessen bzw. traten in den Hungerstreik. Auch sie wollten so einen Forderungen-Katalog f\u00fcr bessere Bedingungen durchsetzen.<\/p>\n<p>Seit dem 1. Dezember befinden sich zu \u201elebensl\u00e4nglich\u201c verurteilte Gefangene in Italien in einem zum Teil unbefristeten Hungerstreik. Dieses sind nur einige Beispiele von Widerstand in den Kn\u00e4sten.<\/p>\n<p>Diese Entwicklungen lassen auf ein Aufleben der Knastk\u00e4mpfe hoffen. Unsere Aufgabe muss es sein, diese K\u00e4mpfe von au\u00dfen zu unterst\u00fctzen, kritisch \u2013 solidarisch zu begleiten und eine Anti-Knast-Bewegung aufzubauen.<\/p>\n<p>Es sollte unser gemeinsames Anliegen sein, dass Repression und Knast zu einem festen Bestandteil im Bewusstsein der sozialen Bewegungen werden. Denn in Zeiten von \u00dcberwachung und Terror-Hysterie ist Knast nie weit entfernt!<\/p>\n<p>Innerhalb der radikalen Linken waren staatliche Repressionswerkzeuge, wie z.B. die \u00a7\u00a7129, in den letzten Monaten immer wieder pr\u00e4sent und Thema politischer Auseinandersetzung.<br \/>\nIn diesem Kontext sind auch konkret Angeklagte mit unmittelbar drohender Gef\u00e4ngnisstrafe konfrontiert,wie z. B. die Ende letzten Jahres aktuellen Beugehaftsantr\u00e4ge gegen\u00fcber ehemaligen, teilweise seit mehreren Jahrzehnten im Knast sitzenden Mitgliedern der RAF oder der von Untersuchungshaft betroffenen Angeklagten im laufenden mg-Prozess.<br \/>\nNeben dem Angriff durch Rumschn\u00fcffeln in Strukturen und im Leben von Individuen, ist eben nicht zu vergessen, dass die staatlich angedrohte Konsequenz-Strafe in Form von Knast auch konkret Menschen betrifft, betreffen wird und soll.<\/p>\n<p>Die bemerkenswert absurden Konstrukte, die den meisten dieser Verfahren zu Grunde liegen, und die Leichtigkeit, sich in einem dieser Konstrukte als Angeklagte oder Angeklagter wiederzufinden, machen es einmal mehr notwendig, sich die Funktionalit\u00e4t und das Interesse von Strafsystem und Staat bewusst zu machen.<\/p>\n<p>Ebenfalls nicht zu vergessen, ist der international ebenso inflation\u00e4r wie undifferenziert, genutzte Begriff und angewandte Vorwurf von \u201eTerror\u201c oder \u201eTerrorismus\u201c.Darauf basierend wurden und werden diverse Gesetze der legalisierten uneingeschr\u00e4nkten Kontroll- und \u00dcberwachungsm\u00f6glichkeiten beschlossen und verabschiedet.<br \/>\nIn diversen Nationalstaaten findet die Anwendung solcher \u201eAnti-Terror-Gesetze\u201c real statt und diese sind somit auch in einem gesamtgesellschaftlichen Kontext von Relativierung und Manifestierung des Begriffes \u201eSicherheit\u201c zu sehen.<br \/>\nIn der brd f\u00fchrte das unter anderem zur quasi Abschaffung der nach 1945 vollzogenen Trennung von Polizei und Geheimdienst.<\/p>\n<p>Wir demonstrieren in Solidarit\u00e4t mit allen Menschen in den Kn\u00e4sten und drau\u00dfen, die sich mit uns im Kampf gegen Kapitalismus, Staat und jede Unterdr\u00fcckung befinden. Freiheit f\u00fcr alle Gefangenen. Revolution\u00e4re Solidarit\u00e4t mit ihren K\u00e4mpfen und Aktionen. Kampf den Kn\u00e4sten und jedem Staat.<br \/>\nF\u00fcr eine herrschaftsfreie Welt ohne Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung!<\/p>\n<p>Offener Vorbereitungskreis Antiknast-Sylvester-Demo-08<\/p>\n<p><strong>Hamburg * 22:00 Uhr (p\u00fcnktlich!) \u2013 S-Bahnstation Sternschanze * 23:30 Uhr Kundgebung vor dem Untersuchungsgef\u00e4ngnis Holstenglacis<\/strong><\/p>\n<p><strong>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212; K\u00f6ln &#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2008\/12\/silvester-zum-knast-08-koln.jpg\" rel=\"lightbox[70]\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-745\" title=\"silvester-zum-knast-08-koln\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2008\/12\/silvester-zum-knast-08-koln-211x300.jpg\" alt=\"silvester-zum-knast-08-koln\" width=\"211\" height=\"300\" \/><\/a>Sylvester: Demo und Kundgebung am Knast in K\u00f6ln-Ossendorf<br \/>\nWir wollen wieder ran an den Knast. Zumindest am Sylvesterabend. Und wir hoffen darauf, dass mehr solidarische Menschen kommen als in den Jahren zuvor. Denn in K\u00f6ln hat sich den letzten Monaten im Bereich der Anti-Knast-Arbeit einiges positiv entwickelt. An der Vorbereitung der Sylvester-Knastkundgebung beteiligten sich au\u00dfer Aktiven der Anti-Repressions-Gruppen auch solche aus verschiedenen Bereichen wie Antifa und Anti-Atom-Bewegung. Au\u00dferdem gab es Aktionen, die uns Hoffnung machen, dass Knast wieder mehr Thema in der radikalen Linken wird.<br \/>\n&#8211; Das w\u00e4re zun\u00e4chst die Zahltag-Aktion in \u201eKalkatraz\u201c zu nennen, an der sich die Erwerbslosenbewegung im B\u00fcndnis mit anderen Aktiven sehr nachdr\u00fccklich f\u00fcr Ex-Knackis, Fl\u00fcchtlingen und Obdachlose einsetzte.<br \/>\n&#8211; Au\u00dferdem gab es am 27. November eine Demo zum griechischen Konsulat, auf der sich trotz schlechten Wetters relativ viele mit den Gefangenen solidarisierten, die in Griechenland massenhaft und mit unterschiedlichen Kampfformen gegen das Knast- und Strafsystem ank\u00e4mpften.<br \/>\n&#8211; Es gibt auch noch w\u00f6chentliche Montagskundgebungen auf dem Bahnhofsvorplatz, die auf den Kampf italienischer Gefangener gegen faktisch lebensl\u00e4ngliche Strafen hinweisen, also Inhaftierungen , aus denen es tats\u00e4chlich keinen anderen Ausweg als den Tod gibt. Dabei stehen zwar jeweils nur wenige mit Transparent und Flugbl\u00e4ttern. Aber das sind nicht nur Aktive mit dem Schwerpunkt Anti-Repression.<br \/>\nTrotz dieser ermutigenden Zeichen ist Knast und der Umgang damit immer noch ein relatives Tabuthema in gro\u00dfen Teilen der Linken. Dazu ein Auszug aus einem Brief des in Berlin gefangenen antifaschistischen Genossen Christian:<br \/>\n\u201eObwohl ich mit dem Zustand der Anti-Knast-Bewegung in Deutschland nicht besonders gl\u00fccklich bin, soll das folgende nicht als Kritik an denen verstanden werden, die sich an diesem Thema seit Jahren abarbeiten. Vielmehr st\u00f6rt mich die relative Gleichg\u00fcltigkeit der linksradikalen Szene insgesamt gegen\u00fcber Knast als letzten Baustein staatlicher Repression, mit dem nur ein kleiner Teil der AktivistInnen jemals in direkten Kontakt kommt.<br \/>\nBei jeder Inhaftierung gibt es zwar eine kurzfristige Mobilisierung, vor allem materielle Unterst\u00fctzung, aber das Widerstandsniveau \u2026 bleibt inhaltlich und aktionistisch zur\u00fcck. Wer verhaftet wird gilt irgendwo als Pflegefall. Etwas moralische Unterst\u00fctzung und eine gute Anw\u00e4ltin sollen es richten.<br \/>\n&#8211; Von den Gruppen, die zur 1. Mai Randale oder dem militanten Verhindern von Nazidemos aufrufen, wird keine kontinuierliche Anti-Knast-Arbeit geleistet.<br \/>\n&#8211; Die wenigen Leute in der BRD, die sich selbst als politische Gefangene definieren, sind weitgehend von der Auseinandersetzungen drau\u00dfen abgetrennt.<br \/>\n&#8211; Es gibt noch nicht mal ein funktionierendes Infosystem, das uns regelm\u00e4\u00dfig relevante Zeitschriften oder Internetver\u00f6ffentlichungen zukommen l\u00e4sst.<br \/>\n&#8211; Eine Diskussion zwischen Drinnen und Drau\u00dfen findet kaum statt.<br \/>\n&#8211; Viele M\u00f6glichkeiten, den Justizbeh\u00f6rden in den Arm zu fallen, werden vergeben, so dass jede Soligruppe bei Null anf\u00e4ngt, z.B. bei der Frage: N\u00fctzt \u00d6ffentlichkeitsarbeit dem Gefangenen oder schadet es.<br \/>\n&#8211; Die Widerstandsebene Knast hat in antifaschistischen und antikapitalistischen Strukturen kaum Bedeutung, der Knast ist weit weg und erscheint unangreifbar. Dabei kulminieren bei diesem Thema viele Konflikte: durch und durch faschistische Beamte, viele rechtsradikale Gefangene, soziale Minderheiten wie Obdachlose und Junkies, Leute voller Wut auf die Gesellschaft und ohne deutschen Pass sind auf engsten Raum zusammengepfercht.<br \/>\nIn dieser Atmosph\u00e4re testet der Staat unabl\u00e4ssig technologische und psychologische Mittel und Ma\u00dfnahmen, um sie auch drau\u00dfen zur Kontrolle und Aufstandsbek\u00e4mpfung anzuwenden. Private Unternehmen sind dabei f\u00fcr maximale Ausbeutung zust\u00e4ndig.<br \/>\nDie Hungerstreikaktion, die Anfang August von \u00fcberwiegend sozialen Gefangenen in NRW ausging, stie\u00df in linksradikalen Kreisen und b\u00fcrgerlicher \u00d6ffentlichkeit auf wenig Beachtung. Das war aber ein viel versprechender Organisierungsansatz, und ich halte es f\u00fcr wichtig daran weiter zu arbeiten.<br \/>\nDass diese Zusammenh\u00e4nge und Chancen so wenig beachtet werden, entt\u00e4uscht mich. Ich glaube die meisten Menschen wollen, wenn sie durch Verhaftung und Prozess aus der Anonymit\u00e4t gerissen werden, weniger eine personalisierte Soliarbeit, sondern vielmehr das Strafsystem an sich ins Visier genommen sehen.\u201c<\/p>\n<p>So weit Christian. Wir teilen diese Kritik weitgehend, haben aber die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass sich doch etwas \u00e4ndert. Knast sollte nicht nur auf einmalige Aktions- und Gedenktage reduziert werden.<\/p>\n<p>Kommt zur Sylvester-Demo an den Knast in Ossendorf Treffpunkt: 18 Uhr, Haltestelle Margaretastra\u00dfe der Linie 5 (KVB) Wir umkreisen den Teil des Knastes, der von \u00f6ffentlichen Stra\u00dfen umgeben ist und machen Halt an Stellen, an denen eine kleine Chance besteht, die Gefangenen in diesem miesen Isolationsbau, der keinerlei Sichtkontakt erm\u00f6glicht, mit Musik, Gru\u00dfworten, Redebeitr\u00e4gen, unseren B\u00f6llern und Neujahrsraketen wenigstens bruchst\u00fcckhaft zu erreichen<br \/>\nAber lasst uns daf\u00fcr sorgen, dass auch in den anderen Tagen des Jahres das Thema Knast nicht beiseite geschoben wird. Es gibt Selbstorganisationsans\u00e4tze drinnen und manche Anl\u00e4sse, bei denen k\u00e4mpfende Gefangene Multiplikator\/inn\/en und Unterst\u00fctzende drau\u00dfen brauchen. Und es m\u00fcsste auch unser eigenes Interesse an herrschaftsfreier und repressionsfreier Gesellschaft sein, kontinuierlich gegen den Repressionsapparat anzugehen<\/p>\n<p>Autonomes Knastprojekt<br \/>\nakp-koeln@riseup.net<\/p>\n<p><strong>K\u00f6ln * 18:00 Uhr \u2013 Haltestelle Margaretastra\u00dfe der Linie 5 (KVB) zum Knast in Ossendorf<\/strong><\/p>\n<p><strong>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212; Berlin &#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2008\/12\/silvester-zum-knast-08-berlin.jpg\" rel=\"lightbox[70]\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-744\" title=\"sil_08_3.indd\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2008\/12\/silvester-zum-knast-08-berlin-300x212.jpg\" alt=\"sil_08_3.indd\" width=\"300\" height=\"212\" \/><\/a>Reissen wir die Mauern ein, die uns trennen \u2013 in Solidarit\u00e4t mit allen k\u00e4mpfenden Gefangenen und dem Hungerstreik in Italien.<\/p>\n<p>Wir, als AnarchistInnen, Autonome oder in anderen Worten: Menschen, welche diese Gesellschaft und ihre Ordnung umwerfen wollen, lehnen normalerweise Traditionen ab, um immer etwas neues zu experimentieren, zu entdecken, animiert durch die Lust nach einer radikalen Ver\u00e4nderung und der Liebe nach Unberechenbarkeit. In Berlin gibt es aber eine Tradition, welche wir nicht abschaffen wollen: den Jahreswechsel vor dem U-Haft Knast Moabit. Seit \u00fcber 20 Jahren gibt es Menschen, die p\u00fcnktlich um Mitternacht durch eine kraftvolle Demo ihrer Wut gegen Kn\u00e4ste und alle Zwangsanstalten, sowie ihrer Solidarit\u00e4t mit allen Gefangenen Ausdruck verleihen. Es gilt, die zu unterst\u00fctzen, die aufgrund der sozialen Zust\u00e4nde in den Kerkern dieser unmenschlichen Gesellschaft festgehalten werden. Dieses Jahr wird es auch in K\u00f6ln und Hamburg gleichartige Demos geben.<\/p>\n<p>Die permanente Bedrohung f\u00fcr diejenigen, welche in dieser Gesellschaft nicht durch \u201elegale\u201d Mittel \u00fcberleben k\u00f6nnen (oder wollen) und f\u00fcr diejenigen, welche nach radikaler Ver\u00e4nderungen streben, nimmt stetig zu. Nicht nur aufgrund des Imports von amerikanischen Kn\u00e4sten, was die Teilprivatisierung einiger deutsche Kn\u00e4ste zur Folge hat und die dadurch erm\u00f6glichte Schaffung neuer billiger Arbeitskr\u00e4fte, sondern auch durch die wiederholte Verbreitung der L\u00fcge von einem Anstieg der \u201eKriminalit\u00e4tsraten\u201doder des \u201eTerrorismus\u201d, welche nur zur Rechtfertigung einer Politik der \u00dcberwachung und Kontrolle dient, und durch das Einsperren derjenigen, die als einziges Vergehen die \u00dcberschreitung fiktiver Grenzen begangenen haben sollen, versucht der Staat und das Kapital ihre unl\u00f6sbaren Widerspr\u00fcche durch das Wegsperren aufrecht zu erhalten: deshalb sehen wir es als notwendig an das gesamte Knastsystem (genauso wie seine \u201eSchwestern\u201c \u2013 psychiatrische Einrichtungen, Abschiebekn\u00e4ste und Schulen) in Frage zu stellen und Momente zu erm\u00f6glichen, wodurch wir diese Ablehnung in die \u00d6ffentlichkeit tragen k\u00f6nnen. Zu Silvester zum Knast zu gehen ist eine dieser M\u00f6glichkeiten \u2013 denn Knast ist keine Antwort auf soziale Konflikte. Die Abschaffung von Kn\u00e4sten kann nur innerhalb eines Parcours gesehen werden, welcher die gesamte Gesellschaft in Frage stellt und versucht wird diese und ihre unterdr\u00fcckenden Strukturen zu beenden \u2013 auf welche Art und Weise auch immer. Wenn wir \u00fcber Kapitalismus und Herrschaft reden d\u00fcrfen wir nicht vergessen, dass Zwangsanstalten und Kn\u00e4ste eine ihrer S\u00e4ulen sind.<\/p>\n<p>Es bleibt noch zu erw\u00e4hnen, dass diese sozialen Konflikte zu meist nicht Personen aus der \u201eSzene\u201c betreffen, sondern viel mehr ganz \u201enormale\u201c Menschen, die mit den Zust\u00e4nden nicht klar kommen: wir hoffen auch diese mit der Demo anzusprechen.<\/p>\n<p>Dass es m\u00f6glich ist sich gegen die Institution Knast zur Wehr zu setzen, zeigen uns t\u00e4glich unz\u00e4hlige Menschen auf der Welt: w\u00e4hrend griechische Gefangene im letzten November f\u00fcr bessere Bedingungen durch einen Hungerstreik k\u00e4mpften, trugen AnarchistInnen und andere solidarische Individuen ihre Wut und flammende Unterst\u00fctzung auf die Stra\u00dfe. Durch die Anwendung verschiedenster Aktionsformen sollte den Forderungen der Gefangenen gegen\u00fcber dem Staat Unterst\u00fctzung zu Teil werden.<\/p>\n<p>Auch in Italien findet seit dem 1. Dezember ein gestaffelter Hungerstreik der Gefangenen statt. Dieser richtet sich gegen Lebensl\u00e4nglich als Strafe und erh\u00e4lt auch europaweite Unterst\u00fctzung von Gefangenen und solidarischen Menschen. Und auch einige Gefangene innerhalb deutscher Kn\u00e4ste werden diesen Kampf unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Aber eine Ausbreitung des Kampfes gegen Zwangsanstalten bleibt nur m\u00f6glich, wenn hier drau\u00dfen eine vielf\u00e4ltige Unterst\u00fctzung stattfindet: die Gefangenen m\u00fcssen sp\u00fcren nicht alleine gelassen zu sein und wissen, dass es welche gibt, die ihre K\u00e4mpfe zu den ihrigen machen.<\/p>\n<p>Deshalb laden wir euch alle ein mit uns an Silvester mindestens zeitweise die Mauern einzurei\u00dfen, die uns trennen\u2026<\/p>\n<p>Gegen alle Zwangsanstalten und die Gesellschaft des Einsperrens!<\/p>\n<p>In Solidarit\u00e4t mit allen k\u00e4mpfenden Gefangenen \u2013 egal ob in Italien, Griechenland oder Deutschland!<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/tag\/silvester-zum-knast\" target=\"_blank\">www.abc-berlin.net<\/a><\/p>\n<p><strong>Berlin * 22:45 Uhr \u2013 U-Bhf. Turmstrasse (U9) zur JVA Moabit <\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am letzten Tag in diesem Jahr finden bundesweit drei Demonstrationen statt, welche sich explizit auf das Thema Knast und Wegsperren beziehen, zur Freiheit mit allen Gefangenen aufrufen und damit zeigen wollen, dass die, welche nicht mit uns auf der&#46;&#46;&#46;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[8,31,10],"tags":[698,701,77,78,707],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5147,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70\/revisions\/5147"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}