{"id":7158,"date":"2012-07-08T11:05:41","date_gmt":"2012-07-08T10:05:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=7158"},"modified":"2014-12-26T22:19:44","modified_gmt":"2014-12-26T21:19:44","slug":"blanqui-oder-der-staatliche-aufstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/blanqui-oder-der-staatliche-aufstand","title":{"rendered":"Blanqui oder der staatliche Aufstand"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Louis-Auguste-Blanqui-1805-1881.jpg\" rel=\"lightbox[7158]\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright  wp-image-7159\" title=\"Louis Auguste Blanqui (1805-1881)\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Louis-Auguste-Blanqui-1805-1881-165x250.jpg\" alt=\"Louis Auguste Blanqui (1805-1881\" width=\"106\" height=\"160\" srcset=\"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Louis-Auguste-Blanqui-1805-1881-165x250.jpg 165w, https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Louis-Auguste-Blanqui-1805-1881.jpg 183w\" sizes=\"(max-width: 106px) 100vw, 106px\" \/><\/a><span class=\"dropcap\">L<\/span>ouis Auguste Blanqui (1805-1881) hat uns h\u00f6chstens einen Slogan und ein Buch hinterlassen. Ersteres, <em>Ni Dieu, Ni Ma\u00eetre<\/em> (Weder Gott noch Meister), wurde auch der Name einer Zeitschrift, die er im November 1880, einige Monate vor seinem Tod, gr\u00fcndete. Letzteres ist das faszinierende <em>L\u2019eternit\u00e9 \u00e0 travers les astres, m\u00e9ditiations sur l\u2019existence de mondes parall\u00e8les et le retour \u00e9ternel<\/em> (Die Ewigkeit durch die Sterne, Ansichten \u00fcber das Bestehen von parallelen Welten und die ewige Wiederkehr). Ein Schlachtruf und ein philosophisches Werk \u00fcber Astronomie: das ist alles wof\u00fcr Blanqui es verdient, erinnert zu werden. Den Rest schmei\u00dfen wir mit viel Freude auf den M\u00fcllhaufen der Geschichte, von seinen anderen Zeitschriften (wie <em>La Partie est en Danger<\/em>) bis zu seiner avantgardistischen und autorit\u00e4ren Politik.<\/p>\n<p>Nicht jeder teilt diese Sicht. In letzter Zeit gibt es sogar einige, die sich abm\u00fchen, um seinen Namen, der f\u00fcr die Vergessenheit bestimmt zu sein schien, wieder auszugraben. Seine Wiederentdeckung wurde von Subversiven einer autorit\u00e4ren Couleur gestartet, die nachdr\u00fccklicher, weniger steif und gewandt im Trend der Zeit sind. Angesichts des immer heftigeren Zusammenst\u00fcrzens dieser Gesellschaft, angesichts des fortw\u00e4hrenden Aufloderns der Brandherde der Krawalle, werden sie einsehen, dass es wahrscheinlicher (und auch w\u00fcnschenswerter) ist, dass sich ein Aufstand hervortut, als ein Wahlsieg der Linksextremen (die sich dann \u00fcbrigens in einer zu verwaltenden und l\u00f6senden Situation wieder finden w\u00fcrden, aus der es keine schmerzlosen Auswege gibt). Um also von diesem Standpunkt auszugehen, w\u00fcrden sie Gefahr laufen, den Anarchistenbauerntrampeln freies Spiel zu geben, den einzigen, die die aufst\u00e4ndische Perspektive niemals \u00fcber Bord geworfen haben, auch nicht in den grausten Jahren der sozialen Befriedung. Die linken Vorv\u00e4ter der sozialen Kritik, die so genannten \u201eKlassiker\u201c, konnten keine nennenswerte Hilfe sein, da diese schon vor langer Zeit ihren Glanz verloren hatten. Nachdem sie mehr als ein Jahrhundert auf ihren Alt\u00e4ren gestanden sind, nachdem ihr Gedankengut wie ein strahlender Feuerturm im Zentrum eines revolution\u00e4ren Wirbelwinds stand, der mit dem besch\u00e4mendsten aller Schiffbr\u00fcche beendet wurde, bieten ihre Namen keine Garantie mehr. Viel schlimmer noch, sie verursachen wirklich allergische Absto\u00dfreaktionen. Blanqui, der vergessene Blanqui, der gr\u00f6\u00dfte Vertreter des autorit\u00e4ren Insurrektionalismus besitzt also alle Charakteristiken um ein alternativer, origineller und charismatischer historischer Bezug zu sein, den kommenden Zeiten gewachsen.<\/p>\n<p>Marx, der die Lehnst\u00fchle im British Museum warm gehalten hat, um zu erkl\u00e4ren, was der Mehrwert oder die formelle Akkumulation des Kapitals ist, oder Lenin, der im Zentralkomitee besch\u00e4ftigt damit war den Triumph der Parteib\u00fcrokratie vorzubereiten, also bitte, seien wir uns ehrlich, davon wird man doch nicht mehr entfesselt. Blanqui jedoch, gro\u00dfer Gott, was f\u00fcr ein Mann! Zuallererst l\u00f6st sein Leben \u2013 als Protagonist von vielen aufst\u00e4ndischen Versuchen und mit seinem Beinamen <em>l\u2019Enferm\u00e9<\/em>, da er mehr als 33 Jahre innerhalb der Mauern eines der franz\u00f6sischen kaiserlichen Gef\u00e4ngnisse verbracht hat \u2013 einen derartig bedingungslosen Respekt aus, dass jede eventuelle Kritik, die nicht schon in Stille verstummt ist, doch zumindest etwas vorsichtiger wird. Und dann gibt es noch seine \u00fcberw\u00e4ltigende Militanz, seine unaufh\u00f6rliche Agitation und seinen inbr\u00fcnstigen Aktivismus\u2026 und das ganze zusammen mit einer einfachen und unverz\u00fcglichen Sprache, die ein kommunistisches Gedankengut ausdr\u00fcckt, hartn\u00e4ckig gegen den kalten marxistischen \u00d6konomismus. Darin verbirgt sich seine heutige Anziehungskraft. Beim Mangel an kritischem Zur\u00fcckblicken dieser Zeiten, in denen die Augen nur scharf sehen um Allianzen zu bilden, kann Blanqui nahezu durch jeden gesch\u00e4tzt werden: sowohl durch die Antiautorit\u00e4ren, geil auf die Aktion, als auch durch die Autorit\u00e4ren, besorgt um die Disziplin. Blanqui k\u00f6nnte die perfekte Synthese zwischen zwei Geisteshaltungen sein, die im Lauf der Geschichte die revolution\u00e4re Bewegung geformt und geteilt haben. Seinerzeit wurde er von den Gelehrten des wissenschaftlichen Sozialismus ein Bisschen von oben herab behandelt (welche seine guten Absichten erkannten, ihm jedoch letztendlich die gleichen Fehler vorwarfen, die sie auch Bakunin zuschrieben) und von den Feinden jeder Autorit\u00e4t entschieden bek\u00e4mpft, heute \u2013 im vollkommenen Untergang der Bedeutung \u2013 hat er alle Karten in der Hand um Revanche zu nehmen.<\/p>\n<p>Denn Blanqui ist nicht nur ein permanenter und feuriger Agitator (jetzt werden die Libert\u00e4ren ohnm\u00e4chtig vor lauter Emotion), er ist auch ein permanenter und berechnender F\u00fchrer (und jetzt brechen die Waisen des Staatskommunismus in Applaus aus). Er vereinigt den Mut der Barrikaden mit dem M\u00e4rtyrertum des Gef\u00e4ngnisses, das Auge verirrt sich im Durchforschen des Sternenzelts. Er formuliert keine gro\u00dfartigen theoretischen Pl\u00e4ne, komplizierten Ausarbeitungen, die unverdaubar sind f\u00fcr den eingeengten Magen von heute, er gibt Anweisungen f\u00fcr den Aufmarsch. Er t\u00e4uscht keine tiefgehenden Gedanken vor, die unmittelbaren Reflexe reichen aus. Er ist die perfekte revolution\u00e4re Ikone, um heute auf den Markt gebracht zu werden, heutzutage, wo die komplizierten Systeme, \u00fcber die man sich den Kopf zerbrechen muss, nicht mehr willkommen sind. Heute will man intensive, konsumierbare Emotionen. Und Blanqui langweilt nicht mit abstrakten Diskursen, er ist ein praktischer Mensch, direkt, jemand, dem man zuh\u00f6ren kann, von dem jeder etwas lernen kann und einer dem man vertrauen kann. Deshalb wurde er wieder ausgegraben. Denn unter den vielen Reinkarnationen der revolution\u00e4ren Diktatur ist er der einzige, der m\u00f6glicherweise als faszinierender Abenteurer durchgehen kann, anstatt sofort als dreckige Machtfigur entlarvt zu werden. Mit eineinhalb Jahrhunderten Versp\u00e4tung angelt sich Blaunqui jeden. H\u00e4tte er ein Profil auf Facebook, w\u00fcrde es eine Welle an \u201eGef\u00e4llt mir\u201c geben.<\/p>\n<p>Seine Neuaufwertung wird auch durch seine Aktionstaktitk verlockender gemacht. Hast Du in letzter Zeit gesehen, wie die Arbeiterklasse die Bourgeoisie terrorisiert oder eher ein L\u00e4cheln auf den Gesichtern der Industriebosse? Hast Du gemerkt wie das Proletariat f\u00fcr seine eigene Emanzipation k\u00e4mpft, oder eher wie es der Polizei die Hitzk\u00f6pfe ausliefert? Hast Du Stra\u00dfen ersch\u00fcttern geh\u00f6rt durch die aufst\u00e4ndigen Massen, die auf den Palast zust\u00fcrmen, oder hast Du eher Massen an Hooligans gesehen die zum Stadion rennen. Hast Du die Ausgebeuteten gesehen wie sie sich f\u00fcr die radikale Sozialkritik begeistern, oder eher f\u00fcr die n\u00e4chste Folge einer Reality-Show. In seinen Memoiren erinnert sich Bartolomeo Vanzetti an die n\u00e4chtlichen Stunden die er mit B\u00fcchern verbrachte, Stunden die er bewusst nicht f\u00fcr die Erholung der Strapazen seiner Arbeit in Betracht zog. Er war ein Arbeiter, aber er widmete seine freie Zeit dem Studium: um zu verstehen, um zu wissen, um kein Teil der Maschine des Kapitals mehr zu sein (oder der Dialektik irgendeines Intellektuellen). Heutzutage haben die dunklen Augenringe der Arbeiter eine ganz andere Ursache. Wer am laufenden sozialen Krieg teilnehmen will, muss deshalb diese Offensichtlichkeit ber\u00fccksichtigen: der Masse ist die Revolution schei\u00dfegal.<\/p>\n<p>Aber das ist wahrlich kein Problem mehr, und wei\u00dft Du warum? Weil die Massen Blanqui schei\u00dfegal waren. Er brauchte sie nicht, ihm gen\u00fcgte eine scharfsinnige, handlungsf\u00e4hige, unversch\u00e4mte Elite, die bereitstand um einen gut kalibrierten Schlag im passenden Moment auszuf\u00fchren. Die Massen w\u00fcrden sich, so wie gew\u00f6hnlich, schon an die vollendeten Tatsachen anpassen. Auch direkt inmitten der heutigen kapitalistischen Verfremdung gibt es also noch jemanden, der uns erneut Hoffnung gibt.<\/p>\n<p>Die Leninisten sind \u00fcberholt, die es noch immer nicht eingesehen haben, dass es sich nicht mehr auszahlt <em>die<\/em> gro\u00dfe Partei zu bilden, die es schafft die Ausgebeuteten zu f\u00fchren. Auch die Anarchisten sind \u00fcberholt, denn die sind derartig dumm, dass sie nicht einsehen, dass es kein Bewusstsein mehr unter den Ausgebeuteten zu verbreiten gibt, um zu vermeiden, dass sie in die H\u00e4nde der Parteien fallen. Was sich auszahlt ist, was sein kann, in anderen Worten, eine handvoll eingeschworener Subversiver, die im Stande sind die richtige Strategie auszuarbeiten und anzuwenden. Ein schneller Eingriff und die soziale Frage ist gel\u00f6st! Man muss zugeben \u2013 Blanqui ist der richtige Mann, zur richtigen Zeit wiederentdeckt, durch Menschen, die nichts anderes als richtig sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Derartig richtig, dass sie gut aufpassen, um das Gedankengut von Blanqui in seiner Substanz in Betracht zu ziehen, ein Gedankengut, das in vielen Aspekten abscheulich ist. Und das wissen sie. Seine imagin\u00e4ren Freunde sind sich dem derartig bewusst, dass sie sich darauf reduzieren, die Kraft, den Stil, das Gef\u00fchl, die Entschlossenheit auf sich wirken zu lassen (zweifelsohne bewundernswerte Qualit\u00e4ten, die jedoch nicht viel \u00fcber die Person aussagen, die sie hat: Napol\u00e9on, Mussolini oder Bin Laden k\u00f6nnten sich auch damit r\u00fchmen). Seine realen Freunde jedoch, wie der Kommunarde Casimir Bouis (der \u00fcbrigens sein Verleger war), zweifelten nicht am Ansehen von Blanqui: \u201eer ist der kompletteste Staatsmann, besessen von der Revolution.\u201c Die blanquistische Kraft, der blanquistische Stil, das blanquistische Gef\u00fchl, die blanquistische Entschlossenheit \u2013 alles steht im Dienst eines sehr genauen politischen Projekts: die Eroberung der Macht. Und sogar sein erstaunliches Buch \u00fcber Astronomie oder sein sehr treffender Slogan, k\u00f6nnten das niemals verschleiern.<\/p>\n<p>Wer wei\u00df warum diese anst\u00e4ndigen Menschen, die Lobeshymnen auf einen Verschw\u00f6rer aus der Vergangenheit, einem Mann der Barrikaden, einem Verfolgten, einer einflussreichen Person der Bewegung anstimmen wollen, nicht an Bakunin gedacht haben? Denn wenn man den Namen Bakunins h\u00f6rt, erinnert man sich an den D\u00e4mon der Revolte, ein Synonym f\u00fcr absolute Freiheit, w\u00e4hrend Blanqui eher ein Synonym der Diktatur ist. Bakunin wollte \u201edie Anarchie\u201c, Blanqui k\u00fcndigte die \u201e<em>geregelte<\/em> Anarchie\u201c an (ist dieses Adjektiv nicht entz\u00fcckend?). Bakunin sprach von \u201eder Entfesslung der b\u00f6sen Leidenschaften\u201c, Blanqui schrieb vor, dass \u201ekein einziges milit\u00e4risches Man\u00f6ver stattfinden vor dem Befehl des f\u00fchrenden Kommandanten d\u00fcrfe, dass die Barrikaden nur auf jenen Pl\u00e4tzen errichtet werden d\u00fcrfen, die dieser angibt (jener selbsterkorene, f\u00fchrende Kommandant war, <em>\u00e7a va sans dire<\/em>, nat\u00fcrlich er selbst). Bakunin suchte unter den Verschw\u00f6rern jemanden, \u201eder vollkommen davon \u00fcberzeugt war, dass die Kommst der Freiheit unvereinbar mit der Existenz von Staaten sei. Darum musste er die Zerst\u00f6rung aller Staaten wollen, zusammen mit allen religi\u00f6sen, politischen und sozialen Einrichtungen, wie die offiziellen Kirchen, die permanenten Armeen, die Ministerien, die Universit\u00e4ten, die Banken, die aristokratischen und bourgeoisen Monopole. Dies hat zum Ziel, es zuzulassen, dass auf deren Ruinen endlich eine freie Gesellschaft entstehen kann, die nicht l\u00e4nger von oben nach unten, vom Zentrum zur Peripherie organisiert wird, durch eine gezwungene Einheit, sondern ausgehend von freien Individuen, der freien Assoziation und der autonomen Kommune, von unten nach oben und von der Peripherie zum Zentrum organisiert wird, durch die freie F\u00f6deration.\u201c Blanqui suchte jemanden, der auf die Frage ob \u201edas Volk sich unmittelbar nach der Revolution selbst regieren k\u00f6nne?\u201c antworten w\u00fcrde: \u201eNachdem der soziale Staat korrupt ist, brauchen wir heldenhafte Heilmittel um zu einem gesunden Staat zu kommen: das Volk wird f\u00fcr eine bestimmte Zeit eine revolution\u00e4re Macht ben\u00f6tigen.\u201c Jemand der vielleicht seine unmittelbaren Anordnungen durchf\u00fchren kann, wie \u201eden Austausch jedes vertriebenen Chefs durch ein (staatliches) Monopol\u2026 Zusammenf\u00fchrung aller Liegenschaften und beweglicher G\u00fcter der Kirchen, Gemeinschaften und Kongregationen beider Geschlechter und die ihrer Strohm\u00e4nner\u2026 Reorganisation des Personals der B\u00fcrokratie\u2026 Ersatz aller direkten oder indirekten Beitr\u00e4ge durch eine direkte, progressive Steuer auf alle Erbschaften und Einkommen\u2026 <em>Regierung<\/em>: Pariser Diktatur.\u201c<\/p>\n<p>Im Lauf des 19. Jahrhunderts waren Bakunin und Blanqui nicht nur zwei Revolution\u00e4re unter vielen anderen, ihre Namen haben so viel Ruhm bekommen, da sie die Verk\u00f6rperung zweier unterschiedlicher und gegens\u00e4tzlicher Ideen darstellen, weil sie vor der ganzen Welt zwei m\u00f6gliche Richtungen des Aufstands vertraten: den anarchistische Aufstand gegen den Staat und den autorit\u00e4ren Aufstand zugunsten eines neuen Staates (erst republikanisch, sp\u00e4ter sozialistisch und letztendlich kommunistisch).<\/p>\n<p>Auch heute bedeutet sich dem einen oder dem anderen n\u00e4her zu f\u00fchlen, eine ziemlich eindeutige Wahl. F\u00fcr Blanqui ist der Staat ein treibendes Instrument der sozialen Transformation, nachdem \u201edas Volk nicht aus der H\u00f6rigkeit heraustreten kann, au\u00dfer mithilfe des Impulses der gro\u00dfen Gesellschaft des Staates und man muss Mut haben um das Gegenteil zu behaupten. Der Staat hat in der Tat keine andere legitime Aufgabe als diese.\u201c In seiner Kritik an den proudhonistischen Ideen behauptete er, dass egal welche Theorie, die das Proletariat befreien wolle, ohne Zuflucht zu nehmen bei der Autorit\u00e4t des Staates, f\u00fcr ihn ein Hirngespinst sei; schlimmer noch, es handle sich \u201ein etwa\u201c um einen Verrat. Nicht dass er so naiv war um Illusionen zu hegen. Er war ganz einfach davon \u00fcberzeugt, dass \u201eobwohl jede Macht von Natur aus unterdr\u00fcckend ist\u201c, der Versuch, es ohne Staat zu tun oder sich regelrecht gegen ihn zu wenden, das selbe ist wie \u201edie Proletarier davon zu \u00fcberzeugen, dass es einfach sei um, mit gefesselten Armen und Beinen zu laufen.\u201c<\/p>\n<p>Und wer die Auferstehung von <em>l\u2019Enferm\u00e9 <\/em>als Interesse an der Praktik des Aufstandes kaschieren will, als technische Notwendigkeit ohne gemeinschaftliche Perspektiven, l\u00fcgt, nur allzu gut wissend, dass er l\u00fcgt (mit Ausnahme selbstverst\u00e4ndlich der l\u00e4cherlichen, libert\u00e4ren Trotteln, die es nicht wert sind ein Wort \u00fcber sie zu verlieren). Denn Blanqui suchte tats\u00e4chlich nach einer \u00dcbereinkunft \u201eauf dem Kernpunkt, ich meine auf der Ebene praktischen Mittel, die in letzter Konsequenz die Revolution sind,\u201c er selbst allerdings versteckte nicht die Beziehung, welche die Aktion mit dem Denken verbindet: \u201eDie praktischen Mittel jedoch, werden abgeleitet aus den Prinzipien und sind abh\u00e4ngig vom Ermessen der Menschen und von den Dingen.\u201c Einer seiner ber\u00fchmtesten Texte, <em>Instructions pour une prise d\u2019armes<\/em>, der auch nach den Situationisten, weiterhin viele junge, intellektuelle Generalsanw\u00e4rter der neuen Roten Armee faszinierte, ist nicht nur ein Handbuch f\u00fcr Aufst\u00e4ndische. Es ist kein Zufall, dass der Text bereits 1931 in der Zeitschrift <em>Critique Social<\/em> publiziert wurde, nicht so sehr angezogen durch seine \u201eanachronistische, strikt \u201amilit\u00e4rische\u2019 Seite\u201c, sondern um den \u201eWert dieses wichtigen Beitrags zur Kritik an den anarchistischen Aufst\u00e4nden\u201c zu unterstreichen. Tats\u00e4chlich sind diese <em>Instructions <\/em>eine unaufh\u00f6rliche Apologie der Notwendigkeit einer Autorit\u00e4t, die im Stande dazu ist einer Freiheit ein Ende zu bereiten, die als kontraproduktiv angesehen wird. Sie sind das emp\u00f6rte Geschrei eines Mannes der Ordnung, der so viel Unordnung erblickt \u2013 \u201ekleine Banden laufen hier und dort herum, entwaffnen die W\u00e4chterkorps, nehmen den Musketieren Waffen und Schie\u00dfpulver ab. Alles passiert ohne Abstimmungen, ohne F\u00fchrung, nach individueller Phantasie.\u201c Der Text ist eine Anklage gegen \u201eden Mangel einer Volkstaktik, die unumst\u00f6\u00dfliche Ursache der Katastrophen. Kein einziges allgemeines Kommando, also \u00fcberhaupt keine F\u00fchrung\u2026 Die Soldaten tun vor allem was ihnen ihr Kopf sagt.\u201c<\/p>\n<p>Zusammengefasst: Wenn der Aufstand trotz des Muts und des Enthusiasmus derjeniger, die daran teilnehmen, fehlschl\u00e4gt, dann aufgrund eines \u201eMangels an Organisation. Ohne Organisation gibt es keine Chance auf Erfolg.\u201c Das wird auch stimmen, aber wie erlangt man dann diese Organisation, diese Koordination, diese \u00dcbereinstimmung unter den Aufst\u00e4ndischen? Durch die horizontale Verbreitung eines Bewusstseins, einer Aufmerksamkeit, einer Intelligenz \u00fcber die Notwendigkeiten des Moments (libert\u00e4re Hypothese), die ihm bereits vorausgeht und so umfangreich wie m\u00f6glich ist, oder durch die vertikale Einf\u00fchrung eines Kommandos, das die Gehorsamkeit aller fordert und durch das alle bis zu diesem Moment in Unwissenheit gehalten werden (autorit\u00e4re Hypothese)? Blanqui gibt nat\u00fcrlich seine Anweisungen dazu: \u201eEine milit\u00e4rische Organisation ist f\u00fcr unsere Partei keine kleine Frage, vor allem wenn man diese auf dem Schlachtfeld improvisieren muss. Es setzt ein leitendes Kommando voraus und bis zu einem gewissen Punkt auch die gew\u00f6hnlichen Reihen von Offiziellen aller R\u00e4nge.\u201c Mit dem Ziel den \u201ew\u00fcsten Krawalle der zehntausenden isolierten Menschen, die zuf\u00e4llig handeln, in einem Durcheinander, ohne einen einheitlichen Gedanken, jeder in seiner Ecke und nach seiner eigenen Phantasie\u201c ein Ende zu bereiten. Blanqui ersch\u00f6pft sich nicht mit dem Auftischen seines Rezepts: \u201eEs muss immer wieder wiederholt werden: das <em>conditio sine qua non <\/em>des Sieges ist die Organisation, das Gesamte, die Ordnung und die Disziplin. Es ist schwer vorstellbar, dass die Truppen einem organisierten Aufstand, der mit dem gesamten Apparat einer Regierungskraft handelt, lange Widerstand leisten werden.\u201c Das ist die blanquistische Praxis des Aufstands: eine Organisation, die ihrem Feind gegen\u00fcber erbarmungslos ist, die es jedoch wei\u00df in ihrem Inneren Ordnung und Disziplin auszuf\u00fchren, nach dem Model eines Apparats der Regierungskraft.<\/p>\n<p>Soviel Kasernengestank erweckt bei uns nur Grauen und Verachtung. Auch w\u00fcrde dort eine rote oder schwarz-rote Fahne wehen, die Kaserne wird immer ein Ort der Verpflichtung und der Verrohung bleiben. Der Aufstand, der, statt sich in freien Z\u00fcgen in Freiheit entwickelt, die stramme Haltung der Autorit\u00e4t annimmt, ist schon von vornherein verloren, ist nichts anderes als das Vorzimmer des Putschs. Gl\u00fccklicherweise kann man dieser unheimlichen M\u00f6glichkeit zum Trotz immer auf den berauschenden Genuss der Revolte vertrauen, die, einmal entfesselt, im Stande ist jedes Kalk\u00fcl dieser Bettelstrategen \u00fcber den Haufen zu werfen.<\/p>\n<p>Maurice Dommanget, der Blanqui ein ganzes Leben an Zuwendung gewidmet hatte, berichtete \u00fcber die Stimmung, die w\u00e4hrend des aufst\u00e4ndischen Versuchs in Paris vom 12. Mai 1839, herrschte: \u201eBlanqui versuchte Anordnungen zu geben, die Desertionen zu verhindern, die \u201aMasse zu organisieren\u2019, was eine schwierige Aufgabe war, fast niemand kannte ihn. Alle schrien. Alle wollten befehlen. Niemand wollte gehorchen. Es gab damals einen ziemlich lebendigen und symptomatischen Streit zwischen Barb\u00e8s und Blanqui, der bis dahin noch von niemandem bemerkt worden war. Barb\u00e8s beschuldigte Blanqui alle ziehen gelassen zu haben. Blanqui beschuldigte Barb\u00e8s, dass er mit seiner Tr\u00e4gheit alle entmutigt hatte und den Fortzug der Feigen und der Verr\u00e4ter verursacht hatte.\u201c Als der Aufstand ausbrach, als die Normalit\u00e4t pl\u00f6tzlich aufh\u00f6rte die menschlichen M\u00f6glichkeiten einzubremsen, <em>als alle befehlen wollten, da niemand gehorchen wollte<\/em>, verloren die sogenannten Chefs jeglichen Einfluss, m\u00fchten sie sich sinnlos ab, um Anweisungen zu geben und begannen letztendlich untereinander zu streiten. Das Durcheinander der Leidenschaften ist immer das beste und wirksamste Mittel gegen die Ordnung der Politik und wird es auch immer bleiben.<\/p>\n<p>Vielleicht kann man den Abgrund, der die autorit\u00e4re Vorstellung der insurrektionellen Aktion von der antiautorit\u00e4ren Vorstellung trennt, am besten erkennen indem man sie in der gleichen Zeit und im gleichen historischen Kontext miteinander konfrontiert. Nichts kann in dieser Hinsicht lehrreicher sein als ein Vergleich zwischen Blanqui und Joseph D\u00e9jaque, dem franz\u00f6sischen Anarchisten, der verbannt wurde nachdem er an den Tagen im Jahr 1848 teilgenommen hatte. Was ist das organisatorische Modell, das von Blanqui vorgeschlagen wird? Eine pyramidale, eine streng hierarchische Struktur, wie die seiner <em>Soci\u00e9t\u00e9 des Saisons<\/em>, die dem insurrektionellen Versuchs vom Mai 1939 vorausging: ihr erstes Element war die Woche, die aus sechs Mitgliedern bestand und einem Sonntag untergeordnet war; vier Wochen formten einen Monat, der unter dem Befehl eines Juli stand; drei Monate formten eine Saison, die durch einen Fr\u00fchling geleitet wurde; vier Saisonen formten ein Jahr, das durch einen revolution\u00e4ren Agenten kommandiert wurde; und diese revolution\u00e4ren Agenten formten zusammen ein geheimes Exekutivkomitee, das den anderen Mitgliedern nicht bekannt war und dessen Generalissimus niemand anderer sein konnte als Blanqui. Im entscheidenden Moment, als endlich der Aufstand ausgerufen wurde, verbreitete das Komitee der <em>Soci\u00e9t\u00e9 des Saisons <\/em>einen Aufruf an das Volk, in dem es mitteilte, dass \u201edie vorl\u00e4ufige Regierung milit\u00e4rische F\u00fchrer gew\u00e4hlt hat, um die K\u00e4mpfe zu leiten; diese F\u00fchrer kommen aus euren R\u00e4ngen, folge ihnen! Sie werden euch zum Sieg f\u00fchren. Es wurden gew\u00e4hlt: Auguste Blanqui, f\u00fchrender Kommandant\u2026\u201c Dass auch die daraufhin folgenden Erfahrungen, keine \u00c4nderung seiner Ansichten zulie\u00dfen, zeigt, neben seinen schon zitierten <em>Instructions pur une prise d\u2019armes <\/em>aus dem Jahr 1868, seine <em>Soci\u00e9t\u00e9 R\u00e9publicaine Centrale <\/em>aus dem Jahr 1848, genauso wie die <em>Phalange<\/em> und ihre klandestinen Gefechtsgruppen 1870. Zu keinem einzigen Zeitpunkt in seinem Leben h\u00f6rte Blanqui auf sich gegen die an der Macht stehende Regierung zu verschw\u00f6ren, jedoch immer in einer milit\u00e4rischen, hierarchischen und zentralisierenden Weise, immer mit dem Ziel ein <em>comit\u00e9 des salut public<\/em> an der Spitze des Staates zu installieren.<\/p>\n<p>D\u00e9jaque hingegen wies in den Anmerkungen zu <em>La Question R\u00e9volutionnaire<\/em> (1854) auf die M\u00f6glichkeit und die dringende Notwendigkeit hin, um zum Angriff \u00fcberzugehen, \u00fcber geheime <em>soci\u00e9t\u00e9s <\/em>hinaus, welche zum Formen kleiner autonomer Gruppen anspornten: \u201eDass jeder Revolution\u00e4r unter denjenigen, auf die er glaubt sich vollkommen verlassen zu k\u00f6nnen, ein oder zwei Proletarier so wie er selbst ausw\u00e4hlt. Und, dass sie in Gruppen von drei oder vier, ohne Bindungen untereinander und separat funktionierend, damit die Entdeckung einer der Gruppen nicht zur Verhaftung aller anderen f\u00fchrt, mit einem gemeinschaftlichen Ziel agieren: die Zerst\u00f6rung der alten Gesellschaft.\u201c Zugleich erinnerte er auf den Seiten seiner Zeitung <em>Le Libertaire <\/em>(1858) daran, wie, dank des Zusammentreffens zwischen Subversiven und gef\u00e4hrlichen Klassen, \u201eder soziale Krieg t\u00e4gliche und universelle Proportionen annimmt\u2026 Wir erg\u00e4nzen einander, wir Plebs der Arbeitsst\u00e4tte, mit einem neuen Element, dem Plebs der Gef\u00e4ngnisse\u2026 Jeder von uns kann weiterhin auf seine eigene Weise rebellieren.\u201c Dort wo Blanqui das Volk \u201eeinlud\u201c, um eine man\u00f6vrierbare, eingerahmte, disziplinierte und gehorsame Masse, unter dem Befehl, der selbsterkl\u00e4rten Chefs zu bleiben, wendete sich D\u00e9jaque an jedes proletarische Individuum, um dieses zu befreienden Aktionen anzuspornen, auf Basis des eigenen Verm\u00f6gens und der eigenen F\u00e4higkeit und zusammen mit den Komplizen mit der gr\u00f6\u00dften Affinit\u00e4t. Es \u00fcberrascht darum auch nicht, dass derselbe D\u00e9jaque das diktatorische Streben von Blanqui bereits gebrandmarkt hatte: \u201eDie Regierungsautorit\u00e4t, die Diktatur, ob sie sich nun Kaiserreich oder Republik nennt, Thron oder Sitz, Retter der Ordnung oder Wohlfahrtsausschuss; ob sie nun heute unter dem Namen Bonaparte oder morgen unter dem Namen Blanqui besteht; ob sie nun aus Ham oder Belle-Ile kommt; ob sie nun als Wappen einen Adler oder einen ausgestopften L\u00f6wen hat\u2026 ist nichts anderes als die Vergewaltigung der Freiheit durch die korrupte Virilit\u00e4t, durch die Syphilitiker.\u201c<\/p>\n<p>Auch hier ist es nicht gleichg\u00fcltig sich mit dem einen oder dem anderen verwandt zu f\u00fchlen und stellt dies eine eindeutige Wahl dar.<\/p>\n<p>Es gibt noch einen anderen Aspekt von Blanqui, der es f\u00fcr ein gieriges, aufmerksames Auge scheinbar die M\u00fche wert war um ihn wieder auszugraben \u2013 sein Opportunismus. Blanqui stellte ein gewisses Desinteresse f\u00fcr theoretische Fragen und eine starke Anh\u00e4nglichkeit an gew\u00f6hnliche, materielle Probleme des Aufstands zur Schau, er ist der Pionier von einer Tendenz, die auch heute noch in subversiven Kreisen in Mode ist: der Taktikmus (ein gedankenloses Anwenden von Man\u00f6vern und Hilfsmitteln um von anderen zu bekommen, was man will) im Namen der Taktik (Technik der Anwendung und das Man\u00f6vrieren von milit\u00e4rischen Mitteln). Seine Kenner sind es gew\u00f6hnt, den Term \u201eEklektizismus\u201c zu verwenden, um seine gewandten und selbsts\u00fcchtigen Spr\u00fcnge zwischen verschiedenen Positionen zu beschreiben. Seine Vorstellung des Aufstands als Resultat eines strategischen Schachzugs, und nicht als soziale Gegebenheit, brachte ihn zu dem Schluss, dass der Zweck alle Mittel heiligt. F\u00fcr ihn z\u00e4hlte nicht die Art und Weise, sondern das Resultat, mit anderen Worten, die effektive Eroberung der politischen Macht. Deshalb versuchte er 1848, trotz seiner Vorliebe f\u00fcr Verschw\u00f6rungen, eine demokratische Bewegung zu leiten, die f\u00fcr eine Teilnahme an den Wahlen war. Wie sein Kamerad Edouard Vaillant, der am Kongress der Ersten Internationalen im September 1871 in London sein Sprecher war, uns ins Ged\u00e4chtnis ruft: \u201eDas Werk der Revolution war die Zerst\u00f6rung der Hindernisse, die ihr den Weg versperrten: ihre erste Aufgabe war es \u201adie Bourgeoisie zu entwaffnen und das Proletariat zu bewaffnen, das Proletariat mit allen Kr\u00e4ften der eroberten, politischen Macht zu bewaffnen, die dem Feind abgenommen wurden. Mit diesem Ziel mussten die Revolution\u00e4re gegen die Macht in den Kampf ziehen, auf ganzer Linie gegen sie aufmarschieren: Agitation, Aktion, Parlament usw\u2026 Die Revolution\u00e4re schlie\u00dfen sich nicht in das \u201aModelgef\u00e4ngnis\u2019 irgendeines Dogmatismus ein. Sie haben keinerlei Vorurteile.\u201c<\/p>\n<p>Dieser Mangel an \u201eVorurteilen\u201c \u2013 die zu jener Zeit, jenseits jeder Betrachtung ethnischer Koh\u00e4renz, Intuitionen waren, die durch ein Minimum an Intelligenz gegeben waren \u2013 f\u00fchrte Blanqui zu teilweise peinlichen Resultaten. 1879, einige Jahre nachdem er gepoltert hatte, dass \u201eden unseligen Ansehen der Versammlungen mit Entscheidungsrecht eine Ende bereitet werden m\u00fcsse\u201c, versuchte er, ohne Erfolg, als Abgeordneter in Lyon gew\u00e4hlt zu werden. Um dieses lobenswerte insurrektionelle Projekt zu vollbringen, rief er die Hilfe seines Freundes Georges Cl\u00e9menceau an, damals ein radikaler republikanischer Abgeordneter, dem er schrieb: \u201eWerde im Abgeordnetenhaus der Mann der Zukunft, der Chef der Revolution. Dort wurde es seit 1830 nicht geschafft einen zu finden. Der Zufall macht Sie zu einem, lass diese Chance nicht ungenutzt.\u201c Nun, wie bekannt ist, machte Cl\u00e9menceau tats\u00e4chlich Karriere. Zuerst wurde er Senator, danach Innenminister und letztendlich zweimal Pr\u00e4sident des Rats. Durch seine blutr\u00fcnstige Unterdr\u00fcckung von Streiks und Revolten, die in mehreren proletarischen Blutb\u00e4dern kulminierten, durch seine erbarmungslose Jagd auf Subversive jeder Couleur und Tendenz, nicht zu sprechen von seiner Kriegssucht w\u00e4hrend des Ersten Weltkriegs, eroberte er den Zunamen \u201eerster Bulle von Frankreich.\u201c Es ist schwer zu sagen ob Blanqui sehr weitsichtig war, als er den zuk\u00fcnftigen Chef der Reaktion fragte, Chef der Revolution zu werden. Aber eigentlich ist es gar nicht so abwegig. Er hatte in Cl\u00e9menceau die F\u00e4higkeit eines politischen F\u00fchrers erkannt. Er konnte jedoch nicht verstehen, dass die Macht das Grab der Revolution ist.<\/p>\n<p>Deshalb haben wir keinen Grund den Kadaver dieses Generalanw\u00e4rters zu huldigen. Abgesehen vielleicht vom Slogan und diesem Buch, ruft seine Erinnerung Abscheu hervor. Abscheulich wie sein Streben nach gr\u00f6\u00dferer Staatsmacht, sein milit\u00e4rischer Stil, sein Kasernengeist, die Entschlossenheit seiner Camouflagetechniken (\u201eSeine Freunde waren davon \u00fcberzeugt, dass die Pers\u00f6nlichkeit, die in ihm dominierte, die eines General war\u201c, schrieb sein braver Freund Dommanget). Auf dass seine Bewunderer, alte oder neue F\u00fchrer der Partei des staatlichen Aufstands, sein Grab aufbrechen und voller Emotion dessen Ausd\u00fcnstungen einatmen. Bei den Erdst\u00f6\u00dfen heutzutage, wer wei\u00df, ob sie nicht zusammen mit ihrem Meister versch\u00fcttet werden \u2013 die Ewigkeit durch den Schlamm.<\/p>\n<p><em>\u00fcbernommen von <a href=\"http:\/\/unruhen.org\/?p=337\" target=\"_blank\">unruhen.org<\/a>, Originaltitel: <\/em>Blanqui o l\u2019insurrezione di Stato<em> &#8211; <a title=\"Blanqui o l'insurrezione di Stato\" href=\"http:\/\/finimondo.org\/node\/568\" target=\"_blank\">finimondo.org<\/a> \u2013 Dezember 2011<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Louis Auguste Blanqui (1805-1881) hat uns h\u00f6chstens einen Slogan und ein Buch hinterlassen. Ersteres, Ni Dieu, Ni Ma\u00eetre (Weder Gott noch Meister), wurde auch der Name einer Zeitschrift, die er im November 1880, einige Monate vor seinem Tod, gr\u00fcndete.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":7159,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[1],"tags":[92,194,492],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7158"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7158"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7158\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10500,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7158\/revisions\/10500"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7159"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7158"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7158"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7158"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}