{"id":7910,"date":"2012-10-29T11:15:05","date_gmt":"2012-10-29T10:15:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=7910"},"modified":"2012-10-31T11:39:55","modified_gmt":"2012-10-31T10:39:55","slug":"brief-von-tortuga-im-hausarrest-uber-sein-solidarisches-fasten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/brief-von-tortuga-im-hausarrest-uber-sein-solidarisches-fasten","title":{"rendered":"Brief von Tortuga im Hausarrest \u00fcber sein solidarisches Fasten"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/tortuga.jpg\" rel=\"lightbox[7910]\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright  wp-image-7532\" title=\"In Solidarit\u00e4t mit Luciano \u201cTortuga\u201d Pitronello\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/tortuga-250x198.jpg\" alt=\"In Solidarit\u00e4t mit Luciano \u201cTortuga\u201d Pitronello\" width=\"175\" height=\"139\" srcset=\"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/tortuga-250x198.jpg 250w, https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/tortuga.jpg 261w\" sizes=\"(max-width: 175px) 100vw, 175px\" \/><\/a><em>Der Anarchist <em><a title=\"In Solidarit\u00e4t mit Luciano \u201cTortuga\u201d Pitronello\" href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/tag\/luciano-pitronello-schuffeneger\" target=\"_blank\">Luciano \u201cTortuga\u201d Pitronello<\/a><\/em> wurde <a title=\"Anarchistischer Genosse schwer verletzt im Krankenhaus nach Explosion einer Bombe, Santiago, Chile\" href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/anarchistischer-genosse-schwer-verletzt-im-krankenhaus-nach-explosion-einer-bombe-santiago-chile\">am 1. Juni 2011 durch eine Bombe schwer verletzt<\/a>. Er war dabei die Bombe in einer Filiale der Santander Bank in Santiago, Chile, abzulegen, als diese hochging. <em>Am 7. August diesen Jahres wurde er aus dem Knast entlassen und am 15. August <a title=\"Chile: Luciano \u201cTortuga\u201d verurteilt\" href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/chile-luciano-tortuga-verurteilt\" target=\"_blank\">verurteilt<\/a>.<\/em><\/em><\/p>\n<p><em>\u00fcbernommen wurde dieser Text von <a href=\"https:\/\/aufruhrblog.wordpress.com\/2012\/10\/23\/brief-von-tortuga-im-hausarest-uber-sein-solidarisches-fasten\/\" target=\"_blank\">aufruhrblog.wordpress.com<\/a>, \u00fcbersetzt wurde er von <a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/tag\/marco-camenisch\" target=\"_blank\">Marco Carmenisch<\/a><\/em><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>Wenn das Feuer des Anarchismus<br \/>\nunsere Herzen n\u00e4hrt<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">(Wenn weder Grenzen noch Sprache noch Kn\u00e4ste uns trennen)<\/p>\n<p>Ich schreibe etwas hungrig, mit leerem Magen aber vollem Herzen, auch falls ich sicher w\u00e4re, ich w\u00fcrde meinen Streik niemals mit dem vergleichen, was andere GenossInnen wohl durchmachen. Heute 10. Sept. 2012, in Hausarrest, bereite ich mich auf ein solidarisches Fasten von 48 Stunden vor (10. und 11. Sept.), ich denke es ist auch, nat\u00fcrlich, wieso ich diesmal das Fasten als Kampfmittel gew\u00e4hlt habe.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nIch beginne mit der Erkl\u00e4rung, dass ich das einsame Fasten einfach darum gew\u00e4hlt habe, weil ich schon lange einige mir seit einiger Zeit im Kopf rumgeisternde Reflexionen \u00fcber einige repressiven Operationen aufschreiben wollte, die von den AnarchistInnen und Antiautorit\u00e4ren der ganzen Welt erlebt werden, und ich ergreife die M\u00f6glichkeit um mich mit <a title=\"Marco Camenisch befindet sich vom 20.8. bis 2.9. im Hungerstreik\" href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/marco-camenisch-befindet-sich-vom-20-8-bis-2-9-im-hungerstreik\" target=\"_blank\">GenossInnen im Hungerstreik<\/a> der <a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/tag\/operazione-ardire\" target=\"_blank\">Operation \u201eArdire\u201c<\/a> zu solidarisieren.<\/p>\n<p>Ich finde es kl\u00e4glich \u00fcber Themen, Meinungen und Reflektionen sich auszudr\u00fccken, die uns nicht direkt und priorit\u00e4r betreffen, darum habe ich entschieden wenn auch nur f\u00fcr einige Stunden den Hungerstreik der unterdr\u00fcckten GenossInnen zu teilen, sie so sp\u00fcren zu lassen, dass ich in jedem Moment bei ihnen bin, dass ihr Hungerstreik sich in meinem sch\u00fcchternen Herzen auswirkt und dass, da ich in Hausarrest bin, ich mich sehr gut informieren konnte was dort so alles abl\u00e4uft. Sie sollen wissen, dass ich mich in diesen Tagen, obwohl sehr minderheitlich, f\u00fcr sie im Agitationszustand befinde, dass ich von ihrem Hungerstreik rede und vor allem ihre Freiheit will.<\/p>\n<p>Ich habe mich f\u00fcr zwei Tage Fasten entschieden weil der 10. Dezember genau der letzte Hungerstreiktag des Genossen <a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/tag\/marco-camenisch\" target=\"_blank\">Marco Camenisch<\/a> (in der Schweiz eingesperrt), Sergio Maria Stefani, <a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/tag\/stefano-fosco\" target=\"_blank\">Stefano Gebriele Fosco<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/tag\/elisa-di-bernardo\" target=\"_blank\">Elisa di Berardo<\/a> (in Italien eingesperrt) ist, ich weiss nicht wirklich ob andere GenossInnen auch im Hungerstreik sind, auch sie gr\u00fcsse ich, aber wie schon gesagt, es handelt sich um GenossInnen, die im Zuge der tr\u00fcbseligen AnarchistInnenjagd unterdr\u00fcckt werden, die absurderweise \u201eOperation Ardire\u201c genannt wird, und die weiteren sieben GenossInnen in dieser Razzia miteinbezieht, die meiner Ansicht nach vor allem ein Rundumschlag, aber nicht blindlings, gegen die anarchistischen Absichten sein soll, die beginnen zum l\u00e4stigen Krebsgeschw\u00fcr f\u00fcr das System und seine Logik auf italienisch, schweizerisch und deutsch beherrschtem Gebiet zu werden.<\/p>\n<p>Ich finde es wichtig zu bemerkt, dass es im italienischen Staat eine bedeutende anarchistische\/antiautorit\u00e4re Bewegung gibt, und ich meine das nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ ist sie es nicht weniger, dass es in Deutschland und in der Schweiz zwei anerkannte Genossen hat, die trotz Jahren der Isolation imstande waren dem Kampf in den Gef\u00e4ngnissen und draussen beizutragen, was zu bemerken mir wichtig scheint, weil es nach meiner Beobachtung sicher ist, dass, wenn die \u201eOperation Ardire\u201c ein Angriff von Wahnsinnigen war, so doch \u00fcberhaupt nicht blindlings, sie haben die Verantwortlichen der Attentate, f\u00fcr welche die <a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/tag\/f-a-i-informell\" target=\"_blank\">FAI<\/a> die Verantwortung \u00fcbernommen haben nicht gefangen, sie haben Personen gefangen genommen, die mit dem ideologischen Gesichtspunkt \u00fcbereinstimmten (in den Augen der Beh\u00f6rden), und das verdient meiner Meinung nach wenn keine Debatte so doch eine minimale Analyse seitens der GenossInnen, nicht nur der unterdr\u00fcckten, sondern insgesamt, von allen Personen aus denen die anarchistische\/antiatorit\u00e4re Bewegung besteht, so diffus und gegens\u00e4tzlich diese Bewegung manchmal erscheinen mag, die auch internationalistisch ist. Jenseits der kleinen Differenzen, die wir in unseren Positionen haben m\u00f6gen, ist es \u00e4usserst wichtig zu verstehen, dass der banalste aller S\u00e4tze \u201ees k\u00f6nnte allen passieren\u201c wirklich wahr ist, aber hier m\u00f6chte ich ein wenig verweilen, denn ja wenn ich sage \u201eallen\u201c beziehe ich mich auf alle, die ein Leben gegen das System und seine Werte f\u00fchren, unabh\u00e4ngig von den Methoden, die sie einsetzen um sich ihm entgegenzustellen, ob es ein Gegeninfoblog oder eine Paketbombe gegen eine Botschaft sei, der soziale Krieg n\u00e4hrt sich von allem, denn wir d\u00fcrfen nicht hoffen das System nur mit Kugeln zu st\u00fcrzen, die illegalen Aktionen sind gut (vorausgesetzt sie beachten minimale revolution\u00e4re Voraussetzungen) aber sie m\u00fcssen notwendigerweise mit anderen Instanzen und Momente der Reflektion integriert sein, die unter GenossInnen geteilt werden m\u00fcssen, um uns zu lieben, um im Alltag die Spannung zu erhalten und um Unterschiede, Wertsch\u00e4tzungen und Kritiken hervorzuheben, um so Richtung eines individuellen und kollektiven Wachstums voranzuschreiten.<\/p>\n<p>Was ich hier alles sage erinnert mich sofort an die Hetze, die gegen 4 Genossen begonnen wurde, die effektiv in gleicher Art und Weise mit dem Profil \u00fcbereinstimmten, wonach die Beh\u00f6rden nach dem \u00dcberfall auf eine Bank am 18. Oktober 2007 suchten, wo im Stadtzentrum von Santiago, Chile, ein Polizist get\u00f6tet und ein weiterer verletzt wurde. Meiner Meinung nach ist es kein Zufall, dass sie versuchten <a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/tag\/juan-aliste\" target=\"_blank\">Juan Aliste Vega<\/a> mit der Person in Verbindung zu bringen, die auf die Bullen schoss, die versuchten die R\u00e4uber anzuhalten, es ist ja auch bekannt, dass Juan in den \u201990gern schon mal wegen einem Vergehen gegen einen Polizisten in Gefangenschaft war, Zufall? Niemals! Die Repressionspolitik versucht zu unterwerfen, wenn es mit Terror und Aktionslosigkeit (legal oder illegal ausgedr\u00fcckt) nicht funktioniert, dann durch Mobilit\u00e4tsentzug indem sie dich in den Knast werfen, dasselbe ist mit <a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/tag\/freddy-fuentevilla\" target=\"_blank\">Freddy Fuentevilla<\/a>, Carlos Gut\u00e9rrez und <a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/tag\/marcelo-villarroel\" target=\"_blank\">Marcelo Villaroel<\/a> geschehen, Genossen mit einem anerkannten antikapitalistischen politischen Leben, und dann fragt man sich, warum es GenossInnen gibt, denen in Italien, der Schweiz und in Deutschland der Prozess gemacht wird? Weil sie ein Profil haben? Und wenn dem so ist, was sollte unsere Position gegen\u00fcber dieser Tatsache sein?<\/p>\n<p>Ein weiterer \u00e4hnlich gelagerter Fall ist die Operation \u201eSalamandra\u201c, wo besetzte H\u00e4user und autonome R\u00e4ume durchsucht und ger\u00e4umt wurden, wo viele GenossInnen Gewaltt\u00e4tigkeiten erleiden mussten, wo 14 anarchistischen und antiautorit\u00e4ren GenossInnen wegen \u201eunerlaubten terroristische Vereinigung\u201c, der Legung von mehr als zwanzig Bomben an verschiedenen Punkten der Hauptstadt von Chile und wegen Finanzierung terroristischer Praxis prozessiert wurden, die feige angezeigt, angeklagt, gefangen genommen und einem absurden und schlimmen Prozess unterzogen wurden, dessen Ziel bloss diese GenossInnen aus dem Kampf zu eliminieren war, aber dazu auch noch eine dichte Schleimspur der Angst und der Panik zu legen, gegen die Er\u00f6ffnung und Betreibung eines Freiraums gegen jenem, der von der Herrschaft auferlegt wird, gegen die Kn\u00fcpfung von Beziehungen mit Menschen, die dem System bekannt und von ihm fichiert sind, oder noch schlimmer, um die Leute dazu zu bringen den gleichen Diskurs zu f\u00fchren wie der Feind um die Repression zu rechtfertigen, folglich enth\u00fcllt an diesem Punkt die Repressionswelle zwischen den Zeilen einiges. Es wird nicht versucht die AutorInnen der Bomben, der Bank\u00fcberf\u00e4lle oder die GenossInnen gefangen zu nehmen, welche die Attentate der FAI durchgef\u00fchrt haben, dazu ist diese Praxis bloss der propagandistische und aufzuzeigen,dass wenn du einen bestimmten Lebensstiel annimmst, du ins Visier der Polizei, der Presse, der B\u00fcrger im Dienste der Macht geraten wirst, aber dass, wenn du dich f\u00fcr ein normales Leben entscheidest, du unbel\u00e4stigt rumlaufen kannst. Unbel\u00e4stigt? Unbel\u00e4stigt wovon? Dass sie dich jeden Tag mit einer Scheissroutine erdr\u00fccken, welche dir die Kraft nehmen wird um ein Leben zu fristen, das wert ist gelebt zu werden? Wenn das f\u00fcr einige in Ruhe Leben heisst, dann lebe ich in aller Dummheit lieber ein libert\u00e4res Leben. Die Operation \u201eSalamadra\u201c, die Operation \u201eArdire\u201c oder die Anklagen gegen die Fl\u00fcchtigen des \u201eFalles Security\u201c unterscheiden sich in nichts, es gibt vielleicht Unterschiede in der Vorgehensweise des Feindes, der in einigen f\u00e4llen Menschen anzeigt, die gewisse R\u00e4ume frequentieren, und andere die vom Inneren der Gef\u00e4ngnisse kommunizieren und ihre Wertsch\u00e4tzung in der Form von Erkl\u00e4rungen und Briefen ausdr\u00fccken, oder noch andere die schlicht durch ihre subversive Vergangenheit belastet sind. In allen F\u00e4llen ist der gemeinsame Faktor, dass sie f\u00fcr die dringliche Notwendigkeit des Kampfes stehen, diese unbeugsame Energie, die gegen die Ungerechtigkeiten str\u00f6mt, und dieser Wille, von dem ich spreche, den empfinden wir viele, sehr viele Menschen, und dann m\u00fcssen wir begreifen, dass es gestern einige HausbesetzerInnen und GenossInnen mit k\u00e4mpferischem Vorleben in Chile waren, heute sind es einige anerkannte sich im Krieg gegen die Autorit\u00e4t befindenden Blogs und Individuen in Italien, der Schweiz und in Deutschland, aber morgen k\u00f6nnen es alle und \u00fcberall sein, wir sehen es in Bolivien mit dem Genossen Henry Zegarrundo und der Genossin Mayron Guti\u00e9res, die des Terrorismus angeklagt und wegen der absurden Kollaboration infamer Wesen im Knast sind, wir sehen es in Griechenland mit dem Fall des Genossen Tasos Theofilou, der verhaftet wurde weil er Anarchist ist, das ist sein Verbrechen, wir sehen es paradoxerweise und wiederholt in Italien wo es mehr als vier Operationen gegen den sozialen Dissens gegeben hat, also liebe GenossInnen, ich glaube er ist auf Terror aus, um uns glauben zu machen, dass, wenn du einen besetzten Raum ins Leben rufst, die Repression dich treffen wird, dass, wenn du auf Briefe antwortest, sie dich als Leader einer bewaffneten Gruppe sein wirst, dass, wenn du von den \u00dcbeln dieser Scheisswelt sprechen wirst, dich die Polizeikollaborateure den Antiautorit\u00e4ten auf dem Silbertablett servieren werden, dass, wenn du dich mit dieser oder jeder Person solidarisieren wirst, sie von Konspirationsnetzwerken sprechen werden, folglich meinen sie uns durch die Angst zu l\u00e4hmen.<\/p>\n<p>Vielleicht haben schon viele diese \u00dcberlegungen gemacht, aber ich habe die Angst gesehen und gesp\u00fcrt, kurz nach der Gefangennahme verschiedener Personen wegen dem \u201e<a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/tag\/bombs-case\" target=\"_blank\">caso bombas<\/a>\u201c, die v\u00f6llig zu diesen Schlussfolgerungen f\u00e4higen GenossInnen zogen es vor ein Konzert oder eine Initiative in einem Park durchzuf\u00fchren anstatt in einem der wenigen \u00fcbriggeblieben besetzten R\u00e4umen, Gr\u00fcnde zum Selbstbetrug finden sich immer, was sicher ist, ist dass wenigstens in Chile am 14. August der Macht ihr Auftrag zuzuschlagen (bis zu einem gewissen Punkt) gelungen ist, und ich glaube, dass das was die Macht w\u00fcnscht bloss ein Akt des Verrates ist, mindestens ein Akt der Freiheit, wollen sie uns isolieren? Na, dann ist meine Antwort bloss: mir scheissegal! Ich werde den Gefangenen schreiben denen ich will. Sie wollen keine R\u00e4ume der Rebellion in ihren monotonen St\u00e4dten? Wir werden noch mehr besetzen. Sie wollen Gegeninfoblogs unterdr\u00fccken? Wir werden wenn n\u00f6tig das Internet hacken, das denke ich sollte die Antwort nach repressiven Schl\u00e4gen sein, indem wir uns mit den Unterdr\u00fcckten solidarisieren und unsere Rufe der Freiheit in alle Windrichtungen erschallen lassen. Ich denke es ist wichtig diese Reflektionen Einsch\u00e4tzungen \u00fcber die uns betreffenden internationalen Repressionsschl\u00e4ge zu teilen, um damit der Internationalen Revolution\u00e4ren Front (FRI) mehr als nur einen gef\u00fchlsm\u00e4ssigen und tief empfundenen herzlichen Impuls zu verleihen, aber auch eine analytische Kraft gegen eine Realit\u00e4t, die uns ganz offensichtlich bedroht, n\u00e4mlich die Repression in ihren verschiedenen Dimensionen und Blickwinkeln.<\/p>\n<p>Wir werden aus dem denken\/teilen bestimmter Reflektionen oder Analysen keine Vorteile ziehen wenn wir sie danach nicht verinnerlichen, notwendig ist aus unserem Diskurs eine Praxis, ein rebellisches Denken, ein rebellisches Sein zu machen!<\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck ist es in diesen Landen m\u00f6glich die Sicherheit um in ein besetztes\/autonomes Sozialzentrum zu gehen nach und nach wieder zu gewinnen, um Diskussionen mit polizeilich eingetragenen Menschen zu f\u00fchren, oder um irgend ein antagonistisches Projekt anzureissen, aber ich fahre fort zu denken, dass der zu beschreitende Weg noch lange ist, und es scheint mir seltsam, dass die Idee der Er\u00f6ffnung einer Bibliothek in einem \u00f6ffentlichen Raum schon fast Wahnsinn ist, oder ich schon fast absurderweise glauben muss die Repression w\u00fcrde gegen mich zuschlagen falls ich mich zu bestimmten Personen verhalte, und ich so tief fallen k\u00f6nnte jene anzuzeigen, die das Stigma tragen f\u00fcr zuk\u00fcnftige Verhaftungen verantwortlich zu sein, sogar.<\/p>\n<p>Ich habe den 11. September um zu Fasten auch deshalb gew\u00e4hlt weil ich glaube es ist wichtig f\u00fcr eine starke Erinnerung zu k\u00e4mpfen, eine die nicht vergisst, die nicht vergibt, die nicht verhandelt, denn am 11. September vor 39 Jahren begann einer der grausamsten Epochen der Diktatur in Lateinamerika, mit dem Inquisitor Augusto Pinochet als Chef einer unerbittlichen Milit\u00e4rmaschine im Dienste der Reichen, wir d\u00fcrfen alle jene nicht vergessen, die von der Diktatur get\u00f6tet wurden, wir d\u00fcrfen die verschwundenen Gefangenen (zugunsten welchem Regime auch immer, ob es nun Diktatur oder Demokratie genannt wird) nicht vergessen, wir d\u00fcrfen nicht vergessen, dass wegen diesen Geschehnissen auch heute viele erneut ihre Stimme erheben.<\/p>\n<p>Ich habe dieses Fest gew\u00e4hlt weil ich nicht umhin kann daran zu erinnern, dass es ebenfalls ein 11. September war, 1998, als die anarchistische Genossin Claudia L\u00f3pez von einer mutigen Figur in der Uniform der Karabinieri Chiles im Stadtteil La Pincoya von hinten erschossen wurde, jetzt w\u00e4re Claudia vielleicht mit uns, w\u00e4re eine jener Genossinnen mit grosser Erfahrung im minderheitlichen Kampf und auf der Strasse, wir erinnern daran, dass sie in den Auseinandersetzungen zwischen Polizei und den \u201eVermummten\u201c im sogenannten \u201eCord\u00f3n Macul\u201c dabei war, das war Claudia, eine Genossin, die sich auf die Tanzfl\u00e4che und die Barrikaden st\u00fcrzte, und die verfluchten Bastarde im Dienste der Macht haben sie uns f\u00fcr immer genommen, darum, aus der Frustration heraus dass ich wegen einem Elenden der sie ermordet hat nichts mit ihr habe teilen k\u00f6nnen, darum werde ich am 11. September fasten.<\/p>\n<p>Ich habe den 11. September gew\u00e4hlt weil an diesem Tag der Justizprozess gegen einen verletzten Anarchisten in Mexiko beginnen wird, gegen einen Genossen der Aktion, dem eine Brandbombe zu fr\u00fch explodiert ist, in einem \u00e4hnlichen Unfall wie bei mir, Mario Lopez, Bruder: ich bin bei dir, sei stark!<\/p>\n<p>Diese Worte sind von einer besonderen Widmung f\u00fcr alle genannten GenossInnen begleitet, den unterdr\u00fcckten GenossInnen in Italien, der Schweiz und in Deutschland der <a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/tag\/operazione-ardire\" target=\"_blank\">Operation \u201eArdire\u201c<\/a>, der <a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/tag\/operazione-mangiafuoco\" target=\"_blank\">Operation \u201eMangiafuoco\u201c<\/a>, der <a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/tag\/operazione-ixodidea\" target=\"_blank\">Operation \u201eOxididae\u201c<\/a> und \u201eThor\u201c, allen anderen in Italien unterdr\u00fcckten GenossInnen, allen in der Operation \u201eSalamandra\u201c und im \u201eFall Security\u201c in Chile angeklagten GenossInnen und mit grosser Herzlichkeit dem anarchistischen Genossen <a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/tag\/mario-antonio-lopez-fernandez\" target=\"_blank\">Mario Lopez<\/a>, in Mexiko verhaftet.<\/p>\n<p>In Gedenken auch an alle K\u00e4mpferInnen, die im Kampf gegen die Diktatur von Pinochet und jener der folgenden Demokratie gefallen sind, vor allem zu Ehren von Claudia Lopez.<\/p>\n<p>Ich ergreife diese Gelegenheit auch um allen Menschen zu danken, die mich in dieser harten und schwierigen Etappe meines Lebens begleitet haben, materiell oder nicht ist nicht wichtig, sie wissen was ich meine, aber ich bin ihnen sehr dankbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>F\u00fcr mich geht der Kampf drinnen und draussen weiter!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Keine Minute des Schweigens!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Ein ganzes Leben im Kampf!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Schwarzer September!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Luciano Pitronello Sch.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Insurrektionalistischer Politischer Ex-Gefangener<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Anarchist Luciano \u201cTortuga\u201d Pitronello wurde am 1. 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