{"id":8109,"date":"2012-12-11T19:30:49","date_gmt":"2012-12-11T18:30:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=8109"},"modified":"2012-12-11T19:30:49","modified_gmt":"2012-12-11T18:30:49","slug":"berichte-vom-10-und-11-prozesstag-gegen-sonja-suder-und-christian-gauger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/berichte-vom-10-und-11-prozesstag-gegen-sonja-suder-und-christian-gauger","title":{"rendered":"Berichte vom 10. und 11. Prozesstag gegen Sonja Suder und Christian Gauger"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Protest-beim7.-Prozesstag-gegen-Sonja-und-Christian.png\" rel=\"lightbox[8109]\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright\" title=\"Beim Prozesstag am 2.11.2012 protestierten Besucher*innen gegen die Verlesung von Dokumenten ehemaliger Richter \u00fcber die Behandlung und Verh\u00f6rsituation von Herrmann Feiling. Die offenkundige Misshandlung des schwerletzten Hermann Feiling wird darin verharmlost und gerechtfertigt. Mit Transparenten im Gerichtssaal und drau\u00dfen wurde auf die Komplizenschaft des Gerichts mit Folterpraktiken hingewiesen.\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Protest-beim7.-Prozesstag-gegen-Sonja-und-Christian-250x187.png\" alt=\"\" width=\"175\" height=\"131\" \/><\/a><em>Von der <a href=\"http:\/\/www.verdammtlangquer.org\/\" target=\"_blank\">Soliwebseite<\/a> f\u00fcr <a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/tag\/sonja-suder\" target=\"_blank\">Sonja Suder<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/tag\/christian-gauger\" target=\"_blank\">Christian Gauger<\/a> \u00fcbernehmen wir die Berichte vom 10. und 11. Prozesstag am 4. und 7. Dezember. Die <a href=\"http:\/\/www.verdammtlangquer.org\/2012\/09\/samtliche-prozesstermine-bis-november\/\" target=\"_blank\">weiteren Prozesstermine<\/a> sind auf der Soliseite einsehbar.<\/em><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Richterin sammelt selbst Beweise &#8211; Prozessbericht 4.12.<\/h3>\n<p>Zu Beginn des heutigen Verhandlungstages gab Richterin Stock die Ablehnung des Widerspruchs der Anw\u00e4lte gegen die Fortsetzung der Verlesung von Richter Kuhns Aussage bekannt. In der dazugeh\u00f6rigen Begr\u00fcndung erkl\u00e4rte sie, dass sie die Verwertbarkeit der Aussage als gegeben s\u00e4he. Auch s\u00e4he sie keine Notwendigkeit, eine vollst\u00e4ndige Akteneinsicht bezogen auf die Aussage von Kuhn zu gew\u00e4hren (Antrag der Anw\u00e4ltInnen abgelehnt).<!--more--><\/p>\n<p>Ein daraufhin gestellter Antrag der Verteidigung auf <em>rechtliches<\/em> <em> Geh\u00f6r<\/em> und damit noch mal auf die Hinzuziehung der gesamten Akte um den Vernehmungshintergrund von Hermann deutlich zu machen, wurde nach 10-min\u00fctiger Beratung vom Gericht abgelehnt.<\/p>\n<p>Es wurde weiter aus der Akte Kuhn vorgelesen und die Anw\u00e4lte stellten anschlie\u00dfend mehrere Beweisantr\u00e4ge. Die Beweisantr\u00e4ge bezogen sich alle auf die gesundheitlich sehr schlechte Verfassung von Hermann zum Zeitpunkt seiner \u201cAussagen\u201d im Juni 1978 und mit welcher Ignoranz und Verfolgungswillen von Seiten der Justiz mit Hermann umgegangen wurde.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus wurde noch ein weiterer Antrag eingereicht, in dem darauf hingewiesen wurde, dass der bisherige medizinische Sachverst\u00e4ndige, der in einem vom Gericht in Auftrag gegebenen Gutachten die damalige Vernehmungsf\u00e4higkeit von Hermann feststellte, nicht \u00fcber die n\u00f6tigen Qualifikationen verf\u00fcgen w\u00fcrde. Stattdessen wurde der Antrag auf ein neues Gutachten von einem daf\u00fcr ausreichend qualifizierten Traumaspezialisten gestellt. Daf\u00fcr wurde Prof. Dr. Seibner von der Uni Heidelberg vorgeschlagen. \u00dcber die Antr\u00e4ge soll bis zum n\u00e4chsten Verhandlungstag entschieden werden.<\/p>\n<p>Im Anschluss an die Antr\u00e4ge der Verteidigung wurden vom Gericht drei Bekennerschreiben der RZ verlesen:<br \/>\n1. Zu den Waffenlieferungen von MAN an das damalige Apartheidsregime in S\u00fcdafrika<br \/>\n2. Zur KSG Becker AG \u2013 Zulieferer von Kernkraftwerken<br \/>\n3. Zu Sanierungspolitik und dem Brand im Heidelberger Schloss<\/p>\n<p>Nach einer l\u00e4ngeren Pause wurde vom Gericht noch ein Lebenslauf von Christian verlesen. Diesen hatte er 1967 f\u00fcr die nachtr\u00e4gliche Verweigerung des Kriegsdienstes verfasst. Verschiedene bekannte Wohnsitze von Christian bis 1978 wurden aufgez\u00e4hlt sowie auch seine engeren Verwandten zu diesem Zeitpunkt und ein Vermerk von 1985. Als die Richterin einen Artikel aus der WOZ mit einem vermeintlichen Interview mit Sonja und Christian verlesen wollte, verwiesen die Anw\u00e4lte darauf, dass dieser nicht als Beweis zugelassen werden solle, da die Richtigkeit des Inhalts nicht gew\u00e4hrleistet und die Quelle nicht klar sei. Auch der daraufhin gestellte Antrag der Anw\u00e4lte wurde von der Richterin abgelehnt und der Artikel von ihr verlesen. Auf die Frage hin, wie dieser Artikel zu den Akten gekommen sei und woher er stamme, erkl\u00e4rte die Richterin ungehalten, dass sie ihn selber im Internet gefunden und zu den Akten genommen h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Den Abschluss dieses Verhandlungstages bildeten verschiedene Berichte \u00fcber den Brand im Heidelberger Schloss. Dabei standen im Vordergrund, wie der Brand entdeckt und gel\u00f6scht wurde, der Brandschaden und welche Materialien wohl f\u00fcr den Brand verantwortlich waren und wo er ausgebrochen sei. Dazu soll es beim n\u00e4chsten Verhandlungstag auch Fotos geben.<\/p>\n<hr \/>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u201cDaran kann ich mich nicht erinnern\u201d &#8211; Prozessbericht 7.12.<\/h3>\n<div>\n<p>Mit Prozessbeginn beantragte die Verteidigung das Gutachten einer Fachfrau f\u00fcr Traumatologie zu verlesen, das sich mit der psychischen Situation von Hermann F. im Jahre 1978 befasst. Ausf\u00fchrlich und kompetent erkl\u00e4rt die Traumatologin, die Notwendigkeit einer pers\u00f6nlichen Untersuchung und Begutachtung von Hermann F. durch einen erfahrenen Traumatologen, der von der Verteidigung schon vor Wochen beantragt worden war. Bisher hatte sich das Gericht geweigert, diese Begutachtung vornehmen zu lassen, weil es offensichtlich bef\u00fcrchtet, dass dann die Verh\u00f6re von Hermann F. im Jahre 1978 nicht mehr verwertet werden k\u00f6nnen. Wir k\u00f6nnen gespannt sei, welche Begr\u00fcndung das Gericht nun erfindet, um zu verhindern, dass kompetente Sachverst\u00e4ndige sich mit der unmenschlichen Behandlung von Hermann. F. befassen.<\/p>\n<p>Des Weiteren wurde ein Antrag auf Kenntlichmachung der Gerichtseigenen Recherche gestellt, da die Richterin einen Zeitungsartikel auf eigene Faust, der Prozessakte beigelegt hatte. Dar\u00fcber hinaus gab es einen weiteren Antrag an die Staatsanwaltschaft. Diese m\u00f6ge die zuk\u00fcnftig verwendeten Beweismittel und deren Umfang, sowie den Zeitpunkt ihrer Anwendung vor Gericht, der Akte beilegen.<\/p>\n<p>Nach einer kurzen Pause wurde der Zeuge Paul Clemens, ein ehemaliger BKAler in Rente vorgeladen. Dieser wurde von der Bundesanwaltschaft ab M\u00e4rz 1979 mit der Zusammenfassung der Akten im Fall RZ beauftragt. Clemens sollte Aussagen zu den Lebensl\u00e4ufen von Sonja und Christian machen, obwohl er laut eigener Aussage bis 1979 \u201cnur\u201d die Akten zusammenfasste und keine weiteren Ermittlungen f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem konnte er sich weder an die Lebensl\u00e4ufe noch an anderen Inhalt aus der Akte erinnern. Seine einzigen Erinnerungen beruhen, nur auf Akten, die er vorher von der Staatsanwaltschaft zugespielt bekam. Dieser Vorgang sowie die andauernden Suggestivfragen der Richterin und vor allem der Staatsanw\u00e4ltin, verweisen deutlich auf eine der Staatsr\u00e4son hinausgehende Motivation. Weiterhin wurde dieses Interesse, seitens der Staatsanwaltschaft, deutlich an der Verweigerung der Entlassung des Zeugens Clemens, um ihn ggf. zu weiteren Ermittlungen und Vernehmungen, an die er sich<br \/>\nnicht erinnert, zu befragen. Trotz zahlreicher Beanstandungen der<br \/>\nVerteidigung auf Glaubw\u00fcrdigkeit des Zeugens und seiner eigenen Angabe, nichts mehr zu wissen, wurde der Zeuge noch nicht komplett entlassen. Wir werden ihn wohl noch mal zu Gesicht bekommen. Die Vernehmung wurde von der 1-st\u00fcndigen Pause zwischenzeitig unterbrochen. Nachdem der Zeuge vorerst entlassen wurde, nahm die Staatsanwaltschaft Stellung zu den anfangs verlesenen Antr\u00e4gen der Verteidigung. Nachdem der Zeuge vorerst entlassen worden ist, nahm die Staatsanwaltschaft Stellung zu den anfangs verlesenen Antr\u00e4gen der Verteidigung. Anschlie\u00dfend wies die Verteidigung nochmals auf die Maximalzeit des Verhandlungstages hin, da die Zeit bereits \u00fcberschritten war. F\u00fcr den n\u00e4chsten Prozesstermin am Dienstag den 11.12.2012 sollte KHK Schmidt in den Zeugenstand gerufen werden. Aber die Staatsanwaltschaft wies daraufhin, dass dieser bereits verstorben sei und somit selbstverst\u00e4ndlich nicht erscheinen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Die Stimmung bei uns und vor allem bei Sonja und Christian schien recht gut, obwohl sich, wie immer, auch 2 Zivis unter das Publikum mischten.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von der Soliwebseite f\u00fcr Sonja Suder und Christian Gauger \u00fcbernehmen wir die Berichte vom 10. und 11. Prozesstag am 4. und 7. Dezember. Die weiteren Prozesstermine sind auf der Soliseite einsehbar. Richterin sammelt selbst Beweise &#8211; Prozessbericht 4.12. 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