{"id":838,"date":"2009-07-21T00:42:05","date_gmt":"2009-07-20T22:42:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=838"},"modified":"2011-04-09T18:13:07","modified_gmt":"2011-04-09T17:13:07","slug":"thodoris-iliopoulos-im-hungerstreik-in-griechenland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/thodoris-iliopoulos-im-hungerstreik-in-griechenland","title":{"rendered":"Thodoris Iliopoulos im Hungerstreik in Griechenland"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/herausschreien-250x249.jpg\" alt=\"herausschreien\" title=\"herausschreien\" width=\"250\" height=\"249\" class=\"alignleft size-medium wp-image-845\" \/><em>Wie es sein sollte, der Dezemberaufstand gebar und entfaltete Gedanken, erschuf und beendete Beziehungen, zerst\u00f6rte Konsumg\u00fcter, verdammte und d\u00e4mmte dominante Strukturen ein. Dieser Weg, wenngleich hoffnungsvoll und erfrischend, hat seinen Preis. Denen, der der Atem genommen und deren Augen durch Chemikalien verbrannt wurden, die Tausenden, die verhaftet wurden, die Hunderten, die inhaftiert wurden, die unbekannte Zahl von \u201eeinfach verschwundenen\u201c MigrantInnen, sind diejenigen, die nun diesen Preis tragen zu tragen haben.<\/p>\n<p>Thodoris Iliopoulos ist ein Anarchist und der letzte Gefangene des Aufstands im Dezember in Griechenland, der in Untersuchungshaft sitzt. Nach sieben Monaten k\u00e4mpft er immer noch mit der Rache des Staates und seiner Institutionen. Am 10. Juli 2009 ist er in einen Hungerstreik getreten. Verhaftet wurde er am 18. Dezember 2008 in der Akadimias-Strasse in Athen w\u00e4hrend einer gro\u00dfen Aktion der Riotcops in Folge des Aufstands.<br \/>\nSeit dem 22. Dezember befindet er sich im Knast Korydalos, aufgrund der Anschuldigung drei Verbrechen begangen zu haben, f\u00fcr die es aber nur ZeugInnen auf Seiten der Bullen gibt. Thodoris weist alle Anschuldigungen gegen sich zur\u00fcck und hat eine Kampagne initiiert, welche seine Unschuld beweisen soll. Am 8. Juli wurde sein Antrag auf Entlassung bis zum Prozess von einer h\u00f6heren justiziellen Instanz abgewiesen, da er ein Anarchist sei und deswegen die Demokratie verletzt h\u00e4tte und weiterhin eine Gefahr f\u00fcr die \u00f6ffentliche Ordnung darstellen w\u00fcrde. Gleichzeitig wurden sechs weitere Monate Untersuchungshaft angeordnet, daraufhin entschied er sich in den Hungerstreik zu treten.<\/em> <!--more--><br \/>\n<em>In Solidarit\u00e4t mit Thodoris trat der Gefangene Nicos Tsouvalakis ebenfalls in einen Hungerstreik, um die Freilassung von Thodoris zu fordern und im Protest gegen die entmenschlichenden Bedingungen im Knast. Zus\u00e4tzlich erkl\u00e4rten die Inhaftierten im Fl\u00fcgel Eins des Knastes Korydalos, dass sie von Montag, 13. Juli an das Essen, welches der Knast ausgibt, verweigert wollen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Ein Brief vom Thodoros aus dem Knast vom 9. Juli<\/strong><\/p>\n<p>Heute, 9. Juli 2009<\/p>\n<p>Am 8. Juli, nach sechseinhalb Monaten im Knast, wo ich gelandet bin nach den Vorf\u00e4llen im Dezember, beschuldigt f\u00fcr Dinge, die ich nie gemacht habe, hat das Gericht f\u00fcr mindere Delikte die Ausweitung meiner Untersuchungshaft bestimmt.<\/p>\n<p>Das ist die einzigste Gerichtsentscheidung, welche die Ausweitung einer Inhaftierung f\u00fcr die Ereignisse von Dezember, angeordnet hat. Zu einem Zeitpunkt, wo jede andere Person, die sich in Untersuchungshaft aufgrund des Dezemberaufstands befand (mit den gleichen oder anderen Anschuldigungen), bereits entlassen wurde.<\/p>\n<p>Die Entscheidung offenbart pers\u00f6nliche Befangenheit und Hass mir gegen\u00fcber. Gef\u00fchle, die sich nicht rechtfertigen oder erkl\u00e4ren lassen und eine Entscheidung, die voreingenommen, unfair und automatisch illegal ist, so wie jede Inhaftierung.<\/p>\n<p>Konfrontiert mit dem Hass gegen mich, gegen das unfaire Urteil, das ich absitzen muss in jedem Fall, gegen die dickk\u00f6pfige Weigerung der RichterInnen und Staatsanwaltschaft die wahren Fakten und die Wahrheit in meinem Fall zu sehen, gegen die offensichtliche und beispiellose Vorurteilhaftigkeit, habe ich keine andere Waffe, um zu k\u00e4mpfen, als mit meinem K\u00f6rper. <\/p>\n<p>Ich werde in den Hungerstreik treten. Dies ist das einzigste Mittel, welches mir als Gefangener bleibt, um die Wahrheit herauszuschreien und die Ungerechtigkeit und Voreingenommenheit der Mechanismen der \u201eGerechtigkeit\u201c zu denunzieren. Um die Willk\u00fcr und die Gewalt der blinden \u201eJustiz\u201c und ihrer eben so blinden DienerInnen blo\u00dfzustellen.<\/p>\n<p>Ab Freitag, 10. Juli, werde ich keine Nahrung zu mir nehmen und der Knastleitung eine Hungerstreikerkl\u00e4rung zukommen lassen.<\/p>\n<p>Diejenigen, die die Ereignisse vom Dezember erlebt haben, diejenigen, die die Gewalt dieser Mechanismen erfahren haben, diejenigen, die die H\u00e4rte der Knastzellen erlebt haben \u2013 mit oder ohne Gef\u00e4ngnisstrafe \u2013 diejenigen, die wissen, dass der einzigsten Weg zur Freiheit der Widerstand ist, diejenigen, die auf die juristische Willk\u00fcr und dessen Horror reagieren, sind diejenigen, die mich verstehen und an meiner Seite stehen werden. <\/p>\n<p>Ich danke diesen im Voraus.<br \/>\nThodoris Iliopoulos<br \/>\nKorydalos Prison, Athens <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie es sein sollte, der Dezemberaufstand gebar und entfaltete Gedanken, erschuf und beendete Beziehungen, zerst\u00f6rte Konsumg\u00fcter, verdammte und d\u00e4mmte dominante Strukturen ein. Dieser Weg, wenngleich hoffnungsvoll und erfrischend, hat seinen Preis. 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