{"id":8386,"date":"2013-01-12T18:44:13","date_gmt":"2013-01-12T17:44:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=8386"},"modified":"2014-12-19T20:14:39","modified_gmt":"2014-12-19T19:14:39","slug":"fuer-die-schliesung-des-gefaengnisses-in-valledupar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/fuer-die-schliesung-des-gefaengnisses-in-valledupar","title":{"rendered":"F\u00fcr die Schlie\u00dfung des Gef\u00e4ngnisses in Valledupar"},"content":{"rendered":"<p><em><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Gef\u00e4ngnis-in-Valledupar-Kolumbien-.jpg\" rel=\"lightbox[8386]\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright  wp-image-8387\" title=\"Gef\u00e4ngnis in Valledupar - Kolumbien\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Gef\u00e4ngnis-in-Valledupar-Kolumbien--250x250.jpg\" alt=\"Gef\u00e4ngnis in Valledupar - Kolumbien\" width=\"158\" height=\"158\" srcset=\"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Gef\u00e4ngnis-in-Valledupar-Kolumbien--250x250.jpg 250w, https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Gef\u00e4ngnis-in-Valledupar-Kolumbien--160x160.jpg 160w, https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Gef\u00e4ngnis-in-Valledupar-Kolumbien-.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 158px) 100vw, 158px\" \/><\/a>\u00fcbernommen von www.kolumbieninfo.blogspot.de<\/em><\/p>\n<p><em><span class=\"dropcap\">I<\/span>m Folgenden stellen wir als exemplarisches Beispiel der kolumbianischen Solidarit\u00e4ts- und Aufkl\u00e4rungsarbeit zur Situation in den Gef\u00e4ngnissen Kolumbiens einen Bericht aus dem Gef\u00e4ngnis in Valledupar\/Cesar vor. Schon seit Jahren wird von politischen und sozialen Bewegungen die Schlie\u00dfung des Gef\u00e4ngnisses in Valledupar gefordert. Tausende Politische Gefangene und Kriegsgefangene im ganzen Land, darunter \u00fcber 850 die der FARC-EP angeh\u00f6ren, zeugen von einem repressiven System, in der der politische und soziale Protest kriminalisiert wird.<\/em><\/p>\n<p>Er\u00f6ffnet im Jahre 2000, ist das Gef\u00e4ngnis Tramacua in Valledupar eines der ersten seiner Art, die im Rahmen des Plan Colombia und mit Hilfe der USA. Seit der Er\u00f6ffnung gilt es als eines derjenigen, die eine neue \u201e\u00c4ra\u201c im Strafvollzug eingeleitet haben. Dazu geh\u00f6rt die spezielle \u00dcberwachung und Verwahrung der Insassen, die mit systematischen\u00a0 Menschenrechtsverletzungen, Folter, unmenschlichen und erniedrigenden Ma\u00dfnahmen gegen die Insassen, Beschr\u00e4nkung der internen Mobilit\u00e4t, ungerechtfertigte Isolierungsma\u00dfnahmen der Gefangenen und die Einschr\u00e4nkung zu Kommunikationsm\u00f6glichkeiten, Wasser, Gesundheitsversorgung und Sanit\u00e4ranlagen. Hinzu kommen Verletzungen der Aufsichtsfunktionen und die Verhinderung von besuchen von humanit\u00e4ren Kommissionen durch die Nationale Beh\u00f6rde der Vollzugsanstalten, INPEC (Instituto Nacional Penitenciario y Carcelario).<\/p>\n<div>Tramacua entstand als ein Hochsicherheitsgef\u00e4ngnis f\u00fcr besonders schwere Straftaten und als besonders gef\u00e4hrlich geltende Gefangene. Im Jahr 2003 wurde das Gef\u00e4ngnis jedoch sowohl f\u00fcr den Hochsicherheitsbereich, als auch f\u00fcr den mittleren Sicherheitsbereich verwendet. Im Jahr 2005 verwendete man einen Trakt f\u00fcr Frauen. Schnell wurde klar, dass wesentlich mehr Gefangene in der Einrichtung untergebracht wurden, als f\u00fcr den Bau urspr\u00fcnglich gedacht war. Aktuell befinden sich rund 1600 Gefangene in neun verschiedenen Bauten, jeder mit f\u00fcnf Stockwerken ausgestattet. Das erste Stockwerk gilt als offener Hof, die vier weiteren Stockwerke bestehen aus Zellen. Bis M\u00e4rz 2010 wurde das neunte Geb\u00e4ude f\u00fcr die Frauen benutzt, aber nach verschiedenen Kampagnen kolumbianischer und internationaler Nichtregierungsorganisationen wegen Menschenrechtsverst\u00f6\u00dfen wurde die Inhaftierung von Frauen beendet.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Das Gef\u00e4ngnis Tramacua befindet sich mehrere Kilometer au\u00dferhalb der Stadt Valledupar in der N\u00e4he der Gemeinde La Mesa. Hier ist l\u00e4ndliches Gebiet, es gibt keine Infrastruktur und keine Verbindung mit den \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln. Da sich die Stadt Valledupar im Norden Kolumbiens befindet, ist das Klima hei\u00df mit Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius. Bei diesen Temperaturen sind der Gebrauch von Ventilatoren bzw. Klimaanlagen und Wasser eigentlich normal, aber im Gef\u00e4ngnis gibt es dies nicht und der Zugang zu Wasser ist stark eingeschr\u00e4nkt. Die Beh\u00f6rde INPEC erkl\u00e4rte, dass die Lage in der N\u00e4he des Armeebataillons La Popa f\u00fcr eine bessere Sicherheit sorgen soll.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Ein gro\u00dfes Problem aufgrund des Klimas ist der eingeschr\u00e4nkte Zugang zu Wasser und die schlechte Qualit\u00e4t. Wasser gibt es nur in tempor\u00e4ren Abst\u00e4nden und meist nicht h\u00e4ufiger als zwischen 10 und 15 Minuten am Tag. Wenn es Wasser gibt, dann kommen nur die ersten Gefangenen in den Genuss, viele Personen die von den Zeitabst\u00e4nden nicht Bescheid wissen oder hinten in der Warteschlange stehen, haben somit keinen Zugang. Besonders in den oberen Stockwerken ist die Versorgung mit Wasser ungen\u00fcgend bis gar nicht vorhanden. Die Leitungen sind oft kaputt und eine Lieferung in die oberen Stockwerke funktioniert kaum. Die Gefangenen m\u00fcssen die Organisation und die Wasserversorgung f\u00fcr Duschen, Toiletten und Tanks selbst \u00fcbernehmen. Viele Gefangenen versuchen in improvisierten Tanks und Beh\u00e4ltern das Wasser so lange wie m\u00f6glich zu speichern. Die Beschr\u00e4nkung der Wasserversorgung wird von der Gef\u00e4ngnisverwaltung h\u00e4ufig als Mittel der Strafe verwendet. Zwei Wochen ohne flie\u00dfendes Wasser sind in Tramacua keine Seltenheit. Kein Wunder also, dass Sauberkeit und Hygiene stark abh\u00e4ngig von der Versorgung mit Wasser sind und zeitweise zu Problemen f\u00fchren.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Wegen der schlechten Wasserversorgung sind die hygienischen Zust\u00e4nde katastrophal. Viele Toiletten im Gef\u00e4ngnis k\u00f6nnen wegen fehlenden Sp\u00fclungsm\u00f6glichkeiten nicht verwendet werden, es riecht schlecht und die sanit\u00e4ren Einrichtungen sind in einem schmutzigen Zustand. In den meisten Gef\u00e4ngnistrakten k\u00f6nnen nur die B\u00e4der in der ersten und zweiten Etage verwendet werden. Diese Zust\u00e4nde und die Verunreinigungen durch Bakterien und Keime gef\u00e4hrden die Gesundheit der Gefangenen. Hierf\u00fcr w\u00e4re eine \u00e4rztliche Versorgung von N\u00f6ten, doch diese ist nur mangelhaft. Zum einen gibt es nur wenig \u00e4rztliches Personal und zum anderen gibt es ein Mangel an Medikamenten und notwendigen Einrichtungen. Nicht nur die k\u00f6rperliche Gesundheit, allen voran der Bewegungsmangel, bewegt sich permanent am Scheideweg, auch die psychische Situation stellt eine Belastung f\u00fcr die Gefangenen dar. St\u00e4ndige Repressionen, Isolierung, Folter und die allgemeinen Zust\u00e4nde im Gef\u00e4ngnis sorgen f\u00fcr einen miserablen Gesundheitszustand. Als Konsequenz ist die Rate der Selbstverletzungen und Selbstt\u00f6tungen relativ hoch.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Das Gef\u00e4ngnispersonal wird durch die nationale Beh\u00f6rde INPEC gestellt. \u00dcber diese Beh\u00f6rde und in Zusammenarbeit mit dem FBI aus den USA erhalten alle Mitarbeiter eine Schulung. Hier wird ihnen eine gewisse \u201eKultur\u201c beigebracht, die wir im Gef\u00e4ngnis Tramacua sehen k\u00f6nnen: Kontrolle und Aus\u00fcbung der Arbeit mittels Gewalt und Bedrohungen. Schl\u00e4ge, der Einsatz von Tr\u00e4nengas, Isolation von H\u00e4ftlingen und das Einschr\u00e4nken der Wasserversorgung sind die am meisten verwendeten Mittel. Das Gef\u00e4ngnis geh\u00f6rt zu jenen, die eine immens hohe Anzahl an Anzeigen und Beschwerden gegen das Gef\u00e4ngnispersonal vor dem Generalstaatsanwalt und der Beh\u00f6rde INPEC vorweisen. Die Dunkelziffer der Menschenrechtsverletzungen d\u00fcrfte wesentlich h\u00f6her sein. Viele der Beschwerden werden jedoch nicht bearbeitet und die W\u00e4rter genie\u00dfen Straflosigkeit. Im Jahr 2010 wurden nur f\u00fcnf bis sechs Prozent der Beschwerden abgeschlossen, noch weniger hatten mit Sanktionen und Disziplinarma\u00dfnahmen zu rechnen.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Daraus folgt, dass sich viele politische und soziale Bewegungen f\u00fcr die Schlie\u00dfung des Gef\u00e4ngnisses Tramacua einsetzen. Es geh\u00f6rt zu jenen, die in einem regelm\u00e4\u00dfig hohen Ausma\u00df an Menschenrechtsverletzungen auffallen. Das Gef\u00e4ngnis in Valledupar ist deshalb in Kolumbien ein Symbol f\u00fcr Repression und Folter. Es ist ein Gef\u00e4ngnis, um die politischen Feinde systematisch zu erniedrigen und zu vernichten.<\/div>\n<div><\/div>\n<div><strong>Weg mit dem Knast in Valledupar!<\/strong><\/div>\n<div><strong>Solidarit\u00e4t mit allen politischen Gefangenen und den Kriegsgefangenen der FARC-EP!<\/strong><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Folgenden stellen wir als exemplarisches Beispiel der kolumbianischen Solidarit\u00e4ts- und Aufkl\u00e4rungsarbeit zur Situation in den Gef\u00e4ngnissen Kolumbiens einen Bericht aus dem Gef\u00e4ngnis in Valledupar\/Cesar vor. <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":8387,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[462,298],"tags":[285,530,241,553,106],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8386"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8386"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8386\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10272,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8386\/revisions\/10272"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8387"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8386"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8386"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8386"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}