{"id":8556,"date":"2013-01-27T17:55:09","date_gmt":"2013-01-27T16:55:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=8556"},"modified":"2013-01-30T00:49:11","modified_gmt":"2013-01-29T23:49:11","slug":"und-dann-wollten-wir-den-papst-entfuehren-bericht-zum-prozesstag-gegen-sonja-suder-und-christian-gauger-am-25-01-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/und-dann-wollten-wir-den-papst-entfuehren-bericht-zum-prozesstag-gegen-sonja-suder-und-christian-gauger-am-25-01-2013","title":{"rendered":"\u201c\u2026 und dann wollten wir den Papst entf\u00fchren!\u201d: Bericht zum Prozesstag gegen Sonja Suder und Christian Gauger am 25.01.2013"},"content":{"rendered":"<p><em><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Schluss-mit-Folterpotokollen-und-Kronzeugenl\u00fcgen.png\" rel=\"lightbox[8556]\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright\" alt=\"Schluss mit Folterpotokollen und Kronzeugenl\u00fcgen\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Schluss-mit-Folterpotokollen-und-Kronzeugenl\u00fcgen-250x187.png\" width=\"175\" height=\"131\" \/><\/a>Von der <a href=\"http:\/\/www.verdammtlangquer.org\/\" target=\"_blank\">Soliwebseite<\/a> f\u00fcr <a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/tag\/sonja-suder\" target=\"_blank\">Sonja Suder<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/tag\/christian-gauger\" target=\"_blank\">Christian Gauger<\/a> \u00fcbernehmen wir den Bericht vom Prozesstag am 25. Januar. Die <a href=\"http:\/\/www.verdammtlangquer.org\/2012\/09\/samtliche-prozesstermine-bis-november\/\" target=\"_blank\">weiteren Prozesstermine<\/a> sind auf der Soliseite einsehbar.<\/em><\/p>\n<p>Der Besucherraum des Landgerichtes war mit ca. 50 Leuten sehr gut gef\u00fcllt. Unterst\u00fctzer_innen von Sonja und Christian stellten den Hauptanteil. Mittlerweile muss mensch sich daran gew\u00f6hnen, dass mindestens vier bewaffnete Polizist_innen mit im Saal sitzen. Sie tragen kugelsichere Westen, Pistolen und verst\u00e4rken die sog. Sicherheitskr\u00e4fte aus Zivilpolizei und Justizbeamt_innen. Fast alle besitzen ausgepr\u00e4gte muskul\u00f6se Arme, damit sie ihrem Auftrag gewachsen sind.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nDer Prozess begann mit der Gegendarstellung der Verteidigung zum Ausschlussverfahren der Vorsitzenden von f\u00fcnf namentlich genannten Zuh\u00f6rer_innen, die angeblich gest\u00f6rt haben. Eine unbeteiligte Zuh\u00f6rerin war ausgeschlossen worden, die sich dagegen wehrt und eidesstattliche Versicherungen von anderen beibrachte. Letztlich ist nach 10 min\u00fctiger Beratung die Gegenvorstellung zur\u00fcckgewiesen worden, in dem die Vorsitzende Stock einfach behauptete, dass den vorgebrachten Tatsachen nicht geglaubt wird, auch niemand als Zeuge dazu geh\u00f6rt wird und der Ausschluss bestehen bleibt. So einfach ist Wahrheitsfindung. Diese Vorgehensweise zeigt deutlich das Selbstverst\u00e4ndnis des Gerichtes besonders der Vorsitzenden Frau Stock, dass es nicht um Wahrheitsfindung im weitesten Sinne geht, sondern um Verurteilung und Machtdemonstration.<\/p>\n<p>Nun konnte mit der Befragung des Kronzeugen Klein fortgefahren werden. Ich m\u00f6chte hier nicht die Phantasie-, L\u00fcgen- und Denunziationsgeschichten Kleins wiederholen, sondern benenne nur die Themenbereiche und schlie\u00dfe eine kurze Bewertung an. Klein berichtete oft in einer etwas verworrenen und nuscheligen Sprache in schnoddriger Art, auch sehr unterw\u00fcrfig gegen\u00fcber der Vorsitzenden, auf die gestellten Fragen. Sein Mitteilungsbed\u00fcrfnis war ungebrochen. Er wurde zu der Frankfurter Zelle der Revolution\u00e4ren Zellen befragt, nannte Namen von angeblichen Mitgliedern, kannte die Angeklagten aus der Sponti-Szene. Zur Zeit seiner Anwerbung wusste er nichts von einer Organisation, die sich RZ nannte. Angeworben sei er gezielt f\u00fcr Auslandseins\u00e4tze. Er berichtet \u00fcber ein Treffen im Stadtwald und beschuldigt hier Sonja Suder, dabei gewesen zu sein. Es soll konkret um seine Beteiligung beim OPEC-\u00dcberfall gegangen sein. Er habe sich zwei Wochen Bedenkzeit ausgebeten, da ihm die Konfrontation mit den reichen, wichtigen Erd\u00f6lministern doch etwas schwierig zu sein schien. Nach zwei Wochen gab es wieder ein Treffen mit mehr Informationen, das es sich um eine propal\u00e4stinensische Aktion handeln sollte und Libyen genaue Informationen liefern wollte. Es sollte um Entf\u00fchrungen gehen und ein pal\u00e4stinensisches Kommando die Aktion f\u00fchren. Er wird danach gefragt, wie er nach Wien gekommen ist, wer dabei war, wo er sich in Wien aufgehalten hat und beschwert sich zwischendurch, dass die \u00f6sterreichische Polizei die Hotels, Villen und Wohnungen nicht gefunden hat, in denen sich das komplette Kommando aufgehalten hat. Da versprochene libysche Waffen nicht rechtzeitig eintrafen, w\u00e4ren Waffen aus dem RZ Depot in Frankfurt geordert und von Frau Suder gebracht worden. Die hat sie allerdings direkt wieder nach Frankfurt zur\u00fcckgebracht, weil die libyschen Waffen dann doch angekommen waren. Da Klein als Waffennarr bekannt ist, kommt er bei der genauen Beschreibung derselben ins Schw\u00e4rmen und sprudelt irgendwelche Kleinfeuerwaffennamen aus. Dann erz\u00e4hlt er den \u00dcberfall, wer wo gestanden und geschossen hat etc. und dass er durch einen Querschl\u00e4ger schwerst verletzt wurde.<br \/>\nAnschlie\u00dfend nimmt er uns mit auf eine Reise durch Nordafrika und den arabischen Raum, will aussteigen und wei\u00df nicht wie und \u201emacht irgendwann zu den Frauen vom 2. Juni r\u00fcber\u201c. Auf die Frage, was der 2.Juni sei, antwortet er \u201edas waren Frauen\u201c. Er berichtet, dass er mit all dem nichts mehr zu tun haben wollte nach dem \u201eMassaker in Wien\u201c und berichtet, dass verschiedene bewaffnete Gruppen ihn umworben h\u00e4tten, weil er als Kommandomitglied des OPEC \u00dcberfalls sehr renommiert war, er war was Besonderes. Seinen Ausstieg hat er sich mit Hilfe von Freunden in Frankfurt organisiert u.a. Matthias Beltz und Daniel Cohn-Bendit. Von einem glaubw\u00fcrdigen Zeugen sind wir hier kilometerweit entfernt. Er vermischt Vermutungen, Kenntnisse vom H\u00f6rensagen, L\u00fcgen, Denunziationen und Realit\u00e4ten. Das ist f\u00fcr einen Kronzeugen nicht ungew\u00f6hnlich. Er selbst stellt sich als Opfer dar, alle um ihn herum sind heute auf der Gewinnerseite, nur er hat verloren, er ist der einzige Verurteilte f\u00fcr den OPEC-\u00dcberfall und zus\u00e4tzlich macht seine Angst vor dem Knast ihn k\u00e4uflich.<\/p>\n<p>An sich m\u00fcsste jeder Zuh\u00f6rerin und jedem Zuh\u00f6rer die Verworrenheit, Widerspr\u00fcchlichkeit und die Inszenierung des Zeugen deutlich geworden sein, doch den meisten Medienvertretern scheint dies entgangen zu sein bzw. verfolgen sie ausschlie\u00dflich ihr eigenes politisches Interesse und das ist reaktion\u00e4r bis autorit\u00e4r. Das Gericht selbst funktioniert in derselben Logik.<\/p>\n<p>Zehn Minuten vor Schluss haben Unterst\u00fctzer_innen unter lautstarkem Protest den Saal verlassen: <strong>Freiheit f\u00fcr Sonja! Denunziant raus!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von der Soliwebseite f\u00fcr Sonja Suder und Christian Gauger \u00fcbernehmen wir den Bericht vom Prozesstag am 25. Januar. Die weiteren Prozesstermine sind auf der Soliseite einsehbar. Der Besucherraum des Landgerichtes war mit ca. 50 Leuten sehr gut gef\u00fcllt. 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