{"id":8706,"date":"2013-02-12T22:49:38","date_gmt":"2013-02-12T21:49:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=8706"},"modified":"2013-02-15T23:00:46","modified_gmt":"2013-02-15T22:00:46","slug":"kleins-amnesie-und-amnestieprobleme-bericht-zum-prozesstag-gegen-sonja-suder-und-christian-gauger-am-12-02-13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/kleins-amnesie-und-amnestieprobleme-bericht-zum-prozesstag-gegen-sonja-suder-und-christian-gauger-am-12-02-13","title":{"rendered":"Kleins Amnesie- und Amnestieprobleme: Bericht zum Prozesstag gegen Sonja Suder und Christian Gauger am 12.02.13"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Schluss-mit-Folterpotokollen-und-Kronzeugenl\u00fcgen.png\" rel=\"lightbox[8706]\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright\" alt=\"Schluss mit Folterpotokollen und Kronzeugenl\u00fcgen\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Schluss-mit-Folterpotokollen-und-Kronzeugenl\u00fcgen-250x187.png\" width=\"175\" height=\"131\" \/><\/a><em>Von der <a href=\"http:\/\/www.verdammtlangquer.org\/\" target=\"_blank\">Soliwebseite<\/a> f\u00fcr <a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/tag\/sonja-suder\" target=\"_blank\">Sonja Suder<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/tag\/christian-gauger\" target=\"_blank\">Christian Gauger<\/a> \u00fcbernehmen wir den Bericht vom Prozesstag am 12. Februar. Die <a href=\"http:\/\/www.verdammtlangquer.org\/2012\/09\/samtliche-prozesstermine-bis-november\/\" target=\"_blank\">weiteren Prozesstermine<\/a> sind auf der Soliseite einsehbar.<\/em><\/p>\n<p>Die Richterin betrat den Raum und begann ohne gro\u00dfe Umschweife mit der Frage an den Hauptbelastungszeugen Klein, ob er mit jmd. direkt nach der Opec Aktion dar\u00fcber geredet h\u00e4tte, dass Frau Suder vor der Aktion Waffen gebracht h\u00e4tte. Klein kann sich nicht dran erinnern. Sein haupts\u00e4chlicher Kontakt, so gibt er an, sei Matthias Beltz gewesen.<!--more--><\/p>\n<p>Gleich danach beginnt Sonjas Anwalt damit, Klein zu befragen. Dabei h\u00e4lt er ihm immer wieder Zitate aus dessen eigenem Buch vor. Doch die Antworten von Klein sind meist im Spektrum von \u201cich erinnere mich nicht mehr daran\u201d bis \u201cdas ist richtig, f\u00e4llt mir ein\u201d \u00fcber \u201cmehr kann ich Ihnen dazu nicht erz\u00e4hlen\u201d. Doch engagiert lassen die Anw\u00e4lte nicht locker \u2013 es geht ja um die \u201cErinnerungsf\u00e4higkeit des Zeugen\u201d. Klein beginnt mehr zu sagen, was einmal sogar damit endet, dass seine Anw\u00e4ltin ihm das Mikro wegzieht.<br \/>\nDie Richterin unterbricht wenig sp\u00e4ter die Sitzung.<br \/>\nAuch danach sind die Widerspr\u00fcche in die sich Klein verwickelt, ob im Buch, bei Aussagen vor der Polizei oder im Gerichtssaal Thema. Doch sobald das alles in die N\u00e4he von Schwierigkeiten f\u00fcr Klein kommt, unterbricht dessen Anw\u00e4ltin. Oder die Richterin besteht darauf, dass Klein diese oder jene Frage doch schon beantwortet h\u00e4tte, oder nur eine pers\u00f6nliche Meinungs\u00e4u\u00dferung von sich gegeben h\u00e4tte. Auf die Nachfrage, wer denn die Opec Aktion haupts\u00e4chlich geleitet h\u00e4tte, antwortet Klein, dass es eine Aktion der PFLP war, RZ und 2.Juni hinzugezogen worden w\u00e4ren. Zudem h\u00e4tte die RZ die Logistik gemacht, laut Klein.<\/p>\n<p>Danach ging es in die Pause.<br \/>\n11.35 Uhr ging es weiter. Wie zu Beginn, kam die Richterin herein und forderte Klein auf zu ihr nach vorne zukommen \u2013 er solle Lichtbilder von Frauen identifizieren. In welchem Zusammenhang diese Bilder stehen, wurde nicht genannt. Zu den bis 41 nummerierten Fotos nannte er zu einem Viertel Namen. Einmal fiel dabei auch \u201cFrau Suder\u201d &#8211; dieses Foto meinte er, m\u00fcsse etwa aus den Jahren 1973\/74 sein.<\/p>\n<p>Danach befragte Sonjas Anwalt wieder Klein. Doch er kam nicht weit, weil die Zeitschrift \u201cRevolution\u00e4rer Zorn\u201d, auf die er sich bezog, nicht in den Akten des Gerichtes vorhanden war. Es gab die n\u00e4chste Prozessunterbrechung. Ohne Aktenvorlage musste nun die Befragung auskommen. Klein gab auf Nachfrage an, nichts von den Aktionen (gegen Fahrpreiserh\u00f6hung, gegen ausbeuterische Betriebe\u2026) der RZ aus Deutschland zu kennen. Auch wollte er die Zeitschrift \u201cRevolution\u00e4rer Zorn\u201d, selbst von 1975, nicht kennen. Er behauptete also, noch w\u00e4hrend er inmitten aller Strukturen war, von keinerlei Diskussion etwas mitbekommen zu haben. Klein meinte er h\u00e4tte \u201cgr\u00f6\u00dfere Probleme\u201d um \u201cseine Sicherheit\u201d gehabt. Der Anwalt fragt ihn, ob er nicht eher Amnestieprobleme gehabt h\u00e4tte. Daraufhin wird Klein w\u00fctend, meinte er h\u00e4tte nie was f\u00fcr sich gemacht, was ja auch die Zeit nach 1977 bis zum 8.9.1998 beweisen w\u00fcrde und h\u00e4tte nie f\u00fcr sich Amnestie haben wollen.<br \/>\nZwischen Staatsgewalt und \u201cGruppenzwang\u201d habe er einen \u201cgangbaren Weg\u201d gesucht \u2013 den er hat ja wohl als Hauptbelastungszeuge in diesem Prozess und auf der Seite der Staatsgewalt gefunden. (Die Seiten zu Amnestie aus seinem Buch kannte er gar nicht mehr \u2013 in denen eine \u201cAmnestie f\u00fcr die westdeutsche Guerilla\u201d gefordert wird.) Klein stellte sich auch noch als Aussageverweigerer dar, der dem Herrn Benz vom VS nicht den Namen Gabriele Kr\u00f6cher-Tiedemann gegeben habe, obwohl dieser ihn doch unbedingt haben wollte. Die Seiten zum \u201chomo sapiens\u201d an und f\u00fcr sich in seinem Buch kannte Klein auch nicht mehr, ebensowenig seine Anschauung dazu und nannte sie einen \u201cphilosophischen Ausraster\u201d. Das Menschenbild darin, eines mehr oder weniger Manipulierten bzw. Manipulierenden, wollte Klein weder best\u00e4tigen noch dementieren. Die Richterin geht dazwischen, weil sie das als unn\u00f6tige Befragung sieht.<\/p>\n<p>Sonjas Anwalt fragt weiter, ab wann es Kontakte zum Herrn Benz vom VS gab. Die Staatsanw\u00e4ltin greift zum ersten Mal an diesem Sitzungstag ein, beanstandet dann aber die Frage doch nicht. Klein antwortet, das \u201ck\u00f6nnte 1985 gewesen sein\u201d.<br \/>\nDie Richterin fragt nach, wieviel denn Herr Klein noch von der Verteidigung befragt werden solle, um das besser zu planen. Denn Klein m\u00fcsse aus \u201cgesundheitlichen Gr\u00fcnden nach Frankreich\u201d und entl\u00e4sst ihn aus dem Gerichtssaal um 12.50 Uhr.<br \/>\nWann er wieder geladen wird etc., blieb offen. Zudem wollte die Richterin auch noch den Beschluss verk\u00fcnden, den Prozess zu unterbrechen. Doch die sich auft\u00fcrmenden Verfahrensfragen, nach dem Klein samt seiner Anw\u00e4ltin einfach flugs den Gerichtssaal verlassen hatte, m\u00fcssen nun am n\u00e4chsten Freitag (15.2.) gekl\u00e4rt werden.<\/p>\n<p>Insgesamt wirkt die stark fragmentierte Prozessf\u00fchrung durch die Richterin und ihre umstandslosen Anf\u00e4nge wie die erste Frage und bei der Fotoerkennung so, dass sie genau wei\u00df, was sie tut. (Auch wenn sie im Thema mehr als unsicher ist.) Sobald Klein sich um Kopf und Kragen reden k\u00f6nnte oder auch die Widerspr\u00fcche durch all die Beweisantr\u00e4ge der Verteidigung von Sonja und Christian zu offensichtlich werden, greifen Staatsanw\u00e4ltin, Kleins Rechtsanw\u00e4ltin oder auch die Richterin ein, um ihren Hauptbelastungszeugen zu f\u00fchren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von der Soliwebseite f\u00fcr Sonja Suder und Christian Gauger \u00fcbernehmen wir den Bericht vom Prozesstag am 12. Februar. Die weiteren Prozesstermine sind auf der Soliseite einsehbar. 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