{"id":8793,"date":"2013-04-07T09:45:20","date_gmt":"2013-04-07T08:45:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=8793"},"modified":"2013-04-07T09:45:20","modified_gmt":"2013-04-07T08:45:20","slug":"fuer-die-soziale-revolte-demo-in-hamburg-am-27-april","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/fuer-die-soziale-revolte-demo-in-hamburg-am-27-april","title":{"rendered":"F\u00fcr die soziale Revolte! &#8211; Demo in Hamburg am 27. April"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/27.4.2013-Demo-Hamburg.jpg\" rel=\"lightbox[8793]\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright size-medium wp-image-8796\" alt=\"27.4.2013-Demo-Hamburg\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/27.4.2013-Demo-Hamburg-176x250.jpg\" width=\"176\" height=\"250\" srcset=\"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/27.4.2013-Demo-Hamburg-176x250.jpg 176w, https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/27.4.2013-Demo-Hamburg-424x600.jpg 424w, https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/27.4.2013-Demo-Hamburg.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 176px) 100vw, 176px\" \/><\/a><em>Weitere Infos unter: <a href=\"http:\/\/revoltedemohh.noblogs.org\/\" target=\"_blank\">revoltedemohh.noblogs.org<\/a><\/em><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>F\u00fcr eine herrschaftsfreie Perspektive!<\/strong><\/h3>\n<p><em>Woran denken wir, wenn wir nach Griechenland blicken?<\/em><br \/>\nDenken wir dabei an Zahlen, die st\u00e4ndig in den Medien kursieren, wie z.B. 49 Millionen Euro, den aktuellen Kredit, der von EU-Kommission, IWF und EZB vergeben wurde, an Schlaglichter wie Schuldenr\u00fcckkauf, Steuerreform oder Spardiktat? Oder lassen wir uns von diesen Zahlenspielen und dem alleinigen Fokus auf die wirtschaftliche Situation den Blick vernebeln?<br \/>\nWerfen wir einen Blick auf die Situation in Griechenland: Seit Anfang 2010, also dem Beginn des Spardiktats der Troika, sind die realen L\u00f6hne innerhalb eines Jahres um 31 % gesunken, die Arbeitslosenrate stieg bis M\u00e4rz 2012 auf ca. 23 %. Zugang zu ausreichender medizinischer Versorgung haben nur zwei Drittel der Bev\u00f6lkerung.<br \/>\n<!--more-->G\u00e4nzlich ausgeschlossen von der Gesundheitsversorgung sind Menschen ohne Papiere. Die Situation der ca. eine Millionen in Griechenland lebender Gefl\u00fcchteter und Migrant_innen verschlimmert sich zunehmend. Es gibt bereits um die 6000 Abschiebezentren und weitere sollen folgen. Die Errichtung der \u201cgeschlossenen Gastfreundschaftszentren\u201d wird von der EU mit 250 Millionen Euro gef\u00f6rdert. Um Illegalisierte besser aufzusp\u00fcren, festzunehmen und abzuschieben, finden seit Sommer 2012 unter dem Namen \u201cOperation Xenios Zeus\u201d (\u201cOperation gastfreundlicher Zeus\u201d) landesweit Razzien statt. Wenig verwunderlich ist da, dass die Betroffenen nicht selten Opfer von Polizeigewalt werden. Illegalisierte, Gefl\u00fcchtete und Migrant_innen sind allerdings nicht nur rassistisch motivierter Polizeigwalt, sondern auch Angriffen der paramilit\u00e4risch agierenden neo-faschistischen Partei Chrysi Avgi ausgesetzt, deren \u00dcbergriffe nicht verfolgt werden, da sie oftmals mit der Polizei zusammenarbeiten und gute Beziehungen zu Polizeibeamten pflegen. Die Chrysi Avgi, die im guten Kontakt mit der NPD steht, ist ein gro\u00dfer Anteil der Erstarkung des Neo-faschismus zuzuschreiben. So f\u00fchrt die Krisensituation im Zusammenspiel mit der aktiven Unterst\u00fctzung der Chrysi Avgi durch den Staat zu einem enormen Rechtsruck. Auch Deutschland tr\u00e4gt seinen Teil mit Fortbildungen und materieller Unterst\u00fctzung der griechischen Polizei zur steigenden Kontrolle und Repression bei. Die dadurch immer st\u00e4rker werdenden Repressalien treffen vor allem auch die Widerstandsbewegung. Neben Menschen ohne Papiere r\u00fcckt besonders die anarchistische, anti-autorit\u00e4re Bewegung immer mehr in den staatlichen Fokus.<\/p>\n<p><em>Was f\u00fchrte zur Krise?<\/em><br \/>\nEs herrscht die Meinung, dass die von der sog. \u201cEurokrise\u201d am st\u00e4rksten betroffenen Staaten selbst Schuld seien an ihrer Lage \u2013 die absurde Propaganda von \u201cden faulen Griechen\u201d wurde breit gestreut und angenommen. Die Antwort der Politik auf die Tatsache, dass in den Staatskassen das Geld knapp wird, ist einfach und direkt: Es muss gespart werden wo es nur geht und das sicherlich nicht dort, wo es die Interessen der sogenannten Geberl\u00e4nder beeintr\u00e4chtigt. Sondern an dem, was uns als \u201cSozialstaat\u201d verkauft wird \u2013 Lohnk\u00fcrzungen, Entlassungen, Privatisierungen, K\u00fcrzungen von Arbeitslosengeld und Rente werden als gerechtfertigt verstanden. Diese Entwicklungen betreffen weitaus nicht nur Griechenland \u2013 \u00c4hnliches zeichnet sich derzeit im gesamten s\u00fcdeurop\u00e4ischem Raum ab.<br \/>\nDass wir hier von solchen Entwicklungen ebenso betroffen waren und sind, scheint vergessen \u2013 dass die hochgelobte \u201cwirtschaftliche St\u00e4rke\u201d Deutschlands ein Resultat aus solchen Ma\u00dfnahmen ist, interessiert nicht. Hartz4, prek\u00e4re Arbeitsverh\u00e4ltnisse und Leiharbeit werden als notwendige Ma\u00dfnahmen dargestellt. Dabei profitierte das deutsche Gesamtkapital gleich doppelt, einmal durch den Verkauf der deutschen Waren und andererseits durch die bereitgestellten Kredite.<\/p>\n<p>So analysierte die griechische Stadtguerilla Gruppe Revolution\u00e4rer Kampf (\u201cEpanastatikos Agonas\u201d) die Situation als folgende:<br \/>\n\u201cGriechenlands Rolle in Europa war schon immer die eines Marktes f\u00fcr europ\u00e4ische Produkte (\u2026) der kleine griechische Markt war darauf angewiesen, so viele G\u00fcter aus der `Eurozone` zu konsumieren, wie er konnte. Die Annahme, dass `Europa Griechenland \u00f6konomische Sicherheit bietet`, ist nichts als eine monstr\u00f6se L\u00fcge. (\u2026) Griechenland wurde durch die EU gezwungen, Wachstum durch Kredite entstehen zu lassen (\u2026)\u201d<\/p>\n<p>Einer der gr\u00f6\u00dften deutschen Profiteure der Krise ist die Deutsche Telekom durch ihre teilweise \u00dcbernahme\u00a0 des vorher staatlichen griechischen Telekommunikationskonzerns OTE. Als sie den Konzern aufkaufte, wurden 2000 Angestellte gek\u00fcndigt. Die Resultate der Privatisierung des Konzerns OTE durch die Telekom sind eines von vielen Beispielen, bei denen unter anderem deutsche Firmen immense Profite schlagen.<br \/>\nEntsprechend wurden OTE\/Telekom in Griechenland, wie auch in Deutschland Ziel von Angriffen \u2013 als Zeichen k\u00e4mpferischer Solidarit\u00e4t wurden z.B. in Berlin und Hamburg diverse Male Autos der Telekom AG angez\u00fcndet, in Athen wurde ein Teil des OTE-Fuhrparks ein Opfer von Flammen.<\/p>\n<p><em>Der ganz normale Wahnsinn<\/em><br \/>\nDie Krisen des Kapitalismus sind aber nur die Phasen, in denen die brutalen Verh\u00e4ltnisse, die er produziert, am offensten zu Tage treten. Es ist ein System, das auf Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung basiert \u2013 ob Krise oder nicht, Kapitalismus bedeutet allt\u00e4gliche Gewalt.<br \/>\nUnsere Perspektive muss daher die Initiative des Angriffs auf die Strukturen sein, die dieses gewaltt\u00e4tige System aufrecht erhalten \u2013 die soziale Revolte. Die soziale Revolte ist aber nicht das Werk von Revolution\u00e4ren allein. Sie ist sozial, weil sie die gesellschaftlichen Herrschaftsstrukturen und die Akteure, die diese am Leben halten, in Frage stellt.<br \/>\nGerade die soziale Krisensituation, die zurzeit in Griechenland vorherrscht, l\u00e4sst aber auch viele Menschen auf ohnehin schon bestehende Feindbilder zur\u00fcckgreifen. Diese Feindbilder werden in die gesellschaftliche Situation projiziert und der Erkl\u00e4rung komplexer Sachverhalte vorgezogen.<\/p>\n<p><em>Solidarit\u00e4t mit den selbstorganisierten K\u00e4mpfen<\/em><br \/>\nIn Folge der Dezember Revolte 2008 haben sich selbstorganisierte K\u00e4mpfe in Griechenland weiter verbreitet und entwickelt. Neben lokalen Strukturen, wie autonomen Stadtteil-Versammlungen und Tausch und Umsonst-Initiativen, gibt es auch viele spezifische K\u00e4mpfe, wie zum Beispiel aktuell der Widerstand gegen Goldmienen in Chalkidiki. Viele haben das Schauspiel der Politik durchblickt und ihr den R\u00fccken gekehrt, denn sie geben nichts mehr auf ihre leeren Phrasen und Versprechungen.<br \/>\nAllgemein ist eine hohe Pr\u00e4senz herrschaftsfeindlicher Ideen auf der Stra\u00dfe zu sehen. Auch der aktive Angriff auf den Staat und die Herrschaftsstrukturen hat sich versch\u00e4rft. Heftige Zusammenst\u00f6\u00dfe mit den Bullen, sowie eine Vielzahl militanter Angriffe sind kontinuierlich. Aber auch die Repression hat sich verst\u00e4rkt. Die aktuellen Angriffe auf die Infrastruktur der Bewegungen in Form von R\u00e4umungen\u00a0 der besetzten H\u00e4user und Zentren sind dabei die neuste Entwicklung. Im Zuge der R\u00e4umung der Villa Amalias im Dezember 2012 sind ua. auch 2 Genoss_innen aus Kiel festgenommen worden. Der daraus entstandene Solidarit\u00e4tskreis besteht weiter und ist auch Teil der Initiative dieser Demonstration.<br \/>\nAktuell sitzen \u00fcber 25 Menschen mehrj\u00e4hrige Haftstrafen f\u00fcr ihre K\u00e4mpfe ab. Es laufen au\u00dferdem noch unz\u00e4hlige Verfahren und Ermittlungen, unter anderem gegen die Mitglieder, sowie Beschuldigte, der Stadtguerilla Organisationen \u201cRevolution\u00e4rer Kampf\u201d und \u201cVerschw\u00f6rung der Feuerzellen\u201d. Trotz der schwierigen sozialen Situation und kontinuierlicher Repressionsschl\u00e4ge, die die Lage f\u00fcr viele K\u00e4mpfende schwierig gemacht haben, wird der Kampf gegen Staat, Kapitalismus und jegliche Autorit\u00e4t fortgesetzt.<\/p>\n<p>Wenn wir nach Griechenland blicken und die Menschen auf der Stra\u00dfe sehen, ihre Worte h\u00f6ren und lesen, sind es die Ideen gegen jede Herrschaft, das Verlangen nach einem selbstbestimmten Leben in Freiheit, mit dem wir uns verbunden f\u00fchlen und das auch hier unser Antrieb, unsere Perspektive ist.<\/p>\n<p>Keine Politik und kein Staat kann uns aus der Misere der unterdr\u00fcckerischen Normalit\u00e4t retten. Wir wollen unsere aktive Solidarit\u00e4t demonstrieren und gleichzeitig hier die Monotonie durchbrechen und zusammen f\u00fcr die Freiheit k\u00e4mpfen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><em><strong>\u00dcberregionale Demonstration <\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>27.04.2013 <\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>15 Uhr Hamburg <\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>Achidi-John-Platz\u00a0 Rote Flora<\/strong><\/em><\/h3>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weitere Infos unter: revoltedemohh.noblogs.org F\u00fcr eine herrschaftsfreie Perspektive! Woran denken wir, wenn wir nach Griechenland blicken? 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