{"id":8849,"date":"2013-04-20T09:05:48","date_gmt":"2013-04-20T08:05:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=8849"},"modified":"2013-04-20T21:09:11","modified_gmt":"2013-04-20T20:09:11","slug":"kronzeuge-klein-und-der-vs-bericht-zum-prozesstag-gegen-sonja-suder-und-christian-gauger-am-19-04-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/kronzeuge-klein-und-der-vs-bericht-zum-prozesstag-gegen-sonja-suder-und-christian-gauger-am-19-04-2013","title":{"rendered":"Kronzeuge Klein und der VS: Bericht zum Prozesstag gegen Sonja Suder und Christian Gauger am 19.04.2013"},"content":{"rendered":"<p><em><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Protest-beim7.-Prozesstag-gegen-Sonja-und-Christian.png\" rel=\"lightbox[8849]\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright\" title=\"Beim Prozesstag am 2.11.2012 protestierten Besucher*innen gegen die Verlesung von Dokumenten ehemaliger Richter \u00fcber die Behandlung und Verh\u00f6rsituation von Herrmann Feiling. Die offenkundige Misshandlung des schwerletzten Hermann Feiling wird darin verharmlost und gerechtfertigt. Mit Transparenten im Gerichtssaal und drau\u00dfen wurde auf die Komplizenschaft des Gerichts mit Folterpraktiken hingewiesen.\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Protest-beim7.-Prozesstag-gegen-Sonja-und-Christian-250x187.png\" width=\"175\" height=\"131\" \/><\/a>Von der <a href=\"http:\/\/www.verdammtlangquer.org\/\" target=\"_blank\">Soliwebseite<\/a> f\u00fcr <a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/tag\/sonja-suder\" target=\"_blank\">Sonja Suder<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/tag\/christian-gauger\" target=\"_blank\">Christian Gauger<\/a> \u00fcbernehmen wir den Bericht vom Prozesstag am 19. April. Die <a href=\"http:\/\/www.verdammtlangquer.org\/2012\/09\/samtliche-prozesstermine-bis-november\/\" target=\"_blank\">weiteren Prozesstermine<\/a> sind auf der Soliseite einsehbar.<\/em><\/p>\n<p>Am Verhandlungstag vom 19.04. wurde der Zeuge Klein weiter vernommen. Gleich zu Beginn stellte Rechtsanwalt Bremer einige Fragen nach dem bei der Geiselnahme der OPEC-Konferenz mitgebrachten Sprengstoff: ob der Einsatz von Sprengstoff von vorne herein geplant gewesen sei, ob bei den aus Libyen gelieferten Waffen auch Sprengstoff dabei gewesen sei, ob er selbst Sprengstoff gesehen habe und wie der ausgesehen habe. <!--more--><\/p>\n<p>Rechtsanwalt Hartmann beanstandete die Fragen, sie seien schon dahingehend beantwortet, dass der Einsatz von Sprengstoff von Anfang an geplant gewesen sei und zwar des mit den Waffen aus Libyen zu liefernden Sprengstoffs, dass er ihn aber nicht gesehen habe. Diese Beanstandung h\u00e4tte erforderlich gemacht, dass sich das Gericht noch einmal mit den fr\u00fcheren Angaben Klein auseinandersetzte, die m\u00f6glicherweise an der Kammer vorbeigegangen sind. Denn das Gericht hatte in der Begr\u00fcndung der Ablehnung eines Antrags der Verteidigung auf Aufhebung des Haftbefehls behauptet, dass der angeblich von den RZ gelieferte Sprengstoff nach Aussage des Zeugen auch verwendet worden sei. Nach Zur\u00fcckweisung der Beanstandung wiederholte der Zeuge Klein allerdings unmissverst\u00e4ndlich seine damals gemachten Angaben, sodass die Ablehnungsbegr\u00fcndung insoweit nicht mehr aufrecht zu halten sein d\u00fcrfte.<\/p>\n<p>Bei den weiteren Befragungen best\u00e4rkte der Zeuge Klein die bisher schon aufgetretenen Zweifel an seinem Erinnerungsverm\u00f6gen und dessen prozessuale Handhabung. So behauptete er, sich nicht mehr an ein von ihm Ende der 90er Jahre vor seiner Inhaftierung gefertigtes Buchmanuskript mit dem Titel \u201eRedivivus\u201c erinnern zu k\u00f6nnen, das er beim Berliner Fest-Verlag erfolglos angeboten hatte. Das Manuskript hatte immerhin 220 Seiten und war durchsetzt von ihm als authentisch erkannten handschriftlichen Korrekturen. Damit machte er es unm\u00f6glich, ihm Passagen aus dem Werk vorzuhalten, die seine drei Treffen mit Herrn \u201eBenz\u201c vom Verfassungsschutz zum Gegenstand hatten. Zun\u00e4chst hatte er einger\u00e4umt, dass es ihm dabei darum gegangen w\u00e4re, \u201eeine T\u00fcr\u201c in Richtung einer besseren Lebensperspektive aufzusto\u00dfen. Dass er laut \u201eRedivivus\u201c vom Verfassungsschutz sogar echte Ausweispapiere mit falschem Namen haben wollte, was praktisch eine Beendigung des strafrechtlichen Verfolgung vorausgesetzt h\u00e4tte, daran wollte er sich jetzt nicht mehr erinnern. Er versteifte sich dann wieder darauf, dass \u201eBenz\u201c nur einen Namen haben wollte, den er nicht bereit gewesen sei, zu geben und darum \u00fcberhaupt kein Gespr\u00e4ch zustande gekommen sei. Die Frage, ob eine \u201eAmnestie\u201c Gegenstand der Gespr\u00e4che gewesen sei, konnte er nicht beantworten. Dies war ein empfindlicher Punkt, weil er und sein Freund Daniel Cohn-Bendit schon in dem \u201eMenschlichkeits\u201c-Buch massiv auf Amnestie gedr\u00e4ngt hatten. Denn wenn Amnestie nicht mehr klappte, blieb gegen die von ihm gef\u00fcrchtet Knastperspektive nur die Lieferung von Beschuldigten nach der Kronzeugenregelung. Ein Antrag der Verteidigung auf Verlesung eines f\u00fcr ihn von seinem Rechtsanwalt gefertigten Rechtsgutachtens, das diese M\u00f6glichkeit im Detail behandelt, wurde positiv beschieden. Angesprochen auf verschiedene Widerspr\u00fcche in seinem Aussageverhalten, die durch Verlesungsantr\u00e4ge geltend gemacht wurden, konnte er nicht mehr befriedigend beantworten. Nach Beendigung der Befragung wurde der Zeuge Klein entlassen.<\/p>\n<p>Danach wurden von der Verteidigung eine Reihe von Antr\u00e4gen gestellt, darunter ein Antrag auf Beiziehung von Krankenhausunterlagen zu den von dem Zeugen Klein selbst angegebenen fr\u00fcheren psychischen Erkrankungen und ein Befangenheitsantrag von Sonja Suder gegen Dr. Haag aufgrund eklatanter M\u00e4ngel in der Professionalit\u00e4t des von ihm zur Vernehmungsf\u00e4higkeit des Zeugen Herrmann F. erstatteten schriftlichen Gutachtens. Selbst nicht einmal als Traumatologe qualifiziert, habe er aufgrund von nur l\u00fcckenhaft verwendeten Angaben aus dem Jahre 1978 das Vorliegen einer posttraumatischen Belastungsst\u00f6rung Herrmann F\u2019s. verneint, obwohl zum damaligen Zeitpunkt die Forschung auf diesem Gebiet noch gar nicht begonnen hatte und darum entsprechende Befunde nicht erhoben werden konnten. Dr. Haag soll am n\u00e4chsten Verhandlungstag, d. 23.04. 9.00 Uhr erscheinen.<\/p>\n<p>Aus diesem Grund m\u00f6chten wir alle Verfahrensinteressierten bitten, zahlreich zu erscheinen. Ebenso an den folgenden Verhandlungstagen am 03.05. und 24.05. An den beiden Verhandlungstagen sollen der Vorsitzende Richter Dr. Gehrke und sein damaliger beisitzender Richter Dr. B\u00fcnger als Zeugen vernommen werden, die den von Klein belasteten Mitbeschuldigten aufgrund der mangelnden Glaubw\u00fcrdigkeit Klein\u2019s, im Jahr 2001 freigesprochen hatten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von der Soliwebseite f\u00fcr Sonja Suder und Christian Gauger \u00fcbernehmen wir den Bericht vom Prozesstag am 19. April. Die weiteren Prozesstermine sind auf der Soliseite einsehbar. Am Verhandlungstag vom 19.04. wurde der Zeuge Klein weiter vernommen. 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