{"id":8872,"date":"2013-02-14T20:28:37","date_gmt":"2013-02-14T19:28:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=8872"},"modified":"2014-12-26T18:31:09","modified_gmt":"2014-12-26T17:31:09","slug":"marco-camenisch-3-update-nichtfreilassung-usw","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/marco-camenisch-3-update-nichtfreilassung-usw","title":{"rendered":"Marco Camenisch: 3. Update Nichtfreilassung usw."},"content":{"rendered":"<p><b><em><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/marco-camenisch-2.jpg\" rel=\"lightbox[8872]\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright\" title=\"Marco Camenisch\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/marco-camenisch-2-250x151.jpg\" alt=\"Marco Camenisch\" width=\"200\" height=\"121\" \/><\/a><\/em><span class=\"dropcap\">A<\/span>nfang August 2012: <\/b>der Boss Lager Lenzburg teilt mir m\u00fcndlich mit, dass das Justizvollzugsamt ZH von ihm bis ca. Ende 2012 eine Stellungnahme zu meiner bedingten Freilassung angefordert habe und dazu m\u00fcsse er wissen, ob ich ev. \u201cVollzugslockerungen\u201d (was \u201cResozialisierungsschritte\u201d wie Freigang, Aussenarbeit, Halbfreiheit, usw. bedeutet) akzeptieren w\u00fcrde oder ob meine Linie \u201centweder Freilassung oder nix\u201d sei. Ich erkl\u00e4rte, solche Schritte w\u00fcrde ich sehr wohl akzeptieren.<\/p>\n<p><b>19. November 2012, 1. Repressalie\/Provokation gegen Besuche: <\/b>der Boss verbietet unter dem Vorwand der Medienberichterstattung, dass sie definitiv zu 17 Monaten Haft verurteilt worden sei (sie ist immer noch in \u201cErwartung\u201d des Vollzuges), die Besuche einer revolution\u00e4ren kommunistischen Genossin\/Freundin, die, obwohl \u201cschon immer\u201d politisch \u201cvorbestraft\u201d mich nun seit fast zehn Jahren besucht und es sogar w\u00e4hrend einer Halbgefangenschaftsperiode weiter tat.<\/p>\n<p><b>7. Dezember 2012: <\/b>sehr schnell f\u00fchren die Zust\u00e4nde und ihr Abteilungsleiter des Justizvollzugsamtes ZH die \u201crechtliche Anh\u00f6rung\u201d durch, wegen deren Verletzung das Verwaltungsgericht ZH die R\u00fcckweisung zu neuer Entscheidung der ersten Ablehnung der bedingten Freilassung verf\u00fcgt hatte (siehe meine Info Urteil 8.11.2012 Verwaltungsgericht des Kantons Z\u00fcrich in Sachen bedingte Entlassung vom 25. November 2012). In der Anh\u00f6rung best\u00e4tigte ich meine Position (subjektive Undenkbarkeit einer Wiederaufnahme des \u201cbewaffneten Kampfes\u201d, Notwendigkeit\/Legitimit\u00e4t des bewaffneten revolution\u00e4ren Kampfes).<\/p>\n<p><b>Januar 2013: <\/b>w\u00e4hrend einer kurzen Kl\u00e4rung in Besuchssachen fragt mich eine \u201cSozialarbeiterin\u201d des Lagers en passant ob ich etwas \u00fcber meine Versetzung wisse. Auf meine Verneinung f\u00fcgte sie f\u00fcr Vollzugslockerungen an und sie w\u00fcrde mich f\u00fcr weitere Infos auf ihr B\u00fcro rufen.<\/p>\n<p><b>28. Januar 2013, nachmittags, 2. Repressalie\/Provokation gegen Besuche:<\/b> die vier Compas, die ich erwarte (eine Anarchistin aus der Schweiz, besucht mich seit fast zehn Jahren; ein Anarchist aus Torino, besucht mich seit fast zehn Jahren; zwei j\u00fcngere GenossInnen aus dem Tessin, eine Frau und ein Mann, besuchen mich seit ca. Drei Jahren), werden im Eingang von drei Bullen \u00fcberfallen (drei Kantonsbullen Aargau und einer vielleicht Bundesbulle) und eine Stunde lang auch nackt gefilzt. Der Genosse aus Torino hatte unter Vorwand WEF in Davos ein zehnt\u00e4giges Einreiseverbot in die Schweiz, der 28.1.13 war der letzte Tag. Er hat das nie zugestellt bekommen, denn sie h\u00e4tten keine Adresse. W\u00e4hrend er aus diesem Lager regelm\u00e4ssig die Besuchserlaubnisse, die man beim Zutritt f\u00fcr die Besuche vorweisen muss, an seine Adresse zu gesendet bekommt\u2026 Unter dem Vorwand des Einreiseverbotes wird er f\u00fcr die restliche Besuchsstunde der je zwei Stunden pro Woche nicht rein gelassen. Den anderen drei, falls ich sie richtig verstanden habe, aber vielleicht werden sie selbst besser informieren, erpressen die Bullen ihre Handynummern + Inhalt ansonsten sie nicht zum Restbesuch rein gelassen w\u00fcrden. Eine weitere Genossin, Anfangs Februar zu Besuch, berichtete mir von einer \u201ceingehenderen\u201d Kontrolle als sonst.<\/p>\n<p><b>5.Februar 2013: <\/b>vom Amt f\u00fcr Justizvollzug ZH als erste Instanz erhalte ich die zweite Ablehnung (vom 1. Februar 2013) der bedingten Freilassung, in Form und Inhalt die \u201cFotokopie\u201d der ersten, zus\u00e4tzlich wird bloss die \u201cAnh\u00f6rung\u201d vom 7. Dezember 2012 als Begr\u00fcndung herangezogen und zuletzt steht noch man werde auf Dezember 2013 vom Lager Lenzburg eine Stellungsnahme zu meiner bedingten Freilassung anfordern. Diese zweite Ablehnung werde ich einigen GenossInnen fotokopiert zustellen und \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich machen, nat\u00fcrlich stehen nun weitere Rekurse und Beschwerden an.<\/p>\n<p>Auch wenn dieses unmittelbare und auch besondere Ziel aller euer wundersch\u00f6nen Initiativen der k\u00e4mpfenden Solidarit\u00e4t bis jetzt nicht erreicht wurde, und auch wenn es \u201cnie\u201d erreicht werden sollte!, der zentrale \u201cPunkt\u201d ist das nicht. Sondern, dass auch diese spezifische Initiativen untrennbarer Teil des sozialen Kampfes f\u00fcr die totale Befreiung sind. Die in diesem Kampf, weit \u00fcber ihre spezifischen, unmittelbaren und sichtbaren Ziele und Resultate hinaus, wirkungsvoll sind. Der Beleg daf\u00fcr ist die Repression, die Repressalie und die Verbissenheit des Feindes, auch und nicht zuletzt gegen seine Geiseln\/Kriegsgefangenen und die revolution\u00e4re Solidarit\u00e4t. <b>Dass der Feind uns bek\u00e4mpft heisst, dass wir im Krieg der totalen Befreiung auf dem richtigen Weg sind.<\/b><\/p>\n<p>Ein Krieg dem Krieg, n\u00e4mlich gegen den immerw\u00e4hrenden globalen und totalen Krieg f\u00fcr Herrschaft, Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung. F\u00fcr den Clausewitz Einsicht noch eindeutiger als f\u00fcr jede andere Art des Krieges gilt: \u2026 <b>in so gef\u00e4hrlichen Dingen, wie der Krieg eins ist, sind die Irrt\u00fcmer, welche aus Gutm\u00fctigkeit entstehen, gerade die schlimmsten\u2026!<\/b><\/p>\n<p>Einsicht, die in keinerlei Gegensatz dazu steht, dass unter den Eigenschaften und Motivierungen aller K\u00e4mpfenden f\u00fcr die totale Befreiung und f\u00fcr ein freies Leben auch Z\u00e4rtlichkeit, Gutm\u00fctigkeit und Liebe zentral sind; sie d\u00fcrfen jedoch die Klarsicht, die Kontinuit\u00e4t, das Wachstum, die Entschlossenheit und die Schlagkraft des Kampfes nicht schw\u00e4chen, sondern m\u00fcssen diese st\u00e4rken!<\/p>\n<p>Mit Liebe, Entschlossenheit, Solidarit\u00e4t,<\/p>\n<p align=\"RIGHT\"><em>marco camenisch, Lager Lenzburg, Schweiz, 10 Februar 2013<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anfang August 2012: der Boss Lager Lenzburg teilt mir m\u00fcndlich mit, dass das Justizvollzugsamt ZH von ihm bis ca. 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