{"id":8882,"date":"2013-03-09T14:22:25","date_gmt":"2013-03-09T13:22:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=8882"},"modified":"2013-04-23T14:45:04","modified_gmt":"2013-04-23T13:45:04","slug":"jva-dresden-nazis-im-knast-verhaltensweisen-und-aeusseres-auftreten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/jva-dresden-nazis-im-knast-verhaltensweisen-und-aeusseres-auftreten","title":{"rendered":"JVA Dresden: Nazis im Knast \u2013 Verhaltensweisen und \u00e4u\u00dferes Auftreten"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/JVA-Dresden.jpg\" rel=\"lightbox[8882]\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright  wp-image-8883\" alt=\"JVA-Dresden\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/JVA-Dresden.jpg\" width=\"151\" height=\"145\" \/><\/a>Hin und wieder werden (Neo-)Nazis auch in Kn\u00e4ste eingesperrt. Dort m\u00f6gen sie von der Allgemeinheit \u00fcber einige Jahre getrennt sein und k\u00f6nnen in Freiheit keinen Schaden anstellen. Doch irgendwann kommen sie wieder nach drau\u00dfen und werden voraussichtlich fortf\u00fchren, was sie in den Knast brachte.<br \/>\nDie in manchen Medien beschriebene Resozialisierung, also die \u201eBehandlung\u201c findet auch gar nicht statt, stattdessen tyrannisieren die Nazis im Knast ihre Mitgefangenen weiter.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nDiese Tyrannei und das Auftreten der Nazis m\u00f6chte ich an einem tats\u00e4chlich geschehenen Beispiel verdeutlichen:<\/p>\n<p>In der JVA Dresden sind auf verschiedenen ca. 20 Unterbringungsbereichen jeweils sogenannte Hausarbeiter eingesetzt. Hausarbeiter sind selbst Gefangene mit einer besonderen Vertrauensstellung zu den Vollzugsbeamten. Nur wer als zuverl\u00e4ssig und kooperativ mit den Beamten gilt, darf Hausarbeiter werden und an die Gefangenen das Essen ausgeben, den Flur reinigen und Putzmittel ausgeben.<\/p>\n<p>Im Februar 2012 kam es bei der Essensausgabe zu dem Vorfall, bei dem der Hausarbeiter Peter* einem Mitgefangenen aus einem Pool verschieden gro\u00dfer Nachtische nur ein kleines St\u00fcck ausgab, weshalb der Mitgefangenen darum bat, ein gr\u00f6\u00dferes St\u00fcck zu bekommen. Der Hausarbeiter Peter rastete daraufhin aus, es kam zu einem Wortgefecht, bei dem Peter gar drohte, dem Anderen seinen \u201eh\u00e4sslichen Sch\u00e4del\u201c einzuschlagen. Diese Morddrohung h\u00f6rte der Beamte im gleich nebenan gelegenen Dienstzimmer ganz sicher mit, denn die T\u00fcr war offen und der Streit fand nur zwei Meter entfernt davon statt. Da es sich bei Peter aber um einen Nazi handelt (er sagt \u00fcber sich selbst, er habe eine rechte Meinung, wolle aber nicht \u201eNazi\u201c genannt werden), blieb f\u00fcr ihn die Morddrohung<br \/>\nohne Konsequenzen. W\u00e4re die Drohung von einem anderen Gefangenen in Reichweite eines Bullen ausgesprochen worden, w\u00e4re er ganz sicher disziplinarisch bestraft worden, zumindest w\u00e4re ein Vermerk angefertigt worden.<\/p>\n<p>Peter spricht nicht nur Morddrohungen gegen seine Mitgefangenen aus, sondern er darf in Gegenwart der Bullen auf dem Unterbringungsbereich in der JVA Dresden auch selbst im Winter mit nacktem Oberk\u00f6rper auf dem Gang entlanglaufen, um dort seine Tattoos mit eindeutiger NS-Symbolik zur Schau zu stellen. Er tr\u00e4gt auf dem Bauch ein ca. 20&#215;20 cm gro\u00dfes Hakenkreuz, am ganzen K\u00f6rper verteilt Totenk\u00f6pfe als Symbol der Schutzstaffel (die SS war im Nationalsozialismus f\u00fcr die Konzentrations- und Vernichtungslager zust\u00e4ndig) sowie zumindest eine Triskele als Symbol der verbotenen Terrororganisation Blood&amp;Honour.<\/p>\n<p>Als ein Mitgefangener von Peter diesen wenig sp\u00e4ter darum bat, zuk\u00fcnftig nicht mehr oberk\u00f6rperfrei auf dem Gemeinschaftsgang herumzulaufen, zog er sein Oberteil zur Festigung seines Standpunktes erneut aus und lief einige Male den Gang rauf und runter. Die Bullen haben das nat\u00fcrlich gesehen, aber sie dulden so etwas. Auch etwas sp\u00e4ter trug der Nazi seine NS-Symbole halbnackt zur Schau.<\/p>\n<p>So darf Peter als Schl\u00fcsselanh\u00e4nger, der h\u00e4ufig an seiner T\u00fcr zu sehen ist, einen kleinen Baseball-Schl\u00e4ger aus Holz in den Farben schwarz-wei\u00df-rot tragen, passend zu seinen selbst bemalten Schuhen in den gleichen Farben.<\/p>\n<p>Peter ist kein Einzelfall. Aus der JVA Torgau ist bekannt, dass dort regelm\u00e4\u00dfig zum 20.April Hitlers Geburtstag gefeiert wird, indem u.a. Nazimusik laut geh\u00f6rt und die Lieder mitgegr\u00f6hlt werden. Die Torgauer Nazis erinnern sich offenbar regelm\u00e4\u00dfig gern an die alten Zeiten. Obwohl auch dort die Nazis in staatlicher Obhut sind, wird nichts unternommen, schon gar nicht wird dort ein Nazi \u201ebehandelt\u201c.<\/p>\n<p>Durch Faxproteste beim Justizministerium und der Anstaltsleitung der JVA Dresden und Torgau lie\u00dfe sich zumindest vermutlich wenigstens erreichen, dass die Knastdirektionen sich veranlasst sehen, etwas gegen das Zur-Schau-Stellen der NS-Symbolik zu unternehmen und den Morddrohungen ausrufenden Nazi von seinem Vertrauensjob zu entfernen, damit eine andere Person diesen aus\u00fcben kann, die bei den Mitgefangenen lieber gesehen ist.<\/p>\n<p>Mit einer nachhaltigen \u00c4nderung, einem Umdenken bei den Mitarbeitern des Knastsystems, ist jedoch nicht zu rechnen. Wer es duldet, dass Neonazis mit Symbolik des Nationalsozialismus herumstolziert, der f\u00fcr schwerste menschenverachtende Verbrechen verantwortlich ist, von dem sind keine Reformen zu erwarten. Vorf\u00e4lle wie hier beschrieben, werden voraussichtlich immer wieder in den Kn\u00e4sten vorkommen. Dennoch sollte sich dagegen Protest erheben. Was nicht geschehen darf, w\u00e4re es, solch Ph\u00e4nome wie durch Peter dargestellt zu ignorieren. Den zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rdenmitarbeiterInnen im Justizministerium und der Knastleitung sollte deshalb gezeigt werden, was wir von ihrer Blindheit auf dem rechten Auge halten.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Ano Nym<\/em><\/p>\n<p>*Name ge\u00e4ndert<\/p>\n<p>Justizministerium<br \/>\nfax (0351) 564-1669<\/p>\n<p>Justizvollzugsanstalt Dresden<br \/>\nfax (0351) 2 10 31 19<\/p>\n<p>Justizvollzugsanstalt Torgau<br \/>\nfax (03421) 90 60 14<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hin und wieder werden (Neo-)Nazis auch in Kn\u00e4ste eingesperrt. Dort m\u00f6gen sie von der Allgemeinheit \u00fcber einige Jahre getrennt sein und k\u00f6nnen in Freiheit keinen Schaden anstellen. Doch irgendwann kommen sie wieder nach drau\u00dfen und werden voraussichtlich fortf\u00fchren, was&#46;&#46;&#46;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[36,9],"tags":[583,239,106],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8882"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8882"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8882\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8889,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8882\/revisions\/8889"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8882"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8882"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8882"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}