{"id":8987,"date":"2013-05-30T00:22:59","date_gmt":"2013-05-29T23:22:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=8987"},"modified":"2014-12-19T08:19:30","modified_gmt":"2014-12-19T07:19:30","slug":"belgien-zum-kampf-gegen-das-neue-maxi-gefaengnis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/belgien-zum-kampf-gegen-das-neue-maxi-gefaengnis","title":{"rendered":"Belgien &#8211; zum Kampf gegen das neue Maxi-Gef\u00e4ngnis"},"content":{"rendered":"<p><em><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/prison.jpg\" rel=\"lightbox[8987]\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright  wp-image-9181\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/prison-250x250.jpg\" alt=\"prison\" width=\"175\" height=\"175\" srcset=\"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/prison-250x250.jpg 250w, https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/prison-160x160.jpg 160w, https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/prison.jpg 576w\" sizes=\"(max-width: 175px) 100vw, 175px\" \/><\/a>Dies ist ein Artikel, der in Belgien, am 26. Dezember 2012 in der<a href=\"http:\/\/journalhorsservice.blogspot.ch\/search\/label\/Num%C3%A9ro%2031\" target=\"_blank\"> Nr. 31 der anarchistischen Zeitung &#8220;Hors Service&#8221;<\/a> erschienen ist, mit dem Text, der als Flugblatt und Plakat auf den Stra\u00dfen verteilt wurde und wird.<\/em><\/p>\n<p><span class=\"dropcap\">S<\/span>eit zwei Wochen fanden in Anderlecht und Molenbeek die ersten Flugblattverteilungen statt, die zu einem Kampf gegen den Bau eines Maxi-Gef\u00e4ngnisses in Br\u00fcssel aufrufen. In verschiedenen Vierteln von Br\u00fcssel ist der Kleister der ersten Plakate gegen das Maxi-Gef\u00e4ngnis noch frisch.<\/p>\n<p>Wir denken, dass der erste Schritt in Richtung eines kompromisslosen Kampfes gegen diese neue Monstr\u00f6sit\u00e4t der Macht die Verbreitung der Gegeninformation ist, zuallern\u00e4chst in den Vierteln, in denen wir leben und k\u00e4mpfen. Denn, wenn, wie dieses erste Flugblatt erkl\u00e4rt, der Staat diesen Bau vorsieht, um noch mehr Arme, Ausgeschlossene und Revoltierende einzusperren, so ist es die ganze Stadt Br\u00fcssel, die ins Visier genommen wird. Immer mehr Uniformen und Kontrollen in den Strassen, Video\u00fcberwachung \u00fcberall, administrative Strafen f\u00fcr jeden beliebigen Scheiss, Militarisierung des \u00f6ffentlichen Verkehrs, Umgestaltung der \u00e4rmeren Viertel, um &#8220;die Stadt zu s\u00e4ubern&#8221;, Ausweitung der Eurozone&#8230; all dies ist ein Abbild von dem Bau, der in Haren, im Norden von Br\u00fcssel vorgesehen ist. Der Bau des neuen Gef\u00e4ngnisses geht Hand in Hand mit der Umwandlung von Br\u00fcssel in ein grosses Gef\u00e4ngnis unter offenem Himmel.<\/p>\n<p>Lasst uns nicht warten. Wir rufen alle, die auf direkte Weise gegen dieses Projekt des Staates k\u00e4mpfen wollen, dazu auf, sich unter einander zu organisieren, \u00fcber die Bedeutung eines neuen Gef\u00e4ngnisses zu diskutieren, die Gegeninformation zu verteilen, grosse und kleine Aktionen vorzubereiten und zu realisieren, um St\u00e4be in das R\u00e4derwerk des Staates zu stecken.<br \/>\nAuf dass \u00fcberall Kampfzirkel entstehen. Auf dass jede Strasse, jeder Platz, jeder Ort sich selbstorganisiert, um diesem wichtigen Kampf K\u00f6rper und Seele zu geben. Der selbstorganisierte und direkte Kampf ist die beste und die einzige Art und Weise, um den Bau dieses Maxi-Knastes wirklich zu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>K\u00e4mpfen wir gegen den Bau eines Maxi-Gef\u00e4ngnisses in Br\u00fcssel!<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Von einem Maxi-Gef\u00e4ngnis&#8230;<\/strong><\/p>\n<p>In Haren, im Norden von Br\u00fcssel, sieht der Staat den Bau des gr\u00f6ssten Gef\u00e4ngnisses der belgischen Geschichte vor. Es wird sich dem Plan von neun weiteren neuen Gef\u00e4ngnissen anf\u00fcgen. Dieses neue Gef\u00e4ngnis soll dem Staat erm\u00f6glichen, unter besser abgesicherten und repressiveren Bedingungen, noch mehr Menschen einzusperren. Wenn die zahlreichen Revolten, Meutereien und Ausbr\u00fcche der letzten Jahre einem Verlangen nach Freiheit K\u00f6rper und Seele gegeben haben, so wird diese neue Schicht von Gef\u00e4ngnisbauten versuchen, es zu ersticken.<br \/>\nWir brauchen nicht darum herum zu reden: das Gef\u00e4ngnis dient dazu, die bestehende Gesellschaft aufrechtzuerhalten. Und diese Gesellschaft ist eine in Reiche und Arme, Herrschende und Beherrschte, zwischen Meister und Sklaven geteilte Gesellschaft. Wer das Privateigentum antastet, wer gegen die Gesetze verst\u00f6sst, wer den \u201erechten Weg\u201c der Resignation verl\u00e4sst, um sich in die Revolte zu st\u00fcrzen, der weiss, dass ihn das Gef\u00e4ngnis erwarten k\u00f6nnte.<br \/>\nDas in Br\u00fcssel vorgesehene Maxi-Gef\u00e4ngnis wird also nichts anders sein, als eine x-te Waffe der Macht, um das Verlangen nach Freiheit zu b\u00e4ndigen und immer mehr Aufs\u00e4ssige einzusperren. Und ob wir uns drinnen oder draussen befinden, sein Schatten wird eine Kette um den Hals von uns allen sein.<\/p>\n<p><em>\u2026 zu einer Gef\u00e4ngnis-Stadt<\/em><\/p>\n<p>Das in Haren geplante Maxi-Gef\u00e4ngnis ist ein Abbild von dem, was die Macht aus Br\u00fcssel machen will: die Stadt in ein Gef\u00e4ngnis unter offenem Himmel verwandeln. Umgestaltungen der Stadtviertel, um uns zu vertreiben (wie im S\u00fcden von Saint-Gilles, entlang des Kanals oder in Cureghem). Besetzung der Stadt durch Video\u00fcberwachung und die Pr\u00e4senz von Uniformen aller Art. Militarisierung des \u00f6ffentlichen Verkehrs. Sicherung der Gesch\u00e4ftsviertel und der europ\u00e4ischen Institutionen. Ordnung muss herrschen, ein jeder ist aufgerufen, mit der Wirtschaft und der Macht im schritt zu gehen. Auf diese Weise versucht der Staat, die Wut gegen diese Welt niederzuschlagen, die Infragestellung einer Gesellschaft zu hindern, die von der Ausbeutung und der Unterdr\u00fcckung lebt.<\/p>\n<p><em>Also: es lebe die Meuterei!<\/em><\/p>\n<p>Jeder Plan kann verdorben werden, jeder Bau kann sabotiert werden, jede Macht kann angegriffen werden. Der Kampf gegen den Bau dieses Maxi-Gef\u00e4ngnisses muss ein direkter und offensiver Kampf sein, dies ist die einzige M\u00f6glichkeit, ihn zu verhindern. Wir k\u00f6nnen diesen Kampf nicht irgendwem anvertrauen (Parteien, Gewerkschaften,&#8230;), er muss von uns selbst ausgehen, den Gefangenen von drinnen und draussen.<br \/>\nDie Macht will uns weismachen, dass wir nichts tun k\u00f6nnen. Sie will sich als unangreifbar geben. Aber so liegen die Dinge nicht. Die Macht kann \u00fcberall angegriffen werden, wo sie konkrete Formen annimmt: in ihren B\u00fcros, ihren Institutionen, ihren Uniformen. Und das, diese Revolte, h\u00e4ngt einzig von uns selbst ab.<br \/>\nLasst uns mit all unseren Kr\u00e4ften, auf allen Ebenen des Lebens, gegen den Traum der Macht k\u00e4mpfen, der uns alle als Gefangene sehen will. Lasst uns gegen alles revoltieren, was versucht, uns einzusperren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit zwei Wochen fanden in Anderlecht und Molenbeek die ersten Flugblattverteilungen statt, die zu einem Kampf gegen den Bau eines Maxi-Gef\u00e4ngnisses in Br\u00fcssel aufrufen. 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